#441

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 10.07.2012 00:33
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #440
In unserem Zug wurden nur Freiwillige an der US belassen.

Ah - hier ist unser beider Missverständnis. Jetzt habe ich das verstanden.

Fritze, erstmal nur für mich selbst: Mich hat genau niemand gefragt, ob ich dableiben wolle. Einige Tage vorher (etwa eine Woche?) sagte man mir meine Verwendung - und die hieß: GF/Ausbilder, US VI. (Und bei meinem Nachfolger war das 2,5 Jahre später auch so!)

Die US VI kannte ich nun blöderweise - das ist ja Sonderscheiße. Das "da draußen" kannte ich nicht - ich erträumte mir, dass es am Kanten vielleicht nicht ganz so stressig sei - aber realistisch betrachtet wollte ich nur aus Perleberg weg. Und -ich sag's nur Dir, ganz im Vertrauen- ich habe im stillen Kämmerlein eine Träne verdrückt: Lieber Gott, warum tust Du mir das an?

Und alle Ausbilder (egal ob UaZ oder BU), die ich näher kannte - die hat auch niemand gefragt. Also das haben sie jedenfalls so gesagt ... ich war ja bei deren Gesprächen nicht dabei, musste ihnen also glauben. Ich wüsste allerdings nicht, warum ich damals oder heute an den Aussagen meiner Kameraden zweifeln sollte.

Wie gesagt: Jeder Mensch versucht dann, aus der Situation (erstmal für sich selbst) das Beste zu machen - und das möglichst so, dass man sich selbst nicht anspucken muss.


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#442

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 10.07.2012 03:53
von Nomex | 254 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #438
jetzt weiss ich es genau,die GF an der U-Schule waren doch ein eigener Schlag.Für mich wäre es wahrscheinlich damals die grösste Strafe gewesen,hätte ich in Perleberg bleiben sollen oder in ein GAR versetzt zu werden.


Ganz ehrlich, das ist Quark, Jeder Dienst als UaZ hatte seine Vor- und Nachteile. Die wenigsten Uffze haben doch den Vergleich gehabt.

Ich war als UaZ im GAR11. Das war schon geil, weil du im Ausgang echt was erleben konntest. Selbst die Komplexüberprüfungen waren nicht wirklich ein Problem. Im Endeffekt standest du über den Dingen. Wer seine Glatten ausbilden konnte hatte kaum was auszustehen.

Am Kanten war sicher der Dienstbetrieb mit keiner Einheit der DDR zu vergleichen. Nur aber im Ausgang auf den LO drauf, zur Kneipe, und zurück ist ja auch nicht wirklich die Erfüllung, Glaub mir ich, war vermutlich einer der wenigen UaZ die beides kennenlernen durfte.


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Günther Zieschong: "Mir hätten das System erst mal leasen solln...."
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#443

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.07.2012 20:25
von perle83 | 12 Beiträge

Hallo Leute, mal ne Frage,
war 5/83 - 10/83 in Perleberg in der Pionierausbildungskompanie, keine Ahnung wie das damals hieß, nun komme ich demnächst mal ziemlich in die Nähe von Perleberg und wollte mal schauen was da alles noch so zu sehen ist.
Meine Frage gibt es noch viel zu sehen vor allem Stüp, Munilager usw.,von der Schule soll ja nicht mehr viel stehen, oder weiß jemand von Euch,wo man vielleicht Infos oder auch Bildmaterial her bekommen könnte. Interresant wäre für mich auch der Sprengplatz,war glaube in Glöwen und die alte Munifabrik.
Vielleicht lerne ich auch alte Kamaraden kennen,kann mich an nicht mehr viel erinnern habe die Zeit irgendwie immer verdrängt.
Kann mich eigentlich nur noch an zwei Gruppenführer erinnern das war meiner, ein netter verständnisvoller Kerl war UAZ, war glaube auch Thüringer und ein kleiner seines Zeichen´s BU, über den möchte ich aber nichts sagen.
Naja, vielleicht kann mir ja jemand auf die Sprünge helfen.
Besten Dank, Gruss aus Thüringen


