#21

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 31.05.2012 17:21
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

als wichtigste Probleme für das Bildungswesen der BRD sehe ich die in den 70ern und 80ern massiv vorhandene Experimentierfreude der Verantwortlichen, unter dem Eindruck der 68er rannte man jeder Sau hinterher, die gerade durchs Dorf getrieben wurde.
Der Föderalismus, auf den man hierzulande so stolz ist, leistete dem Vorschub.
Jede Modeerscheinung wurde und wird umgesetzt, wenn nicht im katholischen Bundesland, dann im evangelischen oder umgekehrt. Immer wieder wurde und wird an Methoden und Inhalten herumgedoktert und eine klare Linie ist nicht erkennbar.

Nur zwei (imho fatale) Trends sind ungebrochen:
Wissen tritt immer weiter zurück hinter (vermeintliche) Soft skills und Allgemein- und Grundlagenwissen tritt immer weiter hinter Spezialwissen zurück.
Um es überspitzt auszudrücken, man nimmt den Faust durch, ohne richtig Lesen und Schreiben vermittelt zu haben, man treibt Kernphysik, aber an der Bruchrechnung hapert es.

Desweiteren findet im Elternhaus kaum noch Erziehung statt, moderne Eltern machen aus Angst, etwas falsch zu machen, lieber gar nichts und überlassen die Erziehung den Institutionen, wo ja Leute sitzen, die das gelernt haben. Wertvorstellungen werden schon gar nicht vermittelt, die könnten ja morgen überholt sein. Diese vermitteln dann die Medien.
Migration und Sprachprobleme muß man da noch nicht einmal behandeln, die Ursachen der west- und seit 1990 gesamtdeutschen Bildungsmisere liegen tiefer.

Als Hauptursache sehe ich den durch Wohlstand und mediale Verdummung verursachten Wertewandel unserer Gesellschaft. Wissen und Bildung sind mühselig und überflüssig, der Ehrliche ist der Dumme, wer durch Schneid und Schläue einen fetten Reibach macht, ist der Held.

Frau Honecker hatte diese Probleme nicht, obwohl der o.g. Werteverfall auch schon für die DDR fatale Folgen hatte, siehe Diebstahl als Kavaliersdelikt, Korruption und Wirtschaftskriminalität.

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


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#22

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 31.05.2012 19:58
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Werteverfall im Bildungswesen, interessante These.

Ich möchte mich da mal auf meine Schul- und Lehrzeit von 57 bis 70 beschränken.

wie ich bereits schrieb gab es einigen Stoff der sehr schnell wieder vergessen wurde. Abgespeichert bis zur nächsten Arbeit und dann über Bord.....
Selbst ich war jetzt erstaunt das in einer Geschichtsarbeit, welche sich ebenfalls in meinem "Archiv" anfand, aus der 9. Klasse, die Frage gestellt wurde, sinngemäß: wie und wodurch sich der Faschismus in der BRD zeigt.........
Irgendwelche Punkte aufgezählt die das Beweisen sollten und anschließend vergessen. Nicht verdrängt, einfach vergessen.
Es war nicht wichtig für einen 15 Jährigen und solche "Enthüllungen" waren auch in der Folgezeit nicht wichtig.

Natürlich achtete man darauf, besser gesagt wurde dazu angehalten in der Öffentlichkeit, wozu auch die Schule gehörte, doch lieber vom Antifaschistischen Schutzwall zu sprechen und das Ding nicht einfach 'Mauer' zu benennen. Das war so 61 bis 63, danach war es meiner Erinnerung nach auch nicht mehr so schlimm.

Natürlich kann ich das Heute alles ganz schrecklich finden aber ich glaube wir haben damals nicht so empfunden.....

Der moralisch sittliche Verfall zeigte sich doch bei uns 12/13jährigen das wir uns heimlich im Unterricht ein mitgebrachtes "Magazin" ansahen. Das monatliche Aktbild darin war der Ausdruck der Sünde und Zerfalls der sozialistischen Reinheitsideale vor denen wir 1962 unbedingt bewahrt werden mußten (vor der Sünde!) und die Eltern des Übeltäters welcher das Heft mit in die Schule brachte wurden wegen ihrer Vernachlässigung der Erziehung zumindest verbal sehr gemaßregelt.....

Wie der Unterricht angenommen wurde hing auch sehr von den Lehrern ab. War der Lehrer beliebt war auch das Stoffgebiet toll, war er es nicht ........
Zum Glück fanden wir alle Lehrer toll, zumindest respektierten wir sie.

Diskussionen am Rande zur Disziplinierung gab es vereinzelt im Stabü Unterricht, das aber mehr an der BBS.

Ich weiß nicht mehr wie es der Geschichtslehrer anstellte aber wir kamen gerade mal so bis zur Gründung der DDR und schon war die Schulzeit zu Ende....

Auch wurden, es lag eindeutig am Lehrer, zum Beispiel im Literaturunterricht auch über Bücher gesprochen die nicht im Lehrplan standen.....

