#441

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 02:27
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #437
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #436
@grenzverletzerin

Zitat:
"Achtung und Schutz der Würde und Freiheit der Persönlichkeit sind Gebot für alle staatlichen Organe, alle gesellschaftlichen Kräfte und jeden einzelnen Bürger.

Das ist verdammt nochmal in der DDR oft mit Füßen getreten geworden und besonders von den staatlichen Organen.

In unserem vereinten DE gibt es eine Menge Ungerechtigkeiten - meist sozialer Natur - aber als Unrechtsstaat betrachte ich die BR nicht.
So, nun sind wir wieder bei der Definitionsfrage angekommen - wir drehen uns im Kreis!!"


Das ist das traurige an der Geschichte...., die persönlichen Rechte wurden oft in den Hintergrund gedrängt. es gab Übergriffe und Unrecht. auch waren wir nicht mehr bei Marx, wir haben den guten Mann verbogen bis er paßte. Ich beteilige mich bei der Diskussion nur noch weil mir es stinkt die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen, wo ich heute sehe das das Unrecht hier und heute mindestens genauso groß ist. Eine Definition wird es nicht geben, jeder Rechtsbegriff ist abhängig vom moralischen und politischen Verständnis der Gesellschaft. In der Physik sind 50° C auch 50° C egal ob im Sozialismus oder Kapitalismus. Ich möchte jetzt hier nicht aufzählen was an der heutigen Gesllschaft ungerecht ist oder was nicht meinen Begriffen von Rechtsstaatlichkeit entspricht, dann drehen wir uns (oder ich) wirklich im Kreis.

Ich kann damit leben wenn die Aussage getätigt wird - in der DDR wurde Recht gebeugt (das ist ja leider international üblich und an der Tagesordnung). Es ist nicht nur Schwarz oder Weiß, es gibt auch Grau. Nicht umsonst habe ich mich von dem System 1986 entfernt (da war noch alles in Beton gegossen), ich habe manchen Schwachsinn gesehen und auch Unrecht. Nach der "Wende" wurde ich gewendet aber in die andere Richtung, mit dem heutigen Erlebten relativiere ich den Begriff Unrecht....
Es wäre doch um einiges besser, wenn das Thema: "Weniger Unrecht in der Gesellschaft (vermeide den Begriff Rechtsstaat)" hier stände.

Eines noch - wenn Rechtsstaat / Unrechtsstaat, kein Staat hat in meinen Augen das Recht eine Todesstrafe zu praktizieren (wie in der DDR bis Anfang der 80er Jahre gab), oh jetzt habe ich doch glatt dem Klassenfeind Munition geliefert


Und wer ist der Klassenfeind? Ich sehe in diesem Deutschland keine Feinde...........höchstens hin und wieder rechts-und linksaußen ewig Gestrige....aber Feinde, NEIN!


ja , manch einer sieht eben nicht's !!! 'unsichtbare' greifen ganz tief in taschen von 'klassen' ???



DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#442

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 06:58
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Matloh gibt mir Spass, er will nun ganz genau das Wort "Unrechtsstaat" aufschlüsseln, sozusagen Stück für Stück, besser Buchstabe für Buchstabe auseinandernehmen. Aber könnte man sich nicht einigen auf einzelnes Unrecht Ja, aber ganzer Staat DDR Unrecht Nein? Das wäre doch schonmal was womit ich zum Beispiel ganz gut leben könnte.

Lenensläufer

Und einen guten Sonnabend allen ins Forum


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#443

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 07:56
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Wer sich als kleiner Mann mit dem Staat anlegt, der holt überall auf der Welt maximum die Silbermedaille. Also in diesem Sinn gibt es nur Unrechtsstaaten. Die Silbermedaille gibt es nur in unterschiedlichen Darreichungen. Dadurch differenzieren sich die Unrechtsstaaten.


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#444

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 08:34
von DoreHolm | 7.714 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #437
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #436
@grenzverletzerin

Zitat:
"Achtung und Schutz der Würde und Freiheit der Persönlichkeit sind Gebot für alle staatlichen Organe, alle gesellschaftlichen Kräfte und jeden einzelnen Bürger.

Das ist verdammt nochmal in der DDR oft mit Füßen getreten geworden und besonders von den staatlichen Organen.

In unserem vereinten DE gibt es eine Menge Ungerechtigkeiten - meist sozialer Natur - aber als Unrechtsstaat betrachte ich die BR nicht.
So, nun sind wir wieder bei der Definitionsfrage angekommen - wir drehen uns im Kreis!!"


Das ist das traurige an der Geschichte...., die persönlichen Rechte wurden oft in den Hintergrund gedrängt. es gab Übergriffe und Unrecht. auch waren wir nicht mehr bei Marx, wir haben den guten Mann verbogen bis er paßte. Ich beteilige mich bei der Diskussion nur noch weil mir es stinkt die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen, wo ich heute sehe das das Unrecht hier und heute mindestens genauso groß ist. Eine Definition wird es nicht geben, jeder Rechtsbegriff ist abhängig vom moralischen und politischen Verständnis der Gesellschaft. In der Physik sind 50° C auch 50° C egal ob im Sozialismus oder Kapitalismus. Ich möchte jetzt hier nicht aufzählen was an der heutigen Gesllschaft ungerecht ist oder was nicht meinen Begriffen von Rechtsstaatlichkeit entspricht, dann drehen wir uns (oder ich) wirklich im Kreis.

Ich kann damit leben wenn die Aussage getätigt wird - in der DDR wurde Recht gebeugt (das ist ja leider international üblich und an der Tagesordnung). Es ist nicht nur Schwarz oder Weiß, es gibt auch Grau. Nicht umsonst habe ich mich von dem System 1986 entfernt (da war noch alles in Beton gegossen), ich habe manchen Schwachsinn gesehen und auch Unrecht. Nach der "Wende" wurde ich gewendet aber in die andere Richtung, mit dem heutigen Erlebten relativiere ich den Begriff Unrecht....
Es wäre doch um einiges besser, wenn das Thema: "Weniger Unrecht in der Gesellschaft (vermeide den Begriff Rechtsstaat)" hier stände.

Eines noch - wenn Rechtsstaat / Unrechtsstaat, kein Staat hat in meinen Augen das Recht eine Todesstrafe zu praktizieren (wie in der DDR bis Anfang der 80er Jahre gab), oh jetzt habe ich doch glatt dem Klassenfeind Munition geliefert


Und wer ist der Klassenfeind? Ich sehe in diesem Deutschland keine Feinde...........höchstens hin und wieder rechts-und linksaußen ewig Gestrige....aber Feinde, NEIN!


Rot: Als das, was man eben so als Feind definieren könnte, sieht es zwar im Moment nicht aus, aber als Klassen würde ich sie schon betrachten, und zwar als antagonistische, also mit völlig gegensätzlichen Interessen. Es muß immer noch so eingeteilt werden in die PM Besitzenden und die Nichtbesitzenden, ob das nun Leuten passt oder nicht. Wenn ich Unternehmer bin und andere Leute für mich arbeiten lasse, die also von mir direkt abhängig sind, habe ich andere Interessen als wenn ich weiß, alles das, was ich hier bediene und anfasse, Materialien, maschinen, Computer, Instrumente u.a., das gehört mir nicht und von meiner Arbeit geht ein Teil davon in die Privatschatulle dessen, der diese Gegenstände besitzt. Da ist es erst mal völlig nebenschlich, wie sozial der Besitzende eingestellt ist, wie er selbst mit 12 oder mehr Stundentag schuftet, wieviel er für gemeinnützige zwecke spendet u.a. Die Grundinteressen sind eben veschieden und wenn die Decke sehr knapp wird, kann dieser "Status Quo" auch ganz schnell in offene Feindschaft umschlagen. Das sollte bei allem relativen sozialem Frieden im Moment nie vergessen werden.



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#445

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 09:02
von Rostocker | 7.736 Beiträge

Ich habe mal so einiges hier mit gelesen und vieles muß man sich nicht antun.Aber ich stelle mir mal selbst die Frage.Wer legt eigentlich fest,was ein Unrechtsstaat ist? Wer versucht mir das einzutrichtern? Geschiet nicht in jeden Staat Unrecht--wo das Volk aussen vorbleibt? Ja alles solche Fragen.Aber was ein Unrechtsstaat ist und was ich für Unrecht halte.Das entscheide ich immer noch für mich selber und keine so daher gelaufene Partei.Aber um auf das Thema--DDR als Unrechtsstaat zurückzukommen.Ich persönlich hatte nicht das Empfinden,das es ein Unrechtsstaat war in dem ich aufgewachsen bin und meine tägliche Arbeit nachging.Auch mit viel Unzufriedenheit.Sicher gab es auch Unrecht in der DDR,das ist ja nicht zu verschweigen.Aber gibt es eigentlich einen Staat in dieser Welt,wo es kein Unrecht gibt?Wichtig ist doch,das jeder aus begangenen Unrecht lernt.


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#446

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 09:05
von utkieker | 2.929 Beiträge

Mit dem Unrechtsstaat ist es so, ich kenne keinen Präsidenten der Welt, keinen "rechtmäßigen" Kaiser oder König und keinen Staatsratsvorsitzenden, welcher sich ans Rednerpult stellt und verkündet: "Wir sind ein Unrechtsstaat!" Unrecht begehen immer "nur" die Anderen. Die Verbrechen und Vergehen von Staatswegen werden unter den Teppich gekehrt, werden relativiert oder als Notwehr abgetan. Liftet man den Teppich, weil unter der Oberfläche sich Verwesungsgestank verbreitet, ist häufig der Jenige übel dran, der die Untaten ruchbar macht. Von Nestbeschmutzern ist die Rede, der Staat gelobt Besserung in Wirklichkeit wird nur der Zugang zum geheimnisumwitterten Teppich erschwert. Der staatliche Korpsgeist schützt seine Büttel vor der Verfolgung und wenn alle Stränge reißen, wird ein Bauernopfer preisgegeben.
Damit kein Zweifel am vermeintlichen Rechtsstaat aufkommt, sind Sündenböcke herzlich willkommen. Mal sind es die Autofahrer, mal die "bösen" Fahrradfahrer, die Raucher, die Trinker, die Hunde- und Katzenhalter, die Kleingartenbesitzer, Armutsflüchtlinge, Arbeitslose, Land- und Stadtstreicher..... Aber niemals ist die Unfähigkeit im Sozialen wie im Rechtlichen von Staatswegen. Unrecht begehen "nur" die Anderen.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
DoreHolm und frank haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#447

