#21

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 27.11.2011 16:43
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hallo Zermat, wenn Kollegen hier von mir aus ihrer Schulzeit erzählen dann haben die das durchaus noch erlebt. Auf meine Frage nach dem pädagogischen Sinn wurde mir dann erklärt: "Da wurde ja nicht die ganze Klasse verdroschen, der größte Störer bekam eine Tracht Prügel und der Rest wusste sich dann sofort zu benehmen." und teilweise wird bedauert dass dies heute ja leider nicht mehr so sei.

Na dann doch lieber DDR Schule!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#22

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 27.11.2011 17:22
von Annakin | 526 Beiträge

Zitat von Angelo
Heute habe ich im MDR Forum über ein Experiment gelesen "Schulunterricht à la DDR"

Elke Urban, die Leiterin des Schulmuseums Leipzig, veranstaltet für heutige Schuklassen eine Unterrichtsstunde, wie sie es auch zu DDR-Zeiten hätte geben können. Die Stunde beginnt mit "Für Frieden und Sozialismus seid bereit ! Immer bereit!" Danach zieht Elke Urban alle Register einer pädagogischen Erziehung von "jungen sozialistischen Persönlichkeiten". Das ganze ist eine Art Rollenspiel, die Schüler von heute sollen begreifen, wie Mechanismen von Anpassung und Unterdrückung funktionieren. Was halten sie von dieser Art Reise in die Vergangenheit? Wird DDR-Schule damit diffamiert oder ist das Experiment eine kritische Auseinandersetzung mit dem damaligen Schulsystem?
http://www.mdr.de/forum/showthread.php?t=3727&page=11

Wie denkt ihr darüber ?




Hallo

Kann mich noch erinnern, in den ersten beiden Schuljahren wurde es zur ersten Stunde zelebriert. Im dritten aber schon nicht mehr, da hatten wir nämlich eine andere Klassenlehrerin. Ob das an allen Schulen so durch gezogen wurde wage ich zu bezweifeln. Wenn Schulklassen in Fersehfilmen oder Dokus. gezeigt wurden, lief natürlich alles orndnungsgemäß abmit Meldung und so. War wohl aber eher Wunschdenken der Parteiführung.

Gruß Annakin


_____________________________________________________________________________________________________________
Wenn Du einen Feind nicht besiegen kannst, mache ihn zum Verbündeten.
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#23

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 27.11.2011 20:55
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von maxel22

Zitat von Pit 59
Ja die DDR war soooo schlimm und der Unterricht natürlich auch. Alles verteufeln wo es nur geht, hier und heute ist ja alles super gut........@maxel22

Darum geht es doch gar nicht,natürlich haben wir auch was gelernt,ich denke es gehr darum wie schon zu Schulbeginn die "gute"Partei Ihre Finger im Spiel hatte,und das hat sich bis zum Abschluss so Hingezogen.Vom Pionier über die FDJ zur Partei.Wers gebraucht hat.



Das ist mir schon klar, nur wird das Gute nicht dargestellt, eben nur das Schlechte. Dabei war das Bildungssystem sehr viel besser aus meiner Sicht. Heute haben die Lehrer Angst vor dem Schüler, keiner will Lehrer werden, früher gab es auch durch das System ein gewissen Respekt.

Aber gut, ich schaue es mir heute an und danach können wir weiter schreiben....

Schade finde kein Video, aber hier mal der Link zum Ablauf der Std.

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/im...0,10691108.html




Wer es ganz genau wissen möchte, kommt nicht um die "Chronik von Golzow" herum.
Hier wurde draufgehalten mit dem Ergebnis einmaliger Aufnahmen, die keine Frage offen ließen.
Der kleine Trailer überfliegt die Schulzeit jener Protagonisten http://www.youtube.com/watch?v=n2OS8RnIyfY und jeder der in der DDR seine Schulzeit erleben dürfte, wird die dort leider nur angeschnittene Chronik der Kinder von Golzow hinsichtlich des Wahrheitsgehaltes und der Authenzität bestätigen.
Im späteren Verlauf ihres Lebens konnten sich jene Kinder von Golzow in einer Rückbesinnung auf ihre Schulzeit selbst bestätigen, daß es eine Schule fürs Leben war mit Lehrern, die keine Jobber waren, sondern ihren Beruf als Mission sahen.
Einige davon sagten angesichts der Aufnahmen sogar selbst, daß man vieles lieber anders gemacht hätte mit dem Wissen des Erwachsenen, aber niemand kritisierte das Schulsystem im Grundsatz, sofern ich das nach weit über 12 Stunden Langzeitdokumentation und 40 Jahren DDR- Biografie im Zeitraffer feststellen konnte.
Die längste Dokumentation der europäischen, möglicherweise sogar der weltweiten Filmgeschichte in der Regie von Winfried und Barbara Junge gibt einmal mehr Antwort auf Fragen bezüglich des tatsächlichen Alltags in der DDR, von Zensur war hier so gut wie nichts zu bemerken, zu echt kamen die Aufnahmen herüber und die Mitwirkenden bestätigten das auch lange nach der Wende immer wieder.



