#21

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 11.11.2011 13:45
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo!

@eisenringtheo
Dieser Gedanke kam mir auch schon, ob ich ihn allerdings öffentlich geäußert hätte? Dein Fundstück läßt die Sache natürlich in einem neuen Licht erscheinen.

@94
Nee, die Quittung habe ich leider nicht aufbewahrt, wäre ein interessantes Zeitdokument gewesen. (Hätte mich der Zoll auseinandergenommen, wäre die Quittung im Geldbeutel allerdings noch peinlicher gewesen).
Im Nachhinein dachte ich, hättste mal, vielleicht auch noch die Seriennummern der Scheine notiert.

Zwar kein Beleg, aber ein, wenn auch schwaches Indiz für die gewagte Theorie, die Banknoten seien aus der Bundesdruckerei gekommen, liegt darin, daß die Notenbank der DDR die gleichen Plattendruckmaschinen der Würzburger Firma Koenig & Bauer benutzte, wie die Bundesdruckerei. 1994 war ich bei KoeBau in Würzburg auf Montage, dort gab es eine Schautafel, in der Probedrucke sämtlicher auf KoeBau-Maschinen hergestellten Banknoten gezeigt wurden (die existiert vielleicht sogar noch). Dort war neben der DM die Mark der DDR zu sehen, sowie 20 - 30 weitere Währungen dieses Planeten, darunter einige aus dem RGW.
Ob die Sicherheitsmerkmale der Mark ein Problem für die Bundesdruckerei gewesen wären? Das einzige (mögliche) Problem wären die Seriennummern gewesen, da in der DDR doppelte oder niemals ausgegebene Seriennummern aufgetaucht wären.

Die Aussage eines Bundesbänkers im Zuge der Währungsreform nach der Wende paßt möglicherweise dazu. Er meinte, die in der DDR in Umlauf befindliche Geldmenge sei nicht bekannt, wobei ich mir das nicht vorstellen kann, die Notenbank hätte ja dann völlig unkontrolliert Geld in Umlauf gebracht und auf jeden Einfluß auf die Geldmenge verzichtet.

Aber vielleicht weiß jemand etwas näheres über den von @GZB1 gnannten möglichen offiziellen Handel der Notenbank mit der Binnenwährung. Wobei dies zur einer Abschöpfung des Geldüberschusses kaum geeignet gewesen wäre, das Geld wäre zwangsläufig irgendwann zurückgekommen, genau wie die kontingentweise gegen Forint getauschten Mark.

Dieses Forum gefällt mir, hier ist jede Menge Wissen versammelt und es ist möglich, Diskussionen zu führen, die in den Mainstream-Medien undenkbar wären. Dafür!!


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


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#22

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 11.11.2011 14:11
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Soviel ich weiß gab es in der DDR sehr gute Tiefdruckplatten-Graveure und Spezialisten der unterschiedlichsten Drucktechniken. Es wurden ja auch in der DDR Druckmaschinen hergestellt und auch ins westl. Ausland exportiert. Im Bereich der grafischen Industrie konnte die DDR in einigen Teilen international gut mithalten. Auch druckte die DDR offiziell Banknoten und Pässe für andere Länder insbesondere in der sogenannten 3. Welt. Das gefälschte DDR-Banknoten durch offizielle Geldinstitute in Westdeutschland ausgegeben wurden halte ich für nicht logisch, da der Weg bei einer möglichen Kontrolle durch den Zoll relativ einfach nachvollzogen werden könnte. Da gab es sicher bessere und verdecktere Möglichkeiten.

Auch heute kann man in D in Wechselbüros oder Banken Banknoten anderer Länder, die oftmals auch druckfrisch sind, kaufen. Das dies "Blüten" sind halte ich für ein Gerücht, weil diese Instituten eben bei der jeweiligen Zentralbank des entsprechenden Landes diese Banknoten erwerben, meist eben palettenweise frisch gedruckt und abgepackt aus dem Tresor.


zuletzt bearbeitet 11.11.2011 14:30 | nach oben springen

#23

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 11.11.2011 14:38
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Zitat von Damals87
(..)