Trotz hoher Stundenzahl, der Hausaufgaben welche auch kontrolliert wurden war die Schule zu bewältigen fand ich.
Klar wurde gestöhnt aber es gab auch untereinander mehr Hilfe.
Schlechteren Schülern wurde geholfen, es gab da so halbfreiwillige Patenschaften aber meistens machte man das freiwillig .....
Unsere Klicke machte eine Zeitlang die Hausaufgaben gemeinsam, immer mal bei jemand anderem zu Hause.
Das war freiwillig und ohne Befehl von oben.

Gruß
Nostalgiker


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#23

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 31.05.2012 23:45
von Gert | 12.354 Beiträge

Ja ich frage mich auch, wenn ich die Bewertungen vieler lese über das Schulsystem in unserem Lande, wie kommt es, dass wir eine führende Exportnation in der Welt sind, dass wir in Technologie und Wissenschaft eine Nation in der Spitzengruppe der Welt sind, dass wir in der EU die Nation sind, die offenbar ihre Wirtschaft und Staatsfinanzen noch am Besten im Griff hat ? Andererseits ist der Staat auf deutschem Boden, in dem diese tollen Schulen waren, in dem die Schüler besser ausgebildet wurden als jetzt, letztendlich 1989 in die Abwicklung gegangen. Was ist denn nun richtig ? Ich begreife diese konträre Logik nicht.

Ja Tobeck, (#20) ich selbst bin kein Lehrer aber meine Angetraute. Das was du schriebst, kann ich nur bestätigen. Ausbildung der Lehrer ist auf höchstem Niveau ( Universitätsstudium und anschl 1. und 2. Staatsprüfung ). Den Lehrern sind aber Grenzen gesetzt durch das " Material", das ihnen geboten wird.
Beispiel : Meine Frau hat sowohl viele Jahre in einer bürgerlichen Gegend gearbeitet.Diese ist gekennzeichnet von hohem Interesse der Eltern an der Bildung ihrer Kinder, wird unterstützt sowohl durch materiellen Einsatz als auch persönlichen Einsatz.
Heute in einer Gegend mit sozial schwachen Kindern und Migrationshintergrund : Diese Zusammensetzung führt regelmäßig an den Rand des Nervenzusammenbruchs für den Lehrer, weil der Arbeitsaufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag steht. Versteht Ihr ? die wollen einfach nicht lernen oder nicht in dem Umfang wie es notwendig ist. Vom Elternhaus ist die Unterstützung gering-

Solche Verhältnisse waren in der DDR nicht gegeben, erst einmal hat die SED die Schichten alle glattgebügelt über das nivellierte Einkommen, über die Bevorzugung von A + B Kindern und die Diskriminierung von anderen Schichten der früheren Gesellschaftsordnung. Na ja und Immigranten in der DDR darüber kann man höchstens Witze machen daher auch keine Migrantenkinder. Deshalb sind solche Vergleiche des Schulsystems einfach absurd, anders kann ich das nicht bezeichnen.


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#24

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 01.06.2012 09:52
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Gert, legst Du fest welche Vergleiche absurd sind und welche es nicht sind?

Die Erfolge welche Du der BRD auf vielen Gebieten, auch Heute noch, bescheinigst werden doch nicht von den 20 Jährigen realisiert, sondern sind größtenteils die Ergebnisse innovativen Denkens der letzten 30, 40 Jahre und die Menschen die das damals anschoben sind entsprechend "gereift".

Es stimmt das der Staat mit nicht nur dieser tollen Einrichtung Schule sehr konsequent abgewickelt wurde, viele andere Einrichtungen, vornehmlich aus dem sozialen Bereich wurden, weil "sozialistisch" mit einem Bannfluch versehen und ebenfalls abgewickelt.
Jetzt werden bestimmte Sachen wie Kindergärten, Kinderkrippen, Ganztagsschulbetreuung, Polikliniken = Ärztehaus mit viel Trara neu erfunden und als das Non plus Ultra einer tollen Familien und Bildungspolitik hingestellt, wenn sie denn jemals realisiert werden sollten.

Ob die Ausbildung der neuen Lehrer immer noch höchstes Niveau hat kann ich nicht beurteilen da nicht im Schuldienst tätig.

Das "Material" wie Du so menschlich und politisch korrekt die Schüler bezeichnest ist bestimmt nicht grundsätzlich dümmer und fauler als vor 20, 30 Jahren.
Nur haben sich in dieser Gesellschaft die Werte grundsätzlich geändert.
Falls es in der Bundesrepublik vor 89 gleiche Bildungschancen für Alle gegeben haben sollte, dann bestimmt punktuell.

Die von Dir benannte Diskriminierung anderer Schichten, ja welche denn? in der DDR und die Bevorzugung von Arbeiter und Bauernkindern findet doch Heute auf der gleichen Ebene, nur mit anderen Vorzeichen statt.
Bevorzugung der Kinder aus der sogenannten Mittelschicht und Diskriminierung sozial Schwacher.

Was die Bevorzugung der Arbeiter und Bauernkinder in der DDR betrifft.
In den Anfangsjahren, also Ende der 40er und in den 50ern wurden sehr gezielt Kinder aus diesen Schichten gefördert und es wurde ihnen der Weg in höhere Bildungseinrichtungen geebnet. Voraussetzung war hier auch Leistung! Es reichte nicht nur ein Arbeiterkind zu sein.
Sinn und Zweck dieser Übung war es das Bildungsmonopol des Bürgertums zu brechen und allen Menschen den Zugang zur Bildung zu ermöglichen.
Was weitgehendst gelang. Wie bei jeder Sache gab es Ungerechtigkeiten und es gab Menschen die sich ungerecht behandelt fühlten.

Nur im weiteren Verlauf der Entwicklung des Bildungswesens in der DDR stellte sich heraus das sich die sogenannte sozialistische Intelligenz, welche sich aus den Kindern der ersten Generation der A+B Kinder entwickelte welche Universitäten besuchten, anfing sich selber zu reproduzieren.....
Dazu gibt es durchaus glaubwürdige und umfangreiche Untersuchungen aus DDR Zeiten.
Will damit sagen das es auch in der DDR diese Strömung gab das ein Kind aus Intelligenzlehrhaushalt; bürgerlich zu sagen verbot sich ja, nach Möglichkeiten strebte einen Hoch oder Fachschulabschluß abzulegen und Kinder von Arbeitern und Bauern in der Mehrheit nicht unbedingt daran interessiert waren ein Studium zu absolvieren.
Ein ordentlicher Facharbeiterberuf reichte, entsprach es meistens den Lebensvorstellungen und weil es ihnen in ihrer unmittelbaren familiären Umgebung auch so vorgelebt wurde.

So wie die Eltern des "sozialistischen" Bildungsbürgertums es ihren Kindern einerseits vorlebten und sie natürlich auch animierten einen sogenannten höheren Bildungsweg einzuschlagen um später entsprechende Perspektiven zu haben, so war es auch in den Arbeiterhaushalten das dort nicht immer der Sinn und Zweck höherer Bildung für die Erfüllung des Lebenstraum angesehen wurde.
Das ist nicht abwertend gemeint, das sind Erkenntnisse aus ziemlich vielen sozialen Untersuchungen.

Wie stellt sich das Heute dar?
Kinder des Bildungsbürgertums werden, soweit es die Möglichkeiten(auch die eigenen finanziellen) erlauben in immer größerer Anzahl in höhere Bildungseinrichtungen "geprügelt". Vielfach ist auch die Angst der Eltern vor einem drohenden sozialen Abstieg eine Antriebsfeder.
Heute absolvieren Abiturienten Ausbildungen welche normalerweise Ausbildungsberufe sind welche die Mittlere Reife als Voraussetzung haben. Warum? Ist der Ausbildungsberuf "Bankkaufmann", "Industriekaufmann" qualitativ so hoch das es eines Abiturs benötigt um ihn zu absolvieren oder ist das Niveau der Mittleren Reife so erbärmlich das es dem Auszubildenden mit diesem Abschluss erhebliche Schwierigkeiten bereiten würde diese Ausbildung zu bestehen?

Was bekommen die Kinder aus sozial armen Schichten vorgelebt?
Wesentlich weiter mit dem sozialen Abstieg geht es in Deutschland zur Zeit nicht, Perspektivlosigkeit wird im engerem Umfeld vorgelebt und es wird demonstriert das man sich mit den "Gegebenheiten" einrichten kann.
Es besteht keinerlei Leistungsanreiz um sich in irgendeiner Form anzustrengen um eventuell einen höheren Bildungsabschluß zu erreichen. Für ein Leben mit Hartz IV reicht auch der einfache Hauptschulabschluß......

Nach jüngeren statistischen Angaben legen in der BRD ca. 45 % eines Jahrgangs das Abitur ab, davon nehmen weit über 50% ein Studium auf.....
Also müsste doch Deutschland vor Wissen und Innovität schier platzen......

Bei aller Einschränkung und auch Vorurteilen denke ich sagen zu können dass das Bildungswesen in der DDR besser war, vor allem das was Heute zwar populistisch beschworen wird aber weitgehendst nicht umgesetzt wird, das Bildung eine Investition für die Zukunft ist.

Genau dies wird in der Gegenwart, gemäß Neoliberaler Glaubensbekenntnisse, so wenig Staat wie nötig so viel Privat wie möglich, immer mehr in die private und damit monetäre Verantwortung der Bürger verlagert.

Bildung wird wieder zu einem elitären Gut für eine kleine Schicht und der Überwiegende Teil der Bevölkerung wird davon ausgeschlossen werden.

In nicht allzu ferner Vergangenheit, als Deutschland noch zu den führenden Nationen auf dem Gebiet der Ingenieurwissenschaft und Geisteswissenschaft zählte legten maximal 10% eines Schülerjahrgangs das Abitur ab und ein Anteil derer ging zum Universitäts- oder Hochschulstudium.......

Persönlich halte ich sogar eine solche ähnliche Quotenregelung für durchaus Sinnvoll.

Gruß
Nostalgiker


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#25

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 01.06.2012 10:28
von Uleu | 528 Beiträge

Solange Schulbildung heute vorrangig danach bemessen wird sowenig wie möglich kosten zu sollen .... wie müssen davon abkommen die Gesetze der Ökonomie als allheilig zu vergöttern. Bildung sollte kosten, sie rentiert sich auch erst eine Generation später.


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )
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#26

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 01.06.2012 10:28
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat Nostalgiker
Bildung wird wieder zu einem elitären Gut für eine kleine Schicht und der Überwiegende Teil der Bevölkerung wird davon ausgeschlossen werden

Vielem, was du beschreibst, stimme ich zu. Keine Zustimmung gebe ich für den im Zitat genannten Satz, weil er objektiv nicht richtig ist. Meine Frau berichtet mir mitunter, wie sie kluge Arbeiter- oder Migrantenkinder zum Besuch von Gymnasien anregt, aber die Eltern wollen einfach nicht mitziehen. Kinder von Arbeitern haben wieder Arbeiter zu werden, basta, so ist das. Und das, obwohl schon ab Gymnasium bei Bedürftgikeit Bafög gezahlt wird. Was soll der Staat denn noch anbieten ?

Zu der Chancengleichheit in der DDR kann ich nur sagen, dass man mich ( Kind aus bürgerlichem Haushalt ) nicht nur nicht gefördert hat trotz guter Abgangszeugnisse in der Grundschule, sondern alles getan hat, um weitere Ausbildung zu verhindern. Einen offiziellen Grund habe ich natürlich nie genannt bekommen, aber wenn man Ende der 50er Jahre die Zeitungen in der DDR aufgeschlagen hat und 1 + 1 zusammenzählen konnte, wusste man wie der Hase der Kommunisten läuft. Man hat sich seine Gegner selbst herangezogen. Aber was ich hier sage, sind meine persönlichen Erfahrungen, nichts sonst.


.
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#27

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 01.06.2012 10:44
von eisenringtheo | 9.174 Beiträge

Zitat von Gert


Zu der Chancengleichheit in der DDR kann ich nur sagen, dass man mich ( Kind aus bürgerlichem Haushalt ) nicht nur nicht gefördert hat trotz guter Abgangszeugnisse in der Grundschule, sondern alles getan hat, um weitere Ausbildung zu verhindern. Einen offiziellen Grund habe ich natürlich nie genannt bekommen, aber wenn man Ende der 50er Jahre die Zeitungen in der DDR aufgeschlagen hat und 1 + 1 zusammenzählen konnte, wusste man wie der Hase der Kommunisten läuft. Man hat sich seine Gegner selbst herangezogen. Aber was ich hier sage, sind meine persönlichen Erfahrungen, nichts sonst.





Hat das mit der besonderen Förderung der Abeiterkinder (und der entsprechenden Benachteiligung der übrigen) zu tun? So sympathisch solche Quoten damals und heute (Frauenqouten, Ausländerqouten, Behindertenquoten bei der Stellenvergabe usw.) aus einem Gerechtigkeitsdenken heraus wirken, hatten und haben sie offensichtlich auch grosse Nachteile.
Theo


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#28

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 01.06.2012 11:08
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Gert und @Theo

vielleicht habt Ihr diesen Satz: "Wie bei jeder Sache gab es Ungerechtigkeiten und es gab Menschen die sich ungerecht behandelt fühlten."
in meinem Beitrag von Heute Vormittag überlesen?

Es gibt und gab keine absolute Gerechtigkeit, in keinem System und in keiner Zeit.
Wer das glaubt oder gar Einfordert, nun ja ich kann nach Idealen streben aber auch gleichzeitig ein wenig Naiv sein was die Realität betrifft.

@Gert so wie Du den Satz ".....sondern alles getan hat, um weitere Ausbildung zu verhindern." schreibst, könnte der Eindruck entstehen das Dir nach Beendigung der achten Klasse in der DDR sogar jegliche Berufsausbildung verwehrt wurde........
Ich denke nicht das dies der Fall war.

Auch Heute fühlen sich Kinder und noch mehr die Eltern benachteiligt wenn der höhere Bildungsweg nicht eingeschlagen werden kann.
Sind das 1 +1 Zusammengezählt dann Kapitalistische Hasen, Neoliberale Hasen oder welches Getier könnte daran Schuld sein dass das faule aber in Wirklichkeit überdurchschnittlich intelligente Kind nicht den Sprung auf das Gymnasium schafft?

Zu meiner Aussage das Bildung wieder ein elitäres Gut wird brauchst nicht zuzustimmen Gert.
Die Tatsachen sprechen für sich......
Wieso haben Privatschulen in Deutschland solch einen Zulauf?

Was das Beispiel von Dir der "Verweigerung" auf das Gymnasium zu gehen bezüglich Migrantenkinder betrifft. Da wäre es schon interessant zu wissen ob sich diese Weigerung mehr auf Mädchen bezieht......
Dann mal die Rolle der Frau in den Kulturkreisen in Betracht ziehen und dann 1 + 1 zusammenzählen.....
Da kann der Staat Häschen hüpf machen, es wird diese Familien mit ihrem altvorderen und sehr traditionellen Frauenbild nicht weiter interessieren.

Apropos Frauenbild.....
An der Wiederauferstehung der drei K's für die Frau als Lebensglück wird auch in der Bundesrepublik fleissig hingearbeitet.......

Gruß
Nostalgiker


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#29

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 01.06.2012 11:38
von Rostocker | 7.723 Beiträge

Zitat von Gert
Zitat Nostalgiker
Bildung wird wieder zu einem elitären Gut für eine kleine Schicht und der Überwiegende Teil der Bevölkerung wird davon ausgeschlossen werden

Vielem, was du beschreibst, stimme ich zu. Keine Zustimmung gebe ich für den im Zitat genannten Satz, weil er objektiv nicht richtig ist. Meine Frau berichtet mir mitunter, wie sie kluge Arbeiter- oder Migrantenkinder zum Besuch von Gymnasien anregt, aber die Eltern wollen einfach nicht mitziehen. Kinder von Arbeitern haben wieder Arbeiter zu werden, basta, so ist das. Und das, obwohl schon ab Gymnasium bei Bedürftgikeit Bafög gezahlt wird. Was soll der Staat denn noch anbieten ?

Zu der Chancengleichheit in der DDR kann ich nur sagen, dass man mich ( Kind aus bürgerlichem Haushalt ) nicht nur nicht gefördert hat trotz guter Abgangszeugnisse in der Grundschule, sondern alles getan hat, um weitere Ausbildung zu verhindern. Einen offiziellen Grund habe ich natürlich nie genannt bekommen, aber wenn man Ende der 50er Jahre die Zeitungen in der DDR aufgeschlagen hat und 1 + 1 zusammenzählen konnte, wusste man wie der Hase der Kommunisten läuft. Man hat sich seine Gegner selbst herangezogen. Aber was ich hier sage, sind meine persönlichen Erfahrungen, nichts sonst.





Es gab auch Fälle und das reichlich.Wo jemand sagte,ich gehe ersteinmal Geld verdienen und mache oder hole meinen Berufsabschluß in der Abendschule nach oder den Meisterbrief---wenn man das Zeug dazu hatte.Ich persönlich habe meinen zweiten Beruf in der normalen Arbeitszeit gemacht und die dazu benötigten Qualifizierungen dazu. Ja Gert--auch so lief Bildung bei den Kommunisten und der Hase war schon in weiter ferne.


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#30

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 01.06.2012 14:41
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Rostocker,

es kam doch letztendlich auf die eigene und familiäre Einstellung an.
Wenn mein erster Gedanke beim aufwachen "Scheißstaat" und der letzte vor dem einschlafen ebenfalls "in was für einer Scheiß DDR lebe ich denn" war ist mein Verhältnis zum Land, zum Staat und alles was damit im weitesten Sinne zu tun hat schon sehr dif­fi­zil zu bewerten.
Wenn das dann auch noch im engsten Familienkreis die umgängliche Einstellung zum Land war, ja da wurden solche Entscheidungen wie Nichtzulassung zur EOS sehr schnell als politische Diskriminierung aufgefasst.

Mir selber war es ebenfalls nicht vergönnt das Abitur im direkten Weg an der EOS abzulegen.
Ich wählte den Weg über die Berufsausbildung mit Abitur und die dort in der BBS nicht gelehrten Fächer belegte ich an der Abendschule (VHS)
In meinem Freundeskreis ist jemand der nach Abschluß der 10. Klasse sein Abitur komplett an der Abendschule gemacht hat. Neben der Berufsausbildung. Auch diese Person wurde nicht zur EOS zugelassen und hatte auch keine Möglichkeit eine BfA mit Abi zu machen.......

Meiner Meinung kam es auch damals darauf an welchem Stellenwert Bildung für mich hatte und was ich bereit war dafür zu machen.
Damit meine ich keine politisch/ideologischen Lippenbekenntnisse a la "ich werde Berufsoffizier", "Lehrer" oder so.
das ganze funktioniert natürlich nur wenn ich nicht in dieser Grundhaltung verharrte welche ich weiter oben benannte....

Solch ein Weg zum Abitur war wahrlich kein Zuckerschlecken und forderte einiges ab.

Auch wenn es diese Begriffe "Selbstbestimmt" damals so nicht Umgangssprachlich gebraucht wurden, nur immer dem Staat; sprich DDR; die Schuld in die Schuhe schieben, das ist zu einfach.

Wenn, auch in den 50er Jahren, so konsequent Kindern aus sogenannten bürgerlichen Haushalten der Zugang zu höheren Bildungseinrichtungen verwehrt worden wäre, dann hätte in dieser Zeit nicht ein einziges sogenanntes Kind von Intelligenzlern eine EOS, geschweige denn eine Uni von innen gesehen.
Von konventionell gebundenen mal ganz abgesehen.

Es gab Quoten und wenn der Verteilerschlüssel nun mal 50/50 war (Intelligenz, A + B) und er pro Klasse einer Jahrgangsstufe 4 EOS Plätze vorsah und auf den ersten sechs Plätzen tummelten sich Leistungsmäßig: I, I, A+B, I, I, A+B, ja dann flog Platz 4 und 5 zugunsten Platz 6 von der Liste.
Das kann ich je nach Blickwinkel als Himmelschreiende Ungerechtigkeit empfinden, sogar als Diskriminierung oder eben als Pech gehabt einstufen.....
In dieser Betrachtung habe ich nicht Berücksichtigt das es auch noch eine Jungen/Mädchen Quote gab.
So war es zu meiner Zeit, 1964.

Heute werden an begehrten Gymnasien in Berlin ebenfalls Auswahlverfahren durchgeführt und nicht allen Eltern gefällt das.
Irgendwo wollte ein Direktor sogar die Plätze per Lotterie gewinnen lassen......

Gruß
Nostalgiker


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#31

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 01.06.2012 15:00
von Gert | 12.354 Beiträge

nun ihr könnt ja tonnenweise Weissmacher einsetzen um die SED reinzuwaschen, ich finde sie für mich nicht überzeugend. Es gab auch andere Lösungsansätze um der Diskriminierung durch die DDR Behörden zu entgehen. Diesen Lösungsansatz habe ich versucht und war erfolgreich. Im anderen deutschen Staat habe ich dann meine berufliche Situation zu meinen Gunsten geändert und das war gut so. Es hat mir ein gutes und freies Leben für nun schon 47 Jahre auf allen Ebenen gegeben.


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#32

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 01.06.2012 15:14
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Gert, es war jedem seine Entscheidung was er mit und in seinem Leben anstellte, jedenfalls was dieser konkrete Fall 'DDR' betraf.

Wenn Du natürlich eine Schilderung eines anderen Lebensweges und Entscheidung als "Weissmacher" bezeichnest ist das Deine ureigene Sicht auf die Dinge welche Du aus dieser unbedingt herauslesen willst.

Interessant wäre die Frage wie entgehe ich heutiger Behördendiskriminierung........
Aber das wäre zu weit weg vom Thema.

Konstatieren wir also: Du wurdest behördlich Diskriminiert und diesem Faktum entzogst Du Dich durch "Ortswechsel" um die berufliche Situation nach Deinen Vorstellungen zu gestalten, ich wurde Diskriminiert, suchte und fand Alternativen ohne "Ortswechsel", nahm Möglichkeiten wahr um mir meine berufliche Situation zu meinen Gunsten zu gestalten.
Und weil es so schön war durfte ich 1990 nochmal ran um alles grundlegend Neu und Umzugestalten um meine berufliche Situation wieder zu meinen Gunsten zu ändern.....

Gruß
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zuletzt bearbeitet 01.06.2012 15:16 | nach oben springen

#33

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 01.06.2012 15:24
von Rostocker | 7.723 Beiträge

Zitat von Gert
nun ihr könnt ja tonnenweise Weissmacher einsetzen um die SED reinzuwaschen, ich finde sie für mich nicht überzeugend. Es gab auch andere Lösungsansätze um der Diskriminierung durch die DDR Behörden zu entgehen. Diesen Lösungsansatz habe ich versucht und war erfolgreich. Im anderen deutschen Staat habe ich dann meine berufliche Situation zu meinen Gunsten geändert und das war gut so. Es hat mir ein gutes und freies Leben für nun schon 47 Jahre auf allen Ebenen gegeben.




Habe selber groß nichts von Diskriminierung gemerkt---bin meiner Arbeit nachgegangen.Und Gert---heute werden Leute in diesen Staat auch Diskriminiert--Beispiel Hartz4 Empfänger --wenn sie sich fast nackig vor den Behörden machen müssen. Aber Du sprichst ja nur von Dir selber.Also sehen wir es so---Jeden das seine--- Oder???


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#34

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 01.06.2012 20:02
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rostocker

Zitat von Gert
nun ihr könnt ja tonnenweise Weissmacher einsetzen um die SED reinzuwaschen, ich finde sie für mich nicht überzeugend. Es gab auch andere Lösungsansätze um der Diskriminierung durch die DDR Behörden zu entgehen. Diesen Lösungsansatz habe ich versucht und war erfolgreich. Im anderen deutschen Staat habe ich dann meine berufliche Situation zu meinen Gunsten geändert und das war gut so. Es hat mir ein gutes und freies Leben für nun schon 47 Jahre auf allen Ebenen gegeben.




