#321

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 17:13
von Lutze | 8.038 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #320
Zitat von Lutze im Beitrag #319
wir haben doch das deutsche Grundgesetz,um dass uns einige Länder beneiden
Lutze


Ja sicher Lutze,aber frag mal Feliks and Friends.

können die damit was anfangen?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen

#322

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 17:19
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

für die meisten derer, die in unserer Republik die Macht haben (die wenigsten davon müssen sich Wahlen stellen) ist das GG ein lästiges Überbleibsel der Nachkriegszeit mit allenfalls Empfehlungscharakter.
Max Reimann, seinerzeit KPD-Fraktionsvorsitzender im Bundestag: „Wir unterschreiben nicht. Es wird jedoch der Tag kommen, da wir Kommunisten dieses Grundgesetz gegen die verteidigen werden, die es angenommen haben!"
Ich fürchte, die Zeit ist längst da.


Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


nach oben springen

#323

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 17:36
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #321
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #320
Zitat von Lutze im Beitrag #319
wir haben doch das deutsche Grundgesetz,um dass uns einige Länder beneiden
Lutze


Ja sicher Lutze,aber frag mal Feliks and Friends.

können die damit was anfangen?
Lutze


Warum nicht, aber ich trink jetzt lieber in Gesellschaft 1-2 leckere Salvator bei schöner Blasmusik.

Bis demnächst...


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
nach oben springen

#324

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 17:49
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Warum nicht, aber ich trink jetzt lieber in Gesellschaft 1-2 leckere Salvator bei schöner Blasmusik.

Bis demnächst...


Böhmisch-Mährisch oder bayerisch ? Ich meine die Blasmusik.


nach oben springen

#325

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 18:05
von Schuddelkind | 3.515 Beiträge

Öhhhh.....passt auch irgendwie zum Thema, ich musste jedenfalls grinsen.....


Intellektuelle spielen Telecaster
nach oben springen

#326

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 18:23
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #323
Warum nicht, aber ich trink jetzt lieber in Gesellschaft 1-2 leckere Salvator bei schöner Blasmusik.

Sachma FED, mal direkt gefragt, mit wem?! Ich meine soweit ist ja Vienna nicht weg und am Ende hockste jetzt mit dem Nasenborer in irgendeiner Boiz und lachst Dich scheckig. Oder mal noch direkter gefragt, an Beide: Ihr scheint ja nun nicht unbewandert in Belangen der Jurisdiction, wieso geht ihr Euch in diesem Forum so offensichtlich aus dem Weg?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#327

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 18:53
von Lutze | 8.038 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #326
Zitat von Feliks D. im Beitrag #323
Warum nicht, aber ich trink jetzt lieber in Gesellschaft 1-2 leckere Salvator bei schöner Blasmusik.

Sachma FED, mal direkt gefragt, mit wem?! Ich meine soweit ist ja Vienna nicht weg und am Ende hockste jetzt mit dem Nasenborer in irgendeiner Boiz und lachst Dich scheckig. Oder mal noch direkter gefragt, an Beide: Ihr scheint ja nun nicht unbewandert in Belangen der Jurisdiction, wieso geht ihr Euch in diesem Forum so offensichtlich aus dem Weg?

ist doch ganz einfach,die Antwort steht unter jeden deiner Berichte
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen

#328

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 18:54
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Ach ich sage einfach, ich fühlte mich in der DDR gerade zweimal ungerecht behandelt...vom diesem Staat. Erstens und das schrieb ich schon öfters das Ding mit der Wehrpflicht. Und das zweite Mal, als ich meine Mutter zum runden Geburtstag ihrer Schwester im Ruhrpott begleiten wollte(wurde ohne Angabe von Gründen abgelehnt)...Mann war ich wütend.

Alles Andere geht in Ordnung, war alles Rechtens, wurde hingebogen, passend gemacht der Staat hielt sich diskret raus, warf mir nie Knüppel zwischen die Füsse. Sonst würde ich bestimmt heute auch anders hier im Forum texten...nehme ich einmal gut an.

