#1

Stromversorgung an der Innnerdeutschen Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.05.2009 17:23
von Zermatt | 5.293 Beiträge
Guten Tag zusammen

An der Grenze gab es ja viele Einrichtungen,die Energie benötigten-die Lichtanlagen,die Signalzäune,die SM70,das
Telefonnetz,die Versorgung der Türme.......

Gab es hierfür eine eigene,seperate Stromversorgung,unabhängig vom öffentlichen Netz oder wie war das?
War es für technisch versierte möglich,diese Versorgung zu unterbrechen,um leichter zu fliehen?
Ich denke bei einem Ausfall hat man gute Chancen,unentdeckt zu bleiben.


zuletzt bearbeitet 20.05.2009 17:44 | nach oben springen

#2

RE: Stromversorgung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.05.2009 17:44
von Augenzeuge (gelöscht)
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Hallo zermatt,

das größte Problem für einen Flüchtenden war die Unkenntnis über die vorhandenen Anlagen.
Alles war so geheim, sogar die öffentlichen Landkarten waren im Grenzbereich gefälscht.
Selbst ein Versierter hätte, bei dem Zeitdruck, kaum größere Manipulationschancen gehabt.
Im Forum wurde mal mitgeteilt, das das Stromsystem an der Grenze unabhängig vom öffentl. Netz war.

Es sei denn, der Versierte war von einem ehemaligen Grenzer genau informiert worden, dann hätte es sicher geklappt.
Aber wer hat das schon getan?

Gruß, Augenzeuge


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#3

RE: Stromversorgung an der Innnerdeutschen Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.05.2009 18:21
von PF75 | 3.292 Beiträge
also ich habe damals nicht viel mitbekommen wie die versorgung erfolgte lief alles über erdkabel,die schränke vom GSZ wurden auch über erdkabel versorgt,nur fürs GMN hatten wir noch schöne Freileitungen.bei den türmen waren die technischen einrichtungen auch drinne kam auch keiner so einfach ran,teilweise hatten wir aber noch batterie betriebene suchscheinwerfer,da konnte man zu not was abschlten aber manchmal glimmten die dinger auch nur wenn sich keiner un neue batterien gekümmert hatte,war große LKW-batterien.

zuletzt bearbeitet 20.05.2009 18:22 | nach oben springen

#4

RE: Stromversorgung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.05.2009 18:29
von nightforce (gelöscht)
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Hallo Augenzeuge,
das Stromsystem war kein Eigenes, die Grenzanlagen mit elektrischen Energiebedarf hingen an dem einen Hochspannungsnetz, welches alle Bürger mit Strom versorgte, selbst elektrische Anlagen im Mittelspannungsnetz waren nicht getrennt.
Wenn also die Hochspannung versagte, dann war auch die Grenze erstmal ohne Strom.
Hier gab es aber viele Notstromaggregate, um binnen kürzester Zeit nach einem Stromausfall wieder Saft zu haben, tlw auch selbstanlaufend nach Spannungsunterbrechungen, also mit Spannungsüberwachung, manchmal mußte aber auch im Keller mancher FÜSt Hand angelegt werden, und ein kleiner Notstromer per Hand angerissen werden.
Wenn es zu soeiner Spannungsunterbrechung kam, dann waren auch die Lichttrassen erstmal für ca 10 min dunkel, da eine HQL-Beleuchtung erst wieder abkühlen muß, bevor sie neu startet.
Der Grenzsignalzaun war meißt für eine gewisse Zeit nach einer Spannungsunterbrechung noch batteriegespeist, dies aber mehr im berliner Raum, an der grünen Grenze so gut wie nicht.

Gruß nf


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#5

RE: Stromversorgung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.05.2009 20:46
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Hallo nightforce,

dazu fällt mir noch eine Sache ein. Die Anlagen 501 und 701 mit den Minen SM70 waren ja somit auch an das normale Stromnetz angeschlossen. Ein plötzlicher Spannungsabfall bei Stromausfall sorgte durchaus für Minendetonationen im Abschnitt, und das, obwohl es laut Befehl keine technischen Auslösungen geben konnte. Die älteren Anlagen 501 waren dann nach kurzer Zeit auch wirklich außer Betrieb, es sei denn, sie wurden durch das Notstromaggregat auf der Führungsstelle wieder versorgt (ich weiß allerdings nicht, ob der Strom für die gesamte Anlage ausgereicht hätte und ob der Notstrom auch dafür gedacht war). Die Anlage 701 war noch bis ca. eine Stunde nach Abschaltung scharf, das zumindest war die Sicherheitszeit bei einer Abschaltung.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#6

RE: Stromversorgung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.05.2009 21:06
von nightforce (gelöscht)
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Ja Rainman,
die Letztere war batteriegepuffert und lief dadurch auch bei Stromausfall noch ca ne Stunde, bevor der Akku dann leer gewesen wäre, aber meißt dauerte eine reale Unterbrechung nicht so lang, der Notstromer in der FÜSt war auf jeden Fall auch dafür zuständig.
Die 501 machte bei Stromausfall mehr Sorgen, da kam es manchmal wirklich zu vereinzelten Detonationen, weshalb die weiterentwickelte Steueranlage die Minni-USV in Form eines Akkus dabei hatte, ausgelegt, für etwa 60 min Überbrückungszeit.
Gruß nf


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#7

RE: Stromversorgung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 25.05.2009 12:00
von S51 | 3.733 Beiträge

Uns haben die Pioniere erzählt, dass in der 501 ein Kondensator Spannungsausfälle eine gewisse Zeit kompensieren sollte. Allerdings sei das Teil mitunter von geringer Qualität gewesen, was bei Ab- oder Zuschaltung für Spannungsspitzen sorgen konnte. Das soll die Ursache für gelegentliche zufällige Detonationen gewesen sein. Bei diesen Anlagen durch den Zaun zu gehen, hatte immer etwas besonders prickelndes. Und es soll auch ab und an schief gegangen sein. Bis zum Herbst 1983 hatte ich einige Male das "Vergnügen". Dann wurden die Dinger abgebaut.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#8

RE: Stromversorgung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 25.05.2009 15:56
von sentry | 1.083 Beiträge

Zitat von nightforce
Der Grenzsignalzaun war meißt für eine gewisse Zeit nach einer Spannungsunterbrechung noch batteriegespeist, dies aber mehr im berliner Raum, an der grünen Grenze so gut wie nicht.


In Marienborn war das auch so. Zumindest auf der Eisenbahn-GÜSt habe ich das live gesehen. Dort war die Technik der Zäune mit einem anstänidgen Bündel Autobatterien verknüpft.
Im Kontrollterritorium der Autobahn-GÜSt steht eine ziemlich eindrucksvolle Notstromzentrale die mit einigen Dieselaggregaten einspringen konnte.

Ganz allgemein kann man wohl sagen, dass Ausfälle an der Technik in kürzest möglicher Zeit durch entsprechende manpower, sprich Verdichtung der Posten im Abschnitt kompensiert wurden.


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#9

RE: Stromversorgung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 25.05.2009 16:40
von küche69 | 428 Beiträge

Dazu möchte ich einen einmaligen Stromausfall aus dem Jahr 1988 erzählen. Es war ein Samstagmorgen und plötzlich ging der Strom weg, erstmal großes Rätselraten warum und weshalb. Danach wurde festgestellt, dass auch im Ort der "Saft" wer war, also wurde schleunigst auf Notstromgerät im Keller umgestellt, damit die Dienstzimmer und die UvD-Bude versorgt wurden. Da ich in der Küche tätig war und meistens Elektrisch gekocht wurde und nur eine Gasversorgung (großer Brenner) zur Verfügung standt, musste der Große Herd in der Mitte der Küche angeheizt werden, da ja niemand sagen konnte wie lange die Stromversorgung unterbrochen ist. Die Versorgung der Soldaten ect. musste ja gewährleistet sein und da wir Sommer hatten war es sehr heiss in der Küche. Der Strom blieb dann auch bis zum Sonntagmittag weg, es gab ein Problem im Energiewerk oder Umsetzer. Wollte damit aber nur sagen, dass die Grenzsicherungsanlagen ect. keine eigene Stromversorgung hatten und auf das öffentliche Netz angewiesen waren!



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#10

RE: Stromversorgung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.06.2009 11:21
von GR Meiningen (gelöscht)
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Hallo

Ich war in der Zeit von Mai 89 bis dez 89 in Meiningen als GSZE 80 Elektriker stationiert.
Soviel ich noch hinbekomme, waren die Signalzäune mit Batterien gepuffert und somit vom normalen Netz gespeist.
Aber so einfach ist man in die Stromversorgungsanlagen nicht reingekommen.
1. sie waren zwischen dem Signalzaun und dem Grenzzaun
2. die Türen waren mit sogenannten Geko-Kontakten versehen, womit sofort Alarm auf der ÜST ausgelöst wurde, sobald die Tür sich bewegte.

Sollte mal Stromausfall gewesen sein, sind auch die mobilen GAP geräte zum Einsatz gekommen. Die waren ja auf den LO-Koffer drauf.

mfg
GR-Meiningen


zuletzt bearbeitet 19.06.2009 11:23 | nach oben springen

#11

RE: Stromversorgung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.08.2009 16:56
von EK89/1 | 832 Beiträge

Zitat von GR Meiningen
Hallo

Ich war in der Zeit von Mai 89 bis dez 89 in Meiningen als GSZE 80 Elektriker stationiert.
Soviel ich noch hinbekomme, waren die Signalzäune mit Batterien gepuffert und somit vom normalen Netz gespeist.
Aber so einfach ist man in die Stromversorgungsanlagen nicht reingekommen.
1. sie waren zwischen dem Signalzaun und dem Grenzzaun
2. die Türen waren mit sogenannten Geko-Kontakten versehen, womit sofort Alarm auf der ÜST ausgelöst wurde, sobald die Tür sich bewegte.

Sollte mal Stromausfall gewesen sein, sind auch die mobilen GAP geräte zum Einsatz gekommen. Die waren ja auf den LO-Koffer drauf.

mfg
GR-Meiningen


Jo so war das bei uns auch. bei uns hiesen die Stationen Sicherheitsbauwerke. Das waren Kästen aus Stahlbeton, glaube so 1,50x1,50x0,50 groß, davor ne Stahltür mit 4 Schrauben(M12)gesichert. In diesen Kästen war die verkablung des GSZ. Die 4 Schrauben waren mit Entschaltern gesichert und hatten Feingewinde, auserdem waren die so an die 20- 30cm lang. Ich weis das noch weil ich mal mit unser GSZ-Uftz raus muste und so ein ding trocken legen muste, war nach der Schneeschmelze abgesuffen. An den schrauben haste dir nen Wolf gedreht und Ausgelöst haben die schon nach einer Umdrehung, so fein waren die Endschalter eingestellt.


EK89/I
09/87-01/88 GAR5 Potsdam,GAK 7
01/88-04/89 7.GK "Lutz Meier" Schierke
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#12

RE: Stromversorgung an der Innnerdeutschen Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.08.2009 17:06
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Wie es in solchen Sachen beim GSZ und ähnlichen Dingen aussah, weiß ich nicht.
Bei den Führungsstellen war es so:
Fiel der Strom aus, sollte ein Wechselstrom-umformer (betrieben vmit 12V-Akkus, welche ständig geladen wurden)
anspringen und für eine Übergangszeit die Führungsstelle mit Strom versorgen, bis das benzingetriebene
NotStrom-Aggregat angeworfen wurde. Soweit die Theorie, in der Praxis funktionierte das nicht immer so reibungslos.

TOMMI


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#13

RE: Stromversorgung an der Innnerdeutschen Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.08.2009 17:15
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Ja, bei eisiger Kälte haben bestimmt die Akkus mal schlappgemacht und das benzingetriebene Notstrom-Aggregart muss ja
auch erst mal anspringen.
Also längere Zeit überhaupt kein Saft-kam das mal vor ?



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#14

RE: Stromversorgung an der Innnerdeutschen Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.08.2009 17:25
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Kann ich mich nicht erinnern.
Die Akkus waren ständig in Pufferladung und beinhalteten
außerdem Schwefelsäure. Also die müssen erst mal einfrieren.
Passiert wohl am ehesten in Sibierien, in Mitteleuropa eher
selten.

TOMMI


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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