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 09:07
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #444
Als das, was man eben so als Feind definieren könnte, sieht es zwar im Moment nicht aus, aber als Klassen würde ich sie schon betrachten, und zwar als antagonistische, also mit völlig gegensätzlichen Interessen. Es muß immer noch so eingeteilt werden in die PM Besitzenden und die Nichtbesitzenden, ob das nun Leuten passt oder nicht. Wenn ich Unternehmer bin und andere Leute für mich arbeiten lasse, die also von mir direkt abhängig sind, habe ich andere Interessen als wenn ich weiß, alles das, was ich hier bediene und anfasse, Materialien, maschinen, Computer, Instrumente u.a., das gehört mir nicht und von meiner Arbeit geht ein Teil davon in die Privatschatulle dessen, der diese Gegenstände besitzt. Da ist es erst mal völlig nebenschlich, wie sozial der Besitzende eingestellt ist, wie er selbst mit 12 oder mehr Stundentag schuftet, wieviel er für gemeinnützige zwecke spendet u.a. Die Grundinteressen sind eben veschieden und wenn die Decke sehr knapp wird, kann dieser "Status Quo" auch ganz schnell in offene Feindschaft umschlagen. Das sollte bei allem relativen sozialem Frieden im Moment nie vergessen werden.
Wir bewegen uns hier schon ziemlich weit vom Thema ("Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat") weg... Aber ok.
Mich würde hier interessieren, wie man die beiden "Klassen" genau trennt.
* Wenn man z.B. eine Aktie der Deutschen Telekom besitzt (Kurs ca. 8,58), ist man Miteigentümer dieses Unternehmens, somit am Gewinn beteiligt und darf z.B. auch seine Stimme bei der Aktionärshauptversammlung abgeben. Welcher "Klasse" gehört man dann denn an? Was passiert, wenn man 100, 1000, 10000 oder 100000 Aktien der DT hat?
* Wenn man sein sauer erspartes Geld in einem Fonds investiert, investiert man ja ebenfalls (oft) in Unternehmen, hat aber kein direktes Stimmrecht z.B. bei den Hauptversammlungen der verschiedenen Unternehmen. Ist man dann "Besitzender" oder "Nichtbesitzender"? Wenn man das Geld anstatt in einen Fonds zu investieren, auf ein Sparbuch legt - das die Bank wiederum nutzt um in irgendwelche Unternehmen zu investieren - wie sieht es dann aus? Besitzender oder Nichtbesitzender?
* Wenn man Geschäftsführer einer GmbH ist, an der man selbst keine Anteile hält (man hat also genau 0 Euro in das Unternehmen investiert), dann sind die Angestellten der GmbH direkt abhängig vom Geschäftsführer. Ist der GF ein Besitzender oder ein Nichtbesitzender?

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
zuletzt bearbeitet 16.03.2013 09:10 | nach oben springen

#448

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 09:13
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von matloh im Beitrag #447
Wir bewegen uns hier schon ziemlich weit vom Thema ("Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat") weg... Aber ok.
Mich würde hier interessieren, wie man die beiden "Klassen" genau trennt.
* Wenn man z.B. eine Aktie der Deutschen Telekom besitzt (Kurs ca. 8,58), ist man Miteigentümer dieses Unternehmens und darf z.B. auch seine Stimme bei der Aktionärshauptversammlung abgeben. Welcher "Klasse" gehört man dann denn an? Was passiert, wenn man 100, 1000, 10000 oder 100000 Aktien der DT hat?
* Wenn man Geschäftsführer einer GmbH ist, an der man selbst keine Anteile hält (man hat also genau 0 Euro in das Unternehmen investiert), dann sind die Angestellten der GmbH direkt abhängig vom Geschäftsführer. Ist der GF ein Besitzender oder ein Nichtbesitzender?



Jetzt bewegst Du dich aber ganz weit weg von DDR...

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 16.03.2013 09:14 | nach oben springen

#449

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 09:16
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Unrechtsstaat...evtl. ein anderer Denkansatz:

Mit welchem Recht existieren heute Staaten auf bestimmten, abgegrenzten Territorien? Wer bzw. welche Macht bestimmt denn, das dies rechtens ist und ist diese Macht rechtens und dazu legitimiert?

Ari

PS: Muß los, sonst würde ich genauer erklären, wie ich das meine.


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#450

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 09:18
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #449
Unrechtsstaat...evtl. ein anderer Denkansatz:

Mit welchem Recht existieren heute Staaten auf bestimmten, abgegrenzten Territorien? Wer bzw. welche Macht bestimmt denn, das dies rechtens ist und ist diese Macht rechtens und dazu legitimiert?

Ari

PS: Muß los, sonst würde ich genauer erklären, wie ich das meine.


