#121

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 27.06.2011 07:01
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von 94
...sein muß, dann 'ne .38er.
...K- oder L-Rahmen...



.38-er? Schon mal mit so was geschossen, wo es darauf ankam? Gerade aus kurzen Läufen und damit handlichen Eisen doch etwas schwach. Praktisch gesehen, nicht von den Tabellen her. Revolver oder Pistole (Automatik) hat was von einem Religionsstreit. Doch wer mit solchen Teilen länger herumläuft oder im Anschlag bleiben muss, der weiß, warum eine Pistole etwas praktischer ist. Beim K- oder L-Rahmen driftest du jedoch schon zur .357 ab.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#122

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 27.06.2011 08:49
von 94 | 10.792 Beiträge

Also gut, erwischt, für Mädchen wurde ja der J-Frame 'erfunden' *grins*
Nun, aber eine Frage bleibt trotz allem oT:

Zitat von Larissa
@94 ... Lebe so, dass Du eine Waffe benoetigst, ...


Warum sollte ich? Nennt mir nur einen Grund, nur Einen, bitte.
Ach, Stille ... Nun, das wollte ich hören, Danke!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#123

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 27.06.2011 09:33
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von 94
...Warum sollte ich? Nennt mir nur einen Grund, nur Einen, bitte.
...



Money....


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#124

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 27.06.2011 14:06
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von 94
Also gut, erwischt, für Mädchen wurde ja der J-Frame 'erfunden' *grins*
Nun, aber eine Frage bleibt trotz allem oT:

Zitat von Larissa
@94 ... Lebe so, dass Du eine Waffe benoetigst, ...


Warum sollte ich? Nennt mir nur einen Grund, nur Einen, bitte.
Ach, Stille ... Nun, das wollte ich hören, Danke!





Hauptsache du kannst 'grinsen' und Zeilen aus dem Kontext ziehen. Hast Du sie nochmal alle? was stellst Du fuer damliche Fragen. Fuer Maedchen? Du bist ein ganz schlauer. Nochmal zum mitschreiben @94, verdrehe mir nicht die Worte und wenn dann zumindest die Bedeutung richtig wiedergeben. WENN DU so leben must, dass Du eine Waffe benoetigst?! war das. Ja 'Junge' sinnlos, verzeih mein Deutsch, ich verzeihe Dir auch, denn 'Mann' sollte nicht nur Worte lesen koennen, sondern Ursprung, Bedeutung, Fiktion und Tatsache auseinanderhalten, vielleicht reicht es aber auch, alles im Zusammenhang zu lesen was 'Maedchen' schreiben.
wahrhaftig Stille. Larissa


zuletzt bearbeitet 27.06.2011 14:09 | nach oben springen

#125

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 27.06.2011 19:01
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von wosch
...zweitens hatten meine Eltern außer den vielen Gesprächen wegen "Klärung eines Sachverhaltes" keine weiteren Schwierigkeiten.... Meine Mutter war Unterstufenlehrerin und nur dafür zuständig den Schülern der 1. und der 2. Klasse das Lesen und Schreiben beizubringen.... In einer anderen Funktion hätte es durchaus sein können, daß sie wegen ihrem "mißratenen Sohn" ins Abseits gestellt worden wäre, in diesem Falle hatte man wohl davon abgesehen, auch weil sie eine sehr beliebte Kollegin war und eine Entlassung der Obrigkeit viel mehr öffentlichen Ärger eingebracht hätte....



Also keinerlei Probleme wegen Deiner Republikflucht, dann war sie auch noch zu "unwichtig" um sie abzustrafen und so beliebt das man es auch nicht riskieren wollte. Dazu noch jede Menge hätte, könnte und durchaus.

Also keinerlei Gefahr für die Angehörigen aufgrund deiner Flucht Nachteile zu erleiden! Ich bin mir auch zu 100% sicher, dass Du dies genau gewusst hast. Andernfalls hättest Du die Flucht erstens nicht gewagt oder Dir vorwerfen lassen müssen das Schicksal deiner Angehörigen war Dir in dem Moment egal. Das zweite glaube ich pers. jedoch nicht, bleibt also nur Du gingst sehr stark davon aus, dass nicht geschehen wird.

Dann frage ich mich nur warum Du uns an dieser Stelle den Bären aufbinden willst, man hat Dich um deiner Mutters Willen gezwungen.

Zitat von wosch
verhalf den Genossen dieser Spruch zu meiner sofortigen Unterschrift: " Wolfgang, wir verstehen Deine Einstellung nicht, sieh mal, deine Mutter ist Lehrerin an einer sozialistischen Schule...". Sie brauchten garnicht weiter zu reden, nein man hatte mich nicht körperlich mißhandelt, Zwang konnte man auch anders ausüben, so wie mit dem Hinweis auf meine Mutter!



Hättest Du dies schon ehrlich geglaubt und allein deshalb unterschrieben, dann hättest Du niemals die Flucht gewagt und sie weit "größeren" Gefahren ausgesetzt!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 27.06.2011 19:01 | nach oben springen

#126

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 27.06.2011 19:24
von eisenringtheo | 9.162 Beiträge

Zitat von Feliks D.
[Dann frage ich mich nur warum Du uns an dieser Stelle den Bären aufbinden willst, man hat Dich um deiner Mutters Willen gezwungen.

Zitat von wosch
verhalf den Genossen dieser Spruch zu meiner sofortigen Unterschrift: " Wolfgang, wir verstehen Deine Einstellung nicht, sieh mal, deine Mutter ist Lehrerin an einer sozialistischen Schule...". Sie brauchten garnicht weiter zu reden, nein man hatte mich nicht körperlich mißhandelt, Zwang konnte man auch anders ausüben, so wie mit dem Hinweis auf meine Mutter!


(...)



Muss kein Bär sein.
Die wohl psychologisch geschulten Ausheber haben nach drei erfolglosne Stunden zuletzt wohleinfach geschickt die moralische Karte ausgespielt und einen Schuss auf gut Glück ins Blaue gewagt - nach dem Motto: "Wie denkt wohl die Mutter (und die anderen Verwandten) mit ihrer sozialistischen und vaterländischen Gesinnung über eine solche Drückebergerei und Vaterlandsfeindlichkeit?.... Bingo: Schuss voll im Ziel.. Unterschrift bekommen. "Danke sehr. Bitte nächsten hereinschicken..."
Theo


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#127

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 27.06.2011 20:46
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Nein nein Theo die Mutter hatte ganz und gar keine soooo sozialistische Gesinnung, dies schrieb Wosch oft genung. Was er uns hier sagen will ist, dass ihm gedroht wurde die Mutter zu entlassen und nicht die Version die Du gerade vermutest!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 27.06.2011 20:47 | nach oben springen

#128

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 16:19
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Nein nein Theo die Mutter hatte ganz und gar keine soooo sozialistische Gesinnung, dies schrieb Wosch oft genung. Was er uns hier sagen will ist, dass ihm gedroht wurde die Mutter zu entlassen und nicht die Version die Du gerade vermutest!



..........................................................................................
Feliks, mit Deiner Vermutung liegst Du garnicht so weit weg von der Wahrheit. Allerdings hatte ich damals nicht in Betracht gezogen, daß man meine Mutter bei meiner Weigerung zu unterschreiben aus dem Schuldienst entlassen hätte, in dem Moment war der Hinweis auf die Tätigkeit meiner Mutter für mich ein Zeichen, daß man mich ohne meine Unterschrift nicht mehr in Ruhe lassen würde und bevor man meine Mutter eventuell noch darauf angesprochen hätte wieso sie es nicht fertiggebracht hatte daß ihr Sohn im Sinne der sozialistischen Gesellschaft (schöne Gesellschaft!!!) freiwillig und mit Begeisterung zur "Volksarmee" geht, habe ich unterschrieben. Bis zu dem Hinweis auf meine Mutter hatte man mir nur angedroht daß ich bei Weigerung nicht zur ABF delegiert werden würde, daß man mich nur im Stundenlohn und nicht im Leistungslohn arbeiten lassen würde und ich mir ausrechnen könnte wie lange ich beim damaligen Stundenlohn von 1,54 DDR-Mark für ein Motorrad sparen müßte, Mit dem Hinweis auf meine Mutter nahm das "Gespräch" eine "politische" Dimension an, in der ich letztendlich die schlechteren Karten gehabt hätte und Du @Feliks, weißt meiner Meinung nach selbst am Besten, wie man in der Zukunft mit mir umgegangen wäre.
In Einem hast Du Recht lieber Feliks, eine sozialistische Gesinnung hatte meine Mutter wirklich nicht und mit den Erst-und Zweitklässlern hatte sie auch diesbezüglich nie Probleme und mit deren Eltern auch nicht. Wie sollte auch eine "sozialistische Gesinnung" bei einer Frau aufkommen, die von den Russen nach Kriegsende mehrfach vergewaltigt wurde und von der späteren DDR-Obrigkeit dazu "vergattert" wurde, darüber kein Wort zu verlieren. Und ich bin dankbar und stolz auf meine Mutter, weil sie mehr mitgegeben hat als ihre Liebe, sie hat mich zu einem Menschen gemacht, der auch heute mit knapp 69 Jahren in einen Spiegel sehen kann, ohne vor Scham in den Boden versinken zu müssen.
Feliks, Du brauchst gar nicht versuchen mir niedere Beweggründe für meine Flucht anzudichten, ich bin nicht vor meinen Eltern "abgehauen" sondern vor solchen Leuten wie sie Dir näher standen als mir.
Zum Zeitpunkt meiner Unterschrift hatte ich übrigens an eine Flucht nicht gedacht, ich wollte nur die schlimme Entwickelung der "Werbeveranstaltung" beenden, meinem Alter von 19 Jahren standen FDJ-Sekretär, Parteisekretär, Polizeioffizier, Kaderleiter, Kampfgruppen-Kommandeur, NVA-Offizier und zwei mir unbekannte ZIVILISTEN gegenüber und Alle meinten mich mit ihren besch...en Argumenten beglücken zu können. Jemand der sich wirklich freiwillig zu den "Organen" meldete und selbst heute noch an die Richtigkeit seiner damaligen Entscheidung glaubt wird wohl ein anderes Elternhaus gehabt haben. Mir hätte Vater und Mutter zumindestens als Nichtvolljährigem diesen Schritt verboten. Und das wäre auch gut so!!!
Aus Kassel,
Wosch.


zuletzt bearbeitet 28.06.2011 16:36 | nach oben springen

#129

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 16:44
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von wosch
Und ich bin dankbar und stolz auf meine Mutter, weil sie mehr mitgegeben hat als ihre Liebe, sie hat mich zu einem Menschen gemacht, der auch heute mit knapp 69 Jahren in einen Spiegel sehen kann, ohne vor Scham in den Boden



Gut das wollen wir mal so stehen lassen. Das klingt zumindest nachvollziehbar mit der ABF und nur der Stundenlohn ist schon echt drastisch auf dem Bau.

Jetzt einmal ganz anders gefragt, bist Du der Meinung nach einer Verpflichtung zur NVA hättest DU nicht mehr in den Spiegel sehen können? Rein beförderungstechnisch hättest Du es ja von den Jahren her weit bringen können. Oder bist Du der Meinung nach einer Laufbahn bei der NVA kann man nicht mehr einfach so in den Spiegel schauen?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#130

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 16:57
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von wosch
Und ich bin dankbar und stolz auf meine Mutter, weil sie mehr mitgegeben hat als ihre Liebe, sie hat mich zu einem Menschen gemacht, der auch heute mit knapp 69 Jahren in einen Spiegel sehen kann, ohne vor Scham in den Boden



Gut das wollen wir mal so stehen lassen. Das klingt zumindest nachvollziehbar mit der ABF und nur der Stundenlohn ist schon echt drastisch auf dem Bau.

Jetzt einmal ganz anders gefragt, bist Du der Meinung nach einer Verpflichtung zur NVA hättest DU nicht mehr in den Spiegel sehen können? Rein beförderungstechnisch hättest Du es ja von den Jahren her weit bringen können. Oder bist Du der Meinung nach einer Laufbahn bei der NVA kann man nicht mehr einfach so in den Spiegel schauen?




..............................................................................................................................
Ich denke lieber @Feliks, Du bist schlau genug um den Sinn meines Beitrages zu verstehen und glaube mir lieber @Feliks, ich bin schlau genug um zu erkennen worauf Deine Frage hinausläuft. Eines aber möchte ich hier in aller Deutlichkeit aussprechen: die Grundwehrdienstleistenden der NVA habe ich mit Sicherheit nicht gemeint. Ich laß Deine Frage also mal weitgehenst unbeantwortet, statt dessen bin ich am überlegen, ob ich auf Fragen von Dir überhaupt noch antworte.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#131

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 19:14
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Ich würde Dich niemals als dumm einschätzen, Du weißt schon ganz genau was Du schreiben kannst und wie, und auch eine gewisse Ausgekochtheit würde ich Dir nicht absprechen. Vermute doch nicht immer gleich was schlechtes, denn worauf ich hinnaus möchte ist ganz offensichtlich die einfache Frage, ob Du der Meinung bist, dass jemand der als BU oder BO in der NVA gedient hat Gründe haben sollte um nicht mehr in den Spiegel sehen zu können? Von GWD reden wir an dieser Stelle nicht!

Du möchtest auf meine Fragen nicht mehr antworten? Gibt es Gründe dafür?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#132

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 22:06
von wosch (gelöscht)
avatar

[quote="Feliks D."]
Das klingt zumindest nachvollziehbar mit der ABF und nur der Stundenlohn ist schon echt drastisch auf dem Bau.

......................................................................................................................
Hier für Alle die es interessiert aber nicht wußten:
Der Stundenlohn eines gelernten Maurers belief sich in der DDR im Jahre 1961/62 auf 1,54 Mark, im Leistungslohn auf 1,57 Mark bei 100 % iger Arbeitsleistung. Bei einer Beschäftigung im Stundenlohn reichte der erzielte Monatslohn "weder zum Leben noch zum Sterben". Bei einer Beschäftigung im Leistungslohn wurde man (um ein einigermaßen anständiges Auskommen zu erreichen) mehr oder weniger dazu gezwungen, Höchstleistungen aus sich herauszuholen, mußte aber aufpassen daß man nicht über 200 % kam, denn dann wurde zu meiner Zeit einfach die Norm erhöht und man mußte für das gleiche Geld noch mehr "schuften".
Zur gleichen Zeit betrug der Stundenlohn für einen gelernten Maurer in der BRD 3,11 DM, es wurde aber damals überall über Tarif gezahlt und das galt sogar für die ungelernten Gastarbeiter, die sich als Maurer anheuerten ließen obwohl sie zuvor nie eine Kelle in der Hand gehalten hatten.
Auch wenn´s OT war, ich denke es könnte zum Nachdenken anregen und das Wissen Einiger erweitern.
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 28.06.2011 22:09 | nach oben springen

#133

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 22:10
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Könnte man eventuell darüber nachdenken wie es um die realistische Höhe einer Norm bestellt ist, bei der man gar aufpassen musste um sie nicht zu 200% überzuerfüllen?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 28.06.2011 22:11 | nach oben springen

#134

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 22:21
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D.
Könnte man eventuell darüber nachdenken wie es um die realistische Höhe einer Norm bestellt ist, bei der man gar aufpassen musste um sie nicht zu 200% überzuerfüllen?



.............................................................................................................

So eine Frage kann nur Jemand stellen der sich sein Lebensunterhalt zur damaliger Zeit nicht auf dem Bau verdienen mußte!!
Bei 200 % betrug der Stundenlohn 3,14 Mark brutto, das war gerade mal soviel wie man zum Leben brauchte, ohne das man große Sprünge machen konnte. Würde mich mal interessieren was seinerzeit ein Oberleutnant vom MfS verdient hatte und ob er die gleichen Sorgen wie der Bauarbeiter hatte um seine Wohnung warm zu kriegen? Ach ja, Privilegien hatten die ja angeblich gar nicht.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#135

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 22:41
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Zitat von wosch
[quote="Feliks D."]
Das klingt zumindest nachvollziehbar mit der ABF und nur der Stundenlohn ist schon echt drastisch auf dem Bau.

......................................................................................................................
Hier für Alle die es interessiert aber nicht wußten:
Der Stundenlohn eines gelernten Maurers belief sich in der DDR im Jahre 1961/62 auf 1,54 Mark, im Leistungslohn auf 1,57 Mark bei 100 % iger Arbeitsleistung. Bei einer Beschäftigung im Stundenlohn reichte der erzielte Monatslohn "weder zum Leben noch zum Sterben". Bei einer Beschäftigung im Leistungslohn wurde man (um ein einigermaßen anständiges Auskommen zu erreichen) mehr oder weniger dazu gezwungen, Höchstleistungen aus sich herauszuholen, mußte aber aufpassen daß man nicht über 200 % kam, denn dann wurde zu meiner Zeit einfach die Norm erhöht und man mußte für das gleiche Geld noch mehr "schuften".
Zur gleichen Zeit betrug der Stundenlohn für einen gelernten Maurer in der BRD 3,11 DM, es wurde aber damals überall über Tarif gezahlt und das galt sogar für die ungelernten Gastarbeiter, die sich als Maurer anheuerten ließen obwohl sie zuvor nie eine Kelle in der Hand gehalten hatten.
Auch wenn´s OT war, ich denke es könnte zum Nachdenken anregen und das Wissen Einiger erweitern.
Schönen Gruß aus Kassel.




und nach Feierabend hat kein Maurer "richtig" Geld verdient?

nu komm wosch.Schwarzarbeit war doch sehr beliebt...auch heute noch auf dem Bau..da verdienen/verdienten manche mehr als in ihrer regulären Arbeitszeit


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#136

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 23:03
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Pitti53

Zitat von wosch
[quote="Feliks D."]
Das klingt zumindest nachvollziehbar mit der ABF und nur der Stundenlohn ist schon echt drastisch auf dem Bau.

......................................................................................................................
Hier für Alle die es interessiert aber nicht wußten:
Der Stundenlohn eines gelernten Maurers belief sich in der DDR im Jahre 1961/62 auf 1,54 Mark, im Leistungslohn auf 1,57 Mark bei 100 % iger Arbeitsleistung. Bei einer Beschäftigung im Stundenlohn reichte der erzielte Monatslohn "weder zum Leben noch zum Sterben". Bei einer Beschäftigung im Leistungslohn wurde man (um ein einigermaßen anständiges Auskommen zu erreichen) mehr oder weniger dazu gezwungen, Höchstleistungen aus sich herauszuholen, mußte aber aufpassen daß man nicht über 200 % kam, denn dann wurde zu meiner Zeit einfach die Norm erhöht und man mußte für das gleiche Geld noch mehr "schuften".
Zur gleichen Zeit betrug der Stundenlohn für einen gelernten Maurer in der BRD 3,11 DM, es wurde aber damals überall über Tarif gezahlt und das galt sogar für die ungelernten Gastarbeiter, die sich als Maurer anheuerten ließen obwohl sie zuvor nie eine Kelle in der Hand gehalten hatten.
Auch wenn´s OT war, ich denke es könnte zum Nachdenken anregen und das Wissen Einiger erweitern.
Schönen Gruß aus Kassel.




und nach Feierabend hat kein Maurer "richtig" Geld verdient?

nu komm wosch.Schwarzarbeit war doch sehr beliebt...auch heute noch auf dem Bau..da verdienen/verdienten manche mehr als in ihrer regulären Arbeitszeit





.........................................................................................................................

Also ich war nach Feierabend froh wenn ich mit dem Ar..h zu Hause war. Wir durften sogar noch am Samstag malochen und für den Weg zur und von der Arbeitsstätte (meistens so um die 10 km für eine Strecke) gab es für uns auch keinen Dienstwagen. Wir mußten den übrigens auch bei 10 Grad Kälte mit dem Fahrrad zurücklegen. So einfach wäres es mit der Schwarzarbeit auch nicht gegangen, oder kannst Du Dir vorstellen wie man ohne das nötige und allzeit knappe Material was zustande bringen konnte. Für das Thema "Schwarzarbeit" müßtest Du Dich mit dem "R-M-R" kurzschließen, aber darfst Du das überhaupt?
Schwarzarbeit im Westen war damals normal und zu dem Zeitpunkt hatte selbst der eigene Arbeitgeber nichts dagegen, man durfte sogar seine Schubkarre dazu benutzen und fast hätte ich´s vergessen : ein bißchen Kies und mal ´nen Sack Zement durfte schon mal mit drin liegen, in der Schubkarre. Pitti, auch wenn Du es nicht glauben solltest, so war es damals bei den "bösen Ausbeutern".
Schönen Gruß aus Kassel.


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#137

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 23:08
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Pitti53

Zitat von wosch
[quote="Feliks D."]
Das klingt zumindest nachvollziehbar mit der ABF und nur der Stundenlohn ist schon echt drastisch auf dem Bau.

......................................................................................................................
Hier für Alle die es interessiert aber nicht wußten:
Der Stundenlohn eines gelernten Maurers belief sich in der DDR im Jahre 1961/62 auf 1,54 Mark, im Leistungslohn auf 1,57 Mark bei 100 % iger Arbeitsleistung. Bei einer Beschäftigung im Stundenlohn reichte der erzielte Monatslohn "weder zum Leben noch zum Sterben". Bei einer Beschäftigung im Leistungslohn wurde man (um ein einigermaßen anständiges Auskommen zu erreichen) mehr oder weniger dazu gezwungen, Höchstleistungen aus sich herauszuholen, mußte aber aufpassen daß man nicht über 200 % kam, denn dann wurde zu meiner Zeit einfach die Norm erhöht und man mußte für das gleiche Geld noch mehr "schuften".
Zur gleichen Zeit betrug der Stundenlohn für einen gelernten Maurer in der BRD 3,11 DM, es wurde aber damals überall über Tarif gezahlt und das galt sogar für die ungelernten Gastarbeiter, die sich als Maurer anheuerten ließen obwohl sie zuvor nie eine Kelle in der Hand gehalten hatten.
Auch wenn´s OT war, ich denke es könnte zum Nachdenken anregen und das Wissen Einiger erweitern.
Schönen Gruß aus Kassel.




und nach Feierabend hat kein Maurer "richtig" Geld verdient?

nu komm wosch.Schwarzarbeit war doch sehr beliebt...auch heute noch auf dem Bau..da verdienen/verdienten manche mehr als in ihrer regulären Arbeitszeit




Es kann ja wohl nicht der Normalfall sein, dass jemand in einer regulären Arbeitszeit nicht sein Auskommen hat. Um anständig zu leben, musste die Kelle auch noch "schwarz" geschwungen werden? Das meinst du doch wohl nicht im Ernst Pitti ? Und das im Arbeiter - und Bauernparadies ? Das sind Zustände wie sie in den USA zu recht angeprangert werden, dass man 2 oder 3 Arbeitsverhältnisse haben muss um über die Runden zu kommen. Was für ein Ausbeuterstaat.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#138

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 23:16
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Gert ist es heute bei uns nicht viel anders?


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#139

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 23:19
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Pitti53
Gert ist es heute bei uns nicht viel anders?




doch es ist viel anders.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#140

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 23:27
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Schon seltsam wie es von Lebenslanger Zuchthausstrafe zur Schwarzarbeit von Maurern kommt.
Könnte das Thema "Normen", Stundenlöhne von Maurern Ost/West in einem separaten Thread abgehandelt werden?

Danke
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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