#101

Erschossen

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 18:49
von Sonne | 510 Beiträge

Werner Teske war wahrscheinlich der Letzte. Der Hauptmann der DDR-Staatssicherheit wurde vor 30 Jahren, am 26. Juni 1981, in einem kargen Raum im Leipziger Süden von hinten erschossen. Das Zimmer gehörte zu einer ehemaligen Hausmeisterwohnung, in der die DDR von 1960 an ihre zentrale Hinrichtungsstätte eingerichtet hatte. 64 Menschen wurden hier getötet - verurteilt wegen Kriegsverbrechen, Mordes oder politischer Delikte. Spionage und vorbereitete Fahnenflucht warf das SED-Regime Teske vor. Tatsächlich wollte es laut Stasi-Unterlagen-Behörde ein Exempel statuieren.

Offiziell gab es den Hinrichtungsort ebenso wenig wie die Todesurteile. Die Fälle waren Staatsgeheimnisse. Teske wurde ein kurzer, nicht öffentlicher Prozess gemacht - das Urteil der Richter stand vorher fest. Todesort und Todesursache wurden gefälscht. Seine Familie erfuhr erst nach Ende der DDR von Teskes Hinrichtung.

Warum also abschreckende Todesstrafen, von denen keiner wissen durfte? „Ein Grund war wohl der archaische Strafanspruch der SED-Spitze und des Ministers für Staatssicherheit“, sagt der Leiter der Leipziger Stasi-Gedenkstätte „Runde Ecke“, Tobias Hollitzer. „Strafe musste sein, auch wenn es keiner mitbekommt.“ Zudem seien die Hinrichtungen zwar vor der Öffentlichkeit geheim gehalten worden, intern hätten sie jedoch sehr wohl der Abschreckung gedient.

Teske war nach heutigen Erkenntnissen der letzte Hingerichtete, die DDR schaffte die Todesstrafe erst 1987 offiziell ab. Bis dahin hatten DDR-Gerichte nach aktuellen Erkenntnissen 231 Todesurteile verhängt, von denen 160 vollstreckt wurden - zwischen 1949 und 1960 vor allem in einem Gefängnis in Dresden.

„Damit war Teskes Hinrichtung das Ende einer 500 Jahre durchgehenden Anwendung der Todesstrafe auf deutschem Boden“, sagt Hollitzer. Allein diese Tatsache sei Grund genug, die ehemalige Hinrichtungsstätte in der Alfred-Kästner-Straße als justizgeschichtlichen Erinnerungsort einzurichten. Bereits 2002 beschloss das sächsische Kabinett, die Räume zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Gespräche liefen bis heute, sagt Hollitzer. Er hoffe, dass Bund und Freistaat noch in diesem Jahr das Geld zur Sanierung und zur Einrichtung einer Ausstellung bewilligten. Solange wird die Hinrichtungsstätte nur zweimal jährlich geöffnet. 2010 sahen sich an diesen beiden Tagen 1700 Besucher die tristen Räume an, in denen Todesurteile vollstreckt wurden, die es offiziell gar nicht gab.


Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.
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#102

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 18:49
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Jawa 350

Zitat von wosch

Zitat von Alfred
Wosch,

man sollte nicht so tun, als hätte man alle die sich kritsich zur DDR äußerten "abgeholt". Dies ist UNFUG.



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Dann frage ich mich wieso der DDR-Bürger bis zur Wendezeit aus lauter Angst vor der "Obrigkeit" nicht den Mund aufmachte? Kritik, die sich gegen den Staat und deren Funktionäre richtete wurde als "Volksverhetzung", "Staatsverleumdung" und Ähnliches bezeichnet und dafür gab es dann auch gleich die "passenden" Gesetze, deren Tenor dann auf die große "Gesellschaftsgefährdung" hinaus lief. Diese gängigen Praktiken, die waren Unfug.
Schönen Gruß aus Kassel.



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Was für ein Unfug den Wosch wieder mal schreibt - aber man hat sich ja schon daran gewöhnt das die jenigen die nicht in der DDR gelebt haben, es besser wissen !




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Wenn hier Einer Unfug schreibt, lieber Jawa 350, dann bist Du es, denn ich habe bis zum Alter von 19 Jahren und knapp 3 Monaten in der DDR gelebt und ab 1982 bin ich jedes Jahr ein paar Mal zu Besuch bei meiner engsten Verwandtschaft in meiner Heimat der DDR gewesen und auch wenn Du es nicht glauben möchtest, ich habe sehr genau mitbekommen woher der Wind wehte. Also mir mußt du nicht weißmachen wollen daß ich nicht in der DDR gelebt hätte. Träume mal ruhig weiter!
Schönen Gruß aus Kasseol.


