#121

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 14:24
von Lutze | 8.033 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #120
Eine prinzipielle Frage:

Ist dieser Thread so zu verstehen, dass Beiträge von jemandem, der noch nie im Strafvollzug war und dazu noch ein Wessi ist, hier nicht erwünscht ist? Möchte man „unter sich“ bleiben? Dann bitte ich, mir das mitzuteilen, ich würde das natürlich respektieren.


"unter sich "bleiben find ich albern,das wäre nicht im Interesse dieses Forums,
wenn mal was verkehrt rüberkommt ,kann man das sachlich ausdiskutieren,
meine Meinung, Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
zuletzt bearbeitet 16.02.2013 14:25 | nach oben springen

#122

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 14:28
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Das Leben und die Realität sind nicht schwarz-weiß. Das Leben ist bunt und Wahrheiten gibt es viele. Aus einigen individuellen Wahrheiten, auf die Wahrheit als Ganzes zu schließen, funktioniert einfach nicht. Das ist, glaube ich das Problem. A+B ist nicht in allen Fällen C. Um es mal mathematisch auszudrücken.


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#123

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 14:32
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Barbara im Beitrag #120
Eine prinzipielle Frage:

Ist dieser Thread so zu verstehen, dass Beiträge von jemandem, der noch nie im Strafvollzug war und dazu noch ein Wessi ist, hier nicht erwünscht ist? Möchte man „unter sich“ bleiben? Dann bitte ich, mir das mitzuteilen, ich würde das natürlich respektieren.



Deine obige Frage ist unsinnig und nicht gerechtfertigt. So etwas gibt es hier nicht. Ich habe schon einiges hier hinnehmen muessen, werde selbst falsch verstanden und verstehe oftmals auch nicht. Dann bruellt der Loewe und leckt sich die Wunden und dann gehts wieder los. Lebe damit. Lese bitte meinen ausfuehrlichen Beitrag nochmal und den Betrag von Lutze und anderen. Es nuetzt nix zu schreiben bis die Tinte versiegt, es sollte gelesen werden oder Interesse gezeigt werden dafuer, was die anderen schreiben. Das gilt fuer alle.

Aha, Du hast wieder viel geschrieben. Was fuehlst Du mit dem Wort Einzelhaft? Tut mir leid Barbara, meine Haerte kann ich nicht ablegen. Mich muss keiner verstehen, sehe es nicht persoenlich. Erfreue Dich daran, dass es hier nicht nur 'nachdemmundredner' gibt, das ist hier gerade das Interessante am Gesamtgeschehen.


zuletzt bearbeitet 16.02.2013 14:33 | nach oben springen

#124

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 15:12
von Anja-Andrea | 902 Beiträge

Da hier ja die Frage aufgeworfen wurde, warum man hier schreibt, möchte ich meine Meinung dazu sagen. Ich kann allerdings nur für mich persönlich sprechen, ich kenne die Beweggründe der anderen nicht. Ich schreibe hier um mich mit anderen auszutauschen, zu lernen und eventuelle Falsche Vorstellungen meinerseits oder die anderer auszuräumen. Meine Hafterlebnisse die ich auf meinem Blog geschrieben habe und weiterführen werde habe ich in erster Linie für mich selbst geschrieben.
Nachdem mir klar geworden war das ich doch einen emotionalen Ballast aus meiner Vergangenheit mit mir herumschleppte, den ich eigentlich nie aufgearbeitet hatte sondern nur verdrängt hatte. Es ist eben meine Art mit der Vergangenheit fertig zu werden damit sie mir nicht ständig wie ein Klotz am bein hängt.
Und da ich in meinem Blog auch einigen Anfeindungen ausgesetzt war, einige waren nicht einverstanden mit meiner Art meine Erlebnisse zu schildern. Ich verharmlose da vieles, ich stelle mich nicht genügend in eine Opferrolle, es ging so weit das behauptet wurde das ehemalige MfS bezahle mich.
Seltsamerweise waren das immer Leute die nicht aus eigenen Erfahrungen sprachen sondern "Sie kannten jemand, der erzählt hat, das es da jemand gibt, dessen Schwager gehört hat........"
Da ich das alles eigentlich nur für mich selber schreibe, ist mir egal was andere darüber denken, ich fühle mich bei meinem bericht nur der Wahrheit verpflichtet und nicht der Vorstellung oder Wunschdenken einiger Zeitgenossen die ihre eigenen politischen Vorstellungen haben und eben nicht sein kann was nicht sein darf. Aber glücklicherweise sind diese Leute eine Minderheit.

Andreas


http://kaube-blog.de/


Lutze, exgakl, turtle, passport, Pitti53 und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.02.2013 15:13 | nach oben springen

#125

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 15:21
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Ameisenferdinand im Beitrag #124
Da hier ja die Frage aufgeworfen wurde, warum man hier schreibt, möchte ich meine Meinung dazu sagen. Ich kann allerdings nur für mich persönlich sprechen, ich kenne die Beweggründe der anderen nicht. Ich schreibe hier um mich mit anderen auszutauschen, zu lernen und eventuelle Falsche Vorstellungen meinerseits oder die anderer auszuräumen. Meine Hafterlebnisse die ich auf meinem Blog geschrieben habe und weiterführen werde habe ich in erster Linie für mich selbst geschrieben.
Nachdem mir klar geworden war das ich doch einen emotionalen Ballast aus meiner Vergangenheit mit mir herumschleppte, den ich eigentlich nie aufgearbeitet hatte sondern nur verdrängt hatte. Es ist eben meine Art mit der Vergangenheit fertig zu werden damit sie mir nicht ständig wie ein Klotz am bein hängt.
Und da ich in meinem Blog auch einigen Anfeindungen ausgesetzt war, einige waren nicht einverstanden mit meiner Art meine Erlebnisse zu schildern. Ich verharmlose da vieles, ich stelle mich nicht genügend in eine Opferrolle, es ging so weit das behauptet wurde das ehemalige MfS bezahle mich.
Seltsamerweise waren das immer Leute die nicht aus eigenen Erfahrungen sprachen sondern "Sie kannten jemand, der erzählt hat, das es da jemand gibt, dessen Schwager gehört hat........"
Da ich das alles eigentlich nur für mich selber schreibe, ist mir egal was andere darüber denken, ich fühle mich bei meinem bericht nur der Wahrheit verpflichtet und nicht der Vorstellung oder Wunschdenken einiger Zeitgenossen die ihre eigenen politischen Vorstellungen haben und eben nicht sein kann was nicht sein darf. Aber glücklicherweise sind diese Leute eine Minderheit.

