#21

RE: Hierarchie bei GT

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.07.2009 15:16
von Ernest | 210 Beiträge

Hallo Karl,

Als Postenführer hatte man einen grünen Balken auf den Schulterstücken, das stimmt. Die wurden auch nicht ständig gewechselt. Wenn man Postenführer war, hieß es noch lange nicht, daß man auch ständig als Postenfüher raus ging. Lief man Kontrolle mit einem Uffz. oder so, dann war man trotz Befähigung zum Postenführer, nur Posten. Es sei denn, es war ein Neuzugang und er hatte noch nicht die Erfahrung, wie ein gedienter Postenführer, der sich mit dem Umfeld und der Materie besser auskannte.
Nur das war die Ausnahme und dann auch nur die erste Zeit, bis sich der Neue eingefuchst hatte.

Die Postenpaare selbst, wechselten eigentlich täglich. Es kam schon mal vor, das man mit dem Gleichen zweimal hinter einander draußen war. Aber das war nicht die Regel, eher die Ausnahme.
Bei ca. 14 Mann im Zug, war man ehe alle paar Tage mit den gleichen Leuten draußen.

Gruß
Herbert


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#22

RE: Hierarchie bei GT

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.07.2009 16:05
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Hallo Karl
Es ist so wie Herbert,es schreibt.Die grünen Balken blieben ständig drauf,sogar auf der Ausgangsuniform.
Es kam auch mal vor,das 2 PF in den Grenzdienst gingen,das nannten wir EK-Schicht.Aber das war selten und da wurde auch nur einer als PF eingeteilt.

Angefügte Bilder:
DSC00005.JPG

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#23

RE: Hierarchie bei GT

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.07.2009 16:16
von Ernest | 210 Beiträge

sag mal Rostocker, was ist denn das linke Schulterstück für ein`s ????
Das kenne ich gar nicht. Die andern beiden....naja, die haben wir selbst lange genug geschleppt.

Gruß
Herbert


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#24

RE: Hierarchie bei GT

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.07.2009 16:41
von Ernest | 210 Beiträge

Ich glaube, so langsam kommt die Erinnerung zurück..........die Rechten waren für die Ausgangsuniform, links Feldienst.
Die Rechten hab ich mir ja damals mit nach Hause genommen. Die gucken mich von Zeit zu Zeit nun schon seit 36 Jahren an. Da sind die Linken total aus meinem Gedächnis verschwunden.

Ja, ja............Alzheimer läßt grüßen.


zuletzt bearbeitet 22.07.2009 16:44 | nach oben springen

#25

RE: Hierarchie bei GT

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.07.2009 17:04
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Ich glaube, so langsam kommt die Erinnerung zurück..........die Rechten waren für die Ausgangsuniform, links Feldienst.
Die Rechten hab ich mir ja damals mit nach Hause genommen. Die gucken mich von Zeit zu Zeit nun schon seit 36 Jahren an. Da sind die Linken total aus meinem Gedächnis verschwunden.

Ja, ja............Alzheimer läßt grüßen.



Ernest, vor 20 Minuten
--------------------------------------------------------------------------
Kommt vor--sind bei mir auch schon 35 Jahre her, man kann auch sagen 29 Jahre.War mal für 3 Monate zum Reservistendienst noch mal am Kanten.






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#26

RE: Hierarchie bei GT

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.07.2009 18:58
von Ernest | 210 Beiträge

Also mit der Reserve hatte ich Glück. Ich hatte mit vier Mann aus meinem damaligen Betrieb in Thüringen gelernt.
Ich kam gleich drei Monate nach der Lehre zur Fahne, die anderen Drei, ein halbes Jahr später. Alle an die Grenze. Wobei ich der Einzigste war, der an die grüne Grenze kam. Zur Reserve mußte von uns keiner mehr. Da haben wir auch "drei Kreuze" gemacht. Im Allgemeinen hatte man ja Ruhe vor denen, so hieß es jedenfalls. Aber man wußte ja nie............

Gruß
Herbert


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#27

RE: Hierarchie bei GT

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.07.2009 19:11
von karl143 (gelöscht)
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Danke für die vielen Antworten,
es ist schon ein bißchen klarer. Dann konnte es also durchaus möglich sein, das eine Streife mit zwei Soldaten mit dem grünen Balken unterwegs war - aber einer davon war als Postenführer, und der andere nur als Posten eingeteilt?

