#1121

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 16.01.2016 17:54
von Johnny | 79 Beiträge

Männer,
erstens geht es hier im Faden nur um die Unteroffiziersschule,
zweitens sind es nur individuelle Erfahrungen, die jeder von uns gemacht hat, und die sollten nicht religiösen Status bekommen.
Drittens- der Faden kann gerade auch Leuten, die nur mitlesen, gut vermitteln, wie es an der US zuging. (immer auf das Zeitfenster bezogen, aus dem der Berichtende schreibt)
Bedauerlich, wenn der zerredet wird.
Warum und wer hier der absolute "Kenner" ist, den besten Durchblick hatte oder der beste Beste der Besten war, interessiert doch keinen.
Aber Einblicke, Erfahrungen und Erinnerungen an die Unteroffiziersschule. Davon BITTE jetzt wieder mehr.



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zuletzt bearbeitet 16.01.2016 17:54 | nach oben springen

#1122

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 16.01.2016 20:20
von utkieker | 2.925 Beiträge

Die Ausbildung und das gilt glaube ich nicht nur für Perleberg, sondern auch für alle anderen GAR, war wie Leistungssport - nur das es nicht um die Qualifikation für Olympia ging. Es war eine komplette Mot.- Schützen- Ausbildung aber für den Grenzdienst nur bedingt oder gar nicht zu gebrauchen. Immerhin hatte man einen enormen Fitness- Zustand erreicht. Im Politunterricht konnte man wenigstens relaxen und seine Akkus wieder aufladen.
In der Linieneinheit wehte ein anderer Wind. Ich glaube nur in der ersten Woche war man beeindruckt aber mit der Zeit ließ man sich ein dickes Fell wachsen. Wenn der GSZ 99 mal ausgelöst hat ohne das was passiert, konnte man davon ausgehen, daß auch beim 100. mal nichts passiert. Die Wahrscheinlichkeit, daß ein mutmaßlicher Grenzverletzer deine Pfade kreuzt war gering.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#1123

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 16.01.2016 21:23
von Mike59 | 7.977 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #1122
Die Ausbildung und das gilt glaube ich nicht nur für Perleberg, sondern auch für alle anderen GAR, war wie Leistungssport - nur das es nicht um die Qualifikation für Olympia ging. Es war eine komplette Mot.- Schützen- Ausbildung aber für den Grenzdienst nur bedingt oder gar nicht zu gebrauchen. Immerhin hatte man einen enormen Fitness- Zustand erreicht. Im Politunterricht konnte man wenigstens relaxen und seine Akkus wieder aufladen.
In der Linieneinheit wehte ein anderer Wind. Ich glaube nur in der ersten Woche war man beeindruckt aber mit der Zeit ließ man sich ein dickes Fell wachsen. Wenn der GSZ 99 mal ausgelöst hat ohne das was passiert, konnte man davon ausgehen, daß auch beim 100. mal nichts passiert. Die Wahrscheinlichkeit, daß ein mutmaßlicher Grenzverletzer deine Pfade kreuzt war gering.

Gruß Hartmut!

Na das mit der Körperertüchtigung eines Soldaten lasse ich gelten - war schon erstaunlich was nach 6 Monaten so alles möglich war. Ach bevor hier wieder einige heulen - ich rede von Perleberg.
Je länger ich diesen Tread verfolge um zu klarer wird mir die Erkenntnis das da in Perleberg ein paar wenige gute Leute waren. Ich habe sie leider nicht kennen gelernt - und viele andere auch nicht. Meiner Meinung nach .. . Das ist aber unerheblich - genau so wie, das die Masse der in Perleberg ausgebildeten eben keine Funker oder andere Sonderverwendungen war.


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#1124

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 17.01.2016 00:12
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von Mart im Beitrag #1115
Zitat von vs1400 im Beitrag #1114

meine aussagen als trollerei zu bezeichnen,
dass hat schon was, Mart.

Hier geht es um die Unteroffiziersschule der Grenztruppen. Und nicht um das, was Du sonstwo erlebt hast. Du trollst.



ach Mart,
dessen bin ich mir doch durchaus bewusst.
zu meinen aussagen kannst du ja mal etwas posten,
nachdem du sie, ohne befangenheit, irgendwann verstanden hast.

gruß vs ... sonst wo war eben eher realer.


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#1125

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 17.01.2016 00:34
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von Nomex im Beitrag #1119
Zitat von G.Michael im Beitrag #1118

Du scheinst nicht zu begreifen, das zwischen Unteroffiziersschule und Truppendienst Welten liegen.
Gerd


Nein es langen nicht Welten. Es war ein Unterschied wie man an die Aufgabe die gestellt war heran gegangen ist.

Ihr könnt über die Ausbilder der US und der GAR schimpfen wie ihr wollt und uns erzählen waa wir hätten machen sollen.
Aber ganz ehrlich wenn wir euch Soldaten oder Uffze raus geschickt hätten die ihre Grundausbildung in einer Einheit gemacht hätten wie ich sie in der Röhn kennengelernt habe. Na das wäre lustig gewesen.

Also ich hatte das große Glück Soldaten, also damals dann schon Gefreite Postenführer, zu erleben die ich ausgebildet habe. Ich hatte auch die Gelegenheit mich mit Uffzen zu unterhalten. Ich habe nicht eine Rückmeldung bekommen das man grundsätzlich was ändern muss. Und wenn ich mir die BW heute anschaue ist es trotz "innerer Führung" nicht so wahnsinnig anders.

Gruß Nomex



Nomex,
an der us hatten es die ausbilder wohl doch eher mit freiwilligen zu tun,
und die wenigsten erwarteten es verhätschelt zu werden.
doch keiner war auf diverse schikanen gefasst, von den ausbildern und noch weniger auf deren recht ausgeprägten korpsgeist.


gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#1126

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 17.01.2016 01:21
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von Johnny im Beitrag #1121
Männer,
erstens geht es hier im Faden nur um die Unteroffiziersschule,
zweitens sind es nur individuelle Erfahrungen, die jeder von uns gemacht hat, und die sollten nicht religiösen Status bekommen.
Drittens- der Faden kann gerade auch Leuten, die nur mitlesen, gut vermitteln, wie es an der US zuging. (immer auf das Zeitfenster bezogen, aus dem der Berichtende schreibt)
Bedauerlich, wenn der zerredet wird.
Warum und wer hier der absolute "Kenner" ist, den besten Durchblick hatte oder der beste Beste der Besten war, interessiert doch keinen.
Aber Einblicke, Erfahrungen und Erinnerungen an die Unteroffiziersschule. Davon BITTE jetzt wieder mehr.


ein oberfeldwebel, Johnny,
lies mich mein frühstück im stehen einnehmen, obwohl er nicht die aufsicht im essensaal hatte.

obendrauf sollte ich mein brötchen mit messer und gabel zu mir nehmen, was ich wohl vorher etwas ironisch hinterfragte, denn er machte uns beim einrücken auf messer und gabel aufmerksam, beim essen sei es zivilisierter ... .

ich hatte vorher schon die normalen verhaltensregeln gelernt bekommen
und es hätte derartiger belehrungen nicht bedurft,
ne chance fürn einspruch gab es nicht.
denn es war ersichtlich, dass der uvd mit dem verantwortlichen des fütterungsbereiches gut konnte.
korpsgeist eben und dieser hatte draußen keine wertigkeit,
was nur ein fakt, meinerseits, und kein direkter vowurf ist.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#1127

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 17.01.2016 07:12
von Hanum83 | 4.784 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #1125


Nomex,
an der us hatten es die ausbilder wohl doch eher mit freiwilligen zu tun,
und die wenigsten erwarteten es verhätschelt zu werden.
doch keiner war auf diverse schikanen gefasst, von den ausbildern und noch weniger auf deren recht ausgeprägten korpsgeist.


gruß vs



Nicht gleich wieder meckern weil ich einfach mal frage anstatt mich durchzugurgeln.
Also, wenn du gemerkt hast in was für eine Kacke du mit der Unterschrift für die 3 Jahre gegriffen hast, konntest du da schlimmstenfalls nach 6 Monaten sagen ich schlage die Gefreitenlaufbahn ein?


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 17.01.2016 07:14 | nach oben springen

#1128

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 17.01.2016 10:13
von vs1400 | 2.397 Beiträge

moin Hanum83,
abkohlen konnte man jeder zeit, doch es wurde einem nicht leicht gemacht.
ich bin noch vor der vereidigung von 10 auf drei runter, weil die fachrichtung nicht passte. ab dem moment, der abgabe des gesuches, wurde ich von meiner eigentlichen gruppe separiert separiert. es gab ne zeit lang nur noch innendienst und nen einzelzimmer. gedauert hat es dann ne knappe woche,
bis zum neueinkleiden und umzug zur neuen abk.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#1129

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 17.01.2016 10:19
von norddeutscher | 12 Beiträge

Moin vs 1400,
Ich gehe dann mal davon aus das du in der 1 Kompanie warst, wo die 10 ender wahren.
War in dem Zeitraum auch dort in der 1 Kompanie, aber nur als Uaz, damit die 10ender Kompanie voll wurde.
Gruß Ralf


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#1130

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 17.01.2016 10:24
von damals wars | 12.186 Beiträge

Wenn man von 3 Jahren auf 1 1/2 abkohlen wollte, wurde man unter Umständen wieder nach Hause geschickt und konnte bis zum 26ten Lebensjahr auf die Einberufung warten.
Am "Besten" waren gesundheitliche Gründe, dann wurde man degradiert und nach Hause geschickt, so im GR 44 erlebt.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#1131

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 17.01.2016 19:28
von Johnny | 79 Beiträge

Klar, kam jeder UaZ, erst recht BU, freiwillig in die US. Aber z.B. in meinem Fall war das so, dass mit dieser Freiwilligkeit die Zulassung zum Studium verbunden war. Als Ausbilder habe ich US erlebt, die von den Wehrkreisärzten tauglich befunden wurden, es aber körperlich gar nicht waren. Z.B. Hüftleiden, extrem sehschwach etc. davon wurden ein bis zwei pro Lehrgang gleich zu Beginn in den Grundwehrdienst zurückgestuft. Einer, aus meiner Gruppe, auch mal wegen, sagen wir: mangelhaften Denkleistungen.
Was Schikanen anging: es war zum Teil supermies, was Ausbilder abzogen. Das führte zu meiner Zeit als Schüler soweit, dass es zu Degradierungen von Ausbildern kam. Ein Oberfeldwebel und ein Uffz hatten einen Schüler gezwungen, sich als Hund aufzuführen und ihn mit Würfelzucker gefüttert. Das war dann doch zuviel. Aber ewiges Rumstehen in Antreteordnung, wiederholtes Hoch- und Runterrücken zum Essen, weil angeblich einer quatschte, oder, wie ich schon schrieb, sehr persönliches Diffamieren kamen häufiger vor- da störten sich viele Ausbilder nicht dran. Bis zur Einführung der "Sozialistischen Soldatenbeziehungen"- da war das schon eine Sache für den Polit. Die "Sozbez" besserten, zumindest in unserer Kp, das Klima merklich.
Korpsgeist habe ich als UaZ auf einer Stfw-Planstelle höchstens unter den BUs bemerkt. Hat auch gedauert, ehe die einen UaZ in ihrem Dunstkreis akzeptierten.
Für mich kann ich sagen, dass ich keinen meiner US schikaniert habe. Wer selbst oft wegen dummdoofer Aktionen "abgekotzt" hat, muss das selbst nicht auch noch anderen antun.



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#1132

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 18.01.2016 00:12
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #1130
Wenn man von 3 Jahren auf 1 1/2 abkohlen wollte, wurde man unter Umständen wieder nach Hause geschickt und konnte bis zum 26ten Lebensjahr auf die Einberufung warten.
Am "Besten" waren gesundheitliche Gründe, dann wurde man degradiert und nach Hause geschickt, so im GR 44 erlebt.


damit drohte man damals, damals wars,
doch ich hab nie von einem derartigen fall direkt erfahren,
worauf man sich damals eben nicht berufen konnte.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#1133

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 18.01.2016 00:26
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Ich bin zwar in Sachen Perleberg nur der Schwätzer, na sei es drum. 02.11.76, Klassenkamerad und ich einberufen, selber Zug, ich meine jetzt bei der
DR. Er raus in Wittenberge und ab nach Perleberg, ich weiter auf nach Prora.
Der besagte Kumpel hat schon in Perleberg seine Entpflichtung eingereicht (BU=>GwD), das Prozedere danach dürfte bekannt sein.
Insgesamt wurde das ignoriert, Ausbildung lief weiter, Ernennung zum Uffz. Versetzung nach Tripkau, Dauer-UvD.
Immer und Immerwieder Eingaben, schließlich nach 20 Monaten Entlassung als Soldat.
Gerd, der Schwätzer


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#1134

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 18.01.2016 06:11
von Hanum83 | 4.784 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #1130
Wenn man von 3 Jahren auf 1 1/2 abkohlen wollte, wurde man unter Umständen wieder nach Hause geschickt und konnte bis zum 26ten Lebensjahr auf die Einberufung warten.
Am "Besten" waren gesundheitliche Gründe, dann wurde man degradiert und nach Hause geschickt, so im GR 44 erlebt.


Jetzt muss ich nochmal fragen.
Also wenn du schon Uffz bist und echte gesundheitliche Probleme hast, warum dann Degradierung?
Für Krankheit kann doch keiner was.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#1135

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 18.01.2016 08:24
von vs1400 | 2.397 Beiträge

an der knolle waren wir ja noch keine uffze, Hanum83,
daher gab es ne 'degradierung', denn der uschi wurde dem dienstgrad eines gefreiten gleichgestellt.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#1136

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 18.01.2016 08:31
von Hanum83 | 4.784 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #1135
an der knolle waren wir ja noch keine uffze, Hanum83,
daher gab es ne 'degradierung', denn der uschi wurde dem dienstgrad eines gefreiten gleichgestellt.

gruß vs


Jetzt seh ich gar nicht mehr durch.
Also wir reden jetzt von Unteroffiziersschülern die so schlimm erkranken das sie entlassen werden müssen.
In dem Fall wurde also der "Uschi", da proforma Gefreiter, zum Soldaten degradiert und durfte dann gehen?


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 18.01.2016 08:32 | nach oben springen

#1137

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 18.01.2016 11:00
von TOMMI | 1.988 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #1130
Wenn man von 3 Jahren auf 1 1/2 abkohlen wollte, wurde man unter Umständen wieder nach Hause geschickt und konnte bis zum 26ten Lebensjahr auf die Einberufung warten.
Am "Besten" waren gesundheitliche Gründe, dann wurde man degradiert und nach Hause geschickt, so im GR 44 erlebt.


Apropo gesundheitlich: Wir hatten einen, der war relativ klein und hatte nur eine Niere. Zunächst musste er das volle Programm mitmachen, aber dann häuften sich die gesundheitlichen Probleme. Er bekam häufiger Koliken, Aufenthalte im Medpunkt oder im Krankenhaus waren nicht unüblich.
Irgendwann kam die Entscheidung: vorzeitige Entlassung.
Aber Degradierung würde ich das nicht nennen. Degradierung ist eine Bestrafung, wer aus gesundheitlichen Gründen aufhört, hat ja keinerlei Schuld.
Armer Kerl! Was haben die bei der Musterung verbockt? Das hätten die doch merken müssen! Wenn ich mir den jetzt vorstelle, am Dialysegerät.... Ich hoffe sehr für Ihn, dass er es irgendwie gepackt hat.

Apropo Degradierung:
So einen Fall hatten wir tatsächlich auch in Perleberg. Es handelte sich um einen Feldwebel (Ausbilder oder Zugführer, so genau weiß ich es nicht mehr). Er hatte in seinem Wohnheim, also in der Freizeit, Westfernsehen geschaut. Das wurde irgendwie bekannt. Er wurde dafür degradiert zum Soldaten und dann gab es eine FDJ-Versammlung mit Riesen-TamTam mit dem Ziel seines Ausschlusses.
Man fiel förmlich über ihn her. Einer von uns schien mit ihm Mitleid zu haben und meldete sich zu Wort, dass der Betreffende doch auch das Recht habe zu sprechen, usw. Ich sah schon, wie er schiefe Blicke erntete. Unser Hauptmann zischte im zu: "Es gibt ein Statut!" Aber es wurde gestattet, dass er dem Angeklagten eine Frage stellte. So fragte er in etwa: "Soldat (das war er ja jetzt) XYZ, wollen Sie überhaupt noch in der FDJ bleiben?" Die kurze und bündige Antwort: "Nö." Der Rest war Formsache. Er flog aus der FDJ und musste sein Mitgliedsbuch abgeben. Da er die 18 Monate schon abgerissen hatte, folgte die Entlassung, unehrenhaft, versteht sich. An seinem Entlassungstag hatten wir grade Wache und ich hatte die "Ehre", ihn am KDL 1 (war das der mit Arrestzellen, Buchhandlung und Friseur?) rauszulassen. Er kam in Zivil und zeigte seinen zivilen Personalausweis. Er schien sich zu freuen, so war jedenfalls sein Gesichtsausdruck. Übrigens: Da fiel mir so richtig auf, wie alt eine Uniform jemanden macht. Der Typ sah in Zivil bald 10 Jahre jünger aus.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


Lutze und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#1138

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 19.01.2016 00:32
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #1136
Zitat von vs1400 im Beitrag #1135
an der knolle waren wir ja noch keine uffze, Hanum83,
daher gab es ne 'degradierung', denn der uschi wurde dem dienstgrad eines gefreiten gleichgestellt.

gruß vs


Jetzt seh ich gar nicht mehr durch.
Also wir reden jetzt von Unteroffiziersschülern die so schlimm erkranken das sie entlassen werden müssen.
In dem Fall wurde also der "Uschi", da proforma Gefreiter, zum Soldaten degradiert und durfte dann gehen?



gegangen ist zu meiner zeit, aus meinem umfeld, keiner, Hanum83,
dieser imaginäre uschi wurde nicht degradiert, hab ich nicht geschrieben.
er wurde den umständen angepasst.
was eben so viel bedeutet, dass er seinen gwd, in anerkennung der bisher geleisteten dienstzeit weiter leistete.
in den rwd war viel platz für solche 'fälle' und es gab dort auch schonplätze ... auf reservierung ...

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#1139

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 19.01.2016 00:49
von Hanum83 | 4.784 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #1138
Zitat von Hanum83 im Beitrag #1136
Zitat von vs1400 im Beitrag #1135
an der knolle waren wir ja noch keine uffze, Hanum83,
daher gab es ne 'degradierung', denn der uschi wurde dem dienstgrad eines gefreiten gleichgestellt.

gruß vs


Jetzt seh ich gar nicht mehr durch.
Also wir reden jetzt von Unteroffiziersschülern die so schlimm erkranken das sie entlassen werden müssen.
In dem Fall wurde also der "Uschi", da proforma Gefreiter, zum Soldaten degradiert und durfte dann gehen?



gegangen ist zu meiner zeit, aus meinem umfeld, keiner, Hanum83,
dieser imaginäre uschi wurde nicht degradiert, hab ich nicht geschrieben.
er wurde den umständen angepasst.
was eben so viel bedeutet, dass er seinen gwd, in anerkennung der bisher geleisteten dienstzeit weiter leistete.
in den rwd war viel platz für solche 'fälle' und es gab dort auch schonplätze ... auf reservierung ...

gruß vs





Also wie es aussieht reden wir wieder einmal um den heißen Brei herum.
Ich frag also noch mal ganz konkret und hoffe Leute die es wissen können die Frage beantworten.
Konnte ein Uffz-Schüler während der ersten 6 Monate seine Entscheidung für 3 Jahre revidieren und auf 1,5 Jahre GWD gehen, auch ohne irgendeine Krankheit vorzuschieben?
Konnte ein Uffz., mal angenommen im 2. Diensthalbjahr, auch darum bitten nach 18 Monaten als Gefreiter oder auch Soldat entlassen zu werden?
Als Liniensoldat hätte ich ja auch zum Vorgesetzten gehen können und sagen das ist mir hier nichts, da hätte ich dann halt irgendwo jeden Tag in der Etappe Wache schieben dürfen.
Der Uffz. hat ja bestimmt auch irgendwie sagen dürfen das ist mir hier nichts, Köpfe wurden ja damals nicht gleich abgerissen bei sowas.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 19.01.2016 00:57 | nach oben springen

#1140

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 19.01.2016 01:00
von vs1400 | 2.397 Beiträge

mit diversen schwierigkeiten war dies alles möglich, Hanum83,
ne krankheit konnte man nicht mal ebenso vorschieben ... dieses vorschieben ist wohl eher ein zeitliches problem.
damals trug man den kopf unterm arm und selbst dann war es nicht eindeutig.
aus meiner sicht.

gruß vs

ps.: Hanum83, dass thema ist die us- perleberg ...


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


zuletzt bearbeitet 19.01.2016 01:03 | nach oben springen



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