Andreas


Andreas schrieb: Nachdem mir klar geworden war das ich doch einen emotionalen Ballast aus meiner Vergangenheit mit mir herumschleppte, den ich eigentlich nie aufgearbeitet hatte sondern nur verdrängt hatte. Es ist eben meine Art mit der Vergangenheit fertig zu werden damit sie mir nicht ständig wie ein Klotz am bein hängt.

Genauso erging es mir, und bis heute muessen die Menschen Verstaendnis dafuer haben, dass ich nicht gerne und vorbehaltlos in mein Leben lasse auf eine bestimmte oberflaechliche Art und Weise. Ich halte das denen nicht vor, denn sie koennen nicht wissen, Wohl Ihnen, dass sie nicht wissen! Ich habe angefangen 2010 zu reden und zu schreiben. 23 Jahre habe ich alles in mich hineingefressen und dabei ein ganz 'normales' Leben gelebt weiterhin. Es war mein Leben und ich habe Schwierigkeiten noch damit, vor allem, dass andere ihre Vorstellungen in meine Erfahrungen einbringen wollen. Ich bin nach wie vor aus diesem Grunde ein emotionaler Fluechtling, aber bin mittlerweile mit allem fertig geworden.


zuletzt bearbeitet 16.02.2013 15:24 | nach oben springen

#126

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 16:11
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Ameisenferdinand im Beitrag #124
Da hier ja die Frage aufgeworfen wurde, warum man hier schreibt, möchte ich meine Meinung dazu sagen. Ich kann allerdings nur für mich persönlich sprechen, ich kenne die Beweggründe der anderen nicht. Ich schreibe hier um mich mit anderen auszutauschen, zu lernen und eventuelle Falsche Vorstellungen meinerseits oder die anderer auszuräumen. Meine Hafterlebnisse die ich auf meinem Blog geschrieben habe und weiterführen werde habe ich in erster Linie für mich selbst geschrieben.
Nachdem mir klar geworden war das ich doch einen emotionalen Ballast aus meiner Vergangenheit mit mir herumschleppte, den ich eigentlich nie aufgearbeitet hatte sondern nur verdrängt hatte. Es ist eben meine Art mit der Vergangenheit fertig zu werden damit sie mir nicht ständig wie ein Klotz am bein hängt.
Und da ich in meinem Blog auch einigen Anfeindungen ausgesetzt war, einige waren nicht einverstanden mit meiner Art meine Erlebnisse zu schildern. Ich verharmlose da vieles, ich stelle mich nicht genügend in eine Opferrolle, es ging so weit das behauptet wurde das ehemalige MfS bezahle mich.
Seltsamerweise waren das immer Leute die nicht aus eigenen Erfahrungen sprachen sondern "Sie kannten jemand, der erzählt hat, das es da jemand gibt, dessen Schwager gehört hat........"
Da ich das alles eigentlich nur für mich selber schreibe, ist mir egal was andere darüber denken, ich fühle mich bei meinem bericht nur der Wahrheit verpflichtet und nicht der Vorstellung oder Wunschdenken einiger Zeitgenossen die ihre eigenen politischen Vorstellungen haben und eben nicht sein kann was nicht sein darf. Aber glücklicherweise sind diese Leute eine Minderheit.

Andreas


So nun hat mir der Andreas praktisch den Stab weiter gereicht. Da muss ich einfach darauf antworten. Ich habe da ähnliche Erfahrungen gemacht.
Ich bin eher der ruhige sachliche weil ich der Meinung bin Aufschneiderei ,mich als armem geschundenen politischen Häftling hinzustellen ist nicht mein Ding. Ich wurde nicht schlechter und nicht besser behandelt wie jeder andere Häftling meiner Zeit. Als ausgesuchtes Opfer eines Wärters mit perfider Neigung fühlte ich mich nicht ,denn ich war nicht der Einzige der darunter leiden musste.Menschlichkeit und Perversion sind in einem Gefängnis nie weit entfernt.das betrifft selbstverständlich auch das Miteinander unter Mitgefangenen.,sexuelle Übergriffe inbegriffen. Nun mag jeder der einmal in Haft war auf unterschiedliche Weise diese Zeit verarbeiten. Ich schreibe darüber und versuche aufzuklären ,auch um manche Horrorgeschichte nicht zu bestätigen .Wie kann ich glaubwürdig sein ,wenn morgen ein damaliger Mithäftling auftaucht und mich als Spinner bloßstellt? Aber es könnte sogar sein das ihm das sogar gefällt ,so würde er noch mehr Mitleid bekommen der Arme! Nein Ehrlichkeit wärt am längsten.Und mir ging es wie dem Andreas da man auch von mir lieber nur negatives über die DDR Haft und deren "Schergen" hören wollte warf man mir klügelei mit der Stasi vor.Als Zeitzeuge wurde ich auch schon mal eingeladen,mein Vorredner erzählte Schauer Märchen.Ich wollte es nicht bestätigen. Seit dem bekam ich nie wieder eine Einladung als Zeitzeuge. Dabei würde ich gern das Geld mitnehmen. (Ich bekam150 Euro) Klar ist jede Zusatzeinahme zur Rente willkommen. Aber nicht wenn ich dafür im gewünschtem Sinn des Auftraggebers erzählen muss. Im gemeinsamen Buch von Larissa und mir schrieb ich meine Geschichte auch ohne Effekthascherei , aber es tat mir gut und war gut zur Aufarbeitung dieser Zeit die trotz allem immer noch in mir schmerzt.Die Zeit heilt alle Wunden ,nein tut sie nicht. Aber mit der Zeit versucht man Frieden zu finden ,damit die Wunden nicht ständig aufbrechen. Meinen Frieden kann ich nur finden wenn ich Hass begrabe ,den der Hass macht noch kränker.Und sicherlich verstehe ich auch den der sagt keiner hat Dich gezwungen die DDR illegal zu verlassen ,Du kanntest die Gesetze.
Gezwungen hat mich meine Überzeugung eben gerade das tun zu müssen!!


exgakl, Lutze, Anja-Andrea, Pitti53, Damals87 und erkoe haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#127