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#24

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 27.11.2011 21:26
von EK87II | 109 Beiträge

Also ich war von 72-82 an einer POS und kann die Darstellung von Frau Urban über eine Unterrichtsstunde so nicht bestätigen. Außer das Seid Bereit (bei vereinzelten Lehrern) fand dieses Affentheater mit Appell und so weiter nur in Ausnahmefällen statt. Natürlich muss man den Einfluss der Ideologie bei Seite lassen, aber das rein schulische, die Vermittlung des Lehrstoffs und nicht zuletzt qualifizierte Lehrkräfte müssen sich vor der heutigen Zeit nicht verstecken. Da ich selber meine zwei Kinder durch das aktuelle Schulsystem begleite weiß ich wovon ich rede. Manchmal ist es nur noch zum Haare raufen. Aber zurück zum eigentlichen Thema. Frau Urban war ja nun auch nicht all zu lange Lehrerin (ca. 5 Jahre).


Gruß
EK87II
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#25

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 27.11.2011 22:09
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von icke-ek71
ein hallo aus berlin,ich bin 1955 in berlin ost eingeschult worden und habe bis 1965 die pos edgar andre in berlin friedrichshain besucht!!das war ja ein tolles schulsystem was ich da genossen habe!!man hat da was gelehrt bekommen was man selber überhaupt nicht geglaubt hatte uind nur mit nachplappern von diesem gelehrten unsinn hat man gute zensuren bekommen..das eigene denken wurde überhaupt nur in den bahnen gestattet wie es ins konzept gepasst hatte!!das tut mir leid..ich habe das am eigenen leib zu spüren bekommen..ich war nicht pionier und auch nicht in der fdj man mußte das folgendermaßen verarbeiten..in der schule wurde das gesagt was die lehrer hören wollten..gedacht hat man gänzlich anders...jetzt mal ehrlich..das soll gut gewesen sein????und was ist da gut daran???an diesem schulsystem???fördert man so das schöpferische denken von menschen...na ja man hat ja dann erlebt wie das weiter gegangen ist mit der bevormundung vom staat!!gruß icke-ek71



Es fällt mir als Nicht- Sozialismusgeschädigten schon schwer, solche Schilderungen als Menschenrechtsverletzung zu werten, zu viele Fragen bleiben hier offen und ich kenne aus meinem Bekanntenkreis auch Mitschüler, die regelmäßig in die Christenlehre gingen, andere die später als 14jährige mit den Eltern in den Westen gingen, Kinder von sog. Arbeitsscheuen und niemand von denen hat in meiner Gegenwart echtes Unrecht während des Unterrichts erleben müssen.
Zwar erinnere ich mich an Äußerungen eines Lehrers der das heruntergelotterte Geschichtsbuch eines Mitschülers, der einer kinderreichen Familie angehörte, mit den Worten kritisierte, daß es für ihn ja kein Geld kostet...hat ja der Staat bezahlt usw.,
Das war schon hart an der Grenze zumal nicht zu klären war, wie oft dieses Buch schon im Umlauf war.
Allerdings muß ich auch konstatieren, daß Mitschüler damals schon Fragen stellten, die mir aus heutiger Sicht schon beeindruckend reif vorkamen und für mich selbst undenkbar waren.
So führte eine Lehrerin mal im Zusammenhang mit der Aufzählung von Berufen den Begriff "Tippmamsell" ins Unterrichtsgespräch ein, woraufhin eine Mitschülerin vor Empörung fast durch die Decke ging und die Lehrerin richtig vorwurfsvoll angegangen war, ob denn eine Schreibkraft kein ehrenwerter Beruf im Arbeiter- und Bauernstaat war.
Die Reaktion unserer damaligen Deutsch- Lehrerin kann ich nicht anders als "kleinlaut" bezeichnen, diese Episode werde ich nie vergessen und muß heute wohl konstatieren, daß an diesem Tag die Lehrerin vom Schüler etwas gelernt hatte.
Zu den eingangs angeschnittenen offenen Fragen würde ich aber doch gerne mal eine ehrliche Antwort darauf bekommen, ob Eltern nicht auch möglicherweise auf ihre Kinder dahingehend Einfluß genommen haben, sich absichtlich und ohne besonderen Anlaß kritisch zum System zu äußern, einen solchen Verdacht hatte ich damals häufiger gehabt, kann aber nicht konkret belegen, daß es relevant für das Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer war.
Das schlimmste, was ich mir in einem so gelagerten Fall vorstellen könnte ist, daß Eltern die eigenen Kinder als Geschütze im Kampf gegen das System ins Feld führte, eben daß Eltern ihre Kinder zur Halstuchverweigerung und FDJ- Blockade angestiftet haben, um die eigene systemkritische Haltung zu dokumentieren.



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#26

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 27.11.2011 22:29
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Hackel39

Das schlimmste, was ich mir in einem so gelagerten Fall vorstellen könnte ist, daß Eltern die eigenen Kinder als Geschütze im Kampf gegen das System ins Feld führte, eben daß Eltern ihre Kinder zur Halstuchverweigerung und FDJ- Blockade angestiftet haben, um die eigene systemkritische Haltung zu dokumentieren.




@Hackel, das kann ich mir schlecht vorstellen, obwohl in krassen Einzelfällen vielleicht nicht auszuschließen.

Aber Du kannst es mir schon glauben, es gab wirklich grenzlastige Situationen, die ich damals schon als diskriminierend empfand und heut erst recht!

Schau mal, hatte darüber auch schon mal geschrieben. Meine Eltern stellten es mir frei, zu Pioniernachmittagen, Altstoffsammlungen ect. hinzugehen. Ich tat es, man wollte ja unter Gleichaltrigen sein, es machte Vieles auch irgendwie Spass und war nicht alles politisch durchsetzt. Gut, den "Geburtstag" der Pionierorganisation verband man immer mit der Weihnachtsfeier, um von den christlichen Sinnbildern des Weihnachtsfestes vermutlich geziehlt abzulenken, in dem man dann immer was von "Väterchen Frost" erzählte... . Egal, das sehe ich eher als harmlos - naiven Versuch an.

Aber wenn Du bei einer Altstoffsammlung mit das beste Ergebnis hast, das Geld in die Klassenkasse geht und Du bekommst den Spruch: "Du kannst keinen Lob ins Klassenbuch bekommen, DU bist ja kein Pionier!"

Das tut einem 7/ 8 -jährigen weh. Das war, das ist Diskriminierung von Feinsten! Zumal das gesammelte Geld aus der Alstoffsammlung nicht in die Kasse der Pionierorganisation, sondern rein in die Klassenkasse ging.
Kann mich aber auch gut erinnern, das Mitschüler deshalb aufgemuckt haben...und die Sache hinterfragt haben..., ich hatte damals leider dieses Selbstbewußtsein noch nicht!

Oder anderweitige diskriminierende Äußerungen von rotlichtüberstrahlten Lehrerinnen und Lehrern wie : "...DU bist ja ein Kaspitalistenkind...!" Weil mein Vater ein kleines Privatunternehmen hatte! Und gerade von Lehrern, die in ihrer Freizeit auch zu gern in Westklamotten rumliefen..., wenn vielleicht auch Sachen aus 2. Hand. Aber hier hat ganz gewaltig was nicht gepasst!

Und ich schreib hier kein Hokuspokus, nein! Hab`s selbst am eigenen Leibe erleben dürfen!


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#27

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 27.11.2011 22:45
von Gelöschtes Mitglied
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@josy95

Ich glaube es Dir, ich weiß auch wie es war als ich mich dem Russisch Unterricht verweigerte und nicht in die FDJ wollte. Da habe ich dann auch die andere Seite kennen gelernt.

Grüße


zuletzt bearbeitet 27.11.2011 22:46 | nach oben springen

#28

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 27.11.2011 23:02
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Was passiert wenn ein Schüler heute den Englischunterricht verweigert? Welche Seite lernt der kennen, ist er dann auch [schon] ein Opfer dieses Staates und seines Erziehungssystems?

Da kommt gleich die nächste Frage auf, kann ich ohne Erziehung überhaupt ein Erziehungssystem haben?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#29

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 27.11.2011 23:09
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von josy95

Zitat von Hackel39

Das schlimmste, was ich mir in einem so gelagerten Fall vorstellen könnte ist, daß Eltern die eigenen Kinder als Geschütze im Kampf gegen das System ins Feld führte, eben daß Eltern ihre Kinder zur Halstuchverweigerung und FDJ- Blockade angestiftet haben, um die eigene systemkritische Haltung zu dokumentieren.




@Hackel, das kann ich mir schlecht vorstellen, obwohl in krassen Einzelfällen vielleicht nicht auszuschließen.

