#61

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 31.07.2012 01:25
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #60
Zitat von EK 82/2 im Beitrag #57
... damals dachte ich immer die studieren weil sie 2 linke daumen haben. was daran war ist kann sich jeder selber denken wenn er so manche ämter sieht. ...

Hallo EK,

nunja, den Satz kann man schon in den falschen Hals bekommen. Sorry, wenn ich da missverstanden haben sollte.

ciao Rainman

stimmt rainman, meine sätze sind oft schwer zu verstehen. ich sollte den zusatz machen das sich dein blaumarkiertes auf heutige zeit nach der wende begrenzt. da oben haben wir doch keine fachkräfte mehr sondern affen die chakachacka und ich bin gut vor dem spigel lernen bevor sie ihr aristrokratenutensil umschmeißen und arbeiter ärgern gehen.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 31.07.2012 01:39 | nach oben springen

#62

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 31.07.2012 17:06
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

die wichtigste Stärke des Bildungswesens der DDR war imho die immense Durchlässigkeit. Eine Weiter- oder Umqualifizierung auf dam 2. und 3. Bildungsweg war wimre immer möglich.
Das Ständesystem der BRD dagegen ist nur nach unten durchlässig, ein Studium oder der 2. und der 3. Bildungsweg scheitern meist an den Kosten.

Was mir bei manchen DDR-Biographien auffiel ist, daß manchmal noch in fortgeschrittenem Alter und beruflichem Werdegang völlig umgesattelt wurde, etwas fachfremdes begonnen wurde, in eine vollkommen andere Branche gewechselt wurde. In der BRD ab Ende der 70er Jahre nur schwer vorstellbar, Geldbeutel und Arbeitsmarkt zeigen da schnell die Grenzen.

Die o.g. Durchlässigkeit sehe ich als persönliche Freiheit des Einzelnen an, zumal sie ermöglichte, eine etwaige Benachteiligung aus politischen Gründen auszuhebeln.

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


nach oben springen

#63

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 31.07.2012 17:19
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Damals87 im Beitrag #62
Hallo,

die wichtigste Stärke des Bildungswesens der DDR war imho die immense Durchlässigkeit. Eine Weiter- oder Umqualifizierung auf dam 2. und 3. Bildungsweg war wimre immer möglich.

Die o.g. Durchlässigkeit sehe ich als persönliche Freiheit des Einzelnen an, zumal sie ermöglichte, eine etwaige Benachteiligung aus politischen Gründen auszuhebeln.

Grüße aus Hessen


@Damals87,

das erzähl mal bitte denen die sich in dieser Frage so gerne als Opfer darstellen, den Unterdrückten, benachteiligten welche nur nicht studieren durften weil sie wahlweise die falsche Hose anhatten, in die falsche Familie hineingeboren waren, und der Gründe viele mehr. Einen Grund gab es bei ihnen garantiert nicht, mangelnde Leistung.......

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

nach oben springen

#64

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 31.07.2012 19:20
von werner | 1.591 Beiträge

Das ist wieder und wie immer nicht schwarz oder weiß.

Geschichte aus meinem Umfeld:

Offizierskind, Abitur mit Auszeichnung, Herder -Medaille in Gold hat sein Traumstudium Lateinamerikawissenschaften (so was gab es wirklich!) bekommen. Sollte nach Wünschen der Studienlenkung eigentlich Medizin studieren.

Studium inklusive 1/2 Jahr auf Kuba und ein paar Monate in Nikaragua sehr gut beendet. Alles vom Staat bezahlt - bis auf die Miete im SWH. Danach am Lehrstuhl der Uni, dazwischen immer wieder Dolmetschereinsätze für die Politprominenz, u.a. für E.H. . Aus privaten Gründen einen Dolmetschereinsatz bei E.H. abgelehnt und wie von Zauberhand ging es anschließend mit der Promotion nicht mehr von der Stelle, schlußendlich die Promotion abgebrochen. (Im Nachhinein stellte sich heraus, dass nicht E.H. Einfluss genommen hat, wie man heute politisch korrekt denken sollte, sondern einer der Vorgesetzten von der Uni, der sich ob der Absage persönlich brüskiert gefühlt hat. Weitere Auslandsreisen zur weiteren Qualifikation wurden dennoch zugelassen, u.a. Bolivien, Venezuela, Mexico – alles nicht ungefährlich, weil illegal. Zwischen den Reisen in der DDR eine Person aus Mexico kennen gelernt, die sich hier zur Facharztausbildung aufhielt. Diese Liaison führte zu erheblichen Verwerfungen in der Karriere des Vaters (NVA) und des Geschwisterkindes (MfS). Da keine Auswanderung nach Mexico stattfand endete die Beziehung, die Person bewarb sich an der JHS in Bogensee als Lehrer für die internationalen Studenten und arbeitete erfolgreich dort bis 1990.

Will sagen, die politische Einstellung, das Parteibuch oder Kontakte waren nicht zwingend für Wohl oder Wehe wichtig – hilfreich vielleicht. Das war seinerzeit in der BRD auch so und soll heute für verschiedene Studiengänge und Berufe auch so sein - spontan fällt mir da das AA ein.

Ohne entsprechende Leistung wäre aber aber gar nichts gegangen. Und Leistung hin oder her, wenn man nicht wusste, wie man sich in einer Hierarchie bewegen muss, konnte Widerspruch an der falschen Stelle zu einer unüberwindbaren Hürde in der Karriere werden – wie heute auch.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#65

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 01.08.2012 21:26
von SEG15D | 1.128 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #28
Zitat von SEG15D im Beitrag #24
Zitat von Feliks D. im Beitrag #1

Zitat
Ein oft bemühtes Vorurteil bescheinigt der DDR, dass eine aus der Diktatur resultierende Bevormundung eine persönliche Entwicklung des Einzelnen verhindert hätte. In einigen Köpfen schwirrt die Idee, in der ehemaligen DDR hätte es keine freie Berufswahl gegeben. Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit. In der DDR hatte jeder Schüler die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden, was er einmal werden möchte, solange seine Schulnoten das rechtfertigten.
http://www.aus-der-ddr.de/artikel/freie_...dr-aid_143.html




Na dann will ich mal Deine heile Welt der Berufswahl zusammenstürzen lassen:

Als Abschluß der POS hatte ich nach den 10 Jahren einen Notendurchschnitt von 1,2.

Reicht das für Dich als Manifestation, jeden Beruf der Wahl ergreifen zu können?
Aufgrund meiner standhaften Weigerung länger zu dienen wurde mir jedoch genau diese "freie" Wahl zunichte gemacht.
Ich strebte eine Berufsausbildung mit Abitur an als Elektronikfacharbeiter bei MME in Erfurt.
Das wurde dann abschlägig beschieden, stattdessen sollte ich Nähmaschinenmechaniker mit ABI werden.
Lachhaft, bei meinem Hang zur Elektronik!

Ich rettete mich aufgrund von Vitamin B in die Funkmechanikerlehre....wenigstens artverwandt....

Soviel zur gepriesenen "freien" Berufswahl bei entsprechender Vorraussetzung......

Gruß vom SEG15D




Es wäre jetzt aber ganz wichtig zu wissen, ob es denn diese Stelle auch im Lehrstellenverzeichnis, das in der 9. Klasse ausgereicht wurde, enthalten war.
Du kannst nämlich auch mit 300.000 Euro in den Buchladen gehen und würdest trotzdem kein Brot bekommen.
Vorentscheidend war nach meiner Erinnerung auch nicht das Zeugnis der 10. sondern das der 9. Klasse.
Im Lehrvertrag stand zumindest bei mir etwas in Richtung, daß die Leistung der 9. auch in der 10. Klasse gehalten werden muß, drin.
Der Vorbehalt des Rücktritts durch den Ausbildungsbetrieb wurde ausdrücklich im Vertrag vorgesehen.
Was genau meintest Du mit Vitamin B für die Funkmechanikerlehre ?
Und die Verpflichtung zum "Längerdienen" ist mir nur im Zusammenhang mit der EOS + Anschlußstudium bekannt, mit den Abiturberuf hatte das meines Wissens im Allgemeinen nichts zu tun.




Davon kannste ausgehen Hackel, ich hab mir ja den Beruf nicht aus den Fingern gesaugt.
Bestätigung gefällig: Nach Abschluß meiner Lehre wurden aus unserem Betrieb 2 Kollegen für einige Jahre nach MME "ausgeborgt",
weil dort nicht genügend AK für die volle Besetzung der Schichten vorhanden waren....
Und sei versichert, das Zeugnis der 9. Klasse unterschied sich nicht vom Abschlußzeugnis.
Aber was Vitamin B ist, muß ich nicht wirklich noch erklären, oder?
Bestand bei mir in mehrmaliger Ferienarbeit bei meinem späterem Ausbildungsbetrieb, man kannte sich eben.

Apropos: Es wurde auch ein Schulabgänger als Lehrling dort eingestellt mit Notendurchschnitt 3,4....Begründung: der geht 10 Jahre zur Fahne!
Der Betrieb hatte also nix von ihm, mußte den Schei. aber mitmachen.

Und natürlich hast Du mit dem letzten Satz recht, aber genau das wollte ich ja, Studieren.
Muß wohl die Administration mit meiner Verweigerung dauerhaft vergnatzt haben.

Natürlich kann man einwerfen, warum haste nicht später...nach der Wende?
Das Argument lasse ich auch gelten, die Gründe sind im privatem Umfeld zu suchen.

Allerdings geht der Thread nicht darum, was man tun konnte nach 1989 sondern um die Umstände in der DDR damals.


mit freundlichem Gruß! SEG15D



nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Ausländer und Doppel-Staatsbürger in der DDR
Erstellt im Forum Leben in der DDR von StabsfeldKoenig
17 01.05.2014 13:07goto
von Stringer49 • Zugriffe: 1132
Aus dem Alltag einer Gutmenschin
Erstellt im Forum Themen vom Tage von Moskwitschka
67 27.09.2015 11:23goto
von bürger der ddr • Zugriffe: 4267
Wie sollte es denn aussehen - das perfekte Land ?
Erstellt im Forum Das Ende der DDR von Oss`n
64 01.07.2013 11:57goto
von 94 • Zugriffe: 2370

Besucher
23 Mitglieder und 84 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: TalSiar
Besucherzähler
Heute waren 3101 Gäste und 177 Mitglieder, gestern 3638 Gäste und 176 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14376 Themen und 558707 Beiträge.

Heute waren 177 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen