#1

ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 04.10.2011 20:34
von Hans55 | 762 Beiträge


Wem,hat das schon mal den Urlaub oder Ausgang gekostet? Hans55


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#2

RE: ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 04.10.2011 20:51
von Rainman2 | 5.759 Beiträge

Zitat von Hans55
... Wem,hat das schon mal den Urlaub oder Ausgang gekostet? Hans55


Hallo Hans,

das ist doch die vollkommen falsche Frage. Die richtige Frage müsste Lauten: Wem nicht?

Ein Kindheitstrauma verhinderte es, dass ich an meine berufswahlabhängige Kurzhaarfrisur mit Begeisterung ging. Das hat mich auch in Plauen an der OHS hin und wieder einen Ausgang gekostet.

ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 04.10.2011 20:52 | nach oben springen

#3

RE: ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 04.10.2011 21:16
von damals wars | 12.134 Beiträge

War es am ersten oder am zweiten Tag?
Jedenfalls gings nach dem Einzug in die Uffz- Schule zum Messerwerfer. Der hatte bei mir nicht viel zu tun, aber wenn ich das richtig in Erinnerung habe, mussten wir den bezahlen. Und später? Fällt mir nicht ein. Wer kann helfen?

Auch im Grenzregiment kam so einer regelmäßig, ich glaube, der hatte schon in der anderen Armee die Haare gekürzt. Das lief schon unter Körperverletzung.

Ich bin im Regiment dann lieber zur Frisöse gegangen, so einen musste ich mir nicht antun.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#4

RE: ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 04.10.2011 21:36
von Rainman2 | 5.759 Beiträge

Zitat von damals wars
... aber wenn ich das richtig in Erinnerung habe, mussten wir den bezahlen. Und später? Fällt mir nicht ein. Wer kann helfen? ...


Ich kann da helfen. Für den Haarschnitt war jeder Armeeangehörige offiziell selbst verantwortlich und musste somit den Frisör auch bezahlen, selbst wenn dieser auf die Kompanie kam. Ausnahmen wurden nur bei "Großereignissen" gemacht. Zum Beispiel bei der Parade zum 07.10. gab es eine kollektive Hornfadenbeschneidung für Umme.

ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#5

RE: ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 04.10.2011 21:43
von GeMi | 556 Beiträge

Hallo,

als gelerntem Maschinenschloser ging mir das Haareschneiden locker von der Hand. Ich war der Frisör unseres Zuges und alle sind durch die Kontrolle gekommen.
In Ausgang wollten wir sowieso nicht - in Lockstedt war nichts los.
In Lockstedt wurde aber auch alles etwas lockerer gesehen. Mancher EK hatte eine unglaubliche Mähne und es wundert mich heute noch, wie das Käppi ganz hinten auf dem Ei gehalten hat.


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
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#6

RE: ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 04.10.2011 21:56
von eisenringtheo | 9.165 Beiträge
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#7

RE: ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 04.10.2011 22:24
von Annakin | 526 Beiträge

Hallo allerseits

Auf der Uffz - Schule hat es mich gleich meinen ersten Ausgang gekostet und das schärfste dabei war der Posten am KDP war aus meiner Kompanie. Den habe ich später auch mal auflaufen lassen. Auch wenn ich an meine zeit in Berlin zurück denke, war das Thema Friseur immer ein Problem. In der Kaserne gab es keinen, dann hieß es manchmal sie gehen in den Ausgang und lassen sich die Haare schneiden.
Bei vielen Friseurläden hieß es dann aber, ohne Termin können wir sie nicht rannemen. Manchmal haben wir dann etliche Läden abgeklappert bis einer gefunden wurde der uns dran nahm.

Gruß Annakin


_____________________________________________________________________________________________________________
Wenn Du einen Feind nicht besiegen kannst, mache ihn zum Verbündeten.
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#8

RE: ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 05.10.2011 00:42
von Bongo (gelöscht)
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hallo,

auch ich hatte mir extra zur Einberufung einen - wie ich dachte - korrekten Haarschnitt zugelegt. Aber gleich am ersten Morgen kontrollierte der Spieß und fand die Haare dann doch noch zu lang. Also abends nach Dienst zum Standortfriseur, der an diesem tag dann gut Umsatz machte.
Aber Urlaubs- oder Ausgangssperre? Nee. Kann ich an keine Kontrolle erinnern. Werr hätte das denn kontrollieren sollen? Der UvD/GvD? Denen war das doch egal und ins Ausgangsbuch mußte man sich eh nur in der grundausbildung eintragen. Der Spieß? Der war abends doch garnicht mehr da. Naja, die lasche BuWe eben, gell.

Bongo


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#9

RE: ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 05.10.2011 09:32
von Eckladen | 9 Beiträge

Also an der Offiziershochschule haben wir einen Friseur gehabt - da kam es öfters zu Wartezeiten, wenn ganze Kompanien nur frisch geschoren in Urlaub durften.
Da ein einfacher Schnitt so 2 - 3 Bier gekostet haben dürfte (1,50M ?? ), haben wir auch gegenseitig die Haare irgendwie mit Schere und Naßrasierer bearbeitet und lieber für Gaststättenumsatz gesorgt.
In der Grenzkompanie wurde öfter ein Friseur einbestellt oder gruppenweise mit Ausgang in den Ort verbunden.
Durch das unplanbare Dienstsystem haben wir die Soldaten auch mal mit etwas längeren Haaren "auf eigenes Risiko" rausgelassen. Ich weiß nicht, ob Bahnhofsstreifen oder Standortstreifen darauf böse reagiert hätten.


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#10

RE: ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 05.10.2011 13:49
von Bärchen | 66 Beiträge

Hallo,

am Tag vor dem Einzug war ich beim Friseur und in ESA hatte man nicht dran zu mäkeln.

In der Grenzkompanie hatte ich mal 5x5 Stunden DDR (Dampf, Druck und Reviere = Strafarbeit). Als ich die letzten 5 Stunden "abgeschidert" hatte, fragte mich der Spieß, ob ich noch Lust hätte, in Ausgang zu gehen. Nach einem kühles Blondes nach der Arbeit stand mir auch der Sinn. Nur mit meinem Haarschnitt war er nicht einverstanden. Er gab mir 30min Zeit, dann könne ich mich bei ihm zum Ausgangsappell melden. Also, duschen, Haare schneiden lassen und ich erhielt dann den Ausgangsschein. Die Haare schnitt mir ein Kamerad von meiner Stube. Der wollte zwar zuerst nicht, aber er hatte noch einen gut bei mir. Der Spieß schaute nicht schlecht, er gab zu, dass er nicht erwartet hätte, dass ich es nicht der kurzen Zeit schaffen würde..


mfg
Bärchen

05/85 Eisenach
07/85 bis 10/86 Kaltenwestheim
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#11

RE: ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 05.10.2011 19:57
von torpedoschlosser | 330 Beiträge

um bekannten Stress aus dem Wege zu gehen, ging ich kurz vor der Einberufung zum Frisör. Andere kamen mit riesiger, provokanter "Mäcke", was auch so nicht hingenommen wurde (logisch). Einige aber kamen mit "Russenbürste", was natürlich auch schwer beargwöhnt wurde.
In meiner Kompanie gab es aber ein Mitstreiter, der offensichtlich über eine entsprechende Ausbildung (oder Talent) verfügte und von der milit. Führung toleriert wurde, und für 1 Mark seine Künste ausüben durfte.


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#12

RE: ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 07.10.2011 22:24
von küchenbulle | 196 Beiträge

Hallo Leute !
Also ich war vor der Einberufung noch extra beim Frisör aber das hat anscheinend nicht gereicht. Das Haare schneiden hat dann
der Busfahrer vom Regiment übernommen für 1 Mark. Die paar Haare die noch übrig blieben sahen halbwegs ordentlich aus.
Wobei man beim Schutzmaske überziehen mit Kurzhaar wesentlich besser dran war. Ja und später gab es immer einen dem man
seinen Kopf anvertrauen konnte,war mir auch zu blöd mich von irgendjemand wegen der Haarlänge vollkaspern zu lassen.

VG
der küchenbulle


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#13

RE: ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 07.10.2011 22:34
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Gab es Strafen für PP ?

Oss`n

PS.: PP = Polierte Platte


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#14

RE: ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 07.10.2011 22:47
von andr 88-1 (gelöscht)
avatar

Ich kenne noch einen aus meiner ehemaligen Komp. , der hatte stellenweise extremen Haarausfall. Er hatte den Vorteil von einer Stahlhelmbefreiung. Leider trugen wir den Knitterfreien selten und somit war es bestimmt kein Vorteil für ihn und die Haare wurden dann doch am Ende seiner Dienstzeit etwas mehr.

LG Andreas


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#15

RE: ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 07.10.2011 22:54
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Bin mir nicht mehr ganz sicher, glaube aber mich zu erinnern, das im GAR absichtliches "schneiden" einer PP verboten war.

Oss`n

PS.: Unterstellung einer beabsichtigten Stahlhelmbefreiung !


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#16

RE: ein großes Ärgernis

in Grenztruppen der DDR 10.10.2011 06:35
von Rainman2 | 5.759 Beiträge

Zitat von Oss`n
Bin mir nicht mehr ganz sicher, glaube aber mich zu erinnern, das im GAR absichtliches "schneiden" einer PP verboten war.

Oss`n

PS.: Unterstellung einer beabsichtigten Stahlhelmbefreiung !


Hallo Oss'n,

das kann ich (83-89) so nicht bestätigen. Es gab immer wieder mal Soldaten, die mit "polierter Platte" oder dem beginnenden Haarwuchs darüber zu uns kamen (meistens Wette verloren). Das Problem mit diesen Haarschnitten war kein "offizielles". Es gab einfach die unterschiedlichsten Vorbehalte seitens verschiedener Vorgesetzter:
- Unterstellung von Stahlhelmbefreiung (gut sowas hat in meinem Beisein keiner erwähnt, war aber hier genannt)
- Schädigung des Ansehens der Grenztruppen (Unterstellung, Vorgesetzte hätten so einen Haarschnitt befohlen)
- Sympathie für die Skinheadbewegung (war zu DDR-Zeiten gleich gesetzt mit Neofaschismus)
- Verstoß gegen die Dienstvorschrift (wörtlich: Kurzer, sauberer Haarschnitt = Glatze entspricht dem nicht)
- Unterstellung der Provokation gegenüber Vorgesetzten
- "Die laufen ja wie die Russen rum!"

Das waren Argumente, mit denen von Seiten der Vorgesetzten gegen die Platten oder extrem kurzen Haare zu Felde gezogen wurde. Letztlich entschied der persönliche Geschmack und die persönliche Wertung des unmittelbaren Vorgesetzten und gelegentlich auch das, was seine Vorgesetzten ihm gegenüber dazu sagten. Soweit ich mich erinnere, hatte ich damit kein Problem. Wurde ich von einem Vorgesetzten auf die verdächtig zu kurzen Haare von Unterstellten hingewiesen, antwortete ich mit dem Hinweis, dass diese viel Sport trieben und somit ganz kurze Haare für sie besser wären. Das entsprach in den Fällen, wo ich angesprochen wurde, sogar der Wahrheit.

ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 10.10.2011 06:36 | nach oben springen


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