Aber Du kannst es mir schon glauben, es gab wirklich grenzlastige Situationen, die ich damals schon als diskriminierend empfand und heut erst recht!

Schau mal, hatte darüber auch schon mal geschrieben. Meine Eltern stellten es mir frei, zu Pioniernachmittagen, Altstoffsammlungen ect. hinzugehen. Ich tat es, man wollte ja unter Gleichaltrigen sein, es machte Vieles auch irgendwie Spass und war nicht alles politisch durchsetzt. Gut, den "Geburtstag" der Pionierorganisation verband man immer mit der Weihnachtsfeier, um von den christlichen Sinnbildern des Weihnachtsfestes vermutlich geziehlt abzulenken, in dem man dann immer was von "Väterchen Frost" erzählte... . Egal, das sehe ich eher als harmlos - naiven Versuch an.

Aber wenn Du bei einer Altstoffsammlung mit das beste Ergebnis hast, das Geld in die Klassenkasse geht und Du bekommst den Spruch: "Du kannst keinen Lob ins Klassenbuch bekommen, DU bist ja kein Pionier!"

Das tut einem 7/ 8 -jährigen weh. Das war, das ist Diskriminierung von Feinsten! Zumal das gesammelte Geld aus der Alstoffsammlung nicht in die Kasse der Pionierorganisation, sondern rein in die Klassenkasse ging.
Kann mich aber auch gut erinnern, das Mitschüler deshalb aufgemuckt haben...und die Sache hinterfragt haben..., ich hatte damals leider dieses Selbstbewußtsein noch nicht!

Oder anderweitige diskriminierende Äußerungen von rotlichtüberstrahlten Lehrerinnen und Lehrern wie : "...DU bist ja ein Kaspitalistenkind...!" Weil mein Vater ein kleines Privatunternehmen hatte! Und gerade von Lehrern, die in ihrer Freizeit auch zu gern in Westklamotten rumliefen..., wenn vielleicht auch Sachen aus 2. Hand. Aber hier hat ganz gewaltig was nicht gepasst!

Und ich schreib hier kein Hokuspokus, nein! Hab`s selbst am eigenen Leibe erleben dürfen!


josy95




Nun gut Josi, Ausgrenzungen hatte ich als Sozialistenkind auch erleben dürfen, muß aber anmerken, daß ich die erst nachträglich als solche quittieren mußte.
Ich denke dabei an eine Episode aus dem 9. Schuljahr als wir mit der Klasse einerseits für eine oder zwei Wochen ins GST- Lager mußten und ein anderer Teil der Klasse jeden Tag nach Hause durfte, diese Fraktion nannte man dann Lehrgang Zivilverteidigung, nagele mich bitte nicht auf Einzelheiten fest.
Fakt ist aber, daß man mich im GST- Lager wegen meiner skeptischen Haltung gegenüber dem Militärwesen nicht dabei haben wollte und ich mich in der Mädchengruppe zusammen mit ein paar anderen männlichen Skeptikern wieder fand, wo wir die BSM (Bevölkerungsschutzmakse...eine Folietüte mit Ausschnitt für einen Scheuerlappen als ABC- Filter) bastelten und Lagerfeuer bauen durften, die wir nicht mal abfackeln durften.
Das könnte ich als Diskriminierung werten, nahm den Vorgang selbst aber damals überhaupt nicht für voll, erst recht nicht fühlte ich mich zurück gesetzt, ich war sogar froh darüber nicht tagelang in ein Lager zu müssen.
Ein Kapitalistenkind hatten wir auch in der Klasse, das war der Mitstreiter der mit 14 in den Westen ging und auch zu dem hatte ich ein recht neutrales Verhältnis, für mich zählte nur, was er als Spielkamarad taugt- auf keinem Fall erlebte ich irgendwelche politischen Diskussionen mit ihm, nahm aber Äußerungen bezüglich seiner Westgarderobe hin und wieder zur Kenntnis, maß dem aber keine Bedeutung bei.
Wie im späteren Leben immer wieder festzustellen war, wurden die Weichen der eigenen Biografie immer wieder durch Zufälle gestellt und so wird den meisten von uns die Schulzeit nicht als Tragödie erscheinen, ich selbst sehe sogar Parallelen zum abenteuerlichen Simplicissimus, der aus jeder noch so brenzligen Situation immer wieder irgendwie herauskam, weil er sich gar nicht die Zeit nahm, über alle möglichen Schicksalschläge nachzudenken, da ihm ein längeres Nachdenken schnell hätte den Kopf kosten können.