Hatten denn die Uffz. auch noch einen grünen Balken? Oder brauchten die vielleicht keinen, weil der Dienstgrad automatisch die Befähigung zum Postenführer enthielt? Mann, ich habe aber auch Fragen, kommt aber nur, weil das beim BGS grundweg anders war.
Danke schon mal für die folgenden Antworten.


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#28

RE: Hierarchie bei GT

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.07.2009 19:24
von maja64 (gelöscht)
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Zitat von karl143
Danke für die vielen Antworten,
es ist schon ein bißchen klarer. Dann konnte es also durchaus möglich sein, das eine Streife mit zwei Soldaten mit dem grünen Balken unterwegs war - aber einer davon war als Postenführer, und der andere nur als Posten eingeteilt?

Hatten denn die Uffz. auch noch einen grünen Balken? Oder brauchten die vielleicht keinen, weil der Dienstgrad automatisch die Befähigung zum Postenführer enthielt? Mann, ich habe aber auch Fragen, kommt aber nur, weil das beim BGS grundweg anders war.
Danke schon mal für die folgenden Antworten.



Hallo karl

Zu deiner ersten Frage,definitiv Nein.Grüne Balken hatten nur Soldaten und Gefreite.
Zur zweiten Frage,Ja wegen des Dienstgrades.Der Uffz.konnte aber auch Posten sein wenn er zum Beispiel mit einen Leutnant draußen war.Aber eine solche Zusammenstellung war in der Regel kein Postenpaar sondern eine Streife.Wie ich ja auch behaupten würde das Uffze als Streife mehrheitlich in Grenzabschnitt unterwegs,weniger waren die mal einfacher Posten.

Gruß,maja


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#29

RE: Hierarchie bei GT

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.07.2009 19:34
von karl143 (gelöscht)
avatar

Hallo Maja64,
ja, jetzt ist mir das klar. Es gab ja Posten und Streifen, im Gegensatz bei uns. Vielen Dank für die Aufklärung.


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#30

RE: Hierarchie bei GT

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.07.2009 20:52
von Ernest | 210 Beiträge

Zitat von karl143

ja, jetzt ist mir das klar. Es gab ja Posten und Streifen, im Gegensatz bei uns. Vielen Dank für die Aufklärung.

===============================================================

Hallo Karl

Wenn wir mit 4-5 Postenpaare im Grenzdienst waren, ist meist ein Gruppenführer (Uffz), mit einem Soldaten, Gefreiten oder wie auch immer, Kontrolle gelaufen. Sie fingen meist an der linken bzw. rechten Trennungslinie an und klapperten alle Postenpaare ab.
Um die 8 Stunden herum zu kriegen, war es meist so, 4 Stunden der rechte Abschnitt, die nächsten 4 Stunden der linke Abschnitt.
Man konnte also immer in etwa ausrechnen, wann man Besuch bekommt. Fingen sie im eigenen Bereich an, dann wußte man genau, man hatte die restlichen Stunden Ruhe. War man im Mittelbereich eingesetzt, dann konnte man nach 3-5 Stunden damit rechnen, daß jemand kommt.

Es kam auch vor, daß der Zugführer, mit einem Gruppenführer oder Gefreiten/ Soldaten unterwegs war. Nur das wußte man ja vorher.
Vor die Kontrollen hatten wir eigentlich keine "Angst". Angst in der Hinsicht, beim Schlafen oder so hochgezogen zu werden.
Bei uns war das eigentlich nicht sooooo ein Vergehen, wie ich teilweise lesen konnte. In anderen Kompanien und in späteren Zeiten mag es anders gewesen sein.
Man hatte zwar versucht, wach zu sein, wenn die Kontrolle kommt, nur immer hat das nicht geklappt.

Wir hatten bei uns mal kurzzeitig einen aus der Nachbarkompanie im Arrest zu sitzen, weil er im Grenzdienst geschlafen hatte. So eine Bestrafung wäre bei uns unvorstellbar gewesen, da ja in dem Moment dieses Vergehen nach "außen" getragen wurde. Das Thema "Schafen" wurde indirekt totgeschwiegen. Wenn es vorkam, dann wußte man es innerhalb des Zuges, weil man ja darüber sprach, nur den Bereich verließ es auch nicht.