Die UNO.

ps: das hat jetzt aber gar nichts mehr mit dem Thema zu tun, oder bin ich nur zu engstirnig?


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#451

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 09:32
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #445
< ... cut ... >Aber was ein Unrechtsstaat ist und was ich für Unrecht halte.Das entscheide ich immer noch für mich selber ... < ... cut ... >
Ok, wenn jeder das für sich selbst definieren kann, dann können das auch Oma Schlawuttke, Hans Mustermann, ich und Angela Merkel.
Also wozu dann dieser Thread? Bei der Eingangs erwähnten Umfrage wurde halt Unrechtsstaat anders definiert - na und? Außerdem hat jeder, der bei der Umfrage mit gemacht hat, ein eigenes Bild zum Begriff "Unrechtsstaat".
Ist ja ganz einfach... Wenn ich in einem Staat, der von irgendwem als z.B. Rechtsstaat bezeichnet wird, lebe, definiere ich schnell mal den Begriff um und schon wird aus dem Rechtsstaat ein Unrechtsstaat - allerdings nur bis morgen, da definiere ich den Begriff für mich wieder anders, dann ist's wieder ein Rechtsstaat. Mir doch egal, was wie der Rest der Menschheit irgendeinen Begriff definiert, wenn ich mit denen kommuniziere ist's doch egal, wenn wir den selben Begriff verwenden, aber ihn unterschiedlich definieren!

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#452

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 09:36
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #448
Zitat von matloh im Beitrag #447
Wir bewegen uns hier schon ziemlich weit vom Thema ("Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat") weg... Aber ok.
Mich würde hier interessieren, wie man die beiden "Klassen" genau trennt. <... cut ... >

Jetzt bewegst Du dich aber ganz weit weg von DDR...

LG von der grenzgaengerin
Ja, weil die Antwort von DoreHolm bereits eine universell gültige Aussage enthielt (sinngemäß: "man muss immer zw. den PM Besitzenden und Nichtbesitzenden unterscheiden").

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
zuletzt bearbeitet 16.03.2013 09:36 | nach oben springen

#453

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 09:41
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von matloh im Beitrag #451
Zitat von Rostocker im Beitrag #445
< ... cut ... >Aber was ein Unrechtsstaat ist und was ich für Unrecht halte.Das entscheide ich immer noch für mich selber ... < ... cut ... >
Ok, wenn jeder das für sich selbst definieren kann, dann können das auch Oma Schlawuttke, Hans Mustermann, ich und Angela Merkel.
Also wozu dann dieser Thread?
cheers matloh


1. Zu Frau Merkel und ihrer Haltung zur DDR http://www.stern.de/wahl-2009/kandidaten...lle-663008.html

2. Ein Papier der Bundeszentrale für politische Bildung "Unrechtssataat" https://docs.google.com/viewer?a=v&q=cac...V40o0xv9BHsoObw Auffallend ist der Titel: "Die DDR - ein Unrechtsstaat ?"

3. Statt sich vorwerfen zu lassen, man verkläre die DDR sollte man sich die Argumentation der BPB vornehmen und klären, ob Deutschland ein Rechtsstaat sei. Und das im eigenen Thread.

Ein schönes Wochenende wünscht die grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 16.03.2013 09:50 | nach oben springen

#454

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 09:43
von utkieker | 2.929 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #447
Wir bewegen uns hier schon ziemlich weit vom Thema ("Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat") weg... Aber ok.
Mich würde hier interessieren, wie man die beiden "Klassen" genau trennt.
* Wenn man z.B. eine Aktie der Deutschen Telekom besitzt (Kurs ca. 8,58), ist man Miteigentümer dieses Unternehmens, somit am Gewinn beteiligt und darf z.B. auch seine Stimme bei der Aktionärshauptversammlung abgeben. Welcher "Klasse" gehört man dann denn an? Was passiert, wenn man 100, 1000, 10000 oder 100000 Aktien der DT hat?
* Wenn man sein sauer erspartes Geld in einem Fonds investiert, investiert man ja ebenfalls (oft) in Unternehmen, hat aber kein direktes Stimmrecht z.B. bei den Hauptversammlungen der verschiedenen Unternehmen. Ist man dann "Besitzender" oder "Nichtbesitzender"? Wenn man das Geld anstatt in einen Fonds zu investieren, auf ein Sparbuch legt - das die Bank wiederum nutzt um in irgendwelche Unternehmen zu investieren - wie sieht es dann aus? Besitzender oder Nichtbesitzender?
* Wenn man Geschäftsführer einer GmbH ist, an der man selbst keine Anteile hält (man hat also genau 0 Euro in das Unternehmen investiert), dann sind die Angestellten der GmbH direkt abhängig vom Geschäftsführer. Ist der GF ein Besitzender oder ein Nichtbesitzender?

cheers matloh

Hallo matloh,

Wenn ich mir ein Anteilschein der Lotterie kaufe, bin ich weit davon entfernt (Mit)eigentümer der Lottogesellschaft zu sein. Man suggeriert dir, mit einem Aktienschein, bist du Aktionär, solange du nicht den Preis der Aktie bestimmst, gehts dir genauso wie dem Losbesitzer. Du bist nur ein armes Würstchen, ein Spieler, ein Zocker, ein Glücksritter. Und ein GF ohne Unternehmensanteile ist ein Angestellter, ein Stehkragenprolet.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#455