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#30

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 27.11.2011 23:18
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von maxel22
@josy95

Ich glaube es Dir, ich weiß auch wie es war als ich mich dem Russisch Unterricht verweigerte und nicht in die FDJ wollte. Da habe ich dann auch die andere Seite kennen gelernt.

Grüße



Daß man das Fach Russisch verweigern konnte, war mir nicht bekannt.
Ich weiß nur, daß man bei schlechten Russischnoten kein Englischunterricht mitmachen mußte ab der 7. Klasse, sofern die Eltern zustimmten.
Heute bin ich froh, daß man mir diese Zusatzbildung ermöglichte, nicht froh bin ich darüber, daß mich meine Eltern nicht auch noch in die Kreisstadt zum Französisch- Kurs geprügelt haben.
Den hätte ich gerne mitgemacht, da mir Sprachen immer schon leicht fielen und als Kind lernt man nun mal spielend, wenn eine Sache Spaß macht.
Leider fehlte aber der Praxisbezug in Form von Reisefreiheit oder Brieffreundschaften, die wiederum gab es im großen Stil mit sowjetischen Schülern, aber das ist wohl wieder eine andere Geschichte, die Briefe von Sergej und Ljuba habe ich heute noch, aber das schlief mit dem Ende der Schulzeit wieder ein- vielleicht ein Indikator dafür, daß es doch nicht ganz freiwillig war ?



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#31

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 27.11.2011 23:35
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Es ist doch ein Titel--dieses Thema--Für Frieden und Sozialismus seid bereit! Immer bereit.---Lassen wir das Wort,Sozialismus weg--also nur---Für Frieden, seid bereit--immer bereit--wenn es so ist-dann ist die Menschheit einen Schritt weiter


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#32

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 28.11.2011 01:49
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Feliks D.
Was passiert wenn ein Schüler heute den Englischunterricht verweigert? Welche Seite lernt der kennen, ist er dann auch [schon] ein Opfer dieses Staates und seines Erziehungssystems?

Da kommt gleich die nächste Frage auf, kann ich ohne Erziehung überhaupt ein Erziehungssystem haben?



Wenn heute ein Schüler nicht Englisch lernen will bekommt er schlechte Noten, wie ich ja auch. Nur was danach folgte, das kennt so ein Schüler nicht. Ich wurde dann vor den Apell gestellt als schlechter Schüler, nur weil ich noch gesagt habe, ich mag diese Sprache nicht. Vor der ganzen Schule stand ich! Es ist sehr „schön“ wenn man da mit 10 Jahren vor so vielen Menschen steht und erzählt bekommt, was ich doch für eine böse Meinung habe und wie schlecht ich doch bin. Ab da durfte nicht mehr zur AG Skispringen, natürlich mit der Ausrede, ich muss unbedingt Russisch lernen.
Mein Klassenlehrer war der beste Freund von meinem Vater. Es gab keine Züchtigung in der DDR Schule für mich aber schon, er sagte dann: „ich darf das, ich bin die verlängerte Hand von deinem Vater, er will das aus dir mal was wird.“ Er ist dann wieder zur Armee gegangen. Aus heutiger Sicht bestimmt nicht als einfacher Soldat, aber ich hatte nach drei Jahren dann Ruhe vor diesen Sch…

Meine Eltern oder besser mein Vater war sehr streng. Die Narbe habe ich heute noch am Kopf, weil er mir die Tasse vor Wut ins Gesicht gehauen hat, als er das hörte von dem Tadel. Er war beim Wachregiment in Berlin, weiß bis heute nicht genau, was er noch alles war. Will es auch nicht wissen, erstens ist er tot und zweitens hat sich meine Mutter glücklicherweise dann von ihm getrennt. Meine Mutter war in einer Schule und auch in der Partei, meine Oma Bürgermeisterin, das passte nun erst einmal gar nicht, das ein 10 jähriger eine andere Meinung haben kann. Am Anfang nicht mal politisch motiviert, nein ich habe diese Sprache echt nicht gemocht. Vielleicht war es am Anfang auch eine Art testen wie weit ich gehen kann, ich weiß es nicht. Erst auf Grund dieser und vieler anderer Geschehnisse entwickelte sich in mir selbst eine andere politische Meinung. Ich wurde von allen Seiten unter Druck gesetzt. Erst nach der Wende habe ich erfahren, dass meine Oma und auch meine Mutter mir viel Schlimmeres erspart haben und selbst in Schwierigkeiten geraten sind.


Geht sogar noch eine Nummer besser: Hatte ich vergessen zu schreiben, von meiner Oma die Schwester war in der Regierung. Musst es auch nicht glauben, es ist mir vollkommen egal. Wollte nur zeigen unter was für ein Druck ich stand und wieviel Glück ich auch hatte.

