#21

RE: Eigenschutz

in Grenztruppen der DDR 29.02.2012 10:50
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Ja, waren noch aus den 60er/ 70er Jahren. Sind in der 80ern kaum noch genutzt worden, zu versifft.
Und im Zusammenhang mit dem Umbau zur Grenzmauer75, Abriss Panzersperren/ Wegfall KFZ-Sperrgraben Mitte der 80er wurden die Meisten auch abgerissen, passten nicht mehr ins politische Bild.


zuletzt bearbeitet 29.02.2012 11:36 | nach oben springen

#22

RE: Eigenschutz

in Grenztruppen der DDR 29.02.2012 11:52
von exgakl | 7.223 Beiträge

Hallo @all,

mit der Eigensicherung ist es ja immer so eine Sache, zwar war speziell für die im Schutzstreifen einegesetzten Posten alles per Dienstvorschrift genauestens geregelt..... Beobachtungssektoren usw., dazu kam, dass man sich zwischen zwei Zäunen befand und schon dadurch eine gewisse Sicherheit vor unliebsamen Überraschungen gegeben war. Ein Eindringen in den Schutzstreifen ohne Auslösung des Signalzaunes war äußerst selten.
Ganz anders dagegen sah es im Hinterland aus... als Grenzaufklärer war man in der Regel allein unterwegs. Am Tage konnte man dem Dienst da recht angenehme Facetten abgewinnen, nachts war die Situation dann schon anders.
War man mit Hund auf Streife war ein gewisser Schutz schon gegeben, anders, wenn man mit der TS oder eben zu Fuß ohne Hund im Abschnitt unterwegs war.
Unerfahrene Leute konnte je nach Gemütszustand da schon sehr schnell in Panik verfallen, gerade wenn unbekannte, bis dahin noch nie gehörte oder wahrgenommene Geräusche auftraten.
Fallendes Laub von Pappeln, Igel die einem hinterher latschen und dabei trampeln und schnaufen wie ein Mensch, bis hin zu bellenden Füchsen.... wer das Geräusch noch nie aus nächster Nähe gehört hat... einfach traumhaft, danach ist man garantiert munter!
An Bewaffnung war man mit der Makarov und 2 Magazinen á 6 Patronen ja eher dürftig ausgerüstet.
Richtig Freude kam immer auf, wenn man nach einer Auslösung des GSZ gerade im Bereich Offleben den entsprechenden Bereich auf Spurensicherheit und Auslöseursache kontrolliert hat.
Auf einer Seite ein dicht bewachsener alter Bahndamm, auf der anderen Seite der K2, den man versuchte mit einer normalen Taschenlampe abzuleuchten.
Man kann sich leicht vorstellen, daß man dabei nicht mehr sah, was um einen herum passierte.
Zur Kröhnung des ganzen flatterte mit 100%iger Sicherheit auch irgendwann in 2 Meter Entfernung ein Fasan irgendwo mit viel Geschrei auf.
Tja wie konnte man sich da sichern? Teilweise gar nicht, wie bei der K2 Kontrolle.... andererseits war die die beste Sicherung die eigenen Augen, Ohren und die Kenntnis des Geländes.
Man musste immer versuchen Personen eher zu erkennen als man selbst erkannt wurde... klingt komisch, ist aber so!
Eine Person auszumachen, die sich in Bewegung befindet ist natürlich wesentlich einfacher, was natürlich auch für die eigene Erkennung galt.
Im Laufe der Zeit hat man ein Gespür dafür, was man machen kann und was man vermeiden sollte.... so z.B. gezielt dunkle Bereiche zur Vorbewegung nutzen, helle Straßenbeläge oder Wege meiden, langsame Bewegungen (lassen sich schwerer aufklären), gezielte Pausen einlegen usw.
Was den Eigenschutz am Tage anbelangt, kam es immer auf die weiblichen Bewohner der Ortschaften an, was man gerade so zum Schutz brauchte

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
zuletzt bearbeitet 29.02.2012 11:54 | nach oben springen

#23

RE: Eigenschutz

in Grenztruppen der DDR 29.02.2012 11:59
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

das hat der exgakl sehr gut geschrieben und alles enthalten im beitrag was so vorkommen konnte. besonders stimme ich ihm bei der K2 kontrolle zu. die posten waren zu 2. und hatten eine richtige lampe die gut ausleuchtete aber der gakl war alleine mit seiner 3 farbenlampe und wenn da wirklich einer gewesen wäre der böses vorhatte erkannte er den gakl schon von weitem mit seiner funzel.
ek 82/2


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 29.02.2012 11:59 | nach oben springen