Habe selber groß nichts von Diskriminierung gemerkt---bin meiner Arbeit nachgegangen.Und Gert---heute werden Leute in diesen Staat auch Diskriminiert--Beispiel Hartz4 Empfänger --wenn sie sich fast nackig vor den Behörden machen müssen. Aber Du sprichst ja nur von Dir selber.Also sehen wir es so---Jeden das seine--- Oder???




Rostocker, was verstehst du unter " nackig machen " ? ich vermute mal, dass sie ihre Vermögensverhältnisse auf den Tisch legen müssen und nachweisen müssen, das sie bedürftig sind.? Wenn es das ist, hat es meine volle Zustimmung. Denn, die Hartz IV Leistungen sind keine durch Versicherungsbeiträge erworbenen Ansprüche, sondern Unterhaltsleistungen die man für lau bekommt ( ohne Rückzahlungsverpflichtung ). Das sind deine und meine Steuergelder und daher finde ich das richtig, dass da genauer hingesehen wird. Dazu wird ja keiner gezwungen. Wenn jemand das als Demütigung empfindet, ok kann ich verstehen In diesem Falle einfache keine Ansprüche mehr stellen und das Problem ist vom Tisch. Dann muss er/sie aber sich etwas einfallen lassen, wie man künftig seinen Lebensunterhalt bestreitet. Ich habe davon gehört, die effektivste Methode ist Arbeit gegen Entgelt. Mir jedenfalls würde das nicht so schmecken, mich überprüfen zu lassen etc, ich würde lieber auch Arbeiten annehmen, die mir nicht so schmecken, bevor ich auf das Amt gehe. Für mich ist Freiheit nämlich ein wichtiger Begriff und keine Worthülse, das trifft auch auf die geschilderte Situation zu, nämlich frei sein von solchen Bürokraten.


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#35

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 01.06.2012 20:31
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Pit 59
Mit 2 Jahre mehr meine ich von der 8-10 Klasse..Für die weitere Entwicklung waren ja aber die 10 schon wichtig.Das heisst aber nicht das ich schlauer war.Meine Enkel fahren heute auch mit dem Bus über 40 min zur Schule,das liegt aber daran das wir uns fürs Land entschieden haben,schön weit weg,aber Ruhig.Die wären beide froh wenn mal Schule ausfallen würde.Vieleicht kann Gert zu Deinem angesprochenen Lehrermangel mal was sagen,ich kenne es nicht.
Arztzimmer ? was hat der Arzt bei Euch täglich gemacht ?
Nochmal,ich habe nicht gesagt das das Bildungssystem schlecht war.

P.S. Im übrigen EK 82/2 würde ein alarmierter Rettungswagen ca.25 min zu mir Fahren,und da kann ich mich dann auch nicht aufregen.Das weisst Du nun wieder auch,das dies viele in Deutschland machen,weil sie daran nicht denken.


pit, das schulsystem der brd ist hinterwäldlich, das ausbildungssystem dagegen eines der besten auf der welt. problem ist, wegen dem schlechten schulsystem sind immer noch 3 jahre lehre nötig. ich lernte den selben beruf wie mein sohn und brauchte nur 2 jahre und wuste mehr sowie mehr qualifikationen. da stimmt was nicht.
PS: zu den anfahrtzeiten geht es ja nach regionen und dazu wurde ja NEF seit jahren eingeführt, sogar versuche mit motorrad gab es. es gibt regionen wo es nicht mal eine BF gibt wie tuttlingen, da dauert es länger wenn die FF alles abdecken muß. aber in diesem punkt sind wir ganz oben im europamaßstab. bei bildung schleift es.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#36

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 01.06.2012 20:43
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Rostocker, was verstehst du unter " nackig machen " ? ich vermute mal, dass sie ihre Vermögensverhältnisse auf den Tisch legen müssen und nachweisen müssen, das sie bedürftig sind.? Wenn es das ist, hat es meine volle Zustimmung. Denn, die Hartz IV Leistungen sind keine durch Versicherungsbeiträge erworbenen Ansprüche, sondern Unterhaltsleistungen die man für lau bekommt ( ohne Rückzahlungsverpflichtung ). Das sind deine und meine Steuergelder und daher finde ich das richtig, dass da genauer hingesehen wird. Dazu wird ja keiner gezwungen. Wenn jemand das als Demütigung empfindet, ok kann ich verstehen In diesem Falle einfache keine Ansprüche mehr stellen und das Problem ist vom Tisch. Dann muss er/sie aber sich etwas einfallen lassen, wie man künftig seinen Lebensunterhalt bestreitet. Ich habe davon gehört, die effektivste Methode ist Arbeit gegen Entgelt. Mir jedenfalls würde das nicht so schmecken, mich überprüfen zu lassen etc, ich würde lieber auch Arbeiten annehmen, die mir nicht so schmecken, bevor ich auf das Amt gehe. Für mich ist Freiheit nämlich ein wichtiger Begriff und keine Worthülse, das trifft auch auf die geschilderte Situation zu, nämlich frei sein von solchen Bürokraten.

[/quote]
gert das nackig machen stört mich auch nicht und ich bin deiner meinung, wer geld bekommt soll darlegen das er nichts im koffer hat. was mich stört ist, das einer der arbeitet kaum besser lebt als einer der vom amt hilfe bezieht. die lust zum arbeiten wird einem genommen. ich arbeite und gehöre zu den gebeutelten die kaum etwas davon haben. mir ist es egal wenn ich meinen job verliere und meine freundlichkeit bei der dienstleistung hat auch erheblich an wert verloren. das war jetzt mal ein wares wort von jemanden der in einer bedarfsgemeinschaft lebt. ein deutlicher eigenbehalt würde etwas bringen, aber ich habe 20 prozent eigenbehalt vom nettolohn den ich noch durch 2 teilen muß und dann das risiko einer radarkontrolle oder schlimmeres. nee, arbeiten lohnt sich für mich in deutschland nicht, ich mache es aus langer weile und suche mir die fahrgäste aus, wer falsches fahrziel hat wie tegel oder so bleibt stehen weil wir dann immer durch die stadt fahren müßen. ich bin nicht der einzige und vor kündigung hat keiner angst. so sieht es heute aus bei berliner taxifahrer von denen eine menge mit aufstockung arbeiten.
insofern ist die ganze arbeitslosenstatistik und bildungsaufschwung nur getürkt und zahlen um das volk ruhig zu stellen. das große wort FREIHEIT bekommt keinen sinn mehr bei armen menschen, weil sie nicht mal mehr so frei sind um nach geschmack einzukaufen. mal hunger auf ein steak im steakhouse? kannste vergessen. in der DDR wäre es möglich.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 01.06.2012 20:54 | nach oben springen

#37

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 01.06.2012 22:45
von Freundschaft | 81 Beiträge

hallo gert, wann hat den deine frau ihr lehramtsstudium abgeschlossen? weil so rosig sieht das studium heutzutage nicht aus, also viel theorie und nicht mal 100 stunden praktikum! angehende lehrer die ihre studienzeit verlängern müssen, weil nicht genügend lehrkapazitäten da sind! der krankenstand von lehrern wegen demotivation unterschiedlicher art, so hoch ist wie noch nie! die schüler dadurch immer mehr in der nachhilfe lernen müssen um überhaupt was zu lernen! lehrer fächer zu gewiesen bekommen wovon sie selbst kaum ahnung haben! ist ne super bildungspolitik! warum wir so klasse sind, weil es anderen ländern noch schlechter geht!
und warum die ddr gescheitert ist, na weil das bildungssystem leider nicht perfekt war, sonst hätten die bürger damals erkannt das die "wiedervereinigung eine verarschung" ist! (entschuldige das harte wort) und heute hält man die leute dumm, damit sie nicht auf dumme gedanken kommen!


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#38

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 02.06.2012 00:09
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Freundschaft
hallo gert, wann hat den deine frau ihr lehramtsstudium abgeschlossen? weil so rosig sieht das studium heutzutage nicht aus, also viel theorie und nicht mal 100 stunden praktikum! angehende lehrer die ihre studienzeit verlängern müssen, weil nicht genügend lehrkapazitäten da sind! der krankenstand von lehrern wegen demotivation unterschiedlicher art, so hoch ist wie noch nie! die schüler dadurch immer mehr in der nachhilfe lernen müssen um überhaupt was zu lernen! lehrer fächer zu gewiesen bekommen wovon sie selbst kaum ahnung haben! ist ne super bildungspolitik! warum wir so klasse sind, weil es anderen ländern noch schlechter geht!
und warum die ddr gescheitert ist, na weil das bildungssystem leider nicht perfekt war, sonst hätten die bürger damals erkannt das die "wiedervereinigung eine verarschung" ist! (entschuldige das harte wort) und heute hält man die leute dumm, damit sie nicht auf dumme gedanken kommen!



rot markiert
1985


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#39

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 02.06.2012 00:15
von Gert | 12.354 Beiträge

zitat ek 82

ich arbeite und gehöre zu den gebeutelten die kaum etwas davon haben. mir ist es egal wenn ich meinen job verliere und meine freundlichkeit bei der dienstleistung hat auch erheblich an wert verloren


wie wir heute arbeiten so werden wir morgen leben . war doch ein Slogan im SED Staat , oder nicht ? Einem Taxifahrer, der mir so begegnet, wie du das hier beschreibst, gebe ich keinen Cent Tip. Offenbar bist du auch nicht selbstständig, sondern angestellter Taxifahrer, sonst würdest du auch eine ander Motivation an den Tag legen, als du sie hier beschreibst.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#40

RE: Nun ist es da! Zur Volksbildung Margot Honecker

in DDR Grenze Literatur 02.06.2012 07:29
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

"wie wir heute arbeiten so werden wir morgen leben" . war doch ein Slogan im SED Staat , oder nicht ?

So ungefähr in den 50ern war er mal modern, danach wurde er nicht mehr verwendet.

Gruß
Nostalgiker

Verdienen die Taxifahrer in den Altbundesländern alle Unsummen?


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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