Und hier kommt auch meine Zwiespältigkeit zum Vorschein. Hätte ich mich nicht so verhalten, wäre ich wohl heute viel besser dran. Ich Trauer der DDR nicht nach, aber ich trauere das ich mich nicht so verhalten habe, wie alle anderen.

Dennoch sage ich, das Schulsystem war besser als heute, mal von Heimatkunde, Staatsbürgerkunde und Russisch abgesehen.

Grüße


zuletzt bearbeitet 28.11.2011 03:24 | nach oben springen

#33

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 28.11.2011 08:41
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von maxel22

Zitat von Feliks D.
Was passiert wenn ein Schüler heute den Englischunterricht verweigert? Welche Seite lernt der kennen, ist er dann auch [schon] ein Opfer dieses Staates und seines Erziehungssystems?

Da kommt gleich die nächste Frage auf, kann ich ohne Erziehung überhaupt ein Erziehungssystem haben?



Wenn heute ein Schüler nicht Englisch lernen will bekommt er schlechte Noten, wie ich ja auch. Nur was danach folgte, das kennt so ein Schüler nicht. Ich wurde dann vor den Apell gestellt als schlechter Schüler, nur weil ich noch gesagt habe, ich mag diese Sprache nicht. Vor der ganzen Schule stand ich! Es ist sehr „schön“ wenn man da mit 10 Jahren vor so vielen Menschen steht und erzählt bekommt, was ich doch für eine böse Meinung habe und wie schlecht ich doch bin. Ab da durfte nicht mehr zur AG Skispringen, natürlich mit der Ausrede, ich muss unbedingt Russisch lernen.
Mein Klassenlehrer war der beste Freund von meinem Vater. Es gab keine Züchtigung in der DDR Schule für mich aber schon, er sagte dann: „ich darf das, ich bin die verlängerte Hand von deinem Vater, er will das aus dir mal was wird.“ Er ist dann wieder zur Armee gegangen. Aus heutiger Sicht bestimmt nicht als einfacher Soldat, aber ich hatte nach drei Jahren dann Ruhe vor diesen Sch…

Meine Eltern oder besser mein Vater war sehr streng. Die Narbe habe ich heute noch am Kopf, weil er mir die Tasse vor Wut ins Gesicht gehauen hat, als er das hörte von dem Tadel. Er war beim Wachregiment in Berlin, weiß bis heute nicht genau, was er noch alles war. Will es auch nicht wissen, erstens ist er tot und zweitens hat sich meine Mutter glücklicherweise dann von ihm getrennt. Meine Mutter war in einer Schule und auch in der Partei, meine Oma Bürgermeisterin, das passte nun erst einmal gar nicht, das ein 10 jähriger eine andere Meinung haben kann. Am Anfang nicht mal politisch motiviert, nein ich habe diese Sprache echt nicht gemocht. Vielleicht war es am Anfang auch eine Art testen wie weit ich gehen kann, ich weiß es nicht. Erst auf Grund dieser und vieler anderer Geschehnisse entwickelte sich in mir selbst eine andere politische Meinung. Ich wurde von allen Seiten unter Druck gesetzt. Erst nach der Wende habe ich erfahren, dass meine Oma und auch meine Mutter mir viel Schlimmeres erspart haben und selbst in Schwierigkeiten geraten sind.


Geht sogar noch eine Nummer besser: Hatte ich vergessen zu schreiben, von meiner Oma die Schwester war in der Regierung. Musst es auch nicht glauben, es ist mir vollkommen egal. Wollte nur zeigen unter was für ein Druck ich stand und wieviel Glück ich auch hatte.

Und hier kommt auch meine Zwiespältigkeit zum Vorschein. Hätte ich mich nicht so verhalten, wäre ich wohl heute viel besser dran. Ich Trauer der DDR nicht nach, aber ich trauere das ich mich nicht so verhalten habe, wie alle anderen.

Dennoch sage ich, das Schulsystem war besser als heute, mal von Heimatkunde, Staatsbürgerkunde und Russisch abgesehen.

Grüße






Eine schlimme Geschichte, in der Tat aber das ist genau das was ich im Beitrag #25 meinte, indem ich die Rolle der Eltern bei der heutigen Rückbesinnung auf die eigene Schulzeit hinterfragte.
So gesehen kann man froh sein, daß die eigenen Eltern damals keine Eliten waren, so war man wohl auch davor sicher, als Speerspitze bei irgendwelchen Konflikten mißbraucht zu werden.
Bei all Deinen Erlebnissen ist es durchaus vorstellbar, daß das gar nicht mal was mit Dir zu tun hatte, beweisen kann man es nach so langer Zeit wohl nicht mehr.
Fakt ist, daß man es als Arbeiterkind wohl leichter hatte, wenn man rebellierte, wogegen auch immer.
Der Bonus des Funktionärskindes im Schulalltag hatte nur dann Wert für so jemand wenn das Kind selbst mal Funktionär werden wollte.