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 09:59
von Moskwitschka (gelöscht)
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Noch ein Wort zu dem Stern Artikel über Frau Merkel. dieser Artikel, war ein sogenannter "Korrekturartikel oder "Balanceartikel" im Hochglanzjournal nachdem die Tagespresse parallel folgendes meldete:

"Merkel: DDR war ein Unrechtsstaat " http://www.faz.net/themenarchiv/2.1278/2...at-1802764.html

"Kanzlerin Merkel rechnet mit DDR als "Unrechtsstaat" ab" http://www.welt.de/welt_print/article370...tsstaat-ab.html

Ein Schlem der böses dabei denkt...

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 16.03.2013 10:02 | nach oben springen

#456

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 10:03
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #444
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #437
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #436
@grenzverletzerin

Zitat:
"Achtung und Schutz der Würde und Freiheit der Persönlichkeit sind Gebot für alle staatlichen Organe, alle gesellschaftlichen Kräfte und jeden einzelnen Bürger.

Das ist verdammt nochmal in der DDR oft mit Füßen getreten geworden und besonders von den staatlichen Organen.

In unserem vereinten DE gibt es eine Menge Ungerechtigkeiten - meist sozialer Natur - aber als Unrechtsstaat betrachte ich die BR nicht.
So, nun sind wir wieder bei der Definitionsfrage angekommen - wir drehen uns im Kreis!!"


Das ist das traurige an der Geschichte...., die persönlichen Rechte wurden oft in den Hintergrund gedrängt. es gab Übergriffe und Unrecht. auch waren wir nicht mehr bei Marx, wir haben den guten Mann verbogen bis er paßte. Ich beteilige mich bei der Diskussion nur noch weil mir es stinkt die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen, wo ich heute sehe das das Unrecht hier und heute mindestens genauso groß ist. Eine Definition wird es nicht geben, jeder Rechtsbegriff ist abhängig vom moralischen und politischen Verständnis der Gesellschaft. In der Physik sind 50° C auch 50° C egal ob im Sozialismus oder Kapitalismus. Ich möchte jetzt hier nicht aufzählen was an der heutigen Gesllschaft ungerecht ist oder was nicht meinen Begriffen von Rechtsstaatlichkeit entspricht, dann drehen wir uns (oder ich) wirklich im Kreis.

Ich kann damit leben wenn die Aussage getätigt wird - in der DDR wurde Recht gebeugt (das ist ja leider international üblich und an der Tagesordnung). Es ist nicht nur Schwarz oder Weiß, es gibt auch Grau. Nicht umsonst habe ich mich von dem System 1986 entfernt (da war noch alles in Beton gegossen), ich habe manchen Schwachsinn gesehen und auch Unrecht. Nach der "Wende" wurde ich gewendet aber in die andere Richtung, mit dem heutigen Erlebten relativiere ich den Begriff Unrecht....
Es wäre doch um einiges besser, wenn das Thema: "Weniger Unrecht in der Gesellschaft (vermeide den Begriff Rechtsstaat)" hier stände.

Eines noch - wenn Rechtsstaat / Unrechtsstaat, kein Staat hat in meinen Augen das Recht eine Todesstrafe zu praktizieren (wie in der DDR bis Anfang der 80er Jahre gab), oh jetzt habe ich doch glatt dem Klassenfeind Munition geliefert


Und wer ist der Klassenfeind? Ich sehe in diesem Deutschland keine Feinde...........höchstens hin und wieder rechts-und linksaußen ewig Gestrige....aber Feinde, NEIN!


Rot: Als das, was man eben so als Feind definieren könnte, sieht es zwar im Moment nicht aus, aber als Klassen würde ich sie schon betrachten, und zwar als antagonistische, also mit völlig gegensätzlichen Interessen. Es muß immer noch so eingeteilt werden in die PM Besitzenden und die Nichtbesitzenden, ob das nun Leuten passt oder nicht. Wenn ich Unternehmer bin und andere Leute für mich arbeiten lasse, die also von mir direkt abhängig sind, habe ich andere Interessen als wenn ich weiß, alles das, was ich hier bediene und anfasse, Materialien, maschinen, Computer, Instrumente u.a., das gehört mir nicht und von meiner Arbeit geht ein Teil davon in die Privatschatulle dessen, der diese Gegenstände besitzt. Da ist es erst mal völlig nebenschlich, wie sozial der Besitzende eingestellt ist, wie er selbst mit 12 oder mehr Stundentag schuftet, wieviel er für gemeinnützige zwecke spendet u.a. Die Grundinteressen sind eben veschieden und wenn die Decke sehr knapp wird, kann dieser "Status Quo" auch ganz schnell in offene Feindschaft umschlagen. Das sollte bei allem relativen sozialem Frieden im Moment nie vergessen werden.