Lebensläufer


nach oben springen

#329

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 19:00
von 94 | 10.792 Beiträge

lol @Lutze, Du gefällst mir. Wenn die Antwort nicht sogar noch einfacher ist.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#330

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 19:02
von Schuddelkind | 3.515 Beiträge

Ich stelle das hier mal zur Disskusion:

Ein Unrechtsstaat?
von Gilbert Jacoby
Es gibt auch über 20 Jahre nach der Friedlichen
Revolution und der Vollendung der Deutschen
Einheit noch recht heftige Diskussionen darum,
ob die DDR nun ein Rechtsstaat oder ein
Unrechtsstaat gewesen sei, mit dem Argument,
es hätte zwar politische Gefangene gegeben,
aber die normalen Zivilprozesse verliefen
rechtsstaatlich. Zudem wird auch darauf
verwiesen, den Begriff "Unrechtsstaat" gäbe es
rechtswissenschaftlich bzw. völkerrechtlich gar
nicht.
Die Frage dabei ist nur: Wie soll man einen
Staat nennen, der eben kein Rechtsstaat ist?
Was einen Rechtsstaat auszeichnet, ist hingegen
klar: Es ist "ein Staat, der die Gewaltenteilung,
die Unabhängigkeit der Gerichte, die
Gesetzmäßigkeit der Verwaltung, Rechtsschutz
gegen Akte öffentlicher Gewalt und eine
öffentlich-rechtliche Entschädigung als
unverzichtbare Institute anerkennt". Genau
diese Bedingungen erfüllte die DDR aber eben
nicht. Selbst Rechtsgeschichtler begehen bei der
Beurteilung der Justiz in der DDR Fehler, denn:
"Der Rechtsgeschichtler Prof. Uwe Wesel stellte
fest, dass das DDR-Recht bis auf den Umgang
mit den politischen Gegnern nicht schlechter als
in der Bundesrepublik war.“ Dieser Aussage
kann ich (der Autor Gilbert Jacoby a.d.R.) aus
eigener Erfahrung widersprechen: „Ich war
mit meiner damaligen Schulklasse in den '80er
Jahren bei einer solchen "normalen"
Gerichtsverhandlung als Zuschauer und habe
gesehen, wie eine solche Gerichtsverhandlung
in einem "völlig normalen" Zivilprozess ablief.
Dabei stellte ich fest, dass eine sehr arrogante
Richterin während der Aussagen des
Angeklagten nicht nur strafrechtlich relevante
Fragen stellte, sondern auch moralische Äußerungen von diesem abverlangte. Dass er
etwas falsch gemacht hatte, als er unter Einfluss
von Alkohol einen Unfall verursachte, wusste
der Angeklagte natürlich selbst. Dennoch
verlangte die Richterin von ihm auch eine
moralische Bewertung seines eigenen Handelns.
Aus diesem Grunde verlief der Prozess aus
meiner Sicht nicht nach einem rechtsstaatlichen
Muster. Dass die Prozesse häufig nach diesem
Muster verliefen, habe ich einer Äußerung
meiner damaligen Klassenleiterin entnommen,
in der sie meinte, dass wir Schüler kein Mitleid
mit dem Angeklagten zeigen sollten, auch wenn
er etwas hart angegangen werden würde.“

http://geschichte-wissen.de/grafiken/gpg-ddr-2012.pdf


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 14.03.2013 19:04 | nach oben springen

#331

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 19:28
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #10
Wer den Begriff Unrechtsstaat nutzt, sollte auch mit dem Begriff Siegerjustiz kein Problem haben?

Erstmalig taucht der Begriff im Zusammenhang mit der DDR im Bundesgesetzblatt 31/1963 auf.


94,

ich kann mit dem Begriff "Unrechtsstaat" nichts anfangen, da in meinen Augen nur politischer Kampfjargon.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
94, suentaler, Eisenacher und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#332

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 20:06
von Schuddelkind | 3.515 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #331
Zitat von 94 im Beitrag #10
Wer den Begriff Unrechtsstaat nutzt, sollte auch mit dem Begriff Siegerjustiz kein Problem haben?

Erstmalig taucht der Begriff im Zusammenhang mit der DDR im Bundesgesetzblatt 31/1963 auf.


