#41

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 07.09.2012 16:52
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Nun gut, die Hunderttausenden die einfach nur mündige Bürger sein wollten und dafür auf die Sraße gingen als Witz zu bezeichnen ist eventuell etwas gewagt.
Ich frage mich nur wo damals die Pro-DDR verfechter waren und meine hier nicht die paar Stasi-Greiftrupps die dann nichts mehr zu greifen hatten wo es wie in Leipzig 100 000 waren, nein, die ganzen SED-Genossen zum Beispiel, oder einfach stille Sozialisten ohne Parteibuch, warum sind die nicht zu Gegendemonstrationen aufmarschiert?
Und warum hat bei der freien Volkskammerwahl die CDU gewonnen, wo waren da die Stimmen der Millionen Sozialisten?
Jetzt Zeter und Mordio zu rufen ist ein wenig spät.


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#42

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 07.09.2012 18:17
von PF75 | 3.294 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #
Nun gut, die Hunderttausenden die einfach nur mündige Bürger sein wollten und dafür auf die Sraße gingen als Witz zu bezeichnen ist eventuell etwas gewagt.
Ich frage mich nur wo damals die Pro-DDR verfechter waren und meine hier nicht die paar Stasi-Greiftrupps die dann nichts mehr zu greifen hatten wo es wie in Leipzig 100 000 waren, nein, die ganzen SED-Genossen zum Beispiel, oder einfach stille Sozialisten ohne Parteibuch, warum sind die nicht zu Gegendemonstrationen aufmarschiert?
Und warum hat bei der freien Volkskammerwahl die CDU gewonnen, wo waren da die Stimmen der Millionen Sozialisten?
Jetzt Zeter und Mordio zu rufen ist ein wenig spät.



für die wahlen wurden doch genug leute und geld ins land gebracht die den leuten den himmel auf erden versrachen (blühende landschaften)

wo sind dann in diesem land dann die bürgerrechtler abgeblieben dieein wirkliche veränderung wollten und nicht nur die übernahme der westsytems ?die wurden doch ganz schnell abserviert bevor die vileicht noch auf die idee kommen könnten im westen auch etwas zu verändern und so vieleicht arme rentner zu ärgen,


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#43

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 07.09.2012 18:50
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Die mündigen Bürger, welche auf die Strasse gingen riefen bestimmt nicht "wir wollen die alten kapitalistischen Verhältnisse wiederhaben", die mündigen Bürger riefen etwas ganz anderes, nämlich: "Wir sind das Volk!", "Wir bleiben hier!".

Erst nachdem sich zeigte wohin der Hase laufen könnte wagten sich die "Mutigen" auf die Strasse um "Wir sind ein Volk" und um noch später die Drohung "Kommt die D-Mark nicht nach hier, gehen wir zu ihr" zu skandieren und zu grölen.

Und was weißt Du @GW62 wieviel SED Mitglieder am 9.10. 1989 und an den folgenden Montagen mit auf dem Ring in Leipzig demonstrierten.
Deine Polemik über fehlende "Gegendemonstrationen" dieser und der von Dir titulierten "stillen" Sozialisten ist einfach realitätsfern.

Was die sogenannten freien Volkskammerwahlen im März 1989 betrifft, ich hoffe Dir ist die Einschätzung selbiger durch Egon Bahr bekannt.
"Was ich in dieser Zeit in der DDR gesehen habe, hat mich zutiefst empört. Das waren die schmutzigsten Wahlen, die ich je in meinem Leben beobachtet habe.... Die gesamte Wahlkampagne wurde zu einer von der westdeutschen CDU/CSU gesteuerten Aktion gemacht. ..... Das war reinster psychischer Terror nach Goebbels-Manier."
Soweit E. Bahr zu den freien, unabhängigen Volkskammerwahlen. Er steht nun nicht unbedingt unter dem Verdacht ein besonders glühender Verteidiger des politischen Systems der DDR zu sein.

Damit auch verstanden wird was er da meinte.
Wie würde sich die freiheitliche demokratische Welt heutzutage darüber aufregen wenn solche massiven Einmischungen in den Wahlkampf eines Landes von Parteien eines anderen Landes vorgenommen werden würden.
Ich denke hier nur mal daran das Putinnahe Parteien den Wahlkampf von ebenfalls Pro Putin Parteien in der Ukraine oder Weißrussland finanziell und logistisch unterstützen, bis zur Auswahl der Kandidaten.
Wie groß wäre denn da das Geschrei der aufrechten Demokraten?

Komischerweise hat aber keiner von den angeblich so mündigen hunderttausenden Bürgern dagegen aufbegehrt das es eine massive Fremdeinmischung von Außen!!!! in die ureigenen Angelegenheiten der DDR gab, da ließen sie sich willig Fremdbestimmen, waren es ja so gewöhnt das ihnen gesagt wurde wo sie das Kreuz auf dem Wahlzettel zu machen haben.
Und was sind als Wahlversprechen schon die zukünftigen Mühen der Ebenen, wenn auf der anderen Seite ein Leben im Intershop in den Farben der DDR versprochen wurde. Intershop kenne ich, nehme ich.......
Nicht die CDU hat gewonnen sondern die 'Allianz für Deutschland' unter der Fuchtel der CDU(West).

Die SPD hat sich selbst ein Loch gegraben indem sie verfügte das sie keine ehemaligen SED-Mitglieder aufnimmt. Die CDU war da nicht so zimperlich.....

Seit Beginn der Montagsdemos in Leipzig am 4.9.89 wurden bis zum 9.10.89 durchaus Demonstranten verhaften und zugeführt und es kam auch zu körperlichen Gewaltakten von Seitens der Sicherheitskräfte und das nicht nur in Leipzig sondern auch in Berlin, Plauen, Dresden um den 07.10.89 herum.
Der Aufruf sechs prominenter Leipziger Bürger, davon drei Sekretären der SED Bezirksleitung(soviel zur Behauptung das an den Demonstrationen und im Vorfeld keine SED Mitglieder beteiligt waren) bewirkte maßgeblich mit das die am Abend stattfindende Demonstration friedlich verlief.

