#41

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 03.11.2011 06:56
von damals wars | 12.140 Beiträge

Stimmt. Die Tunnelbauer hatten überhaupt nicht die Absicht, die Waffen anzuwenden.
Und sie haben nur ungezielt in die Luft geschossen.

Und den Kollateralschaden muss man eben in Kauf nehmen.

Noch zwei Beiträge, und ihr verkauft den Mord sicher als Selbstmord.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#42

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 03.11.2011 06:59
von SCORN | 1.456 Beiträge

selbst gelöscht


zuletzt bearbeitet 03.11.2011 07:00 | nach oben springen

#43

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 03.11.2011 07:03
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von damals wars
Stimmt. Die Tunnelbauer hatten überhaupt nicht die Absicht, die Waffen anzuwenden.
Und sie haben nur ungezielt in die Luft geschossen.

Und den Kollateralschaden muss man eben in Kauf nehmen.

Noch zwei Beiträge, und ihr verkauft den Mord sicher als Selbstmord.






Mann "damals wars", begreifs doch endlich: das war nur ein Grenzuffz.



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#44

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 03.11.2011 07:12
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Ari@D187
...Liest man Artikel aus den 90er Jahren, dann war "im Westen" damals anscheinend noch gar nicht bekannt, daß Dr. Prokop die Obduktion durchgeführt hatte.
...



Das Buch, welches ich meine, wurde international verlegt. Meiner Meinung nach wird Hr.Schultz darin namentlich erwähnt. Ob Dr. Prokop Anfang der 90-er bei dem ersten (eigentlich zweiten) Verfahren überhaupt als Zeuge befragt wurde, weiß ich gar nicht. Es scheint bei der Prüfung der Akten geblieben zu sein. Manchmal ist das bequemer.
Bei dem Verfahren Ende der 90-er kam es meines Wissens gar nicht zu einer derartigen Prüfung. Der eigentliche Täter war schon tot. Man hat versucht, den anderen Fluchthelfern Beihilfe zum Mord anzulasten. Das Gericht hat jedoch entschieden, dass es sich um eine Exzesstat gehandelt habe, bei der die anderen Fluchthelfer keine Mittäterschaft hatten. Damit unterblieb jede weitere Prüfung des Sachverhaltes an sich. Für eine gewisse Behörde sehr bequem...


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 03.11.2011 07:40 | nach oben springen

#45

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 03.11.2011 07:36
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von jennyblo
... Warum wohl hat man diese Erkenntnisse immer gut versteckt gehalten? Wenn er wirklich von dem Fluchthelfer erschossen wurde, hätte niemand solch einen Aufwand betrieben. Tödlich können viele Verletzungen sein, wenn sie nicht behandelt werden. ...



Weil es für die Propaganda zu peinlich, zu schwer erklärbar ist, wenn ein Opfer auch von den eigenen Leuten getroffen wurde? Bedenke bitte, es war kalter Krieg. Da gab es nicht nur im Westen nur gut oder böse und das Gute durfte als ehernes Vorbild nicht kopflos oder gar dusslich gehandelt haben.
Es ist lediglich wichtig, ob eine Verletzung vorgelegen hat. Ob sie zeitlich zuerst oder eben in der Folge entstanden ist und wer sie warum dem Anderen zugefügt hat. Für einen Mordversuch muss diese Verletzung dann gar nicht mal tödlich sein. Die Absicht genügt.
Hier hat der Fluchthelfer als erster gezielt in die Richtung der Soldaten geschossen um sich der auf Ostberliner Gebiet rechtmäßigen Festnahme zu entziehen. Ganz einfach. Die Anwendung der Pistole bedeutet, er hat eine potentiell tödliche Waffe eingesetzt. Er hat auch nicht bloß mal aus Versehen geschossen sondern das ganze Magazin geleert. Er hat sie nicht zufällig gefunden oder so sondern mit eben dieser Absicht, sich damit einer Festnahme durch Anwendung zu entziehen mit sich geführt. Er wußte also wozu und was er damit anrichten konnte. Hat dies auch getan. Das begründet das Mordmerkmal.
Noch mal, es gibt gegenüber einer staatlich gerechtfertigten Maßnahme kein Notwehrrecht! Nirgendwo. Die Festnahme aber war an sich gerechtfertigt.
Nun könnte man ja sagen. Alle tot, ist gut und vorbei. Die Grenze gibt es nicht mehr, Decke drüber.
Doch gibt andererseits die westliche Seite bei der Verfolgung unserer Leute auch keine Ruhe. Warum denn also wir, wenn es gerechtfertigt ist? Wieder andererseits haben gerade die ehemaligen Fluchthelfer, die dabei waren, eine großen Schritt getan und sich seinerzeit an der Anbringung einer Gedenktafel beteiligt die zwar die Dinge immer noch nicht beim Wort nennt aber immerhin ehrlich erkennbar zeigt, dass man sich aufeinander zubewegt. Es ist nicht häufig, dass auch unserer Seite zugestanden wird, ein Opfer der Grenze gewesen zu sein. Das muss man anerkennen. Geschichtsklitterung jedoch nicht.


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#46

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 03.11.2011 07:40
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

E. Schultz
http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...d/593926/page/8

Fast alles was bisher so zum Thema geschrieben wurde, außer dem spekulativen hier, steht im obigen Link.
Also weiter abschreiben.


Hmm Verfolgung von Leuten, meines Wissens nach sind die Verfahren im Bezug auf Straftaten an der Grenze, Mfs, Fluchthelfer etc. abgeschlossen.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 03.11.2011 07:43 | nach oben springen

#47

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 03.11.2011 08:54
von damals wars | 12.140 Beiträge

Ich werde nicht die Mörder fragen, ob es Mord war.

Und wenn ich für die Fluchthelfer Zielscheibe gewesen wäre, hätte ich, um mein Leben zu schützen, alle 60 Mumpel rausgerotzt, da kannste sicher sein.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#48

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 03.11.2011 08:57
von eisenringtheo | 9.168 Beiträge

(offtopic)
Ob es wohl eine "Verjährungsdebatte" bezüglich der "Mauerschützendelikte" geben wird? In meiner Jugendzeit gab es mehrere bezüglich der Naziverbrechen. Um sie zu verfolgen mussten Fristen rückwirkend verlängert werden, eine Massnahme, die ich für fragwürdig hielt und ich sehe das auch heute noch so.
Theo


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#49

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 03.11.2011 09:15
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Thunderhorse
E. Schultz
http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...d/593926/page/8

Fast alles was bisher so zum Thema geschrieben wurde, außer dem spekulativen hier, steht im obigen Link.
Also weiter abschreiben.


Hmm Verfolgung von Leuten, meines Wissens nach sind die Verfahren im Bezug auf Straftaten an der Grenze, Mfs, Fluchthelfer etc. abgeschlossen.




Jetzt möchte ich mal ganz bewußt auf die ersten Zeilen eben dieses Beitrages der Chronik der Mauer verweisen und zitieren:
"...Die Verfasser der Botschaft übermitteln der Mutter ihre Anteilnahme und stellen aus ihrer Sicht die Abläufe der Fluchtaktion und deren tödlichen Ausgang für den Grenzsoldaten dar: "Der ursächliche Mörder ist der Staatssicherheitsdienst. Die Männer, die mit größter Schauspielkunst zunächst Flüchtlinge gespielt hatten, waren nicht gewillt, selbst einzuschreiten. Sie haben dazu den Uniformierten herbeigeholt, um von ihm die Situation klären zu lassen. Der eigentliche Mörder ist jedoch das System, welches der Massenflucht seiner Bürger nicht durch die Beseitigung der Ursachen begegnet, sondern durch die MAUER und einen Schießbefehl von Deutschen auf Deutsche."[2]

Egon Schultz, erschossen an der Berliner Mauer: Offener Brief der Fluchthelfer an die Mutter von Egon Schultz, Dezember 1964..."

Das stimmt hier eben so nicht. Täter war nicht das MfS und nicht die Gt! Täter war eine ganz konkrete Person und so lange dies dort so steht ist es eine Geschichtsklitterung, Propaganda eben.
Das ist nichts anderes als wenn ein Täter heute sagt, Schuld hat das Opfer weil es da gerade auch da war. Nur eben schreiben wir nicht über einen x-beliebigen Kriminellen sondern eine auch politisch motivierte Tat. Da aber kann man sich sowas erlauben?
Weiter unten wird ganz klar so getan, als wäre die Handlung des Täters nur mal eben so unbedeutend am Rande wichtig für den Hergang. Und nicht die Ursache dessen, was geschah.
Die Verletzung durch das Pistolengeschoss wird regelrecht heruntergespielt. Nur mal zur Verdeutlichung. Das Pistolengeschoss ging in die linke Brustseite, durch die Lunge links und rechts und das eben nicht am Rande oder unten im Bereich der Lungenlappen sondern zentral. Wer so trifft, hat schon sehr direkt ins Leben gehalten. Knapp neben der "10" und das im Halbdustern. Ja, die Belege stimmen aber was daraus gemacht wird hat hier mit Objetivität dann nicht mehr viel zu tun. Wobei die Chronik der Mauer immer noch die vergleichsweise objektivste offizielle Darstellung ist. Das muss man zugestehen.

Verfolgung abgeschlossen? Ach ja? Auf die strafrechtliche Seite bezogen - stimmt. Da knabbert man nur eben an deren Folgen. Doch gibt es da auch noch die "mediale" Variante. Schau dir doch die Diskussion hier an.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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#50

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 03.11.2011 09:17
von brummitga (gelöscht)
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Zitat von uffz_nachrichten

Zitat von damals wars
Stimmt. Die Tunnelbauer hatten überhaupt nicht die Absicht, die Waffen anzuwenden.
Und sie haben nur ungezielt in die Luft geschossen.

Und den Kollateralschaden muss man eben in Kauf nehmen.

Noch zwei Beiträge, und ihr verkauft den Mord sicher als Selbstmord.






Mann "damals wars", begreifs doch endlich: das war nur ein Grenzuffz.




du hast diese Bemerkung doch hoffentlich nicht ernst gemeint, oder ?


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#51

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 03.11.2011 09:23
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von damals wars
Ich werde nicht die Mörder fragen, ob es Mord war.

Und wenn ich für die Fluchthelfer Zielscheibe gewesen wäre, hätte ich, um mein Leben zu schützen, alle 60 Mumpel rausgerotzt, da kannste sicher sein.



Na, ich denke, Meinung ist nicht Handeln. Hoffe ich. Denn genau so kommt es zu solchen Treffern wie jenen 8 oder 9, die Egon Schultz eben auch erwischt haben. Oder gar irgendwelche völlig Unschuldigen.
Wenn es denn schon sein muss, muss ich wissen wohin. Nicht einfach so "rausro..." Und im Zweifelsfall, wenn ich es nicht seh oder mir nicht sicher bin, lieber volle Deckung und Finger gerade. Da muss man nachher wenigstens nicht noch mehr Löcher schaufeln.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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#52

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 03.11.2011 15:22
von StabsfeldKoenig | 2.638 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von StabsfeldKoenig

Zitat von TOMMI
Diese Begebenheit wird im Buch "Faszination Freiheit", Kapitel "Tunnel57" erörtert.
Illustriert ist dieses Kapitel ua. auch mit dem Obduktionsbericht.
Nach diesem wurde der Grenzer Egon Schultz tatsächlich durch die Schüsse einer
Kalaschnikow getötet. Der Pistolenschuss des Fluchthelfers war n icht lebensgefährlich.
Dem Fluchthelfer kann man juristisch gesehen schwere Körperverletzung,
maximal versuchten Totschlag vorwerfen, aber keinen Mord.
Sämtliche Akten, inklusive des Obduktionsbericht wurden gesperrt, weil die Wahrheit
der offiziellen Propagandalüge entgegen stand.



Widerstand gegen die Staatsgewalt stellt einen niedrigen Beweggrund dar (Mordmerkmal). Vorsätzlich mit einer Pistole auf einen Menschen zu schießen, um eine andere Straftat zu vollenden bzw. zu verdecken, stellt somit einen (versuchten) Mord dar. Eine Körperverletzung mit einer Waffe ist nicht nur eine schwere, sondern auch gefährliche Körperverletzung. Hinzu kommt § 129 StGB (Bildung einer kriminellen Vereinigung), da eine Gruppierung geplant gebildet wurde, die vorsätzlich diverse Strafttatbestände beging (Sachbeschädigung, gefährlicher Eingriff in den Straßen- und Schienenverkehr / Baurechts-Delikte (Untertunneln einer Straße und Straßenbahnstrecke), Bildung eines bewaffenten Haufens (Freischärler-§), Grenz- und Zoll-Delikte), unerlaubter Waffenbesitz. Die Delikte sind auch unter Beurteilung nach westdeutschen Recht und alliierten Kontrollrats-Gesetzen strafbar (in Westberlin hätte ein französisches Militärgericht gegen die Tunnelbauer wegen des unerlaubten Waffenbesitzes sogar die Todesstrafe aussprechen können).




He, du seltsamer Feldwebel jetzt haste das halbe BGB zitiert, um den Tunnelbauern eine Mord anzuhängen. Heute hat man mehr Fakten und weiss, das er durch die Kugeln einer Kaschi zu Tode kam. Erkläre mir doch mal, was für Spastis er da in seinem Streifenhaufen hatte, die ihn durch friendly fire vom Leben zum Tode beförderten.. ? Dafür hätte ich gern mal eine logische Erklärung.






Die von mir aufgeführten Delikte der "Fluchthelfer" sind nicht im BGB, sondern im StGB zu finden. Unterm Strich haben sich die "Fluchthelfer" so ziemlich quer durch das Strafrecht "gearbeitet", selbst wenn man den politisch motivierten § 213 (Republikflucht) bzw. die dazugehörige Beihilfe außer acht läßt.



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#53

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 03.11.2011 19:27
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von jennyblo
... Warum wohl hat man diese Erkenntnisse immer gut versteckt gehalten? Wenn er wirklich von dem Fluchthelfer erschossen wurde, hätte niemand solch einen Aufwand betrieben. Tödlich können viele Verletzungen sein, wenn sie nicht behandelt werden. ...



Weil es für die Propaganda zu peinlich, zu schwer erklärbar ist, wenn ein Opfer auch von den eigenen Leuten getroffen wurde? Bedenke bitte, es war kalter Krieg. Da gab es nicht nur im Westen nur gut oder böse und das Gute durfte als ehernes Vorbild nicht kopflos oder gar dusslich gehandelt haben.
Es ist lediglich wichtig, ob eine Verletzung vorgelegen hat. Ob sie zeitlich zuerst oder eben in der Folge entstanden ist und wer sie warum dem Anderen zugefügt hat. Für einen Mordversuch muss diese Verletzung dann gar nicht mal tödlich sein. Die Absicht genügt.
Hier hat der Fluchthelfer als erster gezielt in die Richtung der Soldaten geschossen um sich der auf Ostberliner Gebiet rechtmäßigen Festnahme zu entziehen. Ganz einfach. Die Anwendung der Pistole bedeutet, er hat eine potentiell tödliche Waffe eingesetzt. Er hat auch nicht bloß mal aus Versehen geschossen sondern das ganze Magazin geleert. Er hat sie nicht zufällig gefunden oder so sondern mit eben dieser Absicht, sich damit einer Festnahme durch Anwendung zu entziehen mit sich geführt. Er wußte also wozu und was er damit anrichten konnte. Hat dies auch getan. Das begründet das Mordmerkmal.
Noch mal, es gibt gegenüber einer staatlich gerechtfertigten Maßnahme kein Notwehrrecht! Nirgendwo. Die Festnahme aber war an sich gerechtfertigt.
Nun könnte man ja sagen. Alle tot, ist gut und vorbei. Die Grenze gibt es nicht mehr, Decke drüber.
Doch gibt andererseits die westliche Seite bei der Verfolgung unserer Leute auch keine Ruhe. Warum denn also wir, wenn es gerechtfertigt ist? Wieder andererseits haben gerade die ehemaligen Fluchthelfer, die dabei waren, eine großen Schritt getan und sich seinerzeit an der Anbringung einer Gedenktafel beteiligt die zwar die Dinge immer noch nicht beim Wort nennt aber immerhin ehrlich erkennbar zeigt, dass man sich aufeinander zubewegt. Es ist nicht häufig, dass auch unserer Seite zugestanden wird, ein Opfer der Grenze gewesen zu sein. Das muss man anerkennen. Geschichtsklitterung jedoch nicht.



Hi S51,

ich kann Deine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen.
Die Anbringung der "neuen" Gedenktafel empfinde ich ebenfalls als eine Geste des Aufeinanderzugehens, welche ich den Initiatoren hoch anrechne. Es fehlen halt jedoch einige kleine, aber wichtige Informationen um die Sache für einen Passanten, welcher die Tafel sieht und zum ersten Mal von diesem Fall liest auch entsprechend wertbar zu gestalten.

Ich ärgere mich heute sehr über mich selbst, nicht wenigstens versucht zu haben Dr. Prokop zu Lebzeiten bezüglich Egon Schultz zu kontaktieren.

Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#54

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 29.01.2013 15:53
von 94 | 10.792 Beiträge

weiter offTopic
zu dem österreichischen Pathologen kann man aber auch geteilter Meinung sein. So möchte ich (kopfschüttelnd) an sein Statement zum Tod von Heinz Moldenhauer (zwei Wochen nach dem Tode von Rudolf Burkert) erinnern, wo er dem Westmedien erklärte
So was passiert häufiger als man denkt, ist eigentlich ganz normal.

weiter onTopic
Hallo Schlutup ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 29.01.2013 15:56 | nach oben springen

#55

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 31.01.2013 02:12
von S51 | 3.733 Beiträge

Du meinst dies hier?

http://www.sz-online.de/nachrichten/heut...en-2393615.html

"Polterig" beschreibt es wohl am Besten. "Direkt" auch und eigentlich hatte er mit dem Herzinfarkt als Allerweltstodesursache ja recht.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#56

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 31.01.2013 14:02
von 94 | 10.792 Beiträge

Jau, genau den und klar, wer Statistik bissel versteht (1...10% der Schreib- und Lesekundigen vielleicht? Also den mMn gehörte der Pathologe den wir Beide meinen definitiv zu dem Einprozent !) weiß auch wie er's meinte. Nur der Rest verstand politisch korrekt ...

'Es sei doch vollkommenen normal, das an den GÜSten im zweiwöchentlichen Rhytmus Reisende an Infarkten verscheiden.'

Und zu Erinnerung, Kohl war zu diesem Zeitpunkt noch kein Jahr Kanzler, Reagens bürgerkriegsähnlicher Berlinbesuch ebenfalls noch recht aktuell und ein späterer Abrüstungsminister hatte vor paar Monaten beschloßen, aus der Schrift den Micha 4,3 zu predigen und flächendeckend zu missionieren über dieses, eine Land vor unserer (jetzigen) Zeit.
Und dann kommt ein Austrianer (mWn benutzte er die Diplomatenspur am Checkpoint Bravo, die Infarktfreie, also auf den Verkehr bezogen) daher und erklärt ... siehe oben ↑

P.S. Ähm wie kommen wir jetzt eigentlich wieder vom Otto P. zum Egon Sch.?
Eigentlich wollte ich dem Schlutup mit dem Ausgraben dieses Threads (und dem Boofinger natürlich och) eine Freud bereiten ...
Aber irgendwie rächt sich jede gute Tat, jede?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 31.01.2013 14:08 | nach oben springen

#57

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 31.01.2013 18:13
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Wenn man sich die GÜST rund um Potsdam betrachtet, dann gab es 1988 insgesamt 4,6 Mio Einreisen (PKW + LKW) mit insges. 12,2 Mio Personen. Das sind rund 33400 Personen am Tag.

In Relation zu diesen Zahlen, halte ich die Aussage von Dr. Prokop für durchaus realistisch.

Ari

PS: Dr. Prokop ist im Zusammenhang mit Egon Schultz nicht OT.


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#58

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 02.02.2013 23:09
von passport | 2.629 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #56
Jau, genau den und klar, wer Statistik bissel versteht (1...10% der Schreib- und Lesekundigen vielleicht? Also den mMn gehörte der Pathologe den wir Beide meinen definitiv zu dem Einprozent !) weiß auch wie er's meinte. Nur der Rest verstand politisch korrekt ...

'Es sei doch vollkommenen normal, das an den GÜSten im zweiwöchentlichen Rhytmus Reisende an Infarkten verscheiden.'
Und zu Erinnerung, Kohl war zu diesem Zeitpunkt noch kein Jahr Kanzler, Reagens bürgerkriegsähnlicher Berlinbesuch ebenfalls noch recht aktuell und ein späterer Abrüstungsminister hatte vor paar Monaten beschloßen, aus der Schrift den Micha 4,3 zu predigen und flächendeckend zu missionieren über dieses, eine Land vor unserer (jetzigen) Zeit.
Und dann kommt ein Austrianer (mWn benutzte er die Diplomatenspur am Checkpoint Bravo, die Infarktfreie, also auf den Verkehr bezogen) daher und erklärt ... siehe oben ↑

P.S. Ähm wie kommen wir jetzt eigentlich wieder vom Otto P. zum Egon Sch.?
Eigentlich wollte ich dem Schlutup mit dem Ausgraben dieses Threads (und dem Boofinger natürlich och) eine Freud bereiten ...
Aber irgendwie rächt sich jede gute Tat, jede?


Na 94, wir wollen doch mal nicht gleich gewaltig übertreiben. Solche Vorkommnisse auf den GÜSTen waren doch sehr selten.

passport


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#59

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 03.02.2013 15:20
von 94 | 10.792 Beiträge

Den Beitrag #54 haste auch wahrgenommen? Na wie auch immer, Statistik und (Aussage-)Logik ist beides nicht so Dein Ding?
Genau das meinte ich ja, so (verfälscht) wurde diese Aussage von der Masse aufgenommen, alles chlor?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#60

RE: 172 Tage aus dem Leben des Lehrers Egon Schultz

in DDR Grenze Literatur 03.02.2013 18:26
von Polter (gelöscht)
avatar

Zitat von 94 im Beitrag #59
Den Beitrag #54 haste auch wahrgenommen? Na wie auch immer, Statistik und (Aussage-)Logik ist beides nicht so Dein Ding?
Genau das meinte ich ja, so (verfälscht) wurde diese Aussage von der Masse aufgenommen, alles chlor?


Ist bei Dir manchmal schwer! Bei dem Dialekt!


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