#141

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.01.2013 22:39
von Schuddelkind | 3.508 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #140
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #135
[quorlaubt").

Die DDR mag zwar international anerkannt gewesen sein. Aber trotzdem war das keine normale Grenze, sondern eine Demarkationslinie die Deutschlan zerissen hat. Darum kann man das mit den Grenzkontrollen in Israel, USA oder Suedamerika nicht vergleichen.


Schon mal was von der Unverletzlichkeit der Grenzen gehört?
Und der KSZE?
Und das haben DDR, BRD und USA unterschrieben.
Daher war die DDR Grenze ein ganz normale Grenze und vergleichbar mit vielen anderen Grenze.
Und darum hat die DDR soverän und rechtmäßig gehandelt.



Die Besonderheit der DDR-Grenze war aber - und deswegen halte ich den Vergleich mit USA-Mexiko oder dem israelischen Abwehrzaun für völlig abwegig - daß sie fast ausschließlich gegen eigene Leute gedacht war, die nach draußen wollten (was die territoriale Integrität der DDR ja überhaupt nicht tangiert).


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#142

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.01.2013 23:05
von Rainman2 | 5.758 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #141
... Die Besonderheit der DDR-Grenze war aber - und deswegen halte ich den Vergleich mit USA-Mexiko oder dem israelischen Abwehrzaun für völlig abwegig - daß sie fast ausschließlich gegen eigene Leute gedacht war, die nach draußen wollten (was die territoriale Integrität der DDR ja überhaupt nicht tangiert).

So kann man es natürlich heute sagen. Ich selbst habe in den 80er Jahren in unserem Grenzabschnitt seitens der BRD erlebt: Betreten des Hoheitsgebietes, Bierbesäufnisse unmittelbar an der Grenze (richtige Veranstaltungen mit mehreren hundert Leuten) und Brände, die auf unser Hoheitsgebiet übergriffen. Und das geschah, obwohl wir da waren. Was wäre sonst noch geschehen? Ich spekuliere mal: Bei der Wirtschaftssituation auf jeden Fall Schmuggel, Schwarzhandel, Devisenvergehen. Es hätte auch Provokationen gegen die DDR in größerem Maßstab gegeben, vielleicht nur privat initiiert, aber es hätte sie gegeben. Das alles gab es nicht, weil diese Grenze dicht war. Aber es gehörte damals zu unserem Selbstverständnis, dass wir eben nicht nur Fluchtwillige davon abhalten, die DDR zu verlassen, sondern dass wir auch solche Sachen abwenden.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#143

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.01.2013 23:15
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von SCORN im Beitrag #129
Zitat von ek40 im Beitrag #127
MFS-Straftaten,hier kann man einiges zum Thema lesen. ( Leseproben )

http://books.google.de/books?id=6BvYdJqv...letzern&f=false





ek40, deine Leseprobe auf den Gartenschläger Fall taugt hier wohl nicht als Beweis für Schrecken durch das MfS! Gartenschläger war ein bewaffneter 'Hasardeur'

Scorn,den Fall Gartenschläger wollte ich hier nicht aufführen,darum ging es mir nicht,den gibt es ja schon in einem Extrathread.
Es sollte nur einen Hinweis auf das Buch sein.
Öffnet man den Link,erscheint nun gerade der Fall Gartenschläger
Wenn man in der Leseprobe scrollt,kann man jedoch noch einige andere Fälle lesen.


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#144

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.01.2013 23:18
von Schuddelkind | 3.508 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #142
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #141
... Die Besonderheit der DDR-Grenze war aber - und deswegen halte ich den Vergleich mit USA-Mexiko oder dem israelischen Abwehrzaun für völlig abwegig - daß sie fast ausschließlich gegen eigene Leute gedacht war, die nach draußen wollten (was die territoriale Integrität der DDR ja überhaupt nicht tangiert).

So kann man es natürlich heute sagen. Ich selbst habe in den 80er Jahren in unserem Grenzabschnitt seitens der BRD erlebt: Betreten des Hoheitsgebietes, Bierbesäufnisse unmittelbar an der Grenze (richtige Veranstaltungen mit mehreren hundert Leuten) und Brände, die auf unser Hoheitsgebiet übergriffen. Und das geschah, obwohl wir da waren. Was wäre sonst noch geschehen? Ich spekuliere mal: Bei der Wirtschaftssituation auf jeden Fall Schmuggel, Schwarzhandel, Devisenvergehen. Es hätte auch Provokationen gegen die DDR in größerem Maßstab gegeben, vielleicht nur privat initiiert, aber es hätte sie gegeben. Das alles gab es nicht, weil diese Grenze dicht war. Aber es gehörte damals zu unserem Selbstverständnis, dass wir eben nicht nur Fluchtwillige davon abhalten, die DDR zu verlassen, sondern dass wir auch solche Sachen abwenden.

ciao Rainman


Oh mein Gott, wie waren die in deinem Abschnitt drauf? Ich bin ja auch an der Grenze großgeworden, aber ich kenne Keinen, der eine Party an der Grenze abgezogen hätte. Direkt an die Grenze wollte keiner hin, war ja auch stinklangweilig. Nur die Hippies hatten in unwittelbarer Grenznähe ihre Hanffelder......


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#145

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.01.2013 23:20
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Polter im Beitrag #134
Zitat von Zermatt im Beitrag #133

Wie viele Büger der DDR reisten Ende der 80 iger Jahre denn z.B. in die BRD und nach WB ?

Ja sicher.Es gab kein freizügiges Reisen.

unglaublich[/quote]
-------------------------------------------------------------------
Was ist unglaublich?


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#146

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.01.2013 23:58
von resi88 | 53 Beiträge

Hier mal meine Erfahrungen mit dem MfS.Schule und Lehre wusste man zwar das es das gibt,aber das wars.Dann 18 Monate Gr34 ohne MfS wahrgenommen zu haben.Nach GWD Bewerbung bei der DSR. Abgelehnt. Nach 2Jahren erneuter Versuch.Da bekam ich das erste mal mit das Informationen über mich eingeholt wurden.Sei es im Beruf oder im privaten Bereich.Wurde dann aber doch für würdig befunden zur See zu fahren.Aber nur für 6Jahre.Dann wurde mein Seefahrtsbuch eingezogen. Ohne Begründung.Hab dann aber erfahren das der Bruder meiner Schwägerin in Hamburg abmusterte.Was mich dann erstaunte 1988wurde ich dann zur Reserve nach Berlin Mitte zum Grenzdienst gezogen.Und das gleich als Postenführer.Musste allerdings erst zum Kaffeetrinken zur Ateilung 2000. Jeder Brief der geschrieben wurde ging durch die Kontrolle.Hab noch nie so zerfledderte Umschläge gesehen.


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#147

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.01.2013 00:07
von Kimble | 397 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #140
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #135
[quorlaubt").

Die DDR mag zwar international anerkannt gewesen sein. Aber trotzdem war das keine normale Grenze, sondern eine Demarkationslinie die Deutschlan zerissen hat. Darum kann man das mit den Grenzkontrollen in Israel, USA oder Suedamerika nicht vergleichen.


Schon mal was von der Unverletzlichkeit der Grenzen gehört?
Und der KSZE?
Und das haben DDR, BRD und USA unterschrieben.
Daher war die DDR Grenze ein ganz normale Grenze und vergleichbar mit vielen anderen Grenze.
Und darum hat die DDR soverän und rechtmäßig gehandelt.



Deine Argumentationskette hat einen gravierenden Fehler was die Kausalität betrifft.

Also wenn bei der KSZE Vereinbarungen unterschrieben wurden, so wurden damit zweifellos offiziell Grenzen anerkannt.
Ich kann darin allerdings keinen Freibrief für die DDR erkennen, die Bewegungsfreiheit der eigenen Bürger einzuschränken,
und das dann auch mittels Mauer/ Zaun und Kriegswaffen brutal durchzusetzen.

Wenn man den Bürgern der DDR die gleichen Rechte wie den Transitreisenden zwischen Westberlin und Westdeutschland
zugestanden hätte, ohne wenn und aber, wäre gegen eine normale Grenzsicherung nichts zu sagen.

Wir alle wissen warum die Grenze gebaut wurde, sicher auch zT. aus gut nachvollziehbaren Gründen, keine Frage.
Man hat zwar die DDR anerkannt und bis zuletzt mit allerlei Zugeständnissen am Leben gehalten.
Das hat man jedoch nicht aus Symphatie für die SED Bonzen getan, sondern um die Teilung für die Menschen
auf beiden Seiten etwas erträglicher zu machen.

Die DDR hat zwar damals soverän gehandelt, aber rechtmäßig im Sinne der Menschenrechte ganz sicher nicht.
Das war Einsperren. Ganz so, wie man eine Herde Nutzvieh am Weglaufen zu saftigeren Wiesen gleich nebenan hindert.
Im offiziellen Sprachgebrauch war das dann die Friedensgrenze, damit der böse Wolf nicht kommt.


Mir fällt da unweigerlich der folgende, (zugegeben nicht 1:1 passende) Vergleich mit einem Geisselnehmer ein :

Man wird den Geisselnehmer zwar anerkennen, und auch am Telefon ganz sicher auch höflich mit "Sie" ansprechen.
Ihn und die Geisseln auch brav mit der gewünschten Pizzasorte beliefern, sogar das gewünschte Fluchtauto vor die Tür stellen.
Man wird allerlei Zugeständnisse machen, und zwar auch wieder um die Situation so menschlich wie möglich zu gestalten.
Aber sobald sich der Wind gedreht hat, wenn die Wende da ist, werden sofort wieder ordentliche Verhältnisse hergestellt.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
Major Tom hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.01.2013 00:14 | nach oben springen
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#148

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.01.2013 08:20
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #140
[
Schon mal was von der Unverletzlichkeit der Grenzen gehört?
Und der KSZE?
Und das haben DDR, BRD und USA unterschrieben.
Daher war die DDR Grenze ein ganz normale Grenze und vergleichbar mit vielen anderen Grenze.
Und darum hat die DDR soverän und rechtmäßig gehandelt.



Grins.

Na mit dem Begriff der Soveränität der DDR gerade im Bezug auf die Maßnahmen an der DL, Westgrenze, etc. haben einige aus der Politischen und militärischen Führungsschine in den Gerichtsprozessen so Ihre Probleme gehabt.
Wimre lt. deren Aussage und hinzugezogener Kontakte als Zeugen gab doch alles der ""große Bruder"" vor!!!


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#149

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.01.2013 10:06
von Alfred | 6.841 Beiträge

TH,

es gab wohl gewisse Unterschiede zwischen Grenzsicherungsmaßnahmen und Reiseregelungen.

Ich kann mich auch erinnern, dass die UdSSR nicht gerade begeistert war, dass die DDR die GÜSt am 9. November auch zu Westberlin geöffnet hatte.

Aber hier ist ja nun das MfS Thema und nicht die Grenzsicherungsmaßnahmen.


zuletzt bearbeitet 12.01.2013 10:25 | nach oben springen
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#150

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.01.2013 10:14
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von ek40 im Beitrag #143
Zitat von SCORN im Beitrag #129
Zitat von ek40 im Beitrag #127
MFS-Straftaten,hier kann man einiges zum Thema lesen. ( Leseproben )

http://books.google.de/books?id=6BvYdJqv...letzern&f=false





ek40, deine Leseprobe auf den Gartenschläger Fall taugt hier wohl nicht als Beweis für Schrecken durch das MfS! Gartenschläger war ein bewaffneter 'Hasardeur'

Scorn,den Fall Gartenschläger wollte ich hier nicht aufführen,darum ging es mir nicht,den gibt es ja schon in einem Extrathread.
Es sollte nur einen Hinweis auf das Buch sein.
Öffnet man den Link,erscheint nun gerade der Fall Gartenschläger
Wenn man in der Leseprobe scrollt,kann man jedoch noch einige andere Fälle lesen.



Aber gerade indem man gewöhnliche Kriminelle zu Opfern der Stasi macht, verunglimft man das Schutzbedürfnis der Werte dieses Staates.
http://www.youtube.com/watch?v=FJSVQeiXCI0
Zwar erscheint eine lebenslange Zuchthausstrafe für einen 17jährigen erstmal ziemlich unangemessen trotz des kollosalen Flurschadens, den er mit seinen Komplizen angerichtet hat aber schließlich kam er ja nach 10 Jahren frei und wurde ohne Widerrufsrecht an die BRD verkauft.
Jetzt von drüben aus in gemeinschaftlicher Tat die verhaßte Heimat weiter zu attackieren und Grenzposten zu provozieren unter Mitwisserschaft des westdeutschen Grenzschutzes reduziert meiner Meinung nach die Schuld der Stasi an der Eskalation auf ein Minimum.
Die westdeutsche Demokratie hätte solchen Personen jede mögliche Plattform zur Verbreitung von Haßbotschaften in Richtung DDR geboten, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.
Zwar weiß ich aus eigenem Erleben, daß die Willkür einzelner Vertreter dieser Firma den möglichen Dialog mit der Front der Gegener und Skeptiker behindert hat, das hat aber nichts mit Staatsterror oder Schreckensherrschaft zu tun sondern war der mangelnden Qualifikation geschuldet, unser damaliges System besser zu verkaufen und mit dessen Webfehlern offensiver umzugehen.
Natürlich weiß ich, daß das heute leicht dahingesagt ist, wir befinden uns aber nun mal in der Nachbereitung und haben sehr viel mehr Wissen über den Apparat an sich als damals.



Feliks D. und passport haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#151

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.01.2013 11:27
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #149
TH,

es gab wohl gewisse Unterschiede zwischen Grenzsicherungsmaßnahmen und Reiseregelungen.

Ich kann mich auch erinnern, dass die UdSSR nicht gerade begeistert war, dass die DDR die GÜSt am 9. November auch zu Westberlin geöffnet hatte.

Aber hier ist ja nun das MfS Thema und nicht die Grenzsicherungsmaßnahmen.



Jau Alfred,

gerade in der einstigen DDR hing das eine mit dem anderen Zusammen.
Manch andere Staat im WP bzw. Ostblock tat sich da wohl wesentlich leichter
Nu die Führung der UdSSR hat sich mit der Grenzöffnung ja schnell arrangierne können.#

Ach.
Bist mal wieder der Forumssaubermann.


So wegen Thementrennung.

P.S.: HA VI (PKE) gehörte doch zum MfS, oder lieg ich da Falsch.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 12.01.2013 11:28 | nach oben springen
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#152

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.01.2013 14:12
von turtle | 6.961 Beiträge

Angst und Schrecken?? Nein so kann ich es nicht nennen. Von wem erzählt wurde "der ist bei der Stasi" habe ich eben keinen Kontakt gesucht oder in seiner Nähe vermieden etwas zu sagen was mir Schaden könnte. Bei meinen Vernehmungen habe ich zwar Respekt empfunden aber mehr nicht. Gewallt wurde mir keine angetan, mal abgesehen vom Schlafentzug nach meiner Verhaftung. Auf Guter oder Böser bin ich nicht reingefallen. Ich habe beiden nicht vertraut.
Na und Schweinhunde gibt es auch heute noch überall. Jeder in der DDR wusste das die Stasi nicht mit dem CVJM gleichzustellen ist. Ich hatte mehr Angst das ein von mir nicht erkannter Zuträger mich anschwärzt.Im übrigen an Angst und Schrecken würde ich erst glauben wenn ich es gesehen habe.. Kriege bereiten mir Angst und Schrecken ich sehe den Krieg auf meinen Bildschirm.


josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.01.2013 14:13 | nach oben springen
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#153

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.01.2013 14:38
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von resi88 im Beitrag #146
Hier mal meine Erfahrungen mit dem MfS.Schule und Lehre wusste man zwar das es das gibt,aber das wars.Dann 18 Monate Gr34 ohne MfS wahrgenommen zu haben.Nach GWD Bewerbung bei der DSR. Abgelehnt. Nach 2Jahren erneuter Versuch.Da bekam ich das erste mal mit das Informationen über mich eingeholt wurden.Sei es im Beruf oder im privaten Bereich.Wurde dann aber doch für würdig befunden zur See zu fahren.Aber nur für 6Jahre.Dann wurde mein Seefahrtsbuch eingezogen. Ohne Begründung.Hab dann aber erfahren das der Bruder meiner Schwägerin in Hamburg abmusterte.Was mich dann erstaunte 1988wurde ich dann zur Reserve nach Berlin Mitte zum Grenzdienst gezogen.Und das gleich als Postenführer.Musste allerdings erst zum Kaffeetrinken zur Ateilung 2000. Jeder Brief der geschrieben wurde ging durch die Kontrolle.Hab noch nie so zerfledderte Umschläge gesehen.

Auch hier kommt wieder die ganze Perversion dieses Systems durch.
Es wurde keinem getraut,man wurde für Handlungen anderer Personen persönlich verantwortlich gemacht und bestraft.
Was du hier erzählst ist insofern interessant,da es sehr wohl belegt,dass es in der ach so humanen Ex-DDR Berufsverbot gab.
Falls nocht nicht vorhanden und gewünscht,können wir ja darüber einen neuen Thread eröffnen,der in etwa heißt:

Berufsverbote in Ost und West,wer war wie betroffen?

Gruß ek40


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#154

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.01.2013 15:26
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #142
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #141
... Die Besonderheit der DDR-Grenze war aber - und deswegen halte ich den Vergleich mit USA-Mexiko oder dem israelischen Abwehrzaun für völlig abwegig - daß sie fast ausschließlich gegen eigene Leute gedacht war, die nach draußen wollten (was die territoriale Integrität der DDR ja überhaupt nicht tangiert).

So kann man es natürlich heute sagen. Ich selbst habe in den 80er Jahren in unserem Grenzabschnitt seitens der BRD erlebt: Betreten des Hoheitsgebietes, Bierbesäufnisse unmittelbar an der Grenze (richtige Veranstaltungen mit mehreren hundert Leuten) und Brände, die auf unser Hoheitsgebiet übergriffen. Und das geschah, obwohl wir da waren. Was wäre sonst noch geschehen? Ich spekuliere mal: Bei der Wirtschaftssituation auf jeden Fall Schmuggel, Schwarzhandel, Devisenvergehen. Es hätte auch Provokationen gegen die DDR in größerem Maßstab gegeben, vielleicht nur privat initiiert, aber es hätte sie gegeben. Das alles gab es nicht, weil diese Grenze dicht war. Aber es gehörte damals zu unserem Selbstverständnis, dass wir eben nicht nur Fluchtwillige davon abhalten, die DDR zu verlassen, sondern dass wir auch solche Sachen abwenden.

ciao Rainman


@Rainman2, das die DDR- Bürger vor dem von Dir geschilderten Ungemach aus Richtung Westen durch diese auch von Dir bewachte Grenze in einer Art geschützt wurden,möchte ich zumindest nicht in Zweifel stellen. Vielleicht war einem selbst manches Ungemach damals gar nicht so bewußt. Heute sind wir nach über 22 Jahren Wegfall dieser Grenze durch Erfahrungen, negative wie positive um ein Vielfaches schlauer. Naja, es gehörte schon zum Selbstverständnis zumindest derer, die aus was für Gründen auch immer die Meinung vertraten, den DDR- Bürger vor der Flucht vor sich selbst, nämlich aus seiner DDR zu schützen. Das klingt etwas grotesk, war und ist es auch.

Es ist das alte Lied wieder, gerade wenn man die hätte reisen lassen, die den glorreichen Westen nur durch die rosarote Brille sahen, viele von denen hätten regelrecht gebettelt, wiederkommen zu dürfen und hätten u. a. auch ihren ach so schönen ruhigen Job in einem VEB- Betrieb und so manche bequeme Vergünstigung wiederrhaben wollen... .

Aber muß ich davor, ich sag mal in Teilen seiner eigenen Dummheit einen Menschen wirklich schützen? Das trifft nach meiner Auffassung dann zu, wenn ein Mensch auf Grund einer Erkrankung vor sich selbst geschützt werden muß. Aber nicht für pauschal alle Bürger eines Landes...

Hat man mit der DDR- Grenze nicht eher die Flucht von erwachsenen und reifen Menschen vor der Ideologie einer immer mehr vergreisenden aber nicht minder machtbesessenen und in gewissen Elementen gewaltbereiten SED- Politbüroriege verhindern wollen?

Ich meine hier immer wieder herauszulesen, das eine Minderheit meinte, glaubte..., das Recht für sich beanspruchte, über den Willen einer Mehrheit eines Volkes sehr restriktiv zu entscheiden. Und das diese Minderheit tatsächlich glaubte, eine Mehrheit darzustellen. Die Wiederspiegelung fand man u. a. in den zu bestimmten Feiertagen von der SED herausgegeben Parolen, wo sich der kleine Mann auf der Straße oft fragte, "...glauben die da überhaupt selbst noch dran...?"

Ich denke auch mal, das u. a. die stark eingeschränkte Reisefreiheit des DDR- Bürgers subjektiv als eine Einschränkung der Freiheit allgemein aufgefasst wurde. Daraus sich im Denken und Handeln, auch durch Erziehung, Überlieferung der von Krieg, Naziterror und Nachkriegszeit, Not und Elend der Vorgängergeneration (Großeltern, Eltern) nicht unwesentlich beeinflußt, ein nicht besonders starkes Selbstbewußtsein sich herausgebildet hat. Und ein nicht hinreichend ausgeprägtes Selbstbewußtsein begünstigt Furcht, beflügelt Angst und Schrecken. Nun hat da jeder Mensch von seinem Charackter her ein ganz unterschiedliches Selbsbewußtsein. Wie man auch so schön sagt, in die Wiege gelegt bekommen.
Dazu das Wissen, wenn ich gegen die SED argumentiere, kann (wohlbemerkt kann!) mir das sehr schnell als staatsfeindliche Aktivität ausgelegt werden und ich kann mich nicht, so wie wir es heute kennen, der Gerichtsbarkeit dieser als Diktatur des Proletariats, besser hätte man damals schon SED sagen sollen, z. Bsp. mittels eines Asylantrages in einem Land meiner Wahl entziehen.

Ergänzend zu meinem Vorgängerstatement in Bezug auf die Verbreitung von Angst und Schrecken durch das MfS möchte ich, das ein Aufkommen der Komponenten Angst und Schrecken im engen Zusammenhang mit einem gesunden, weniger gesundem oder gar nur gering ausgeprägten Selbstbewußtsein stehen. Anders und auf die heutige Zeit projeziert es kann sich durch gewisse und vor allem medial geschickt gesteuerte gesellschaftliche und konsumorientierte Einflüsse + Unfähigkeit der politisch handelnden eine Art übersteigertes und krankhaftes Selbstbewußtsein herausbilden. Bestes Beispiel Teile der heutigen Heranwachsenden, Teile von Randgruppen mit radikalisierten politischen und religiösen Weltanschauungsbildern. Mit übersteigertem Selbstbewußtsein entwickelt sich immer konform ein ausgeprägtes Unrechtsbewußtsein..., leider.

Aber ich denke mal, kein ausgeprägtes Unrechtsbewußtsein gab es in der DDR nur im Politbüro und der Mehrheit der nachgeschalteten Machterhaltungshirachien. Beim kleinen DDR- Bürger war dies in verschwindend kleiner Anzahl anzutreffen. Dazu zähle ich u. a. ehem. DDR- Bürger, die später als s. g. Fluchthelfer hantierten, hierzu zähle ich Menschen wie einen M. Gartenschläger.

Und wer sich nicht zu diesem Klientel einschließlich der verhaltensbedingten Anverwandten zählte, brauchte weder notorische Angst oder Schrecken zu haben. Ein Quentchen Angst sollte doch immer in Verbindung mit Vorsicht und Wachsamkeit stehen.. als eine Form Angst als Selbsterziehungsmittel vor den Folgen eines unüberlegten, delitantischen Handeln.

Vorsicht und Wachsamkeit gegenüber den Wächtern der Gesetze, voran dem MfS war in der DDR mit die Grundlage für ein zeitgemäß ruhiges, wenn auch wirtschaftlich sehr bescheidenes, relativ gutes aber allem voran ruhiges Leben, oder?

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 12.01.2013 20:06 | nach oben springen
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#155

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.01.2013 19:01
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #154

Aber ich denke mal, kein ausgeprägtes Unrechtsbewußtsein gab es in der DDR nur im Politbüro und der Mehrheit der nachgeschalteten Machterhaltungshirachien. Beim kleinen DDR- Bürger war dies in verschwindend kleiner Anzahl anzutreffen. Dazu zähle ich u. a. ehem. DDR- Bürger, die später als s. g. Fluchthelfer hantierten, hierzu zähle ich Menschen wie einen M. Gartenschläger.

josy95


@josy95, so recht Du aus Deiner Sicht mit diesem Gedanken haben magst, so Unrecht hast Du in Bezug auf das Denken und Bewußtsein der Mitglieder des Politbüros und untergeordneter Organe.
Diese Menschen, jedenfalls die allermeisten, waren der felsenfesten und unerschütterlichen Meinung das sie nicht nur Recht haben, rechtens handeln, sondern das das Recht auf ihrer Seite ist und sie es "nur" durchsetzen.
Sie setzten das durch was sie für Recht im Namen des Proletariats hielten, wie kann das Unrecht sein?

Jemand der im Sinne der Macht agiert und handelt wird dies nie oder nur in Ausnahmefällen aus ausgeprägten Unrechtsbewußtseins heraus machen, sondern von der Richtigkeit seines Handelns überzeugt sein.
Die Geschichte, nicht nur der DDR, bieten in dieser Beziehung genügend Beispiele.

Auch Fluchthelfer und Brandstifter handelten nicht aus "Unrechtsbewußtsein" heraus. Auch sie waren von der Redlichkeit ihres Tuns überzeugt und nicht nur sie auch diejenigen die das Heute beklatschen.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.01.2013 20:40 | nach oben springen
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#156

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.01.2013 20:30
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #155
Zitat von josy95 im Beitrag #154

Aber ich denke mal, ein ausgeprägtes Unrechtsbewußtsein gab es in der DDR nur im Politbüro und der Mehrheit der nachgeschalteten Machterhaltungshirachien. Beim kleinen DDR- Bürger war dies in verschwindend kleiner Anzahl anzutreffen. Dazu zähle ich u. a. ehem. DDR- Bürger, die später als s. g. Fluchthelfer hantierten, hierzu zähle ich Menschen wie einen M. Gartenschläger.

josy95


@josy95, so recht Du aus Deiner Sicht mit diesem Gedanken haben magst, so Unrecht hast Du in Bezug auf das Denken und Bewußtsein der Mitglieder des Politbüros und untergeordneter Organe.
Diese Menschen, jedenfalls die allermeisten, waren der felsenfesten und unerschütterlichen Meinung das sie nicht nur Recht haben, rechtens handeln, sondern das das Recht auf ihrer Seite ist und sie es "nur" durchsetzen.
Sie setzten das durch was sie für Recht im Namen des Proletariats hielten, wie kann das Unrecht sein?

Jemand der im Sinne der Macht agiert und handelt wird dies nie oder nur in Ausnahmefällen aus ausgeprägten Unrechtsbewußtseins heraus machen, sondern von der Richtigkeit seines Handelns überzeugt sein.
Die Geschichte, nicht nur der DDR, bieten in dieser Beziehung genügend Beispiele.

Auch Fluchthelfer und Brandstifter handelten nicht aus "Unrechtsbewußtsein" heraus. Auch sie waren von der Redlichkeit ihres Tuns überzeugt und nicht nur sie auch diejenigen die das Heute beklatschen.

Gruß
Nostalgiker



Ooooh je, @Nostalgiker und alle Anderen. Mir ist in meinem Beitrag ein eklatanter Schreibfehler unterlaufen!!!

Ich habe ein simples k vergessen, also macht mal bitte aus ein ein kein..., dafür habe ich die betreffende Passage aus meinem Beitrag nachfolgend nochmal als Kopie eingesetzt. Original und Kopie natürlich entsprechend korregiert!

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Aber ich denke mal, kein ausgeprägtes Unrechtsbewußtsein gab es in der DDR nur im Politbüro und der Mehrheit der nachgeschalteten Machterhaltungshirachien. Beim kleinen DDR- Bürger war dies in verschwindend kleiner Anzahl anzutreffen. Dazu zähle ich u. a. ehem. DDR- Bürger, die später als s. g. Fluchthelfer hantierten, hierzu zähle ich Menschen wie einen M. Gartenschläger.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ich hoffe, das Mißverständnis damit aufgeklärt zu haben!


Und, es ist teilweise erstaunlich, wie vehement einige Größen ihr Unrecht nicht erkennen konnten oder wollten. Ich meine hier insbesondere die doch schweren völkerrechtlichen Verfehlungen aus der Zeit mit Gründung der SED bis etwa Ende der 60-er/ Anfang der 70-er. Bestes Beispiel mit einem grotesk- lächerlichen Statement ist die Rede des Herrn E. Mielke 1989 vor der Volkskammer, wo er meinte beteuern zu müssen, das er alle Menschen liebt....

Ich möchte auch noch einmal zu der Urthematik Angst und Schrecken zurückkommen. Teilweise hat sich eine Form davon bis in dié heutigen Tage hartnäckig gehalten. Man verspürt es teilweise etwas in der (doch offensichtlich sehr vorsichtigen) Ausdrucksweise einiger User hier, aber auch im täglichen Leben. Meine Beobachtung nach verstärkt bei einer Generation Ü 5%/ 60. Dazu noch mit Unterschieden zwischen Provinz und Großstadt.

Oft höhrt man dann bei Gesprächen den Satz, gerade wenn es z. Bsp. um Durchsetzung eigener Interessen gegenüber Behörden geht den Satz:
"...lege Dich nicht mit denen an, die sitzen am längeren Hebel...!"

Der Übervorsichtige und ängstliche mag recht haben, da wir uns ja immer weiter in eine Gesellschaft mit mafiosen Strukturen aus Filz, Klüngel und Vettern- und Vorteilswirtschaft hineinbewegen. Man bedient sich immer hemmungsloser Instrumentarien, die geeignet sein können, Angst und Schrecken zu verbreiten. Auffalend auch, das das Klientel derer, die ihre Machtstrategie darauf begründen wollen, eher zu den eher jüngeren Generationen zählen. Beispiele gibt es genug.

Auch verspürt man ein bestimmtes Phänomen am Arbeitsplatz. Eine nicht geringe Anzahl jüngerer Kollegen, (ich beziehe mich mal auf meinen vorangegangenen Artikel in Puncto übersteigertes Selbstbewußtsein = unterentwickeltes oder nicht vorhandenes Unrechtsbewußtsein) spielt diesen Aspekt gegenüber den eigenen Kollegen doch sehr rücksichtslos aus. Einmal auf der Schiene, nach dem Motto "einmal dumm gestellt reicht fürs ganze Leben" oder eben mit einer dreisten Rigerosität. Die besonders jüngere Etage an Vorgesetzten und Chefs steht dem eigentlich fast machtlos gegenüber.

josy95


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#157

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.01.2013 20:45
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@josy95, das habe ich doch gerne korrigiert

So macht der zitierte Teil auch mehr Sinn und meine Ausführungen dazu relativieren sich etwas in der Hinsicht das ich diesen Gedanken; das es eben im Politbüro, ZK und anderen hohen Leitungsgremien der DDR kein Unrechtsbewußtsein gab nicht nochmal extra hervorheben muß .....

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#158

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.01.2013 21:44
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #154
[quote=Rainman2|p225284][quote=Schuddelkind|p225283]... .

Aber ich denke mal, kein ausgeprägtes Unrechtsbewußtsein gab es in der DDR nur im Politbüro und der Mehrheit der nachgeschalteten Machterhaltungshirachien. Beim kleinen DDR- Bürger war dies in verschwindend kleiner Anzahl anzutreffen. Dazu zähle ich u. a. ehem. DDR- Bürger, die später als s. g. Fluchthelfer hantierten, hierzu zähle ich Menschen wie einen M. Gartenschläger.

Und wer sich nicht zu diesem Klientel einschließlich der verhaltensbedingten Anverwandten zählte, brauchte weder notorische Angst oder Schrecken zu haben. Ein Quentchen Angst sollte doch immer in Verbindung mit Vorsicht und Wachsamkeit stehen.. als eine Form Angst als Selbsterziehungsmittel vor den Folgen eines unüberlegten, delitantischen Handeln.

Vorsicht und Wachsamkeit gegenüber den Wächtern der Gesetze, voran dem MfS war in der DDR mit die Grundlage für ein zeitgemäß ruhiges, wenn auch wirtschaftlich sehr bescheidenes, relativ gutes aber allem voran ruhiges Leben, oder?

josy95


Vielleicht muß man die vermeintliche (?) Ignoranz des Politbüros die von der Ehrentribüne auf uns hunderttausende Vorbeimarschierende herunterwehte mal aus einer anderen Perspektive betrachten nämlich mit Blick auf die globalen Gegner der sozialistischen Gesellschaftsordnung ?
Diese Kulisse der großen Festumzüge z.B. hat das Regime über Jahrzehnte international aufgewertet und national an der Macht gehalten, wie vieles andere auch aber hatte es denn angesichts der Dimension und der Chance dieses Modells mit dem Wissen von heute nicht doch einen Wert gehabt, der in der weiteren Historie bis zum Ende der Zeitrechnung wieder steigen kann ?
Was ich mit meiner Anmerkung eigentlich im Hinterkopf habe ist eine gewisse Duplizität des Vorgehens der jeweiligen Eliten mit dem Blick auf ihr Fußvolk, konkret gab in unserer Firma unlängst ein Rundschreiben der Direktion voller Lobgesänge auf unsere Erfolge, die es nachweislich auch gibt.
Auf der anderen Seite jammern viele aber auch, weil die Dienste zu lang oder zu kurz sind, sie zu weit auseinanderliegen und man viele Entscheidungen der Entscheider nicht versteht, am Ende steht aber ein sicheres überdurchschnittliches Einkommen und Aufträge, die kaum zu schaffen sind und vor allem eine Überlegenheit gegenüber vergleichbaren Firmen der Bahnbranche mit allen positiven Konsequenzen für unsere soziale Position.
Das kann man auch auf die DDR mit Blick auf ihre Nachbarländer beziehen, auch hier war ein Volk viel am Wettern und Schimpfen, es fehlte an allen Ecken und Enden aber das Bruttonationalglück http://de.wikipedia.org/wiki/Bruttonationalgl%C3%BCck dürfte in der DDR nicht nenneswert niedriger als im viel reicherem Westen gewesen sein, wenn man es rein hypothetisch mal nach heutigen Prämissen bewerteten würde.
Nun will ich nicht behaupten, daß die Stasi so etwas auf der Rechnung hatte, das wäre zu weit her geholt aber ich denke, daß auch die in ihrem Alltag das Wissen um das einigermaßen funktionierende Gemeinwesen zur Grundlage ihres Handelns gemacht haben.
So gesehen war es doch auch legitim, dieses Gemeinwesen vor Gemeinkriminellen zu schützen, wie Gartenschläger eben einer war.



zuletzt bearbeitet 12.01.2013 22:26 | nach oben springen
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#159

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.01.2013 22:00
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Da wären die Ossis doch nicht alle stiften gegangen, bei fast soviel Bruttosozialglück wie im Westen. Da hätten wir uns doch das hübsche Mäuerchen und die vielen Milliarden Ostmärker dafür sparen können.
Ich glaube mit dem Bruttosozialglück liegst Du falsch. Oder blieb vielleicht vom Brutto zuwenig Netto übrig?? Fragen über Fragen..


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#160

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.01.2013 22:19
von SEG15D | 1.119 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #159
Da wären die Ossis doch nicht alle stiften gegangen, bei fast soviel Bruttosozialglück wie im Westen. Da hätten wir uns doch das hübsche Mäuerchen und die vielen Milliarden Ostmärker dafür sparen können.
Ich glaube mit dem Bruttosozialglück liegst Du falsch. Oder blieb vielleicht vom Brutto zuwenig Netto übrig?? Fragen über Fragen..



Na und was glaubste (oder weißte), was heute noch von Deinem Brutto in der Hand übrigbleibt??? (waren es noch 46%)



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