#81

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.07.2011 23:39
von Manfred B. (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von wosch
Im Gegenteil zu Dir durfte er die Haft in der DDR und bei der "Staatssicherheit" am eigenen Leibe erleben und er weiß mit Sicherheit mehr davon als Du.



Na Wosch mal wieder auf nicht genehme User "einprügeln"?

Aber diesmal hast Du ja auch recht, was fällt diesem Rotzbengel auch ein hier mit ehrlichem Interesse nachzufragen. Ständig darf er sich von Dir anhören er wäre zu jung, hätte sowieso keine Ahnung und solle sich erst einmal kundig machen bevor er hier weiter schreibt. Jetzt fragt er nach wie es denn war, wie man es sich als Unbeteiligter vorstellen soll, wie denn der Ablauf und die Unterbringung wirklich waren (mir ist da schließlich nicht zu trauen und er würde es halt trotzdem gerne wissen) und nun ist es Dir wieder nicht recht. Dieser Bengel, lernt einfach dazu und will sich nicht mehr deinen Argumenten seiner angeblichen Ahnungslosigkeit aussetzen. Ja wo bleibt denn dann deine Angriffsfläche wenn einfach alle deine Ratschläge, doch lieber einmal nachzufragen, annehmen würden? Es ist schon schlimm mit dieser Jugend.

Schaun wir doch mal ob Manfred ihn wenigstens aufklärt, nicht dass ich ihm noch etwas über die Zustände "vorlüge" und ihn versaue. Auch viele andere wüssten sicher gerne wie es denn nun wirklich war, uns ehemaligen ist da schließlich nach landläufiger Meinung nicht zu trauen. Eine Aufklärung von @WH und allen anderen müsste daher ja in Manfreds ureigensten Interesse liegen. Bis auf Angriffe und Anspielungen meine Person betreffend kam von ihm in diesem Forum ja noch nicht sehr viel sachdienliches.

Die Beiträge zum Thema U-Haft könnte ein Admin ja mal abtrennen.




Feliks, dann auch bitte das Thema "Vernehmung" inkl. psychischer Beeinflussung von Beschuldigten. Für @WernerHolt, auch rot markiert, kann man mit Sicherheit nichts aufklären.

Werde nun mal von damals berichten...


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#82

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 01:01
von Manfred B. (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Manfred den Vergleich zur NVA musst Du nicht bestätigen, es reicht schon wenn Du zugibst dass es moderne Bettgestelle mit Holzblenden für eine ansprechende Optik waren. Schließlich wollen wir doch bei der Wahrheit über die Haftbedingungen bleiben und die hier vertretenen ehem. AGT können dann ja selbst den Vergleich ziehen. Wovor hast Du Angst? Etwas dass dann jemand bemängelt, dass "Staatsfeinde" und heutige Opfer teilweise bessere Ausstattungen in den Verwahrräumen hatten als NVA und GT in den Kasernen?

Den Vergleich zum SV brauch ich nicht, mir ist bekannt das Du im normalen SV keine Anstalt mit besserer und moderner Ausstattung/Einrichtung besuchen durftest. Ich wollte dies nur auch für andere User darlegen, damit diese einmal sehen wir schrecklich die U-Haft beim MfS wirklich war. In der Regel nämlich weitaus besser als der SV beim MdI.

Warum waren die Arbeitskommandos beim MfS so begehrt bei SVH? Wegen der schlechten Unterbringung und Verpflegung, oder doch weil es ganz anders war als heute oft beschrieben? Na ja, bald wird neue entsprechende Literatur zum Thema erscheinen.




Feliks, die UHA in der ich für Vernehmungen einquartiert wurde, war erst Neustrelitz, wo ich auch die Untersuchungen(teilweise auch in NBG) von euch über mich ergehen lassen musste. Diese alte Hütte war nicht wirklich angenehm, wobei ich sagen muss, dass die Wege dort wesentlich kürzer waren.
Dieses habe ich Dir inkl. Jahreszahlen auch schon per PM mitgeteilt. In NBG waren die Untersuchungen im obersten Stockwerk. Mein SV war in der untersten Etage. Dieser war ein Neubau und relativ gut ausgestattet. Während des Übergangs von NZ nach NBG erlebte ich auch die Verwahrräume der UHA in der neuen UHA/SV NBG. In den Verwahrraum hatte ich eine halbhohe Trennwand zwischen Toilette und Waschplatz inkl. Warm.- Kaltwasser. Das Bett war aus Holz. Die Nummer des Verwahrraums mit Bettenbelegung werde ich Dir auch nicht erzählen… logisch. Du schweigst auch…
Der SV war etwas anders wie die UHA. Die UHA- Untersuchung war(gefühlt) unendlich lang und ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt bzw. genehmigte Besuche von der Familie sowie von einem Rechtsanwalt. Meine Versuche oder besser meine Gesuche Briefe zu schreiben wurden mir wegen meiner nicht positiven Mitarbeit vom einem gewissen MA (Vernehmer) zwar erlaubt, aber leider sind diese nur in meine Akten gelandet… (nachweislich)
Strafkommando in NBG… leider war meine Berufsrichtung nicht mit der entsprechenden Werkstatt/Niveau versehen und musste somit Arbeiten ausführen, die letztendlich nur für das gewisse Entgelt sorgten.
Später mehr…

P.S. Feliks, da Du selber nicht auf bestimmte Dinge von damals eingehen möchtest, erwarte von mir auch nicht mehr.


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#83

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 01:47
von Manfred B. (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von wosch
Im Gegenteil zu Dir durfte er die Haft in der DDR und bei der "Staatssicherheit" am eigenen Leibe erleben und er weiß mit Sicherheit mehr davon als Du.



Na Wosch mal wieder auf nicht genehme User "einprügeln"?

Aber diesmal hast Du ja auch recht, was fällt diesem Rotzbengel auch ein hier mit ehrlichem Interesse nachzufragen. Ständig darf er sich von Dir anhören er wäre zu jung, hätte sowieso keine Ahnung und solle sich erst einmal kundig machen bevor er hier weiter schreibt. Jetzt fragt er nach wie es denn war, wie man es sich als Unbeteiligter vorstellen soll, wie denn der Ablauf und die Unterbringung wirklich waren (mir ist da schließlich nicht zu trauen und er würde es halt trotzdem gerne wissen) und nun ist es Dir wieder nicht recht. Dieser Bengel, lernt einfach dazu und will sich nicht mehr deinen Argumenten seiner angeblichen Ahnungslosigkeit aussetzen. Ja wo bleibt denn dann deine Angriffsfläche wenn einfach alle deine Ratschläge, doch lieber einmal nachzufragen, annehmen würden? Es ist schon schlimm mit dieser Jugend.

Schaun wir doch mal ob Manfred ihn wenigstens aufklärt, nicht dass ich ihm noch etwas über die Zustände "vorlüge" und ihn versaue. Auch viele andere wüssten sicher gerne wie es denn nun wirklich war, uns ehemaligen ist da schließlich nach landläufiger Meinung nicht zu trauen. Eine Aufklärung von @WH und allen anderen müsste daher ja in Manfreds ureigensten Interesse liegen. Bis auf Angriffe und Anspielungen meine Person betreffend kam von ihm in diesem Forum ja noch nicht sehr viel sachdienliches.

Die Beiträge zum Thema U-Haft könnte ein Admin ja mal abtrennen.





Feliks, lass das verdrehen von Tatsachen. WH wird es Dir danken, sich von Dir als Rotzb... bezeichnen zu lassen. Es scheint deine Art zu sein Menschen so zu bezeichnen um dein EGO "voran" zu bringen.

Bis auf Angriffe und Anspielungen meine Person betreffend kam von ihm in diesem Forum ja noch nicht sehr viel sachdienliches.

Feliks, dieser Satz von Dir, zeigt einen tollen Versuch aus deiner damaligen Schule. Ich habe diesen Satz auch vor ü 22 Jahren von dir erlebt. Was kommt denn von dir... nix. Ich bin Feliks und bin geheim.


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#84

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 01:53
von Sachsendreier (gelöscht)
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In welcher Haftanstalt wird denn nun Präsident Zingler eingesperrt ?


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#85

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 01:58
von Manfred B. (gelöscht)
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Zitat von Sachsendreier
In welcher Haftanstalt wird denn nun Präsident Zingler eingesperrt ?




Frag den Richter.


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#86

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 09:49
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Welche Tatsache habe ich verdreht? Du musst da schon genauer werden. Wenn man will dann kann man in meiner Antwort an Wosch die Ironie erkennen, folglich ist auch der Rotzbengel nicht wirklich ernst gemeint. Du kannst WH ja einmal fragen ob er es mir nachträgt, wovon ich aufgrund unseres regen Kontaktes in den verschiedensten Angelegenheiten und der gegenseitigen Achtung nicht ausgehe.

Beachtlich finde ich dass Du dich heute noch an gewisse charakteristische Aussprüche erinnern kannst. Muss ja einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, aber was soll man machen gewisse Sprüche/Redewendungen eignet man sich über die Jahre an und nutzt diese immer mal wieder. Sollte jeder bei sich selbst auch erkennen können.

Manfred ich erwarte hier von Dir gar nichts, denn die Zeiten sind vorbei und ich kenne die Dinge von denen Du berichtest. Die beschriebene Abtrennung war im übrigen eine ca. 1,60m hohe Sperrholzplatte die einen ausreichenden Sichtschutz bot und außer Warm- und Kaltwasser war auch eine Steckdose für die E-Rasur im Waschbereich vorhanden.



Kein genehmigter Besuch von einem Rechtsanwalt ist ja nun nicht ganz richtig. Du wurdest über den Grund der Beschuldigung (105StPO), sowie über dein Recht auf Verteidigung (61StPO) und Beschwerde (91StPO) belehrt. Weiterhin wurde Dir gestattet einen Anwalt deiner Wahl zu nehmen und diesen entsprechend über deine Inhaftierung zu informieren und ihn zu bitten dich zu vertreten. Dieser musste dann einen Sprecher beantragen, der durch den [b]Staatsanwalt[b] genehmigt wurde. Weiterhin konnte er nach 64 StPO Einschränkungen durchsetzen wie z.B. das ein Angehöriger des U-Organs bei dem Sprecher zugegen sein muss oder Einschränkungen anderer Natur wenn andernfalls der Zweck der Ermittlungen gefährdet werden würde. Auch die Kontrolle deiner Briefe erfolgte durch den U-Führer im Auftrage des Staatsanwaltes und natürlich konnte diese bei entsprechenden Beanstandungsgründen zurückgehalten werden. Die letztendliche Entscheidung wurde auch hier vom zuständigen Staatsanwalt getroffen. Die Entscheidungen des Staatsanwaltes, die dieser auch aufgrund der Rechtslage traff, nun dem allein dem U-Organ als Willkür anzulasten halte ich schon für unanständig.


Was meinst DU mit psychischer Beeinflussung bei Vernehmungen? Darüber können wir gerne reden, so ganz ohne Beeinflussung wird wohl kein U-Führer dieser Welt eine Vernehmung erfolgreich durchführen können. Die neuesten Erkenntnisse der Kriminalistik zu Vernehmungstaktik, -technik und -pschologie werden daher auch heute ausführlich an der DHPol in Münster gelehrt. Um die Aussagebereitschaft des Beschuldigten auf ein möglichst hohes Level zu führen und die Beschuldigtenvernehmung erfolgreich abschließen zu können ist nun einmal ein hohes Maß an Ausbildung und Können erforderlich und keine Eigenart des MfS.

An ein besonders "perfides" Mittel psychologischer Beeinflussung kann ich mich noch erinnern und ich gebe zu mich auch häufig dieses Mittels bedient zu haben. Gerade den Beschuldigten denen ein Grenzdelikt vorgeworfen wurde habe ich bei mangelnder Aussagebereitschaft eröffnet, dass wir hier noch Wochen so verbringen können, die Zeit genießen und uns weiterhin anschweigen, oder das EV schnell beenden und an das Gericht abgeben. Ein Freikauf nach der BRD, was ja wohl sein/ihr Ziel wäre, ist auf jeden Fall erst nach der Verurteilung möglich und Überstellung in den SV möglich. Siehe da, plötzlich wurden alle Vorbehalte aufgegeben, teilweise inoffiziell vorliegende Beweismittel durch entsprechende Aussagen offizialisiert, und Sachverhalte ausführlich und nachprüfbar geschildert.

Hatte der Beschuldigte nun verloren und nicht eher doch gewonnen?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#87

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 10:40
von Tobeck | 488 Beiträge

Zitat von Feliks D.

An ein besonders "perfides" Mittel psychologischer Beeinflussung kann ich mich noch erinnern und ich gebe zu mich auch häufig dieses Mittels bedient zu haben. Gerade den Beschuldigten denen ein Grenzdelikt vorgeworfen wurde habe ich bei mangelnder Aussagebereitschaft eröffnet, dass wir hier noch Wochen so verbringen können, die Zeit genießen und uns weiterhin anschweigen, oder das EV schnell beenden und an das Gericht abgeben. Ein Freikauf nach der BRD, was ja wohl sein/ihr Ziel wäre, ist auf jeden Fall erst nach der Verurteilung möglich und Überstellung in den SV möglich. Siehe da, plötzlich wurden alle Vorbehalte aufgegeben, teilweise inoffiziell vorliegende Beweismittel durch entsprechende Aussagen offizialisiert, und Sachverhalte ausführlich und nachprüfbar geschildert.

Hatte der Beschuldigte nun verloren und nicht eher doch gewonnen?



Wie viel Prozent dieser wegen "Grenzdelikten" Verurteilten wurden denn dann tatsächlich freigekauft? Gibt es da heute in der Literatur Zahlen darüber? Hast Du damals diese Zahl gekannt? Der Freikauf war doch eine Deviseneinnahme der nach Devisen lechzenden DDR. Kann es sein, dass ihr angehalten wurdet, dass Verfahren möglichst schnell abzuschließen, um den Häftling möglichst schnell verkaufen zu können?


zuletzt bearbeitet 26.07.2011 10:41 | nach oben springen

#88

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 11:02
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zweimal nein.

Ich kannte diese Prozentzahl weder damals noch heute, gehe aber davon aus zu hoch dürfte diese nicht sein. Wer da genaue Zahlen zu hat nur her damit, würden mich wirklich interessieren. Auch wurde man nicht dazu angehalten hier schnell irgendetwas abzuschließen. Alle EV mussten den rechtlichen Anforderungen entsprechen und wenn es nur um das "verkaufen", welch unschönes Wort, gegangen wären, dann hätte man sicher auch bei einer langsameren Bearbeitung genug SVH zur Verfügung gehabt. Diesen Brschuldigten wurde auch nicht explizit versprochen dass nun genau sie und sofort nach der BRD oder WB entlassen werden, sondern es war lediglich, zur Förderung der Aussagebereitschaft, der Hinweis dass diese grundsätzliche Möglichkeit erst nach Abschluss des gesamten Vorgangs (EV+Prozess) bestünde.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#89

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 11:07
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Nachtrag:

Im Internet findet sich die Zahl von 150tsd bis 250tsd "politischen" Häftlingen, denen 33.755 Entlassungen nach der BRD bzw. WB gegenüberstanden. Dies ergäbe beim Mittelwert von 200tsd entsprechenden SVH einen Prozentsatz von ca. 17%. In diesen Zahlen sind allerdings dann die Personen, die im Rahmen einer Amnestie nach der BRD entlassen wurden noch nicht enthalten. Diese würden den Prozentsatz dann sicherlich auf rund 25% erhöhen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#90

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 11:18
von eisenringtheo | 9.191 Beiträge

Es führt vielleicht zu weit, aber doch: Wie hat man Beschuldigte zur Mitarbeit motiviert, bei denen man annahm, dass sie im Grunde ihres Herzens eigentlich nicht auf Dauer ausreisen wollten (Kurzschlussreaktionen aus Familienproblemen, Mobbing am Arbeitsplatz, Suchtprobleme usw.)? Gab es da Druck auf die Untersuchunden, zur Motivation trotzdem die Karte "Ausreise" zu ziehen, um Geld in die Staatskasse zu spülen.
Theo


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#91

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 11:42
von Tobeck | 488 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Nachtrag:

Im Internet findet sich die Zahl von 150tsd bis 250tsd "politischen" Häftlingen, denen 33.755 Entlassungen nach der BRD bzw. WB gegenüberstanden. Dies ergäbe beim Mittelwert von 200tsd entsprechenden SVH einen Prozentsatz von ca. 17%. In diesen Zahlen sind allerdings dann die Personen, die im Rahmen einer Amnestie nach der BRD entlassen wurden noch nicht enthalten. Diese würden den Prozentsatz dann sicherlich auf rund 25% erhöhen.



Das könnte darauf hindeuten, das das Freikaufen nicht unbedingt höchste Priorität hatte. Andererseit wollte man Deviseneinnahmen. Man wollte vielleicht vermeiden, dass sich zu viele auf diese Weise den Weg in den Westen ermöglichen. Bei einer hohen "Freikaufrate" hätten viele einen scheinbaren Fluchtversuch unternommen, nur um später freigekauft zu werden. Denn man wollte wohl auch nicht Fachkräfte wie Ärzte, Techniker u.s.w. einfach so ziehen lassen. Andererseits gab es für die den höchsten Preis. Es ist schwer sich hier ein klares Bild zu machen.

Wie hast Du es damals persönlich gesehen - waren für Dich "Grenzdelikte" eine ganz "normale" Straftat wie die Alltagskriminalität, oder hattest Du doch Zweifel, ob ein solcher Straftatbestand moralisch in Ordnung ist? Die Frage bezieht sich auf die moralische Sichtweise. Hat sich Deine Meinung nach 21 Jahren in dieser Beziehung verändert? Man denke nur an die umstrittenen Paragraphen 175 oder 218. Hier hat sich die gesellschaftliche Sichtweise auch verändert. Ganz früher sah die Mehrheit der Gesellschaft moralisch "Täter" und "Täterinnen" als zu Recht dafür bestraft.


zuletzt bearbeitet 26.07.2011 11:55 | nach oben springen

#92

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 12:04
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Theo lies einfach einmal #88 dann sollte sich deine Frage erledigt haben. Solche wie auch immer gearteten Forderungen/Vorgaben hat es niemals gegeben.

Wie hat man solche Beschuldigte zur Mitarbeit motiviert? Der von Dir ins Spiel gebrachte Druck wäre hier in Bezug auf die Aussagebereitschaft des B. absolut kontraproduktiv gewesen. In solchen Fällen hat man halt erst einmal eine förderliche Atmosphäre hergestellt, mal einen Kaffee bringen lassen, eine Zigarette angeboten und dann ohne große Vorwürfe verständnisvoll mit dem B. geredet und ihm vor allem zugehört und die Probleme zur Kenntnis genommen. Wenn man dann vernünftig mit ihm sprach "Du Genosse höre mal, im Grunde bist Du doch ganz vernünftig und solche Probleme haben wir doch alle mal" usw., dann redeten diese meist von ganz alleine und waren teilweise froh dass sie endlich einmal eine staatliche Stelle antrafen, bei der ihre Probleme und Hinweise auf Unzulänglichkeiten Beachtung fanden und nicht einfach beiseite geschoben wurden.

Solche B. waren eigentlich, aufgrund der guten Zusammenarbeit, ein Geschenk für den jeweiligen U-Führer und die beschriebenen Probleme (Arbeitsumfeld usw.) oft real. Nicht selten ergab sich daraus ein entsprechender Ansatzpunkt für andere DE (z.B. XVIII), die den Sachverhalten dann auf den Grund gingen und entsprechende Maßnahmen einleiteten. In wenigen Fällen in denen der Tatvorwurf minder schwerer  Natur war (Vorbereitungshandlungen etc.) kam auch §25 StGB in Betracht und der B. wurde dann schwerpunktmäßig für die jeweilige DE eingesetzt um die geschilderten Probleme abzustellen. Sicher waren solche B. auch als ZI interessant, jedoch erhielt der zuständige U-Führer hierüber keinerlei Kenntnis  und war sich eines solchen Status des B. nie bewusst.

Anmerken möchte ich noch, dass sich dieser Beitrag nun nicht allein auf Beschuldigte eines Grenzdeliktes bezog. Solche Fallkonstellationen und Affekt- bzw. Frustrationshandlungen gab es ja auch in anderen Bereichen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#93

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 12:17
von OHS_Feldwebel (gelöscht)
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Zitat von Alfred
Pitti,

und in 5 Jahren wird man jeden Zuschauer überprüfen ....



echt!!! sche... da muss ich mir was überlegen aber ich hab ja noch 5 jahre zeit
man sowas nach über 20 jahren . auf so eine zeitung lasse ich nichtmal meine hamster schei...!
bis die tage
feldwebel


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#94

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 12:55
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Mit dem Beschuldigten

Zitat
.....vernünftig mit ihm sprach "Du Genosse höre mal, ......



Felix, ich nehme mal an bei dem Beschuldigten ging es vorrangig um Grenzverletzer. Das ist das eine und andererseits wurden 'Beschuldigte' aller Couleur mit allem möglichem angesprochen, garantiert nicht mit Genosse.
Die weiß ich nun wieder aus eigener Erfahrung.
Vielleicht war es in einer UHA des MfS ein wenig anders und es konnte sich bei den Genossen nur um vom Klassenfeind irregeleitete Schäfchen handeln

Außer in offiziellen Parteiveranstaltungen der SED ist mir die Anrede 'Genosse' nicht untergekommen und als ich nicht mehr "Genosse" war habe ich mich auch gegen diese Anrede verwahrt.

Das ist ungefähr so wie mich vor einigen Jahren der Sohn von Jemanden ernsthaft gefragt hat ob es wirklich so war das die Kinder/Jugendlichen im Pionier-/FDJalter im privaten, häuslichen Kreis ihre Eltern, Verwandtschaft, Besuch mit "Freundschaft" bzw. "seit bereit/immer bereit" ansprachen.
Dies wurde ihnen von einem "Zeitzeugen" in Fach Gegenwartskunde am Gymnasium vermittelt.
Soviel zu "Zeitzeugen" die auf Jugendliche losgelassen werden.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#95

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 13:18
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hallo Nostalgiker wenn Du nochmal genau die Frage von @Theo liest siehst Du es ging in dem Beispiel nur um eine ganz bestimmte Klientel und da benutze ich diese Anrede gelegentlich um ein gewisses Vertrauen meinerseits dem B. gegenüber zu suggerieren. Ansonsten hast Du vollkommen recht, dass dies nicht die gebräuchliche Anrede für einen B. darstellte, aber der "Normalfall" bekam in der Regel auch keinen Kaffee angeboten. *Wink*


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#96

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 13:22
von Gelöschtes Mitglied
avatar


hat denn in den letzten Tagen nochmal einer was vom Ursprungsthema Präsident Union Berlin bei Wachregiment
gehört?
Ich glaube nein,das Thema dürfte sich schon erledigt haben.


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#97

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 14:51
von eisenringtheo | 9.191 Beiträge

Zitat von hinterwäldler

hat denn in den letzten Tagen nochmal einer was vom Ursprungsthema Präsident Union Berlin bei Wachregiment
gehört?
Ich glaube nein,das Thema dürfte sich schon erledigt haben.



Ich glaube, es ist immer noch am Dampfen...
http://www.fc-union-berlin.de/verein/akt...rklaerung-229i/
Zwischen Präzisieren und Lügen ist eine Grauzone und die A..karte liegt jetzt beim Aufsichtsrat.
Theo


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#98

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2011 15:36
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Könnte etwa Hertha von der Zeitungsveröffentlichung durch zuwandernde Ex-Union-Fans profitieren???
Irgendwie muss man ja das Olympiastadium, und die Kasse, weiter füllen.

Auch hatte man das Derby in der 2.BL gegen Union 2011 mit 1:2 verloren.
http://www.morgenpost.de/sport/article15...piastadion.html


zuletzt bearbeitet 26.07.2011 15:43 | nach oben springen

#99

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2011 10:36
von Grenzer76 (gelöscht)
avatar

Damals war es die Stasi heut der BND damals Glasmensch heut ist es glaub ich noch schlimmer


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#100

RE: Hört das nie auf?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2011 17:56
von 94 | 10.792 Beiträge

Na da werden die Pullacher doch nicht etwa 'geadelt', hä?
Nicht zu vergessen die Staats- und Verfassungsschützer, die Zoll- und Steuerfahndung, die FKS (vulgo Gerüstschüttler genannt), GERs und achja, beinah übersehen, diesen MAD. Einige hauptamtliche Betriebsräte (bei den Behürden auch Personalrat genannt) hätte bestimmt auch gute IMs abgegeben.
Zu Glück steht so ein [...] nur im nicht-öffentlichen Bereich. Nun, wie ist dieser Thread so passend betitelt ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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