#21

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 14.09.2011 22:04
von ahlbecker (gelöscht)
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ein päckchen habe ich auch mal bekommen. (kragenbinden)
das war gleich am anfang meiner grundausbildung. der empfang war dann eine katasrophe. ich ging in die schreibstube wo der Hauptfeldwebel saß. ich habe schön guten tag gesagt und dass ich meine post abholen wollte. ein raaaaaaaaaaaaaaaaaaus!!!!!!!!! war die antwort. auch ein zweiter und dritter anlauf hatten den gleichen erfolg. da bin ich dann ohne post auf mein zimmer verschwunden. meinen fehler hat mir dann ein unteroffizier erklärt. ich habe aber auf meine post verzichtet. (die lag am abend dann aber doch auf mein bett)
schweinerolle so nannten wir diesen Hauptfeldwebel hatte ich dann zum "freund" fürs leben
mein kontra konnte ich zwei jahre später geben. ich macht auf der seebrücke ahlbeck die tür. wie das leben so spielt stand eines tages eine hübsche braut davor und an der seite tatsächlich schweinerolle. raaaaaaaaaaaaauuus habe ich nicht geschrien aber nett gesagt dass er hier keinen eintritt hat. ob er wusste warum nicht ?????? keine ahnung
freuen tut sich da der ahlbecker heute noch drüber


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#22

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 15.09.2011 04:50
von Harsberg | 3.242 Beiträge

Zitat von Rainman2

Zitat von Harsberg
... Nun allzu groß durften die Flaschen trotzdem nicht sein Rainman2, und das mit backen hätten sie wohl nicht überstanden. Die Hausfrau hat dann trotzdem viel Arbeit gehabt, die Flaschen nachträglich in den Kuchen ein zu bringen. ...


Hallo Harsberg,

Etwas Geschick musste schon sein, aber die Reihenfolge für die Hausfrau konnte durchaus sein:
1. Kuchen backen
2. Aus der Form nehmen, aufschneiden, mit einem Löffel etwas herausnehmen
3. Flasche leicht einpressen
4. Kuchen zurück in die Form
5. Zucker- oder Schokoglasur drüber (Tarnung und Fixierung)

Zu groß durfte die Flasche schon dehalb nicht sein, weil sonst das Gewicht des Kuchens einen kompletten Verrat des Plans dargestellt hätte. Und auch noch der Hinweis: Ein solches Backwerk war ein Zeichen der Liebe! Ich möchte da jetzt nicht den abgedroschenen Spruch mit der Größe bringen ...


ciao Rainman2




Nun Rainman2, was meinst du warum ich das dritte Bild eingestellt habe?
Zu meiner Zeit hatten wir solche Tricks nicht nötig, es wurden keine Päckchen oder Pakete kontrolliert geschweige geöffnet, wir hatten noch Bier und Schnaps auf dem Zimmer und nach Dienst- bzw. Ausbildungsschluss durften wir das auch trinken, oder ins Casino gehen, man hätte lieber bei diesem System bleiben sollen, es hätte weniger Ärger gegeben.
Das kuriose dabei war, Vorgesetzte, die in ihrer Ausbildung dazu, ob nun Uffz. oder Offz./Fähnr., gegen den Befehl 30/74 verstoßen hatten, haben nun für die Einhaltung gesorgt!


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#23

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 15.09.2011 09:36
von Rainman2 | 5.753 Beiträge

Zitat von Harsberg
... Das kuriose dabei war, Vorgesetzte, die in ihrer Ausbildung dazu, ob nun Uffz. oder Offz./Fähnr., gegen den Befehl 30/74 verstoßen hatten, haben nun für die Einhaltung gesorgt!...


Hallo Harsberg,

so ist das mit dem Fokuswechsel. Der gemeine Offiziersschüler ist auch nur kaserniert untergebracht und hat lauter Leute über sich, die ihm ständig irgendwelche Befehle geben. Es war überhaupt nicht nötig, Alkohol einzuschmuggeln, wir hatten oft genug Ausgang. Aber es gehörte einfach irgendwie dazu, auch mal etwas verbotenes zu tun. Wir konnten uns ja auch einreden, es wäre für uns eine Ausbildung, damit wir später die Tricks kennen.

Das mit dem Kuchen wäre mir auch zu kompliziert gewesen. Aber ich habe eine ganze Reihe Paketkontrollen miterlebt. Erstaunlich, welche handwerklichen Fähigkeiten da zutage traten.

Übrigens, ich glaube das war im Forum schon erwähnt, es gab ja auch Taschenkontrollen nach den Urlaubsraten über Weihnachten/Silvester. Da wurde auch viel gefunden. Interessanteste Ausrede, als aus der Tasche eines Soldaten Bierflaschen zum Vorschein kamen: "Hauptfeld, die habe ich extra für Sie als Geschenk mitgebracht!" Der Hauptfeld dankte lächelnd und nahm sie an. Ich muss dazu erwähnen, dass er bei den Soldaten durchaus beliebt war, also in dem Rahmen in dem ein Hauptfeld beliebt sein konnte, wenn die Kompanie doch noch in Ordnung bleiben sollte. Ahlbecker hätte mit ihm wahrscheinlich keine solchen Probleme gehabt, wie mit seiner Schweinerolle.

ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#24

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 15.09.2011 10:07
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von Harsberg
[quote="Rainman2"][quote="Harsberg"]...

Das kuriose dabei war, Vorgesetzte, die in ihrer Ausbildung dazu, ob nun Uffz. oder Offz./Fähnr., gegen den Befehl 30/74 verstoßen hatten, haben nun für die Einhaltung gesorgt]



Bei uns nahmen die Vorgesetzten immer eine Kiste mit nullsiebener Rohren mit ins Feldlager.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#25

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 15.09.2011 10:42
von küche69 | 428 Beiträge

Zitat von Rainman2

Zitat von Harsberg

Zitat von Hans55
Die war im Kuchen versteckt!Hans



Das kannst du einem erzählen, der die Hose mit der Kneifzange anzieht. Wie groß soll denn der Kuchen bei ner 0,33er gewesen sein?



Hallo Harsberg,

nicht nur in runden Kuchendimensionen denken! Es gibt auch andere Formen, z.B. Einen Sandkuchen noch in der Metallbackform. Da passt einiges rein, ist sogar noch gut geschützt und auch "Schlucki-Flaschen" waren Schnapsflaschen. An der Offiziershochschule war unsere beliebteste Schmuggelform der Kühl-Akku. Fassungsvermögen 0,7 Liter und er passte auch noch in die Beintasche der Felddienstuniform. Ausgehend von solchen Formaten konnte man eine ganze Menge mit Backwaren anfangen. Und Sonderformate hatten einen wesentlichen Vorzug: Sie gluckerten nicht beim Schütteltest.

Zitat von Küche 69
... jedenfalls wurden gefundene Schnapsflaschen beim Spieß im Tresor verstaut. Ich habe aber nie erlebt, dass ein Soldat sein Eigentum erhielt, die hat der Spieß bestimmt selber vernichtet. ...


Hallo Küche,

tja, die Sache mit der Rückgabe. Rein rechtlich war auch die "beschlagnahmte" Flasche weiterhin Eigentum des Soldaten. Er konnte sie also zurückfordern. Dazu musste er sich aber zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder beim Spieß in Erinnerung bringen:
Hürde 1: Die Frage: "Tut das not und ist das die Pulle wert?"
Hürde 2: Vor dem Ausgang? Kann verweigert werden und bringt einem vielleicht noch eine Kontrolle auf Anzugsordnung o.ä. ein.
Hürde 3: Vor dem Urlaub? Kann auch verweigert werden und ähnliche Konsequenzen wie vor dem Ausgang haben.

Ja, vor dem Ausgang und dem Urlaub konnte die Herausgabe verweigert werden, da der Gang zum Ausgang oder die Fahrt zum Urlaubsort normalerweise - nein laut Vorschrift (normal war etwas anderes) - den Genuss von Alkohol ausschloss. Unter diesem Hinweis konnte die Rückgabe bis zum Heimgang verweigert werden. Und wer hat sich da schon noch um eine Flasche Schnaps gekümmert? Eine Möglichkeit der Rückgabe war noch das Packen des Rückpakets im Beisein des Hauptfelds, der dann die Aufgabe desselben überwachte. Und immer nochmal der Hinweis: Dazu musste man einen der gefürchtetsten Vorgesetzten der Einheit aktiv daran erinnern, dass man ihm mal unangenehm aufgefallen war (siehe Hürde 1).

Ich selbst habe auch Beschlagnahmen durchgeführt. Normalerweise habe ich das Zeug dann zum nächsten Urlaub wieder rausgegeben. Eine Flasche "KiWi" blieb mal sehr lange bei mir stehen, ich glaube 2 Jahre. Ich hatte sie als Streifenführer zwei bereits reichlich betrunkenen Soldaten abgenommen, die sie mit in das Objekt bringen wollten. Diese Flasche hat an einem stillen und trüben Abend den Weg durch meine und die Kehle eines befreundeten Offizieres gefunden. Das gestehe ich hiermit.

ciao Rainman2





Hallo Rainman2!

Danke für Deine Info. Ich konnte mich beim besten Willen nach 20 Jahren nicht mehr richtig erinnern. Natürlich waren die eingezogen Flaschen das Eigentum des Kameraden und sie haben diese auf dem nächsten Urlaubsweg mit Heim genommen oder unterwegs "vernichtet".

Nochmals Danke!

Grüße von Küche69

________________
"Wer nicht mit beiden Augen sieht, wird nie die ganze Wahrheit sehn"!



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#26

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 15.09.2011 14:28
von Harsberg | 3.242 Beiträge

Zitat von Rainman2

Zitat von Harsberg
... Das kuriose dabei war, Vorgesetzte, die in ihrer Ausbildung dazu, ob nun Uffz. oder Offz./Fähnr., gegen den Befehl 30/74 verstoßen hatten, haben nun für die Einhaltung gesorgt!...


Hallo Harsberg,

so ist das mit dem Fokuswechsel. Der gemeine Offiziersschüler ist auch nur kaserniert untergebracht und hat lauter Leute über sich, die ihm ständig irgendwelche Befehle geben. Es war überhaupt nicht nötig, Alkohol einzuschmuggeln, wir hatten oft genug Ausgang. Aber es gehörte einfach irgendwie dazu, auch mal etwas verbotenes zu tun. Wir konnten uns ja auch einreden, es wäre für uns eine Ausbildung, damit wir später die Tricks kennen.

Das mit dem Kuchen wäre mir auch zu kompliziert gewesen. Aber ich habe eine ganze Reihe Paketkontrollen miterlebt. Erstaunlich, welche handwerklichen Fähigkeiten da zutage traten.

Übrigens, ich glaube das war im Forum schon erwähnt, es gab ja auch Taschenkontrollen nach den Urlaubsraten über Weihnachten/Silvester. Da wurde auch viel gefunden. Interessanteste Ausrede, als aus der Tasche eines Soldaten Bierflaschen zum Vorschein kamen: "Hauptfeld, die habe ich extra für Sie als Geschenk mitgebracht!" Der Hauptfeld dankte lächelnd und nahm sie an. Ich muss dazu erwähnen, dass er bei den Soldaten durchaus beliebt war, also in dem Rahmen in dem ein Hauptfeld beliebt sein konnte, wenn die Kompanie doch noch in Ordnung bleiben sollte. Ahlbecker hätte mit ihm wahrscheinlich keine solchen Probleme gehabt, wie mit seiner Schweinerolle.

ciao Rainman2





So ist es Rainman2, entscheidend ist immer der Blickwinkel. Mein Spieß konnte auch durch 3 Paar lederne Unterhosen sehen, und wenn ich nach Urlauben früh in die KP kam, hat er mir so manche Sachen gezeigt, die er hochgezogen hatte. eine richtige Aservatenkammer hat er im Keller eingerichtet. Die Sachen blieben bis zur Entlassung, erst dann erhielten die Soldaten sie wieder.


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#27

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 15.09.2011 23:23
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

wie wurde eigentlich mit den "herrenlosen" Buddeln bei euch verfahren?

ich meine die,die bei Kontrollen gefunden wurden,und kein "Eigentümer "zu ermitteln war?

ich hatte da so im halben Jahr ca.10-15 Stück "gefunden"


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#28

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 16.09.2011 09:14
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Zitat von Pitti53
wie wurde eigentlich mit den "herrenlosen" Buddeln bei euch verfahren?

ich meine die,die bei Kontrollen gefunden wurden,und kein "Eigentümer "zu ermitteln war?

ich hatte da so im halben Jahr ca.10-15 Stück "gefunden"



Pitti--ich kann die nur antworten,wie mit den leeren Buddeln verfahren wurde. Eingewickelt im ND oder der Jungen Welt, Stahlhelm genommen-drauf gehauen und ab in den Müll.


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#29

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 16.09.2011 13:28
von Harsberg | 3.242 Beiträge

Zitat von Pitti53
wie wurde eigentlich mit den "herrenlosen" Buddeln bei euch verfahren?

ich meine die,die bei Kontrollen gefunden wurden,und kein "Eigentümer "zu ermitteln war?

ich hatte da so im halben Jahr ca.10-15 Stück "gefunden"



Und, was hast du mir denen gemacht Pitti, nur mal so


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#30

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 16.09.2011 13:59
von Rainman2 | 5.753 Beiträge

Hallo Pitti,

also ich denke mal, Harsberg hat da eine sehr gute Frage gestellt. Bei der Zahl, der von Dir eingezogenen "Rohre", kann man Dich ja schon fast als "Jäger" bezeichnen. Und wie ist das unter Jägern mit der Strecke so üblich? Wild aufbrechen und auswaiden! Also los, Pitti. Ich habe auch die Leerung einer Flasche gestanden. Jetzt bist Du dran ...


ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#31

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 16.09.2011 15:16
von exgakl | 7.223 Beiträge

das ist ja nicht zu glauben..... da wird Wehrpflichtigen dringend zur Erhaltung der Kampfkraft benötigter Alkohol weggetrunken.... tztztz. Also ich habe zum Ende meiner Dienstzeit, August 1989 mal während einer Kommandostabsübung (ich war seit Mai 89 freiwillig bei der NVA) dem gesamten Abteilungsstab die Verpflegung verweigert bevor nicht die Truppe verpflegt wurde. Jetzt muß ich viele Jahre später sehen, daß mein handeln eigentlich völlig sinnlos war und von hinterhältigen Politoffizieren aufs äußerste hintergangen wurde, in dem der Truppe der Muntermacher entzogen und dann auch noch in das eigene Gerüst entsorgt wurde. Auf imfame Weise haben hochdekorierte politische Führungskader nach kapitalistischer Manier nur an das Wachstum des eigenen Erkers gedacht.
Ich glaube das kostet beim nächsten Treffen mindesten eine Runde! Aber diese NVA war schon eine seltsame Truppe dazu vielleicht mal in einem anderem Thread mehr....

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#32

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 16.09.2011 15:48
von Rainman2 | 5.753 Beiträge

Mensch, exgakl!

Nu reech Dir nich uff! Ich hab doch nur eine Flasche ... und dann auch noch KiWi - den wollte doch keiner mehr ... Hätte ich gewusst, dass ich auch dafür eines Tages ... also hier ... dann hätte ich doch nicht ...

Moment mal, wieso eigentlich nur eine Flasche in der ganzen Zeit? Wieso haben mich die anderen nie mittrinken lassen? Wurde ich da vielleicht außen vor gelassen? Oder sah ich schon am morgen so aus, als bräuchte ich nichts mehr? Verflixt, Geschichtsaufarbeitung ist 'ne schwere Sache.

Aber, ich glaube, Pitti wollte zu dem Thema noch was schreiben?!

ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 16.09.2011 15:49 | nach oben springen

#33

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 16.09.2011 17:31
von VNRut | 1.483 Beiträge

Alkohol in Pakete lies ich mich nicht oft schicken, wenige Ausnahmen waren auf der GK kurz vor den Feiertagen und bestimmte Ehrentage (Ernennung zum Vietze, Bandmaß-Anschnitt, etc.) wegen der Zusatzrationen. Der Schreiber, ein guter Freund meines Stubenältesten, erhielt immer einen Tipp von uns und sortierte die Pakete vorher aus. Nach Feierabend bekamen wir die Pakete ausgehändigt. Manchmal öffnete er auch die Pakete, entnahm die Präsente und klebte wieder alles zusammen, bevor der Spieß seine Kontrolltätigkeit begann.

Der meiste Alk wurde durch unserer Krad-, Pkw- und Lkw-Fahrer in die Kaserne eingeführt und unter unsere Wohncontainer vergraben. Aufpassen musste man nur vor Kaninchen und anderen Getier, das die Flaschen nicht wieder frei gewühlt wurden. Doch meist hielt sich das Zeug nicht lange.

Ich ließ Alkohol durch meine damalige Freundin, eine Krankenschwester aus unserer Patenschaft (Kreiskrankenhaus Staaken) herein schmuggeln. Zum Glück gab es damals keine Leibesvisitation bei Frauen am KDP. Obwohl beim Wachdienst im GAR Oranienburg hätte ich es manchmal gern .... .... war fast 20 Wochen nicht daheim, wegen Bestrafungen (Fotografieren im Objekt) und anderer Urlaubs- und Ausgangssperren.


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#34

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 16.09.2011 17:44
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von VNRut
... (Fotografieren im Objekt) ...


Haste die Bilder noch?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#35

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 16.09.2011 17:54
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Zitat von Rainman2
Hallo Pitti,

also ich denke mal, Harsberg hat da eine sehr gute Frage gestellt. Bei der Zahl, der von Dir eingezogenen "Rohre", kann man Dich ja schon fast als "Jäger" bezeichnen. Und wie ist das unter Jägern mit der Strecke so üblich? Wild aufbrechen und auswaiden! Also los, Pitti. Ich habe auch die Leerung einer Flasche gestanden. Jetzt bist Du dran ...


ciao Rainman2



Nun mal keine "imperialistische Hast"(ein Spruch von früher)

Nachdem ich heute auch mal arbeiten durfte,natürlich die erwartete Antwort

JA,ich war ein Jäger(mein Papa war Förster) und hatte eine Nase für Verstecke von ALK und Radios

Die wurden natürlich konfiziert

Die Radios wurden bei Entlassungen übergeben,einfach den angetretenen Reservisten gezeigt und gefragt wem es gehöre(manchmal meldete sich einer,wenn nicht wurde es entsorgt)

Da der gefundene ALK ja keinen konkreten Besitzer hatte,und niee einer zugegeben hätte das er ihm gehöre,habe ich ihn im Panzerschrank gesammelt und bei der halbjährlich stattfindenden Kompaniefeier zur Vernichtung freigegeben

Auf die Etiketten der Rohre habe ich aber das "Findungsdatum "geschrieben

So mancher hat sicher seins wiedererkannt

Selbst habe ich mich an diesen Fundsachen nie vergriffen(Pionierehrenwort)

Da war Zeugs dabei,das konnte man echt nicht trinken,aber die Jungs haben alles gnadenlos vertilgt,bis zum bitteren Ende

Außerdem trinke ich nur Bier


Einwände?


zuletzt bearbeitet 16.09.2011 20:04 | nach oben springen

#36

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 16.09.2011 18:03
von VNRut | 1.483 Beiträge

Zitat von 94

Zitat von VNRut
... (Fotografieren im Objekt) ...


Haste die Bilder noch?




Der Fotoapparat wurde damals durch unseren Zugführer am Ort des Geschehens (an der Sturmbahn im GAR "Schloss" Oranienburg) eingezogen. Vorher belichtete der Kamera-Besitzer den Film noch unbemerkt, als er den Offizier anlaufen sah. Das war wohl unser Glück - keine direkten Beweise für Spionage. Es hätte aber schlimm ausgehen können, da wir an diesen Tag wegen Sonnenstand (aus Richtung Westen) unüberlegt Richtung Osten zum Gefechtspark/Muni-Lager fotografierten. Ausgerechnet stand die ganze Technik und Ausrüstung einer anderen Ausbildungskompanie vor den Garagen zur Wartung.


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
zuletzt bearbeitet 16.09.2011 18:07 | nach oben springen

#37

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 17.09.2011 09:53
von Goldkoppel | 8 Beiträge

Zitat von grenzgänger86
Hallo zusammen,

war bei uns genauso,im Beisein des Hauptfeld wurden die Pakete geöffnet.Wurden kurz durchgesehen und dann konnte man es mitnehmen.Alkohol wurde meistens gar nicht erst mtgeschickt,denn der wurde ja entnommen.

04/86-04/87 in Schierke



So siehts aus. Niemand, den ich kennengelernt habe, hat jemals Schnaps in einem Paket geschickt bekommen. Die Päckchen wurden im Beisein des Spießes geöffnet und fertig. Manchmal spekulierten wir, man könne ja eine Apfelsine (heute heißen die Dingern Orangen) "spritzen" und verschicken aber solche Mühe hat sich keiner gegeben.
War schliesslich viel einfacher, im Ausgang die Pullen über die Mauer zu werfen und morgens Außenrevier zu machen.
Weiterhin hatten wir im Park diesen technischen Alkohol fässerweise stehen. Einer unserer Hauptmanns war eigentlich nur betrunken und sprach auch selten, der hat sich eingemachte Früchte mit diesem Alk aufgegossen und getrunken. Wir haben ihn 1:1 mit dem dickflüssigen roten Sirup, dens damals in Brauseflaschen gab, getrunken. Aber sehr selten, das Zeug war tödlich.


87 - MSR-2 "Arthur Ladwig" Stahnsdorf, mot Sch Grundausbildung, SPW - Fahrer Ausbildung
87/88 - OHS Otto Winzer, Prora, SPW-Fahrer
88/90 - PR23 "Julian Marchlewski" Stallberg, später SPW-Fahrer Führungsfahrzeug TRLA


zuletzt bearbeitet 17.09.2011 09:56 | nach oben springen

#38

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 17.09.2011 11:29
von DirkHarting | 14 Beiträge

bei uns war es ähnlich mit den paket kontrollen,eigentlich nach anordnung 2/84 (ich hoffe die Zahl stimmt) striktes Alkohol Verbot im Regiment hieß es ja das der Alkohol im Beisein des Soldaten zu vernichten sei.Bei uns ist er aber immer in den Tresor vom Spieß gewandert und oft hatte der Schreiber die Aufgabe so nach und nach die leeren Flaschen zu entsorgen.unser Spieß hatte kein Problem mit Alk nur ohne.dadurch das unser Gefechtspark über die Strasse war und die Funker oft ihren LO ins Regiment holen mußten wurde oft ein Abstecher in die nächste Kneipe gemacht und in Kisten und Tarnnetz versteckt jede Menge Alk in die Einheit geschmuggelt.Im Feldlager war es Ähnlich.Wir haben es mit unserer kleinen GW Batterie im Januar 89 geschafft fast den neuwert eines Trabis zu versaufen.(Wir lagen einen Monat im Feld)


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#39

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 18.09.2011 08:57
von Rainman2 | 5.753 Beiträge

Zitat von Goldkoppel
... Niemand, den ich kennengelernt habe, hat jemals Schnaps in einem Paket geschickt bekommen. ....


Hallo Goldkoppel,

ja, die Fälle waren recht selten, aber es gab sie durchaus. Natürlich waren der Schmuggel über Fahrzeuge oder über das Außenrevier die häufigsten Formen, den Alk ins Objekt zu bringen. Aber die Zusendung per Paket hatte ein paar unschätzbare Vorteile. Auf der einen Seite war es durchaus eine romantische Vorstellung, dass sich daheim die Liebste oder die Familie Gedanken und Arbeit machten, wie man zugunsten des familieneigenen Soldaten die Hierarchie austricksen könne. Dabei sehe ich von Fällen ab, in denen die Großeltern in völliger Verkennung von Zeit und Armee, die Pulle einfach zur Wurst offen dazugelegt hatten, was es auch gab. Auf der anderen Seite war es auch relativ gefahrlos, denn der Soldat konnte ja jederzeit glaubhaft behaupten, er habe nichts davon gewusst. Naja, die Wahrheit dabei war allerdings, dass es sehr davon abhing, wie sein Verhältnis zum Hauptfeld war, denn es kam letztlich immer darauf an, dass dieser ihm glaubte.

ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 18.09.2011 08:59 | nach oben springen

#40

RE: Paketempfang

in Grenztruppen der DDR 23.09.2011 04:54
von Rainman2 | 5.753 Beiträge

Mal noch eine andere Form des Paketempfangs:

Zu den Feiertagen um Weihnachten und Neujahr gab es auch einen besonderen Paketempfang. In meiner Ausbildung an der Offiziershochschule, ich glaube es war im Fach "Führung der politischen Arbeit" (FPA - bei Major F*st*k* - für die Insider), wurde uns gelehrt, dass es zu den Feiertagen ruhig auch mal sentimental zugehen kann. Der "Gruß von Daheim" wurde als eine der Methoden genannt mit dem Hinweis: "Da darf auch ruhig mal eine Trände fließen." Im ersten Moment dachte ich mir nicht viel dabei und nahm es zur Kenntnis. Dann folgte der Selbstversuch durch irgendeinen aus unserem Zug. Die Angehörigen wurden angeschrieben und sollten zum "Fest" einen Gruß auf Kassette gesprochen schicken. Das taten dann auch viele. Und am Weihnachtsabend saß man im Klubraum beisammen und es wurden die Kassetten abgespielt. Was auch immer meine Mutter geritten hatte, da mitzumachen, es war mir einfach nur peinlich. Die Nachricht enthielt ein paar sehr persönliche Worte, die nicht in die Öffentlichkeit gehörten. Ich weiß nicht mal mehr, ob sie wusste, dass das in der Öffentlichkeit vorgespielt wird. Es war auch peinlich zu erleben, dass einige von den Nachrichten wirklich berührt waren. Es herrschte irgendwie eine merkwürdig gedrückte Stimmung. Da beschloss ich, das aus meinem Katalog zu streichen. Ich habe keinen meiner KC's daran gehindert, so etwas durchzuziehen, wenn er es unbedingt wollte. Ich habe allerdings auch keinen Schritt in diese Richtung unternommen, auch wenn der Leiter der Politabteilung uns so etwas ausdrücklich nahelegte.

Und so gab es dann eben die Pakete und Päckchen mit Grüßen und Sendungen "von daheim", die vor den Feiertagen an die Kompanieleitung gingen ...

Ich wüsste gern, ob einige von Euch so etwas mitgemacht haben und wie die es empfanden.

ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
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zuletzt bearbeitet 23.09.2011 04:55 | nach oben springen


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