Hallo Dore, ist zwar ein wenig OT, aber ich möchte mich mal kurz äußern. Das mit den PM besitzenden Besitzern und Nichtbesitzern ist schon richtig. Ich kann damit ganz gut leben. Ich will das gar nicht besitzen. Was passiert, wenn Betriebe bzw. die PM Allen gehören, hast du ja 40 Jahre live erleben können. Wie oft hieß es "Aus unseren Betrieben ist viel mehr rauszuholen......" . Und du weißt genauso wie ich, das die Menschheit nicht für ein anderes System bereit ist. Leider! Zwangsläfig müssen wir mit diesem System leben. Und es so gestalten, dass für alle Beteiligten das maximale Beste dabei rauskommt.


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 16.03.2013 10:04 | nach oben springen

#457

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 10:10
von DoreHolm | 7.714 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #456
Zitat von DoreHolm im Beitrag #444
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #437
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #436
@grenzverletzerin

Zitat:
"Achtung und Schutz der Würde und Freiheit der Persönlichkeit sind Gebot für alle staatlichen Organe, alle gesellschaftlichen Kräfte und jeden einzelnen Bürger.

Das ist verdammt nochmal in der DDR oft mit Füßen getreten geworden und besonders von den staatlichen Organen.

In unserem vereinten DE gibt es eine Menge Ungerechtigkeiten - meist sozialer Natur - aber als Unrechtsstaat betrachte ich die BR nicht.
So, nun sind wir wieder bei der Definitionsfrage angekommen - wir drehen uns im Kreis!!"


Das ist das traurige an der Geschichte...., die persönlichen Rechte wurden oft in den Hintergrund gedrängt. es gab Übergriffe und Unrecht. auch waren wir nicht mehr bei Marx, wir haben den guten Mann verbogen bis er paßte. Ich beteilige mich bei der Diskussion nur noch weil mir es stinkt die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen, wo ich heute sehe das das Unrecht hier und heute mindestens genauso groß ist. Eine Definition wird es nicht geben, jeder Rechtsbegriff ist abhängig vom moralischen und politischen Verständnis der Gesellschaft. In der Physik sind 50° C auch 50° C egal ob im Sozialismus oder Kapitalismus. Ich möchte jetzt hier nicht aufzählen was an der heutigen Gesllschaft ungerecht ist oder was nicht meinen Begriffen von Rechtsstaatlichkeit entspricht, dann drehen wir uns (oder ich) wirklich im Kreis.

Ich kann damit leben wenn die Aussage getätigt wird - in der DDR wurde Recht gebeugt (das ist ja leider international üblich und an der Tagesordnung). Es ist nicht nur Schwarz oder Weiß, es gibt auch Grau. Nicht umsonst habe ich mich von dem System 1986 entfernt (da war noch alles in Beton gegossen), ich habe manchen Schwachsinn gesehen und auch Unrecht. Nach der "Wende" wurde ich gewendet aber in die andere Richtung, mit dem heutigen Erlebten relativiere ich den Begriff Unrecht....
Es wäre doch um einiges besser, wenn das Thema: "Weniger Unrecht in der Gesellschaft (vermeide den Begriff Rechtsstaat)" hier stände.

Eines noch - wenn Rechtsstaat / Unrechtsstaat, kein Staat hat in meinen Augen das Recht eine Todesstrafe zu praktizieren (wie in der DDR bis Anfang der 80er Jahre gab), oh jetzt habe ich doch glatt dem Klassenfeind Munition geliefert


Und wer ist der Klassenfeind? Ich sehe in diesem Deutschland keine Feinde...........höchstens hin und wieder rechts-und linksaußen ewig Gestrige....aber Feinde, NEIN!


Rot: Als das, was man eben so als Feind definieren könnte, sieht es zwar im Moment nicht aus, aber als Klassen würde ich sie schon betrachten, und zwar als antagonistische, also mit völlig gegensätzlichen Interessen. Es muß immer noch so eingeteilt werden in die PM Besitzenden und die Nichtbesitzenden, ob das nun Leuten passt oder nicht. Wenn ich Unternehmer bin und andere Leute für mich arbeiten lasse, die also von mir direkt abhängig sind, habe ich andere Interessen als wenn ich weiß, alles das, was ich hier bediene und anfasse, Materialien, maschinen, Computer, Instrumente u.a., das gehört mir nicht und von meiner Arbeit geht ein Teil davon in die Privatschatulle dessen, der diese Gegenstände besitzt. Da ist es erst mal völlig nebenschlich, wie sozial der Besitzende eingestellt ist, wie er selbst mit 12 oder mehr Stundentag schuftet, wieviel er für gemeinnützige zwecke spendet u.a. Die Grundinteressen sind eben veschieden und wenn die Decke sehr knapp wird, kann dieser "Status Quo" auch ganz schnell in offene Feindschaft umschlagen. Das sollte bei allem relativen sozialem Frieden im Moment nie vergessen werden.



Hallo Dore, ist zwar ein wenig OT, aber ich möchte mich mal kurz äußern. Das mit den PM besitzenden Besitzern und Nichtbesitzern ist schon richtig. Ich kann damit ganz gut leben. Ich will das gar nicht besitzen. Was passiert, wenn Betriebe bzw. die PM Allen gehören, hast du ja 40 Jahre live erleben können. Wie oft hieß es "Aus unseren Betrieben ist viel mehr rauszuholen......" . Und du weißt genauso wie ich, das die Menschheit nicht für ein anderes System bereit ist. Leider! Zwangsläfig müssen wir mit diesem System leben. Und es so gestalten, dass für alle Beteiligten das maximale Beste dabei rauskommt.