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#34

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 28.11.2011 17:15
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Pitti53

Zitat von glasi

Zitat von Feliks D.
Würden unsere jungen Menschen auch heute noch nach diesen pädagogischen Konzepten die Mitmachen, Gemeinsamkeit und Respekt zur Grundlage hatten erzogen werden, dann müsste sich dieser Staat nicht alle 3 Jahre aufs neue bei der PISA Studie blamieren müssen.

Wegen eigenem Unvermögen auf andere zu zeigen, na ja... schwache Leistung!


das mag schon sein felix, aber auch huldigungen für die partei haben im klassenzimmer nichts zu suchen.




Glai da haste was falsch verstanden...es wurde nicht gehuldigt sondern gelehrt.

Von huldigen lernt man nicht viel

Aber wird heute nicht auch in der Schule gehuldigt?



hallo pitti.egal ob gelehrt oder gehuldigt.was hat das im klassenzimmer zu suchen????? aber es mußte wahrscheinlich zu sein. meine schulzeit in der BRD war schön. poltik spielte dort nur eine sehr kleine rolle im fach geselschaftslehre. jeder aus meiner klasse ist was geworden. ich habe heute noch kontakt zu ihnen. keiner arbeitslos. keiner asozial. dann haben wir früher doch nicht soviel falsch gemacht. lg glasi



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#35

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 28.11.2011 17:27
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von glasi
was hat das im klassenzimmer zu suchen?


Hmm, gute Frage!

Der Kruzifix-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts von 1995, der am 10. August 1995 veröffentlicht wurde, blieb bis heute weitgehend ohne praktische Folgen. Nach dem Willen der bayerischen Regierung soll das Kreuz im Klassenzimmer weiterhin der Regelfall bleiben. Quelle: wikipedia:Kruzifix-Beschluss


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 28.11.2011 17:28 | nach oben springen

#36

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 28.11.2011 17:46
von WernerHolt (gelöscht)
avatar

Zitat von glasi

Zitat von Pitti53

Zitat von glasi

Zitat von Feliks D.
Würden unsere jungen Menschen auch heute noch nach diesen pädagogischen Konzepten die Mitmachen, Gemeinsamkeit und Respekt zur Grundlage hatten erzogen werden, dann müsste sich dieser Staat nicht alle 3 Jahre aufs neue bei der PISA Studie blamieren müssen.

Wegen eigenem Unvermögen auf andere zu zeigen, na ja... schwache Leistung!


das mag schon sein felix, aber auch huldigungen für die partei haben im klassenzimmer nichts zu suchen.




Glai da haste was falsch verstanden...es wurde nicht gehuldigt sondern gelehrt.

Von huldigen lernt man nicht viel

Aber wird heute nicht auch in der Schule gehuldigt?



hallo pitti.egal ob gelehrt oder gehuldigt.was hat das im klassenzimmer zu suchen????? aber es mußte wahrscheinlich zu sein. meine schulzeit in der BRD war schön. poltik spielte dort nur eine sehr kleine rolle im fach geselschaftslehre. jeder aus meiner klasse ist was geworden. ich habe heute noch kontakt zu ihnen. keiner arbeitslos. keiner asozial. dann haben wir früher doch nicht soviel falsch gemacht. lg glasi




hallo,

man kann doch das heutige schulsystem mit "damals"garnicht mehr vergleichen. ich gehe mit dir mit @ glasi das politik nix im klassenzimmer zu suchen hat. es muss möglich sein neutral zu lehren , ohne einseitige wertungen etc pp.ABER , das geht garnicht . ich überlege gerade ob es überhaupt ein land gibt wo das so funktioniert????
noch eine kleine anekdote meinerseits: ich bin 1988 eingeschult worden ,also noch zu ddr zeiten , habe "vorschule"( ich glaube hort hieß das "hort"???berichtigt mich wenn das der falsche ausdruck ist ) mitgemacht. war auch jungpionier. kann mich noch an den schulgarten-unterricht erinnern, daran das wir als klasse gemeinsam für das große erdbeben 88/89 ??in der sowjetunion gesammelt und gespendet haben. meine eltern sind dann gleich 90/91 rüber in den "goldenen" westen , ja so haben es viele genannt, gezogen. ich kam dort dann in die 3 klasse der grundschule. 3 wochen ,habe ich dort durchgehalten..... dann waren die lehrer der meinung ich gehöre in die 2 klasse ,weil ich ja aus der "zone" stamme und dem zufolge erstmal grundlagen geschaffen werden müssen um hier klar zukommen....soviel dazu.

