#21

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 25.06.2011 18:56
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von grenzergold
Rechte und Pflichten zur Arbeit!
Bei unentschuldigtem fehlen am Arbeitsplatz(U-Schichten,Knüppel genannt)wurde auf den Kollegen entsprechend im Kollegenkreis eingewirkt. Im Wiederholungsfall konnte es auch arbeitsrechtliche Konsequenzen haben. Da gab es auch den Verweis und strängen Verweis, was eine Kündigung zur Folge haben konnte. Oder aber die betreffende Person wurde zur Kaderabteilung(Personalbüro) geschickt häufig mit dem Angebot eines unattraktiven neuen Arbeitsplatzes.
Anderer Fall,eine Person kündigt aus eigenen Gründen.Die Kaderakte(Personalakte) die im alten Betrieb liegen blieb, weil kein neuer Betrieb sie anforderte,wurde zur Abteilung Inneres beim Rat der Stadt geschickt oder Abt.Inneres wurde Informiert. Die betreffende Person bekam eine Aufforderung sich bei der Abt. Inneres zu melden,mit SV-Buch. War dort kein entsprechendes neues Arbeitsverhältnis eingetragen,gab es einige unangenehme Fragen. Der nächste Termin war dann wieder mit SV-Ausweis und neuem eingetragenen Arbeitsverhältnis. Sonst gab es noch die Möglichkeit einer Zuweisung einer Arbeit mit Arbeitsplatzbindung(die Arbeit mußte man über einen längeren Zeitraum ausführen. Wenn alles nichts fruchtete gab es noch andere Maßnahmen.

grenzergold




Der Termin war ganz schnell zur beiderseitigen Zufriedenheit beendet, wenn auf die Frage nach dem Lebensunterhalt nachgewiesen konnte, wie dieser ohne Erwerbstätigkeit (z.B. durch Erbe, Gewinn etc.) bestritten wird.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#22

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 25.06.2011 19:14
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Der Termin war ganz schnell zur beiderseitigen Zufriedenheit beendet, wenn auf die Frage nach dem Lebensunterhalt nachgewiesen konnte, wie dieser ohne Erwerbstätigkeit (z.B. durch Erbe, Gewinn etc.) bestritten wird.


Das ist auch gut so. Wie hat man Steuern, SV Beiträge (Rente, Invalidität, Krankenversicherung) festgelegt? Aufgrund des Vermögens (nehme ich mal an)?
Theo


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#23

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 25.06.2011 21:13
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Nostalgiker

§ 249. Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit durch asoziales Verhalten.
(1) Wer das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung und
Sicherheit beeinträchtigt, indem er sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit entzieht, obwohl er
arbeitsfähig ist, wird mit Verurteilung auf Bewährung, Haftstrafe oder mit Freiheitsstrafe bis zu
zwei Jahren bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer der Prostitution nachgeht oder in sonstiger Weise die öffentliche
Ordnung und Sicherheit durch eine asoziale Lebensweise beeinträchtigt.
(3) In leichten Fällen kann von Maßnahmen der strafrechtlichen Verantwortlichkeit abgesehen und
auf staatliche Kontroll- und Erziehungsaufsicht erkannt werden.
(4) Ist der Täter nach Absatz 1 oder 2 oder wegen eines Verbrechens bereits bestraft, kann auf
Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren erkannt werden.
(5) Zusätzlich kann auf Aufenthaltsbeschränkung und auf staatliche Kontroll- und
Erziehungsaufsicht erkannt werden."




Die Bekämpfung und Verhütung von Erscheinungsformen asozialen Verhaltens diente in erster Linie der Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Somit war sie eine wichtige Aufgabe aller staatlichen Organe, der gesellschaftlichen Kräfte und zuletzt auch des einzelnen Bürgers. Wichtiges Hilfsmittel zur Klärung der jeweiligen Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten war hier z.B. die "Verordnung über die Aufgaben der örtlichen Räte und der Betriebe bei der Erziehung kriminell gefährdeter Bürger". Zur vorbeugenden Verhinderung asozialer Erscheinungsformen waren durch die zuständigen Organe und Betriebe rechtzeitig alle Möglichkeiten, die ihnen durch das Arbeitsgesetzbuch, die Gefährdeten-VO und anderen gesetzlichen Regelungen zugestanden wurden, in Anwendung zu bringen.

Die strafrechtliche Verantwortung nach Absatz 1 setzte jedoch voraus, dass der arbeitsfähige Täter sich einer geregelten Tätigkeit aus Arbeitsscheu entzog und dadurch das gesellschaftliche Zusammenleben bzw. die Sicherheit und Ordnung beeinträchtigt wurde. Es musste also aus diesem Verhalten heraus, z.B. im Arbeitskollektiv, eine Beeinträchtigung nachgewiesen werden. Dieses musste also fü jeden Einzelfall geprüft und an konkreten Sachverhalten nachgewiesen werden und da werden wir uns bei unserem Erben oder Lottogewinner schwer tun.

Als zweites Tatbestandsmerkmal musste die asoziale Lebensweise auch darauf basieren, dass der Täter sich einer geregelten Arbeit aufgrund seiner Arbeitsscheue enzog. Für die Beurteilung ob in einem Fall nun asoziales Verhalten nach Absatz 1 vorlag, waren also die Art und das Ausmaß einer eventuellen Beeinträchtigung und die Dauer der Nichtarbeit wesentlich. Weiterhin bedeutsam waren u.a. das Verhalten in der Öffentlichkeit, die Motive für die Nichtarbeit und ob bisher erteilte Auflagen befolgt oder missachtet wurden. Konnte bei einer vorliegenden Erscheinungsform alsozalen Verhaltens nicht Absatz 1 zur Anwendung gebracht werden, dann war eine Prüfung und Beurteilung dieser Erscheinungsform nach Absatz 2 zu prüfen.

Beeinträchtigungen nach Absatz 2 waren u.a.
*Nichterfüllung finanzieller Verpflichtungen (Unterhalt, Miete, Kredite, Ordnungsstrafen usw.)
*Vernachlässigen von Erziehungspflichten in nicht unerheblichen Umfang
*Verleiten anderer Bürger zu Prostitution, Arbeitsbummelei oder sonstigen Erscheinungsformen asozialen Verhaltens
* konkret beleg- und nachweisbare Auswirkungen negativer Natur für das gesamte Arbeitskollektive (z.B. Lohn- oder Prämienzahlungen)
* Bestreiten des Lebensunterhaltes durch Einkommen aus Straftaten oder sonstigem ungesetzlichen Verhaltens
*Aushaltenlassen (Ausnahme war die Annahme von materieller Unterstützung durch Angehörige und Verwandte)

Dies sollte an dieser Stelle als kleine Zusammenfassung reichen um zu erkennen, dass es keine undifferenzierte und allgemeine Arbeitspflicht gab wie hier teilweise verlautbart wurde. Man könnte noch die genauen Definitionen von Begriffen wie arbeitsfähig, arbeitsscheu, geregelte Arbeit, Entziehen, vorsätzlich usw. erörtern, dies halte ich jedoch nicht für zielführend im Sinne des Threads.

Wer jetzt noch den §249 bei einem, ansonsten unauffälligen und progressiv eingestellten, Lotto-Gewinner oder Erben, bzw. der nicht arbeitenden Hausfrau zur Anwendung bringen will, der möge mir bitte belegen wie er dies bewerkstelligen möchte.

Ach ja Quelle: Meine Unterlagen


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 25.06.2011 21:39 | nach oben springen

#24

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 25.06.2011 21:15
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Wie hat man Steuern, SV Beiträge (Rente, Invalidität, Krankenversicherung) festgelegt? Aufgrund des Vermögens (nehme ich mal an)?
Theo



Hier wären das Bewertungs- und Vermögenssteuergesetz der DDR einschlägigt gewesen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#25

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 26.06.2011 10:14
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Feliks D.
[quote="Nostalgiker"]
[.

Wer jetzt noch den §249 bei einem, ansonsten unauffälligen und progressiv eingestellten, Lotto-Gewinner oder Erben, bzw. der nicht arbeitenden Hausfrau zur Anwendung bringen will, der möge mir bitte belegen wie er dies bewerkstelligen möchte.

Ach ja Quelle: Meine Unterlagen

Sehr interessant Deine Zusammenfassung, die ich hier mal gekürzt habe, um auf den Aspekt der Erben und Lottogewinner einzugehen.
Die DDR mit ihrem Vollbeschäftigungskonzept war ja planwirtschaftlich dahingehend strukturiert, daß jeder nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten an der Finanzierung des eigenen Lebensunterhaltes und des Gemeinwesens beizutragen hatte.
Sollte nun jemand beschließen sich diesem System durch Arbeitseinstellung zu entziehen, hätte er ja immer noch in dem von den übrigen Bürgern subventionierten Umfeld leben können, niemand hätte so jemanden davon abhalten können mit den subentionierten Nahrungsmitteln beispielsweise Nutztiere zu mästen, die er dann gewinnbringend unter Umgehung seiner übrigen Verpfichtungen dem Gemeinwesen gegenüber hätte verkaufen können.
Nun könnte man darüber nachdenken, solchen Aussteigern eine Pflichtversicherung und Mindeststeuer aufzuerlegen, da aber niemand erfahren würde, wie groß sein Geschäftsvolumen wirklich ist und somit die Gefahr einer solchen Schattenwirtschaft für den Staat insgesamt existenzgefährdend werden würde, wollte man solche Modelle wohl eher nicht zulassen, zumal es staatlichem Kontrollpersonal bedurft hätte, um alles zu verwalten.
Hätte es hingegen eine Sonderwirtschaftszone für derartig ambitionierte Bürger gegeben, wäre es außerordentlich interessant geworden, dafür hätte sich sogar Genosse Hackel begeistern können.
Hier hätten die Sozialismus- Skeptiker, Lottogewinner, Berufserben, Palastrevolutionäre, Aussteiger, Lebenskünstler u.v.a. die sich später möglicherweise auf der Straße wiedergefunden hatten, ein praxistaugliches Alternativmodell zur SED entwerfen können und der staunenden Mehrheit die Kunst des Machbaren vorführen können.
Vielleicht wäre uns damit sogar die Einheit mit all ihren aktuell noch offenen Rechnungen erspart geblieben.




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#26

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 26.06.2011 10:22
von Pit 59 | 10.142 Beiträge

Vielleicht wäre uns damit sogar die Einheit mit all ihren aktuell noch offenen Rechnungen erspart geblieben. @hackel

Na Gott sei Dank war dies nicht der Fall.


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#27

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 26.06.2011 10:37
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von Hackel39
Hätte es hingegen eine Sonderwirtschaftszone für derartig ambitionierte Bürger gegeben, wäre es außerordentlich interessant geworden, dafür hätte sich sogar Genosse Hackel begeistern können.
Hier hätten die Sozialismus- Skeptiker, Lottogewinner, Berufserben, Palastrevolutionäre, Aussteiger, Lebenskünstler u.v.a. die sich später möglicherweise auf der Straße wiedergefunden hatten, ein praxistaugliches Alternativmodell zur SED entwerfen können und der staunenden Mehrheit die Kunst des Machbaren vorführen können.
Vielleicht wäre uns damit sogar die Einheit mit all ihren aktuell noch offenen Rechnungen erspart geblieben.




Kaliningrad ist eine Exklave und deshalb uninteressant, dorthin zu ziehen. Deshalb gab und gibt es dort so etwas Ähnliches.
http://www.kaliningrad.aktuell.ru/kalini...kon/sonderzone/
Gibt es aber eine gemeinsame Grenze, muss man die Grenze sichern, so wie in China. Ob man dafür Verständnis aufgebracht hätte, wage ich zu bezweifeln..
http://www.flickr.com/photos/redjoe/2162051596/
Theo


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#28

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 26.06.2011 10:39
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@hackel,

interessante Gedanken doch nur allein sind mir da zu viele "hätte", "könnte", "wahrscheinlich" drin.
Einen Sachverhalt kläre ich nicht indem ich annehme was hätte, eventuell sein können sondern ich halte mich an Fakten und zwar belegbare, eigene Erfahrungen und wenn ich es nicht weiß mache ich mich kundig. Auch mit der Möglichkeit das ich meine "Wissenslücke" aufzeige.
Vielleicht weiß ein Anderer mehr und kann mit seinem Wissen, nicht seiner Vermutung, zur Klärung beitragen.

Nichts für ungut.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#29

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 26.06.2011 10:39
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Zitat von Pit 59
Vielleicht wäre uns damit sogar die Einheit mit all ihren aktuell noch offenen Rechnungen erspart geblieben. @hackel

Na Gott sei Dank war dies nicht der Fall.



----------------------------
Die Begleichung der Rechnung läuft ja noch, wer da heute schon "haha" macht hofft das er vor der Endabrechnung schon 180 tief liegt. Verständlich, ich möcht es auch nicht erleben.

Mike59


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#30

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 26.06.2011 11:14
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Pit 59
Vielleicht wäre uns damit sogar die Einheit mit all ihren aktuell noch offenen Rechnungen erspart geblieben. @hackel

Na Gott sei Dank war dies nicht der Fall.


Ich hab von 10 auf 0 runtergezählt und genau erwartet, daß dieser eine Satz zurückgeschickt wird, leider.
Leider kann ich mir nicht helfen, bei all den Lebenskünstlern mit Parka und Wuschelbart von damals sehe ich die heutigen "Nix- wie- raus"- Protagonisten von Pro 7 (?) vor mir, die gerne in den kanadischen Wäldern leben möchten und noch nie im Leben eine Axt in der Hand hatten und keine Vorstellung davon haben, wie schwer man auf Dauer ohne die Sozialgemeinschaft zurecht kommt.
Und genau deshalb steht für mich fest, daß die Straßen ohne diese naiven Träumer nicht allzu voll geworden wären.
Diese eingangs beschriebenen Modelle mit weiteren Variationsmöglichkeiten (Motto: Leben und Leben lassen) und ein Mindestmaß an Reisefreiheit (ich hatte früher hier mal ein Kautionsmodell mit begrenzter Arbeitserlaubnis in der BRD beschrieben...hier hätte man die ganze Wahrheit nicht am eigenem Leibe erfahren müssen...) hätte schon gereicht, um den Sozialismus mittels durchdachter Reformen in die letzten Endes siegreiche letzte Warteschleife zu schicken.
Es war somit der Schwäche, der Angst und dem Mangel an Kreativität seitens des Politbüros geschuldet, daß alles gescheitert war und es hätten auch ein paar interne Experimente dazu gehört, übrigens, nur mal am Rande bemerkt, wenn in meinem Betrieb jemand meint, alles besser zu wissen und zu können, dann findet sich der Kollege Lokführer schnell mal im Planungsbüro, der Lokdispositionsstelle oder sonstwo wieder um sich an den vermeintlichen Schwachstellen einzubringen und das ist für diese Leute auch eine Art (eigene) Grenze, mit der sie dort zu tun bekommen.



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#31

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 26.06.2011 11:22
von Pit 59 | 10.142 Beiträge

hätte schon gereicht, um den Sozialismus mittels durchdachter Reformen in die letzten Endes siegreiche letzte Warteschleife zu schicken.@hackel

Wenn dieser (Dein) Sozialismus doch so schön zu Bauen gewesen wäre,Nenne mal ein Land auf dieser Welt,welches das getan hat.


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#32

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 26.06.2011 11:31
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

"Wohlstand jetzt sofort für alle". Gegen den Rattenfänger von Oggersheim und die lieblichen Tönen seiner Blockflöten in der ganzen DDR hattet ihr doch gar keine Chance, etwas anderes zu tun, als euch der BRD zu unterwerfen und den Kapitalismus als Allheilmittel gegen das Böse des Sozialismus in wohldosierter Menge einflössen zu lassen.....
Theo


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#33

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 26.06.2011 11:59
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Pit 59
hätte schon gereicht, um den Sozialismus mittels durchdachter Reformen in die letzten Endes siegreiche letzte Warteschleife zu schicken.@hackel

Wenn dieser (Dein) Sozialismus doch so schön zu Bauen gewesen wäre,Nenne mal ein Land auf dieser Welt,welches das getan hat.


Offene Grenzen, eine globalisierte Welt voller Konsumidioten und Kurzfristmodelle zu Organisierung einer Gesellschaftsordnung lassen eine solche Kostruktion unter den gegebenen Voraussetzungen nicht mehr zu, wobei ich nicht wissen kann, ob es mir als Kubaner, Nordkoreaner oder Libaneser wirklich schlechter gehen würde, uns erzählt man hier die gleiche Märchen über diese Völker wie man den Vorwendewessis Märchen über die triste graue DDR mit ihren Bitterfelder Horrorbiotopen der Industriekultur erzählt hat.
Und genauso wie die Filmer dieser Bitterfelder Skandalfilmchen eine Minderheit waren, so sollte man den einheimischen Dissidenten aus Kuba oder Lybien nicht allzu viel Glauben schenken, die verfolgen ihre eigenen Absichten und stehen nur ausnahmsweise im Dienste des Volkes.
Die haben überwiegend Märtyrerphantasien und oft ein ungesundes Geltungsbedürfnis.
Natürlich weiß ich, wie bestialisch es in Greppin, Bitterfeld und Wolfen gestunken hat, man kann diese selektive Wahrnehmung aber nicht auf die DDR hoch rechnen und man kann auch nicht ausblenden, wie es bereits 10 km nördlich von Bitterfeld in renaturierten Tagebauseen aussah, das war dann schon kein Thema dieser Filme mehr.
Und überhaupt, was meinst Du denn mit funktionieren, man kann doch das Glück des Einzelnen nicht in ein Ebitata, Umsatzrendite, Exportüberschuß oder anderen wirtschaftlichen Daten berechnen.
Was allein zählt ist die Summe der glücklichen Tage am Ende des Lebens und nicht das Ranking der Wohlstandsdynamik einzelner Vergleichsrepubliken, die sind ebenso verzerrt wie die Vorstellungen von Sieg und Niederlage in diesem Forum.



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#34

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 26.06.2011 12:09
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
"Wohlstand jetzt sofort für alle". Gegen den Rattenfänger von Oggersheim und die lieblichen Tönen seiner Blockflöten in der ganzen DDR hattet ihr doch gar keine Chance, etwas anderes zu tun, als euch der BRD zu unterwerfen und den Kapitalismus als Allheilmittel gegen das Böse des Sozialismus in wohldosierter Menge einflössen zu lassen.....
Theo


Kohl war die Supernanny, welche die orientierungslosen einheitsbesoffenen Aufstiegsaspiranten von der Straße in ein perfekt organisiertes Umerziehungsheim geleitet hat.
Dort hatten sie alle wieder ihre Ordnung, sie waren versorgt und jetzt sagen ihnen eben andere Leute, was sie zu tun und zu lassen haben.
Seine Gravitationskraft hat ausgereicht, damit es nicht mit der Anarchie geendet hat, das war sein einziger Verdienst.



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#35

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 26.06.2011 12:53
von Tobeck | 488 Beiträge

Zitat von Hackel39

Offene Grenzen, eine globalisierte Welt voller Konsumidioten und Kurzfristmodelle zu Organisierung einer Gesellschaftsordnung lassen eine solche Kostruktion unter den gegebenen Voraussetzungen nicht mehr zu, wobei ich nicht wissen kann, ob es mir als Kubaner, Nordkoreaner oder Libaneser wirklich schlechter gehen würde



Hallo Hackel,

@Pit59 liegt da schon richtig - die Modelle sind doch weltweit gescheitert. Welcher Südkoreaner zieht denn freiwillig nach Nordkorea? Umgekehrt versuchen die Nordkoreaner das "Paradies" Richtung China zu verlassen, so dass die Chinesen nun versuchen die Grenze dicht zu machen, indem sie sie ausbauen. Die Wirtschaft in Kuba wird zum großen Teil durch die Dollars der Exilkubaner am Laufen gehalten. Außerhalb Havannas und der Touristengebiete sieht es nicht allzu rosig aus. Was soll der Hinweis mit Libanon? Wieso versuchen so viele Libanesen nach Deutschland zu kommen, wenn es dort so schön ist?


zuletzt bearbeitet 26.06.2011 12:53 | nach oben springen

#36

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 26.06.2011 17:31
von Pit 59 | 10.142 Beiträge

welche die orientierungslosen einheitsbesoffenen Aufstiegsaspiranten von der Straße @Hackel

Finde ich schon ein starkes Stück,wie Du die Leute bezeichnest,welche 1989 für Freiheit aud die Strasse gegangen sind.Ich hätte für Dich auch eine Bezeichnung,darf ich aber nicht schreiben,da gibt es Verwarnung oder Sperre.


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#37

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 26.06.2011 20:21
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Pit 59
welche die orientierungslosen einheitsbesoffenen Aufstiegsaspiranten von der Straße @Hackel

Finde ich schon ein starkes Stück,wie Du die Leute bezeichnest,welche 1989 für Freiheit aud die Strasse gegangen sind.Ich hätte für Dich auch eine Bezeichnung,darf ich aber nicht schreiben,da gibt es Verwarnung oder Sperre.



Orientierungslos waren erst mal alle, als die SED weg war und Begriffe wie nationale Besoffenheit, die ich ein wenig abgewandelt habe, plappere ich hier nur nach, die haben ganz andere Leute schon vor mir in den Mund genommen, übrigens auch einer der Urdemonstranten der Ersten Stunde im Angesicht der aufgegeben Ideale eines reformierten Sozialismus, wie es im Verlauf der späteren Montagsdemos zum Ausdruck kam.
Mir persönlich gefallen derbe Worte, Luther war auch mal so, der hat den selben Geburtsort wie ich und würde uns heute viel eher den richtigen Weg zeigen können, weil er durch und durch unabhängig war und auch in Zeiten größter Gefahren seine Meinung kund getan und rücksichtslos kritisiert hat, da wo es notwendig war.
Diese Gesellschaft ist in alle Ebenen der politischen Herrschaft von Ablaßhandel und faulen Kompromissen durchsetzt und weil die politische Eliten heute genau deshalb nicht besser sind, als die schlimmen Herrscher von damals, gibt es eben noch Anhänger des (leider nur fiktiven) DDR-basierten Nachwendesozialismus mit all seinen Chancen.
Übrigens mußt Du keine Angst vor derben Worten haben, niemand sollte wohl deshalb Sperren bekommen, vielleicht sprichst Du ja damit etwas aus, was viele andere denken über solche Beiträge, es ist aber extrem wichtig, daß man etwas Sorgfalt bei der Analyse dieser Beiträge vorgeht, nehmen wir nur mal den Begriff "besoffen" der ja unangemessen derb bezogen auf eine Person mit den bekannten Begleiterscheinungen ist, ansonsten aber die blindwütige undifferenzierte Feierlaune ganzer Volksmassen recht zutreffend beschreibt.
Apropos Sorgfalt, ich habe bei meiner Länderaufzählung nicht den Libanon sondern Lybien gemeint, die sind nach eigenen Maßgaben ein sozialistisches Land, daß momentan engagiert intern verteidigt und extern bekämpft wird.
Es gibt wohl auch dort diese enorme Gegenwehr, weil genug Leute etwas zu verlieren hätten und das ist ja Sinn und Zweck der Demokratie, eben daß Mehrheiten von einem System profitieren..
Es ist aber ein anderes Thema und so will ich auch nicht über Länder mutmaßen, die ich nie kennen gelernt habe und wie ich schon vorher sagte, nicht das Ranking monetärer Werte entscheidet über das beste Konzept des Miteinander, sondern die Summe der glücklichen Tage am Ende eines Lebens, klingt vielleicht eigenartig, ich sehe es aber so.



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#38

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 26.06.2011 20:25
von Pit 59 | 10.142 Beiträge

Orientierungslos waren erst mal alle, als die SED weg war@hackel

Das ist der Witz des Jahrhunderts,die hatte noch Nie jemand gebraucht,und schon gar nicht gewollt.


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#39

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 27.06.2011 00:29
von icke-ek71 (gelöscht)
avatar

hallo hackel,weist du eigendlich was für einen schrott du schreibst?nationale besoffenheit..ich glaube die hast du heute noch nicht abgelegt!!..gruß aus berlin


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#40

RE: Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

in Leben in der DDR 27.06.2011 02:54
von Major Tom | 851 Beiträge

Man kann nur froh sein dass dieser Sozialismus vom eigenen Volk ins Klo der Geschichte gespült wurde. Wie sehr dieses sozialistische Paradies ausarten kann sieht man sehr gut in Nordkorea. Das ist den Bürgern der DDR zum Glück erspart geblieben.


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
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