So ähnlich hatte ich es schon mal vor längerer Zeit gesagt. Den "Neuen Menschen", wie ihn die Genossen des Politbüros schon gesehen haben wollen, der uneigennützig für das Wohl Aller wirkt, den gibt es nicht und den wird es auch in eintausend Jahren so noch nicht geben. Deshalb hänge ich auch eher den Prakmatikern unter "Die Linke", also mehr den ostdeutschen Linken, als den Revoluzzern und Utopisten der Linke-West an, oder aber auch dem linken Flügel der Sozialdemokratie. Die sind da nicht weit auseinander. Meine Großeltern väterlicherseits entstammen eben jenem Flügel und haben 1918 "auf Parteibeschluss" geheiratet.



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#458

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 10:25
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #453
Zitat von matloh im Beitrag #451
Zitat von Rostocker im Beitrag #445
< ... cut ... >Aber was ein Unrechtsstaat ist und was ich für Unrecht halte.Das entscheide ich immer noch für mich selber ... < ... cut ... >
Ok, wenn jeder das für sich selbst definieren kann, dann können das auch Oma Schlawuttke, Hans Mustermann, ich und Angela Merkel.
Also wozu dann dieser Thread?
cheers matloh


1. Zu Frau Merkel und ihrer Haltung zur DDR http://www.stern.de/wahl-2009/kandidaten...lle-663008.html

2. Ein Papier der Bundeszentrale für politische Bildung "Unrechtssataat" https://docs.google.com/viewer?a=v&q=cac...V40o0xv9BHsoObw Auffallend ist der Titel: "Die DDR - ein Unrechtsstaat ?"

3. Statt sich vorwerfen zu lassen, man verkläre die DDR sollte man sich die Argumentation der BPB vornehmen und klären, ob Deutschland ein Rechtsstaat sei. Und das im eigenen Thread.
Ein schönes Wochenende wünscht die grenzgaengerin



Hallo Grenzgängerin,
ist das zielführend? Ist ja wie zu besten Zeiten des Kalten Krieges hier.......werd ich "angegriffen", versuche ich den Gegner einfach zu "versetzen", verbal versteht sich. Ich werd das Gefühl nicht los, dass Einige hier nur deshalb unter der Decke schweben, weil sie sich persönlich angegriffen fühlen bei der Vorstellung, in einem "Unrechtsstaat" gelebt zu haben. Dabei ist es doch kompletter Blödsinn, niemand ( jedenfalls hier nicht) steht der Sinn danach, die einzelnen Menschen zu verunglimpfen. Meiner Meinung nach geht es bei der Benutzung des politischen Kampfbegriffs "Unrechtsstaat" darum, systematisches staatliches Unrecht zu brandmarken. Ist es nicht möglich, das eigene Erleben abzukoppeln und eine nur auf den Staat bezogene Bewertung vorzunehmen? Und ob man dahinter eine Systematik erkennen kann? Gewisse Kreise haben übrigens ein Intresse daran, Nutzen aus einer "Verklärung" der Zustände zu ziehen und so Geschichtsklitterung zu betreiben. Schlimm genug, das die Naziherrschaft in diesem Land nie richtig aufgarbeitet wurde. Sollten wir diesen Fehler ein zweitesmal machen? Ich weiß, es tut weh...........
Gruß Schuddel


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 16.03.2013 10:44 | nach oben springen

#459

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 10:30
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #457
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #456
Zitat von DoreHolm im Beitrag #444
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #437
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #436
@grenzverletzerin

Zitat:
"Achtung und Schutz der Würde und Freiheit der Persönlichkeit sind Gebot für alle staatlichen Organe, alle gesellschaftlichen Kräfte und jeden einzelnen Bürger.

Das ist verdammt nochmal in der DDR oft mit Füßen getreten geworden und besonders von den staatlichen Organen.

In unserem vereinten DE gibt es eine Menge Ungerechtigkeiten - meist sozialer Natur - aber als Unrechtsstaat betrachte ich die BR nicht.
So, nun sind wir wieder bei der Definitionsfrage angekommen - wir drehen uns im Kreis!!"


Das ist das traurige an der Geschichte...., die persönlichen Rechte wurden oft in den Hintergrund gedrängt. es gab Übergriffe und Unrecht. auch waren wir nicht mehr bei Marx, wir haben den guten Mann verbogen bis er paßte. Ich beteilige mich bei der Diskussion nur noch weil mir es stinkt die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen, wo ich heute sehe das das Unrecht hier und heute mindestens genauso groß ist. Eine Definition wird es nicht geben, jeder Rechtsbegriff ist abhängig vom moralischen und politischen Verständnis der Gesellschaft. In der Physik sind 50° C auch 50° C egal ob im Sozialismus oder Kapitalismus. Ich möchte jetzt hier nicht aufzählen was an der heutigen Gesllschaft ungerecht ist oder was nicht meinen Begriffen von Rechtsstaatlichkeit entspricht, dann drehen wir uns (oder ich) wirklich im Kreis.