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 16:20
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von turtle im Beitrag #126
Zitat von Ameisenferdinand im Beitrag #124
Da hier ja die Frage aufgeworfen wurde, warum man hier schreibt, möchte ich meine Meinung dazu sagen. Ich kann allerdings nur für mich persönlich sprechen, ich kenne die Beweggründe der anderen nicht. Ich schreibe hier um mich mit anderen auszutauschen, zu lernen und eventuelle Falsche Vorstellungen meinerseits oder die anderer auszuräumen. Meine Hafterlebnisse die ich auf meinem Blog geschrieben habe und weiterführen werde habe ich in erster Linie für mich selbst geschrieben.
Nachdem mir klar geworden war das ich doch einen emotionalen Ballast aus meiner Vergangenheit mit mir herumschleppte, den ich eigentlich nie aufgearbeitet hatte sondern nur verdrängt hatte. Es ist eben meine Art mit der Vergangenheit fertig zu werden damit sie mir nicht ständig wie ein Klotz am bein hängt.
Und da ich in meinem Blog auch einigen Anfeindungen ausgesetzt war, einige waren nicht einverstanden mit meiner Art meine Erlebnisse zu schildern. Ich verharmlose da vieles, ich stelle mich nicht genügend in eine Opferrolle, es ging so weit das behauptet wurde das ehemalige MfS bezahle mich.
Seltsamerweise waren das immer Leute die nicht aus eigenen Erfahrungen sprachen sondern "Sie kannten jemand, der erzählt hat, das es da jemand gibt, dessen Schwager gehört hat........"
Da ich das alles eigentlich nur für mich selber schreibe, ist mir egal was andere darüber denken, ich fühle mich bei meinem bericht nur der Wahrheit verpflichtet und nicht der Vorstellung oder Wunschdenken einiger Zeitgenossen die ihre eigenen politischen Vorstellungen haben und eben nicht sein kann was nicht sein darf. Aber glücklicherweise sind diese Leute eine Minderheit.

Andreas


So nun hat mir der Andreas praktisch den Stab weiter gereicht. Da muss ich einfach darauf antworten. Ich habe da ähnliche Erfahrungen gemacht.
Ich bin eher der ruhige sachliche weil ich der Meinung bin Aufschneiderei ,mich als armem geschundenen politischen Häftling hinzustellen ist nicht mein Ding. Ich wurde nicht schlechter und nicht besser behandelt wie jeder andere Häftling meiner Zeit. Als ausgesuchtes Opfer eines Wärters mit perfider Neigung fühlte ich mich nicht ,denn ich war nicht der Einzige der darunter leiden musste.Menschlichkeit und Perversion sind in einem Gefängnis nie weit entfernt.das betrifft selbstverständlich auch das Miteinander unter Mitgefangenen.,sexuelle Übergriffe inbegriffen. Nun mag jeder der einmal in Haft war auf unterschiedliche Weise diese Zeit verarbeiten. Ich schreibe darüber und versuche aufzuklären ,auch um manche Horrorgeschichte nicht zu bestätigen .Wie kann ich glaubwürdig sein ,wenn morgen ein damaliger Mithäftling auftaucht und mich als Spinner bloßstellt? Aber es könnte sogar sein das ihm das sogar gefällt ,so würde er noch mehr Mitleid bekommen der Arme! Nein Ehrlichkeit wärt am längsten.Und mir ging es wie dem Andreas da man auch von mir lieber nur negatives über die DDR Haft und deren "Schergen" hören wollte warf man mir klügelei mit der Stasi vor.Als Zeitzeuge wurde ich auch schon mal eingeladen,mein Vorredner erzählte Schauer Märchen.Ich wollte es nicht bestätigen. Seit dem bekam ich nie wieder eine Einladung als Zeitzeuge. Dabei würde ich gern das Geld mitnehmen. (Ich bekam150 Euro) Klar ist jede Zusatzeinahme zur Rente willkommen. Aber nicht wenn ich dafür im gewünschtem Sinn des Auftraggebers erzählen muss. Im gemeinsamen Buch von Larissa und mir schrieb ich meine Geschichte auch ohne Effekthascherei , aber es tat mir gut und war gut zur Aufarbeitung dieser Zeit die trotz allem immer noch in mir schmerzt. Die Zeit heilt alle Wunden,nein tut sie nicht. Aber mit der Zeit versucht man Frieden zu finden ,damit die Wunden nicht ständig aufbrechen. Meinen Frieden kann ich nur finden wenn ich Hass begrabe ,den der Hass macht noch kränker.Und sicherlich verstehe ich auch den der sagt keiner hat Dich gezwungen die DDR illegal zu verlassen ,Du kanntest die Gesetze.
Gezwungen hat mich meine Überzeugung eben gerade das tun zu müssen!!


Mein Gudster, ja, wenn die Zeit doch heilen wuerde............. nie ueber etwas hinwegzukommen, ich wuerde sagen, das grenzt schon an Folter. Wie Du weisst.


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#128

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 17:34
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Im Sommer 1990 wurde von der Volkskammer der DDR das Gesetz zur Rehabilitierung verabschiedet, hatte aber aufgrund der Wiedervereinigung kaum noch Bedeutung. Im Einigungsvertrag wurde daraufhin die Rehabilitierungsmöglichkeit mit entsprechenden Entschädigungsverpflichtungen, festgelegt. Ich las von einer Opferrente über 250 Euro bei Erfüllung von bestimmten Voraussetzungen und Bedürftigkeit.
Meine Frage ist, wurde diesen Verpflichtung nachgekommen? War es ein schwieriges Procedere und gab es weitere Haftentschädigungen? Wurde kostenlose psychische Betreuung angeboten oder hat man euch hängen lassen?

@Andreas, meiner Tante geht es genauso wir dir!!

@Turtle, morgen fange ich euer Buch an zulesen...ich werde dann ein Feedback geben!


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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#129

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 17:53
von turtle | 6.961 Beiträge

Ich habe darüber schon mehrmals geschrieben ,gib doch mal unter suchen Stichwörter an . Ja es gab nach Überprüfung ob die Vorraussetzungen gegeben waren Haftentschädigung. pro Monat 600 DM.http://de.wikipedia.org/wiki/Haftentsch%C3%A4digung Opferente :
http://de.wikipedia.org/wiki/Opferpension


Grenzverletzerin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#130

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 18:02
von Anja-Andrea | 902 Beiträge

Bei der sogenannten Opferrente gibt es Opfer erster und zweiter Klasse. Ich gehöre zur zweiten Klasse. Da ich mehr verdiene als ein bestimmter Satz bekomme ich keine Opferrente. Ich habe eben nicht gelitten...................................

Andreas


http://kaube-blog.de/


Grenzverletzerin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#131

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 18:06
von Anja-Andrea | 902 Beiträge

Über die SED- Opferrente habe ich im folgenden Beitrag geschrieben.

SED-Opferrente

Andreas


http://kaube-blog.de/


Grenzverletzerin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#132

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 20:56
von Perle | 106 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #126
Zitat von Ameisenferdinand im Beitrag #124
Da hier ja die Frage aufgeworfen wurde, warum man hier schreibt, möchte ich meine Meinung dazu sagen. Ich kann allerdings nur für mich persönlich sprechen, ich kenne die Beweggründe der anderen nicht. Ich schreibe hier um mich mit anderen auszutauschen, zu lernen und eventuelle Falsche Vorstellungen meinerseits oder die anderer auszuräumen. Meine Hafterlebnisse die ich auf meinem Blog geschrieben habe und weiterführen werde habe ich in erster Linie für mich selbst geschrieben.
Nachdem mir klar geworden war das ich doch einen emotionalen Ballast aus meiner Vergangenheit mit mir herumschleppte, den ich eigentlich nie aufgearbeitet hatte sondern nur verdrängt hatte. Es ist eben meine Art mit der Vergangenheit fertig zu werden damit sie mir nicht ständig wie ein Klotz am bein hängt.
Und da ich in meinem Blog auch einigen Anfeindungen ausgesetzt war, einige waren nicht einverstanden mit meiner Art meine Erlebnisse zu schildern. Ich verharmlose da vieles, ich stelle mich nicht genügend in eine Opferrolle, es ging so weit das behauptet wurde das ehemalige MfS bezahle mich.
Seltsamerweise waren das immer Leute die nicht aus eigenen Erfahrungen sprachen sondern "Sie kannten jemand, der erzählt hat, das es da jemand gibt, dessen Schwager gehört hat........"
Da ich das alles eigentlich nur für mich selber schreibe, ist mir egal was andere darüber denken, ich fühle mich bei meinem bericht nur der Wahrheit verpflichtet und nicht der Vorstellung oder Wunschdenken einiger Zeitgenossen die ihre eigenen politischen Vorstellungen haben und eben nicht sein kann was nicht sein darf. Aber glücklicherweise sind diese Leute eine Minderheit.

Andreas


So nun hat mir der Andreas praktisch den Stab weiter gereicht. Da muss ich einfach darauf antworten. Ich habe da ähnliche Erfahrungen gemacht.
Ich bin eher der ruhige sachliche weil ich der Meinung bin Aufschneiderei ,mich als armem geschundenen politischen Häftling hinzustellen ist nicht mein Ding. Ich wurde nicht schlechter und nicht besser behandelt wie jeder andere Häftling meiner Zeit. Als ausgesuchtes Opfer eines Wärters mit perfider Neigung fühlte ich mich nicht ,denn ich war nicht der Einzige der darunter leiden musste.Menschlichkeit und Perversion sind in einem Gefängnis nie weit entfernt.das betrifft selbstverständlich auch das Miteinander unter Mitgefangenen.,sexuelle Übergriffe inbegriffen. Nun mag jeder der einmal in Haft war auf unterschiedliche Weise diese Zeit verarbeiten. Ich schreibe darüber und versuche aufzuklären ,auch um manche Horrorgeschichte nicht zu bestätigen .Wie kann ich glaubwürdig sein ,wenn morgen ein damaliger Mithäftling auftaucht und mich als Spinner bloßstellt? Aber es könnte sogar sein das ihm das sogar gefällt ,so würde er noch mehr Mitleid bekommen der Arme! Nein Ehrlichkeit wärt am längsten.Und mir ging es wie dem Andreas da man auch von mir lieber nur negatives über die DDR Haft und deren "Schergen" hören wollte warf man mir klügelei mit der Stasi vor.Als Zeitzeuge wurde ich auch schon mal eingeladen,mein Vorredner erzählte Schauer Märchen.Ich wollte es nicht bestätigen. Seit dem bekam ich nie wieder eine Einladung als Zeitzeuge. Dabei würde ich gern das Geld mitnehmen. (Ich bekam150 Euro) Klar ist jede Zusatzeinahme zur Rente willkommen. Aber nicht wenn ich dafür im gewünschtem Sinn des Auftraggebers erzählen muss. Im gemeinsamen Buch von Larissa und mir schrieb ich meine Geschichte auch ohne Effekthascherei , aber es tat mir gut und war gut zur Aufarbeitung dieser Zeit die trotz allem immer noch in mir schmerzt.Die Zeit heilt alle Wunden ,nein tut sie nicht. Aber mit der Zeit versucht man Frieden zu finden ,damit die Wunden nicht ständig aufbrechen. Meinen Frieden kann ich nur finden wenn ich Hass begrabe ,den der Hass macht noch kränker.Und sicherlich verstehe ich auch den der sagt keiner hat Dich gezwungen die DDR illegal zu verlassen ,Du kanntest die Gesetze.
Gezwungen hat mich meine Überzeugung eben gerade das tun zu müssen!!


Hallo turtle,

Ich wollte Deinen vorletzten Satz noch vervollständigen.
Man durfte die DDR auch nicht legal verlassen(ins NSW).Wer Anträge auf stänige Ausreise aus der DDR stellte, wurde wenn mich nicht alles täuscht
ebenfalls bestraft und eingesperrt.In meinem Grenzdienst als 19 jähriger Postenführer hatte ich mich auch schon manchmal mit den Gedanken getragen über die Grenze in den Westen abzuhauen.Grund: Unzufriedenheit ,laufende Bestrafung seitens der Kompanieführung aus niedriegen Beweggründen u.s.w.Die einzelnen Stellen wo es günstig war kannte ich ja.Mein Posten hätte nichts bemerkt. Er schlief meistens.Er wäre dann höchstwarscheinlich bestraft worden(Schwedt).Das selbe hätte mir natürlich auch passieren können wenn ich im Dienst geschlafen hätte und mein Posten wäre getürmt.Aber die Angst war zu groß.Zu mal dann meine Angehörigen bestimmt Besuch von der Stasi und andere Unannehmlichkeiten bekommen hätten.So blieb es nur bei diesem Gedanken.

Gruß Perle


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#133

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 21:21
von passport | 2.631 Beiträge

Zitat von Perle im Beitrag #132
Zitat von turtle im Beitrag #126
Zitat von Ameisenferdinand im Beitrag #124
Da hier ja die Frage aufgeworfen wurde, warum man hier schreibt, möchte ich meine Meinung dazu sagen. Ich kann allerdings nur für mich persönlich sprechen, ich kenne die Beweggründe der anderen nicht. Ich schreibe hier um mich mit anderen auszutauschen, zu lernen und eventuelle Falsche Vorstellungen meinerseits oder die anderer auszuräumen. Meine Hafterlebnisse die ich auf meinem Blog geschrieben habe und weiterführen werde habe ich in erster Linie für mich selbst geschrieben.
Nachdem mir klar geworden war das ich doch einen emotionalen Ballast aus meiner Vergangenheit mit mir herumschleppte, den ich eigentlich nie aufgearbeitet hatte sondern nur verdrängt hatte. Es ist eben meine Art mit der Vergangenheit fertig zu werden damit sie mir nicht ständig wie ein Klotz am bein hängt.
Und da ich in meinem Blog auch einigen Anfeindungen ausgesetzt war, einige waren nicht einverstanden mit meiner Art meine Erlebnisse zu schildern. Ich verharmlose da vieles, ich stelle mich nicht genügend in eine Opferrolle, es ging so weit das behauptet wurde das ehemalige MfS bezahle mich.
Seltsamerweise waren das immer Leute die nicht aus eigenen Erfahrungen sprachen sondern "Sie kannten jemand, der erzählt hat, das es da jemand gibt, dessen Schwager gehört hat........"
Da ich das alles eigentlich nur für mich selber schreibe, ist mir egal was andere darüber denken, ich fühle mich bei meinem bericht nur der Wahrheit verpflichtet und nicht der Vorstellung oder Wunschdenken einiger Zeitgenossen die ihre eigenen politischen Vorstellungen haben und eben nicht sein kann was nicht sein darf. Aber glücklicherweise sind diese Leute eine Minderheit.

Andreas


So nun hat mir der Andreas praktisch den Stab weiter gereicht. Da muss ich einfach darauf antworten. Ich habe da ähnliche Erfahrungen gemacht.
Ich bin eher der ruhige sachliche weil ich der Meinung bin Aufschneiderei ,mich als armem geschundenen politischen Häftling hinzustellen ist nicht mein Ding. Ich wurde nicht schlechter und nicht besser behandelt wie jeder andere Häftling meiner Zeit. Als ausgesuchtes Opfer eines Wärters mit perfider Neigung fühlte ich mich nicht ,denn ich war nicht der Einzige der darunter leiden musste.Menschlichkeit und Perversion sind in einem Gefängnis nie weit entfernt.das betrifft selbstverständlich auch das Miteinander unter Mitgefangenen.,sexuelle Übergriffe inbegriffen. Nun mag jeder der einmal in Haft war auf unterschiedliche Weise diese Zeit verarbeiten. Ich schreibe darüber und versuche aufzuklären ,auch um manche Horrorgeschichte nicht zu bestätigen .Wie kann ich glaubwürdig sein ,wenn morgen ein damaliger Mithäftling auftaucht und mich als Spinner bloßstellt? Aber es könnte sogar sein das ihm das sogar gefällt ,so würde er noch mehr Mitleid bekommen der Arme! Nein Ehrlichkeit wärt am längsten.Und mir ging es wie dem Andreas da man auch von mir lieber nur negatives über die DDR Haft und deren "Schergen" hören wollte warf man mir klügelei mit der Stasi vor.Als Zeitzeuge wurde ich auch schon mal eingeladen,mein Vorredner erzählte Schauer Märchen.Ich wollte es nicht bestätigen. Seit dem bekam ich nie wieder eine Einladung als Zeitzeuge. Dabei würde ich gern das Geld mitnehmen. (Ich bekam150 Euro) Klar ist jede Zusatzeinahme zur Rente willkommen. Aber nicht wenn ich dafür im gewünschtem Sinn des Auftraggebers erzählen muss. Im gemeinsamen Buch von Larissa und mir schrieb ich meine Geschichte auch ohne Effekthascherei , aber es tat mir gut und war gut zur Aufarbeitung dieser Zeit die trotz allem immer noch in mir schmerzt.Die Zeit heilt alle Wunden ,nein tut sie nicht. Aber mit der Zeit versucht man Frieden zu finden ,damit die Wunden nicht ständig aufbrechen. Meinen Frieden kann ich nur finden wenn ich Hass begrabe ,den der Hass macht noch kränker.Und sicherlich verstehe ich auch den der sagt keiner hat Dich gezwungen die DDR illegal zu verlassen ,Du kanntest die Gesetze.
Gezwungen hat mich meine Überzeugung eben gerade das tun zu müssen!!


Hallo turtle,

Ich wollte Deinen vorletzten Satz noch vervollständigen.
Man durfte die DDR auch nicht legal verlassen(ins NSW).Wer Anträge auf stänige Ausreise aus der DDR stellte, wurde wenn mich nicht alles täuscht
ebenfalls bestraft und eingesperrt
.In meinem Grenzdienst als 19 jähriger Postenführer hatte ich mich auch schon manchmal mit den Gedanken getragen über die Grenze in den Westen abzuhauen.Grund: Unzufriedenheit ,laufende Bestrafung seitens der Kompanieführung aus niedriegen Beweggründen u.s.w.Die einzelnen Stellen wo es günstig war kannte ich ja.Mein Posten hätte nichts bemerkt. Er schlief meistens.Er wäre dann höchstwarscheinlich bestraft worden(Schwedt).Das selbe hätte mir natürlich auch passieren können wenn ich im Dienst geschlafen hätte und mein Posten wäre getürmt.Aber die Angst war zu groß.Zu mal dann meine Angehörigen bestimmt Besuch von der Stasi und andere Unannehmlichkeiten bekommen hätten.So blieb es nur bei diesem Gedanken.

Gruß Perle


Ja Perle, man kann sich täuschen. Zeig mir mal den § des DDR-StGB wo eine Antragsstellung strafrechtlich verfolgt wurde ?

passport


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#134

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 17.02.2013 04:54
von Major Tom | 851 Beiträge

Zitat von Polter im Beitrag #97
Die Vorgehensweise des Arztes, einen Häftling in der Zelle aufzusuchen, finde ich schon bemerkenswert. In welchem Knast dieser Welt
erfolgt das ? Mit Husten oder Schnuppen wird der Häftling vorgeführt zur Sprechzeit und ins Sprechzimmer des Anstaltarztes. Also, ich sehe hier nichts, was man verurteilen könnte!



Du kannst von mir aus gerne aus welchen Gruenden auch immer diesen von mir vorab geschilderten Fall nach Deinem Geschmack umdichten, letztendlich kommt aber nur Quatsch dabei heraus. Fakt ist: Ich hatte eine schwere Erkaeltung dem Schliesser gemeldet welcher einen Arzt schickte und jener mir empfahl kaltes Wasser die Nase hochzuziehen. Das findest du also in Ordnung... Naja, und deine Bemerkung zur Sprechzeit und Sprechzimmer war wohl zur allgemeinen Belustigung gedacht.


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
http://www.costarica-forum.net
http://directorios-costarica.com
http://www.link-team.net
Pit 59 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#135

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 17.02.2013 08:19
von Polter (gelöscht)
avatar

Ich möchte das Thema vom Mitglied Ameisenferdinand nicht zertrollen.
Ameisenferdinand, ich zolle Dir großen Respekt. Deine Erfahrungsberichte aus Deiner sicherlich schlimmsten Zeit Deines Lebens sind für mich
interessant und informativ. Das Geschehen kann ich nachvolziehen und halte die Beiträge, auch auf Deinen Blog, für autentisch. Letztendlich halte ich Dich auch für sehr mutig. Mach bitte weiter.........und beware Deine Haltung.

Aus Achtung zum Mitglied Eisenferdinand antworte ich dem User Major Tom nur, daß ich mich bedanke dafür, daß er mir D E N K E N zugesteht.
Meine Beiträge zur allgemeinen Belustigung, gucke nach, die plaziere ich schon in der Rubrik " mal was zum lachen ".


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#136

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 17.02.2013 10:01
von Perle | 106 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #133
Zitat von Perle im Beitrag #132
Zitat von turtle im Beitrag #126
Zitat von Ameisenferdinand im Beitrag #124
Da hier ja die Frage aufgeworfen wurde, warum man hier schreibt, möchte ich meine Meinung dazu sagen. Ich kann allerdings nur für mich persönlich sprechen, ich kenne die Beweggründe der anderen nicht. Ich schreibe hier um mich mit anderen auszutauschen, zu lernen und eventuelle Falsche Vorstellungen meinerseits oder die anderer auszuräumen. Meine Hafterlebnisse die ich auf meinem Blog geschrieben habe und weiterführen werde habe ich in erster Linie für mich selbst geschrieben.
Nachdem mir klar geworden war das ich doch einen emotionalen Ballast aus meiner Vergangenheit mit mir herumschleppte, den ich eigentlich nie aufgearbeitet hatte sondern nur verdrängt hatte. Es ist eben meine Art mit der Vergangenheit fertig zu werden damit sie mir nicht ständig wie ein Klotz am bein hängt.
Und da ich in meinem Blog auch einigen Anfeindungen ausgesetzt war, einige waren nicht einverstanden mit meiner Art meine Erlebnisse zu schildern. Ich verharmlose da vieles, ich stelle mich nicht genügend in eine Opferrolle, es ging so weit das behauptet wurde das ehemalige MfS bezahle mich.
Seltsamerweise waren das immer Leute die nicht aus eigenen Erfahrungen sprachen sondern "Sie kannten jemand, der erzählt hat, das es da jemand gibt, dessen Schwager gehört hat........"
Da ich das alles eigentlich nur für mich selber schreibe, ist mir egal was andere darüber denken, ich fühle mich bei meinem bericht nur der Wahrheit verpflichtet und nicht der Vorstellung oder Wunschdenken einiger Zeitgenossen die ihre eigenen politischen Vorstellungen haben und eben nicht sein kann was nicht sein darf. Aber glücklicherweise sind diese Leute eine Minderheit.

Andreas


So nun hat mir der Andreas praktisch den Stab weiter gereicht. Da muss ich einfach darauf antworten. Ich habe da ähnliche Erfahrungen gemacht.
Ich bin eher der ruhige sachliche weil ich der Meinung bin Aufschneiderei ,mich als armem geschundenen politischen Häftling hinzustellen ist nicht mein Ding. Ich wurde nicht schlechter und nicht besser behandelt wie jeder andere Häftling meiner Zeit. Als ausgesuchtes Opfer eines Wärters mit perfider Neigung fühlte ich mich nicht ,denn ich war nicht der Einzige der darunter leiden musste.Menschlichkeit und Perversion sind in einem Gefängnis nie weit entfernt.das betrifft selbstverständlich auch das Miteinander unter Mitgefangenen.,sexuelle Übergriffe inbegriffen. Nun mag jeder der einmal in Haft war auf unterschiedliche Weise diese Zeit verarbeiten. Ich schreibe darüber und versuche aufzuklären ,auch um manche Horrorgeschichte nicht zu bestätigen .Wie kann ich glaubwürdig sein ,wenn morgen ein damaliger Mithäftling auftaucht und mich als Spinner bloßstellt? Aber es könnte sogar sein das ihm das sogar gefällt ,so würde er noch mehr Mitleid bekommen der Arme! Nein Ehrlichkeit wärt am längsten.Und mir ging es wie dem Andreas da man auch von mir lieber nur negatives über die DDR Haft und deren "Schergen" hören wollte warf man mir klügelei mit der Stasi vor.Als Zeitzeuge wurde ich auch schon mal eingeladen,mein Vorredner erzählte Schauer Märchen.Ich wollte es nicht bestätigen. Seit dem bekam ich nie wieder eine Einladung als Zeitzeuge. Dabei würde ich gern das Geld mitnehmen. (Ich bekam150 Euro) Klar ist jede Zusatzeinahme zur Rente willkommen. Aber nicht wenn ich dafür im gewünschtem Sinn des Auftraggebers erzählen muss. Im gemeinsamen Buch von Larissa und mir schrieb ich meine Geschichte auch ohne Effekthascherei , aber es tat mir gut und war gut zur Aufarbeitung dieser Zeit die trotz allem immer noch in mir schmerzt.Die Zeit heilt alle Wunden ,nein tut sie nicht. Aber mit der Zeit versucht man Frieden zu finden ,damit die Wunden nicht ständig aufbrechen. Meinen Frieden kann ich nur finden wenn ich Hass begrabe ,den der Hass macht noch kränker.Und sicherlich verstehe ich auch den der sagt keiner hat Dich gezwungen die DDR illegal zu verlassen ,Du kanntest die Gesetze.
Gezwungen hat mich meine Überzeugung eben gerade das tun zu müssen!!


Hallo turtle,

Ich wollte Deinen vorletzten Satz noch vervollständigen.
Man durfte die DDR auch nicht legal verlassen(ins NSW).Wer Anträge auf stänige Ausreise aus der DDR stellte, wurde wenn mich nicht alles täuscht
ebenfalls bestraft und eingesperrt
.In meinem Grenzdienst als 19 jähriger Postenführer hatte ich mich auch schon manchmal mit den Gedanken getragen über die Grenze in den Westen abzuhauen.Grund: Unzufriedenheit ,laufende Bestrafung seitens der Kompanieführung aus niedriegen Beweggründen u.s.w.Die einzelnen Stellen wo es günstig war kannte ich ja.Mein Posten hätte nichts bemerkt. Er schlief meistens.Er wäre dann höchstwarscheinlich bestraft worden(Schwedt).Das selbe hätte mir natürlich auch passieren können wenn ich im Dienst geschlafen hätte und mein Posten wäre getürmt.Aber die Angst war zu groß.Zu mal dann meine Angehörigen bestimmt Besuch von der Stasi und andere Unannehmlichkeiten bekommen hätten.So blieb es nur bei diesem Gedanken.

Gruß Perle


Ja Perle, man kann sich täuschen. Zeig mir mal den § des DDR-StGB wo eine Antragsstellung strafrechtlich verfolgt wurde ?

passport




Hallo passport,

man kann sich täuschen.Aber in diesem Fall wohl nicht. Ich weiß was der Unterschied zwischen Republikflucht (§ 213 Abs. 2 StGB)und Antragstellung auf dauerhafte Ausreise aus der DDR ist.Wenn es dafür keinen extra Paragraphen gab war es eben Behörden-Willkür.Die DDR Bürger die ausreisen wollten,aus welchem Grund auch immer,wurden dazu gedrängt den Antrag wieder zurück zuziehen.Wer es nicht tat wurde entweder eingesperrt oder hatte andere Repressalien zu ertragen(z.B. Berufsverbot,Wegnahme der Kinder ,Verhöre und Bespitzelung durch Stasi-Schergen u.s.w.).
Zu diesen Themen wurde schon mehrmals im Fernsehen und in Büchern darüber berichtet.Ich glaube nicht das diese Fernsehberichte erfunden wurden.

Perle


Kimble hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#137

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 17.02.2013 18:06
von Major Tom | 851 Beiträge

Zitat von Polter im Beitrag #135
Aus Achtung zum Mitglied Eisenferdinand antworte ich dem User Major Tom nur, daß ich mich bedanke dafür, daß er mir D E N K E N zugesteht.


Interessant, und das soll ich genau wo geschrieben haben?


Zitat von Polter im Beitrag #135
Meine Beiträge zur allgemeinen Belustigung, gucke nach, die plaziere ich schon in der Rubrik " mal was zum lachen ".


Auch interessant, auch hier frage ich mich wo ich das geschrieben haben soll. Mach dir doch bitte mal die Muehe (moeglichst vor dem Schreiben einer Antwort) in welchem Zusammenhang ich ''zur allgemeinen Belustigung'' geschrieben habe.

Siehst du, das Leben kann mit etwas Muehe doch so einfach sein.


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
http://www.costarica-forum.net
http://directorios-costarica.com
http://www.link-team.net
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#138

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 17.02.2013 18:28
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Perle im Beitrag #136
Zitat von passport im Beitrag #133
Zitat von Perle im Beitrag #132
Zitat von turtle im Beitrag #126
Zitat von Ameisenferdinand im Beitrag #124
Da hier ja die Frage aufgeworfen wurde, warum man hier schreibt, möchte ich meine Meinung dazu sagen. Ich kann allerdings nur für mich persönlich sprechen, ich kenne die Beweggründe der anderen nicht. Ich schreibe hier um mich mit anderen auszutauschen, zu lernen und eventuelle Falsche Vorstellungen meinerseits oder die anderer auszuräumen. Meine Hafterlebnisse die ich auf meinem Blog geschrieben habe und weiterführen werde habe ich in erster Linie für mich selbst geschrieben.
Nachdem mir klar geworden war das ich doch einen emotionalen Ballast aus meiner Vergangenheit mit mir herumschleppte, den ich eigentlich nie aufgearbeitet hatte sondern nur verdrängt hatte. Es ist eben meine Art mit der Vergangenheit fertig zu werden damit sie mir nicht ständig wie ein Klotz am bein hängt.
Und da ich in meinem Blog auch einigen Anfeindungen ausgesetzt war, einige waren nicht einverstanden mit meiner Art meine Erlebnisse zu schildern. Ich verharmlose da vieles, ich stelle mich nicht genügend in eine Opferrolle, es ging so weit das behauptet wurde das ehemalige MfS bezahle mich.
Seltsamerweise waren das immer Leute die nicht aus eigenen Erfahrungen sprachen sondern "Sie kannten jemand, der erzählt hat, das es da jemand gibt, dessen Schwager gehört hat........"
Da ich das alles eigentlich nur für mich selber schreibe, ist mir egal was andere darüber denken, ich fühle mich bei meinem bericht nur der Wahrheit verpflichtet und nicht der Vorstellung oder Wunschdenken einiger Zeitgenossen die ihre eigenen politischen Vorstellungen haben und eben nicht sein kann was nicht sein darf. Aber glücklicherweise sind diese Leute eine Minderheit.

Andreas


So nun hat mir der Andreas praktisch den Stab weiter gereicht. Da muss ich einfach darauf antworten. Ich habe da ähnliche Erfahrungen gemacht.
Ich bin eher der ruhige sachliche weil ich der Meinung bin Aufschneiderei ,mich als armem geschundenen politischen Häftling hinzustellen ist nicht mein Ding. Ich wurde nicht schlechter und nicht besser behandelt wie jeder andere Häftling meiner Zeit. Als ausgesuchtes Opfer eines Wärters mit perfider Neigung fühlte ich mich nicht ,denn ich war nicht der Einzige der darunter leiden musste.Menschlichkeit und Perversion sind in einem Gefängnis nie weit entfernt.das betrifft selbstverständlich auch das Miteinander unter Mitgefangenen.,sexuelle Übergriffe inbegriffen. Nun mag jeder der einmal in Haft war auf unterschiedliche Weise diese Zeit verarbeiten. Ich schreibe darüber und versuche aufzuklären ,auch um manche Horrorgeschichte nicht zu bestätigen .Wie kann ich glaubwürdig sein ,wenn morgen ein damaliger Mithäftling auftaucht und mich als Spinner bloßstellt? Aber es könnte sogar sein das ihm das sogar gefällt ,so würde er noch mehr Mitleid bekommen der Arme! Nein Ehrlichkeit wärt am längsten.Und mir ging es wie dem Andreas da man auch von mir lieber nur negatives über die DDR Haft und deren "Schergen" hören wollte warf man mir klügelei mit der Stasi vor.Als Zeitzeuge wurde ich auch schon mal eingeladen,mein Vorredner erzählte Schauer Märchen.Ich wollte es nicht bestätigen. Seit dem bekam ich nie wieder eine Einladung als Zeitzeuge. Dabei würde ich gern das Geld mitnehmen. (Ich bekam150 Euro) Klar ist jede Zusatzeinahme zur Rente willkommen. Aber nicht wenn ich dafür im gewünschtem Sinn des Auftraggebers erzählen muss. Im gemeinsamen Buch von Larissa und mir schrieb ich meine Geschichte auch ohne Effekthascherei , aber es tat mir gut und war gut zur Aufarbeitung dieser Zeit die trotz allem immer noch in mir schmerzt.Die Zeit heilt alle Wunden ,nein tut sie nicht. Aber mit der Zeit versucht man Frieden zu finden ,damit die Wunden nicht ständig aufbrechen. Meinen Frieden kann ich nur finden wenn ich Hass begrabe ,den der Hass macht noch kränker.Und sicherlich verstehe ich auch den der sagt keiner hat Dich gezwungen die DDR illegal zu verlassen ,Du kanntest die Gesetze.
Gezwungen hat mich meine Überzeugung eben gerade das tun zu müssen!!


Hallo turtle,

Ich wollte Deinen vorletzten Satz noch vervollständigen.
Man durfte die DDR auch nicht legal verlassen(ins NSW).Wer Anträge auf stänige Ausreise aus der DDR stellte, wurde wenn mich nicht alles täuscht
ebenfalls bestraft und eingesperrt
.In meinem Grenzdienst als 19 jähriger Postenführer hatte ich mich auch schon manchmal mit den Gedanken getragen über die Grenze in den Westen abzuhauen.Grund: Unzufriedenheit ,laufende Bestrafung seitens der Kompanieführung aus niedriegen Beweggründen u.s.w.Die einzelnen Stellen wo es günstig war kannte ich ja.Mein Posten hätte nichts bemerkt. Er schlief meistens.Er wäre dann höchstwarscheinlich bestraft worden(Schwedt).Das selbe hätte mir natürlich auch passieren können wenn ich im Dienst geschlafen hätte und mein Posten wäre getürmt.Aber die Angst war zu groß.Zu mal dann meine Angehörigen bestimmt Besuch von der Stasi und andere Unannehmlichkeiten bekommen hätten.So blieb es nur bei diesem Gedanken.

Gruß Perle


Ja Perle, man kann sich täuschen. Zeig mir mal den § des DDR-StGB wo eine Antragsstellung strafrechtlich verfolgt wurde ?

passport




Hallo passport,

man kann sich täuschen.Aber in diesem Fall wohl nicht. Ich weiß was der Unterschied zwischen Republikflucht (§ 213 Abs. 2 StGB)und Antragstellung auf dauerhafte Ausreise aus der DDR ist.Wenn es dafür keinen extra Paragraphen gab war es eben Behörden-Willkür.Die DDR Bürger die ausreisen wollten,aus welchem Grund auch immer,wurden dazu gedrängt den Antrag wieder zurück zuziehen.Wer es nicht tat wurde entweder eingesperrt oder hatte andere Repressalien zu ertragen(z.B. Berufsverbot,Wegnahme der Kinder ,Verhöre und Bespitzelung durch Stasi-Schergen u.s.w.).
Zu diesen Themen wurde schon mehrmals im Fernsehen und in Büchern darüber berichtet.Ich glaube nicht das diese Fernsehberichte erfunden wurden.

Perle



Perle,

wie kam es dann aber, dass z.B. im ersten Halbjahr 1988 über 10.000 Bürger der DDR in die BRD bzw. nach WB übergesiedelt sind und sich unter diesen auch Kinder und Jugendliche befanden ?
Nahm man den Antrag nicht zurück, wurde man auch nicht eingesperrt, da mussten dann schon weitere Gesetzesverletzungen folgen.


zuletzt bearbeitet 17.02.2013 18:33 | nach oben springen

#139

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 17.02.2013 18:32
von passport | 2.631 Beiträge

Hallo Perle,

dieses Thema ist hier schon gehändelt worden. Tipp Suchfunktion nutzen oder

MfS UHA Suhl anklicken

Interessant sind eigentlich nur die Beiträge von Feliks D. , Butterflieger und Ameisenferdinand.

Wenn es dafür keinen extra Paragraphen gab war es eben Behörden-Willkür.Die DDR Bürger die ausreisen wollten,aus welchem Grund auch immer,wurden dazu gedrängt den Antrag wieder zurück zuziehen.Wer es nicht tat wurde entweder eingesperrt oder hatte andere Repressalien zu ertragen(z.B. Berufsverbot,Wegnahme der Kinder ,Verhöre und Bespitzelung durch Stasi-Schergen u.s.w.).
Zu diesen Themen wurde schon mehrmals im Fernsehen und in Büchern darüber berichtet.Ich glaube nicht das diese Fernsehberichte erfunden wurden.

Perle


Mit dem Glauben ist das so eine Sache. Man glaubt oder man glaubt nicht. Da musst Du dir erstmal die Frage stellen, von wem und warum diese Filme produziert werden. Diese Filme sind nicht hergestellt worden, um die Bevölkerung aufzuklären, sondern um die ehemalige DDR zu delegitimieren. Dafür stehen alleine der BStU 100 Millionen Euro Steuergelder zur Verfügung. Sie dienen insbesondere auch dazu das MfS und ihre MA und IM,s zu kriminalisieren und zu diffamieren.

Buchtipp :

GL aD. W. Schwanitz erklärte am 06.06.2009 in der "Jungen Welt" folgendes:

"Der bürgerliche Rechtsstaat und der sozialistische Rechtsstaat sind nicht miteinander zu vergleichen, weil das sozialistische Recht und das bürgerliche Recht auf unterschiedliche Prinzipien fußen. Es gibt kein neutrales Recht, es ist immer an die herrschenden politischen Verhältnisse gebunden."

"Die DDR hatte schon legitime Interesse daran ihre gut ausgebildeten Fachkräfte zu behalten. Denn Ausreisende oder Flüchtlinge entzogen sich der Gegenleistung für Ihre kostenlose Ausbildung, ihrer Vernantwortung bei der Umgestaltung der DDR,...., und manche stellen sich heute als "Märtyrer" dar.
(Auszug aus "Guten Tag, Passkontrolle der DDR")

passport


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#140

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 17.02.2013 19:36
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von passport im Beitrag #139

Mit dem Glauben ist das so eine Sache. Man glaubt oder man glaubt nicht. Da musst Du dir erstmal die Frage stellen, von wem und warum diese Filme produziert werden. Diese Filme sind nicht hergestellt worden, um die Bevölkerung aufzuklären, sondern um die ehemalige DDR zu delegitimieren. Dafür stehen alleine der BStU 100 Millionen Euro Steuergelder zur Verfügung. Sie dienen insbesondere auch dazu das MfS und ihre MA und IM,s zu kriminalisieren und zu diffamieren.

passport
Zum Thema Glauben und Filme möchte ich da an nur eine "Kleine" Begebenheit erinnern....
Weitere Zeitungsartikel,Parolen und Filmchen zur Verarschung der ehem. DDR-Bevölkerung erspar ich mir....... und euch.


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