#1

Pleiten, Pech und Pannen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 14.06.2012 08:19
von GeMi | 556 Beiträge

Hallo,


ich hoffe mal, daß auf diesem Titel keinerlei Patente oder Sonstiges angemeldet sind.
Unsere Kompanie war zum Nachtschiessen. Ich glaube es war bei einer Kompanieüberprüfung.
Der Tag lief gut und dann kam das Nachtschiessen. Der KC war guter Laune und hat einen Tag Sonderurlaub für den ausgelobt, der den Blinker trifft und der war ich.
Beim nächsten Urlaub habe ich also den Urlaubsschein eingesteckt und bin mit anderen in Richtung Halle abgedüst.
Das Wochenende war herum, wir haben uns in Halle auf dem Hbf getroffen und ordentlich auf der Rückfahrt einen abgebissen.
Auf dem Bahnhof Rätzlingen sind wir dann in Empfang genommen wurden und ab ging es nach Lockstedt.
In der Kompanie bin ich dann mit folgenden Worten begrüsst worden: "Na Genosse, was wollen Sie denn schon hier? Sie haben doch noch Urlaub"
Den Tag Sonderurlaub hatte ich total vergessen und zur Belohnung sind wird dann noch in der Nacht rausgeflogen - Grenzalarm.
So stand ich dann halb angetütert im Urlaub am Kanten.
Das Nachtschiessen war schon eine sinnlose Sache. Kimme und Korn war nur nach intensivem Beleuchten mit der Taschenlampe zu erkennen und auch nur, wenn die Waffe vorher zur Instandsetzung war. Der kleine "Phosphorpunkt" war sonst fast nie vorhanden oder hat nicht geleuchtet. Ich denke ein volles Magazin in die richtige Richtung macht es beim Schiessen bei Nacht einfacher - noch besser ist gar nicht Schiessen.



Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
zuletzt bearbeitet 14.06.2012 08:20 | nach oben springen

#2

RE: Pleiten, Pech und Pannen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 14.06.2012 11:21
von Fritze (gelöscht)
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Hallo Gemi ! Na Du bist mir ja Einer ! Vergisst den Sonderurlaub ,ts,ts.
Nachtschiessen ,kann ich Dir nicht so ganz folgen.Ich fands immer n bisschen lustig und erbauend.Das Nachtvisier funktionierte bei mir immer recht gut.Allerdings habe ich es auch vermieden es mit einem öligen Lappen abzureiben,sondern peinlichst sauber gehalten.Zur besseren Reflektion haben wir es auch mit einem Blitzlicht angefuxt.Das brachte viel mehr als die olle Taschenfunzel.Euer Waffenuffz war anscheinend auch keiner von den Fleissigen.Wenn man so liest ,was einige von ihren Waffen hielten,oder wie sie damit umgingen,weiss man genau woher der Begriff "Schlumpschütze " herkam.


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#3

RE: Pleiten, Pech und Pannen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 14.06.2012 13:08
von GeMi | 556 Beiträge

Zitat von Fritze
Wenn man so liest ,was einige von ihren Waffen hielten,oder wie sie damit umgingen,weiss man genau woher der Begriff "Schlumpschütze " herkam.



Aber Hallo,

meine Braut habe ich gehegt und gepflegt. Am Zaun war der Lauf mit dem Gummistöpsel zu, der Lauf nach unten und bei Regen war des Teil unter dem Umhang. Aussen war sie wenig geölt - wegen dem Staub. Die Bleche waren schön brüniert und ohne blanke Stellen. Der Kolben hatte auch keine Schrammen.
Aber der Leuchtpunkt war eben schwach. Vielleicht hätten die Russen mal bei Ruhla oder Glashütte anfragen sollen.
Die DDR-Wecker haben wie der Teufel bei Nacht gestrahlt.


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
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#4

RE: Pleiten, Pech und Pannen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 14.06.2012 22:37
von Fritze (gelöscht)
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Ach Quatsch ,die meisten AK 47 ,welche an der Grenze im Einsatz waren,kamen eh aus Suhl.Und der Leuchtpunkt war gut ,nur Öl war Gift für ihn.


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#5

RE: Pleiten, Pech und Pannen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.06.2012 15:39
von GeMi | 556 Beiträge

Hallo,
ich muss hier mal wieder etwas aus dem Grenzerleben berichten. Die Nerven liegen ja in einigen Themen schon ziemlich blank.

In unserer GK wurde ab und zu in den Küchenkeller eingebrochen - es fehlten dann meist ein paar Büchsen mit Obst (gut für Rumtopf mit Primasprit).
Wir standen zu zweit Objektwache und mitten in der Nacht war es uns langweilig und wir hatten Hunger. Also haben wir mal am Kellerfenster gedrückt und siehe da, es sprang auf. Leider war alles in Reichweite der Arme weggeräumt. Da ich Skrupel hatte, hat mein Kumpel J. alles abgelegt und ist da eingestiegen. Ich stand also mit seiner Kaschi und dem anderer Zeug am Tor hab die Ohren aufgehalten. Und wie der Teufel es will, kommt auf der Straße Richtung Lockstedt ein Auto. Die Straße läuft in spitzem Winkel hinter der Kompanie aufs Dorf zu und man sieht schön die Scheinwerfer.
Jetzt war aber Land unter. Ein kurzer Ruf in den Keller und der "Dieb" stand neben mir. Seine Fußspitzen waren von der Wand schneeweiß. Die Ausrüstung schnell angelegt und schon war die Kontrolle am Tor.
Der Rest ist glücklich verlaufen.
Jetzt frage ich mich, was wäre passiert, wenn sie uns erwischt hätten?. Diebstahl am soz. Eigentum, Wachvergehen und ...

Der Feind hätte uns bei dieser Aktion doch glatt überrennen können. Zur Not hätte wir ihm ein paar Büchsen Birnen an den Kopf geknallt.


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
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#6

RE: Pleiten, Pech und Pannen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.06.2012 15:43
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

hier tun sich ja Abgründe auf!
Gut, daß das verjährt ist!

Gruß aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


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#7

RE: Pleiten, Pech und Pannen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.06.2012 17:08
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von GeMi im Beitrag #5
Hallo,
ich muss hier mal wieder etwas aus dem Grenzerleben berichten. Die Nerven liegen ja in einigen Themen schon ziemlich blank.

In unserer GK wurde ab und zu in den Küchenkeller eingebrochen - es fehlten dann meist ein paar Büchsen mit Obst (gut für Rumtopf mit Primasprit).
Wir standen zu zweit Objektwache und mitten in der Nacht war es uns langweilig und wir hatten Hunger. Also haben wir mal am Kellerfenster gedrückt und siehe da, es sprang auf. Leider war alles in Reichweite der Arme weggeräumt. Da ich Skrupel hatte, hat mein Kumpel J. alles abgelegt und ist da eingestiegen. Ich stand also mit seiner Kaschi und dem anderer Zeug am Tor hab die Ohren aufgehalten. Und wie der Teufel es will, kommt auf der Straße Richtung Lockstedt ein Auto. Die Straße läuft in spitzem Winkel hinter der Kompanie aufs Dorf zu und man sieht schön die Scheinwerfer.
Jetzt war aber Land unter. Ein kurzer Ruf in den Keller und der "Dieb" stand neben mir. Seine Fußspitzen waren von der Wand schneeweiß. Die Ausrüstung schnell angelegt und schon war die Kontrolle am Tor.
Der Rest ist glücklich verlaufen.
Jetzt frage ich mich, was wäre passiert, wenn sie uns erwischt hätten?. Diebstahl am soz. Eigentum, Wachvergehen und ...

Der Feind hätte uns bei dieser Aktion doch glatt überrennen können. Zur Not hätte wir ihm ein paar Büchsen Birnen an den Kopf geknallt.





Davon kann ich auch noch ne Story erzählen.Sind mal nach den Ausgang im Küchenkeller eingestiegen,2 Büchsen Erdbeeren entwendet.Der Geck war nur,wir mussten über die Kartoffel drüber weg und die waren mit so einen weißen Zeug beschichtet.Auf jeden Fall stand morgens der Spieß vor den Bett und fragte,ob es wenigstens gemundet hat.Naja er brauchte nur den Spuren bis zu Bude folgen.Aber ein Nachspiel hatte es nicht--er sagte--stellt euch das nächste Mal schlauer an.


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#8

RE: Pleiten, Pech und Pannen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.06.2012 19:13
von küchenbulle | 196 Beiträge

ja@ Rostocker das verräterische Pulver war "Keimstopp" . In eurem Fall eine staubige Angelegenheit ohne Folgen .
Ich kann das schon gut verstehen nach dem Ausgang hatte man immer Appetit auf Schmakazien . Die Küchenlager
hatten ja auch leckere Sachen zu bieten .

VG
der Küchenbulle


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