#21

RE: gab es die ddr zweimal??????

in Leben in der DDR 20.08.2011 20:39
von Major Tom | 853 Beiträge

Zitat von Nostalgiker
Es ist mal wieder so lieber wosch das das mit der einfachen Logik bei Dir nicht so richtig klappen will.

Um es Dir verständlich zu erklären wie das mit den Autobestellungen gemeint war.
Vater bestellt per Heute: --> Wartezeit 16 Jahre
Mutter bestellte 2 Jahre später: ---> Wartezeit 16 Jahre
Oma bestellte 4 Jahre später: --> Wartezeit 16 Jahre
Opa bestellte 6 Jahre später: --> Wartezeit 16 Jahre

Nachdem die Familie geduldig 16 Jahre gewartet hat und ihr erstes Auto in Empfang genommen hat, erst dann! kommt es zum geschilderten Phänomen das die Familie aller zwei Jahre mit einem neuen Auto zu rechnen hat.

Das war sogar eine durchaus gängige Praxis, meine Eltern bestellten wechselseitig in einem Siebenjahreszyklus, also hatten sie aller 7 Jahre ein neues Auto. (Um es für Dich verständlich zu erklären: Meine Mutter bestellte Heute, mein Vater sieben Jahre später. Wenn meine Mutter ihr Auto bekam gab sie eine neue Bestellung ab, ebenso mein Vater wenn er sieben Jahre später dran war. Problem Verstanden? )

Was die Seite als solche angeht, da enthalte ich mich mal der Meinung.
Er sieht das so, es ist sein gutes Recht.

Gruß
Nostalgiker



Ja und wenn Mutter und Vater 10 volljährige Kinder hatten und noch viele Onkel und Tanten und...und... dann hätten die doch tatsächlich alle paar Wochen ihr Pappauto wechseln können. Trotzdem ändert diese tolle Schönrechnerei nichts daran dass ein DDR-Bürger mehr als 10 Jahre auf ein Auto warten musste.


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
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#22

RE: gab es die ddr zweimal??????

in Leben in der DDR 20.08.2011 21:09
von Tobeck | 488 Beiträge

Zitat von Hackel39

Es ist jedoch vorstellbar, daß wir von einem zwischenzeitlich hohem Niveau des Neubaus und der Investitionstätigkeit bei der Normalität angekommen sind, trotzdem kann man auf keinem Fall den Preis dieser Investitionen aus dem Bewußtsein verdrängen, die 45 Mrd. Euro zum Beispiel, die seit der Bahnprivatisierung 1994 in die Infrastruktur gesteckt wurden, sind niemals rückzahlbar, nicht mal unter marktwirtschaftlichen Laborbedingungen, nicht mal bei optimaler Betriebsführung und Nachfragesituation und so muß es erlaubt sein, diese Schuldenproblematik als Hauptkriterium bei der Bewertung der wirtschaftlichen Situation zu hinterfragen.
Diese Schulden sind nichts anderes als Doping und genauso wie Dopingweltmeister ihre Titel zurückgeben müssen könnte die DDR nach Aberkennung dieser Titel aus der Vergangenheit bezogen auf die Wirtschaftsdaten durchaus wieder vorbeiziehen, weil sie schlichtweg gesünder war sowohl hinsichtlich der demografischen als auch der Beschäftigungssituation, das sind fundamentale schwergewichtige Bewertungskriterien.
Wir sind noch nicht fertig mit der Zeitrechnung und erfolgreiche sozialistische Staaten wie Venezuela oder China wären mit einer demokratischen Regierung durchaus kein Auslaufmodell, zumindest aus meiner Sicht.



Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, dass Jahr 1989 in einem nicht mehr existierenden Staat einfach fortzuschreiben. Wir haben heute völlig andere weltwirtschaftliche und technologische Bedingungen. Heute hätte es eine fiktive DDR mit ihren unproduktiven Betrieben wahrscheinlich noch schwerer gegen die produktive (Niedriglohn)konkurrenz in Asien, zumal die technologisch nicht nur stark aufgeholt hat, sondern zum Teil den Takt vorgibt. Da hat die deutsche Industrie heute Probleme den Anschluß zu halten. Zum Beispiel stammen moderne Produktionsablaufsteuerungsverfahren wie Kanban aus Asien, wurden immer weiter optimiert, während die deutsche und US-amerikanische Industrie oft erst später folgten und nachzogen. Ein erheblicher Teil der heutigen deutschen Staatsschulden ist doch auch eine Folge der Wiedervereinigung, z.B. Investitionen in die Infrastruktur. Was die Beschäftigungssituation betrifft, so gab es doch schon damals verdeckte Arbeitslosigkeit, nach Schätzungen bis zu 30 %. Das ist keine erfolgreiche Beschäftigungspolitik sondern ebenfalls ein Tricksen und Täuschen.

Was Deine zwei Beispiele betrifft - Venezuela ist kein "erfolgreicher" Staat i.e. Sinne, sei denn Du bezeichnest einen Lottogewinner als erfolgreich. Vom Öl zu leben, ist kein Ausweis von Erfolg, sondern von Glück, das sich die Rohstoffvorkommen gerade im eigenen Land befinden. Und China ist im wirtschaftlichen Bereich sicher kein sozialistischer Staat mehr - da herrschen vielfach eher Bedingungen des Manchesterkapitalismus. Der Erfolg beruht hier auf extrem niedrigen Löhnen, niedrigen Sozialstandards, Produktionskostenersparnissen durch Vernachlässigung des Umweltschutzes (höchste Leberkrebsrate der Welt), Patentrechtsverletzungen und Kopieren der Produkte von anderen Herstellern und den Politikern in westlichen Industrieländern, die hier keine Gegenmaßnahmen ergreifen. Kostenintensive Innovationen gibt es in China noch nicht sehr viele.


zuletzt bearbeitet 20.08.2011 21:26 | nach oben springen
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#23

RE: gab es die ddr zweimal??????

in Leben in der DDR 20.08.2011 21:33
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Tobeck

Zitat von Hackel39

Es ist jedoch vorstellbar, daß wir von einem zwischenzeitlich hohem Niveau des Neubaus und der Investitionstätigkeit bei der Normalität angekommen sind, trotzdem kann man auf keinem Fall den Preis dieser Investitionen aus dem Bewußtsein verdrängen, die 45 Mrd. Euro zum Beispiel, die seit der Bahnprivatisierung 1994 in die Infrastruktur gesteckt wurden, sind niemals rückzahlbar, nicht mal unter marktwirtschaftlichen Laborbedingungen, nicht mal bei optimaler Betriebsführung und Nachfragesituation und so muß es erlaubt sein, diese Schuldenproblematik als Hauptkriterium bei der Bewertung der wirtschaftlichen Situation zu hinterfragen.
Diese Schulden sind nichts anderes als Doping und genauso wie Dopingweltmeister ihre Titel zurückgeben müssen könnte die DDR nach Aberkennung dieser Titel aus der Vergangenheit bezogen auf die Wirtschaftsdaten durchaus wieder vorbeiziehen, weil sie schlichtweg gesünder war sowohl hinsichtlich der demografischen als auch der Beschäftigungssituation, das sind fundamentale schwergewichtige Bewertungskriterien.
Wir sind noch nicht fertig mit der Zeitrechnung und erfolgreiche sozialistische Staaten wie Venezuela oder China wären mit einer demokratischen Regierung durchaus kein Auslaufmodell, zumindest aus meiner Sicht.



Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, dass Jahr 1989 einfach fortzuschreiben. Wir haben heute völlig andere weltwirtschaftliche und technologische Bedingungen. Ein erheblicher Teil der heutigen deutschen Staatsschulden ist doch auch eine Folge der Wiedervereinigung, z.B. Investitionen in die Infrastruktur. Was die Beschäftigungssituation betrifft, so gab es doch schon damals verdeckte Arbeitslosigkeit, nach Schätzungen bis zu 30 %. Das ist keine erfolgreiche Beschäftigungspolitik sondern ebenfalls ein Tricksen und Täuschen. Heute hätte es eine fiktive DDR wahrscheinlich noch schwerer gegen die (Niedriglohn)konkurrenz in Asien, zumal die technologisch nicht nur stark aufgeholt hat, sondern zum Teil den Takt vorgibt. Da hat die deutsche Industrie heute Probleme den Anschluß zu halten. Zum Beispiel stammen moderne Produktionsablaufsteuerungsverfahren wie Kanban aus Asien, wurden immer weiter optimiert, während die deutsche und US-amerikanische Industrie oft erst später folgten und nachzogen.

Was Deine zwei Beispiele betrifft - Venezuela ist kein "erfolgreicher" Staat i.e. Sinne, sei denn Du bezeichnest einen Lottogewinner als erfolgreich. Vom Öl zu leben, ist kein Ausweis von Erfolg, sondern von Glück, das sich die Rohstoffvorkommen gerade im eigenen Land befinden. Und China ist im wirtschaftlichen Bereich sicher kein sozialistischer Staat mehr - da herrschen vielfach eher Bedingungen des Manchesterkapitalismus. Der Erfolg beruht hier auf extrem niedrigen Löhnen, niedrigen Sozialstandards, Produktionskostenersparnissen durch Vernachlässigung des Umweltschutzes (höchste Leberkrebsrate der Welt), Patentverletzungen und Kopieren der Produkte von anderen Herstellern und den Politikern in westlichen Industrieländern, die hier keine Gegenmaßnahmen ergreifen. Kostenintensive Innovationen gibt es in China noch nicht sehr viele.



Aber hat man denn nicht doch hierzulande erkannt, wie hoch der tatsächliche Stellenwert der Arbeit ist, indem man Ein- Euro- Jobs, Beschäftigungsprogramme für 50+ Langzeitarbeitslose, Umschulungskampagnen, Freiwilligenagenturen auflegt, um Menschen mit weniger Glück und Durchsetzungsvermögen einen strukturierten Tagesverlauf zu organisieren ?
Da spielt doch die Produktivität auch nur eine untergeordnete Rolle, da haben sich offenbar die Entscheider ein einziges Mal auf die wirklichen Werte einer Gesellschaft besonnen, was unabhängig vom Hintergrund dieser Aktionen (manipulierte Arbeitslosenzahlen) erst mal derart lobenswert ist, daß ich die Kausalkette mal gar nicht hinterfragen will, es geht schlichtweg um eine gesamtgesellschaftliche Bilanz und wenn Menschen nur 10 Euro Wertschöpfung am Tage schaffen haben sie immer noch mehr gekonnt als wenn sie bei Einbruch der Dunkelheit den Jahresverdienst eines Kripokommissars am Straßenrand von Berlin abfackeln.
Bei meinem Sozialismusvorbildern sprach ich den Staatslenkern wohl nicht ausdrücklich genug die Fähigkeit zur Demokratie ab, für Hugo Chavez sind Schwache automatisch auch Gutmenschen und das ist das Gegenteil von wahrer Demokratie, das ist platter Populismus.
Es ist aber eine Phase, die solche perspektivreichen Nationen durchlaufen müssen, so zumindest meine ganz persönliche Hoffnung.
Volksvermögen mit der Gießkanne zu verteilen ist genauso verantwortungslos wie unsere Reise in den Feudalismus, auf der ich mich mit Blick auf den abschließend verteilten Wohlstand und die Einkommensunterschiede hierzulande durchaus wähne.
Und auch wenn ich dieses Beispiel schon mal gebracht habe, die Auslastung von 30 % der Arbeitskraft im Sozialismus war eine Tatsache, bedenke aber bitte, daß mein Kollege vom Bahnbetriebswerk, der in einer Schicht 20 Akkus der Handlampen von den Eisenbahnern des Dienstortes an die Ladestation hängte und die Lampen nicht mal selber zurück brachte zu den Standorten hat in seiner Freizeit eine 40 köpfige Kinder- und Jugendgruppe von Anglern im Nachbarort betreut und zwar kostenlos.
Das hat Hackel nie gemacht, dafür fuhr er aber 350 km weit bis zu 2000 t schwere Güterzüge durch sein kleines Land und hat das Geld des Akkutauschers ohne Groll mitverdient, weil er selbst mal Jungangler war und froh darüber sein konnte, daß jemand mit ihm zum mehrtägigen Angelausflug an die Mulde fuhr, während Vati und Mutti im Kombinat zu tun hatten.
Es war ein Geben und Nehmen und die Gesamtbilanz läßt sich nun mal nicht in Cent und Euro erstellen, wenn es ums Große Ganze geht.



zuletzt bearbeitet 20.08.2011 21:37 | nach oben springen
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#24

RE: gab es die ddr zweimal??????

in Leben in der DDR 20.08.2011 22:43
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rostocker
Echt gesagt mir ist es egal ob es die DDR zweimal oder dreimal gab oder ob es die viel geliebte Demokratie zweimal oder dreimal gibt.
Fakt ist für mich--ist ein Mensch in einer Gesellschaft nicht sozial abgesichert--gehört er nicht dazu und wird ausgegrenzt.Der Sozialismus hat sein Volk schon nicht mitgenommen und die Demokratie tut es auch nicht.Und dieses kann mal zum Bummerang werden (siehe die Unruhen in England) Also schauen wir in die Zukunft,die uns nichts zeigt, was mal kommen wird. Gruß Rostocker



Rostocker, mich würde mal interessieren, was du unter "sozial abgesichert" verstehst? Gib doch bitte dafür mal ne genaue Erklärung ab, wie ein solcher Zustand in deinem Verständnis aussieht?

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#25

RE: gab es die ddr zweimal??????

in Leben in der DDR 21.08.2011 07:40
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Es ist schon erstaunlich und es erwärmt mein Herz wie es Usern gelingt aus diesen Satz:

Zitat
Nachdem die Familie geduldig 16 Jahre gewartet hat und ihr erstes Auto in Empfang genommen hat, erst dann! kommt es zum geschilderten Phänomen das die Familie aller zwei Jahre mit einem neuen Auto zu rechnen hat.



folgende Erkenntnisse abzuleiten:

Zitat
Wie erklärst Du Dir das bei Deinen angeblich so kurzen Wartezeiten? Danke aber trotzdem für Deinen "netten" Versuch mir das Rechnen beizubringen. Mit dieser Art der "Planerfüllung" hat sich die DDR übrigens selbst in den Ruin gewirtschaftet. "Potemkische Dörfer" lassen grüßen!!!



oder

Zitat
Trotzdem ändert diese tolle Schönrechnerei nichts daran dass ein DDR-Bürger mehr als 10 Jahre auf ein Auto warten musste.



Entweder leiden diese User unter einer besonders schweren Leseschwäche, denn anders kann ich mir ihre geistigen Ergüsse nicht erklären oder das ihre Weltsicht und da besonders ihre Sicht auf die DDR mit all' den Problemen die sie mit sich brachte, hauptsächlich durch ihre grenzenlose Ignoranz, der unendlich vielen Vorurteile, fußend auf teilweise erschreckender Unkenntnis, und der beharrlichen, renitenten Verweigerungshaltung gegenüber Argumenten, Tatsachen und Beweisen geprägt ist.

Mit solch einer Ausgangsbasis macht Aufarbeitung so richtig viel Spass.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#26

RE: gab es die ddr zweimal??????

in Leben in der DDR 21.08.2011 09:32
von EK86II (gelöscht)
avatar

Zitat von Nostalgiker
..... ihre grenzenlose Ignoranz, der unendlich vielen Vorurteile, fußend auf teilweise erschreckender Unkenntnis, und der beharrlichen, renitenten Verweigerungshaltung gegenüber Argumenten, Tatsachen und Beweisen geprägt ist.



harte Worte! aber leider auch zutreffend. nach der "Selbstbeweihreucherungsorgie"(man möge mir diese blasphemische äusserung verzeihen) in welcher die Forumsadministration nach einem Beitrag in der FAZ schwelgte, sollte es Anlaß zum nachdenken sein! Passt nicht zum selbst gezeichneten Bild dieses Forums!


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#27

RE: gab es die ddr zweimal??????

in Leben in der DDR 21.08.2011 10:27
von utkieker | 2.920 Beiträge

Zitat von wosch

Zitat von Jawa 350


Diese Homepage von Siggimann hat bestimmt viel Arbeit gemacht! Und so manches sind nun mal Tatsachen !




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Es wird ja wohl Keiner bestreiten daß dem Siggimann seine Hompage mit viel Arbeitseinsatz verbunden war. Das Alleine sagt aber noch lange nichts über den Wahrheitsgehalt des von ihm eingestellten Materials aus. Alleine wie er versucht hat die Wartezeiten für einen PKW auf 2 Jahre zu drücken, müßten doch selbst dem Hartgesottenem die Nackenhaare zu Berge stehen lassen. Bei allem Respekt für die von Siggimann investierte Zeit, am Ende ist doch nur eine Verklärung der damaligen DDR-Zustände heraus gekommen und ich will nur hoffen daß dem Siggimann gedanklich weit weniger hinterher laufen werden wie dem Rattenfänger von Hameln, obwohl mein Vertrauen darauf durch einige Beiträge zum Thema erhebliche Zweifel offenlassen.
Schönen Gruß aus Kassel.




Genauso ist es Wolfgang,

und dennoch möchte ich Siggimann den Rücken frei halten, in seinen Bestreben, Belege zur Zeitgeschichte zu sammeln. Gleichzeitig heißt es für den Betrachter Augen auf und Grips einschalten. Die DDR- Vergangenheit liegt ja noch nicht so lange zurück, als das man sich nicht selbst ein Bild machen kann wie es war.
Manchmal werden Belege gefälscht wie die "Hitlertagebücher", ich kann noch heute darüber lachen, wie manch Zeitgenosse versucht hat die Geschichte umdeuten zu müssen. Das jüngste Beispiel von Geschichtsfälschung dürfte die "Poeler Kogge" darstellen. Nichts ist wie es scheint.
Es gibt genügend Wendeopfer, die keine Zuträger des MfS waren oder Grenzer. Viele sehnen sich nach der "guten alten Zeit" aber war sie wirklich so gut? Insofern kann ich vieles nachvollziehen ohne mich als "Oberlehrer" aufzuspielen. Wer die Gegenwart verklärt hat vieleicht keine Visionen für die Zukunft, Wer die Vergangenheit nicht kennt wird die Gegenwart nicht verstehen.

Gruß Hartmut


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#28

RE: gab es die ddr zweimal??????

in Leben in der DDR 21.08.2011 11:26
von matloh | 1.204 Beiträge

Das Problem mit Siggimanns Homepage ist - so wie ich das sehe - dass ein Nichtkenner der DDR und unbedarfter Leser, die heutige Jugend z.B., versucht ist, alles zu glauben was auf dieser Homepage zu finden ist. Durch derartige Information ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die "Ostalgie"-Rate ansteigt. Viele scheinen zu vergessen, dass dieses System aber nur als Ganzes betrachtet werden kann, also Recht/Pflicht auf Arbeit und Abriegelung der Grenzen, niedrige Mieten und Mangelwirtschaft, GST und Stasi usw.
Es gab natürlich auch Gutes in der DDR, entscheidend ist aber das Gesamtsystem.

cheers matloh

ps: Dass seit 1989/1990 die Welt nicht stehen geblieben ist und sich z.B. Erdölpreise geändert haben dürfte doch auch jedem klar sein, oder?


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#29

RE: gab es die ddr zweimal??????

in Leben in der DDR 21.08.2011 11:44
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von Rostocker
Echt gesagt mir ist es egal ob es die DDR zweimal oder dreimal gab oder ob es die viel geliebte Demokratie zweimal oder dreimal gibt.
Fakt ist für mich--ist ein Mensch in einer Gesellschaft nicht sozial abgesichert--gehört er nicht dazu und wird ausgegrenzt.Der Sozialismus hat sein Volk schon nicht mitgenommen und die Demokratie tut es auch nicht.Und dieses kann mal zum Bummerang werden (siehe die Unruhen in England) Also schauen wir in die Zukunft,die uns nichts zeigt, was mal kommen wird. Gruß Rostocker



Rostocker, mich würde mal interessieren, was du unter "sozial abgesichert" verstehst? Gib doch bitte dafür mal ne genaue Erklärung ab, wie ein solcher Zustand in deinem Verständnis aussieht?

Gruß Gert



Gerd das kann ich Dir mal ganz kurz erläutern.Sozial abgesichert ist--Wenn der Mensch Arbeit hat wo er weiß er verdient sein monatliches Einkommen.Womit er seinen Lebensunterhalt bestreitet ,wie zum Bespiel-seine Miete bezahlt,seine Steuern,seine Versicherungen und vor allen sein Essen.Man könnte noch einige Sachen aufzählen. Und was unsozial ist,das sieht man an den vielen Hartz4 Empfängern,an den Tafeln und an den Obdachlosen.Dieser Personenkreis,wenn man es so sagen kann--ist doch zum größten Teil vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen--sie sind Bitsteller und das ist unsozial. Gruß Rostocker


zuletzt bearbeitet 21.08.2011 11:46 | nach oben springen
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#30

RE: gab es die ddr zweimal??????

in Leben in der DDR 21.08.2011 13:18
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rostocker

Zitat von Gert

Zitat von Rostocker
Echt gesagt mir ist es egal ob es die DDR zweimal oder dreimal gab oder ob es die viel geliebte Demokratie zweimal oder dreimal gibt.
Fakt ist für mich--ist ein Mensch in einer Gesellschaft nicht sozial abgesichert--gehört er nicht dazu und wird ausgegrenzt.Der Sozialismus hat sein Volk schon nicht mitgenommen und die Demokratie tut es auch nicht.Und dieses kann mal zum Bummerang werden (siehe die Unruhen in England) Also schauen wir in die Zukunft,die uns nichts zeigt, was mal kommen wird. Gruß Rostocker



Rostocker, mich würde mal interessieren, was du unter "sozial abgesichert" verstehst? Gib doch bitte dafür mal ne genaue Erklärung ab, wie ein solcher Zustand in deinem Verständnis aussieht?

Gruß Gert



Gerd das kann ich Dir mal ganz kurz erläutern.Sozial abgesichert ist--Wenn der Mensch Arbeit hat wo er weiß er verdient sein monatliches Einkommen.Womit er seinen Lebensunterhalt bestreitet ,wie zum Bespiel-seine Miete bezahlt,seine Steuern,seine Versicherungen und vor allen sein Essen.Man könnte noch einige Sachen aufzählen. Und was unsozial ist,das sieht man an den vielen Hartz4 Empfängern,an den Tafeln und an den Obdachlosen.Dieser Personenkreis,wenn man es so sagen kann--ist doch zum größten Teil vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen--sie sind Bitsteller und das ist unsozial. Gruß Rostocker




@Rostocker, was die Arbeitsstelle angeht, so ist das keine Frage von sozialer Absicherung. Es ist richtig. dass Arbeitsstellen nicht garantiert werden können ( zu viele Faktoren spielen da eine Rolle wie Ausbildungsstand, Gesundheit, Mobilität,Alter, Erfahrung, wirtschaftliche Lage, Konjunktur, Standort, Einkommen) wer sollte mit solch vielen Faktoren eine Versicherung auf einen Arbeitsplatz abgeben ? Ich sehe das als unmöglich an. Die DDR hatte das wohl in Gesetzesform so garantiert aber das Ende der DDR ist bekannt. Dort gab es am Ende eine verdeckte Arbeitslosigkeit.
Der AN ist letzlich mit eingebunden in den Vorgang, sich diesen Vorgaben anzupassen und eine Arbeitsstelle zu finden.

Soziale Absicherung in der Bundesrepublik ist für mich ein vorbildliches KV System, vorbildliche medizinische Versorgung, Arbeitslosenversicherung I + II, Pflegeversicherung, soziale Leistungen wie Wohngeld, Renten , die das Wort Ruhegeld auch verdienen ( in der Regel nach 45 Jahren Arbeit ) und es gibt sicher noch einiges anderes mehr.

Ich denke, da gibt es nicht mehr viele Staaten auf der Welt, die das toppen. Ich habe auf Reisen einiges gesehen. ( z.B. In Kalifornien wie ein offenbar Arbeitsloser aus einem Papeirkorb ein halb gegessen Pizza herausholte und daran weiter "arbeitete")

Gruß Gert


.
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#31

RE: gab es die ddr zweimal??????

in Leben in der DDR 21.08.2011 14:43
von ahlbecker (gelöscht)
avatar

Zweimal DDR natürlich nein!!!!!!!!!!
Ich hatte diesen Tread eröffnet um mal zu testen wie unterschiedlich man nach Zwanzig Jahren unsere DDR noch so sieht.
Der Satz „es war nicht alles schlecht“ stimmt sicherlich, aber heute ist doch auch nicht alles schlecht wie hier manche User behaupten wollen. Meine Oma und ein Onkel haben mir von der wunderbaren Kaiserzeit vorgeschwärmt, denn was man da alles für zehn Pfennige bekam war wohl wirklich eine Menge. Dass man aber nur zehn bis zwanzig Reichsmark für seine Arbeit im Monat bekam hatten sie wohl vergessen. Der Onkel erzähle immer wieder Stolz, dass er für sein verlorenes Bein im ersten Weltkrieg vom Kaiser direkt einen Brief des Bedauerns. Den hielt er bis zum Schluss in Ehren.
Nein es gab die DDR wirklich nur einmal und wir haben es nicht geschafft daraus ein Schlaraffenland zu machen. Ich habe gerne an diesem Experiment teilgenommen, ohne mich dazu wirklich zu bekennen, denn schon als Kind erkannte ich, hier läuft was falsch. Das Plakat mit der ausgestreckten ablehnenden Hand“ Deutsche Jugend nimmt nie mehr ein Gewehr in die Hand“ habe ich wirklich geglaubt und ich wollte mich immer daran halten. Habe ich dann zu meinem Leidwesen doch gemacht und habe den Wehrdienst und auch den Grenzdienst nicht verweigert. Zum Glück braucht ich nur vier Monate am Zaun laufen und hatte dann einen schönen Job in unseren Kesselhaus. Das System gefiel mir aber jetzt noch weniger.
Die Partei die immer recht haben wollte hat dieses Experiment in den „Sand“ gesetzt, das ist so und das bleibt so.
Meine Lehre daraus: traue niemanden der immer recht haben will. Auch hier im Forum gibt es davon viele.
Nach diesen Satz werde ich diesen Tread schließen lassen, denn ich möchte nicht weiter verantwortlich dafür sein was hier so geschrieben wird.
Meinen Leitsatz auch hier nochmal „ Edel sei der Mensch hilfreich und gut“ packen wir es an
Wünscht sich der Ahlbecker


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#32

RE: gab es die ddr zweimal??????

in Leben in der DDR 21.08.2011 14:50
von Angelo | 12.396 Beiträge

Der Thread wurde auf Wunsch....des Themenstarters geschlossen


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