#24

RE: Eigenschutz

in Grenztruppen der DDR 29.02.2012 14:16
von exgakl | 7.223 Beiträge

Zitat von EK 82/2
das hat der exgakl sehr gut geschrieben und alles enthalten im beitrag was so vorkommen konnte. besonders stimme ich ihm bei der K2 kontrolle zu. die posten waren zu 2. und hatten eine richtige lampe die gut ausleuchtete aber der gakl war alleine mit seiner 3 farbenlampe und wenn da wirklich einer gewesen wäre der böses vorhatte erkannte er den gakl schon von weitem mit seiner funzel.
ek 82/2



nö.... das ist bei weitem nicht alles beschrieben, was vorkommen konnte


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
nach oben springen

#25

RE: Eigenschutz

in Grenztruppen der DDR 29.02.2012 14:20
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von exgakl

Zitat von EK 82/2
das hat der exgakl sehr gut geschrieben und alles enthalten im beitrag was so vorkommen konnte. besonders stimme ich ihm bei der K2 kontrolle zu. die posten waren zu 2. und hatten eine richtige lampe die gut ausleuchtete aber der gakl war alleine mit seiner 3 farbenlampe und wenn da wirklich einer gewesen wäre der böses vorhatte erkannte er den gakl schon von weitem mit seiner funzel.
ek 82/2



nö.... das ist bei weitem nicht alles beschrieben, was vorkommen konnte



exgakl das glaube ich dir. ich hatte einen sehr guten freund bis vor wenigen jahren als er starb. es war unser gakl "moppel" und beim essen saßen wir immer am tisch und wir redeten über den dienst wie es so halt normal ist. der sagte dinge die möchte ich nicht erlebt haben.
ek 82/2


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 29.02.2012 14:21 | nach oben springen

#26

RE: Eigenschutz

in Grenztruppen der DDR 29.02.2012 18:56
von LO-Fahrer | 606 Beiträge

Ich glaube das Vertrauen zu deinem zweiten Mann, egal ob frischer Soldat, Gefreiter. Uffz oder Gakl, war eine Grundvoraussetzung um den Grenzdienst langfristig geistig gesund überstehen zu können. Letztenendes war ER derjenige, der dir den Rücken freihält, so wie du seinen. Wem solltest du vertrauen, wenn nicht IHM? Ich glaube, allein der ständige Gedanke daran, ob mir mein Posten nicht vielleicht doch in einem für ihn günstigen Zeitpunkt ein paar Kugeln in die Rippen jagt, hätte mich nach kurzer Zeit in die Klapsmühle gebracht. Sicher denkt man daran, wenn gerade mal wieder ein atuelles Vorkommnis bekannt wird, aber genau so schnell wird es wieder verdrängt durch den Gedanken "mir wird sowas schon nicht passieren".
Volle Konzentration und Aufmerksamkeit auf das Umfeld - super Idee und ab und zu hat man das auch mal gemacht, aber es gab auch da etwas extrem Hinderliches, nämlich die Routine. Wenn du mit dem gleichen Mann am gleichen Postenpunkt die 20. Nachtschicht hast hörst du eben nicht mehr auf jedes möglicherweise verdächtige Geräusch.


nach oben springen

#27

RE: Eigenschutz

in Grenztruppen der DDR 29.02.2012 19:23
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

lo-fahrer das haste auch gut geschrieben und der beste eigenschutz war eigentlich unsere gute kameradschaft.
ek 82/2


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
nach oben springen

#28

RE: Eigenschutz

in Grenztruppen der DDR 29.02.2012 19:47
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Greso
...,ich hätte nicht geschlafen,oh doch.Da wachte ja immer noch mein Kumpel(und so haben wir uns eigentlich alle gesehen)Aber es ging ja um Grenzverletzer,der sich mit Waffengewalt durchkämpfen wollte.Und da hätte ich doch mein Leben verteidigt,mit der Waffe.



So richtig bewußt dachte man nur in den ersten Wochen daran. Dann schlich sich doch der Alltag ein. Natürlich, wenn es raus ging, wußte man nie mit Sicherheit, ob man wieder so zurück kam. Nicht mal mit relativer Sicherheit. Freilich, absolutes Vertrauen gab es gegenüber niemandem und nichts. So ein bischen mit der Zeit aber schon. Es pegelte sich ein.
Es war schon so, wie es ExGakl schrieb. Im Falle des Falles war der GAK da draußen immer der, der als Zweiter erfuhr was losging. Ob es jemand war der als Urlauber erschien, dessen Papiere zu kontrollieren waren und der nur für sich da schon wußte, dass die nicht in Ordnung waren. Ob es bei einer USM-Kontrolle war, wo nur für jene, die sich vielleicht darin versteckten die Verhältnisse von Anfang an klar waren.
Es ging auch nicht, stellvertretend wie John Wayne mit der Knarre rumzufuchteln oder gar auf Verdacht irgendworauf zu schießen denn um nichts in der Welt durfte "es" einen einheimischen oder gar Urlauber oder sonstwie Unbeteiligten treffen. Leute wie ich mit jagdlichem Hintergrund waren klar im Vorteil. Manches war vertraut. Da achtete man auf schon auf Veränderungen, Spuren, Geräusche, auf verräterische Anzeichen beim zu Kontrollierenden wie Schwitzen, Unruhe. Man war immer ein bischen auf dem Sprung, man übte das Ziehen der Pistole, schaute, dass der Rücken freiblieb. Man dachte daran, was wäre wenn jetzt..., spielte es in Gedanken durch.
Trotzdem liest sich das schlimmer als es war. Meistens war es ruhig, konnte zwar jederzeit aber meistens passierte gar nichts und wenn dann doch mal, entschied die Sache sich durch eingeübte Handlungen. Je öfter, um so ruhiger ging es ab. Im Nachhinein, wenn alles vorbei war. Die letzte Unterschrift unter das Protokoll kam und man noch mal vor die Kompanie ging, dann erst ging einem wieder auf, was gerade so richtig schief hätte gehen können. Dann habe ich den Hund gefüttert oder das Moped geputzt, um wieder ruhig zu werden.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


