#21

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 18.05.2009 09:14
von sentry | 1.108 Beiträge

In Marienborn gab es auf praktisch allen Postenpunkten "diensterleichternde" Einrichtungen. Hauptsächlich waren das Verstecke für Lesestoff, zusätzliche Sitzgeleenheiten sowie das obligatorische Postenpunktmaßband.
Unter Tischen und Schränken gab es oftmals doppelte Böden wo Zeitungen eingeschoben werden konnten.
Auf der Beschauerbrücke an der Eisenbahn-GÜSt gab es nur einen Hocker. Also wurde ein zweiter Stuhl auf dem Bahnhof geklaut, der bei Postenkontrollen an einen vorbereiteten Haken außen an der Brücke angehängt wurde.

Das allerwichtigste vor jeder Schicht waren die Absprachen des OZW (operatives Zusammenwirken). An der Grenze wurde damit die Koordinierung der Handlungen benachbarter Abschnitte bezeichnet. Wir Soldaten bezeichneten damit die Nachrichtenkette zwischen den Postenpunkten:
Wer ruft wen an, wenn ein Offizier die Einheit verlässt, welche Zeichen über Funk oder GMN haben welche Bedeutung (z.B. zweimal Sprechtaste = Postenkontrolle im Abschnitt oä.), wie werden Posten gewarnt, die gerade staubige Sachen machen oder schlafen.
Ja, geschlafen wurde viel in Marienborn. Wenn die beiden Posten meinten, ausreichend Vertrauen zu einander zu haben, schlief häufig einer, während der andere 360 Grad-Beobachtung machte. Am wichtigsten war dabei die Beobachtung der möglichen Annäherungswege für Postenkontrollen (Grenzverletzer waren sekundär, weil unwahrscheinlicher). Außerdem mussten die Soldaten die Disziplin haben, den anderen zu wecken, wenn sie merkten, dass sie selber nicht mehr durchhielten.

Auf einer E-Schicht im Wald (Nebelposten oder so) habe ich mit meinem Posten, einem guten Freund schon aus der Ausbildung, auch einmal gemeinsam geschlafen. Allerdings hatten wir den Vorsatz schon beim Ausrücken. Wir nahmen diese grünen ABC-Folienumhänge mit, damit wir nicht ganz im Nassen liegen. Der GUvD kriegte die Anweisung bei besonderen Ereignissen (Postenkontrolle, Abbruch der Schicht oä.) zweimal die Ruftaste des Funkgerätes zu drücken. Das Sprechteil des UFT lag dabei direkt an meinem Ohr.
Aus heutiger Sicht würde einem sofort "dämlich" oder "gefährlich" in den Kopf kommen, aber so waren wir nun 'mal: müde, dämlich und übermütig.

Bei der Abwehr von Postenkontrollen hatten wir starke Systeme entwickelt, allerdings muss man sagen, dass auch die Offiziere nicht dumm waren und regelmäßig Dienstverfehlungen aufklärten - das ist wie in der Schule oder mit den Eltern: jeder denkt, er ist der Cleverste und der andere ist dämlich, aber gewinnen kann immer nur einer.

Auf der Autobahn wurde sich die Zeit mit haufenweise Spielchen vertrieben: Busse zählen, Suchen der Tageszahl auf Speditions-Lastzügen, Erfinden und Suchen sinniger Abkürzungen auf Lastzügen (HANIEL: Heimfahrt April Naht Im EilLauf, AVIS: Achtundzwanzigster Vierter Ist Schluss - sowas in der Art, wir hatten -zig davon), die sich dann auch per GMN gegenseitig gemeldet wurden. Über GMN wurde sich regelmäßig unterhalten. Da die modernen PSE-Hörer recht leistungsfähig waren und die dazu gehörogen Wechselsprechanlagen beim DHO oder der Führungsstelle meist nicht auf volel Lautstärke gedreht waren, konnte man sich hervorragend flüsternd unterhalten ohne dass ein Offizier etwas mithörte. Der Gehilfe des DHO hatte im Rahmen des "OZW" jedenfalls immer den Job bei erst bester Gelegenheit das GMN und die Funkgeräte des DHO leise zu drehen.

Außerdem wurden die Schichten in Abschnitte geteilt: Jeden morgen um 00.00 Uhr wurde sich durchs GMN "Gustav Martha" gewünscht (G.M. - Guten Morgen), immer um 17.00 Uhr Emil Wilhelm (Einer weniger [bezogen auf die zu dienenden Tage]), Mittwochs um 13.00 Wilhelm Wilhelm (Woche weniger) und ähnliches.
Gebrutzelt und geraucht wurde natürlich auch - ganz klar.


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#22

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 18.05.2009 11:15
von Rainman2 | 5.764 Beiträge
Vielleicht noch eine kleine Anekdote zum Thema Kontrollstreifen und Schlafen:
Ein Leutnant (ZF) meiner Kompanie und ich, der Polit, wir waren eingesetzt als Kontrollstreife im Abschnitt. Zwei "Buckel" zusammen, eine böse Kombination. Damit war sichergestellt, dass es keiner wissen konnte. Da wir nur außerhalb des Zaunes blieben, reichte die Pistole aus. Wir mussten also noch nicht einmal Waffen empfangen, die Pistole trugen wir ja ständig. Eine unserer Aufgaben war die gedeckte Kontrolle einer Ablösung mit Übergabe des Abschnitts und Passieren des Grenzsignalzaunes durch die Grenzposten. Wir suchten uns einen gut gedeckten Platz im hohen Gras mit ausreichend Überblick über das Tor, die An- und Abfahrtswege. Die Ablösung musste in etwa einer halben Stunde erfolgen. Wir legten und hin und warteten. Als ich wieder aufwachte schaute ich auf meine Uhr. Die Ablösung musste schon eine halbe Stunde durch gewesen sein. Von dem Zugführer neben mir sah ich nur die Beine, aber die lagen verdächtig ruhig. Wie komme ich aus der Nummer wieder raus? Ich stieß mit meinem Stiefel gegen seine. Wir erhoben uns. Er sah etwas verlegen aus. Als sein Vorgesetzter und als der, der wahrscheinlich eher wach war, hatte ich alle wichtigen Trümpfe im Blatt. "Und, ist Dir was aufgefallen?" Er dachte kurz nach und antwortete dann vorsichtig: "Nein, und Dir." Ich nutzte meinen Vorteil: "Ich habe Dich gefragt. Du würdest also sagen, es war alles in Ordnung?" Er nickte schnell: "Ja, das würde ich so sagen." Daraufhin nickte auch ich: "Gut, dann halten wir es so fest." Wir sahen uns an und wussten beide, was hier gerade passiert war. Wir hätten es aber nicht ausgesprochen, da so etwas nicht passieren durfte. Er war sichtlich erleichtert, als ich nach unserer Streife lediglich: "Ohne Vorkommnisse, die beobachteten Aktionen waren durchweg in Ordnung," meldete.

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Grete85 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.05.2009 11:17 | nach oben springen

#23

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 18.05.2009 13:47
von Grete85 | 840 Beiträge

Hallo zusammen,
ich hatte als Kommandeur Füst Spätschicht auf der Füst 6.(Spahl).Wir hatten uns,weil draussen alles so eintönig war,neue Bezeichnungen fürs Gelände ausgedacht.So wurde aus den Bürgermeisterweg der Krankenschwesterpfad, aus dem Postenpunkt 51 (mit Wäldchen) der Sherwood Forest.Dann hatten wir im Bereich Rössberg zwischen zwei Postenpunkten an einer Sprechstelle ein Thermometer aufgehängt. Soweit so gut. Ich hatte meine Posten alle immer zur vollen Stunden melden lassen. Dann meldet sich mein Kfz-Posten am Postenpunkt 51."Posten 11 wieder melden am...,am.....,ach Schei....,na da wo Robin Hood sein Unwesen treibt." Eine Weile Ruhe,dann ein schallendes Gelächter im GMN von allen Posten.Ich hab auch erst mal eine Weile gebraucht,um wieder ernst zuwerden. Abends in der Kompanie zurück wurde ich zum stell.KC Kra...gerufen.Als ich den Polit vom Batalion,OL Böt.... gesehen hab,dachte ich,oje das kann ja heiter werden.Der hat uns nämlich draussen im GMN belauscht.Zu meinem Erstaunen hat er uns gelobt,weil wir so einfallsreich sind,möchten aber bitte wieder in Zukunft mit Postentabelle arbeiten. Das Schlafen auf der Füst ist auch so ne Sache.Vor allem nachts.Der Posten neben dir liegt schon eingerollt neben dem Eisenbahn-Heizkörper "sägt" und unser einer soll wach bleiben.Also den anderen Heizkörper unter Tisch Käppi oder "Muff" sprich Wintermütze auf den Tisch und dann die Rübe drauf.Aber das immer in Armreichweite zur Sprechkiste. Ich glaub,ich hab da so einige Verbindungsaufnahmen meiner Posten "überhört"
Gruß grete


--------------------------------------------------
Geschichte ist nichts anderes
als die Unfallchronik der Menschheit.

Chales Talleyrand,französicher
Staatsmann (1754-1838)
--------------------------------------------------
Gedient von Frühjahr 1982 bis Frühjahr 1985 beim
VEB Landesverteidigung, Betriebsteil Grenzsicherung Rhön
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#24

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 18.05.2009 15:12
von sentry | 1.108 Beiträge

Bei Sherwood Forrest fallen mir doch glatt noch die allseits beliebten Horrorgeschichten ein, die man sich erzählt hat. Das gab's wohl in jedem Abschnitt, so auch bei uns.
Wir hatten Gruselgeschichten z.B. von der Weißen Frau und dem Schwarzen P6. Meistens gings um in grenznahen Wäldern verunglückte oder zu Tode gekommene Personen deren Seelen dort in nebeligen Nächten umherspukten. Wenn man dann mit gutem Timing dem Posten sagte, er möge doch 'mal checken, ob sich da auf dem Hochsitz oder in der verlassenen Bahnerhütte jemand versteckt, konnte man schon mal blasse Gesichter sehen.


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#25

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 18.05.2009 17:04
von grenzgänger86 | 375 Beiträge

Hallo zusammen,

auch in Schierke gab es Gruselgeschichten,"die weiße Frau vom Eckerloch" hab ich ja schon erwähnt,dann gab es noch "den Eckerlochgeiger"und "den Eckerlochwolf".Wenn man im ersten Grenzdienst mit einem "Glatten" und noch im Eckerloch war,dann hat man natürlich diese Geschichten erzählt.da war dann manches Gesicht blasser wie der Mond.Naja ein halbes Jahr vorher ging es einem selber so.

04/86-04/87 in Schierke


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#26

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 18.05.2009 18:09
von maja64 (gelöscht)
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Apropo Sherwood Forest,der Sitz unseres Battalions war in Kaltennordheim,das hieß bei uns bloß Nottingham.
Gruß maja64


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#27

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 18.05.2009 20:13
von manudave (gelöscht)
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Die ortsansässigen sagen übrigens dazu "Nure"


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#28

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 18.05.2009 22:06
von Grete85 | 840 Beiträge

Zitat von manudave
Die ortsansässigen sagen übrigens dazu "Nure"

Hallo manudave,
Ich glaube die sagen "Nurde".

Bei uns gabs noch die brüchtigten "Kaffeelichter".Die sah man manchmal,wenn man zuviel in den "Boiler"(Kaffeekanne) geschaut hat.Da waren in der Nachtschicht auf einmal Lichter,die da garnicht hingehörten. Die weiße Frau gabs bei uns auch.
Gruß Grete


--------------------------------------------------
Geschichte ist nichts anderes
als die Unfallchronik der Menschheit.

Chales Talleyrand,französicher
Staatsmann (1754-1838)
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Gedient von Frühjahr 1982 bis Frühjahr 1985 beim
VEB Landesverteidigung, Betriebsteil Grenzsicherung Rhön
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#29

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 19.05.2009 09:33
von grenzgänger86 | 375 Beiträge

Hallo zusammen,

im Harz wenn der ganz dicke Nebel (Patt genannt) war,dann hat man auch schon Dinge gesehen die gar nicht da waren,Irrlichter manchmal im Moor am Goethebahnhof,da hat man gedacht das da jemand mit einer Lampe winkt.

04/86-04/87 in Schierke


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#30

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 19.05.2009 09:33
von manudave (gelöscht)
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Nurde ist korrekt - manchmal schreiben die Finger schneller als der Kopf denkt...


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#31

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 27.05.2009 20:55
von PF75 | 3.294 Beiträge

wenn man die richtigen leite auf der füst hatte konnte man aucg gegner ärgern spielen.ging vorallem an der elbe ganz gut.zb. hatten wir mal ein boot der wasserschutzpolizei im abschnitt und nicht allzugutes wetter und die beamten saßen schön im warmen boot.wir baben dann im schutz des deiches signalgeräte kontrolliert (sp 1 ) und ging dann ab und zu mal son knaller los,natürlich kamen die kollrgen gleich an deck und haben erstmal die lage gepeilt bis es ihnen zu ungemütlich wurde.so konnte man sie über einen längren zeitraum beschäftigen.wie gesagt ging aber nur mit guter füst, die einem abnahmen das ebenmal wieder das ganze geflügel aus dem grenzdorf zwischen den signalgeräten umher lief.


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#32

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 27.05.2009 21:21
von S51 | 3.733 Beiträge
Einer unserer GAK hat vor lauter Langeweile im Eckerloch Sommer 84 mit der Pistole gespielt. Laden, entladen, wie schwer geht eigentlich der Spannabzug? Jedenfalls in dem Moment viel zu leicht. Den Knall hätte er vielleicht noch erklären können aber das Loch in der Wand der Schutzhütte? Dummerweise war der nächste Posten eine Doppelstreife, sonst hätten wir die Sache vielleicht mit einer Reservemumpel bereinigen können. So war großes Murmelsuchen angesagt, denn der Verbleib des Geschosses mußte geklärt werden.

GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 27.05.2009 21:22 | nach oben springen

#33

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 27.05.2009 21:36
von S51 | 3.733 Beiträge

Wenn man die Brockenstraße herunter kommt, ist kurz vor der Kompanie links ein Wasserwerk. Rechts geht dort ein Weg hinunter und dort stand knapp am Waldrand ein Hydrant. Schön rot und für seine Bestimmung recht groß geraten. Der hatte noch zu meiner Zeit vier ordentliche Dellen bzw. Schlagstellen am oberen Teil. Uns wurde erzählt, dass die um 1982 von einem GAK stammen sollen. Er hat (angeblich) beim Rückweg im Morgennebel dort eine Person stehen sehen. Es soll alles wie vorgeschrieben gelaufen sein. Also erst mal Anruf: Keine Reaktion aber "der" hielt die Arme so komisch. Wie mit einer Waffe im Anschlag. Also noch mal Anruf, schon hektisch: Keine Reaktion oder vielleicht ein bischen bewegt. Denn also Warnschuß: Keine Veränderung, "der" zielte immer noch. So machte es ein paar mal bum. Wie gesagt, vier Treffer, das macht bei sechs Schuß ein recht ordentliches Trefferbild. Da "der" immer noch nicht reagierte, hat unser Kollege nun, unsicher geworden, nachgesehen (In der Kompanie muß inzwischen Zustand geherrscht haben, denn Funk gab es zu dieser Zeit noch nicht.). Über das Ergebnis der Untersuchung ist mir nichts bekannt, der Kollege ist dann als BU wohl zur Technik gegangen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#34

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 28.05.2009 00:30
von Rostocker | 7.736 Beiträge

So kommt man auch zu Schützenschnur. Aber noch was anderes.bei der Schießausbildung,haben wir uns auch immer 1-2 Mumpeln beseite gelegt.Natürlich--illegal.


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#35

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 28.05.2009 04:01
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von Rostocker
bei der Schießausbildung,haben wir uns auch immer 1-2 Mumpeln beseite gelegt.


Hi Rostocker,

das Wort mumpeln kam ueberhaupt nicht in meinem Grosswoerterbuch vor. Also, "google is mein Freund", das sind Gewehrpatronen, nicht wahr ?

Was habt Ihr dann damit angestellt?

Berliner

zuletzt bearbeitet 28.05.2009 04:05 | nach oben springen

#36

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 28.05.2009 07:15
von sentry | 1.108 Beiträge

Munition versteckt haben wohl viele Grenzer, eigentlich nur um den Stress zu vermeiden, wenn man mal eine Patrone verlor (z.B. aus der Magazintasche) oder eben doch ein "Kalter" die Waffe verließ, sprich: ein Schuss sich löste.
Am häufigsten passierte das wohl beim Waffenentladen nach dem Grenzdienst, allerdings habe ich das auch bloß einmal erlebt.

Die Munition wurde meistens in der Unterkunft versteckt. Unsere lagerte in einem hohlen Metalltischbein - wer weiß, was daraus geworden ist...


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#37

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 29.05.2009 06:42
von S51 | 3.733 Beiträge

Mumpeln - Munition im allgemeinen. Nicht nur jene für die MPi (M43, 7,62 x 43), sondern bei den Pistolenträgern auch die für die PM (Pistole Makarow, 9,2 x 18). Nicht nur die Soldaten hatten ihre Reserven gegen Sackstand, sondern auch wir GAK, die Offiziere und vor allem der Hauptfeldwebel. Letzterer hat damals, nachdem das Geschoß gefunden war, die Sache aus seinem Fundus bereinigt. Natürlich waren derart "eiserne Reserven" streng verboten...
Üblicherweise haben wir solche Sachen an unsere Nachfolger weiter vererbt oder beim letzten Schießen unauffälllig entsorgt.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#38

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 29.05.2009 06:56
von grenzgänger86 | 375 Beiträge

Hallo zusammen,

genauso kenn ich das auch,unser Waffenuffz. und auch der Hauptfeld hatten immer "Mumpeln" in Reserve.Im Winter war mal ein Posten auf der eisglatten Brockenstrasse gestürzt und dabei war der Magazinverschluß aufgesprungen und alle 30 Schuß fielen raus.Er hat trotz gründlicher Suche 2 Schuß nicht gefunden,die hat er dann ohne Probleme vom Uffz.bekommen.

04/86-04/87 in Schierke


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#39

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 29.05.2009 13:16
von Berliner (gelöscht)
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grenzgänger86, S51, sentry, vielen Dank!

es ist bei mir nicht so weit gegangen, dass ich dachte Ihr wuerdet die "mumpeln" fuer Euch behalten, aber vielleicht eines Nachts wandert Euch ein kapitaler Hirsch ueber den Weg. Aber Ihr wart so dicht an einander ein ausgeloester Schuss haette fuer Wirbel gesorgt, geschweigert das Tier nachher abzuschleppen bzw. zu "entsorgen".

Interessant in den Geschichten ist das "unter Euch" d.h., bis zum Hauptfeldwebel, wurde geschwiegen und untereinander gegenseitig geholfen, habe ich das richtig verstanden ? Also in der US Army gibt es "commissioned" officers und "non-commissioned", also, "non-coms". Ich habe bei der Army zwar nicht gedient aber ich wusste unter den non-coms gab es eine grosse Kameradschaft, die commissioned officers waren aber anders zu behandeln.

Nochmals vielen Dank!
Berliner


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#40

RE: Zeitvertreib im Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 29.05.2009 13:43
von NPKCA (gelöscht)
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Die "eiserne Reserve" diente auch dem Hauptfeld nur dem Eigennutz. Ganz einfach um jede Menge Papierkram zu sparen der wegen einer verlorenen Mumpel auf ihn zugekommen wäre.

Doch mal zurück zum eigentlichen Thema. Bei uns wurde meistens auch viel gequatscht um die Zeit rumzukriegen. Das schlimmste was passieren konnte, war eine Nachtschicht mit einem ganz Schweigsamen dem man jedes Wort aus der Nase ziehen musste.

Ach und da fällt mir gerade bei Mumpel noch die sogenannte Mupfel ein- bei uns der Begriff für diese kleine Gummikappe für die MPi Mündung- damits nicht reinregnet.


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