#41

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 13.07.2011 22:49
von brausepaul | 67 Beiträge

Zitat von Stabsfähnrich

Zitat von brausepaul
natürlich konnte man zur Bereitschaftspolizei. Das waren 18 Monate GWD... Felix, min. 3 Jahre und freiwillig (nach meinem, bescheidenen, Kentnisstand) und ZV erst nach Ableistung des GWD...jedenfallszu meiner aktiven Zeit in Berlin



...........nicht ganz Richtig @Brausepaul , der Dienst in den VP-Bereitschaften, konnte als Anwärter, als Unterführer auf Zeit, als Berufsunterführer oder als Berufsoffizier geleistet werden. Ob und wie weit es Offiziere auf Zeit bei den VP-Bereitschaften gab, entzieht sich meiner Kenntnis. Gleichgestellt diesem Dienst war der Dienst in den VP-Kompanien der Transportpolizei. Der Dienst in den zuvor bezeichneten Einheiten - bezeichnet als Wehrersatzdienst - war wie von @Felix richtig bezeichnet Wehrdienst. Zweitens. die Zivilverteidigung unterstand nach Herauslösung aus dem Bestand des MdI (Ministerium des Innern) dem Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV - Sitz Strausberg). Wer dazu näheres wissen möchte, dem empfehle ich einfach mal das WWW zu bemühen. Entsprechend der Dienstpostenbesetzung, wurden auch hier Wehrpflichtige - dies nach entsprechender Prüfung der Voraussetzungen - zum Dienst verpflichtet. Hier wurde jedoch in der Regel auf eine längere Verpflichtung wert gelegt.
Richtig ist die aufgestellte Behauptung, dass zum WRFD nur "Freiwillige" gezogen wurden. In den ersten Jahren fast nur "Berliner", wo man im laufe der Zeit dann abging und auch Dienstleistende aus anderen Bezirken der DDR "eingezogen" wurden.




Sorry Stabsfähnrich, die normalen Laufbahnen hab ick als bekannt vorausjesetzt....
OaZ gab es m.E. in den VP- Einheiten nicht.


www.radio-taktlos.de
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#42

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 13.07.2011 23:14
von utkieker | 2.913 Beiträge

Weißt du Feliks du bemühst dich hier um Agitation, über eine verflossene Zeit. Mein Schwager hatte es immerhin zum Stabsfähnrich der Volksmarine gebracht, er hatte sich über die mangelnde Versorgungslage im Standort Dranske beschwert und wütend über diese Situation sein Parteibuch abgegeben. Der "Dank" des Vaterlandes folgte prompt in Unehren aus der Armee entlassen.
Der Ausgang der Revolution von 1989 war nicht voraus zu sehen, aber wer mit ganzen Herzen Sozialist ist kam an der Tatsache nicht vorbei einen vulgären Sozialismus vom Kopf auf die Beine zu stellen. Die Tatsache, daß die DDR untergegangen ist nicht das Entscheidende sondern wie sie untergegangen ist, letztlich ist der Ausgang der Revolution für mich keines Wegs zufrieden stellend.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#43

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 13.07.2011 23:44
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hartmut der Textauszug sollte lediglich die damalige offizielle Sicht zum Thema Ehrendienst darlegen.

Gruß


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#44

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 13.07.2011 23:46
von Weichmolch (gelöscht)
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Zitat von utkieker
Weißt du Feliks du bemühst dich hier um Agitation, über eine verflossene Zeit. Mein Schwager hatte es immerhin zum Stabsfähnrich der Volksmarine gebracht, er hatte sich über die mangelnde Versorgungslage im Standort Dranske beschwert und wütend über diese Situation sein Parteibuch abgegeben. Der "Dank" des Vaterlandes folgte prompt in Unehren aus der Armee entlassen.
Der Ausgang der Revolution von 1989 war nicht voraus zu sehen, aber wer mit ganzen Herzen Sozialist ist kam an der Tatsache nicht vorbei einen vulgären Sozialismus vom Kopf auf die Beine zu stellen. Die Tatsache, daß die DDR untergegangen ist nicht das Entscheidende sondern wie sie untergegangen ist, letztlich ist der Ausgang der Revolution für mich keines Wegs zufrieden stellend.

Gruß Hartmut!



Hartmut, ich verstehe Deinen Beitrag. Es ist aber mehr als schwierig den Beruf des Soldaten, abgesehen von der gesetzllichen Wehrpflicht, als wertneutral oder gar völlig unpolitisch zu sehen. Diese Tendenz, sich als "Nur-Soldat" darstellen zu wollen, findest Du schon bei den Militäreliten der Jahre 14-18 und zieht sich bis heute durch die Geschichte.
Nun mögen die Motive zum Eintritt in den bewaffneten Arm eines Staates und seiner Regierung recht mannigfaltig sein, im Laufe der Dienstzeit sollte es aber die Synapsen erreicht haben. Insofern hält sich bei mir jedes Mitleid in sehr engen Grenzen.
Ähnlich verhielt es sich mit Studenten, die der Sauferei wegen im 7 oder 8 Semester durch die Semester-Prüfungen rauschten. Nunja - Hilfsarbeiter mit Hochschulerfahrung - so ging das Leben weiter. Konsequenz eigenen Handelns.
Das Bestreben in der DDR, über alle Kanäle, auch über die Partei, Einfluss in den letzten Winkel der Persönlichkeit und des Lebens zu erhalten, hielt ich schon zu deren seeligen Zeiten für zweifelhaft und äußerte das auch. Genau dann passieren solche wie von Dir geschilderten Unsinnigkeiten, deren es zu Tausende gab. Sehr fähige Menschen wurden so geradezu verprellt, verärgert, auch aus der Bahn geworfen. Unnötig in sich.
Das alles enthebt aber meiner Meinung nach niemanden aus der Pflicht, auch dem Motto des Forums folgend, sich der Gegenwart und Zukunft diesens Landes zuzuwenden und sich nicht, jammernd und wehklagend an Zeiten vor 20 Jahren festzuhalten, im Status des Widerstandkämpfers, im Status des Flüchtlings oder wie auch immer.
Wir sollten uns erinnern - wir, die wir das erlebt haben. Jeder aus seiner Sicht.

Weichmolch


zuletzt bearbeitet 14.07.2011 00:18 | nach oben springen

#45

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 13.07.2011 23:54
von Marder | 1.413 Beiträge

Hallo Weichmolch
das unterschreibe ich.
MfG Jürgen


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
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#46

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 13.07.2011 23:55
von brausepaul | 67 Beiträge

eben!
Deswegen schreibe ick ja so nüchtern nur aus meiner Sicht und Erfahrung.
(und erhebe dabei keinesfalls den Anpruch absoluter Glückseligkeit und Wahrheit. Ick kann mich genauso irren, wie jeder andere. Aber ich kann berichten, was ich erlebt und gesehen habe...)


www.radio-taktlos.de
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#47

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 14.07.2011 00:54
von 94 | 10.792 Beiträge

Nun, in dem DDR-Sprachgebrauch war für die Ableistung des Wehrdienstes auch der Begriff 'Asche' üblich.
Ansonsten stelle ich mit etwas Verwunderung fest, in dieser regen Diskussion bis jetzt eine Möglichkeit (eigentlich sogar zwei) seiner gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen, noch nicht erwähnt wurde.
Oder sollte ich auch etwas übersehen haben, hä?

P.S. Kleiner Tipp *grins*
Gesetzblatt Teil I Nummer 11 vom 16. September 1964


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 14.07.2011 01:15 | nach oben springen

#48

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 14.07.2011 09:41
von westsachse | 464 Beiträge

Hallo Leute,

der Begriff "Ehrendienst" war doch genau so eine Erfindung der SED Oberen, wie der Arbeitsplatz ein "Kampfplatz für den Frieden" war. Ich habe mich schon damals über solch ideologische Verbrähmungen gewundert.

Gruß

westsachse


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#49

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 14.07.2011 10:51
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Weichmolch
Manche Frage sollte man rhetorisch gegenteilig stellen um Klarheit in der Antwort darstellen zu können:

Ist Wehrdienst unehrenhaft?
Ist die Erfüllung eines Gesetzes unehrenhaft?

Weichmolch


Wenn ich als Grundwehrdienstleistender für 18 Monate eingezogen werde, erfülle ich das Gesetz, Jürgen. Aber muss ich dann von einem Ehrendienst sprechen? Ist es mir eine Ehre gewesen, dieses Gesetz zu erfüllen oder war es eine lästige Pflicht?
Immer vorausgeschickt, ich als Grundwehrdienstleistender. Bei Dir als Offizier ist es ganz was anderes, deine Einstellung sei dir unbenommen, damals, wie auch heute.
Was ich karikieren wollte ist genau dass, was der Westsachse vor mir festgestellt hat, es wurde immer mit solchen deftigen Sprüchen und Bezeichnungen gearbeitet, denen wahrscheinlich nur ein ganz geringer Prozentsatz der Bevölkerung gefolgt ist.
Ehrendienst ist ein großes und starkes Wort.
Greso, Icke –ek 71, Pit 59, moreau, Küchenbulle und Huf, um nur einige zu nennen, haben ganz klar die Meinung, die ich auch von den „Genossen“ auf der Stube oder auf dem Turm kannte, kundgetan – notwendiges Übel, lästige Pflicht.
Sicher, jemand, der diese Tätigkeit zu seinem Beruf gemacht hat, muss dies ganz anders sehen, deshalb ging die Frage an die GWD-ler.
Sicher sollte man nicht an der Vergangenheit krampfhaft festhalten, doch, wie du schon schreibst: wir sollten uns erinnern und wir sollten uns über diese Erinnerungen austauschen,
dazu dient doch dieses Forum. Die Gegenwart und die Zukunft dieses Landes- ich glaube kaum, dass jemand der hier anwesenden User ernsthaft darauf Einfluss nehmen kann, wahrscheinlich ist man schon wieder in der Situation, wo man zusehen muss, wie man mit dem A... an die Wand kommen kann, um das beste für sich draus zu machen – fast wie beim
„ Ehrendienst“.
Grüße von der Insel, der Rüganer


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#50

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 14.07.2011 15:11
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von utkieker
[Für mich war die Bezeichnung "Ehrendienst" ein Synonym für den Wehrdienst schlecht hin.



Schau mal...

Zitat von Unsere Nationale Volksarmee. Für die Treffen mit Soldaten anläßlich de 27. Jahrestages der Gründung der Nationalen Volksarmee, hrsg. v. Oberst Lothar Krasselt (Chefredakteur), Militärverlag der DDR

Jedermanns Recht, jedermanns Ehrenpflicht

Alles für das Wohl des Volkes, das ist der Sinn des Sozialismus. Und seine Verwirklichung schließt untrennbar auch den bewaffneten Schutz des Errungenen ein. Ist doch das Wichtigste für das Wohl des Volkes der Frieden.

Denn alle Anstrengungen, das materielle und kulturerelle Lebensniveau zu erhöhen, sind vergebens, wenn unsere Menschen durch die Kernwaffen der NATO zugrunde gehen, wenn unsere Städte durch Napalmüberfälle der NATO-Luftwaffe in Flammen aufgehen.

Unsere Gesellschaft hat daher ein Recht darauf, von jedem männlichen Bürger zu verlangen, daß er das Wohl seines Volkes sicher behütet. Weil unsere sozialistische Gesellschaft jedem Arbeit gibt und Brot und eine gesicherte Zukunft, hat jedermann auch die Pflicht, für das Wohl dieser sozialistischen Gesellschaft mit der Waffe einzustehen. Steht er doch damit für sein Wohl ein, daß er für immer Arbeit, Brot und eine Zukunft hat. Im Artikel 23, Abs. 1 der Verfassung der DDR ist festgelegt, daß der Schutz des Friedens und des sozialistischen Vaterlandes und seiner Errungenschaften Recht und Ehrenpflicht der Bürger sind.

Nur ein sozialistischer Staat kann die Verwirklichung dieses Rechtes garantieren, weil nur in ihm der Frieden und das Wohl des Volkes wirklich Ziel und Inhalt der Staatspolitik sind. Das von der Volkskammer am 25. März 1982 beschlossene Gesetz über den Wehrdienst in der DDR gewährleistet die volle Wahrnehmung der Rechte und Pflichten der Bürger zur Landesverteidigung und zum Schutz des Sozialismus.

Durch die allgemeine Wehrpflicht ist gesichert, daß alle für den Wehrdienst tauglichen männlichen Bürger zur Erfüllung von Aufgaben für die Landesverteidigung ausgebildet und unsere Streitkräfte somit befähigt werden, gemeinsam mit der Sowjetarmee und den anderen Bruderarmeen einem imperialistischen Aggressor jederzeit Paroli zu bieten.

Frieden läßt sich nur schaffen gegen NATO-Waffen - und zwar mit des Sozialismus stets einsatzbereiten Waffen. Der Frieden wird erhalten, weil die Sowjetunion, weil der reale Sozialismus dem Imperialismus das annähernde militärstrategische Gleichgewicht abgerungen hat. Die Stärke des Sozialismus in diesem Gleichgewicht ist das für den Frieden Entscheidende.

Daraus folgt: Der Wehrdienst ist der wirksamste Dienst am Frieden.

Oberst Willi Fuhrmeister



Edit: Vergessene Überschrift des Artikels eingefügt.





....................................................................................................................................

Mal wieder ganz ehrlich @FeliksD, wenn ich so etwas lese wird mir selbst im Abstand von den ganzen Jahren als der Genosse Oberst soetwas für seine zum "Ehrendienst" verpflichteten jungen Menschen schrieb etwas mulmig in der Magengegend.
wie konnt man so etwas damals und heute auch noch gut heißen? Ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel!!
Trotzdem "Danke" ein sehr aufschlußreicher Beitrag, den man eigentlich nicht zu kommentieren braucht.
Schönen gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 14.07.2011 15:18 | nach oben springen

#51

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 14.07.2011 15:24
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Ps. und nur weil ein Oberst das sagt muss es nicht unbedingt richtig sein.@marder

Wenn Du wüsstest wie Recht Du hast.Zustimmung gibts da nur wenn Feliks sein Oberst mit meinem Oberst Redet.


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#52

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 14.07.2011 15:45
von GZB1 | 3.286 Beiträge

@ wosch und Gert

mußen eigentlich "Übersiedler" die in der DDR ihren Ehrendienst noch nicht geleistet hatten, ihren Grundwehrdienst in der Bundeswehr ableisten? Oder wurden sie ausgemustert?


zuletzt bearbeitet 14.07.2011 15:49 | nach oben springen

#53

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 14.07.2011 15:51
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#54

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 14.07.2011 15:54
von wosch (gelöscht)
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Zitat von GZB1
@ wosch und Gert

mußen eigentlich "Übersiedler" die in der DDR ihren Ehrendienst noch nicht geleistet hatten, ihren Grundwehrdienst in der Bundeswehr ableisten? Oder wurden sie ausgemustert?



.............................................................................................................................
Nein, ich ließ mich zurückstellen und wurde dann nie wieder "gefragt"!!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#55

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 14.07.2011 16:02
von GZB1 | 3.286 Beiträge

OK, also quasi ein Bonus.


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#56

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 14.07.2011 16:56
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von GZB1
@ wosch und Gert

mußen eigentlich "Übersiedler" die in der DDR ihren Ehrendienst noch nicht geleistet hatten, ihren Grundwehrdienst in der Bundeswehr ableisten? Oder wurden sie ausgemustert?




Ich hatte vorsorglich meinen Wehrpass mitgenommen, da war vermerkt dass ich 18 Monate bei der GBK GWD abgeleistet hatte. Ich war kaum 3 Monate in der Bundesrepublik, da bekam ich eine Aufforderung zur Musterung für die BW. Ich dachte mich tritt ein Pferd, jetzt geht das schon wieder los. Also ich dorthin, gemustert mit T1 tauglich für alle Waffengattungen außer fliegendes Personal ( Grund Brille)
Vor der Musterungskommission sagte ich, ich werde nicht 2 x 18 Moante dienen nur weil dieses D geteilt ist. Nein, nein war die Antwort laut Gesetz müssen wir sie mustern, aber es gibt einen Befehl des Generalinspekteurs der Bundeswehr, dass alle eh. NVA Soldaten nicht eingezogen werden. So war es dann. Im anderen Fall wäre ich nach Westberlin umgezogen.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#57

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 14.07.2011 20:10
von Gelöschtes Mitglied
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Kurz und Knapp.
Der Wehrdienst war kein "Ehrendienst" für mich....und auch nicht für meine Kumpels oder Arbeitskollegen.
Es war ein mehr oder weniger notwendiges Übel,dass man über sich ergehen ließ.
Das einzigste was man wirklich nicht leugnen kann ist,dass man einiges fürs spätere Leben lernte und etwas mitnahm.
Man(n) wurde in Bezug zu heute sehr früh selbstständig.

Gruß ek40


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#58

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 15.07.2011 14:34
von Tobeck | 484 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Wolfgang das war doch mal ein guter Beitrag, ich sehe da bis auf den Teil mit den klaren Vorteilen als Motiv keinen Grund zur Kritik. Mein Vater meldete sich schon 1949 nach der Lehre zur KVP und begann dann im August 1949 seine militärische Ausbildung an der OHS in Glöwen.

Motivation dazu waren weder irgendwelche erhofften Vorteile oder ähnliches, sondern einzig das Erleben der eigenen Familiengeschichte in der Zeit von 1933-1945. Fünf gefallene Brüder waren ihm Verpflichtung genug ein neues sozialistisches Deutschland aufzubauen und zu schützen.

Auch dieses gab es!



In der US-Armee gab es während des zweiten Weltkriegs nur einen einzigen vergleichbaren Fall - die fünf gefallenen "Sullivan Brüder". Das ist also ein ganz seltenes Ereignis. Dies führte zu einer Änderung der Regelwerke der US-Armee (Sole Survivor Policy).

Zitat
Der Tod von fünf Söhnen war der größte Verlust einer einzelnen US-amerikanischen Familie durch Kampfhandlungen im Zweiten Weltkrieg.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sullivan-Br%C3%BCder


zuletzt bearbeitet 15.07.2011 14:35 | nach oben springen

#59

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 15.07.2011 16:25
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Kann mir nicht vorstellen dass dies in Deutschland auch so selten war. Ganz einfach schon aus dem Grund, dass in Deutschland fast alle Männer im Krieg waren und die Zahl der Verluste gut 10x so hoch. Das bei weitaus geringer Gesamtbevölkerung. Auch waren in Deutschland zu diesem Zeitpunkt auf dem Land noch Großfamilien üblich, außer meinem Vater gab es noch 8 weitere Geschwister und auch bei meiner Mutter in der Familie waren es 7 Kinder von denen allerdings nur ein Bruder gefallen ist. Dort sorgte allerdings auch der Vater dafür, dass sich niemand als kriegsfreiwillig meldete.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#60

RE: Ehrendienst

in DDR Staat und Regime 15.07.2011 22:50
von Marder | 1.413 Beiträge

Hallo Feliks,
das mit den Brüdern deines Vaters tut mir aufrichtig leid. Mein Onkel ist auch mit 22 Jahren in Ostpreussen gefallen.
Die Statistik sagt allerdings, dass bei 80 Mill. Deutsche ca. 6 Mill. gefallen oder getötet worden sind. Das wären ungefähr 8%.
Damit ist deine Familie auch zu meinem Bedauern bedeutend schwerer betroffen.
Daß dein Vater dann diesen Schritt gewählt hat kann ich nachvollziehen, weil er bestimmt an das GUTE geglaubt hat, auch wenn es nicht unbedingt dann so als Ergebnis eingetreten ist.
Jürgen


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

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zuletzt bearbeitet 16.07.2011 11:38 | nach oben springen


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