#81

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.03.2011 12:20
von willie | 612 Beiträge

Zitat von Theo85/2

Zitat von eisenringtheo
Richtig: Man hätte die Minen von der Feindseite her auslösen müssen, bevor der Durchbruch stattfindet und sich der Zaun bewegt. Und ich denke, das war gar nicht so einfach. Nach Gartenschläger hat man die SM70 diese entsprechend geschützt. Hier im Forum gibt es zum Glück Leute, die genauer wissen, was geht und was nicht geht. So verkneife ich mir weiteres Spekulieren. Wenn man auf der Freundseite des MGZ steht, kann man die Minen wohl nicht ohne Lebensgefahr auslösen, oder doch?
Theo



Ich weis, was geht und was nicht.




Die Minen waren parallel am Zaun befestigt, d.h., Feindwärts trennte nur der Streckmetallzaun und der Pfeiler einen möglichen "Auslöser" von der Mine.

Theo 85/2






Hallo Theo,

eine Auslösung der Anlage konnte sehr einfach sowohl aus feindwärtiger als auch aus freundwärtiger Richtung durchgeführt werden.
Man nahm hierzu einen etwas längeres Seil mit einem Wurfanker (Haken/Drillingshaken) und warf dieses Gerät an/in den Auslösedraht der Anlage. Dieser Haken verfing sich am Auslösedraht. Durch anschließenden Zug am Seil wurde die Anlage (eine, Z.T. auch mehrere ausgelöst. Das Seil mußte jedoch eine entsprechende Länge besitzen; wegen der Streuwirkung der im Trichter der Anlage enthaltenen Metallteile (ca. 4mm große Metallwürfel).
Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
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#82

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.03.2011 12:25
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Das war von feindwärts wohl doch etwas einfacher wegen dem Fallwinkel des Seils über dem GZ1. Außerdem schützte das Streckmetall des GZ1 sicher noch etwas vor den Splittern.


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#83

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.03.2011 12:29
von Theo85/2 | 1.198 Beiträge

Zitat von willie

Zitat von Theo85/2

Zitat von eisenringtheo
Richtig: Man hätte die Minen von der Feindseite her auslösen müssen, bevor der Durchbruch stattfindet und sich der Zaun bewegt. Und ich denke, das war gar nicht so einfach. Nach Gartenschläger hat man die SM70 diese entsprechend geschützt. Hier im Forum gibt es zum Glück Leute, die genauer wissen, was geht und was nicht geht. So verkneife ich mir weiteres Spekulieren. Wenn man auf der Freundseite des MGZ steht, kann man die Minen wohl nicht ohne Lebensgefahr auslösen, oder doch?
Theo



Ich weis, was geht und was nicht.




Die Minen waren parallel am Zaun befestigt, d.h., Feindwärts trennte nur der Streckmetallzaun und der Pfeiler einen möglichen "Auslöser" von der Mine.

Theo 85/2






Hallo Theo,

eine Auslösung der Anlage konnte sehr einfach sowohl aus feindwärtiger als auch aus freundwärtiger Richtung durchgeführt werden.
Man nahm hierzu einen etwas längeres Seil mit einem Wurfanker (Haken/Drillingshaken) und warf dieses Gerät an/in den Auslösedraht der Anlage. Dieser Haken verfing sich am Auslösedraht. Durch anschließenden Zug am Seil wurde die Anlage (eine, Z.T. auch mehrere ausgelöst. Das Seil mußte jedoch eine entsprechende Länge besitzen; wegen der Streuwirkung der im Trichter der Anlage enthaltenen Metallteile (ca. 4mm große Metallwürfel).
Gruß Willie

Es waren 87 Metallsplitter.Aber zur Auslösung.Was nutzt das?

Theo85/2










zuletzt bearbeitet 19.03.2011 13:32 | nach oben springen

#84

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.03.2011 13:18
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Die Verletzungen durch z.b SM 70 mittels der scharfkantigen Metallsplitter lagen vor allem im Gefäßbereich und warem meist so schwer,das auch durch Notoperationen dem betroffenden nicht mehr geholfen werden konnte.



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#85

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.03.2011 14:44
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Irgendwie sieht es schon ein bisschen kompliziert aus:

Quelle: http://www.history.army.mil/documents/borderops/ch6.htm


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#86

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.03.2011 16:23
von S51 | 3.733 Beiträge

Den "Trip Wire", also den Auslösedraht "musste" der Schneeball an der Befestigung treffen. Bzw. eben der Haken. Wenn dann nicht gesichert war, hat es geknallt. Das konnte aber auch passieren, wenn sich das Zaunfeld entsprechend bewegte (wackelte) und der Draht durch die Eigenspannung ausgelöst hat. Oder durch Blitzschlag eben. Die anderen Drähte waren Abweiser z.B. für Vögel. Da ran zu kommen löste nichts aus.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#87

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.03.2011 16:28
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Zermatt
Die Verletzungen durch z.b SM 70 mittels der scharfkantigen Metallsplitter lagen vor allem im Gefäßbereich und warem meist so schwer,das auch durch Notoperationen dem betroffenden nicht mehr geholfen werden konnte.



Ich habe nur Treffer bei Reh- oder Schwarzwild (Wildschweinen) miterlebt. Da bestanden die Verletzungen in der Regel in Knochenbrüchen an den Läufen (Beinen). Tödlich verletzt war keines.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#88

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.03.2011 16:35
von Theo85/2 | 1.198 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Irgendwie sieht es schon ein bisschen kompliziert aus:

Quelle: http://www.history.army.mil/documents/borderops/ch6.htm




Eigentlich nicht. Denk Dir nur die Vogeldrähte weg und auch das Gehäuse. Da ist nicht mehr viel da.

Theo 85/2


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#89

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.03.2011 17:50
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Die Idee einer Neuentwicklung wie der SM70 müsste es ja sein, die Nachteile der alten Minen zu vermindern: Zuverlässigere Auslösung, einfachere Wartung der Minenanlage, sicheres Stoppen des GV und dennoch geringe Verletzungen. Inwieweit dies das Ziel war und ob es gelang, ist unbekannt. Im Zusammenhang mit Fussamputationen und entsprechender lebenslanger schwerer Invalidität habe ich bisher nur Berichte über ältere Minen gelesen.
Im Gefässbereich denke ich, ist das Hauptproblem das Verbluten, wenn eine der grossen Arterien in diesem Bereich verletzt wird.
Theo


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#90

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.03.2011 18:42
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von Theo85/2

Zitat von willie

Zitat von Theo85/2

Zitat von eisenringtheo
Richtig: Man hätte die Minen von der Feindseite her auslösen müssen, bevor der Durchbruch stattfindet und sich der Zaun bewegt. Und ich denke, das war gar nicht so einfach. Nach Gartenschläger hat man die SM70 diese entsprechend geschützt. Hier im Forum gibt es zum Glück Leute, die genauer wissen, was geht und was nicht geht. So verkneife ich mir weiteres Spekulieren. Wenn man auf der Freundseite des MGZ steht, kann man die Minen wohl nicht ohne Lebensgefahr auslösen, oder doch?
Theo



Ich weis, was geht und was nicht.




Die Minen waren parallel am Zaun befestigt, d.h., Feindwärts trennte nur der Streckmetallzaun und der Pfeiler einen möglichen "Auslöser" von der Mine.

Theo 85/2






Hallo Theo,

eine Auslösung der Anlage konnte sehr einfach sowohl aus feindwärtiger als auch aus freundwärtiger Richtung durchgeführt werden.
Man nahm hierzu einen etwas längeres Seil mit einem Wurfanker (Haken/Drillingshaken) und warf dieses Gerät an/in den Auslösedraht der Anlage. Dieser Haken verfing sich am Auslösedraht. Durch anschließenden Zug am Seil wurde die Anlage (eine, Z.T. auch mehrere ausgelöst. Das Seil mußte jedoch eine entsprechende Länge besitzen; wegen der Streuwirkung der im Trichter der Anlage enthaltenen Metallteile (ca. 4mm große Metallwürfel).
Gruß Willie

Es waren 87 Metallsplitter.Aber zur Auslösung.Was nutzt das?

Theo85/2

In der Variante SM-70: 80 Stahlsplitter 4 x 4 mm.
In der Variante SM-70/M: 20 Wälzlägerkugeln, Durchmesser 8 mm.

http://www.nva-forum.de/nva-board/index....topic=2238&st=0

Die Entwicklung erfolgte im Auftrag des MfNV der DDR.
http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showtopic=788














"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 19.03.2011 18:48 | nach oben springen

#91

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.03.2011 18:47
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von willie

Zitat von Theo85/2

Zitat von eisenringtheo
Richtig: Man hätte die Minen von der Feindseite her auslösen müssen, bevor der Durchbruch stattfindet und sich der Zaun bewegt. Und ich denke, das war gar nicht so einfach. Nach Gartenschläger hat man die SM70 diese entsprechend geschützt. Hier im Forum gibt es zum Glück Leute, die genauer wissen, was geht und was nicht geht. So verkneife ich mir weiteres Spekulieren. Wenn man auf der Freundseite des MGZ steht, kann man die Minen wohl nicht ohne Lebensgefahr auslösen, oder doch?
Theo



Ich weis, was geht und was nicht.




Die Minen waren parallel am Zaun befestigt, d.h., Feindwärts trennte nur der Streckmetallzaun und der Pfeiler einen möglichen "Auslöser" von der Mine.

Theo 85/2






Hallo Theo,

eine Auslösung der Anlage konnte sehr einfach sowohl aus feindwärtiger als auch aus freundwärtiger Richtung durchgeführt werden.
Man nahm hierzu einen etwas längeres Seil mit einem Wurfanker (Haken/Drillingshaken) und warf dieses Gerät an/in den Auslösedraht der Anlage. Dieser Haken verfing sich am Auslösedraht. Durch anschließenden Zug am Seil wurde die Anlage (eine, Z.T. auch mehrere ausgelöst. Das Seil mußte jedoch eine entsprechende Länge besitzen; wegen der Streuwirkung der im Trichter der Anlage enthaltenen Metallteile (ca. 4mm große Metallwürfel).
Gruß Willie




Angelschnur mit Hacken reichte.
Flüchtlinge lösten die Anlage, sofern die Funktion der/den Personen bekannt war, meist mit einem hineingeworfen Ast aus.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#92

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.03.2011 19:52
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Letzendlich stand der enorme Aufwand von Montage,Wartung ,Reperatur..usw in keinem Verhältniss zum Endresultat,die Sperranlagen waren eh schon"Gefährlich" genug.Die Anlagen waren ja nicht gerade "pflegeleicht",abgesehen von Unfällen bei Wartungsarbeiten.



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#93

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.03.2011 20:42
von willie | 612 Beiträge

Zitat von Zermatt
Letzendlich stand der enorme Aufwand von Montage,Wartung ,Reperatur..usw in keinem Verhältniss zum Endresultat,die Sperranlagen waren eh schon"Gefährlich" genug.Die Anlagen waren ja nicht gerade "pflegeleicht",abgesehen von Unfällen bei Wartungsarbeiten.




Es gab Anfangs der 80ziger Jahre (1981?) im Bereich Pfersdorf, N Herleshausen/Wartha, eine Seriendetonation der SM-70 Anlage.
Am Vormittag des folgenden Tages wurden insgesamt 88 SM-70 Anlagen durch Pioniere der GrTr erneuert/instandgesetzt.
Wodurch diese Seriendetonation ausgelöst wurde ist mir nicht bekannt. Vermutet wurde damals eine Spannungsspitze des elektr. Systems.
Seriendetonationen der SM-70 kamen öfter vor, allerdings detonierten meist 3-5 Geräte.

Gruß Willie


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#94

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.03.2011 20:59
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Zitat von willie
Es gab Anfangs der 80ziger Jahre (1981?) im Bereich Pfersdorf, N Herleshausen/Wartha, eine Seriendetonation der SM-70 Anlage.
Am Vormittag des folgenden Tages wurden insgesamt 88 SM-70 Anlagen durch Pioniere der GrTr erneuert/instandgesetzt.
Wodurch diese Seriendetonation ausgelöst wurde ist mir nicht bekannt. Vermutet wurde damals eine Spannungsspitze des elektr. Systems.
(...).

Gruß Willie



Also regelmässig Wetterbericht hören und vor einem Gewitter mit einem Elektro Spannungsprüfer am K2 warten, bis die Spannung am GSSZ weg ist und dann den Durchbruch wagen? Oder ist das auch wieder so eine Internet Halbwahrheit, dass man bei Gewitter den Strom abgestellt hat?
Theo


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#95

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.03.2011 21:03
von willie | 612 Beiträge

Hallo Theo,

Bei aufkommendem Gewitter wurden die Anlagen soweit mir bekannt ist abgeschaltet. Eben weil diese so empfindlich waren.


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
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#96

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2011 01:39
von Zoellner1974 | 37 Beiträge

Seriendetonationen waren ja auch gewollt. Da die Anlagen jeweils nacheinander Oben, Mitte, Unten u.s.w. an den Betonpfählen befestigt waren, wurden mindestens 3 Automaten ausgelöst, um die gesamte Höhe des MGZ abzudecken. Zu den Erdminen sei noch gesagt, dass sie im Winter, wenn der Boden sehr hart gefroren war, kaum die beabsichtigte Wirkung erzielten, da der notwendige Druck zur Auslösung nicht übertragen wurde. Das hatte sich nachher im Kreis potenzieller Flüchtlinge herumgesprochen. Mir sind mindestens zwei Fluchten bekannt, wo dieses anschließend von den genannten Personenkreis berichtet wurde.


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#97

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2011 03:40
von Theo85/2 | 1.198 Beiträge

Zitat von Thunderhorse

Zitat von Theo85/2

Zitat von willie

Zitat von Theo85/2

Zitat von eisenringtheo
Richtig: Man hätte die Minen von der Feindseite her auslösen müssen, bevor der Durchbruch stattfindet und sich der Zaun bewegt. Und ich denke, das war gar nicht so einfach. Nach Gartenschläger hat man die SM70 diese entsprechend geschützt. Hier im Forum gibt es zum Glück Leute, die genauer wissen, was geht und was nicht geht. So verkneife ich mir weiteres Spekulieren. Wenn man auf der Freundseite des MGZ steht, kann man die Minen wohl nicht ohne Lebensgefahr auslösen, oder doch?
Theo



Ich weis, was geht und was nicht.




Die Minen waren parallel am Zaun befestigt, d.h., Feindwärts trennte nur der Streckmetallzaun und der Pfeiler einen möglichen "Auslöser" von der Mine.

Theo 85/2






Hallo Theo,

eine Auslösung der Anlage konnte sehr einfach sowohl aus feindwärtiger als auch aus freundwärtiger Richtung durchgeführt werden.
Man nahm hierzu einen etwas längeres Seil mit einem Wurfanker (Haken/Drillingshaken) und warf dieses Gerät an/in den Auslösedraht der Anlage. Dieser Haken verfing sich am Auslösedraht. Durch anschließenden Zug am Seil wurde die Anlage (eine, Z.T. auch mehrere ausgelöst. Das Seil mußte jedoch eine entsprechende Länge besitzen; wegen der Streuwirkung der im Trichter der Anlage enthaltenen Metallteile (ca. 4mm große Metallwürfel).
Gruß Willie

Es waren 87 Metallsplitter.Aber zur Auslösung.Was nutzt das?

Theo85/2

In der Variante SM-70: 80 Stahlsplitter 4 x 4 mm.
In der Variante SM-70/M: 20 Wälzlägerkugeln, Durchmesser 8 mm.

http://www.nva-forum.de/nva-board/index....topic=2238&st=0

Die Entwicklung erfolgte im Auftrag des MfNV der DDR.
http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showtopic=788
















Ich bleib mal bei dem was ich gelernt habe und nicht unbedingt, was im NVA Forum steht!

Theo 85/2


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#98

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2011 07:39
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Zoellner1974
Seriendetonationen waren ja auch gewollt. .. wurden mindestens 3 Automaten ausgelöst, um die gesamte Höhe des MGZ abzudecken. ...



Gewollt? Technisch bedingt manchmal durch die Schaltung der Zündkreise und dadurch, dass der Auslösedraht am Gehäuse der vorhergehenden Mine befestigt war. Allerdings habe ich es eher selten erlebt, dass eine komplette Höhe (also die drei oder vier Minen übereinander) ausgelöst haben. Vögel haben meist nur die obere Mine "kommen" lassen, andere Tiere meist nur die unterste und dann durch die Erschütterungen am Auslösedraht oft noch die davor und die dahinter. Eine Auslösung durch Menschen habe ich nicht miterlebt mit einer Ausnahme, als ich selbst kurz vor Stapelburg als KS beim Durchlass die oberste Mine über mir ausgelöst habe. Obwohl die Linie da schon längst abgeschaltet war. Weil ich direkt und ganz unten darunter war und die Ladung vor mir abpfiff aber auch wegen des Motorradstahlhelmes ist mir außer einem gewaltigen Dröhnen und Pfeiffen in den Ohren noch Stunden später aber nichts passiert. Wären da auch noch die beiden Minen mitte und unten gekommen, könnte ich hier wohl nicht allzuviel schreiben.
Blitzeinschläge haben manchmal ganze Felder ausgelöst. Wenn das bei der KS hinter dir losging, ist der Eindruck unbeschreiblich. So ähnlich müssen sich Soldaten im Trommelfeuer gefühlt haben. Auch im Vorharz gab es öfter Gewitter.
Mal ganz abgesehen von dem Sackstand danach. Der Abschnitt musste ja dann gesichert werden. Oder anders: Feierabend ade´. Petrus hatte was übrig für uns, er schickte seine Sendboten in meiner Erinnerung immer ungefähr eine halbe Stunde vor Schichtende.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 20.03.2011 07:51 | nach oben springen

#99

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2011 07:46
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von willie
...Bei aufkommendem Gewitter wurden die Anlagen soweit mir bekannt ist abgeschaltet. Eben weil diese so empfindlich waren.



Nicht bloß einfach abgeschaltet. Meiner Erinnerung nach musste der KGSi dann auch die Einschübe ziehen. Manchmal jedoch war das Gewitter einfach schneller und manchmal hat es sogar trotz Abschaltung gekracht.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#100

RE: Minen und SM 70

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2011 08:56
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Da lese ich von den vielen Auslösungen durch Blitzschläge und frage mich, ob es Überlegungen gegeben hat, die Anlagen mit Erd(ungs)seilen auszustatten:
Bei Freileitungen und Eisenbahnoberleitungen ist das üblich und scheint auch nicht so kostspielig zu sein:
http://www-tet.ee.tu-berlin.de/lehre/tet...07/folie034.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Stahl...utsche_Bahn.jpg
Theo


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