#21

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 08:53
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Ich kenne Deinen Fall nicht, halte dies aber so ziemlich für Ausgeschlossen. Das mit dem Wohnen zu einer bestimmten Zeit ist eher Ermittlungshandlungen bzw. dem örtlichen ABV zuzuschreiben. Wenn es Speicherabfragen gab dann nur vom MfS beim MdI (PDB) oder anderen staatlichen Stellen, nicht andersrum!



@Felix Frage: MdI(PDB) = Personendatenbank????


Mit freundlichen Grüßen - Chris
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#22

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 09:01
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Manfred B.

die Herren bei Deiner ersten Vernehmung waren bestimmt in Uniform der damaligen Volkspolizei. Es gab auch Vernehmer in Zivil und die waren mit Sicherheit vom MFS. Rein logisch gedacht, das die Herren vom MFS im Hintergrund agierten um an ihr "Ergebniss" zu kommen.


@manfred, erstvernehmungen auf dem revier fanden meistens durch polizisten in uniform statt. anschliessend wurde, je nach delikt, weiter vernommen durch die k oder derjenige wurde ans mfs, abt. IX, überstellt. diese vernehmungen der k bzw. abt. IX fanden immer in zivil statt. die erstvernehmer auf der wache in uniform können keine mfs angehörigen gewesen sein ! in gängigen "schmalzfilmen" wie z.b. "das leben der anderen" werden natürlich, zu efekthascherei, vernehmungen in mfs- uniformen durchgeführt

Zitat
Übrigens hatten sich bestimmte Herren vom MFS als Kripo ausgegeben. Die Mittel standen denen ja reichlich zu Verfügung. Die gewissen Herren werden sich jetzt bestimmt in Schweigen halten.


selbstverständlich standen operativen mitarbeitern des mfs, je nach einsatzrichtung, dienstausweise anderer organe zur verfügung. das dürfte in der welt der geheimdienste wohl nicht einmalig sein. daher waren dienstausweise der k bei operativen mitarbeiter des mfs nicht ungewöhnlich. die dienstausweise des mfs galten eigentlich nur als "hausausweis" und hatten keinerlei weitere befugnis. die befugnisse der vp waren jedoch in einem extra gesetz geregelt.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#23

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 09:03
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Ich kenne Deinen Fall nicht, halte dies aber so ziemlich für Ausgeschlossen. Das mit dem Wohnen zu einer bestimmten Zeit ist eher Ermittlungshandlungen bzw. dem örtlichen ABV zuzuschreiben. Wenn es Speicherabfragen gab dann nur vom MfS beim MdI (PDB) oder anderen staatlichen Stellen, nicht andersrum!


Zitat von Stabsfähnrich

@Felix Frage: MdI(PDB) = Personendatenbank????



ich bin mir nicht ganz sicher:

zpdb = zentrale personen datenbank (mdi - sitz in berlin- biesdorf)
pdb = personen datenbank (mfs - abt. XII)


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#24

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 09:32
von turtle | 6.961 Beiträge

Er ist ein Bekannter, Freund in diesem Sinn nicht! Wie ich es herauslese wurden hauptsächlich Menschen mit Kontakten zum Kriminellen Milieu für die K1 angeworben.
Für Infos über Systemgegner ,Fluchtwillige usw. wäre wohl eher die Stasi an ihn herangetreten. Mir kommen daher doch Zweifel ob er tatsächlich wegen R-Flucht im Gefängnis war. Ich kannte ihn aus der Abgangszelle und hatte nach meiner Haftzeit mehrmals Kontakt mit ihm. Nach der Wende tauchte er in Hamburg auf.
Werde ihn empfehlen Widerspruch einzureichen. Habe noch einmal meinen Antrag von damals durchgelesen .in diesen steht:

Ich versichere nach bestem Wissen und Gewissen, dass ich nicht gegen die Grundsätze der
Menschlichkeit oder Rechtsstaatlichkeit verstoßen, dem damaligen herrschenden
politischen System keinen erheblichen Vorschub geleistet oder meine Stellung nicht in
schwerwiegendem Maße zum eigenen Vorteil oder zum Nachteil anderer missbraucht habe.
Außerdem erkläre ich, dass ich mich weder mündlich noch schriftlich gegenüber dem
Ministerium für Staatssicherheit, dem Arbeitsgebiet 1 der Kriminalpolizei der Volkspolizei
oder ähnlichen Organisationen zur Mitarbeit verpflichtet habe und/oder zu keiner Zeit für
eine dieser Organisationen tätig gewesen bin. In den Jahren der SED-Herrschaft gehörte
ich nicht als inoffizielle(r), offizielle(r) oder andere(r) Mitarbeiter(in) dem Ministerium für
Staatssicherheit an.
Mir ist bekannt, dass ich nach § 17a Abs. 4 Strafrechtliches Rehabilitierungsgesetz
verpflichtet bin, Änderungen des Einkommens unverzüglich mitzuteilen. Dies betrifft
auch Änderungen des Familienstandes.
Mir ist bekannt, dass das Regierungspräsidium Chemnitz den Leistungsbescheid
zurücknehmen und die gewährten Leistungen zurückfordern kann, wenn ich unrichtige oder
unvollständige Angaben gemacht habe. Eine Berufung auf Vertrauensschutz ist in diesem
Fall nicht möglich. Zudem kann dies ggf. eine strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen


"Das Wörterbuch der Staatssicherheit" steht u. a. folgendes unter IM der Kriminalpolizei:

>>Durch das MfS werden in kameradschaftlichem Zusammenwirken mit dem Arbeitsgebiet I die Potenzen dieser IM zur Realisierung politisch - operativer Aufgaben differenziert genutzt.<<
Gruß Peter


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#25

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 09:51
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von turtle

"Das Wörterbuch der Staatssicherheit" steht u. a. folgendes unter IM der Kriminalpolizei:

>>Durch das MfS werden in kameradschaftlichem Zusammenwirken mit dem Arbeitsgebiet I die Potenzen dieser IM zur Realisierung politisch - operativer Aufgaben differenziert genutzt.<<


ja, ja, das mfs und sein sprachgebrauch

alles was operativ tätig war wurde als politisch-operativ (pos) bezeichnet
hingegen alles was militärisch tätig war und uniform trug, als
militärisch operativ (mos)


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#26

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 12:31
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Ja @Chris, PDB des MdI, also ZPDB.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#27

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 13:03
von 94 | 10.792 Beiträge

An dieser Stelle seie mir ein Verweis auf den Artikel Abkürzungen in unserm Innerdeutsche Grenze Wiki gestattet.

P.S. *grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 08.06.2011 13:06 | nach oben springen

#28

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 13:14
von Polter (gelöscht)
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@S51 im Beitrag # 5

Du schreibst, sehr oft " relevante Informationen " bekommen. Dann war der Einsatz solcher geheimen Kriminalerermittler effektiv.
Und bestand nicht die Gefahr, daß, wie es in der Szene heißt, die Leute schnell " verbrannt " sind? Ich meine, daß ein Verbrecher
nur einmal überführt werden kann und er dann im Knast landet. Wurde in solchen Fällen gewartet, bis der Verbrecher wieder aus dem Knast kommt? Wie kann ich mir das vorstellen? Oder nur einmalig benutzt? Wie wurde mit dem Informanten umgegangen? Fürsorge?

Im Beitrag #10 schreibst Du im letzten Satz, daß "so mancher Bürgerrechtler auch strafrechtliche Probleme " hatte. War das tatsächlich so oder wurde hier ein Vorwand für die Staasi geschaffen? Oder hat die Staasi so etwas in Auftrag gegeben?

Allgemein würde mich weiter interessieren, ob es im Osten die Kronzeugenregelung gab. Mit Kronzeugen ist alles einfacher.
Die Polizei hat keine Verantwortung mehr für den Kronzeugen nach dem Prozeß, geplaudert hat er auch. Was will man mehr.

Noch eine Frage, konnten die entsprechenden Polizisten Briefkontrollen oder das Abhören von Telefonen vornehmen?

Für Deine Antworten und Mühen bedanke ich mich im Voraus.


zuletzt bearbeitet 08.06.2011 13:17 | nach oben springen

#29

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 13:50
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Polter

Noch eine Frage, konnten die entsprechenden Polizisten Briefkontrollen oder das Abhören von Telefonen vornehmen?


nein konnten sie nicht, dies oblag ausschliesslich dem mfs. auch wenn es in einem spielfilm der serie "polizeiruf 110" anders dargestellt wurde.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#30

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 15:55
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Ja @Chris, PDB des MdI, also ZPDB.



..............danke Felix.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
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#31

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 15:58
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow

Zitat von Polter

Noch eine Frage, konnten die entsprechenden Polizisten Briefkontrollen oder das Abhören von Telefonen vornehmen?


nein konnten sie nicht, dies oblag ausschliesslich dem mfs. auch wenn es in einem spielfilm der serie "polizeiruf 110" anders dargestellt wurde.




............kleine Zusatzfrage: das Abhören von Telefongesprächen durfte doch auch von Angehörigen der DVP vorgenommen werden, wenn dazu ein richterlicher Beschluss eingeholt wurde, bzw. bei Gefahr im Verzuge auf Anordnung der zuständigen Staatsanwaltschaft. Oder irre ich mich?


Mit freundlichen Grüßen - Chris
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#32

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 16:35
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Nein diese Möglichkeiten standen theoretisch auch den anderen U-Organen zur Verfügung, laut StPO aber wie gesagt nur mit richterlichem Beschluss. Kann heute Abend gern nochmal im Kommentar dazu nachsehen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#33

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 17:35
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Nein diese Möglichkeiten standen theoretisch auch den anderen U-Organen zur Verfügung, laut StPO aber wie gesagt nur mit richterlichem Beschluss. Kann heute Abend gern nochmal im Kommentar dazu nachsehen.



@Felix: Vielleicht sollten wir einmal auflisten, wer bzw. was, zu den U-Organen gehörte.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
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#34

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 18:31
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Und Du hast dem geglaubt das die mal so eben Zugriff auf die Speicher des MfS hätten? Nette Antwort um Dich beeindrucken, mehr nicht.



Stimmt Felix. Da hat wohl jemand " mächtig auf den Busch geklopft". . Aber mal im Ernst, die ganz normalen Volkspolizisten hatten wirklich keinen Zugang zu irgendwelchen MfS-Informationen. Das es auf einer gewissen Ebene Informationsaustausch zwischen der VP und dem MfS gab, bezweifele ich nicht. Aber Schutzpolizisten und/ oder die meisten Angehörigen der K, gehörten wohl kaum zum "Kreis der Auserwählten."

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#35

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 18:43
von Merkur | 1.019 Beiträge

Zitat von turtle
Er ist ein Bekannter, Freund in diesem Sinn nicht! Wie ich es herauslese wurden hauptsächlich Menschen mit Kontakten zum Kriminellen Milieu für die K1 angeworben.
Für Infos über Systemgegner ,Fluchtwillige usw. wäre wohl eher die Stasi an ihn herangetreten. Mir kommen daher doch Zweifel ob er tatsächlich wegen R-Flucht im Gefängnis war.



Das kann man pauschal so nicht behaupten.
Das AG I hatte ganz klar definierte Augaben im Zusammenhang mit dem ungesetzlichen Verlassen der DDR. Diese waren in der RL 201/82 verankert.



zuletzt bearbeitet 08.06.2011 18:44 | nach oben springen

#36

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 18:49
von S51 | 3.733 Beiträge

[quote="Polter... wie es in der Szene heißt, die Leute schnell " verbrannt " sind? Ich meine, daß ein Verbrecher
nur einmal überführt werden kann und er dann im Knast landet. Wurde in solchen Fällen gewartet, bis der Verbrecher wieder aus dem Knast kommt? Wie kann ich mir das vorstellen? Oder nur einmalig benutzt? Wie wurde mit dem Informanten umgegangen? Fürsorge?

Im Beitrag #10 schreibst Du im letzten Satz, daß "so mancher Bürgerrechtler auch strafrechtliche Probleme " hatte. War das tatsächlich so oder wurde hier ein Vorwand für die Staasi geschaffen? Oder hat die Staasi so etwas in Auftrag gegeben?

Allgemein würde mich weiter interessieren, ob es im Osten die Kronzeugenregelung gab. Mit Kronzeugen ist alles einfacher.

...Noch eine Frage, konnten die entsprechenden Polizisten Briefkontrollen oder das Abhören von Telefonen vornehmen?
...[/quote]

Ich hatte nur am Rande, über die K III und als Dauerdienstler mit KIM zu tun. Betrachte also bitte folgende Zeilen nicht als das Nonplusultra:
- Die K I übermittelte ihre Informationen nur und ausschließlich über den Leiter K I an uns. Wir kannten also keinen der Informanten persönlich, hatten nie direkt mit ihnen zu tun. Da also jeder, der uns in die Finger geriet, entsprechend seiner Tat gleich behandelt wurde, konnte so kaum Verdacht aufkommen. Es gab keine Vergünstigungen im Rahmen der normalen kriminalpolizeilichen Arbeit. Was dann der Richter und wie er es gewürdigt hat, das konnten wir in dieser Frage weder beeinflussen und schon gar nicht irgendwie kontrollieren oder überwachen. Ganz anders also, als heute so oft behauptet wird.
- Welche Informationen und wann übermittelt wurden, entschied einzig und allein die K I. Vorrang hatte immer der Quellenschutz. Das bedeutet freilich auch, dass wir dann schon mal ab und an "dumm gestorben" sind.
- Die K I ist nie selbst ermittelnd aufgetreten, hat keine Festnahmen, keine Durchsuchungen oder andere strafprozessualen Handlungen durchgeführt. Sie hat nur und ausschließlich Informationen über ihren Leiter übermittelt. Die ermittelnde und bearbeitende Kripo hatte wiederum keinerlei Einblick in deren Strukturen oder Vorgänge. Damit war recht sicher gestellt, dass auch nichts durchsickern konnte.

Bürgerechtler waren und sind auch nur Menschen. "Jedoch" welche mit einem meist ausgeprägten Ego. Menschen machen Fehler und so war es eben durchaus normal, dass sie auch in den Blickwinkel der Kripo gerieten. Nicht mehr als andere auch.
Es gab aber eine Besonderheit. Nämlich jene, dass der durchschnittliche staatsbewußte DDR-Bürger, und das war keineswegs auf Partei oder gar MfS beschränkt, besonders den Antragstellern (auf ständige Ausreise) so manchen Stein in den Weg gelegt hat. Da gab es keine Aufträge mehr, da wurde man plötzlich mit einer Arbeit abgespeist, die die eigenen Bedürfnisse finanziell nicht mehr befriedigte. So kam es dann dazu, dass so mancher, um finanziell über die Runden zu kommen zu Mitteln griff, die ihn in den Focus von Kripo und Staatsanwalt brachten. Hehlerei, Devisenvergehen, Schwarzarbeit, um nur so einige Punkte zu nennen. Besonders mit Hehlern (Diebesgut aus Einbrüchen, von Kfz-Diebstählen...) hatte ich in diesem Zusammenhang mehrfach zu tun und hier eben auch mit Informationen der K I.

Eine Kronzeugenregelung in dem wörtlichen Sinne gab es in der DDR nicht. Jedoch waren über den Weg der "tätigen Reue" später vor Gericht durchaus Boni möglich.

wenn ich in einem EV (Ermittlungsverfahren) den Sinn einer Telefonüberwachung oder Postüberwachung vor dem Richter hätte begründen können, hätte ich mir natürlich eine entsprechnde Verfügung holen können und dies veranlassen können.
Praktisch war dies im Rahmen der allgemeinen Kriminalität einfach zu umständlich, zu wenig erfolgversprechend. Meine Klientel hatte zu selten Telefon oder feste Adressen. Klinkenputzen war sinnvoller. Ich habe so etwas deshalb nicht gemacht. Möglich war es durchaus.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 08.06.2011 18:50 | nach oben springen

#37

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 18:54
von Merkur | 1.019 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow
die dienstausweise des mfs galten eigentlich nur als "hausausweis" und hatten keinerlei weitere befugnis. die befugnisse der vp waren jedoch in einem extra gesetz geregelt.



Ich setze mal den Satz weiter fort, da er unvollständig ist:
...die durch das MfS gem. § 20 Abs. 2 des Gesetzes über die Aufgaben und Befugnisse der Deutschen Volkspolizei wahrgenommen werden konnten...



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#38

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 19:14
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von ABV
... Aber Schutzpolizisten und/ oder die meisten Angehörigen der K, gehörten wohl kaum zum "Kreis der Auserwählten."
...



Außerhalb der normalen Dienstzeit, also ab 17:00 Uhr an Werktagen (in Berlin) sowie an Wochenenden und Feiertagen, gab es bei der Kripo einen Dauerdienst. Üblicherweise haben das Sachbearbeiter der K III gemacht. Einfach, weil es von ihnen mehr gab und weil die allermeisten jungen Spunde (wie ich seinerzeit) dort ihre Laufbahn begannen. Eben die jungen Spunde wurden hierfür ausgesprochen gerne verheizt. Das mag ein wenig sinnfrei wirken aber es gehörte in der Regel ja auch ein erfahrener Kriminaltechniker dazu.
Das meiste lernt man nun mal im "ersten Angriff" wobei man dort auch freilich grundlegend die Sache verhauen kann.
Na jedenfalls gehörte es zur Aufgabe des Dauerdienstes, sich zu Dienstbeginn und Dienstschluß auch bei der BV des MfS zu melden und Absprachen zu treffen. Wenn überdies Taten festgestellt wurden, die in die Zuständigkeit des MfS fielen (beispielsweise 213 /Republikflucht in besonders schwerem Fall oder Verunglimpfungen bzw. vergleichbare Straftaten gegen die staatliche Ordnung) dann waren diese Fälle an die BV zu übergeben. Das war einmal auch mein Part.
Die Zusammenarbeit mit dem MfS war in der Regel jedoch recht einseitig. Soll heißen, geliefert, ob Täter oder Meldungen, haben meist wir, die Kripo.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#39

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 19:30
von Polter (gelöscht)
avatar

@S51!

Danke, reicht mir völlig.
( Ob der DDR-Zöllner auch geheime Kollegen gehabt hat?)


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#40

RE: die Kriminalpolizei (K1) der DVP und deren IM-Ausgelagert von *Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist*

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2011 19:41
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

[quote="Polter"]@S51!

Danke, reicht mir völlig.
( Ob der DDR-Zöllner auch geheime Kollegen gehabt hat?)[/quote]

....................könnte mir vorstellen dass der Zollfahndungsdienst der Zollverwaltung der DDR, auch den einen oder anderen "geheimen" Kollegen hatte.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
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