waren nur ein paar gedanken von mir

VG
HG


zuletzt bearbeitet 28.11.2011 18:18 | nach oben springen

#37

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 28.11.2011 18:48
von RalphT | 877 Beiträge

Ich finde dieses Experiement interessant. Für mich geht es hier garnicht alleine um das Thema DDR Schulsystem, sondern es könnte hier auch ein ganz anderes Thema behandelt werden. Z.B. ein Thema aus dem 3. Reich. Hier könnte die Frage diskutiert werden: Wie konnte Adolf damals die ganzen Massen an sich ziehen? Oder um beim Thema zu bleiben, wie konnte man so an die DDR oder an das System glauben?
Einer der nie dabei war, kann diese Frage nicht beantworten. Wenn man aber in derm Klassenzimmer in einer DDR Schule saß oder im 3 Reich Reich aufgewachsen ist. dann konnte man live alles miterleben.
Und um dieses miterleben geht es wohl in diesem Experiemt. Vielleicht sagt man ja nach so einer "Lehrstunde". Ich glaube ich hätte damals auch so gehandelt. Es kann sein, dass man das anschließend so sieht, muss aber nicht.
Auf jeden Fall könnte man hinterher etwas besser über das Thema "Klugschnacken".

Einer der so eine Zeit nie miterlebt hat und meint, entsprechende Texte ablassen zu müssen, dem höre ich nicht zu.
Ein anderes Beispiel vielleicht noch: Wer noch nie in einer Armee gedient hat, kann mir nicht erzählen, dass er z.B. froh gewesen wäre, wenn er fremde Länder (vielleicht Afghanistan) bereisen könnte. Für mich hat so einer keine Ahnung.
Und und so einen "Experiement" kann man das etwas besser praktisch darstellen können.
Allerdings glaube ich nicht, dass in einer Lehrstunde das vermittelt werden kann. Dafür wäre die Zeit zu kurz.


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#38

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 28.11.2011 19:06
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

das thema ddr finde ich auch fehl am platze. eher ist es pädagogische arbeit zum gehorsam im kindesalter. damit meine ich nicht machtgehorsam, sondern die einfügung in einer reihe. soetwas gibt es heute nicht mehr bei kindern und bei jugendlichen ist es zu spät. erziehung findet in den ersten 10 lebensjahren statt und wer es versäumt? ja da schmeißen schon mal welche mollis auf die polizei oder verprügeln unschuldige menschen. sie lernten nie gesetze zu befolgen, ich denke erziehung ist nicht nur süß, sondern bedarf auch etwas zitrone.
mit schulbildung möchte ich dies nicht vergleichen, weil es mit der bildung nichts zu tun hat. aber weil angesprochen, in diesem staat kann man noch 100 jahre warten bis man etwas neues macht. seit jahrzehnte heist es doch "nur nichts neus, das begreifen wir nicht". bestes beispiel ist der grüne abbiegepfeil an ampeln. das voreinander abbiegn nach links klapt auch noch nicht immer. lernschwäche im westen?


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#39

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 28.11.2011 19:44
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Hallo Zermat, wenn Kollegen hier von mir aus ihrer Schulzeit erzählen dann haben die das durchaus noch erlebt. Auf meine Frage nach dem pädagogischen Sinn wurde mir dann erklärt: "Da wurde ja nicht die ganze Klasse verdroschen, der größte Störer bekam eine Tracht Prügel und der Rest wusste sich dann sofort zu benehmen." und teilweise wird bedauert dass dies heute ja leider nicht mehr so sei.

Na dann doch lieber DDR Schule!



Kann sein...da ich aber nur die eine Seite kenne ist ein Vergleich schwer möglich.Vielleicht haben wir hier einen User der beide Seiten als Schüler "geniessen " konnte.



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#40

RE: "Für Frieden und Sozialismus seid bereit !Immer bereit!"

in Leben in der DDR 28.11.2011 19:57
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

@zematt
ich erlebte auch nur die schule zu ddr zeiten, aber mein sohn machte den wechsel mit und mir blieb der löffel im kaffee stehen als er nach hause kam und sagte das er nun wärend der unterrichtsstunde sein brot und trinken einnehmen darf.
da sind eltern doppelt gefragt erziehung zu gestalten wenn es die schule versaut. bei uns klapte es, aber bei vielen geht es den bach runter wie man heute sieht.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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