Ich kann damit leben wenn die Aussage getätigt wird - in der DDR wurde Recht gebeugt (das ist ja leider international üblich und an der Tagesordnung). Es ist nicht nur Schwarz oder Weiß, es gibt auch Grau. Nicht umsonst habe ich mich von dem System 1986 entfernt (da war noch alles in Beton gegossen), ich habe manchen Schwachsinn gesehen und auch Unrecht. Nach der "Wende" wurde ich gewendet aber in die andere Richtung, mit dem heutigen Erlebten relativiere ich den Begriff Unrecht....
Es wäre doch um einiges besser, wenn das Thema: "Weniger Unrecht in der Gesellschaft (vermeide den Begriff Rechtsstaat)" hier stände.

Eines noch - wenn Rechtsstaat / Unrechtsstaat, kein Staat hat in meinen Augen das Recht eine Todesstrafe zu praktizieren (wie in der DDR bis Anfang der 80er Jahre gab), oh jetzt habe ich doch glatt dem Klassenfeind Munition geliefert


Und wer ist der Klassenfeind? Ich sehe in diesem Deutschland keine Feinde...........höchstens hin und wieder rechts-und linksaußen ewig Gestrige....aber Feinde, NEIN!


Rot: Als das, was man eben so als Feind definieren könnte, sieht es zwar im Moment nicht aus, aber als Klassen würde ich sie schon betrachten, und zwar als antagonistische, also mit völlig gegensätzlichen Interessen. Es muß immer noch so eingeteilt werden in die PM Besitzenden und die Nichtbesitzenden, ob das nun Leuten passt oder nicht. Wenn ich Unternehmer bin und andere Leute für mich arbeiten lasse, die also von mir direkt abhängig sind, habe ich andere Interessen als wenn ich weiß, alles das, was ich hier bediene und anfasse, Materialien, maschinen, Computer, Instrumente u.a., das gehört mir nicht und von meiner Arbeit geht ein Teil davon in die Privatschatulle dessen, der diese Gegenstände besitzt. Da ist es erst mal völlig nebenschlich, wie sozial der Besitzende eingestellt ist, wie er selbst mit 12 oder mehr Stundentag schuftet, wieviel er für gemeinnützige zwecke spendet u.a. Die Grundinteressen sind eben veschieden und wenn die Decke sehr knapp wird, kann dieser "Status Quo" auch ganz schnell in offene Feindschaft umschlagen. Das sollte bei allem relativen sozialem Frieden im Moment nie vergessen werden.



Hallo Dore, ist zwar ein wenig OT, aber ich möchte mich mal kurz äußern. Das mit den PM besitzenden Besitzern und Nichtbesitzern ist schon richtig. Ich kann damit ganz gut leben. Ich will das gar nicht besitzen. Was passiert, wenn Betriebe bzw. die PM Allen gehören, hast du ja 40 Jahre live erleben können. Wie oft hieß es "Aus unseren Betrieben ist viel mehr rauszuholen......" . Und du weißt genauso wie ich, das die Menschheit nicht für ein anderes System bereit ist. Leider! Zwangsläfig müssen wir mit diesem System leben. Und es so gestalten, dass für alle Beteiligten das maximale Beste dabei rauskommt.


So ähnlich hatte ich es schon mal vor längerer Zeit gesagt. Den "Neuen Menschen", wie ihn die Genossen des Politbüros schon gesehen haben wollen, der uneigennützig für das Wohl Aller wirkt, den gibt es nicht und den wird es auch in eintausend Jahren so noch nicht geben. Deshalb hänge ich auch eher den Prakmatikern unter "Die Linke", also mehr den ostdeutschen Linken, als den Revoluzzern und Utopisten der Linke-West an, oder aber auch dem linken Flügel der Sozialdemokratie. Die sind da nicht weit auseinander. Meine Großeltern väterlicherseits entstammen eben jenem Flügel und haben 1918 "auf Parteibeschluss" geheiratet.


Na, wenn's funktioniert hat..........


Intellektuelle spielen Telecaster
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#460

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 10:36
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Schuddelkind im Beitrag #458


Hallo Grenzgängerin,
ist das zielführend? Ist ja wie zu besten Zeiten des Kalten Krieges hier.......werd ich "angegriffen",
Gruß Schuddel


Hallo Schuddelkind,

ich habe mich vielleicht zu kurz gefasst. Ob, die DDR eine Unrechtsstaat war oder nicht ist doch gelinde gesagt ein populistisches Argument, dass je nach je nach Zielgruppe eingesetzt wird oder nicht (Siehe Artikel über Frau Merkel). Und in diesem Thread drehen wir uns im Kreis und es werden immer wieder Vergleiche DDR und BRD angestellt, die so auch nicht zielführend sind.

Im Grunde geht es um dabei um die politische Auseinandersetzung mit einem in Ostdeutschland relativ starken politischen Gegner, der LINKEN. Daher bin ich gespannt, wie das in den nächsten Wochen weitergeht.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 16.03.2013 11:19 | nach oben springen



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