#1

Die DDR-Jugendmode der 80er Jahre

in Leben in der DDR 11.09.2012 12:23
von 94 | 10.792 Beiträge

Die Teenager und die jungen Frauen, die gerade die zwanziger Lebensjahre erreicht hatten, verließen sich in Sachen Mode meist auf ihre Mütter und Großmütter. Das Selbstnähen wurde von der jungen Generation längst nicht so hingebungsvoll betrieben wie von der Generation der Vorfahren. Die Zeit hatte sich sehr verändert. Auch die Löhne waren gestiegen. Natürlich nicht ins Unermessliche. Doch da sämtliche Grundnahrungsmittel und auch die Mieten durch staatliche Subventionen nur geringe Kosten verursachten, auch Schulbildung keine nennenswerten Gelder verschlang, blieb immer ein Mode-Groschen übrig. So war inzwischen auch bei den normalen DDR-Bürgern mehr Kaufkraft für gelegentlichen Luxus vorhanden. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Frauen hin und wieder einen Einkauf in einem der Exquisitgeschäfte erlaubten. Allen voran die Teenager. Sie zeigten ohnehin weniger Kompromissbereitschaft als die Generation vor ihnen, zumal den weiblichen Teenagern die Gewohnheit, einen Dederon-Kittel über der Bekleidung zu tragen, um diese zu schonen, sehr lästig war. Die Kittel selbst fanden sie ohnehin altbacken und lehnten sie deshalb ab. Sie trugen sie nur noch, wenn diese in einem Betrieb traditionell zur Arbeitskleidung gehörten. Ein neues, andersartiges Modeverhalten war nicht nur in der DDR zu beobachten, sondern in ganz Deutschland. Die jungen Leute wollten sich deutlich von der Generation ihrer Eltern unterscheiden.
weiterlesen ... http://www.was-war-wann.de/mode/80er-jugendmode.html


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#2

RE: Die DDR-Jugendmode der 80er Jahre

in Leben in der DDR 11.09.2012 12:59
von LO-Wahnsinn | 3.496 Beiträge

...aus Vorstellungen hierher verschoben.

Was die Mode betrifft, ich denke wenn man sich z.B. alte Videos von Bands wie a-ha oder den Ketshupboys ansieht, kommt man ganz gut dahin was in den 80zigern auch hier im Osten getragen wurde, oder versucht wurde zu tragen.
War ja nicht ganz so einfach wie im Westen mit modischen Sachen, aber die Ostdeutschen waren halt von je her kreativ und so auch im Herstellen und Beschaffen von modischer Kleidung.
Es gab damals ne ganz Menge Boutiquen wo man ab und zu mal was ganz gutes abstauben konnte.
Auch im so genannten Geschäft "Jugendmode" was es in meiner Stadt gab, konnte man schon so einiges erwischen wenn man zur richtigen Zeit, zum richtigen Tag dort erschien.
Ja und die "Fidschis", also unsere vietnamesischen Gastarbeiter verkauften auch viel.
Mir waren aber die Klamotten die die Vietnamesen verkauften, meist Jeanshosen und Jacken, zu kitschig, ich trug lieber normalen Stoff, wie auch heute noch.
Wir hatten auch einige Afrikaner bei uns in der Stadt die studierten, wenn man sie Ansprach besorgten sie auch modische Klamotten.

Ich persönlich, hatte ab 1985 das Glück viel unterwegs zu sein und über den Tag Zeit zu haben und wusste somit auch, wann und wo man Geschäfte findet, die frische Ware bekamen.
Aufgrund meines guten Verdienstes, musste ich auch nicht so auf die Alumark gucken und konnte mir auch Klamotten leisten, die importiert oder für den Export bestimmt waren, welche es meist im Exquisit-Laden gab.

Ich kann mich noch erinnern, was ich damals auch, auch gerne trug, weil bequem.
Hüftjacke oben weit geschnitten mit Umschlagecke vorn, in einem helleren Blauton und das Umgeschlagene in einem blaugrauem Ton.
Farbidentisch dazu -obwohl nicht zur Jacke gehörend- eine Karottenhose, die nur bis kurz über den Knöchel ging, also eigentlich etwas kurz und für Halbschuhe ungeeignet.
War aber beabsichtigt, da ich dazu schwarze addidas Knöchel hohe Turnschuh (ohne die 3 Streifen drauf) ergattert hatte die ideal dazu passten.
Weis garnicht mehr genau, allein für die Schuhe wren wohl über 300 Alumark fällig.

Was auch Mode war, die so genannten Thermohosen auch im Karottenschnitt und mit Bundfalten oben.
Diese Hosen waren sehr bequem und auch im Winter warm genug, die hab ich geschleppt wie heute meine JetLag bis der Stoff durch ist.
Farbe hatte sie damals auch blau, ein dunkles blau, dazu einen bläulich-weiss-violett gestreiften Samtpullower.
Diese Samtpullower waren auch seeeehr bequem und angenehm auf der Haut.
Dazu meist weisse Halbturnschuhe, Salamander, mit nahezu zur Hose farbidentischem blauen Lederstreifen an der Seite.
Davon hab ich auch noch ein Foto alledings in schwarzweiss.
Haarschnitt dazu entsprechend im damals so genannten "Poperstyle"

Die Bekleidung orientierte sich damals bei Jugendlichen, wie auch noch heute, meist am Musikstil den man hörte, also Rock, Pop, Punk etc.pp.
Natürlich war auch das Lebensgefühl entscheidend, die "Szene" in der man mitmischte bzw. für die man stand.
Dem entsprechend haben natürlich Rocker, Punker, Blueser ganz andere Bekleidung getragen wie ich als so genannter Poper.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#3

RE: Die DDR-Jugendmode der 80er Jahre

in Leben in der DDR 11.09.2012 15:18
von StabsfeldKoenig | 2.656 Beiträge

18 Jahre, Jeans-Anzug Elpico, weißes T-Shirt, Germania-Turnschuhe (blau-weiß). Das war'n noch Zeiten, so jung wird man nie wieder.



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#4

RE: Die DDR-Jugendmode der 80er Jahre

in Leben in der DDR 11.09.2012 16:53
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Fleischerhemd, Tramper- oder Jesuslatschen (die originalen mit der dünnen Sohle waren schwer zu beschaffen), Parka und ab zur Blues-Mugge
http://www.youtube.com/watch?v=K5FnHqY5FrI


furry hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.09.2012 16:55 | nach oben springen

#5

RE: Die DDR-Jugendmode der 80er Jahre

in Leben in der DDR 11.09.2012 17:29
von Kimble | 397 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #4
Fleischerhemd, Tramper- oder Jesuslatschen (die originalen mit der dünnen Sohle waren schwer zu beschaffen), Parka und ab zur Blues-Mugge
http://www.youtube.com/watch?v=K5FnHqY5FrI


jepp, genau die hatte ich auf der Flucht an.
Zwar nicht so das richtige Schuhwerk um damit aus 2m Höhe aus dem Fenster zu springen - aber ging.

Bei Jeans Hosen waren die Boxer sehr beliebt, die kamen vom Stoff dem der Levi's am nächsten.
Die waren auch ganz ok. Die Jacken davon auch.

Die Levi's von den "Fidschis" (vietnamesischen Gastarbeiter) fand ich immer deutlich eine Nummer zu dunkelblau.

Echte Levi's gab es ab und zu mal, wie auch echte adidas Laufschuhe, im Centrum- Warenhaus zu kaufen. Zu gesalzenen Preisen.
Am Ende des ersten Verkaufstages waren die Jeans in gängigen Größen mittags weg, und am nächsten Tag waren schon keine mehr da.

Shanty Jeans ging garnich, der Stoff viel zu labberich und die Farbe hellgraublau.
Die gab es auch immer zu kaufen was aber auch damit zusammenhängt, dass es in meinem Wohnort ein Shanty- Werk ab.
Gleich neben dem S-Bahnhof Rostock- Evershagen glaub ich war es. Ein für DDR- Verhältnisse super moderner Industriebau.

Und dann fällt mir noch ein, dass in der Freizeit durchaus gerne auch mal (unerlaubt) GST- Jacken oder bei den älteren NVA- Jacken
getragen wurden. Beim Autowaschen am Samstag Vormittag etwa. Aber das ist wieder ein anderes Thema.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
zuletzt bearbeitet 11.09.2012 17:34 | nach oben springen

#6

RE: Die DDR-Jugendmode der 80er Jahre

in Leben in der DDR 11.09.2012 17:52
von furry | 3.581 Beiträge

Zitat von Kimble im Beitrag #5
Und dann fällt mir noch ein, dass in der Freizeit durchaus gerne auch mal (unerlaubt) GST- Jacken oder bei den älteren NVA- Jacken
getragen wurden. Beim Autowaschen am Samstag Vormittag etwa. Aber das ist wieder ein anderes Thema.


Diese Autowaschen entsprach doch immer der Ferntour: Hof - Dres'den und zurück.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#7

RE: Die DDR-Jugendmode der 80er Jahre

in Leben in der DDR 11.09.2012 22:55
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Kimble im Beitrag #5
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #4
Fleischerhemd, Tramper- oder Jesuslatschen (die originalen mit der dünnen Sohle waren schwer zu beschaffen), Parka und ab zur Blues-Mugge
http://www.youtube.com/watch?v=K5FnHqY5FrI


jepp, genau die hatte ich auf der Flucht an.










Auch wenn deine Flucht eine andere war, ein Kumpel von mir hatte auf die Füße tattooviert "Lauft schnell weg der ABV kommt!" und der war immer barfuß in den Jesuslatschen, im Sommer und im Winter.
Dem kleinen giftigen General hat so etwas bestimmt nicht gefallen


zuletzt bearbeitet 12.09.2012 07:11 | nach oben springen

#8

RE: Die DDR-Jugendmode der 80er Jahre

in Leben in der DDR 11.09.2012 23:53
von Gelöschtes Mitglied
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Levis-Jeans in Betriebskantinen verkauft

Die Bückware wurde auf die Betriebe in der Republik verteilt und während der Mittagspause in den Kantinen an die Arbeiter und Angestellten verkauft. "Sonderverkauf von Jeans, original amerikanische Strauss-Levis", stand auf den Einladungen zu dem ungewöhnlichen Werksverkauf. Und: "Der Betriebsausweis ist unbedingt mitzubringen." Gegenüber den Werktätigen rechtfertigte die SED den Import der noch in den 60ern als "Hose des Klassenfeindes" verschrienen Jeans als eine gute Tat – sie sichere Arbeitsplätze in den USA. Soviel klassenkämpferisches Pathos musste immerhin noch sein.

In unseren Kantinen kamen die HOSEN nie an,wurden bestimmt umgeleitet.
Auch egal,wir bekamen unsere Wrangler,Jinglers und Levis direkt vom "Klassenfeind" ,von Onkel und Tanten aus dem pösen,pösen Westen.
Diese "Tierjeanskollektion" war einfach nur Grottenhässlich.
Mieser Stoff und noch miesere Schnitt.
Solch Zeuchs hat von uns keiner angezogen geschweige denn gekauft!


"Wisent", "Boxer" und "Shanty"

Mitte der 70er-Jahre – die Haltung der SED gegenüber den Jeans war inzwischen moderater geworden – mühten sich die Textilbetriebe der DDR redlich, eine eigene Jeansproduktion in Gang zu setzen. "Wisent", "Boxer" oder "Shanty" hießen die Marken, die ab 1978 auf den Markt kamen. Doch deren Stoff war entweder zu hart oder zu weich, der Schnitt haute nicht hin und der beliebte Auswasch-Effekt stellte sich auch nicht ein. Und so standen die DDR-Jeans in der Gunst der Jugendlichen nicht sehr hoch und immer hinter der "echten" Jeans, die man sich von Westverwandten schicken ließ, auf dem Schwarzmarkt kaufte oder in den Hinterhof-Boutiquen der westlichsten Stadt des Ostblocks – in Budapest. Um 1987 herum hatte jedenfalls jeder Jugendliche in der DDR durchschnittlich zwei Jeans im Schrank. Ein statistischer Wert, der selbst im Westen Europas nicht erreicht wurde. Und so wird verständlich, dass die amerikanische Journalistin Karen Kramer damals zu der bemerkenswerten Einschätzung kam, die DDR sei "das Jeans tragende Land an sich".

Quelle:http://www.mdr.de/damals/archiv/artikel8...c-fbe1670f.html



Hier noch einiges mit Fotos.

http://www.golden-cage.de/index.php/insp...dr-mode-teil-2/


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