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#103

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 19:09
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Jawa 350


Danke für den Hinweis, natürlich weis ich das er bis zu seiner Flucht (aus Angst vor der Wehrpflicht ) in der DDR gelebt hat!




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@Jawa 350, Du schreibst schon wieder Unfug, als ich abgehauen war gab es die Wehrpflicht überhaupt noch nicht und kein normaler Sterbliche wußte daß sie ein paar Tage nach meiner Flucht eingeführt wurde. Ein paar Tage vor meiner Flucht hatte man mich [rot)gezwungener Maßen[/rot] "freiwillig" unterschreiben lassen daß ich den "Arbeiter und Bauernstaat" mit der Waffe in der Hand verteidigen wolle und nur deswegen, weil ich einen Staat, der mir meine in den Gesetzen zugebilligten Rechte nicht gewährte und mich statt dessen hinter Stacheldraht und Mauern "gefangen" hielt und mich zum Haß auf meine westdeutschen Landsleute erziehen wollte bin ich meinen Weg gegangen. Das mag verstehen wer will, bei Dir habe ich diesbezüglich meine Bedenken.
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 26.06.2011 19:09 | nach oben springen

#104

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 19:38
von eisenringtheo | 9.178 Beiträge

Ob man wehrpflichtig ist oder sich "freiwillig" meldet: In beiden Fällen ist man dann zum Einrücken verpflichtet. Der Zeitpunkt der Flucht ist schon etwas auffällig. Zwei Tage nach der Musterung..
Es ist wie im Fussball. Wenn man sich in den gegnerischen Fanblock begibt, muss man einstecken können...
Theo


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#105

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 19:58
von EK86II (gelöscht)
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Zitat von 94
Leicht oT, na egal ...
Persönlich faszinierend finde ich immer wieder die Vermutung, dass eine mitgeführte (Schuß-)Waffe die Sicherheit des Waffenträgers erhöhen würde, soso *grübel*
mMn kann solch die persönliche Sicherheit NUR durch protektive Maßnahmen, sprich Schutzkleidung u.ä., erreicht werden. Eine Schußwaffe, also vom sportlichen und jagdlichen Schießen jetzt mal abgesehen, dient in letzter Konsequenz doch nur einem Zwecke ...



vollkommen oT, auch egal....
aber seh es mal so:z.B. ein "böser Mensch" welcher einen Geldboten seinen Koffer voll Geld abnehmen möchte nimmt sich doch sicher denjenigen vor von welchem er am wenigsten Widerstand und Gefahr für sich selbst sieht. Für den Geldboten bietet daher ein Schusswaffe eine gewisse Sicherheit weil sie die Gefahr für den "Bösen" soweit erhöht daß dieser sich lieber einen sucht welcher ohne Schießeisen Geldkoffer durch die Gegend trägt. Funktioniert allerdings nur wenn der Geldbote auch mit seiner Waffe sicher umgehen kann. Ebenso besuchen "Edelsteinliebhaber" welche nicht zahlen wollen doch lieber einen Juwelier von dem man annehmen kann daß er nicht mit einer Waffe im Flur steht sondern mit einer Schussicheren Weste?! unterm Strich kann ein Waffe durchaus Sicherheit geben, allerdings immer unter der Prämisse das sie auch sicher bedient werden kann!


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#106

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 20:11
von wosch (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo
Ob man wehrpflichtig ist oder sich "freiwillig" meldet: In beiden Fällen ist man dann zum Einrücken verpflichtet. Der Zeitpunkt der Flucht ist schon etwas auffällig. Zwei Tage nach der Musterung..
Es ist wie im Fussball. Wenn man sich in den gegnerischen Fanblock begibt, muss man einstecken können...
Theo



............................................................................................

Theo, überhaupt nicht "auffällig" denn einen Tag vor der Musterung wurde ich gezwungen "freiwillig" meine Verpflichtung zu unterschreiben. Obwohl man mir das "sofort" in der Verpflichtungserklärung durchgestrichen und behauptet hatte daß ich ja gar nicht hin müßte, man wollte nur meine Bereitschaft sehen, bekam ich sofort nach der Musterung den Termin an dem ich bei der 9. Panzerdivision anzutanzen hatte.
Mein Entschluß sich mit meiner Flucht dem Wehrdienst zu entziehen war für mich die einzige Alternative sich nicht von einer selbstherrlichen und vom Volk nicht frei gewählten undemokratischen Regierung für ihre, mir zuwideren Ansichten, mißbrauchen zu lassen.
Ich fühlte mich also nicht verpflichtet einzurücken und das aus meiner Sicht aus gutem Grund.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#107

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 20:25
von 94 | 10.792 Beiträge