Gruß
Herbert


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#31

RE: Hierarchie bei GT

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.07.2009 08:13
von sentry | 1.098 Beiträge

Zitat von maja64
Zitat von karl143

... Dann konnte es also durchaus möglich sein, das eine Streife mit zwei Soldaten mit dem grünen Balken unterwegs war - aber einer davon war als Postenführer, und der andere nur als Posten eingeteilt?

Hatten denn die Uffz. auch noch einen grünen Balken? Oder brauchten die vielleicht keinen, weil der Dienstgrad automatisch die Befähigung zum Postenführer enthielt? ...


Hallo karl

Zu deiner ersten Frage,definitiv Nein.Grüne Balken hatten nur Soldaten und Gefreite....


Ich will nicht krümelkackerig werden, aber hier muss nochmal 'was klargestellt werden, auch wenn es nur ein "Zählfehler" ist.
Die erste Frage handelt von grünbestreiften Soldaten die gemeinsam auf Grenzdienst gehen.
Diese Frage ist definitiv mit JA zu beantworten. Es war durchaus möglich und auch nicht allzu selten, dass zwei Soldaten mit grünen Streifen gemeinsam an die Grenze gingen.
Es gab verschieden Konstellationen.
Die häufigste war die "Altenschicht" oder "E-Schicht", auf die zwei reguläre Gefreite/Postenführer gemeinsam gingen. Einer wurde vor dem GD per Befehl als PF bestimmt. Altenschichten waren prinzipiell cool, weil man sich meist gut verstand oder sogar befreundet war. Allerdings musste man natürlich auf dem Postenpunkt Halbe/Halbe machen, sprich man konnte ja keinen Frischling dienen lassen, während man selbst eher geruht hat.
Die weniger häufige und auch unangenehmere Konstellation war die schon beschriebene, dass ein Soldat vorzeitig Postenführer wurde und dann mit einem EK als Posten an die Grenze ging. In diesem Falle war der Postenführerjob nur pro forma. Im Ernstfalle hätte der junge Genosse wohl die Befehlsgewalt gehabt, im Tagesgeschäft bestimmte aber tatsächlich der EK, wie die Aufteilung der Schicht auf dem Postenpunkt ablief.
In Marienborn stand der Posten üblicherweise 2 Stunden auf dem Postenpunkt und durfte sich dann eine halbe Stunde hinsetzen. EK's untereinander machten Halbe/Halbe bzw. saßen beide, wenn der Postenpunkt das hergab.

Ich bin am 13. August(!) 1987 vorzeitig PF geworden. Unsere EK's gingen erst im Oktober, dass heißt regulär wäre man erst dann PF geworden.
Tatsächlich hatte ich einige Schichten mit EK's als Posten. Ob ich da schon Gefreiter war, weiß ich nicht mehr.
Da ich ja die Befehlsgewalt hatte, teilte ich auch den Postenpunkt und auch die Beobachtungssektoren usw. auf. Natürlich habe ich dann immer mit Respekt vor dem E eine Einteilung gewählt, wie er sich auch getroffen hätte (Er kriegt den Beobachtungssektor des PF und ich mache 2 Stunden/Halbe.). Das ganze lief natürlich nicht befehlsartig ab sondern mehr im Dialog.
Auf geschlossenen Postenpunkten (B-Türmen) hatte das meist zur Folge, dass ich "Kommunismus" hatte, sprich: maximale Diensterleichterung (Waffe und Ausrüstung ablegen, die ganze Schicht sitzen).
Auf offenen Postenpunkten, wo zwangsläufig ein Soldat draußen stehen musste, wurde dann oft tatsächlich Halbe/Halbe gemacht oder zumindest auf eine Stunde/Halbe verkürzt, denn auch die meisten E's hatten Respekt vor der vorzeitigen PF-Befähigung und honorierten, dass man als glatter PF nicht versuchte, den Harten zu spielen.

Uffze gingen in Marienborn als KGSi, als Postenführer der 3-Mann-Truppe auf die A1 an der Grenzlinie, selten als PF der Kontrollstreife und selten als Aufführende auf die Eisenbahn-GÜSt.
Auf die A1 gingen nur besondere "Schiffs-Uffze", die während ihrer ganzen Zeit an der Grenze praktisch nichts anderes machten, und so oft auf über 400 Schichten auf diesem großen Turm an der Linie kamen.


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