#21

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.04.2013 02:57
von manifest 20 | 314 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #15
Wie lief das ab, wenn man mit der Bahn ankam? Wo wurde man da kontrolliert? Gab es auch spontane Straßenkontrollen oder hätte man sich frech unter die Leute mischen können, meinetwegen vom Glashüttenweg runterkommend?
Und wie wurden die GT-Angehörigen überprüft, ob sie für Schierke zugelassen waren? Nicht, dass einfach einer von der Oder zu Besuch kommt.



Am Stern wollte nie ein Vopo einen Ausweis oder sowas sehen.Es gab aber mal einen Hinweis von den Vopos zugeflüstert ""Ihr Fahrt "ne Lage, lass Dir Zeit"
gruss andreas


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zuletzt bearbeitet 04.04.2013 03:41 | nach oben springen

#22

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.04.2013 12:19
von grenzgänger86 | 375 Beiträge

Hallo zusammen,

ich kann mich auch an keine größeren Kontrollen am "Stern ",erinnern.Wenn wir aus dem Urlaub kamen dann hat der Bus kurz dort angehalten wenn dort besetzt war und ein VoPo hat im Bus kurz geschaut,waren ja meistens nicht viele Leute im Bus und uns in Uniform wir wurden nie kontrolliert,so war es jedenfalls bei mir als ich meine 2-3mal aus dem Urlaub wieder nach Schierke mußte.
Eine ziemlich größere Kontrolle gab es nur einmal,da war ein Sowjetsoldat wohl aus Blankenburg abgängig und da wurde natürlich intensiv geschaut,ich war an dem Tag in Wernigerode gewesen und mußte da auch meinen WDA zeigen.

04/86-04/87 in Schierke


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#23

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.04.2013 12:53
von Duck | 1.741 Beiträge

Ich hab mal eine Frage an die "Harz-Grenzer" gab es eigentlich in Elend auch eine GK? Ich war vor knapp vier Jahren in Schierke und hatte dort mit meiner Familie Urlaub gemacht, wenn wir von Schierke nach Braunlage oder weiter wollten mussten wir durch Elend. Am Ortsausgang Richtung Braunlage steht an der rechten Seite ein Gebäude, was einer ehemaligen GK sehr ähnelt, darum meine Frage.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#24

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.04.2013 13:07
von suentaler | 1.923 Beiträge

Zitat von Duck im Beitrag #23

Ich hab mal eine Frage an die "Harz-Grenzer" gab es eigentlich in Elend auch eine GK? Ich war vor knapp vier Jahren in Schierke und hatte dort mit meiner Familie Urlaub gemacht, wenn wir von Schierke nach Braunlage oder weiter wollten mussten wir durch Elend. Am Ortsausgang Richtung Braunlage steht an der rechten Seite ein Gebäude, was einer ehemaligen GK sehr ähnelt, darum meine Frage.



Ja, Elend hatte auch eine Grenzkompanie, die stand etwas südlich von Elend im Wald.

http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=51.7305...y=h&form=LMLTCC


[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
Noch nicht einmal einen Grund konntet ihr angeben.
Andersdenkende mundtot machen - wie erbärmlich - selbst für euch ![/rot]
.
MfG Suentaler
.
[gruen]Leider kann ich nicht auf die mich erreichenden PN's antworten.
Man kann mich aber direkt unter suentaler@emailn.de anschreiben.[/gruen]
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zuletzt bearbeitet 04.04.2013 13:08 | nach oben springen

#25

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.04.2013 15:51
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Duck im Beitrag #23

Ich hab mal eine Frage an die "Harz-Grenzer" gab es eigentlich in Elend auch eine GK? Ich war vor knapp vier Jahren in Schierke und hatte dort mit meiner Familie Urlaub gemacht, wenn wir von Schierke nach Braunlage oder weiter wollten mussten wir durch Elend. Am Ortsausgang Richtung Braunlage steht an der rechten Seite ein Gebäude, was einer ehemaligen GK sehr ähnelt, darum meine Frage.



Ich habe zwar nicht in Elend gedient, aber das Objekt was Du meinst liegt an der B 27, von Elend aus gesehen Richtung Braunlage auf der rechten Seite. Das Gebäude wurde seit den 70'er Jahren als ein Schulungs- und Erholungsobjekt des GKN genutzt, allerdings stand es auch AGT der anderen GK's offen. Die Zimmer waren einfach eingerichtet, Waschbecken mit Kalt-Wasser, zentralem Duschraum usw.
Im Keller gab's ne nette Bar für die geselligen Stunden ...


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
zuletzt bearbeitet 04.04.2013 15:51 | nach oben springen

#26

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.04.2013 17:59
von EK89/1 | 832 Beiträge

Zu Elend kann Dir Thomas66 mehr sagen, er hat da gedient.
Grüße aus Sachsen


EK89/I
09/87-01/88 GAR5 Potsdam,GAK 7
01/88-04/89 7.GK "Lutz Meier" Schierke
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#27

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.06.2013 17:59
von Thomas 66 | 269 Beiträge

Bin etwas spät dran mit meiner Antwort. Unsere GK steht im Wald,wenn du Richtung Braunlage fährst musst du nach links in Richtung Sorge abbiegen.Ich hänge mal noch zwei Bilder an und hoffe du findest dich auch auf der Karte zurecht. Die Kompanie ist dort mit der 8. eingetragen.


05/85 - 10/85 Potsdam / 10/85 - 10/86 Elend - Kompaniesicherung

Copyright liegt bei Mir !

Grüße aus Sachsen
Schlutup und EK89/1 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.06.2013 18:10 | nach oben springen

#28

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.06.2013 18:26
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von Angelo im Beitrag #1
Als ich letzte Woche in Schierke war, ist mir aufgefallen das die Natur dort noch wirklich in Takt ist, wahrscheinlich liegt es wohl auch daran,das man in den 20 Jahren noch nicht genug kaputt machen konnte. Wie war das eigentlich vor der Wende dort im Gebiet um Schierke herum ? Wer durfte denn in diesen wirklich wunderschönen Wald hinein ? Durfte man zum Bahnhof Schierke laufen ? Und wo genau hat denn diese sagen umwogene Kaserne der GK Schierke gestanden ? Wir sind durch das ganze Dorf gelaufen,aber eine ehemalige Kaserne habe ich nicht gefunden.
Mein lieber Angelo,

also die Sperrzone begann noch vor dem Ortseingang Schierke, dort, wo, von Wernigerode kommend, die Straße links nach Elend abbiegt. Genau an diesem Abzweig war das Postchenhäuschen, mit Schranke (jetzt weg). In den wunderschönen Wald hinein durften Urlauber mit Genehmigungsschein. Aber nicht allzu weit. Auf dem Wurmberg war eine Radarstation der Amis (weiße Kuppel, jetzt weg). Die Amis und der BGS fuhren mit ihren Jeeps immer im rasanten Tempo den Wurmberg Richtung Grenze herunter. Die Grenzer-Kaserne ist geschliffen, was noch da ist, ist das ehemalige NVA-Erholungsheim, jetzt Jugendherberge, sowie zwei auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegende Altneubauten, welche für die Bediensteten des NVA-Erholungsheims errichtet wurden. Der Bahnhof Schierke war für den Normalbürger passe, da fuhren zwar Züge, aber nur zur Versorgung der NVA (vielleicht auch der Russen, die auf dem Brocken auch eine Radarstation hatten, jetzt weg).

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#29

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.06.2013 18:30
von Schlutup | 4.104 Beiträge

Thomas 66

schicke karte hast du da



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#30

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.06.2013 22:17
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von P601A im Beitrag #11
Zitat von Rainman2 im Beitrag #8
Zitat von P601A im Beitrag #4
gejagt wurde überall, wo man jagen konnte. ...

Hallo P601A,

das stimmt zum einen, zum anderen gehört dazu aber die Information, dass die Jagd in den Händen von Jagdkollektiven lag. Es war somit ein Teil der Bewirtschaftung der Wälder und Felder und unterlag staatlicher Planung und Kontrolle. Dass die militärische Hierarchie dort auch Ausnahmen und Auswüchse mit sich brachte, steht auf einem anderen Blatt. Wenn also ein "Jagdkollektiv" aus dem Kommando der Grenztruppen kam, musste man schonmal ein Auge zudrücken.

Ansonsten wurden die Wälder normalerweise auch von der Forstwirtschaft genutzt. In unserem Abschnitt gab es da auch ganz normalen Holzeinschlag und Wiederaufforstung. Die Regelungen zum Betreten und Befahren der Abschnitte waren dieselben, wie bei landwirtschaftlicher Nutzung. Die Arbeiter waren namentlich angemeldet. Die Arbeiten wurden ebenfalls angemeldet und in die Grenzdienstplanung mit aufgenommen. Zur geplanten Zeit war dann ein Grenzposten am vereinbarten Tor, hatte normalerweise die Ausweise der Anwesenden zu prüfen und ließ die Arbeiter dann rein. Gab es Lagen in der Grenzsicherung, konnten die Arbeiten auch abgeblasen werden. Dieses Risiko, der Aufwand, bestätgtes Personal zu haben und die bisweilen umständliche Planung führten dazu, dass die Forstflächen in den Abschnitten nicht so intensiv genutzt wurden, wie die außerhalb. Dennoch hätte man es sich nicht leisten können, auf diesen Wirtschaftfaktor zu verzichten. Wenn Gebiete davon nicht betroffen waren, dann in der Regel, weil es Schutzgebiete waren, oder die Bewirtschaftung zu aufwändig gewesen wäre.

ciao Rainman



Hallo Raimann2,

Sicherlich hast Du mit deinen Ausführungen Recht.

Da wir ja hier im Forum Grenze sind, meinte ich auch nur die Jagd durch Offiziere.
So begleitete ich den Oberoffizier der Pioniere, der überall Zugang hatte.
Ich war bei der Fuchs - u. Krähenjagd im Bereich Hessendamm bis hin zur Großwildjagd im Oberharz
( Schierke, Elend, Sorge, Rotheshütte) dabei.
Die Flinte fuhr oftmals den ganzen Tag mit und nach Feierabend wurde gejagt.
Kurze Anmeldung in der GK ( man kannte sich ja) und ab ging die Post.
Wie das intern gehändelt wurde, weiß ich nicht - aber unterm Strich wurde überall mal angelegt.
Der Kommandeurfahrer vom Regiment mit dem ich auf der Bude war, war fast jedes WE unterwegs.

Gruß
P601A


Hallo P601A,

Du warst bei der Großwildjagd im Oberharz dabei? Was gibt es denn so für Großwild im Harz?

Viele Grüße, Kurt


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#31

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.06.2013 05:46
von furry | 3.580 Beiträge

Zitat von Kurt im Beitrag #30
Zitat von P601A im Beitrag #11
....Ich war bei der Fuchs - u. Krähenjagd im Bereich Hessendamm bis hin zur Großwildjagd im Oberharz
( Schierke, Elend, Sorge, Rotheshütte) dabei.
Die Flinte fuhr oftmals den ganzen Tag mit und nach Feierabend wurde gejagt.
Kurze Anmeldung in der GK ( man kannte sich ja) und ab ging die Post.
Wie das intern gehändelt wurde, weiß ich nicht - aber unterm Strich wurde überall mal angelegt.
Der Kommandeurfahrer vom Regiment mit dem ich auf der Bude war, war fast jedes WE unterwegs.
Gruß
P601A


Hallo P601A,
Du warst bei der Großwildjagd im Oberharz dabei? Was gibt es denn so für Großwild im Harz?
Viele Grüße, Kurt


Die Frage war zwar nicht an mich gerichtet, aber wie wäre es mit diesen...
http://de.wikipedia.org/wiki/Harzer_Rotvieh


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
Kurt hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#32

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.06.2013 09:53
von S51 | 3.733 Beiträge

Großwild?
Wir haben aus mancher Mücke einen Elefanten gemacht, also so isses ja nun nicht...!!!
Es ist eben nicht jeder ein Jäger, der bei einer Jagd mit bei ist oder war.
Er meint sicher Hochwild. Sprich, im Oberharz Rotwild und Wildschweine/Schwarzwild. In tieferen Lagen auch Rehwild.
Mit einer einfachen Anmeldung in der GK war es aber nicht getan. Die Jagdleitung im Bereich Ilsenburg/Schierke/Elend hatte auf GT-Seite der Herr Wi...., er wies ein, bei ihm hatte sich jeder anzumelden. Dass er einen Hr. Bae..., Hr. Wi... selten auch Hr. Bau...oder so nicht abgewiesen hat, war wohl verständlich. In der GK meldete man sich dann an, wenn man in den Bereich des Schutzstreifens einfuhr. Die Jagd wurde noch zu meiner Zeit bis ungefähr 200 Meter vor dem Zaun 1 ausgeübt. Wer mit Wi... einfuhr, wurde auch nicht kontrolliert.
Dann war der Bereich aber ziemlich begrenzt. Ein oder auch mal drei Ansitze waren freigegeben. Abgegebene Schüsse waren zu melden. Es war ja eh nahezu immer nur ein Schuß. Für die Meldung war die Begleitung zuständig. Meistens Wi... selbst, manchmal ein GAK und seltener der Fahrer, weil die Fahrer mit ihren Fahrzeugen meist abgesetzt an einer GMN-Säule blockten und erst später geholt wurden.
Die Jagd im Grenzgebiet bis zum Schutzstreifen wurde in der GK eher selten angemeldet. Theoretisch ja, praktisch eher nein. Da jagten alle, die zur Jagdgesellschaft gehörten. Vom hohen Militär bis zum Schlosser aus dem Stahlwerk Ilsenburg. Es gab Pirschbezirke, wo immer dieselben unterwegs waren. Dort gab es dann so eine Art Sammelmeldung für die Woche. Das hat man als GAK mitbekommen, wenn man im selben Bereich unterwegs war jedoch eher nicht, weil irgendwas angemeldet gewesen wäre. Denn keineswegs immer war da jemand draußen, obwohl angemeldet. Ein Schuß wurde da oft mit erheblicher Verzögerung mitgeteilt. Diese Verzögerung konnte auch am nächsten Morgen sein, kam vor.
Was gejagt wurde und wie richtete sich nach dem Jagdgesetz und der Einweisung des Jagdleiters. Jäger, auch hohe Militär, waren und sind untereinander so was von nicht futter- oder jagdneidisch, da wich nur selten einer ab. Es hätte Ärger ohne Ende gegeben.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 12.06.2013 09:55 | nach oben springen

#33

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.06.2013 10:21
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #28
Zitat von Angelo im Beitrag #1
Als ich letzte Woche in Schierke war, ist mir aufgefallen das die Natur dort noch wirklich in Takt ist, wahrscheinlich liegt es wohl auch daran,das man in den 20 Jahren noch nicht genug kaputt machen konnte. Wie war das eigentlich vor der Wende dort im Gebiet um Schierke herum ? Wer durfte denn in diesen wirklich wunderschönen Wald hinein ? Durfte man zum Bahnhof Schierke laufen ? Und wo genau hat denn diese sagen umwogene Kaserne der GK Schierke gestanden ? Wir sind durch das ganze Dorf gelaufen,aber eine ehemalige Kaserne habe ich nicht gefunden.
Mein lieber Angelo,

also die Sperrzone begann noch vor dem Ortseingang Schierke, dort, wo, von Wernigerode kommend, die Straße links nach Elend abbiegt. Genau an diesem Abzweig war das Postchenhäuschen, mit Schranke (jetzt weg). In den wunderschönen Wald hinein durften Urlauber mit Genehmigungsschein. Aber nicht allzu weit. Auf dem Wurmberg war eine Radarstation der Amis (weiße Kuppel, jetzt weg). Die Amis und der BGS fuhren mit ihren Jeeps immer im rasanten Tempo den Wurmberg Richtung Grenze herunter. Die Grenzer-Kaserne ist geschliffen, was noch da ist, ist das ehemalige NVA-Erholungsheim, jetzt Jugendherberge, sowie zwei auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegende Altneubauten, welche für die Bediensteten des NVA-Erholungsheims errichtet wurden. Der Bahnhof Schierke war für den Normalbürger passe, da fuhren zwar Züge, aber nur zur Versorgung der NVA (vielleicht auch der Russen, die auf dem Brocken auch eine Radarstation hatten, jetzt weg).

Liebe Grüße

Ecki






Ohne Passierschein bzw. Stempel im Ausweis war schon etwa 200 Meter vor dem Bahnhof Schierke Schluß. Mit der Bahn durfte man ohne diese Dokumente nur bis Drei Annen Hohne fahren. Eine Fahrkarte nach Schierke, ob für die Bahn oder den Bus gab es nur, wenn man Stempel im Ausweis oder Passierschein vorzeigte. Genauso, wer mit dem Taxi hoch wollte. Es durfte auch nicht jeder Taxifahrer hochfahren, besser, man fragte vorher. Wer aber oben wohnte oder Urlaub machte, konnte natürlich hoch. Und manchmal wurde man auch kontrolliert. Im Zug von der TraPo. Auf den Waldwegen von der Polizei oder eben uns GAK. Mangels Leuten waren solche Kontrollen eher Zufall aber eine Garantie, nicht erwischt zu werden, gab es absolut nicht. Mich haben da eine Menge Leute in eher unangenehmer Erinnerung.
Im Grenzgebiet galten die Dokumente theoretisch bis an das Schutzstreifenschild. Weil aber der Oberharz schon damals Naturschutzgebiet war, durfte der klassische Urlauber nur die Wege benutzen und auch nur bis auf die Brockenstraße bzw. auch auf dem Bahnparrallelweg und dem Wasserwerkweg bis in das Eckernloch. Naturschutz war schon damals auch Mittel zum Zweck - na ja.
Unberührte Natur ist relativ. Für den Städter mit "Wasser aus dem Schwenkhahnmentalität" sieht jeder Baum nach unberührter Natur aus. Eigentlich jedoch ist auch dort wie nahezu überall alles eine reine Kulturlandschaft. Entstanden seinerzeit im 17.-19. Jahrhundert durch Aufforstung, um Feuerholz für Eisenhütten und zur Holzkohlegewinnung zu haben.
Auf die Idee mit dem Urwald kommt der heutige Lehrernaturschutz und vergißt zu gerne dabei, dass dies Auswirkungen auf Verkarstung, auf Schäden durch Schädlingsbefall und Hochwasserentwicklungen haben wird, die unsere Vorfahren vor Beginn der industriellen Revolution gerade da droben oft leidvoll erfahren haben. Weshalb ja die Natur damals so umgestaltet wurde und was man heute als Gutmensch so gerne verdrängt. Wegen der süßen Blüten halt...


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


EK89/1 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#34

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.06.2015 03:26
von lutz1961 | 404 Beiträge

Zitat von Duck im Beitrag #23

Ich hab mal eine Frage an die "Harz-Grenzer" gab es eigentlich in Elend auch eine GK? Ich war vor knapp vier Jahren in Schierke und hatte dort mit meiner Familie Urlaub gemacht, wenn wir von Schierke nach Braunlage oder weiter wollten mussten wir durch Elend. Am Ortsausgang Richtung Braunlage steht an der rechten Seite ein Gebäude, was einer ehemaligen GK sehr ähnelt, darum meine Frage.


Späte Antwort: @Duck - II.GB Elend bis 1970/71 und dann wie von @andy beschrieben...

Hast Du ein Bild von dem Objekt gemacht?


* mit Fragezeichen/Stern gekennzeichnete Stellen sind evtl. nur Gerüchte bzw. Fehlinformationen
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
1987/89 GR-1 Mühlhausen 7.Grenzkompanie
2006: Geschichte der Grenzsicherung in der DDR als Hobby
Angehöriger der Lausitzer Kameradschaft
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#35

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.06.2015 18:32
von Kalubke | 2.299 Beiträge

Zum besseren Verständnis der Schilderungen und in Ergänzung des Kartenausschnittes in #27 hier mal eine Karte vom Gesamtgebiet. Wegen des Urlauberverkehrs im Grenzgebiet gab es hier m.E. auch eine Häufung von versuchten und gelungenen Grenzdurchbrüchen. Interessant ist auch, dass die Harzquerbahn ab Benneckenstein bis Drei Annen Hohne durch die Sperrzone führ, zwischen Sorge und Elend sogar direkt am GSZ. Durfte dieser Streckenabschnitt von "Normalsterblichen" ohne Passierschein überhaupt befahren werden? Kann mich erinnern, dass wir von Wernigerode kamen und in Drei Annen Hohne ausstiegen.

Rot=Grenze (GZ I verlief mehrere Hundert m östlich davon, z.T. in den Karten als markante geradlinige Wege und Schneisen zu erkennen)
blau=Schutzstreifen/GSZ
grün=Sperrzone

Gruß Kalubke

Angefügte Bilder:
Karte Braunlage Schierke.jpg


zuletzt bearbeitet 01.07.2015 00:04 | nach oben springen

#36

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.06.2015 18:45
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Ja, durfte im Zug befahren werden. Es war allerdings bei mir aufmerksame Trapo im Zug und hinter den Bäumen standen auch welche (GT). Man sah den Zaun und die Hundelaufanlagen. Kenne im Land keine Stelle, wo man so dicht rankam, außer in Berlin. Bin mal in Benneckenstein gewesen, das war, wie Ilsenburg, ja mal ne Zeit lang auch schon Sperrgebiet, wurde dann später alles etwas verkleinert. Wie entlegen das war, kann man sich heute nicht mehr vorstellen.
Gegenüber im Westen hatte man damals übrigens auch so ein "Ende der Welt"-Gefühl.

Schierke war aber für mich tabu. Bin erst nach der Wende hingekommen. Ich habe aber noch im Heinrich Heine gewohnt und kenne den Lutz Meier-Gedenkstein und die Kaserne noch. Damals waren noch die Freunde auf dem Gipfel und haben Tee verteilt. Die Bahn fuhr noch nicht wieder rauf.






Kalubke und Grenzläufer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.06.2015 19:08 | nach oben springen

#37

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.06.2015 18:52
von S51 | 3.733 Beiträge

Die Ankündigung der Zugfahrt sorgte beim KGSi (Kommandeur Grenzsicherung im zuständigen Grenzabschnitt) immer für "Zustand". Denn er musste einen Posten während der Durchfahrt dort sichtbar einsetzen. Das machte üblicherweise die KS (Kontrollstreife) aber sobald diese wegen irgendeiner "Lage" irgendwo verplant war, hatte er ein Problem. Dann kam es auch schon mal vor, das vorne einer der eh schon wenigen Posten abgezogen oder ein GAK mit Hund schnell herangekarrt wurde.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


Harzwanderer, Kalubke und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.06.2015 19:06
von Kalubke | 2.299 Beiträge

Hier mal eine Karte des "neuralgischen" Streckenabschnittes nördlich von Sorge.

Gruß Kalubke



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#39

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.06.2015 19:16
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Kennt jemand hier den Ort Sorge aus dieser Zeit? Wie war es da so? Alles streng bewacht oder gab es ne Kneipe oder irgendwelche Attraktionen? War das nicht sogar auch ein FDGB-Ferienort wie Schierke?


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#40

RE: Das Gebiet um Schierke-Sperrzone ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.06.2015 20:40
von lutz1961 | 404 Beiträge

@Harzwanderer - gehören diese 2 Bilder Dir ?

Oder hast Du einfach vergessen, das hinter jedem Bilder das Urheberrecht steht!
Für den Admin und Domain Betreiber wäre diese sehr ungünstig, da es der zweite Fall von Urheberrecht Verstoß wäre!


* mit Fragezeichen/Stern gekennzeichnete Stellen sind evtl. nur Gerüchte bzw. Fehlinformationen
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