Hallo EK86II, weiß glaube ich jetzt mal so ungefähr, wie Du es meinst.
Nun, Du erwähnst es schon selbst. Zitat: 'mit seiner Waffe sicher umgehen kann'. Auch unter der psyschichen Belastung einer solchen Ausnahmesituation? Ohne mich jetzt mal zu weit aus dem Fenster zu lehnen, (fast) keine Gefahr für den 'Bösen'. Eher aber für unbeteiligte Passanten. Wesentlich mehr Sicherheit bringt es, die Beute unbenutzbar zu machen, ich erwähne jetzt mal Farbmarkierer ...
Nun aber, beide Varianten brachten bei den Fällen der letzten Jahre nix. Diese wurden von Insidern, sprich Bediensteten der Sicherheitsunternehmen durchgezogen und dagegen ist nun mal kein Kraut gewachsen.
Ich bleibe dabei, eine Waffe eskaliert potentiell eine Lage, gerade wenn man meint damit umgehen zu können. Und übrigens, so wie es beim Tier die sogenannte Beißhemmung gibt(/geben soll) behaupte ich jetzt mal ähnliches als Schießhemmung, womit wir wieder bei den Westen wären ... http://de.wikipedia.org/wiki/Beschusshemmende_Weste
Diese Schießhemmung findet man übrigens nur noch rudimentär bei Sozio- und Psyshopathen ausgeprägt *wink*

P.S.
Ich schätze mal die Musterung war bei Dir, @wosch, der Tropfen der Dein Fass DDR zum Überlaufen (im doppelten Sinne) brachte, odär?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 26.06.2011 20:27 | nach oben springen

#108

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 20:41
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von 94


P.S.
Ich schätze mal die Musterung war bei Dir, @wosch, der Tropfen der Dein Fass DDR zum Überlaufen (im doppelten Sinne) brachte, odär?



.......................................................................

Natürlich war er das, ich wollte diesem Staat keine Beihilfe zu dem leisten was er von mir erwartete. Meine Bindungen zum sogenannten "Klassenfeind" durch die familiären Bande meiner Eltern (Mutter geb. in Hamburg, Großmutter aus Buxtehude und etliche Onkel und Tanten aus dem Raum Hamburg) machten es mir unmöglich den westdeutschen Bürger als potenziellen Feind anzusehen.
Wer diese Bindungen nicht hatte...na ja, Schwamm drüber!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#109

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 20:48
von Gelöschtes Mitglied
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Persönlich faszinierend finde ich immer wieder die Vermutung, dass eine mitgeführte (Schuß-)Waffe die Sicherheit des Waffenträgers erhöhen würde, soso *grübel*
mMn kann solch die persönliche Sicherheit NUR durch protektive Maßnahmen, sprich Schutzkleidung u.ä., erreicht werden. Eine Schußwaffe, also vom sportlichen und jagdlichen Schießen jetzt mal abgesehen, dient in letzter Konsequenz doch nur einem Zwecke ...



@94Ja, 94, ich gruebel auch. Wozu ist denn die Waffe da? diese dient nur einem Zwecke? Ganz so einfach ist es nicht, die Realitaet (wenn auch nicht in Deutschland) sieht ganz anders aus. Will ich doch Deine Gedanken zu Ende fuehren. Also ist die Waffe einzig und allein zum Toeten vorgesehen ja? Dem widerspreche ich entschieden und sage sogar, dass Waffen dem Ueberleben dienen! Und ich rede hier nicht von kriminellen Subjekten, die Waffen gegen Unschuldige richten. Zeigen mir Deine Ausfuehrungen doch einiges auf, naemlich die Tatsache, dass die alte und die neue Welt, was Waffen und Hinrichtungen damals wie heute angeht - Lichtjahre entfernt sind. Hinrichtungen werden hier lautstark gefordert, nach wie vor. Waffen sind ein wesentlicher Bestandteil des Lebens hier. Wenn es dann soweit ist, dass auch die Deutschen nicht ohne eine Waffe aus dem Hause gehen koennen, werden vielleicht wieder Hinrichtungen gefordert. Hier jedenfalls hat sich manch einer mit einer Waffe RETTEN koennen vor den animalischen Konflikten durch Kriminalitaet hervorgerufen, und das am hellichten Tag. Realitaet, so sehen wir es von der einen und der anderen Seite aus.
Gruss, schoenen Sonntag Abend noch, Larissa


zuletzt bearbeitet 26.06.2011 20:49 | nach oben springen

#110

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 21:05
von 94 | 10.792 Beiträge

Tja, Wild Wild West.

Übrigens stehe ich mit meiner Theorie nicht allein, auch in Deinem königlichen Vaterland hatte man das schon vor Jahrhunderten so erkannt und der Streifenpolizist, vulgo Bobby nach ihrem ersten Chef Robert Piel genannt, trägt meines Wissens nach auch heute KEINE Schußwaffe im Dienst!
Nun, eins muß man den Amis aber lassen, wenn es schon eine Gebrauchswaffe für den Alltag sein muß, dann 'ne .38er.
Einfach und zuverlässig und dabei auch noch sicher (beim Herunterfallen zum Beispiel). Mit etwas Übung beim Nachladen (ich sag mal Speedloader) mindestens so feuerstark wie 'ne Automatik, wenn nicht sogar noch schneller. Und ... keine Hülsen am Ort der Tat! Aber jetzt schweife ich ab.

Frieden schaffen mit Waffen? Oder dann doch lieber Schutzweste ala W.Busch, ... http://www.gedichte.vu/?bewaffneter_friede.html

P.S. Doch nun möchte ich mir noch eine persönliche Frage gestatten, K- oder L-Rahmen?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 26.06.2011 21:37 | nach oben springen

#111

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 21:10
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@wosch

schon interessant wie Du meinen Argumenten ausweichst und Dich lieber auf Nebenschauplätzen tummelst.

Um Dir mal mit Deiner Argumetationsstrategie zu kommen, wer und was sollte Dich vor der Musterung gezwungen haben "freiwillig" irgendwelche Erklärungen zu unterschreiben? Bullshit!

Ich selber habe nach einem sehr intensiven und freundschaftlichen Gespräch während der Musterung (1967) nach 5 Stunden einsehen müssen das mein Glück in einer dreijährigen Verpflichtungserklärung für den Dienst bei der NVA liegt.
Entweder hatte ich die Schnauze voll oder keine Gegenargumente mehr, weiß ich Heute nicht mehr.

Trotzdem gelang es mir mich dem "Wehrdienst" zu entziehen ohne gleich die DDR zu verlassen.
Als UFZ-Anwärter wurde ich nämlich im Frühjahr vor dem Einberufungsbefehl für den Herbst des gleiche Jahres nochmals nachgemustert. Das Niederschmetternde Untersuchungsergebnis: dauernd Dienstuntauglich!
Nur hatte ich im Vorfeld dieses Ereignisses bereits Erkundigungen eingezogen und ich konnte in folgendes in Erfahrung bringen. Bis zum Zeitpunkt der Vereidigung nach der damaligen sechswöchigen Grundausbildung hätte ich meine Verpflichtung für drei jahre Widerrufen können ohne irgendwelche Nachteile zu befürchten und dann hätte ich halt die üblichen 18 Monat gedient.

Da ich nicht so lange warten wollte marschierte ich kurz vor der "Wiederholungsmusterung" auf mein zuständiges Wehrkreiskommando und erklärte meine Zurücknahme der Verpflichtung für drei Jahre zu dienen.
Erklärung mit eisigem Schweigen angenommen.
Bei der Musterungszeromie gehörte damals dazu das man als kleiner "Sünder" alleine vor der Musterungskommission saß.
Gefühlte 10 Menschen beschimpften mich und versuchten mich davon zu überzeugen das ich meine "Fehlentscheidung" doch rückgängig machen solle. Mein Beharren auf einer von mir getroffenen Entscheidung ließ dann irgendeinen Etappenhengst mit den Worten explodieren, "dieses Subjekt ist sowieso ausgemustert da medizinisch dauernd dienstuntauglich!"
Meine Frage; steht das im Wehrpass wurde bejaht und wie der Blitz schoß ich nach vorne um den Wehrpass mit diesem wertvollen Eintrag in meinem Besitz zu bringen. Was mir auch gelang und ich habe diesen Wehrpass inklusive 'Hundemarke' noch heute.

"Lustig" ist folgendes, ich wurde einige später Wochen amtlich in das Wehrkreiskommando einbestellt "zur Klärung eines Sachverhaltes".
Zu Beginn des Gesprächs die übliche Taktik ob ich dazu zu bewegen sei zu Widerrufen. Nur hatte ich mich in der Zwischenzeit mit ziemlich vielen rechtlichen Argumenten gerüstet gegen die die Mitarbeiter nichts entgegensetzen konnten.
Als sie das merkten schwenkten sie völlig um und boten mir, weil ich doch im Sommer Abitur machte einen Studienplatz für den Herbst des gleichen Jahres an.
Egal welche Studienrichtung, egal welche Universität meinen Wunschstudienplatz würden sie mir verschaffen.
Nach meiner mehrmaligen Nachfrage ob ich auch in einem Land meiner Wahl! egal welche Fachrichtung studieren könnte (Hier will ich nicht zu hoch greifen, damit waren natürlich die Sozialistischen Länder gemeint!) wurde bejaht und bekräftigt.
"Dummerweise" hatte ich bereits einen sicheren Studienplatz ab Herbst des gleichen Jahres und so konnte ich dieses großzügige Angebot vom Wehrkreiskommando ablehnen.

Übrigens erfuhr ich Jahre später das der damalige Arzt welche mich bei der 'Nachmusterung' untersuchte bei meinem Vater studiert hat.
Meine Eltern waren damals 'not amused' über meine 'freiwillige' Entscheidung drei Jahre zur Armee zu gehen.
Ein Schelm wer versucht da "Zusammenhänge" herstellen zu wollen.


Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

zuletzt bearbeitet 26.06.2011 21:17 | nach oben springen

#112

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 21:41
von wosch (gelöscht)
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[quote="Nostalgiker"]@wosch

schon interessant wie Du meinen Argumenten ausweichst und Dich lieber auf Nebenschauplätzen tummelst.

...................................................................
Tut mir leid, ich sehe nicht inwiefern ich Deinen Argumenten ausweiche.

............................................................................................................


Um Dir mal mit Deiner Argumetationsstrategie zu kommen, wer und was sollte Dich vor der Musterung gezwungen haben "freiwillig" irgendwelche Erklärungen zu unterschreiben? Bullshit!

.....................................................................................................
Was Du hier als "Bullshit" bezeichnest ist folgendes: Nachdem man mich knappe 3 Stunden versucht hatte zu überzeugen, daß mein Einsatz bei der NVA für den Erhalt, des durch die revanchistischen Bemühungen der BRD in Verbindung mit der NATO gefährdeten Friedens, absolut notwendig sei und ich ihren Argumenten nicht zugetan war, verhalf den Genossen dieser Spruch zu meiner sofortigen Unterschrift: " Wolfgang, wir verstehen Deine Einstellung nicht, sieh mal, deine Mutter ist Lehrerin an einer sozialistischen Schule...". Sie brauchten garnicht weiter zu reden, nein man hatte mich nicht körperlich mißhandelt, Zwang konnte man auch anders ausüben, so wie mit dem Hinweis auf meine Mutter! Körperlichen Zwang, da hätte ich zurückgeschlagen, das kannst Du mir glauben!!
Übrigens ich hatte nicht das Glück wie Du "dauernd dienstuntauglich" zu sein, ich war voll diensttauglich und zu den Panzern hatte ich mich (da ja offiziell "freiwillig") nur gemeldet, da man bei Denen nur 2 Jahre dienen mußte, bei den anderen Waffengattungen (vor Einführung der Wehrpflicht) aber 3 Jahre.
Nun kannst Du gerne wieder mit "Bullshit" kommen, ich kann es ertragen!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#113

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 21:57
von EK86II (gelöscht)
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Zitat von 94


Übrigens stehe ich mit meiner Theorie nicht allein, auch in Deinem königlichen Vaterland hatte man das schon vor Jahrhunderten so erkannt und der Streifenpolizist, vulgo Bobby nach ihrem ersten Chef Robert Piel genannt, trägt meines Wissens nach auch heute KEINE Schußwaffe im Dienst!



Hallo 94,
evtl.sollte man dieses Thema splitten. Nur soviel noch: Ganz so unbewaffnet, wie es das historische Image des Bobbys suggeriert, war die Polizei im Königreich natürlich nie wirklich. In Nordirland (und vorher in ganz Irland) waren britische Polizisten immer schon bewaffnet, um die rebellischen Eingeborenen in die Schranken zu weisen.

Auch in Flughäfen und an sensitiven Punkten der Londoner City ist man seit Jahren an den Anblick von Panzerwesten und Maschinenpistolen gewöhnt. Die einfachen Ordnungshüter auf dem Lande gingen ihrem Dienst freilich traditionell ohne Schusswaffe, höchstens mit Trillerpfeife und Knüppel bewehrt, nach. Sie zeigten sich stolz auf ihre Bürgernähe und wahrten bewusst den "kleinen Unterschied' zum Kontinent und den USA.

Doch neuerdings beginnen sich die Unterschiede zu verwischen. In zwei Bezirken der Stadt Nottingham etwa patroullieren seit einigen Monaten allnächtlich Polizisten paarweise mit Revolvern im Halfter, weil sie nur auf diese Weise bewaffnete Gangster abschrecken können . Zwei Polizeiwagen mit schweren Schusswaffen halten sich, so Verstärkung gebraucht wird, in Rufweite bereit.
Folgt man deiner Argumentation dürfte etwa das tragen von besonders vielen Schutzwesten und Helmen ,evtl noch Schilde, ausreichen um die Polizei selbst und auch die Bevölkerung zu schützen............Nun, ich wage dass zu bezweifeln.

Gruß
Peter


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#114

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 22:08
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von wosch
verhalf den Genossen dieser Spruch zu meiner sofortigen Unterschrift: " Wolfgang, wir verstehen Deine Einstellung nicht, sieh mal, deine Mutter ist Lehrerin an einer sozialistischen Schule...". Sie brauchten garnicht weiter zu reden, nein man hatte mich nicht körperlich mißhandelt, Zwang konnte man auch anders ausüben, so wie mit dem Hinweis auf meine Mutter!



Du hast also unterschrieben um die Genossen nicht durch solch ein Kapitalverbrechen zu verärgern, da Du sonst sofort Nachteile für Deine Familie vermutest hast? Anschließend hast Du diese "Gefahr" scheinbar ganz anders eingeschätzt, Dir dann gedacht so eine Kleinigkeit wie eine Republikflucht wird die Genossen schon nicht so verärgern wie eine verweigerte Unterschrift und bist stiften gegangen?

Klingt für mich logisch.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#115

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 22:19
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von wosch
verhalf den Genossen dieser Spruch zu meiner sofortigen Unterschrift: " Wolfgang, wir verstehen Deine Einstellung nicht, sieh mal, deine Mutter ist Lehrerin an einer sozialistischen Schule...". Sie brauchten garnicht weiter zu reden, nein man hatte mich nicht körperlich mißhandelt, Zwang konnte man auch anders ausüben, so wie mit dem Hinweis auf meine Mutter!



Du hast also unterschrieben um die Genossen nicht durch solch ein Kapitalverbrechen zu verärgern, da Du sonst sofort Nachteile für Deine Familie vermutest hast? Anschließend hast Du diese "Gefahr" scheinbar ganz anders eingeschätzt, Dir dann gedacht so eine Kleinigkeit wie eine Republikflucht wird die Genossen schon nicht so verärgern wie eine verweigerte Unterschrift und bist stiften gegangen?

Klingt für mich logisch.



.........................................................................
Ach Feliks, Du kannst mich doch mit so etwas nicht aus der Reserve locken, es gibt hier auch ganz sicher noch einige Menschen die sich erinnern können wie es damals ablief in der Deutschen "Demokratischen" Republik.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#116

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 22:36
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Wolfgang es geht doch hier nicht ums locken, ich habe Dir nur eine normale Frage gestellt.

Erkläre doch den anderen hier diesen Widerspruch in Handlung und Rechtfertigung, denn Du konntest ja nicht Wissen ob Deine Mutter nach der Flucht nicht erst Recht die Stelle verliert und gar noch größere Probleme bekommt! Wie gesagt, nicht das noch jemand denkt diese Gefahr war niemals gegeben, oder dass Dir dies, in dem Moment wo Du außer Landes warst, egal war.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 26.06.2011 22:37 | nach oben springen

#117

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 22:43
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Auch wenn ich nicht Felix heiße kann mich teilweise noch ganz gut daran erinnern wie es damals in der DDR ablief.

Einer "Weigerung" sich für eine über den Grundwehrdienst hinausgehende Zeit zu verpflichten zog in diesem Falle für die Familie weit weniger Repressionen nach sich wie eine Republikflucht eines Familienangehörigen einer Lehrerin.

Eines wundert mich echt wosch, Du weißt es doch so detailliert vom hörensagen, Du vermutest es ganz fest bei allen Anderen, nur bei den eigenen Erfahrung herrscht diesbezüglich eine seltsame Ruhe.
Nach dem was Du so von Anderen hörtest müßten sich diese Erlebnisse und Erfahrungen auch auf Deine Eltern ausgewirkt haben.
Deine Mutter mit Schimpf und Schande aus dem Schuldienst gejagt, Deinem Vater; wenn ich mich recht erinnere selbständiger Handwerksmeister; mindestens die Gewerbeerlaubnis entzogen und zu Frondiensten in der sozialistischen Wirtschaft verdonnert,
Wieso höre diesbezüglich ich in dieser Richtung von Dir kein Wehklagen über die Ungerechtigkeiten der ungerechten Bonzen eines verabscheuungswürdigen Unrechtstaates?

Wieso konntest Du als Flüchtling ab Beginn der 80ger Jahre ungehindert in die DDR einreisen?
Wurde nicht Ausreisern, wie auch immer, nahe gelegt nie wieder den Boden dieses Unrechtsstaates zu betreten weil sie auch Jahre nach ihrer Flucht für diese Ungesetzlichkeit von eben diesem Terrorregime belangt werden könnten wie Du an anderen Stellen Gebetsmühlenartig von Dir gibst.

Ich bin gespannt auf Deine Erklärungsversuche.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#118

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 22:46
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D.
Wolfgang es geht doch hier nicht ums locken, ich habe Dir nur eine normale Frage gestellt.

Erkläre doch den anderen hier diesen Widerspruch in Handlung und Rechtfertigung, denn Du konntest ja nicht Wissen ob Deine Mutter nach der Flucht nicht erst Recht die Stelle verliert und gar noch größere Probleme bekommt! Wie gesagt, nicht das noch jemand denkt diese Gefahr war niemals gegeben, oder dass Dir dies, in dem Moment wo Du außer Landes warst, egal war.



........................................................................................

Weißt Du Feliks, verarschen kann ich mich alleine, trotzdem finde ich Deinen vorherigen Beitrag in Bezug auf das was Dir "logisch" erscheint, absolut lesenswert! Wundern tut mich nur daß noch nicht der Hinweis eingegangen ist, daß mein Thread, von wem auch immer, zugemüllt wurde.
Ich sage deswegen mal, Gute Nacht aus Kassel.


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#119

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 23:12
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von EK86II

Zitat von 94

Übrigens stehe ich mit meiner Theorie nicht allein, auch in Deinem königlichen Vaterland hatte man das schon vor Jahrhunderten so erkannt und der Streifenpolizist, vulgo Bobby nach ihrem ersten Chef Robert Piel genannt, trägt meines Wissens nach auch heute KEINE Schußwaffe im Dienst!



Hallo 94,
evtl.sollte man dieses Thema splitten. Nur soviel noch: Ganz so unbewaffnet, wie es das historische Image des Bobbys suggeriert, war die Polizei im Königreich natürlich nie wirklich. In Nordirland (und vorher in ganz Irland) waren britische Polizisten immer schon bewaffnet, um die rebellischen Eingeborenen in die Schranken zu weisen.

Auch in Flughäfen und an sensitiven Punkten der Londoner City ist man seit Jahren an den Anblick von Panzerwesten und Maschinenpistolen gewöhnt. Die einfachen Ordnungshüter auf dem Lande gingen ihrem Dienst freilich traditionell ohne Schusswaffe, höchstens mit Trillerpfeife und Knüppel bewehrt, nach. Sie zeigten sich stolz auf ihre Bürgernähe und wahrten bewusst den "kleinen Unterschied' zum Kontinent und den USA.

Doch neuerdings beginnen sich die Unterschiede zu verwischen. In zwei Bezirken der Stadt Nottingham etwa patroullieren seit einigen Monaten allnächtlich Polizisten paarweise mit Revolvern im Halfter, weil sie nur auf diese Weise bewaffnete Gangster abschrecken können . Zwei Polizeiwagen mit schweren Schusswaffen halten sich, so Verstärkung gebraucht wird, in Rufweite bereit.
Folgt man deiner Argumentation dürfte etwa das tragen von besonders vielen Schutzwesten und Helmen ,evtl noch Schilde, ausreichen um die Polizei selbst und auch die Bevölkerung zu schützen............Nun, ich wage dass zu bezweifeln.

Gruß
Peter




@94 Na wie schoen, dass Du nicht alleine stehst. Deine Theorie in allen Ehren. Lebe so, dass Du eine Waffe benoetigst, dann wird Deine Theorie verpuffen. Was soll diese Website uns sagen? eine 38er? Na, wenn Du meinst. So ja, vergesse nur nicht, nicht nur die Amis nehmen gerne deutsche und russische Waffen zur Hand. Ja, Du schweifst wirklich ab mit Deinem Speedloader, auch mit dem Satz: Frieden schaffen mit Waffen. Schiebe doch anderen, die dir ohne Website etwas erklaeren wollen, nicht in die falsche Richtung. Darum ging es nicht.

@EK86II Nicht ganz Peter. Die Bobbies waren lange Dekaden voellig unbewaffnet. Nicht mal einen Schlagstock hatten diese. Ich weiss dass als Kind immer ueber die 'netten' Bobbies gesprochen wurde. Wenn diese einmal angegriffen oder verletzt wurde dann war der Arsch ab, dann setzte es was, eben weil diese voellig unbewaffnet waren. Das war ein schlimmes vergehen. Erst als Ausschweifungen bezueglich Kriminalitaet groesser wurden, Krawalle etc. bei Fussballspielen in den 80igern wurde das gesamte Netz einer Aufstockung unterzogen. Ich meine damals waren es GSG9 Deutsche Einheiten, bei denen die britischen Kameraden in die Lehre gingen damals. Die Zeiten haben sich eben geaendert. Jetzt ist man ganz anderen Anblicken gewoehnt, das ist richtig. Eine schwerwaffnete Welt. Und Waffen oder nicht, hier wird ja geschossen ohne Waffen wie man liest. Ich frage mich schon, wann die ammunition ausgeht.
Gruss, Larissa


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#120

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.06.2011 23:22
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Nostalgiker
Auch wenn ich nicht Felix heiße kann mich teilweise noch ganz gut daran erinnern wie es damals in der DDR ablief.

Einer "Weigerung" sich für eine über den Grundwehrdienst hinausgehende Zeit zu verpflichten zog in diesem Falle für die Familie weit weniger Repressionen nach sich wie eine Republikflucht eines Familienangehörigen einer Lehrerin.

Eines wundert mich echt wosch, Du weißt es doch so detailliert vom hörensagen, Du vermutest es ganz fest bei allen Anderen, nur bei den eigenen Erfahrung herrscht diesbezüglich eine seltsame Ruhe.
Nach dem was Du so von Anderen hörtest müßten sich diese Erlebnisse und Erfahrungen auch auf Deine Eltern ausgewirkt haben.
Deine Mutter mit Schimpf und Schande aus dem Schuldienst gejagt, Deinem Vater; wenn ich mich recht erinnere selbständiger Handwerksmeister; mindestens die Gewerbeerlaubnis entzogen und zu Frondiensten in der sozialistischen Wirtschaft verdonnert,
Wieso höre diesbezüglich ich in dieser Richtung von Dir kein Wehklagen über die Ungerechtigkeiten der ungerechten Bonzen eines verabscheuungswürdigen Unrechtstaates?

Wieso konntest Du als Flüchtling ab Beginn der 80ger Jahre ungehindert in die DDR einreisen?
Wurde nicht Ausreisern, wie auch immer, nahe gelegt nie wieder den Boden dieses Unrechtsstaates zu betreten weil sie auch Jahre nach ihrer Flucht für diese Ungesetzlichkeit von eben diesem Terrorregime belangt werden könnten wie Du an anderen Stellen Gebetsmühlenartig von Dir gibst.

Ich bin gespannt auf Deine Erklärungsversuche.

Gruß
Nostalgiker



.....................................................................................................................................

Damit Du nicht wieder behaupten kannst daß ich Deinen "Argumenten" ausweiche, ganz kurz bevor ich ins Bett gehe:
Ersteinmal war es kein gewöhnlicher Grundwehrdienst, den gab es erst mit der Einführung der Wehrpflicht und zweitens hatten meine Eltern außer den vielen Gesprächen wegen "Klärung eines Sachverhaltes" keine weiteren Schwierigkeiten. Meine Mutter lag zum Zeitpunkt meiner Flucht im Krankenhaus, wurde nach ca. 2 Jahren Frühinvalidin und konnte mich als Rentnerin sogar schon 2 Jahre später besuchen. Mein Vater war; "wie ich mich erinnern kann", Berufsmusiker und kein selbstständiger Handwerker, zum Zeitpunkt meiner Flucht (war ja ein Wochenende) spielte er irgendwo zum Tanze. Beiden konnte nicht nachgewiesen werden daß sie von meiner Absicht zu fliehén Kenntnis hatten. Meine Mutter war Unterstufenlehrerin und nur dafür zuständig den Schülern der 1. und der 2. Klasse das Lesen und Schreiben beizubringen. In einer anderen Funktion hätte es durchaus sein können, daß sie wegen ihrem "mißratenen Sohn" ins Abseits gestellt worden wäre, in diesem Falle hatte man wohl davon abgesehen, auch weil sie eine sehr beliebte Kollegin war und eine Entlassung der Obrigkeit viel mehr öffentlichen Ärger eingebracht hätte. Daß ich als Flüchtling erstab 1982 ungehindert in die DDR einreisen konnte liegt daran, daß mir von keiner Stelle mitgeteilt wurde, daß der Haftbefehl der gegen mich 1962 ergangen war nach 10 Jahren (1972) aufgehoben wurde. Die Staatsbürgerschaft der DDR hatte man mir durch Volkskammerbeschluß schon im Jahre 1968 aberkannt. Nein mir hatte man nicht als "Ausreisender" nahegelegt nie wieder die DDR zu besuchen, im Gegenteil man hatte mich als Flüchtling mit dem Argument, es würde mir nichts passieren, versucht zur Rückkehr in die DDR zu bewegen. Daß ich auf diese geschickt eingefädelten Versuche nicht eingegangen bin müßte eigentlich als Beweis dafür gelten, daß ich nicht so blöd bin und war, wie mich Einige hier gerne hinstellen möchten.
So nun wünsche ich Euch eine Gute Nacht und wegen mir weiter mit "Harry Seidel"
Schönen Gruß aus Kassel.


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