Wer natürlich nur Dollarzeichen, respektive harte DM Taler, in den Augen hatte und hat dem verflüchtigt sich so langsam um was es den Demonstranten im Frühherbst 1989 ging, garantiert nicht in einer verkohlten Republik zu leben um auf blühende (auch Unkraut blüht) Industriebrachen zu schauen.

Erst nachdem alles ziemlich ungefährlich wurde, wurden die Bürger "mündig" und wagten ansatzweise die Probe des Aufstandes und einige verwechselten Demokratie mit Anarchie und Freiheit, auch der Andersdenkenden, mit dem Tralali zur Menschenhatz, zumindest medial, während die dumpfe Masse freudetrunkend dem Heiland aus Oggersheim zujubelte und nicht verstanden hatte was Jahre später mal ein beleidigter demokratischer Politiker äußerte, angesprochen auf das Wählerverhalten, das er es nämlich vom Wähler äußerst schoffelig finde das dieser den gewählten Politiker an den Versprechungen im Wahlkampf messe, wo doch jeder wisse das im Wahlkampf allen alles versprochen werde, es ginge um Stimmen und nicht um zukünftige Politik.
Diese Prozesse zu durchschauen war dem DDR Bürger nicht immer möglich, aus welchen Gründen auch immer.
Nach dem Sieg setzten die Sieger alles daran das er es auch nie begreife und holte das Kaninchen Stasi aus dem Zauberzylinder um die Betrogenen nachträglich in Angst und Schrecken zu versetzen, auf damit sie in Ewigkeiten dankbar seien für die Befreiung von dieser Menschheitsgeisel.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
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der sieht aus, wie er war
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#44

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 07.09.2012 23:01
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Du zerredest in deinen Beiträgen zu viel.
Die Tatsachen sprechen eine eigene, harte Sprache.
Irgendwie tust du mir leid, die Schmach muss für dich unermesslich sein.
Feliks, Alfred, Fritze und einige andere fühlen sicherlich genau so.
Die Zeit und die Geschichte war schneller als der eigene Wunsch.


vogtlaenderjoe hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.09.2012 23:03 | nach oben springen

#45

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 04:54
von Major Tom | 855 Beiträge

Hallo an alle, nach einigen Monaten Pause mal wieder eine kurze Rückmeldung:

Ich bin der Meinung man macht einen großen Fehler die Zeit der Wiedervereinigung mit dem heutigen Deutschland zu vergleichen. Den Bundesbürgern und Westberlinern ging es vor 23 Jahren blendend, Arbeit gab es genug, die Löhne waren hoch und Wohnungen waren bezahlbar. Als junger Handwerker habe ich schon in den 80ern die Welt bereist, hatte ein Auto und immer genug Geld in der Tasche. Ich kann heute noch die DDR-Bürger verstehen welche laut nach der D-Mark riefen. Heute haben wir ein Deutschland welches in zwei Jahrzehnten heruntergewirtschaftet wurde, viele Leute trotz Arbeit beim Amt betteln müssen, Rentner welche Flaschen sammeln um über die Runden zu kommen. Kurz: Die Zustände von heute konnte niemand vorhersagen.

Gruß Tom


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
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#46

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 09:14
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #
Du zerredest in deinen Beiträgen zu viel.
Die Tatsachen sprechen eine eigene, harte Sprache.
Irgendwie tust du mir leid, die Schmach muss für dich unermesslich sein.
Feliks, Alfred, Fritze und einige andere fühlen sicherlich genau so.
Die Zeit und die Geschichte war schneller als der eigene Wunsch.


@Grenzwolf62, da Du Dich bemüßigt fühlst direkt aus meinem Text auf meine Gefühlslage zu schließen, ein paar persönliche Worte an Dich.
Du bist nicht der Erste der der irrigen Auffassung verfallen ist, in leicht manischem Zwang, aus meinen Texten zu bestimmten Themen, wenn es sich nicht um ureigenes Erleben meiner Person handelt, mir unter anderen eine Staatsnähe anzudichten, so dass ich manchmal selbst denke, wenn ich diese für mich belustigenden Beiträge lese, war/bin ich im realen Leben wahlweise doch nicht eher ein Mitglied des ZK der SED gewesen, ein hochrangiger Offizier bei den Grenztruppen, der NVA oder gar einer HVA im MfS? Weiterhin stehen noch höchste Funktionen in FDJ oder Gewerkschaft oder Kombinatsdirektor oder zumindest Betriebsdirektor zur Auswahl.
Zu Deinem Bedauern muß ich Dir mitteilen, alles nur Vermutungen von Usern welche sich durch meine Äußerungen, so wie Du, unangenehm mit einer von ihnen nicht akzeptierten Betrachtungsweise kürzlich abgelaufener und deshalb historischer Ereignisse, konfrontiert sehen.
Alles was von den gleichgeschalteten Medien im Auftrag derjenigen verbreitet wird wie sie; die die wirkliche Macht haben; das Leben und die Machtstrukturen in der DDR interpretiert haben möchten, abweicht, wird von Usern wie Dir in gebetsmühlenartiger Form mit Ausdrücken belegt, würde ich sie verwenden, den Tatbestand der Herabsetzung, Verleumdung, Diffamierung und Beleidigung erfüllen würde. Ergo, mein lieber Grenzwolf62, scheinen Dir mal wieder die Argumente ausgegangen zu sein das Du, zum wievielten Male überhaupt, zu solcher plattierten Holzhammerpolemik greifst.
Erinnert mich irgendwie an die "Diskussionskünste" von einigen FDJ Funktionären auf unterster Kreisebene, das war genauso klischehaft, undifferenziert und inhaltlos. Nur plakative Parolen und nichts dahinter.

Ich kann und will hier nicht für Feliks, Alfred, Fritze und Andere sprechen.
Dich scheint zu stören das es Menschen gibt die neben Idealen auch noch eine eigene Meinung haben und diese Vertreten.
Ich kann mich mit einer Meinung welche nicht mit meiner Übereinstimmt sachlich auseinandersetzen, meinetwegen auch in Polemik abgleiten aber Vermutungen über persönliche Befindlichkeiten des Gegenüber herauszuposaunen, unterste Schublade.

Schon zu DDR Zeiten waren mir auf Versammlungen jeglichen Coleurs die Diskussionsredner die allerliebsten welche sich ganz spontan meldeten um mit inhaltslosen Phrasen und Wortkringelei den Beitrag des Hauptredners, welcher auch meist aus Phrasen und inhaltslosen Äußerungen bestand, in Wiederholungen nochmals zu bekräftigen und zu untermauern. Außerdem brachte dieser Redner damit zum Ausdruck auf welcher "sicheren" Seite er steht.
Diejenigen welche auf diversen Versammlungen nicht sofort nach Beginn in eine Art Wachkoma gefallen sind werden sich bestimmt erinnern welche Art von Diskussionsrednern ich meine.

Meine Bitte an Dich @Grenzwolf62, beteilige Dich doch mal mit Beiträgen an den Diskussionen welche erkennen lassen das Du eine eigene Meinung hast.

Übrigens kann ich als Threaderöffner hier so lange und so breit reden wie ich möchte.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
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#47

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 11:06
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Das war meine Meinung.
Falls ich dir und anderen damit zu nahe getreten bin tut mir das leid und ich entschuldige mich dafür.


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#48

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 11:50
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #
Das war meine Meinung.
Falls ich dir und anderen damit zu nahe getreten bin tut mir das leid und ich entschuldige mich dafür.


Entschuldigung angenommen von mir, wie die anderen genannten damit umgehen, ich weiß nicht.

"meine Meinung" <--- ist das nicht ein wenig zu idealistisch gesehen von Dir?
"mein Vorurteil" würde die Äußerung treffender charakterisieren.
Sei es drum, Du hast Dich entschuldigt und das zählt in diesem Fall für mich.

Wie gesagt, sei in Deinen Mutmaßungen über Personen und deren Empfindungen in Zukunft etwas zurückhaltender.
Wer was in der DDR gemacht hat und wie seine damalige politisch/ideologische Haltung war ist die eine Sache, wie er die Sache im Abstand der Jahre, inklusive eines Systemwechsels, sieht ist eine andere Sache.

Ich erinnere mich nur an den Fall eines Users der eine bestimmte Situation aus seiner damaligen Sicht und mit damaligen Worten schilderte und das sehr öffentlich.
Da wurde anschließend die Sau durchs Dorf getrieben, geteert und gefedert.......
Für die Ewiggestrigen waren diese Äußerungen, welche sie als seinen Standpunkt in die Jetztzeit transferierten, ein gefundenes Fressen um auf alles verbal einzuprügeln was auch nur den leisesten Verdacht hergab das ein beliebiger User irgendetwas an der DDR auch nur im Ansatz positiv gefunden hat.
So wird das leider nichts.

Die pauschale Äußerung "in der DDR war sowieso alles Sche***e" ist weder Zielführend für eine Diskussion, noch wird damit eine Meinung ausgedrückt.
Das ist nur Stammtischgemeckere und hat den gleichen Informationswert wie der Satz; "meine Olle ist saublöd"

Was den Inhalt dieses Thread angeht, "Was ist schiefgelaufen nach der Wende?" dazu kann ich auch 'ne Textzeile von Silly bringen; 'alles wird besser und nichts wird gut'

Eine kritische Auseinandersetzung mit den letzten 22 Jahren und dem wo es hakte und hakt hat weder etwas mit grundlegender Ablehnung des derzeitigen Status Quo zu tun, noch mit einer Idealisierung vergangener Zeiten.
Mich stören nur die unkritischen Lobhudeleien auf und für das heutige politische und wirtschaftliche System welches in den höchsten Tönen als das gerechteste der gerechten gelobpreist wird und jeder der sich dieser Lobpreisung verweigert oder sie auch nur anzweifelt wird sofort in eine Ecke gestellt und darf als undankbar und Nestbeschmutzer tituliert werden.

Nur klingen mir die Lobpreisungen für ein anderes, untergegangenes System immer noch in den Ohren und aus heutiger Sicht kann ich sagen je schöner gelobpreist wurde, um so fauler war das Objekt der allein seeligmachenden, zukünftigen Verheißungen.

Es wird mir heutzutage wieder zuviel über das gegenwärtige System gejubelt und die 'Masse' darauf eingeschworen das es dazu einfach keine Alternative gäbe.
Die Freiheit der Freiheit von der Freiheit hat doch was und der Hamster im Laufrad wird es auch irgendwann glauben das er frei und selbstbestimmt im Laufrad rennt wenn es ihm nur oft genug erzählt wird und alles was sich außerhalb des Rades befindet ist nur schlecht für ihn.
Das befinden die Meinungsmacher, gestern wie heute.
Daran hat sich nicht viel geändert, doch einen gravierenden Unterschied gibt es schon, "damals" war das Kollektiv alles und das Individuum nichts. Heute ist das Individuum alles, selbstbestimmt und frei von Skrupeln im täglichen Kampf und ohne Rücksicht auf seine Mitmenschen (Kollektiv).

Das ist genau das was ich mir unter einer gerechten, sozialen Gesellschaft vorstelle.

Gruß
Nostalgiker


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#49

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 12:06
von Rüganer (gelöscht)
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Hallo Nostalgiker,
da ziehst du gegen den Grenzwolf aber wieder mal ganz schön vom Leder, gelle?
Wer sich noch an Diskussionskünste von FDJ-Funktionären unterster Kreisebene erinnern kann, bzw. diese überhaupt bewusst zur Kenntnis genommen hat, wer sich in Berlin arbeitend, wo auch immer, mit den übergebenen Datenträgern irgendwelcher Kombinatsbetriebe auskannte, (du erinnerst dich an deine wunderbar satirisch geschilderte DDR – Realität ?) den kann man ja nun nicht unbedingt als Mitläufer oder gar Dissidenten einstufen, oder?
Schau dir ohne Ideale und Überzeugung , einfach nur mal als User Nostalgiker, den Beitrag #45 von Major Tom an. Aber wahrscheinlich geht eine Trennung des Users Nostalgiker nicht von seiner Überzeugung und schon gar nicht von seinen Idealen? Trotzdem, dies was Major Tom beschreibt ging zumindest in den Köpfen derjenigen vor, die nicht in der Weltstadt Berlin wohnten, die Leute wollten auch nur mal reisen, sofort ein Auto kaufen und nicht immer den Parolen ausgesetzt sein, an die du dich bestimmt auch erinnerst: Mein Arbeitsplatz – ein Kampfplatz für den Frieden. Was für ein Stuss, erst mal war der Arbeitsplatz ein Kampfplatz dafür, dass sich das Rad überhaut weiter drehte, falls das Rad noch da war oder nicht gerade Speichen fehlten…
Was wäre aus der DDR geworden, selbst wenn es keine Wiedervereinigung gegeben hätte, sondern Reformen und auch einen Wandel in der Regierung und auch wenn das Neue Forum oder die Bündnisgrünen oder wer auch immer als neue Partei da aufgetaucht wäre, wenn die die Regierung übernommen hätten?
Wenig Rohstoffe, auf Import und Export angewiesen, hätten wir uns dem Weltmarkt stellen müssen, da der Große Bruder auch seine Probleme hatte. Waren wir weltmarktfähig? Ich denke im Großen und Ganzen – nein. DDR Mark konvertierbar machen? Sonst hätten die Reformen schon bei der Reisefreiheit geendet, aber wäre diese Währung konvertierbar gewesen? Ich glaube sie war es nicht.
Wären nicht selbst unter dem beschriebenen Szenario einer Regierung durch das Neue Forum oder wem auch immer, die Probleme der Globalisierung gekommen und hätten nicht sowieso auf Grund der ökonomischen Lage der DDR, auch der reformierten DDR, der Lebensstandard abgesenkt werden müssen, Mieten und lebensmittelpreise hätten erhöht werden müssen und um wettbewerbsfähig gegenüber der Welt zu sein, hätten da nicht erhebliche Produktivitätssteigerungen vorgenommen werden müssen, unter anderem eben auch dadurch, dass man Leute entlässt, die man so durchschleifen musste? Wären da nicht auch die ersten Arbeitslosen gekommen?
Wäre es uns heute unter der reformierten DDR besser gegangen oder wären wir genauso dort angekommen, wo wir heute sind?
Wären nicht mit der Reisefreiheit und der Freiheit, seinen Wohnsitz sich selbst auszusuchen, die Leute gegangen, die bei ihrer Ausbildung in Hamburg oder Köln mehr verdient hätten, erheblich mehr, als in Rostock oder Dessau?
Ich behaupte, wir wären genauso als reformierte DDR zu Grunde gegangen, wie die DDR der SED und ihrer Blockparteien und dass da nun plötzlich ein eisiger Wind weht, der selbst den alten Bundesbürgern die Geldbörse leert und sie frieren lässt, dass uns dies nun auch plötzlich betrifft, ja da werden wir wohl durch müssen…
Schönes WE von der Insel Rügen


Pit 59, Gert und vogtlaenderjoe haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#50

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 13:18
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #

.....hätten nicht sowieso auf Grund der ökonomischen Lage der DDR, auch der reformierten DDR, der Lebensstandard abgesenkt werden müssen, Mieten und Lebensmittelpreise hätten erhöht werden müssen und um wettbewerbsfähig gegenüber der Welt zu sein, hätten da nicht erhebliche Produktivitätssteigerungen vorgenommen werden müssen, unter anderem eben auch dadurch, dass man Leute entlässt, die man so durchschleifen musste? Wären da nicht auch die ersten Arbeitslosen gekommen?



@Rüganer, ob Du es glaubst oder nicht diese von Dir angesprochenen Themen wurden im Spätsommer/Frühherbst in trauter Runde in 'Planspielen' von uns durchgenommen.......
Fazit, so gut wie nicht durchführbar........
Neues Forum, ach Gott eine Truppe von Gutmenschen welcher realitätsferner hätte nicht sein können.
Wenn sie sich ansatzweise mit den basisdemokratischen Modellen, welche aus der 68ger Bewegung entstanden, inhaltlich auseinandergesetzt hätten, ja dann hätten sie sehr schnell gemerkt dass dem "Volk" dieser Idealismus völlig abgeht.
Das "Volk" wollte etwas handfestes und fest war damals die D-Mark .........

Reformen, in welche Richtung auch immer, hätten, wenn überhaupt 1968 geklappt, nur diese Reformversuche wurden in einem anderen Land mit Panzern niedergewalzt und Fragmente dieser Reformideen überwinterten in den Köpfen sogenannter Dissidenten und/oder Oppositionellen ohne das sie großartig mitbekamen das bereits 1989 der Wandel der Welt begann, hin zum 'global village'

Wer ab wann in welcher Position als nicht mehr Mitläufer oder gar nicht Dissident einzustufen ist, oi das ist ein sehr dünnes Seil auf das Du Dich begibst, Rostocker.
Nach Deiner Lesart wäre dann nämlich auch ein Wolfgang Tierse, welcher nach seinem Studium als wissenschaftlicher Assistent an der Humboldt-Universität und ab 1975 beim Ministerium für Kultur der DDR arbeitete alles andere wie ein Oppositioneller. Dieser Werdegang ist rein äußerlich gesehen ein vorbildlicher und normaler eines systemtreuen DDR Bürgers.
Selbst sein Aufbegehren gegen die Biermann Ausbürgerung brachte in nicht in den Status eines wahren Dissidenten der DDR, nämlich Friedhofsgärtner, Kohlenmann und ähnliche Tätigkeiten, nein er wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR, genau jener Akademie welche ein Sammelbecken von Systemkritikern bis bekennenden Gegnern war......

Rüganer, nicht jeder der kritischen Blicks durch die DDR lief "mußte" um seiner oppositionellen Haltung auch optischen Ausdruck zu verleihen im Fleischerhemd, abgewetzen Jeans, Jesuslatschen und Parka, eventuell noch ein Hirschbeutel, durch die Lande laufen.

Woher nimmst Du die Annahme das meine Ideale und Überzeugungen, ich nehme mal an das Du meinst sie seien fast deckungsgleich mit der von der SED vertretenen Ideologie, übereinstimmen könnten?
Das sind sehr große Mutmaßungen Deinerseits.

Das ich mich an Diskussionskünste von FDJ-Funktionären erinnere, liegt wohl daran das mir nachgesagt wird das ich mich an vieles erinnern kann was Andere längst vergessen haben und ich auch durchaus 'Erinnerungsliteratur' solcher Leute lese, nicht um in verklärender Weise zu denken 'ach wie schön', sondern mehr; für wie naiv wurde die Masse denn gehalten.
Wenn mir diese Erinnerungsbücher nicht reichen gibt es immer noch einige sehr gut und sachlich fundierte Bücher, geschrieben von Leuten meines Alters, welche ähnliche Lebenswege in der DDR hatten wie ich und deren, und auch meine, Irrungen und Wirrungen ich sehr gut nachvollziehen kann.
Mit einem Maß an Skepsis begegne ich allerdings denjenigen die heutzutage der Meinung sind schon damals alles gewußt zu haben und/oder Leuten welche aus ihrem persönlichen Defizit nicht mit den Regeln einer sozialen Gemeinschaft zurechtzukommen, und im Falle der DDR sehr geschickt, eine Opferlegende stricken.
Wenn ich lese das einer der Auffassung ist, nur weil er in der DDR einen Beruf erlernen mußte!!!, das mit dieser repressiven Maßnahme sein "Menschenrecht" auf Freiheit und Persönlichkeitsentfaltung empfindlich behindert und eingeschränkt wurde, ja da fehlen mir doch glatt die Worte zu so viel Unmenschlichkeit welche sich das "System" leistete.....

Ja und dann entdeckte ich noch im Keller eine Kiste längst entsorgt geglaubtes Material für die politisch/ideologische Schulung........
Damit können echt lustige Abende gestaltet werden, als Hintergrundmusik besonders fürchterliche Schlager aus der DDR und die Sache wird ein voller Erfolg.

Es ist nicht immer alles so wie es Einem scheint.......

Gruß
Nostalgiker


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Text: Kurt Demmler

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#51

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 16:15
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #
Zitat von Rüganer im Beitrag #

.....hätten nicht sowieso auf Grund der ökonomischen Lage der DDR, auch der reformierten DDR, der Lebensstandard abgesenkt werden müssen, Mieten und Lebensmittelpreise hätten erhöht werden müssen und um wettbewerbsfähig gegenüber der Welt zu sein, hätten da nicht erhebliche Produktivitätssteigerungen vorgenommen werden müssen, unter anderem eben auch dadurch, dass man Leute entlässt, die man so durchschleifen musste? Wären da nicht auch die ersten Arbeitslosen gekommen?



@Rüganer, ob Du es glaubst oder nicht diese von Dir angesprochenen Themen wurden im Spätsommer/Frühherbst in trauter Runde in 'Planspielen' von uns durchgenommen.......
Fazit, so gut wie nicht durchführbar........
Neues Forum, ach Gott eine Truppe von Gutmenschen welcher realitätsferner hätte nicht sein können.
Wenn sie sich ansatzweise mit den basisdemokratischen Modellen, welche aus der 68ger Bewegung entstanden, inhaltlich auseinandergesetzt hätten, ja dann hätten sie sehr schnell gemerkt dass dem "Volk" dieser Idealismus völlig abgeht.
Das "Volk" wollte etwas handfestes und fest war damals die D-Mark .........

Reformen, in welche Richtung auch immer, hätten, wenn überhaupt 1968 geklappt, nur diese Reformversuche wurden in einem anderen Land mit Panzern niedergewalzt und Fragmente dieser Reformideen überwinterten in den Köpfen sogenannter Dissidenten und/oder Oppositionellen ohne das sie großartig mitbekamen das bereits 1989 der Wandel der Welt begann, hin zum 'global village'

Wer ab wann in welcher Position als nicht mehr Mitläufer oder gar nicht Dissident einzustufen ist, oi das ist ein sehr dünnes Seil auf das Du Dich begibst, Rostocker.
Nach Deiner Lesart wäre dann nämlich auch ein Wolfgang Tierse, welcher nach seinem Studium als wissenschaftlicher Assistent an der Humboldt-Universität und ab 1975 beim Ministerium für Kultur der DDR arbeitete alles andere wie ein Oppositioneller. Dieser Werdegang ist rein äußerlich gesehen ein vorbildlicher und normaler eines systemtreuen DDR Bürgers.
Selbst sein Aufbegehren gegen die Biermann Ausbürgerung brachte in nicht in den Status eines wahren Dissidenten der DDR, nämlich Friedhofsgärtner, Kohlenmann und ähnliche Tätigkeiten, nein er wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR, genau jener Akademie welche ein Sammelbecken von Systemkritikern bis bekennenden Gegnern war......

Rüganer, nicht jeder der kritischen Blicks durch die DDR lief "mußte" um seiner oppositionellen Haltung auch optischen Ausdruck zu verleihen im Fleischerhemd, abgewetzen Jeans, Jesuslatschen und Parka, eventuell noch ein Hirschbeutel, durch die Lande laufen.