Die Aussage eines Bundesbänkers im Zuge der Währungsreform nach der Wende paßt möglicherweise dazu. Er meinte, die in der DDR in Umlauf befindliche Geldmenge sei nicht bekannt, wobei ich mir das nicht vorstellen kann, die Notenbank hätte ja dann völlig unkontrolliert Geld in Umlauf gebracht und auf jeden Einfluß auf die Geldmenge verzichtet.
(...)



Nein, das ist etwas anderes. Entscheidend für die Geldmenge ist nicht die nominelle Geldmenge allein. Wichtig ist auch die Umlaufgeschwindigkeit, also wie häufig Geld den Besitzer wechselt, sowie das unbare Geld (Guthaben, Kredite, Wertschriften, Derivative) usw. Und das ha man wohl in der DDR nicht berechnet: Weil die Preise staatlich festgesetzt waren, gab es keine Inflation zu befürchten.
Dieses Dilemma mit der Geldmenge sehen wir heute. Nach den grossen Verlusten will niemand mehr Kredite gewähren, niemand kauft mehr Staatsanleihen, alle wollen nur noch Gold und Liegenschaften. Weil die Schuldner keine Kredite mehr bekommen, gehen sie pleite und der Staat muss neues Geld drucken, um die Kredite zu geben: Geld ist nominell reichlich vorhanden, aber weil niemand investieren will, gibt es trotzdem keine Inflation, ganz im Gegenteil.
Theo


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#24

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 11.11.2011 19:18
von 94 | 10.792 Beiträge

Ohne jetzt auf den administrativen Teil der Geldpolitik eingehen zu wollen, möchte noch auf eine andere Seite von Falschgeld hinweisen. Ich persönlich halte den Zustand bankfrisch bei Scheinen, welche man von einer offiziellen Stelle erhält, eigentlich für ein starkes Echtheitsmerkmal. Warum?
Ein bankfrischer Schein erweckt im täglichen Geldverkehr immer etwas Argwohn. Zu selten hat man ja so etwas 'jungfräuliches' in Geldbeutel. Also wird dieser Schein vermutlich intensiver einer Überprüfung der Sicherheitsmerkmale unterzogen. Selber kann das ja jeder mal ausprobieren. Dazu nehme man einen Prittstift (kann auch von UHU oder HERMA sein) und besorge sich auf der Spasskassenfiliale seines Vertrauens einen Stapel 5-Euro-Scheine. Also 15 bis 20 Zettel sollten es schon sein, respektiv 10-Franken-Scheine. Tut mir leid @eisenring, Du muß ä bissel mehr investieren in diesen Test. Nun nimmt man diesen Stapel bankfrische Noten und streicht an der kurzen Seite mehrmals mit dem Klebestift drüber. Zwischendurch aber erst trocknen lassen! So erhält man einen Abreißblock Geld, ähnlich diesen Notizblöcken. Viel Spazzz beim Einkaufen damit *breitgrins*
...
Und, Spazzz gehabt? Oder auf's Backup (EC-Karte, gebrauchtes Geld, Kassiererzusammenschlagen) zurückgegriffen?

Bei der 'Operation Bernhard', die größte und (dank des als Fälscher genialen Smoljanoff) einer der gelungensten Geldfälschungen der Geschichte, wurden ein sehr großer Aufwand betrieben, die Pfund und Dollar gebraucht zu machen. Dabei liegt (wie immer) der Teufel im Detail. So trugen damals die Inselbewohner üblicherweise Banknoten mit einer Sicherheitsklammer zusammengehalten in der Hosentasche. Übrigens nicht nur die Untertanen seiner Majestät, aber ein Hinweis auf 'Emil und die Detektive' würde wohl eine Abmahnung wegen oT einbringen *müde_grins*
Nun waren also einige Häftlinge damit beschäftigt, die Pfundnoten zu durchpieksen. Dieses wurde auch zur Sabotage genutzt. Und so stach mancher direkt in das Haupt der Britannia, was ein Brite NIE tun würde. Zwar konnten durch diese Insider-Information nach der Niederlage einige Blüten aus dem Verkehr gezogen werden. Trotzdem mußte die Bank of England eine vollkommen neues Serie 50-Pfund-Noten nach dem Krieg verausgaben. Man schätzte, das ein Drittel dieser Stückelung inzwischen Falschgeld war.

Doch nun nochmal zu Theo-Falschgeld-These, mMn wären (wirtschaftlich sinnvoll oder nicht jetzt mal egal) die Fälscher nicht so blöd gewesen, bankfrische Noten unters Volk zu jubeln. Achso, @Damals87, kannste Dich noch an die Stückelung erinnern?

P.S. @FED Hmm, das mit der Seigniorage habsch irgendwie nie ganz begriffen. Auf jeden Fall hat der freundliche ZAI auf der Falschgeldschulung diese BEIDEN Gründe genannt.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 11.11.2011 20:35 | nach oben springen

#25

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 11.11.2011 23:09
von marc | 577 Beiträge

Über Sicherheitsmerkmale von Pässen und Geldnoten der BRD war die DDR ganz gut informiert schließlich befand/befindet sich die Bundesdruckerei in Berlin-Kreuzberg, demzufolge war man in der Beziehung auf der Höhe der Zeit.



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#26

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 11.11.2011 23:30
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Zitat von marc
Über Sicherheitsmerkmale von Pässen und Geldnoten der BRD war die DDR ganz gut informiert schließlich befand/befindet sich die Bundesdruckerei in Berlin-Kreuzberg, demzufolge war man in der Beziehung auf der Höhe der Zeit.




Da man im Labor mit entsprechendem Aufwand die Sicherheitsmerkmale ausfindig machen kann, wurden diese wohl nicht streng geheimgehalten, sondern bekannt gemacht, wie die Banknoten auszusehen haben. Bei der Bundesbank und auch der schweizerischen Nationalbank waren entsprechende Broschüren kostenlos erhältlich. Bei Reisedokumenten war es bestimmt so, dass die ausländischen Botschaften genau darüber informiert wurde, wie ein einheimischer Pass aussehen muss. Der Heimatstaat wollte nicht, dass mit gefälschten Pässen herumgereist wurde und der ausländische Staat wollte sein Visum nicht in gefälschte Pässe setzen.
Theo


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#27

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 12.11.2011 10:22
von Jawa 350 | 676 Beiträge

Die Frage wie kam die "Mark der DDR" inden Westen ist schon sehr intessant!

Hoffendlich finden wr jemanden der es genau weiß.


MfG
Jawa350
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#28

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 12.11.2011 10:35
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Die andere Frage wäre,Wer wollte die Überhaupt haben ?


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#29

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 12.11.2011 10:45
von Gert | 12.356 Beiträge

Ich war nach meiner damaligen Flucht aus der DDR ganz überrascht, als mich die Beamten der Bayr. Grenzpolizei fragten, ob ich noch DDR Mark hatte. Hatte ich, fuffzch Mark hatte ich noch in der Tasche. Da ging ein Bayr. Grenzer mit mir in die Sparkasse oder Volksbank, ich weiss nicht mehr genau, in Bad Neustadt/Saale und ich konnte das in Westmark wechseln , es waren 12,50 DMchen. Mein erstes Westgeld. Ich dachte die 50 Mark könnte ich in die Tonne kloppen, weil keiner mehr die Ostmark nach dem Mauerbau wechselt.

Gruß Gert


.
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Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#30

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 12.11.2011 11:14
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Zitat von Pit 59
Die andere Frage wäre,Wer wollte die Überhaupt haben ?


Wenn man hier speisen wollte, brauchte man pro Person mindestens 100 M.

Quelle: http://colnect.com/ur
Nouvelle Cuisine à la Bocuse.
In WB kostete Vergleichbares 300 DM aufwärts. Es war also durchaus interessant, Geld zu schmuggeln. Total verboten!!! Oder man liess sich von einem Einheimischen einladen, der bezahlte die Rechnung über 300M und beschenkte ihn anschliend grosszügig in Devisen. Absolut legal!!
Man speiste im Rosenzimmer und hatte angeblich Zuhörer des MfS, da alles verwanzt war (wenn es denn stimmt, was so geschrieben wird).
http://de.wikipedia.org/wiki/Ermelerhaus...bau_1968.2F1969
Theo


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#31

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 12.11.2011 13:00
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Dann hätteste dem Kellner 20DM gegeben dann wäre auch wieder alles OK.


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#32

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 14.11.2011 18:44
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

@94 soweit ich mich erinnere, bekam ich 13 50 M - Scheine und den nicht durch 50 teilbaren Rest in DM ausgezahlt.

Ich gestatte mir mal eine kurze Zusammenfassung zur Frage "Wie kam die Mark der DDR in den Westen?":

Für die Erklärung, der Bestand der West-Banken an Mark sei aus dem Ameisenschmuggel gekommen, konnte sich niemand erwärmen, dazu paßten weder die bankfrischen Scheine, noch der anscheinend überraschend große Bestand.
Da die Mark keine konvertible Sorte war, konnten die Geschäftsbanken diese nicht so einfach aus dem Ausgabestaat ankaufen, wie z.B. PTS, AUS, USD o.ä.

Es muß eine andere Erklärung her. Schließen wir die "TheoTheorie" aus, muß das Geld aus der DDR gekommen sein. Die Ausfuhr war verboten. Gab es Ausnahmen vom Verbot für bestimmte Institutionen? Die Notenbank selbst, Außenhandelsbetriebe, das "Schalck-Imperium"? Gab es vielleicht eine konspirative (illegale) Ausfuhr durch Staatsorgane?
Ein solches Vorgehen hätte sämtliche Bemühungen, die in Umlauf befindliche Geldmenge zu begrenzen und zusätzlich Kaufkraft abzuschöpfen, konterkariert. Eine Inflation zeigte sich ja schon in der DDR, allerdings nicht durch Teuerung wie heute, sondern wegen der festgelegten Preise durch Verknappung des Warenangebots.
Schob man gar dem Zoll den Schwarzen Peter zu nach dem Motto: "Jungs, laßt die Finger rundgehen, damit die Kohle, die wir fröhlich in die BRD rauspulvern, nicht wieder zurückkommt!"? In der Hoffnung, der Zoll würde einen ausreichend hohen Prozentsatz des eingeschmuggelten Geldes wieder einziehen? Auskippen mit dem Eimer, einsammeln mit dem Fingerhut.

Lassen wir die "TheoTheorie" zu, wäre die Voraussetzung nötig, daß die Qualität der Fälschung so hoch war, daß sie für die Labortechnik der Zeit nicht erkennbar war. Bei der Operation Bernhard war das anscheinend ebenfalls der Fall, alles eine Frage des Aufwands, den man treiben kann bzw. will. Das richtige Papier, Farben in der richtigen Zusammensetzung incl. der bösen metallorganischen Verbindungen, perfekte Gravur, alles vorausgesetzt.
Ein Problem der Operation Bernhard war die Schwierigkeit, die Pfund und Dollar vor Ort in Umlauf zu bringen. Kriegsbedingt war die Reisetätigkeit nach GB und USA extrem eingeschränkt. Es gab sogar die Überlegung, die Blüten per Flugzeug abzuwerfen. Dieses Problem hätten wir vielen Kleinschmuggler elegant gelöst. Jedwede Rückverfolgung aus der DDR hätte am Schalter der auszahlenden Geschäftsbank geendet und die Scheine hätten noch so frisch sein können.
Klar, die DDR hätte das früher oder später herausbekommen. Nur, wie hätte sie reagieren können? Der einzige Beweis wären Blüten, die sich von echten Scheinen nicht unterscheiden lassen, also echte Scheine wären.

Die bisherigen Postings werfen fast so viele Fragen auf, wie sie beantworten, dennoch eine interessante Diskussion.
Vielleicht bringt doch noch ein Insider Licht ins Dunkel.


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


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#33

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 14.11.2011 19:13
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Damals87
Gab es vielleicht eine konspirative (illegale) Ausfuhr durch Staatsorgane?


Konspirativ ja, aber illegal? Übrigens, Fünfiziger sprechen (mMn) gegen die TheoTheorie.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#34

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 14.11.2011 19:26
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Bankfrische Noten werden verpackt in Banderolen ausgeliert (meist 50 Stück). Es stellt sich die Frage, wie vermutlich ganze Banderolen ins nichtsozialistische Ausland gelangt sind. Wenn es so ist, dass Touristen ins sozialistische Ausland auf der Heimatbank mit ausländischem Geld ausgestattet wurden, muss es zumindest innerhalb des RGW einen organisierten Geldtransport gegeben haben. Denkbar wäre, dass die anderen RGW Staaten ihre Zahlen getürkt haben und viel mehr DDR Mark angefordert (und in Ft., Kronen, Ruble, Zloty bezahlt haben), als sie für Touristen gebraucht haben. Den Überschuss hätten sie dann den BRD Banken gegen Devisen verkaufen können.
Theo


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#35

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 14.11.2011 19:28
von 94 | 10.792 Beiträge

Theo, ich sehe Dich auf dem Weg der Erkenntniss *wink*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#36

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 14.11.2011 20:14
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Tja @Damals87 warum willst eigentlich nicht akzeptieren, dass die Staatsbank der DDR eine festgelegte Summe nagelneuer DDR-Banknoten jährlich an die Bundesbank zu einem offiziellen Tauschsatz von 1:1 für touristische Verwendung verkauft hat, quasi als Subvention ähnlich dem bayrischen Milliarden-Kredit??

Das es nebenbei bei noch krumme Dinger gab will ich nicht ausschließen.


zuletzt bearbeitet 14.11.2011 22:26 | nach oben springen

#37

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 14.11.2011 22:05
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von utkieker
hmmm *grübel*, hat man da vieleicht Blüten in Umlauf gesetzt

Gruß Hartmut!


Hätte ich gewußt, welche Lawine ich mit meiner Grübelei in Bewegung gesetzt habe ich hätte sie mir verkniffen, spekulieren ist nicht so mein Ding bei der Wahrheitsfindung.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#38

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 14.11.2011 22:42
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Bankfrische Noten werden verpackt in Banderolen ausgeliert (meist 50 Stück). Es stellt sich die Frage, wie vermutlich ganze Banderolen ins nichtsozialistische Ausland gelangt sind. Wenn es so ist, dass Touristen ins sozialistische Ausland auf der Heimatbank mit ausländischem Geld ausgestattet wurden, muss es zumindest innerhalb des RGW einen organisierten Geldtransport gegeben haben. Denkbar wäre, dass die anderen RGW Staaten ihre Zahlen getürkt haben und viel mehr DDR Mark angefordert (und in Ft., Kronen, Ruble, Zloty bezahlt haben), als sie für Touristen gebraucht haben. Den Überschuss hätten sie dann den BRD Banken gegen Devisen verkaufen können.
Theo


Hallo Theo,

Bei aller Restskepsis, hielt ich deine "Theorie" bislang für plausibel. Nun streust du selber schon Zweifel hinein. Wenn ich schon bankfrische Noten an den Mann bringe brauche ich nicht zwangsläufig auch die dazugehörige Banderole, weil es doch jede andere Bauchbinde, die um die Scheine herumpasst auch tut - hauptsache gebündelt zu 50 Stück.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
zuletzt bearbeitet 14.11.2011 22:44 | nach oben springen

#39

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 15.11.2011 16:04
von StabsfeldKoenig | 2.654 Beiträge

Zitat von Damals87
Hallo!

@eisenringtheo
Dieser Gedanke kam mir auch schon, ob ich ihn allerdings öffentlich geäußert hätte? Dein Fundstück läßt die Sache natürlich in einem neuen Licht erscheinen.

@94
Nee, die Quittung habe ich leider nicht aufbewahrt, wäre ein interessantes Zeitdokument gewesen. (Hätte mich der Zoll auseinandergenommen, wäre die Quittung im Geldbeutel allerdings noch peinlicher gewesen).
Im Nachhinein dachte ich, hättste mal, vielleicht auch noch die Seriennummern der Scheine notiert.

Zwar kein Beleg, aber ein, wenn auch schwaches Indiz für die gewagte Theorie, die Banknoten seien aus der Bundesdruckerei gekommen, liegt darin, daß die Notenbank der DDR die gleichen Plattendruckmaschinen der Würzburger Firma Koenig & Bauer benutzte, wie die Bundesdruckerei. 1994 war ich bei KoeBau in Würzburg auf Montage, dort gab es eine Schautafel, in der Probedrucke sämtlicher auf KoeBau-Maschinen hergestellten Banknoten gezeigt wurden (die existiert vielleicht sogar noch). Dort war neben der DM die Mark der DDR zu sehen, sowie 20 - 30 weitere Währungen dieses Planeten, darunter einige aus dem RGW.
Ob die Sicherheitsmerkmale der Mark ein Problem für die Bundesdruckerei gewesen wären? Das einzige (mögliche) Problem wären die Seriennummern gewesen, da in der DDR doppelte oder niemals ausgegebene Seriennummern aufgetaucht wären.

Die Aussage eines Bundesbänkers im Zuge der Währungsreform nach der Wende paßt möglicherweise dazu. Er meinte, die in der DDR in Umlauf befindliche Geldmenge sei nicht bekannt, wobei ich mir das nicht vorstellen kann, die Notenbank hätte ja dann völlig unkontrolliert Geld in Umlauf gebracht und auf jeden Einfluß auf die Geldmenge verzichtet.

Aber vielleicht weiß jemand etwas näheres über den von @GZB1 gnannten möglichen offiziellen Handel der Notenbank mit der Binnenwährung. Wobei dies zur einer Abschöpfung des Geldüberschusses kaum geeignet gewesen wäre, das Geld wäre zwangsläufig irgendwann zurückgekommen, genau wie die kontingentweise gegen Forint getauschten Mark.

Dieses Forum gefällt mir, hier ist jede Menge Wissen versammelt und es ist möglich, Diskussionen zu führen, die in den Mainstream-Medien undenkbar wären. Dafür!!




Nummern-Doppel sind unproblematisch, da bei der großen Menge an umlaufenden Banknoten kaum jemals zwei Banknoten mit der selben Nummer in der gleichen Brieftasche landen. Dagegen könntenfrei erfunden Seriennummern schon eher eine Fälschung entlarven.



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#40

RE: Mark der DDR im Westen

in DDR Staat und Regime 15.11.2011 16:54
von kurfuerst | 99 Beiträge

Das ist doch ganz einfach wenn man sucht findet zum Beispiel das:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13520613.html

Vor einiger zeit habe habe ich mal in einem Zeitschrift gelesen Deutas LKW´S ganze Ladungen Ost Geld in die Schweiz gebracht haben
wenn ich den Artikel wieder finde werde ich ihn Euch zeigen.


Mit freundlichen Grüßen
Hartmut


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