nach oben springen

#29

RE: Eigenschutz

in Grenztruppen der DDR 29.02.2012 20:20
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von Greso
...,ich hätte nicht geschlafen,oh doch.Da wachte ja immer noch mein Kumpel(und so haben wir uns eigentlich alle gesehen)Aber es ging ja um Grenzverletzer,der sich mit Waffengewalt durchkämpfen wollte.Und da hätte ich doch mein Leben verteidigt,mit der Waffe.



So richtig bewußt dachte man nur in den ersten Wochen daran. Dann schlich sich doch der Alltag ein. Natürlich, wenn es raus ging, wußte man nie mit Sicherheit, ob man wieder so zurück kam. Nicht mal mit relativer Sicherheit. Freilich, absolutes Vertrauen gab es gegenüber niemandem und nichts. So ein bischen mit der Zeit aber schon. Es pegelte sich ein.
Es war schon so, wie es ExGakl schrieb. Im Falle des Falles war der GAK da draußen immer der, der als Zweiter erfuhr was losging. Ob es jemand war der als Urlauber erschien, dessen Papiere zu kontrollieren waren und der nur für sich da schon wußte, dass die nicht in Ordnung waren. Ob es bei einer USM-Kontrolle war, wo nur für jene, die sich vielleicht darin versteckten die Verhältnisse von Anfang an klar waren.
Es ging auch nicht, stellvertretend wie John Wayne mit der Knarre rumzufuchteln oder gar auf Verdacht irgendworauf zu schießen denn um nichts in der Welt durfte "es" einen einheimischen oder gar Urlauber oder sonstwie Unbeteiligten treffen. Leute wie ich mit jagdlichem Hintergrund waren klar im Vorteil. Manches war vertraut. Da achtete man auf schon auf Veränderungen, Spuren, Geräusche, auf verräterische Anzeichen beim zu Kontrollierenden wie Schwitzen, Unruhe. Man war immer ein bischen auf dem Sprung, man übte das Ziehen der Pistole, schaute, dass der Rücken freiblieb. Man dachte daran, was wäre wenn jetzt..., spielte es in Gedanken durch.
Trotzdem liest sich das schlimmer als es war. Meistens war es ruhig, konnte zwar jederzeit aber meistens passierte gar nichts und wenn dann doch mal, entschied die Sache sich durch eingeübte Handlungen. Je öfter, um so ruhiger ging es ab. Im Nachhinein, wenn alles vorbei war. Die letzte Unterschrift unter das Protokoll kam und man noch mal vor die Kompanie ging, dann erst ging einem wieder auf, was gerade so richtig schief hätte gehen können. Dann habe ich den Hund gefüttert oder das Moped geputzt, um wieder ruhig zu werden.



@ S51 ist doch heute auch nicht anders. ich achte auf fahrgäste die sich anders benehmen als andere besonders und behalte sie im blickfeld. die polizei merkt wer sich dem direkten augenkontakt bei einer kontrolle oder selbst an der ampel beim nebeneinander stehen entzieht. da könnte was nicht stimmen. ich nenne es verhaltensmuster.
ek 82/2


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
nach oben springen

#30

RE: Eigenschutz

in Grenztruppen der DDR 29.02.2012 23:21
von SFGA | 1.519 Beiträge

Vielen Dank für eure zahlreichen interessanten Beiträge. Nun habe ich gefunden was ich suchte:

Hier spricht ein Mörder über seine Flucht.

ca. ab 05:50


JgRgt 1 Schwarzenborn / HFlgUstgStff 1 Holzdorf

Wenn einer von uns müde wird,der andere für ihn wacht.Wenn einer von uns zweifeln will,der andere gläubig lacht.Wenn einer von uns fallen sollt',der andere steht für zwei,denn jedem Kämpfer gibt ein Gott den Kameraden bei.
nach oben springen


Besucher
35 Mitglieder und 91 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 2802 Gäste und 171 Mitglieder, gestern 3414 Gäste und 170 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14360 Themen und 557334 Beiträge.

Heute waren 171 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen