#1

Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 22.01.2012 23:19
von Hendrik EK82-2 (gelöscht)
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Zumindest geht es um den ersten ganz offiziellen Tag, eher Nacht, nach der Verlegung in die Grenzkompanie Walbeck.

Nachdem die 6 Monate im GAR 7 Halberstadt + „Probeeinsätze“ am Fuße des Brockens, absolviert waren, ging es nun in obige GK. Klein, fein und wie nicht anders zu erwarten… am A..... der Welt. Zumindest aber mit Kirchruine und Freibad (das hat so manches Mal Spaß gebracht) ;-)
Wir und Meinerseiner also in Walbeck angekommen. Großansprache mit KC, Spieß und TA mit entsprechender Einteilung der einzelnen Züge. Dann Stuben einkramen und was es sonst noch an administrativen Kram zu bewerkstelligen gab.

Die Einweisung in den Grenzabschnitt erfolgte in der Nacht prompt.
Aufsitzen, und raus. Soweit so gut. Von der Nachbarkompanie konnten wir als Erstes den Turm bewundern und wurden auch gleich darauf hingewiesen: „Nicht feindwärts leuchten!“. Der BGS? Hatte erst vor kurzem den Scheinwerfer ausgeschossen. Da zeigt man sich als Frischling natürlich sichtlich beeindruckt!
Auf uns wird geschossen?! Hat man ja in Halberstadt nie etwas von gehört. Eher von Schützengräben ausheben und Panzernahbekämpfung. Und dann so eine Story!!! Aber egal erst Mal.
Es wurden alle weiteren „Besonderheiten“ des Grenzabschnitts erläutert und wir wurden gleichmäßig in kleinen Gruppen verteilt. Dann hieß es einfach nur: Lauscht in die Stille!
Irgendwann, weiß der Geier, gab es einen riesen Knall. Grenzalarm! Vermutlich versuchter Grenzdurchbruch. Kein Schuss ist gefallen. Nur der Knall. Jetzt ging natürlich die Aufregung los. Zusätzliche Kräfte… wir waren ja noch zu „doof“ und alles sichern…..

Im Laufe der Nacht stellte sich heraus, dass ein 16/17 Jähriger, „bewaffnet“ mit einem langen Küchenmesser bis zum Streckmetallzaun vorgekommen ist und letztendlich die „Fotoapparate“ ausgelöst hatte.
Dann der übliche riesige Ablauf bei Grenzverletzungen.
Das war meine erste Nacht an der Grenze. Ich dachte nur: Das fängt ja gut an!

Es gab noch einiges mehr, an der Grenze und vorher ein makaberer Zwischenfall mit meinen GF in Halberstadt. Allesamt interessante Erfahrungen die ich später irgendwie dennoch „gebrauchen“ konnte.

Vielleicht schreibe ich mal noch Einiges mehr….


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#2

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 22.01.2012 23:43
von Oi_Adler (gelöscht)
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Super Beitrag.

Na da ging die Zeit an der Grenze doich gleich gut los.

Nun meine Frage dazu: Was hast du als junger Mann in dieser Nacht gedacht? Was hat dich bewegt nachdem du zuerst die Geschichte mit dem Scheinwerfer erzählt bekommen hast und danach gleich in deiner ersten Nacht eine versuchte Republikflucht miterleben durftest?

MFG


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#3

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 00:04
von Hendrik EK82-2 (gelöscht)
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Zitat von Oi_Adler
Super Beitrag.

Na da ging die Zeit an der Grenze doich gleich gut los.

Nun meine Frage dazu: Was hast du als junger Mann in dieser Nacht gedacht? Was hat dich bewegt nachdem du zuerst die Geschichte mit dem Scheinwerfer erzählt bekommen hast und danach gleich in deiner ersten Nacht eine versuchte Republikflucht miterleben durftest?

MFG



"ging gleich gut los" ist gut!!!

Aber das ist eine gute Frage! Wie geht man als 20 jähriger Schnösel damit um?
Was den Scheinwerfer anging, das glaubt man im Moment nicht wirklich... wurde aber mehrfach bestätigt. Auch später.
Der BGS und der Zoll hatten wie sich später herausstellen sollte, schon mal ein paar "nette" Überraschungen drauf

Was die Republikflucht (Versuch) angeht... ehrlich gesagt, da waren wir wohl alle erst einmal überfordert. (Zumindest wir "Frischlinge") Wer denkt denn gleich an sowas! Wenn diesbezüglich eines nix gebracht hat, dann "Halberstadt"!

Dann gehen einem natürlich gleich Gedanken durch den Kopf wie: Ist das hier öfter so, Was ist wenn mal einer vor dir steht, Schusswaffe ja/nein.... Was ich aber in dem Moment so direkt gedacht habe, ich weiß es nicht mehr.

Jetzt, 30 Jahre danach, kommt mir das alles so unreal vor, obwohl ich aber weiß, das es mehr als real war!

PS: Soweit ich weiß, hat der junge Mann überlebt. Was aus ihm geworden ist, vom Knast mal abgesehen, entzieht sich natürlich meiner Kenntnis.


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#4

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 00:24
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

ich war zwar nicht in halberstadt" der berüchtigten knochenmühle" sondern in dittrichshütte"der schleiferhütte". aber mein erster grenztag war geil. empfang vom kc wo uns gesagt wurde das wir alles vergessen sollen was uns gelehrt wurde und das in seinem bereich keine schußwaffe ohne notwehr angewendet wird. dafür liebe ich meinen kc heute noch zu schätzen. dann ging es mit kc raus auf lo`s in den grenzabschnitt und er erklärte uns die besonderheiten auch den südlichsten punkt der ddr.
die erste schicht war anders. es war eine nachtschicht und unangenehm, 2fremde im revier mit waffe und nur wenige km vom vorkommnis 1975 mit weinhold entfernt. wem kann man trauen? es dauerte 3 oder 5 tage bis ich merkte das wir eine familie sind und der eine für den anderen da ist. sowas lernte ich bis heute nie mehr kennen.
ek 82/2


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#5

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 00:34
von Hendrik EK82-2 (gelöscht)
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Zitat von EK 82/2
ich war zwar nicht in halberstadt" der berüchtigten knochenmühle" sondern in dittrichshütte"der schleiferhütte". aber mein erster grenztag war geil. empfang vom kc wo uns gesagt wurde das wir alles vergessen sollen was uns gelehrt wurde und das in seinem bereich keine schußwaffe ohne notwehr angewendet wird. dafür liebe ich meinen kc heute noch zu schätzen. dann ging es mit kc raus auf lo`s in den grenzabschnitt und er erklärte uns die besonderheiten auch den südlichsten punkt der ddr.
die erste schicht war anders. es war eine nachtschicht und unangenehm, 2fremde im revier mit waffe und nur wenige km vom vorkommnis 1975 mit weinhold entfernt. wem kann man trauen? es dauerte 3 oder 5 tage bis ich merkte das wir eine familie sind und der eine für den anderen da ist. sowas lernte ich bis heute nie mehr kennen.
ek 82/2



Lach, das scheint sich ja fortzusetzen. Die sogenannte Grundausbildung war wohl überall für den A... äh, verlängerten Rücken.
Wir waren uns nicht direkt fremd, weil wir uns schon von Halberstadt aus kannten (größtenteils), aber es stimmt schon. Keiner wusste anfangs ob nicht doch der Kanten-Koller kommt.
Das hat sich dann auch bei mir schnell gegeben.

Als ich das letzte 1/4 Jahr noch mal versetzt wurde, na da kam das noch mal kurz.... da waren oft neue und ungekannte Gesichter. Aber wir waren da sehr viele EK´s weil komplett umstrukturiert wurde. Von daher hatte man kaum noch einen Vertrag mit dem ganzen.


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#6

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 00:40
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Hendrik EK82-2

Zitat von EK 82/2
ich war zwar nicht in halberstadt" der berüchtigten knochenmühle" sondern in dittrichshütte"der schleiferhütte". aber mein erster grenztag war geil. empfang vom kc wo uns gesagt wurde das wir alles vergessen sollen was uns gelehrt wurde und das in seinem bereich keine schußwaffe ohne notwehr angewendet wird. dafür liebe ich meinen kc heute noch zu schätzen. dann ging es mit kc raus auf lo`s in den grenzabschnitt und er erklärte uns die besonderheiten auch den südlichsten punkt der ddr.
die erste schicht war anders. es war eine nachtschicht und unangenehm, 2fremde im revier mit waffe und nur wenige km vom vorkommnis 1975 mit weinhold entfernt. wem kann man trauen? es dauerte 3 oder 5 tage bis ich merkte das wir eine familie sind und der eine für den anderen da ist. sowas lernte ich bis heute nie mehr kennen.
ek 82/2



Lach, das scheint sich ja fortzusetzen. Die sogenannte Grundausbildung war wohl überall für den A... äh, verlängerten Rücken.
Wir waren uns nicht direkt fremd, weil wir uns schon von Halberstadt aus kannten (größtenteils), aber es stimmt schon. Keiner wusste anfangs ob nicht doch der Kanten-Koller kommt.
Das hat sich dann auch bei mir schnell gegeben.

Als ich das letzte 1/4 Jahr noch mal versetzt wurde, na da kam das noch mal kurz.... da waren oft neue und ungekannte Gesichter. Aber wir waren da sehr viele EK´s weil komplett umstrukturiert wurde. Von daher hatte man kaum noch einen Vertrag mit dem ganzen.



und warum zitierst du mich? kannste mal rot markieren auf welchen bereich du dich speziel beziehst. ich erkenne jetzt keine klare aussage von dir. es geht ja um die erste grenzschicht und nicht um ausbildung.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 23.01.2012 00:42 | nach oben springen

#7

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 00:48
von Hendrik EK82-2 (gelöscht)
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die erste schicht war anders. es war eine nachtschicht und unangenehm, 2fremde im revier mit waffe und nur wenige km vom vorkommnis 1975 mit weinhold entfernt. wem kann man trauen? es dauerte 3 oder 5 tage bis ich merkte das wir eine familie sind und der eine für den anderen da ist. sowas lernte ich bis heute nie mehr kennen.

Darauf bezog sich das in erster Linie...


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#8

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 00:58
von Oi_Adler (gelöscht)
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Ausbildung und Reales Anwenden sind in allen Bereichen Militärischer Handlungsweisen in meinen Augen immer unterschiedlicher Natur. Das liegt in meinen Augen allerdings schon allein in der Tatsache begründet das in der Ausbildung keine Waffen mit scharfer Munition eingesetzt sind und die möglichkeit des realen evtl. tödlichen Schuß nicht besteht.

Ich beurteile dieses jedoch aus meiner Sicht als Bundeswehrsoldat. Ich beurteile dieses insbesondere aufgrund meiner Erfahrungen speziell in Auslandsvorbereitungen und dann später in meinen Einsätzen, hier insbesondere 2x ISAF.

Ausbildung ist halt im Kopf immer irgendwie belastet mit "Ist ja nur ein Spiel". Wie man sich dann im Ernstfall wirklich verhält kann man nicht "üben".

MFG


Winch hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#9

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 01:09
von Hendrik EK82-2 (gelöscht)
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Zitat von Oi_Adler
Ausbildung und Reales Anwenden sind in allen Bereichen Militärischer Handlungsweisen in meinen Augen immer unterschiedlicher Natur.

Ausbildung ist halt im Kopf immer irgendwie belastet mit "Ist ja nur ein Spiel". Wie man sich dann im Ernstfall wirklich verhält kann man nicht "üben".

MFG



Das würde ich so, jederzeit unterschreiben


zuletzt bearbeitet 23.01.2012 01:09 | nach oben springen

#10

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 01:15
von Oi_Adler (gelöscht)
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Darf ich rein aus Neugier nachfragen warum du den Satz mit den Waffen und der scharfen Munition ausgenommen hast und somit in der Form nicht unterschreiben würdest?

War dieses in eurer Grenzerausbildung anders geregelt bzw. hätte es in eurer Ausbildung zu realen Waffeneinsätzen kommen können? Denn falls ich eure Ausbildung richtig verstanden habe wurde diese doch im Hinterland an einer Art "ÜB-Grenze" durchgeführt, oder?

MFG


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#11

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 01:31
von Hendrik EK82-2 (gelöscht)
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Zitat von Oi_Adler
Darf ich rein aus Neugier nachfragen warum du den Satz mit den Waffen und der scharfen Munition ausgenommen hast und somit in der Form nicht unterschreiben würdest?

War dieses in eurer Grenzerausbildung anders geregelt bzw. hätte es in eurer Ausbildung zu realen Waffeneinsätzen kommen können? Denn falls ich eure Ausbildung richtig verstanden habe wurde diese doch im Hinterland an einer Art "ÜB-Grenze" durchgeführt, oder?

MFG



Das ist jetzt dummer Zufall, das ich diesen Satz nicht mit zitiert habe.
Ganz sicher wurden auch an der "Übungsgrenze" Waffen mitgeführt. Selbstverständlich ohne Munition. Da hätte es nie zu einem realen Waffeneinsatz kommen können.

Schießen fand am Schießplatz statt.


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#12

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 01:33
von Oi_Adler (gelöscht)
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Zitat von Hendrik EK82-2

Ganz sicher wurden auch an der "Übungsgrenze" Waffen mitgeführt. Selbstverständlich ohne Munition. Da hätte es nie zu einem realen Waffeneinsatz kommen können.

Schießen fand am Schießplatz statt.



So hatte ich das bis jetzt auch verstanden und finde es auch logisch.

MFG


zuletzt bearbeitet 23.01.2012 01:38 | nach oben springen

#13

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 09:31
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Hendrik EK82-2

Zitat von Oi_Adler
Darf ich rein aus Neugier nachfragen warum du den Satz mit den Waffen und der scharfen Munition ausgenommen hast und somit in der Form nicht unterschreiben würdest?

War dieses in eurer Grenzerausbildung anders geregelt bzw. hätte es in eurer Ausbildung zu realen Waffeneinsätzen kommen können? Denn falls ich eure Ausbildung richtig verstanden habe wurde diese doch im Hinterland an einer Art "ÜB-Grenze" durchgeführt, oder?

MFG



Das ist jetzt dummer Zufall, das ich diesen Satz nicht mit zitiert habe.
Ganz sicher wurden auch an der "Übungsgrenze" Waffen mitgeführt. Selbstverständlich ohne Munition. Da hätte es nie zu einem realen Waffeneinsatz kommen können.

Schießen fand am Schießplatz statt.



doch, hätte es kommen können. ich kenne deine ausbildung nicht, aber wir wurden ca. 4 wochen vor ende der ausbildung einmal nachts an eine echte grenze gefahren und im abstand von ca. 150-200 m vor dem k2 als postenpaar postiert mit scharfer munition. wir waren alles frischlinge ohne einen erfahrenen grenzer an der seite. die einzigen grenzer die wir trafen war die k2 kontrolle und die nervte langsam das ständige parole sagen so das sie am ende nur noch so etwas wie"halts maul" sagten. wenn da wirklich jemand einen durchbruch versucht hätte, keine ahnung ob einer durchgedreht hätte.
ek 82/2


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 23.01.2012 09:32 | nach oben springen

#14

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 11:33
von KAMÜ | 198 Beiträge

Auch ich war am ersten Tag in einer Grenzkompanie sehr zurückhaltend. Denn der erste und bedeutsamste Spruch kam vom KC, das was Sie gelernt haben stimmt schon aber vergessen sie dises schnell. Ich habe dann auch selber erfahren warum. Die Ausbilder waren damals eine mit Linienerfahrung( sie waren nur Theoretiker und keine die Praxis besessen haben. Ich wurde durch die Grenzaufklärer in Aulosen mit den Besonderheiten des Grenzabschnittes in der Kompaniesicherung eingewiesen, dieses war sehr spannent besonders im Bereich der Aufklärung des Kräfte vom anderen Staat.Gruß KAMÜ



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#15

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 11:47
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von KAMÜ
Auch ich war am ersten Tag in einer Grenzkompanie sehr zurückhaltend. Denn der erste und bedeutsamste Spruch kam vom KC, das was Sie gelernt haben stimmt schon aber vergessen sie dises schnell. Ich habe dann auch selber erfahren warum. Die Ausbilder waren damals eine mit Linienerfahrung( sie waren nur Theoretiker und keine die Praxis besessen haben. Ich wurde durch die Grenzaufklärer in Aulosen mit den Besonderheiten des Grenzabschnittes in der Kompaniesicherung eingewiesen, dieses war sehr spannent besonders im Bereich der Aufklärung des Kräfte vom anderen Staat.Gruß KAMÜ



genau so ähnlich sagte es unser kc, was ich vor monaten in einem anderen tread schon mal schrieb. es kam noch ein zusatz von ihm, das hier niemand erschoßen wird, denn dazu seien wir ausgebildet um auch mit rennen und körpergewalt jemanden die flucht zu vereiteln. seinen vorgeschriebenen text der vergatterung hörte man eigentlich gar nicht mehr zu, denn diese ersten worte waren sein befehl für uns.
es gab in meiner zeit 3 festnahmen durch unsere kopanie und nicht ein schuß ist gefallen, nicht mal ein warnschuß war nötig.
so kann grenzsicherung auch aussehen mit richtigen vorgesetzten und richtigen befehlen.
ein absoluter gegensatz zur ausbildung.

ek 82/2


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 23.01.2012 11:48 | nach oben springen

#16

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 12:48
von EK82I | 869 Beiträge

Nach der Aufteilung gings ja noch mal zu den Freunden der CA.Was man da zu Gesicht bekam,da war man erstmal sprachlos.Dann gings weiter in das neue Heim für ein jahr. Die neuen EK`s waren draussen.Klamotten abladen,Zimmereinteilung und dann raus zum Zaun.Einweisungsfahrt in alle 4 Abschnitte damals,auf dem LO ,ohne Plane. Dauerte ewig lange damals. Ehrlich gesagt,man war echt platt. Besonders über die vielen Km mit der 501.Die Begrüssung von der anderen Feldpostnummer kam auch,die wussten ja auch,wer da kam.Später dann die Begrüssung durch die Alten,mit allerlei Anweisungen und natürlich Verteilung der Reviere.In den ersten Schichten traf man dann auch Kameraden aus Potsdam,die im gleichen GB gelandet waren.


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#17

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 13:15
von Sonne | 510 Beiträge

Mein erster Tag an der Grenze -Vergatterung-LO-dann der Hit aus damaliger Sicht ein PF der alten Schule-er sagte ich bin der Chef und du gehst 10m vor mir damit ich immer sehe was du machst, prima dachte ich wenn das so weitergeht wird es eine sehr lange Schicht.
Dies machte er mit allen neuen-ca. 14 Tage-dann sagte er o.K. und man durfte mal neben ihm gehen jedoch nie dahinter.Nur gut das die Masse der PF nicht auch noch sehr geil war. Heute glaube ich obwohl er älter war er hatte Angst.
15 Tage später genau am 15.10.1966 war der geilste Tag in meiner Grenzerlaufbahn -es fing an zu schnein, der Schnee ging bis ins Frühjahr 1967 nie wieder weg, also mußten wir am nächsten Tag mit Ski und Tarnmantel als Flachländer der noch nie auf Ski gestanden war zum Postengebiet "Jägerfleck" raus ehrlich wir kamen nie an die Schicht war rum und wir mußten zurück.Allerdings hatte der Führungspunkt dies einkalkuliert. im Frühjahr 1967 konnten wir alle Ski fahren das einzige gute daran.Aber in der Zeit war es auch sehr kalt -20 Grad und dann 8 Std.nach 4 Std.gab es TEE das wars.


Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.
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#18

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 13:25
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Sonne
Mein erster Tag an der Grenze -Vergatterung-LO-dann der Hit aus damaliger Sicht ein PF der alten Schule-er sagte ich bin der Chef und du gehst 10m vor mir damit ich immer sehe was du machst, prima dachte ich wenn das so weitergeht wird es eine sehr lange Schicht.
Dies machte er mit allen neuen-ca. 14 Tage-dann sagte er o.K. und man durfte mal neben ihm gehen jedoch nie dahinter.
Nur gut das die Masse der PF nicht auch noch sehr geil war. Heute glaube ich obwohl er älter war er hatte Angst.
15 Tage später genau am 15.10.1966 war der geilste Tag in meiner Grenzerlaufbahn -es fing an zu schnein, der Schnee ging bis ins Frühjahr 1967 nie wieder weg, also mußten wir am nächsten Tag mit Ski und Tarnmantel als Flachländer der noch nie auf Ski gestanden war zum Postengebiet "Jägerfleck" raus ehrlich wir kamen nie an die Schicht war rum und wir mußten zurück.Allerdings hatte der Führungspunkt dies einkalkuliert. im Frühjahr 1967 konnten wir alle Ski fahren das einzige gute daran.Aber in der Zeit war es auch sehr kalt -20 Grad und dann 8 Std.nach 4 Std.gab es TEE das wars.


ja so war es und mit recht. ich ging vorne und der pf beobachtete mich genau. später ging ich hinten und der neue vorne. sicherheit geht ebend über vertrauen und wer kennt schon die gedanken eines neuen der zum 1.mal 50 meter vor einer anderen welt steht? mußte einer mal zum sch...n hinter den baum, nahm einer beide waffen und der andere die magazine.

ek 82/2


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#19

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 14:43
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Hendrik EK82-2
Als ich das letzte 1/4 Jahr noch mal versetzt wurde, na da kam das noch mal kurz.... da waren oft neue und ungekannte Gesichter. Aber wir waren da sehr viele EK´s weil komplett umstrukturiert wurde.


Aufgrund eines Delikts?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#20

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 23.01.2012 15:10
von Hendrik EK82-2 (gelöscht)
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Zitat von 94

Zitat von Hendrik EK82-2
Als ich das letzte 1/4 Jahr noch mal versetzt wurde, na da kam das noch mal kurz.... da waren oft neue und ungekannte Gesichter. Aber wir waren da sehr viele EK´s weil komplett umstrukturiert wurde.


Aufgrund eines Delikts?



Nein, es gab da kein Delikt (nicht wissentlich), sondern es wurde die Grenzsicherung neu strukturiert.
Die "Frischen" kamen bereits nach 3 Monaten Grundausbildung an den Kanten.


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