94,

ich kann mit dem Begriff "Unrechtsstaat" nichts anfangen, da in meinen Augen nur politischer Kampfjargon.

Ari


Naja, das kommt darauf an, aus welchem Blickwinkel man das betrachtet. Nimm zum Beispiel den Blickwinkel von Wolfgang Welsch. Selbst wenn man anheimstellt, das die Fluchthelfertätigkeit nach DDR-Recht ein Strafttatbestamd war, rechtfertigt dies einen Mordauftrag von staatlichen Behörden? Kann man bei einer solchen Tatsache nicht von Unrecht sprechen? Und wenn dies staatlicherseits in Auftrag gegeben wurde, nicht von einem Unrechtsstaat?
"Zugleich begann Welsch mit dem Aufbau einer Fluchthelferorganisation, die etwa 200 Menschen bei der Flucht aus der DDR half. Dabei legte er Wert darauf, möglichst Personen mit hoch qualifizierten Berufen wie Ärzte, Wissenschaftler u.ä. auszuschleusen, um so der DDR gleichzeitig einen möglichst hohen Schaden zuzufügen.[3] Durch seine Fluchthilfeaktivitäten geriet er erneut in das Visier des MfS. Es folgten Mordanschläge auf Welsch, die von Erich Mielke angeordnet worden waren.

Zuerst wurde eine Bombe in seinem Auto in Westdeutschland platziert. Nach Fehlschlagen dieses Versuchs lockte ihn sein mittlerweile guter Freund Peter Haack, der vom MfS eigens auf Welsch angesetzt worden war, nach England, wo ein Scharfschütze während einer Autobahnfahrt auf ihn schoss. Welsch beugte sich jedoch in diesem Moment nach unten, um seine hinuntergefallene Pfeife aufzuheben, wodurch ihn die Gewehrkugel knapp verfehlte.[4] Es existiert ein Foto, auf dem Welsch mit Haack anschließend ratlos vor der völlig zersplitterten Frontscheibe ihres Lieferwagens steht.

Schließlich sollte Haack bei einem gemeinsamen Israel-Urlaub 1981 mit Welschs Familie diese mit Thallium umbringen, einem seltenen, geschmacks- und geruchlosen Gift. Er verabreichte es in einer mehrfach tödlichen Dosis in selbstgemachten Frikadellen beim gemeinsamen Essen beim Campen. Welschs Tochter aß kaum etwas, seine Frau übergab sich am selben Abend ausgiebig und blieb deshalb unversehrt.[4] Welsch überlebte nur knapp nach einer monatelangen Phase extremer Schmerzen, die charakteristisch für eine Thallium-Vergiftung sind. Westdeutsche Toxikologen hielten ihn nach vergeblicher Suche nach der Ursache zunächst für einen Simulanten und schickten ihn schließlich nach Hause. Sie erkannten die Vergiftung erst bei einer nachträglichen Laboruntersuchung. Haack verschwand nach diesem Ereignis. Er schickte noch eine mit krakeliger Schrift geschriebene Postkarte aus Argentinien, auf der stand, dass es ihm schlecht gehe. Erst nach dem Mauerfall fand Welsch durch seine Stasi-Akte die Wahrheit über seinen vermeintlichen Freund heraus und dass dieser mittlerweile unter falschem Namen in Westdeutschland lebte.

Dass Stasi-Mitarbeiter tatsächlich im Westen Tötungspläne erfolgreich umsetzten, beweist der Fall des Bernd Moldenhauer, in dem - wie in Welschs Falls - ein enger Vertrauter des Opfers im Auftrag der Stasi zum Mörder wurde.