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#444

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.07.2012 20:50
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von perle83 im Beitrag #443
Meine Frage gibt es noch viel zu sehen vor allem Stüp, Munilager usw.,von der Schule soll ja nicht mehr viel stehen,

Ich komme da alle paar Jahre mal lang; vielleicht kann ein Perleberger dazu noch näheres sagen:

Im Objekt steht KdL-1, KdP, der Park teilweise, ein halber Unterkunftsblock, das Lehrgebäude und einige Gebäude/Baracken Richtung MHO. Und die Alte Villa steht auch noch. Den Ex-Platz kann man erkennen. Aber man muss sich da schon anstrengen.

Muni-Lager kann man sogar ganz gut erkennen, da hat jetzt ein Bauer sein Vieh drauf.
Auf dem StÜp war ich mal so ca 1997. Da waren die Waldarbeiter schwer zu Gange. Lehrgefechtsgrenze ist weg, B-Turm ist weg, also da ist nichts mehr zu erkennen. Ah - die Schießbahn war letztens noch da.

Zu den anderen Punkten kann ich nichts sagen.


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#445

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.07.2012 21:23
von perle83 | 12 Beiträge

Danke ,Mart der Anfang wäre gemacht.
mfG


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#446

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 12.07.2012 00:08
von Fritze (gelöscht)
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Ich war das letzte Mal 1994 in PBG.Ins Objekt kam ich nicht rein,hatte auch wenig Zeit.Hab auch nur wenig erkannt ausserhalb.Mittag hab ich dann ,glaub ich zumindest in dem ehemaligen STAMA gegessen.Man müsste mal mit paar Ehemaligen ein ganzen Tag dort verbringen und alles (was noch da ist ) beschnuffeln.


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#447

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 12.07.2012 01:44
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #446
Man müsste mal mit paar Ehemaligen ein ganzen Tag dort verbringen und alles (was noch da ist ) beschnuffeln.

Und was machst Du die anderen 22 Stunden?
Also da steht (vgl. oben) fast nichts mehr. Und was da noch steht, das kannst Du Dir nur von außen ansehen. Wenn es gut läuft, ist ein Loch im Zaun um den halben U500 - aber sehr viel siehst Du da auch nicht: Ich war drin, als der Zaun noch nicht da war.

Deinem Vorredner kann ich noch die Stadt selbst empfehlen. Also da kommt die eine oder andere Erinnerung wieder hoch. Aber zu viel sollte man da auch nicht erwarten: Das ist eine Kleinstadt in der ostdeutschen Pampa - mit genau den Problemen, die solche Kleinstädte nun mal haben. - Ich selbst empfand es als schön: Aber ich war ja auch oft in der Stadt, in meinen drei Jahren.


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#448

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 12.07.2012 15:08
von Fritze (gelöscht)
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Na die anderen 22 Stunden wollte ich quatschen ,lachen ,essen ,trinken und vlt. dort schlafen.


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#449

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 13.07.2012 12:06
von Stuelpner | 170 Beiträge

Zitat von Mart im Beitrag #121
Frank,

rud2- der Fachausbilder dieser Truppe war OSL Ruderisch. Ob er noch lebt?
Mart



Hallo, habe das gerade beim Lesen alter Beiträge entdeckt. Major Ruderisch war damals (November 1975 bis April 1976) mein KC (6. Kompanie, 1. Zug), mein ZF Hauptm. Ste....tz. GF war Ufw. M...t. So langsam erinnert man sich wieder an die lange zurückliegende Zeit.

Beste Grüße
Stülpner


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#450

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 17:59
von Nordpol | 71 Beiträge

Hi,

Zitat von Mart im Beitrag #444


vielleicht kann ein Perleberger dazu noch näheres sagen:

Im Objekt steht KdL-1, KdP, der Park teilweise, ein halber Unterkunftsblock, das Lehrgebäude und einige Gebäude/Baracken Richtung MHO. Und die Alte Villa steht auch noch. Den Ex-Platz kann man erkennen. Aber man muss sich da schon anstrengen.




kann ich bestätigen. So ganz langsam wandelt sich das Ganze zu einem Wohngebiet :)

BTW: ein paar Beiträge vorher ging es um den alten Stab und die Antennenanlagen die sich dort befanden:

Ja, auch die V2000 hatte eine eigene Funkstelle. Von der Ausstattung her so ähnlich wie die der USVI (Mart, Du erinnerst Dich!), also wenn ich mich recht entsinne 2x SEG100 und zusätzlich noch ein Empfänger (EKV...). Ich war selbst mal dort drin, da mein SEG100 defekt war und mir dort das Reserve-SEG ausgeborgt habe...

Die V2000 hatte aber nicht das gesamte Gebäude in Beschlag - wenn ich mich recht entsinne von der unteren Etage die linke Seite.

Gruß aus Perleberg
Nordpol



Mart hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#451

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 19:06
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von Nordpol im Beitrag #450
ein paar Beiträge vorher ging es um den alten Stab und die Antennenanlagen die sich dort befanden:

Ja, auch die V2000 hatte eine eigene Funkstelle. Von der Ausstattung her so ähnlich wie die der USVI (Mart, Du erinnerst Dich!), also wenn ich mich recht entsinne 2x SEG100 und zusätzlich noch ein Empfänger (EKV...). Ich war selbst mal dort drin, da mein SEG100 defekt war und mir dort das Reserve-SEG ausgeborgt habe...

Die V2000 hatte aber nicht das gesamte Gebäude in Beschlag - wenn ich mich recht entsinne von der unteren Etage die linke Seite.

Das hat mich etwas gewundert: Die hatten ja ihre Dienstzimmer in den oberen Etagen der U500, sicher auch im (neuen) Stab. Wozu dann noch den Alten Stab? Hatten die jeder zwei Schreibtische? Also das Handbuch MfS sagt jedenfalls, dass die HA I für die US VI 18 Planstellen hatte. - Spannend ist da folgendes: Für HA I/zentrale Schulen wird ein Stab, ein Bereich Aufklärung und dann 15 MA für die OHS und 18 für die US angegeben. Also es wäre auch möglich, dass diese ominöse Abteilung Aufklärung im Alten Stab saß, das würde auch ganz gut mit den Antennen harmonieren.

Nordpol, die Frage ist, ob der Alte Stab einen geschützten Keller (in Sinne einer Verbunkerung) hatte bzw. ob vor dem Alten Stab unter der Wiese ein solcher war: Nach meiner Erinnerung waren auf der Wiese mehrere "Kanaldeckel" sowie Lüftungsrohre mit Lüftungshütchen.

Zur Ausstattung der stationären Funkstelle der US VI: Zu meiner Zeit stand hinten/links ein SS-1000, der wurde zum Senden genutzt. Der 949 saß links daneben auf der linken Seite. Rechts standen eine oder zwei SEG-100, aber die standen nur zum Spaß da.

Es gab (Du wirst sie kennen) noch eine weitere voll ausgestattete stationäre Funkstelle: Im Lehrgebäude direkt über dem Raum für SAS/SND. Dort stand eine stationäre R118 sowie SEG-100, SEG-15, die alle über Stab auf dem Dach arbeiten konnten. Dort stand auch eine kleine Telefonvermittlung (also 10 Anschlüsse, wie hieß die gleich, -12 oder -62 so etwa). Eine Direktleitung ging zu einem Anschaltpunkt auf dem StÜP. Nachteil dieser stationären Funkstelle war, dass dort eine NEA war.


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#452

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 20:40
von Nordpol | 71 Beiträge

Im alten Stab befand sich meines Wissens die Führung der V2000 (Chef: OSL Däxxxe) und wie gesagt auch die stationäre Funkstelle, insgesamt waren es nur wenige Räume. Der Rest der Mitarbeiter war im Objekt verteilt (Unterkunftsgebäude, Stabsgebäude).

> Nach meiner Erinnerung waren auf der Wiese mehrere "Kanaldeckel" sowie Lüftungsrohre mit Lüftungshütchen.

Ja, habe ich auch ganz schwach in Erinnerung. Was das allerdings zu bedeuten hatte (Verbunkerung?) - keine Ahnung.

> Zu meiner Zeit stand hinten/links ein SS-1000

Ja, der wurde um 1985 rum entsorgt und später habe ich auch nebst anderer hochwertiger Technik auch ein zweites SEG100 bekommen.

Grüße
Nordpol



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#453

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 22:02
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von Nordpol im Beitrag #452
Im alten Stab befand sich meines Wissens die Führung der V2000 (Chef: OSL Däxxxe)

Der Name sagt mir nichts. Ich hab' mich da auch fern gehalten. Lediglich Hptm Maxxt und der Major, der wohl für die 8. (zu Deiner Zeit dann 7.) zuständig war, die kannte ich.

Ich weiß aber, dass auf dem riesigen Sprechtisch/Tastentisch beim OvD eine Direktleitung zu einem "DH V2000" aufgeschaltet war - wo auch immer der nun wieder saß. Und das kam so:

Wir hatten mal wieder Wache. Es muss wohl Wochenende gewesen sein. Ich gab den Leiter KdL-1 und somit Stv-Wache. Weil Wachleiter keine Lust hatte, schickte er mich zur Postenkontrolle. Ok, dann mal gucken. Also erstmal den Streifenposten, der hinter den U500 über die Ecke Duschgebäude bis hinter das Lehrgebäude pendelte. Dann den Posten KdP-2. Und dann den Streifenposten Sturmbahn. Es war auf alle Fälle hell, also das ein Posten abmattet war eher ausgeschlossen. Etwa mitte der Sturmbahn waren Garagen oder Gärten oder Einfamilienhäuser, so etwa jedenfalls. Und da sehe ich, dass in einer Art Stichstraße, aber wirklich direkt an der Straße ein für DDR-Verhältnisse recht ordentlicher Wohnwagen steht. Ok, soll er da stehen. Aber - warum denn bitteschön ist denn das Nummernschild durch einen großen Lappen verdeckt?

Oh Mart, was machen wir denn damit? Ok, mal nachdenken. Also das könnte schon ein Spiogent sein. Die Wahrscheinlichkeit ist eher gering, aber auch nicht so ganz völlig ausgeschlossen: Immerhin hat er die Kaserne voll im Blick. Viel wahrscheinlicher ist natürlich, dass ein Anwohner seinen Wohnwagen auf Hochglanz poliert. Ok, wenn ich den wegen des verdeckten Nummernschilds jetzt melde - was wird dem passieren? Na da wird sicher der ABV kommen und "Du-Du" sagen. Mehr aber hoffentlich nicht. Und man ... na wie auch immer: Vielleicht ist das ja ein Batzen, dann würde es den Richtigen treffen. ;-)

Ok, Entscheidung gefallen, mal Meldung machen. GSM rein: Cheffe, kleines Problemchen. Was machen? - Kurz darauf: Komm mal rein, der OvD will Dich sehen.

Und von daher weiß ich, dass der OvD direkt zu einem "DH V2000" kam; "Direktleitung" geht vielleicht technisch zu weit; jedenfalls war das eine Taste oder eher ein kleiner Hebel zu dem. - So ging es weiter: Es dauerte ordentlich, dann war der DH V2000 an der Strippe. Ich weiß nicht mehr, ob der OvD selbst sprach, oder mich sprechen lies. Ich würde mal denken, dass der OvD selbst sprach; vermutlich hätte ich mir einen anderen Ablauf gemerkt.

Zitat von Nordpol im Beitrag #452
> Nach meiner Erinnerung waren auf der Wiese mehrere "Kanaldeckel" sowie Lüftungsrohre mit Lüftungshütchen.
Ja, habe ich auch ganz schwach in Erinnerung. Was das allerdings zu bedeuten hatte (Verbunkerung?) - keine Ahnung.

Damals ging ich von Verbunkerung aus. Leider hatte ich damals wenig Ahnung von Bunkerbau-Prinzipien. - Und heute wenig Erinnerung an die Situation auf dem Rasen: Also ich würde schon denken, dass dort ein Bunker war. Das wäre auch insoweit schlüssig, als dass in den 1960er Jahren (also vor der US VI) da ja auch schon eine GT-Einheit gelegen haben sollte. Kannst Du da nicht mal jemanden fragen, der den Abriss des Alten Stabs beobachtet haben kann?

Zitat von Nordpol im Beitrag #452
> Zu meiner Zeit stand hinten/links ein SS-1000
Ja, der wurde um 1985 rum entsorgt und später habe ich auch nebst anderer hochwertiger Technik auch ein zweites SEG100 bekommen.


Hihi, mein Mitleid hält sich in Grenzen: Die SEG-100 waren zu meiner Zeit nie in Betrieb. Und selbst in der Lehrklasse haben wir die gemeinsam mit Major Ruxxer nur mal spasseshalber angemacht.

Der SS-1000 hatte das Problem, dass nach Frequenzwechsel (im 001 und 004 wurde oft gewechselt, aber wem sage ich das) die Sendefrequenz nicht sofort stabil war. Andererseits war das ganz fein nachregelbar, das machte aber der eigentliche 949.

Nordpol, bei der Gelegenheit fällt mir noch ein anderes Gerücht ein, ich hörte das zu meiner Zeit:
Es würde auf dem StÜP noch einen weiteren Bunker geben. Der wäre staatlich und für Schwerin.

Wir unterstellen gedanklich mal, dass an dem Gerücht was dran sei:
AFüSt MfS Bezirk Schwerin kann nicht sein, der ist woanders. AFüSt BEL Bezirk Schwerin wäre nicht unmöglich: Der SED-Bezirkssekretär turnte da mal in ESKS-Generalsuniform ohne Schulterstücken rum. AFüSt MfS oder SED für Kreis Perleberg könnte sein - aber ansich war dieser Kreis nicht so fürchterlich bedeutend, dass er gleich einen Bunker bekam, die DDR war ja mit Geld etwas schmal drauf.

Also ich sah sowas nie irgendwo auf dem StÜP. Wenn, dann müßte das etwa die Grundfläche eines heutigen Einfamilienhauses sein, typischerweise ein begrünter Hügel etwa zwei Meter hoch. Und mit einigen Metern Abstand auf alle Fälle ein Maschendrahtzaun drum.
Hast Du eine Idee?


zuletzt bearbeitet 17.07.2012 00:01 | nach oben springen

#454

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 18.07.2012 19:27
von Nordpol | 71 Beiträge

Nahmd zusammen,

@Mart:

> Direktleitung zu einem "DH V2000"

Ja, das ist sehr gut möglich. Direktleitungen hatte der OvD mehrere. Ich denke mal das wird sich so ähnlich darstellen wie in unserer geliebten Vermittlung: VPKA, GSSD, SED-KL, Stintenburg... mehr fallen mir grad nicht ein :)

> Kannst Du da nicht mal jemanden fragen, der den Abriss des Alten Stabs beobachtet haben kann?

Ich habe ne Idee, kann aber nichts versprechen. Selbst habe ich den Abriß des alten Stabes nicht mitbekommen, weißt Du oder jemand anders hier wann das genau war?

> Es würde auf dem StÜP noch einen weiteren Bunker geben.

Also das höre ich jetzt zum allerersten Mal. Du warst ja nu wesentlich öfter auf dem StÜP als ich, also wenn Du das nicht weißt Mart... Ich frage mal meinen Schwiegervater, der war Leiter Nachrichten beim VPKA hier - vielleicht weiß er was, mal sehen.

> Der SS-1000 hatte das Problem, dass nach Frequenzwechsel (im 001 und 004 wurde oft gewechselt, aber wem sage ich das) die Sendefrequenz nicht sofort stabil war.

Und daran erinnere ich mich ganz genau, jeder Frequenzwechsel war eine mittlere Katastrophe... Und auch der lange Stabsfähnrich aus der Na-Werkstatt hat das nicht hinbekommen (Du weißt wen ich meine, Uwe Grxth). Was solls, auch die SEG liefen nachher recht zuverlässig. Ich habe hier neben mir ein SEG15 und ein SEG100 zu stehen, die funktionieren absolut super!

Gruß aus Perleberg

Nordpol



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#455

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 20.07.2012 06:02
von Alien1964 | 47 Beiträge

Zitat von torpedoschlosser im Beitrag #426
Mal abgesehen von den vielen Erlebnissen, welche hier gepostet wurden, interessiert mich immer noch der Kommandeur dieser Einrichtung.
Verschiedentlich habe ich schon mal zielgerichtet nachgefragt aber immer nur vage Auskünfte erhalten. Hat von Euch den überhaupt mal einer gesehen, wie war er, kann er (ohne seine Person zu beschädigen) mal beschrieben werden ???
Mich interessiert es deshalb, weil er mein KC (im GR-44, in Kleinmachnow) in der Zeit von 67/69 war. Damals noch als Olt. Nach dem jetzigen Kenntnisstand soll er noch '89 GM geworden sein. Leider ist er wohl 2000 verstorben Sein Name: Jürgen Reinholtz.



Also ich kann mich erinnern das ich im Stab 1 oder 2 Mal denn Schlüsseldienst hatte hieß im Eingang Links war ein Raum mit Glasscheibe glaube mit einer Zwischentür die mit Türöffner Betätigt werden musste und es war Generalmajor Tanner der der Chef war,da gab es die Begebenheit das er vor der Wache aus dem Wartburg ausstieg und zu Fuß durch den Kpo kam.
Hier mal ein Link
http://www.grenzkommando.de/generalitaet-1.html

Gruß Dirk



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#456

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 20.07.2012 14:39
von Fritze (gelöscht)
avatar

Sehr interessant. War mir ganz entfallen ,daß GM Tanner schon im April 1987 das Zeitliche gesegnet hat.Im Winter davor ,hatte ich mir noch einen schönen Anschiß von ihm ,an seiner Datsche in Schaaliß abgeholt.Natürlich für nichts.Im Sommer 1986 hatte ich ihn als ziemlich herrischen Zeitgenossen kennengelernt.Ganz im Gegensatz zu Baumgarten ,welcher ziemlich jovial und gelassen rüberkam.
Wie war eigentlich der GM Tanner so an der U-Schule ?Dort hab ich ihn ja nur einmal im Lada vorbeiflitzen sehen.


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#457

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 21.07.2012 20:14
von UvD815 | 619 Beiträge

Am 05. Nov. 85 wurde ich zur U Schule nach Perleberg eingezogen. Wurde nach kurzen Zwischenspiel von der 5 . UaK in die 1. UAK versetzt. ( GF - GSi / stellv. ZF ). KC war ein Hauptmann von .. ? Unser ZF war der Ultn. Lansky und GF der Stfw Fitsch.
Kommandeur war GM Tanner. Wir waren im Block gleich vom KDL gerade aus . Rechts war der Med. Punkt , dahinter der KFZ Park.
Im Block waren ebenfalls ein paar Zimmer der V 2000. Ein OSL Ziehn von der anderen Feldpostnummer hatte unsere Stube mal auseinandergenommen, da über Taschenradio Feindsender gehört wurde...der Schuldige wurde ermittelt und flog raus. Betrunken am Bahnhof sang er das Deutschlandlied und kam wieder in Gewahrsam


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#458

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 21.07.2012 21:51
von Nordpol | 71 Beiträge

Nahmd UvD0815,

Zitat von UvD815 im Beitrag #457

Im Block waren ebenfalls ein paar Zimmer der V 2000. Ein OSL Ziehn von der anderen Feldpostnummer hatte unsere Stube mal auseinandergenommen, da über Taschenradio Feindsender gehört wurde...


Genau in diesem Block habe ich gut 1 Jahr gewohnt und zwar ganz unten im Erdgeschoß. Da gab es genau *ein* DZ der V2000, 2 Türen von meiner Unterkunft entfernt. Ob da allerdings noch Dienstimmer in den oberen Geschossen existierten weiß ich nicht.. Dein ZF und GF sind mir nicht bekannt, das waren Mannschaftsdienstgrade;) Aber einen OSL Zxxxn gab es bei der 2000 nicht. Bei dieser Truppe gab es in Perleberg genau einen OSL - mit Namen Däxxe, dem Chef persönlich. Den Du evtl. meinst umschreibe ich mal so: -Z +T sowie -n +l, man nannte ihn "Donnergustav" und war von der Dienststellung her OOffz. Innerer Dienst. Eigentlich ein ganz netter, wir grüßen uns heute noch... :)

Gruß
Nordpol



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#459

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 22.07.2012 02:58
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von UvD815 im Beitrag #457
Ein OSL Zixxx von der anderen Feldpostnummer hatte unsere Stube mal auseinandergenommen, da über Taschenradio Feindsender gehört wurde...der Schuldige wurde ermittelt und flog raus. Betrunken am Bahnhof sang er das Deutschlandlied und kam wieder in Gewahrsam

Ich habe das leider noch nicht verstanden. Es mag daran liegen, dass Du sehr kurz formuliert hast - für mich klingt das erstmal alles recht wirr. Wir tasten uns mal ran:

Also ein OSL kam auf das Zimmer und machte bei allen Schrankkontrolle? So erstmal richtig? Hattest Du den Eindruck, dass der "getippt" war, also im Grunde genau wußte, wo er suchen mußte?

Was bedeutet "flog er raus"? Wurde der US entlassen, oder wie ist das gemeint?

Wenn er nun "rausgeflogen" war, was auch immer das bedeuten mag, warum und wie kam er dann wieder rein? Wie versteht sich "Gewahrsam" - also in diesem konkreten Fall?

Das mag nun alles so gewesen sein und persönliche Erinnerungen sollte man nicht antasten. Das wird schon stimmen. Ich selbst habe da aber nie erlebt, dass die V2000 völlig offen agierte. Und gleich gar nicht vor Publikum.

Da fällt mir übrigens ein, dass die Jungs von der anderen Feldpostnummer auch mal in den Krieg ziehen mußten: Sammelpunkt war vor dem Speisegebäude, zum Ex-Platz hin. Das war schon ein ausnehmend lustiges Bild: Die Herren der Abwehr in Einstrich-Keinstrich und mit kompletten Gefechtsgerödel: Das hatten die offenbar nie geübt, putzigste Ideen, wie man welches Teil wo anzubringen habe. Also so hätte sich kein US bei mir sehen lassen dürfen.

Nordpol, Du bist nicht sofort in die Alte Villa gezogen? Komisch.


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#460

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 22.07.2012 10:12
von Nordpol | 71 Beiträge

Morjen,

@Mart:

Doch. Links die Treppe hoch und dann gleich das erste Zimmer links. Zusammen mit 2 Chiffrieruffzen habe ich dort bis etwa 1985 gehaust. Dann mußte dort alle raus weil man den Platz für die Damen brauchte. Ich zog dann mit den beiden in den im letzten Beitrag angesprochenen Block, Eingang rechts, dann im Flur auf der linken Seite - genau gegenüber den Toiletten. Das habe ich noch sehr gut in Erinnerung, nicht wegen dem Gestank, nein, Klo und Waschraum fungierten als Raucherraum für die BU-Lehrgänge welche dort unten diverse Unterrichtsräume hatten. Dementsprechend war dann aber der Lärm, besonders angenehm wenn man Nachtschicht hatte.Aber auch das war nur ein Zwischenspiel. Mitte 1986 herum ging es dann wieder Richtung Villa, nun allerdings in die erste Baracke (links vor der Villa) der Kompanie Sicherstellung.

Grüße



zuletzt bearbeitet 22.07.2012 10:15 | nach oben springen



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