Woher nimmst Du die Annahme das meine Ideale und Überzeugungen, ich nehme mal an das Du meinst sie seien fast deckungsgleich mit der von der SED vertretenen Ideologie, übereinstimmen könnten?
Das sind sehr große Mutmaßungen Deinerseits.

Das ich mich an Diskussionskünste von FDJ-Funktionären erinnere, liegt wohl daran das mir nachgesagt wird das ich mich an vieles erinnern kann was Andere längst vergessen haben und ich auch durchaus 'Erinnerungsliteratur' solcher Leute lese, nicht um in verklärender Weise zu denken 'ach wie schön', sondern mehr; für wie naiv wurde die Masse denn gehalten.
Wenn mir diese Erinnerungsbücher nicht reichen gibt es immer noch einige sehr gut und sachlich fundierte Bücher, geschrieben von Leuten meines Alters, welche ähnliche Lebenswege in der DDR hatten wie ich und deren, und auch meine, Irrungen und Wirrungen ich sehr gut nachvollziehen kann.
Mit einem Maß an Skepsis begegne ich allerdings denjenigen die heutzutage der Meinung sind schon damals alles gewußt zu haben und/oder Leuten welche aus ihrem persönlichen Defizit nicht mit den Regeln einer sozialen Gemeinschaft zurechtzukommen, und im Falle der DDR sehr geschickt, eine Opferlegende stricken.
Wenn ich lese das einer der Auffassung ist, nur weil er in der DDR einen Beruf erlernen mußte!!!, das mit dieser repressiven Maßnahme sein "Menschenrecht" auf Freiheit und Persönlichkeitsentfaltung empfindlich behindert und eingeschränkt wurde, ja da fehlen mir doch glatt die Worte zu so viel Unmenschlichkeit welche sich das "System" leistete.....

Ja und dann entdeckte ich noch im Keller eine Kiste längst entsorgt geglaubtes Material für die politisch/ideologische Schulung........
Damit können echt lustige Abende gestaltet werden, als Hintergrundmusik besonders fürchterliche Schlager aus der DDR und die Sache wird ein voller Erfolg.

Es ist nicht immer alles so wie es Einem scheint.......

Gruß
Nostalgiker



@Nostalgiker, höre doch endlich auf, den schon einmal recycleten Müll der SED noch mal durch den Shredder zu schicken. Am Ende kommt doch nur noch heisse Luft aus der Maschine. So etwas kann man doch nicht lesen ohne augenblicklich plaque zu bekommen.


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All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#52

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 16:18
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.....

[lila]Ja und dann entdeckte ich noch im Keller eine Kiste längst entsorgt geglaubtes Material für die politisch/ideologische Schulung........
Damit können echt lustige Abende gestaltet werden, als Hintergrundmusik besonders fürchterliche Schlager aus der DDR und die Sache wird ein voller Erfolg]Es ist nicht immer alles so wie es Einem scheint.......
.[/lila

Oha, was du da so alles im Keller hast.... bei mir sind es nur Frösche, ein Heizungskessel und paar Weinflaschen, aber Material für die politisch / ideologische Schulung - nun ja, wer es denn damals brauchte.... Aber wenn es im Keller gelagert wurde, dann konnte der Inhalt ja auch nicht zu den Massen rüber gebracht werden, daran wird es gelegen haben...

Weißt du, Nostalgiker, ich behaupte nicht, damals alles gewusst zu haben, damals erkannt zu haben, dass alles Sche... an der DDR war.
Ich behaupte aber, dass man in der Provinz entdecken konnte, so geht es nicht weiter und so wird das nichts mehr und dies hat selbst der Halbblinde gesehen. Und wenn man sehenden Auges doch einmal die Chance hatte, den Bitterbösen Klassenfeind zu besuchen, dann sah man, dass da alles anders ist, dass da die Läden voll sind und machte sich so seine Gedanken.
Und solche Gedanken waren es doch, die einen Großteil der Menschen erst einmal an der Wende teilnehen lißen, dass da andere vorangegangen sind, die in Leipzig sicher wohl etwas anderes wollten, wird schon som gewesen sein, Leipzig war weit weg. Aber das Wort Wiedervereinigung, die Aussicht auf Reisen, die Aussicht, die Schwester und den Bruder wieder besuchen zu können, auch wenn man noch nicht Rentner ist, die war ganz sicher auch ein Grund mit, auf die Straße zu gehen.
So und was soll denn nun schief gelaufen sein, nach der Wende? Schief gelaufen in dem Sinne, dass man die Wirkungen der Globalisierung mal weglassen muss, die hätten und auch in der DDR getroffen.
Was denn? Harz IV, Arbeitslosigkeit, schmale Lohntüten und dergleichen? Kränkelnder Euro? Kälteres Klima in der Gesellschaft?
Ich behaupte wieder, es ist alles ein Ergebnis der Politik und der Globalisierung und solange die Parteien, die sich gegen dies alles stellen ( gibt es die überhaupt?) dann nicht auf die Kommandobrücke des Staates gewählt werden, solange scheint es dem Wähler doch noch so gut zu gehen, dass er ruhig ist und die Parteien, die dies verschuldet haben könnten, weiter am Drücker bleiben.
Wenn die Flugbegleiter etwas verändern wollen, weil sie sich gefährdet sehen, dann streiken die und siehe - es scheint Bewegung in die Sache zu kommen...
Ich meine, es ist nichts schief gelaufen, wenn, dann nur persönlich für jeden einzelnen Bürger und da muss man auch stark nachfragen, weswegen dies so gekommen ist und man muss fragen, ob es ohne Wende nicht ebenso gekommen wäre... ob die Wende also Ursache für seine Sorgen und Nöte ist... fairerweise...


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#53

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 17:20
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Ich bin ja auch so eine Art Nostalgiker, wenn auch ein wenig in die andere Richtung.
Mir gefällt mein Leben nach der Wende in diesem Land ganz gut, ich kann mich entfalten, in Ruhe mein Geschäft führen, meinen Kindern geht es gut.
Zwar unterliege ich dem Zwang täglich fit zu sein um am Markt zu bleiben, das wirtschaftliche Umfeld wird nicht besser, ist aber auch eine Herausforderung die zu meistern Spaß bereitet.
Ich kann natürlich auch über vieles schimpfen wenn ich das wöllte, macht aber vieles auch nicht besser.
Ich bin mit dem zufrieden was ich habe und bin dankbar, ja sehr dankbar das ich die Chance erhalten habe dieses Leben ohne staatliche Gängelei führen zu dürfen.
Ist meine Sicht, aber die lasse ich mir auch nicht wegdiskutieren.
Sicherlich wird jetzt sofort meine Lebenssicht mit Argumenten wie dem baldigen vollkommenden wirtschaftlichem Kollaps zerstört werden, was die Zkunft bringt, er weiß das schon ganz sicher.
Krisen sind bisher immer gemeistert worden.


zuletzt bearbeitet 08.09.2012 17:23 | nach oben springen

#54

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 17:42
von furry | 3.581 Beiträge

@Grenzwolf, Du und auch ich, wir gehören wohl zu denen, die auch das nötige Glück an ihrer Seite hatten und das sollten wir nicht vergessen. Du hattest Glück, dass Du in Deinem Job die Füße mit viel Arbeit auf die Erde bekommen hast, es hätte auch anders kommen können und mir ging es ebenso. Mein Glück war, einem Menschen, der auch mein Chef war, zu begegnen, der mir freie Hand in meinem Tun ließ und die Gelegenheit habe ich genutzt.
Leider haben es einige andere nicht geschafft, auf diesen fahrenden Zug aufzuspringen, egal aus welchen Gründen. Denen sollten wir das aber nicht zum Vorwurf machen, dass sie die gebotene Situation nicht genutzt haben.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#55

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 18:01
von Pit 59 | 10.164 Beiträge

Leider haben es einige andere nicht geschafft, auf diesen fahrenden Zug aufzuspringen, egal aus welchen Gründen. Denen sollten wir das aber nicht zum Vorwurf machen, dass sie die gebotene Situation nicht genutzt haben.@furry

Einige wollten das auch gar nicht furry,oder waren zu faul,oder was weiss ich auch immer.Auch ich habe mit 40 Jahren noch einen Zukunftsorientierten Beruf erlernt.
Ich will nicht alle über einen Kamm scheren,sicher gibt es auch welche wo das aus den verschiedensten Gründen nicht möglich war.Und das Sprichwort ist immer noch gültig "Jeder ist seines......


zuletzt bearbeitet 08.09.2012 18:07 | nach oben springen

#56

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 18:17
von LO-Wahnsinn | 3.496 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #
Die mündigen Bürger, welche auf die Strasse gingen riefen bestimmt nicht "wir wollen die alten kapitalistischen Verhältnisse wiederhaben", die mündigen Bürger riefen etwas ganz anderes, nämlich: "Wir sind das Volk!", "Wir bleiben hier!".

Erst nachdem sich zeigte wohin der Hase laufen könnte wagten sich die "Mutigen" auf die Strasse um "Wir sind ein Volk" und um noch später die Drohung "Kommt die D-Mark nicht nach hier, gehen wir zu ihr" zu skandieren und zu grölen.

Und was weißt Du @GW62 wieviel SED Mitglieder am 9.10. 1989 und an den folgenden Montagen mit auf dem Ring in Leipzig demonstrierten.
Deine Polemik über fehlende "Gegendemonstrationen" dieser und der von Dir titulierten "stillen" Sozialisten ist einfach realitätsfern.

Was die sogenannten freien Volkskammerwahlen im März 1989 betrifft, ich hoffe Dir ist die Einschätzung selbiger durch Egon Bahr bekannt.
"Was ich in dieser Zeit in der DDR gesehen habe, hat mich zutiefst empört. Das waren die schmutzigsten Wahlen, die ich je in meinem Leben beobachtet habe.... Die gesamte Wahlkampagne wurde zu einer von der westdeutschen CDU/CSU gesteuerten Aktion gemacht. ..... Das war reinster psychischer Terror nach Goebbels-Manier."
Soweit E. Bahr zu den freien, unabhängigen Volkskammerwahlen. Er steht nun nicht unbedingt unter dem Verdacht ein besonders glühender Verteidiger des politischen Systems der DDR zu sein.

Damit auch verstanden wird was er da meinte.
Wie würde sich die freiheitliche demokratische Welt heutzutage darüber aufregen wenn solche massiven Einmischungen in den Wahlkampf eines Landes von Parteien eines anderen Landes vorgenommen werden würden.
Ich denke hier nur mal daran das Putinnahe Parteien den Wahlkampf von ebenfalls Pro Putin Parteien in der Ukraine oder Weißrussland finanziell und logistisch unterstützen, bis zur Auswahl der Kandidaten.
Wie groß wäre denn da das Geschrei der aufrechten Demokraten?

Komischerweise hat aber keiner von den angeblich so mündigen hunderttausenden Bürgern dagegen aufbegehrt das es eine massive Fremdeinmischung von Außen!!!! in die ureigenen Angelegenheiten der DDR gab, da ließen sie sich willig Fremdbestimmen, waren es ja so gewöhnt das ihnen gesagt wurde wo sie das Kreuz auf dem Wahlzettel zu machen haben.
Und was sind als Wahlversprechen schon die zukünftigen Mühen der Ebenen, wenn auf der anderen Seite ein Leben im Intershop in den Farben der DDR versprochen wurde. Intershop kenne ich, nehme ich.......
Nicht die CDU hat gewonnen sondern die 'Allianz für Deutschland' unter der Fuchtel der CDU(West).

Die SPD hat sich selbst ein Loch gegraben indem sie verfügte das sie keine ehemaligen SED-Mitglieder aufnimmt. Die CDU war da nicht so zimperlich.....

Seit Beginn der Montagsdemos in Leipzig am 4.9.89 wurden bis zum 9.10.89 durchaus Demonstranten verhaften und zugeführt und es kam auch zu körperlichen Gewaltakten von Seitens der Sicherheitskräfte und das nicht nur in Leipzig sondern auch in Berlin, Plauen, Dresden um den 07.10.89 herum.
Der Aufruf sechs prominenter Leipziger Bürger, davon drei Sekretären der SED Bezirksleitung(soviel zur Behauptung das an den Demonstrationen und im Vorfeld keine SED Mitglieder beteiligt waren) bewirkte maßgeblich mit das die am Abend stattfindende Demonstration friedlich verlief.

Wer natürlich nur Dollarzeichen, respektive harte DM Taler, in den Augen hatte und hat dem verflüchtigt sich so langsam um was es den Demonstranten im Frühherbst 1989 ging, garantiert nicht in einer verkohlten Republik zu leben um auf blühende (auch Unkraut blüht) Industriebrachen zu schauen.

Erst nachdem alles ziemlich ungefährlich wurde, wurden die Bürger "mündig" und wagten ansatzweise die Probe des Aufstandes und einige verwechselten Demokratie mit Anarchie und Freiheit, auch der Andersdenkenden, mit dem Tralali zur Menschenhatz, zumindest medial, während die dumpfe Masse freudetrunkend dem Heiland aus Oggersheim zujubelte und nicht verstanden hatte was Jahre später mal ein beleidigter demokratischer Politiker äußerte, angesprochen auf das Wählerverhalten, das er es nämlich vom Wähler äußerst schoffelig finde das dieser den gewählten Politiker an den Versprechungen im Wahlkampf messe, wo doch jeder wisse das im Wahlkampf allen alles versprochen werde, es ginge um Stimmen und nicht um zukünftige Politik.
Diese Prozesse zu durchschauen war dem DDR Bürger nicht immer möglich, aus welchen Gründen auch immer.
Nach dem Sieg setzten die Sieger alles daran das er es auch nie begreife und holte das Kaninchen Stasi aus dem Zauberzylinder um die Betrogenen nachträglich in Angst und Schrecken zu versetzen, auf damit sie in Ewigkeiten dankbar seien für die Befreiung von dieser Menschheitsgeisel.

Gruß
Nostalgiker




Ich zitiere ja ungerne ganze Texte um dann wenig Worte zu machen, aber allein der Klick auf Danke war mir zu wenig.

Besser hätte ich es nicht formulieren können, DANKE @Nostalgiker

Jeder, der diese Zeit anders darstellen möchte hat entweder zu wenig Wissen darüber, oder möchte bewusst Zeit verfälschen.
Natürlich gibts da noch Unmengen an Feinheiten, aber die Grundrichtung hab ich exakt genauso erlebt und gelebt.

Falsch gelaufen ist vieles, man muss auch sagen -absichtlich falsch geleitet wurde vieles- im nachhinein ist man immer klüger, ändern werden wir das nimmer.
Was wir aber können, ist mit der Geschichte ehrlich sein, nur so kann man Lehren daraus ziehn.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#57

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 20:40
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #
@Nostalgiker, höre doch endlich auf, den schon einmal recycleten Müll der SED noch mal durch den Shredder zu schicken. Am Ende kommt doch nur noch heisse Luft aus der Maschine. So etwas kann man doch nicht lesen ohne augenblicklich plaque zu bekommen.



@Gert, wie immer herzig und erfrischend und wie meist leider ohne ein μ erkennbarer und verwertbarer Substanz.

Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#58

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 21:11
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #

..... bin dankbar, ja sehr dankbar das ich die Chance erhalten habe dieses Leben ohne staatliche Gängelei führen zu dürfen.



der Witz ist echt Klasse bezogen auf die durchbürokratisierte Gängelei, Bevormundung und Beschränkung persönlicher Entfaltungsmöglichkeiten in der heutigen Bundesrepublik.

Auch hier gilt ganz besonders: ohne Moos nix los und haste das kommt auch gleich das Finanzamt mit seinen Ansprüchen.

Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

frank hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.09.2012 21:14 | nach oben springen

#59

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 21:28
von Major Tom | 855 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #
Auch hier gilt ganz besonders: ohne Moos nix los und haste das kommt auch gleich das Finanzamt mit seinen Ansprüchen


Ich bin mit diesem Steuersystem immer sehr gut gefahren. Verdient man wenig zahlt man wenig Steuern, verdient man viel bleibt immer noch genug übrig. Was ist daran falsch?

Und dass man sich heute nicht frei entfalten kann... das kann ja nicht dein Ernst sein... Zeige mir mal ein Land in welchem die Bürger so viele Bildungsmöglichkeiten haben wie in Deutschland und nebenbei noch voll abgesichert sind.


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
http://www.costarica-forum.net
http://directorios-costarica.com
http://www.link-team.net
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#60

RE: Was ist schief gelaufen nach der Wende?

in DDR Staat und Regime 08.09.2012 21:44
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #

..... bin dankbar, ja sehr dankbar das ich die Chance erhalten habe dieses Leben ohne staatliche Gängelei führen zu dürfen.



der Witz ist echt Klasse bezogen auf die durchbürokratisierte Gängelei, Bevormundung und Beschränkung persönlicher Entfaltungsmöglichkeiten in der heutigen Bundesrepublik.

Auch hier gilt ganz besonders: ohne Moos nix los und haste das kommt auch gleich das Finanzamt mit seinen Ansprüchen.

Nostalgiker

Um meinen Wunschberuf zu bekommen, sollte ich drei Jahre zur Armee gehen.Heute sind schulische Leistungen ausschlaggebend.Unser Jünster hatte das Glück,durch seine Leistungen bei einem namhaften Automobilhersteller unterzukommen.


Gert und Major Tom haben sich für diesen Beitrag bedankt
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