Welschs Ehefrau, die ihm bei seinen Fluchthilfe-Aktivitäten half, machte nach ihrer Verhaftung bei einer Fluchthilfe-Aktion gegenüber bulgarischen Behörden weitgehende Aussagen und verriet wichtige Details und Namen."

http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Welsch_(Fluchthelfer)


Intellektuelle spielen Telecaster
nach oben springen

#333

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 20:08
von Schuddelkind | 3.515 Beiträge
nach oben springen

#334

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 21:21
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #332
[...]
Naja, das kommt darauf an, aus welchem Blickwinkel man das betrachtet. Nimm zum Beispiel den Blickwinkel von Wolfgang Welsch. Selbst wenn man anheimstellt, das die Fluchthelfertätigkeit nach DDR-Recht ein Strafttatbestamd war, rechtfertigt dies einen Mordauftrag von staatlichen Behörden? Kann man bei einer solchen Tatsache nicht von Unrecht sprechen? Und wenn dies staatlicherseits in Auftrag gegeben wurde, nicht von einem Unrechtsstaat?
[...]

Ich möchte das nicht schönreden, aber im Falle der ehem. DDR liegen solche, ursprünglich hochgeheimen Vorgänge heute zu großen Teilen offen - was bei anderen Staaten nicht der Fall ist.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
frank hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#335

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 22:17
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #315
Zitat von matloh im Beitrag #314
Um Recht oder Unrecht geht es in diesem Thread eigentlich nicht, es ging - zumindest ursprünglich - um "Unrechtsstaat" (bzw. dadurch um Rechtsstaatlichkeit).

Falsch! Es ging darum, warum diese Ossies (laut Betreff Ostdeutsche genannt) sich partout NICHT mit diesem Begriff 'Unrechtsstaat' identifizieren wollen, und das dürfte ja nun auch einigermaßen verständlich werden, sogar für einen nasborenden Össi *wink*
Nein, ist für mich nicht (ganz) verständlich; Aus meiner Sicht kann z.B. auch in einem Rechtsstaat Unrecht passieren (und vice versa).
Deswegen geht es für mich bei dem Begriff Rechtsstaat (bzw. Unrechtsstaat) nicht um das Recht/Unrecht, das einzelnen Menschen angetan wurde, sondern die Auslegung eines Staates bzw. wie die staatlichen Organe normalerweise gehandelt haben. Dass hier eine Wechselwirkung vorhanden ist, ist natürlich auch klar.

cheers matloh

ps: Aus meiner Sicht müssen sich auch Ossis nicht mit der DDR identifizieren - aber das ist ein anderes Thema.


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
nach oben springen

#336

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 23:33
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #335
... ps: Aus meiner Sicht müssen sich auch Ossis nicht mit der DDR identifizieren - aber das ist ein anderes Thema.


Nein, matloh,

das ist der Kern des Themas. Richtig ist, dass sich kein Ossi, um mal bei diesem Begriff zu bleiben, mit der DDR identifizieren muss. Es ist aber auch einer der leidigen Fakten, dass der Ossi, ob er will oder nicht, mit der DDR identifiziert wird. Und bei diesem Prozess beginnt das Problem. Ich mache es mal ganz simpel:

- Du bist ein Ossi - Du warst Teil der DDR!
- DDR = Unrechtsstaat
- Das bedeutet: Du warst Teil eines Unrechtsstaates

Nun neigt ein signifikanter Teil der Menschen nicht dazu, sich freiwillig gern in negative Zusammenhänge gestellt zu sehen. Somit weckt eine solche Ableitung, ob nun direkt vorgenommen oder enfach nur angenommen, den Widerstandswillen. In der sachlichen Ebene der Auseinandersetzung, in welchen Formen es Unrecht und fehlende Rechtsstaatlichkeit gab, sind die Differenzen gar nicht so groß. Aber es muss wieder irgend ein Scheißbegriff her, der alles schön einfach macht, der tatsächliche Leistungen ignoriert, die Auseinandersetzungen in der Gesellschaft auf diesen Gebieten negiert und letztlich auf den einfachen Satz reduziert werden kann: Was wollt ihr Verlierer denn, lasst uns unsere Ruhe, schließlich wissen wir, was bei euch los war - heult mal nicht rum!

Es gab aber Leistungen, ehrliche Auseinandersetzung und Streit auf diesem Gebiet genauso, wie auf vielen anderen Ebenen der Gesellschaft. Und diejenigen, die dort Leistungen vorzuweisen haben, verdienen auch das Recht, ideologisierenden Vereinfachern einfach mal in den Arsch zu treten. Denn Ideologeme hatten wir schon lange genug, die erkennen wir also, wenn wir ihnen begegnen.

Ich habe auf diesem Gebiet keine Leistungen vorzuweisen, also ist das quasi ein Kommentar vom Spielfeldrand. Aber, soweit ich die Diskussion überblicke, stehen da auch fast alle anderen rum. Moin Jungs! Weitermachen!

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.03.2013 23:34 | nach oben springen

#337

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 00:15
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #325
Öhhhh.....passt auch irgendwie zum Thema, ich musste jedenfalls grinsen.....




'na da' , heut zu tage braucht man ,dank technik , keine briefe mehr zu öffnen !!!



nach oben springen

#338

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 00:19
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #326
Zitat von Feliks D. im Beitrag #323
Warum nicht, aber ich trink jetzt lieber in Gesellschaft 1-2 leckere Salvator bei schöner Blasmusik.

Sachma FED, mal direkt gefragt, mit wem?! Ich meine soweit ist ja Vienna nicht weg und am Ende hockste jetzt mit dem Nasenborer in irgendeiner Boiz und lachst Dich scheckig. Oder mal noch direkter gefragt, an Beide: Ihr scheint ja nun nicht unbewandert in Belangen der Jurisdiction, wieso geht ihr Euch in diesem Forum so offensichtlich aus dem Weg?


MA janz offensichtlich und mein erster Beitrag mit mindestens 1,8 Promille war ich mit paar studierten Informatikern und einem Computerlinguisten die mir unterstellt sind am Nockerberg ordentlich einen Heben. 2 Maß Salvator Starkbiet und 5 Helle. Zum Glück bessert T9 die gröbsten Sxhnitzer aus, Ziel soll es mir sein morgen ab 6.30 Uhr wieder meine Abteilubng zu führen.

Wie sagt Bruder Tak ähhh Reinmann immer, man liest sich.


P.S. Wer Fehler findet darf sie behalten oder Apple melden..


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
nach oben springen

#339

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 01:18
von frank | 1.753 Beiträge

[quote=Schuddelkind|p239540]Ich stelle das hier mal zur Disskusion:

Ein Unrechtsstaat?
von Gilbert Jacoby
Es gibt auch über 20 Jahre nach der Friedlichen
Revolution und der Vollendung der Deutschen
Einheit noch recht heftige Diskussionen darum,
ob die DDR nun ein Rechtsstaat oder ein
Unrechtsstaat gewesen sei, mit dem Argument,
es hätte zwar politische Gefangene gegeben,
aber die normalen Zivilprozesse verliefen
rechtsstaatlich. Zudem wird auch darauf
verwiesen, den Begriff "Unrechtsstaat" gäbe es
rechtswissenschaftlich bzw. völkerrechtlich gar
nicht.
Die Frage dabei ist nur: Wie soll man einen
Staat nennen, der eben kein Rechtsstaat ist?
Was einen Rechtsstaat auszeichnet, ist hingegen
klar: Es ist "ein Staat, der die Gewaltenteilung,
die Unabhängigkeit der Gerichte, die
Gesetzmäßigkeit der Verwaltung, Rechtsschutz
gegen Akte öffentlicher Gewalt und eine
öffentlich-rechtliche Entschädigung als
unverzichtbare Institute anerkennt".
Genau
diese Bedingungen erfüllte die DDR aber eben
nicht. Selbst Rechtsgeschichtler begehen bei der
Beurteilung der Justiz in der DDR Fehler, denn:
"Der Rechtsgeschichtler Prof. Uwe Wesel stellte
fest, dass das DDR-Recht bis auf den Umgang
mit den politischen Gegnern nicht schlechter als
in der Bundesrepublik war.“ Dieser Aussage
kann ich (der Autor Gilbert Jacoby a.d.R.) aus
eigener Erfahrung widersprechen: „Ich war
mit meiner damaligen Schulklasse in den '80er
Jahren bei einer solchen "normalen"
Gerichtsverhandlung als Zuschauer und habe
gesehen, wie eine solche Gerichtsverhandlung
in einem "völlig normalen" Zivilprozess ablief.
Dabei stellte ich fest, dass eine sehr arrogante
Richterin
während der Aussagen des
Angeklagten nicht nur strafrechtlich relevante
Fragen stellte, sondern auch moralische Äußerungen von diesem abverlangte. Dass er
etwas falsch gemacht hatte, als er unter Einfluss
von Alkohol einen Unfall verursachte, wusste
der Angeklagte natürlich selbst. Dennoch
verlangte die Richterin von ihm auch eine
moralische Bewertung seines eigenen Handelns.
Aus diesem Grunde verlief der Prozess aus
meiner Sicht nicht nach einem rechtsstaatlichen
Muster.
Dass die Prozesse häufig nach diesem
Muster verliefen, habe ich einer Äußerung
meiner damaligen Klassenleiterin entnommen,
in der sie meinte, dass wir Schüler kein Mitleid
mit dem Angeklagten zeigen sollten, auch wenn
er etwas hart angegangen werden würde.“

http://geschichte-wissen.de/grafiken/gpg-ddr-2012.pdf[/quote]

nun , wie ist das denn im 'jetzt' ? ich verklage einen der 'oberen' finanz -bzw.-machtguru's ! wer wird hier wohl 'recht' erfahren ??? beim ersten rot mark finde ich es ziemlich 'blauäugig' deine version vom rechtsstaat ? ich daher halte es eher mit einem bekannten sprichwort : 'eine krähe hackt der anderen kein auge aus' !!! wenn man das trotz aller gefundener definitionen als rechtsstaat bezeichnet ,soll er seelig werden mit seiner auffassung !!!

ich saß auch schon einige male vor gericht ,aus beruflichen gründen ! hatte auch 'eine' , von rot mark , vor mir ! das war aber nach der ddr !
du bist der meinung das der 'angeglagte' , sag ich mal in der heutigen zeit , keine moralischen 'einlassungen' bringen braucht vor gericht ???
warum , weshalb , reue , verzeihen unsw.! na dann wirst du mit dem strafmaß, des staatsanwaltes ,leben müssen !!!
das war zu ddr - zeiten so und heute auch nicht anderst !!! nur meine meinung !!!



nach oben springen

#340

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 01:32
von Monte | 13 Beiträge

42% der Ostdeutschen halten die DDR nicht für einen Unrechtsstaat. Interessante These, das.Weder im BGB, noch im GG , ja sogar nicht einmal im StGB bin ich auf eine Begriffsbestimmung für das Wort Unrechtsstaat gestossen.( erst recht nicht in der Verfassung :)) Ein interessanter Diskussionsansatz ergibt sich meiner Meinung nach aus dem Inhalt des derzeit gültigen StGB. Denn, -wenn hier von Unrecht die Rede ist- ergibt sich stringent der Gedanke nach Sühne.Nun heißt es im §1 StGB; Zitat: Keine Strafe ohne Gesetz.Eine Tat kann nur bestraft werden,wenn die Strafbarkeit gesetzlich bestimmt war,bevor die Tat begangen wurde.-Zitat Ende. Also wäre es sehr sinnvoll in diesem Thread erstmal vorab zu klären, nach welcher Rechtsauffassung dieser Begriff zu definieren ist.Man kann natürlich auch versuchen, damalige Geschehnisse nach dem Rechtssystem der ehemaligen BRD zu beurteilen, sollte jedoch dabei bedenken,daß die DDR bis zum 3.10.1990 ein international anerkannter, souveräner Staat war.Welcher,-wie viele andere Staaten auch heute noch- sich um seine innen-und aussenpolitischen Angelegenheiten kümmerte und zu deren Durchsetzung entsprechende Gesetze erließ.Und Gesetze werden selbst heutzutage von dafür gewählten Vertretern des Volkes erlassen.Ob diese natürlich immer im Sinne der Vereidigungsformel ( ...zum Wohle des Volkes.. etc.p.p.) sind, sei hier dahingestellt


nach oben springen



Besucher
21 Mitglieder und 59 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Andre Lambert
Besucherzähler
Heute waren 1235 Gäste und 89 Mitglieder, gestern 3660 Gäste und 197 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14371 Themen und 558216 Beiträge.

Heute waren 89 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen