#1

(Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.06.2011 13:59
von MK1987 | 50 Beiträge

Das die Einwohner des freien Teil Berlins vom Wehrdienst freigestellt waren ist ja allgemein bekannt und steht mit dem besonderen Status von Gesamtberlin im Zusammenhang, allerdings gehörte der Ostteil Berlins eigentlich ebenso wenig zur DDR wie der Westteil zur Bundesrepublik...Irgendwann in den Gründungstagen der DDR stand Dresden als Hauptstadt zur Debatte, weil laut Viermächteabkommen kein Teil Berlins Hauptstadt von einem der beiden dt. Staaten sein durfte...Die Botschaft der USA befand sich ja auch nicht "in" der DDR, sondern "bei" der DDR, weil halt in Berlin...

Nun meine Frage: Wieso wurden die wehrdienstfähigen Männer des Ostteils zum Wehrdienst bzw. Wehrersatzdienst (GT, VP-Bereitschaft u.ä.) eingezogen und mussten ein Land verteidigen in dem sie überhaupt nicht wohnhaft waren?
Genauso unverständlich ist, dass der BGS nicht an den Grenzen West-Berlins präsent war, egtl. hätten auch die Grenztruppen in Berlin nix zu suchen gehabt, zumindest nicht in der Innenstadt, sondern nur in Potsdam und so....!

Wieso wurde das alles von den Siegermächten akzeptiert?



zuletzt bearbeitet 07.06.2011 14:00 | nach oben springen

#2

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.06.2011 14:46
von werner | 1.591 Beiträge

Keine Ahnung, wohin diese konstruierte Frage zielen soll.

Der Westteil Berlins war genauso frei oder unfrei wie der Rest des besetzten Deutschlands, keine Entscheidung ohne Abstimmung/ Zustimmung der Besatzungsmächte.

Westberlin war nicht Teil der BRD, und deshalb gab es dort keine Wehrpflicht, daran ändert auch die gleiche Währung nichts. Der Bundestag durfte nicht in WB tagen. Während der Ostteil der Stadt mit Duldung der Westmächte Hauptstadt der DDR wurde und somit Bestandteil des Hoheitsgebietes der DDR mit allem, was dazu gehört, also auch der Wehrpflicht.


Die Formulierung in Wikipedia von wegen "US Botschaft bei der DDR" findet man nur dort und wird dort erstaunlicherweise nicht weiter erläutert. Die Interpretation "Viermächteabkommen" dürfte höchstens die halbe Wahrheit sein. Die Formulierung, wenn sie denn so stimmt, hängt wohl aber eher damit zusammen, dass die USA ihren Frontstaat und die Frontstadt nicht in ihrem Alleinvertretungsanspruch brüskieren wollten. Komischerweise findet man in keiner anderen, im web verfügbaren, Veröffentlichung diese Formulierung.

Selbst in den Medien dieser Zeit findet man diese Worte nicht, dort wird der Doktrin der Kalten Krieger folgend nur von der "Botschaft in Ostberlin", nicht aber "bei der DDR" gesprochen.

Mehr wäre dazu nicht zu sagen.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#3

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.06.2011 15:14
von Polter (gelöscht)
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Die " Wehrunwilligen " aus dem Westen haben, um der Wehrpflicht zu entkommen, versucht, ihren Wohnsitz in Westberlin zu nehmen.
Allerdings war die Wohnungssuche für diese Leute nicht einfach. Sehr hohe Mieten. Auch hierfür gab es Lösungen, wenn bei den
großen Arbeitgebern ein Job gefunden wurde. Ich meine die TU und die FU. Die Studentenwerke waren sehr hilfreich.


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#4

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.06.2011 15:29
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Irgendwo habe ich gelesen, dass Ostberlin eine gewisse Scheinselbständigkeit hat, eigene Gesetze, bis 1971 sogar eine eigene Grenztruppe...
http://www.grenztruppen-der-ddr.de/index...ry&history_id=9
Theo


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#5

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.06.2011 15:37
von Polter (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo
Irgendwo habe ich gelesen, dass Ostberlin eine gewisse Scheinselbständigkeit hat, eigene Gesetze, bis 1971 sogar eine eigene Grenztruppe...
http://www.grenztruppen-der-ddr.de/index...ry&history_id=9
Theo


Ja, und bis 1961 war die SPD in Ostberlin als Partei mit eigenen Büro und so vertreten.


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#6

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.06.2011 16:19
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

1961 wurde in amtlichen Dokumenten noch genau unterschieden: "DDR" oder aber "Demokratisches Berlin" (bzw. "Haupstadt der DDR")! Das Demokratische Berlin war demzufolge zwar offiziell die Hauptstadt, aber kein Bestandteil der DDR.
Der Maron Befehl:
http://www.berliner-untergrundbahn.de/mauer.htm
Theo


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#7

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.06.2011 18:09
von Tobeck | 488 Beiträge

Zitat von werner

Die Formulierung in Wikipedia von wegen "US Botschaft bei der DDR" findet man nur dort und wird dort erstaunlicherweise nicht weiter erläutert. Die Interpretation "Viermächteabkommen" dürfte höchstens die halbe Wahrheit sein. Die Formulierung, wenn sie denn so stimmt, hängt wohl aber eher damit zusammen, dass die USA ihren Frontstaat und die Frontstadt nicht in ihrem Alleinvertretungsanspruch brüskieren wollten. Komischerweise findet man in keiner anderen, im web verfügbaren, Veröffentlichung diese Formulierung.

Selbst in den Medien dieser Zeit findet man diese Worte nicht, dort wird der Doktrin der Kalten Krieger folgend nur von der "Botschaft in Ostberlin", nicht aber "bei der DDR" gesprochen.



Das findet sich aber in der Literatur außerhalb des Internets. Ich erspare mir das Einscannen der Stelle und zitiere:

Zitat
(...)Die Botschaften der Nato-Länder tragen freilich der Tatsache Rechnung, daß Berlin (Ost) - obwohl sie hier ihren Sitz haben - einen besonderen politischen Status hat. Sie nennen sich deshalb meist "Botschaft bei der DDR", also nicht "in" der DDR, und haben auch die konsularischen Befugnisse für Berlin (Ost) gesondert geregelt.(...)


Joachim Nawrocki und Manfred Rexin, Ost-Berlin, 1981, 2. Auflage., S.17.

Das war also nicht nur bei der US-Botschaft der Fall, sondern auch bei einigen anderen Botschaften von Nato-Staaten.


zuletzt bearbeitet 07.06.2011 18:11 | nach oben springen

#8

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.06.2011 19:13
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zum Thema zurück. Bei der Lektüre von "13. August 1961" von Hartmuth Mehls, 3. Aufl. 1979, Berlin (Ost) fällt mir auf: Die Armeen (NVA oder andere Armeen der Warschauer Vertragsunion) waren an den Grenzsicherungsmassnahmen nicht direkt beteiligt. Das hat sicher auch etwas mit der besonderen Situation von Berlin zu tun.
Theo


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#9

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.06.2011 20:39
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von werner
Keine Ahnung, wohin diese konstruierte Frage zielen soll.

Der Westteil Berlins war genauso frei oder unfrei wie der Rest des besetzten Deutschlands, keine Entscheidung ohne Abstimmung/ Zustimmung der Besatzungsmächte.

Westberlin war nicht Teil der BRD, und deshalb gab es dort keine Wehrpflicht, daran ändert auch die gleiche Währung nichts. Der Bundestag durfte nicht in WB tagen. Während der Ostteil der Stadt mit Duldung der Westmächte Hauptstadt der DDR wurde und somit Bestandteil des Hoheitsgebietes der DDR mit allem, was dazu gehört, also auch der Wehrpflicht.




Hauptstadt der DDR:
Seitens der westlichen Staaten so nicht anerkannt.
Deshalb führten die westlichen Botschaften die bereits genannte Bezeichnung:
"Botschaft bei der DDR"
statt des international üblichen
"Botschaft Berlin" des ..."!

Wehrpflicht:
Nicht korrekt,.

Seitens der westlichen Aliierten gab es regelmäßig Proteste, bei jedweder Colouer Militärischer Präsenz der NVA.
Geregelt war die entmilitarisierung Berlins (Gebiet von Groß-Berlin im Sinne des Gesetzes vom 27. April 1920 (Die Grenzen der Bezirke innerhalb Groß-Berlins sind diejenigen, die nach Inkrafttreten der am 27. März 1938 veröffentlichten Satzung (Amtsblatt der Reichshauptstadt Berlin Nr. 13 vom 27. März 1938, Seite 215) bestanden.)) im Kontrollratsgesetz Nr. 43 vom 20. Dezember 1946.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 07.06.2011 21:00 | nach oben springen

#10

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.06.2011 20:41
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Zum Thema zurück. Bei der Lektüre von "13. August 1961" von Hartmuth Mehls, 3. Aufl. 1979, Berlin (Ost) fällt mir auf: Die Armeen (NVA oder andere Armeen der Warschauer Vertragsunion) waren an den Grenzsicherungsmassnahmen nicht direkt beteiligt. Das hat sicher auch etwas mit der besonderen Situation von Berlin zu tun.
Theo




Richtig erkannt!
NVA und GSSD-Kräfte standen in der zweiten Linie.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#11

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.06.2011 20:43
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Polter
Die " Wehrunwilligen " aus dem Westen haben, um der Wehrpflicht zu entkommen, versucht, ihren Wohnsitz in Westberlin zu nehmen.
Allerdings war die Wohnungssuche für diese Leute nicht einfach. Sehr hohe Mieten. Auch hierfür gab es Lösungen, wenn bei den
großen Arbeitgebern ein Job gefunden wurde. Ich meine die TU und die FU. Die Studentenwerke waren sehr hilfreich.


Nun gut,nur um der Wehrpflicht zu entkommen extra nach Berlin zu ziehen,ein schöner Aufwand-das haben nur wenige gemacht.
Es gab Methoden,die waren einfacher und nicht so aufwendig.....und man konnte daheim bleiben.



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#12

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.06.2011 21:40
von Polter (gelöscht)
avatar

Zitat von Zermatt

Zitat von Polter
Die " Wehrunwilligen " aus dem Westen haben, um der Wehrpflicht zu entkommen, versucht, ihren Wohnsitz in Westberlin zu nehmen.
Allerdings war die Wohnungssuche für diese Leute nicht einfach. Sehr hohe Mieten. Auch hierfür gab es Lösungen, wenn bei den
großen Arbeitgebern ein Job gefunden wurde. Ich meine die TU und die FU. Die Studentenwerke waren sehr hilfreich.


Nun gut,nur um der Wehrpflicht zu entkommen extra nach Berlin zu ziehen,ein schöner Aufwand-das haben nur wenige gemacht.
Es gab Methoden,die waren einfacher und nicht so aufwendig.....und man konnte daheim bleiben.




Flucht aus dem Elternhaus. Einzug in eine WG. Das war Freiheit!


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#13

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.06.2011 22:18
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Es gab bis in die 90er Jahre relativ viele Schweizer, die es im Alter von 20 bis 25 Jahre ins Ausland zog. In der militärverrückten Schweiz wurde ein ziviler Ersatzdienst erst in den 90er Jahren eingeführt. Entsprechende Gesetzesvorlagen fielen bei der Volksabstimmung immer durch. Der Tarif für Dienstverweigerung war etwa sechs Monate Gefängnis unbedingt. Da ging man dann gerne ins Ausland...
http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/stan.../story/19652243
Theo


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#14

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.06.2011 00:12
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Thunderhorse

Zitat von werner
Keine Ahnung, wohin diese konstruierte Frage zielen soll.

Der Westteil Berlins war genauso frei oder unfrei wie der Rest des besetzten Deutschlands, keine Entscheidung ohne Abstimmung/ Zustimmung der Besatzungsmächte.

Westberlin war nicht Teil der BRD, und deshalb gab es dort keine Wehrpflicht, daran ändert auch die gleiche Währung nichts. Der Bundestag durfte nicht in WB tagen. Während der Ostteil der Stadt mit Duldung der Westmächte Hauptstadt der DDR wurde und somit Bestandteil des Hoheitsgebietes der DDR mit allem, was dazu gehört, also auch der Wehrpflicht.




Hauptstadt der DDR:
Seitens der westlichen Staaten so nicht anerkannt.
Deshalb führten die westlichen Botschaften die bereits genannte Bezeichnung:
"Botschaft bei der DDR"
statt des international üblichen
"Botschaft Berlin" des ..."!

Wehrpflicht:
Nicht korrekt,.

Seitens der westlichen Aliierten gab es regelmäßig Proteste, bei jedweder Colouer Militärischer Präsenz der NVA.
Geregelt war die entmilitarisierung Berlins (Gebiet von Groß-Berlin im Sinne des Gesetzes vom 27. April 1920 (Die Grenzen der Bezirke innerhalb Groß-Berlins sind diejenigen, die nach Inkrafttreten der am 27. März 1938 veröffentlichten Satzung (Amtsblatt der Reichshauptstadt Berlin Nr. 13 vom 27. März 1938, Seite 215) bestanden.)) im Kontrollratsgesetz Nr. 43 vom 20. Dezember 1946.





Ok, vielleicht sollten wir mal bei der Frage auch die Zeitschiene betrachten?
Ist es möglich, dass die Proteste eher formaler Natur waren, um den Bündnispartner nicht zu vergrätzen? Das ist mit "Duldung" gemeint.
Wie sahen diese Proteste nach Inkrafttreten des Grundlagenvertrages aus?

Selbst im Gebäude des ZK, also im Zentrum, waren mindestens bis in die 70er Jahre Angehörige der NVA beschäftigt, nicht viele, aber immerhin.

Was meinst Du mit "Wehrpflicht: nicht korrekt?
Nach meiner Kenntnis wurden durchaus Berliner aus den Stadtbezirken des Ostens der Stadt zur Wehrpflicht herangezogen, wie in der NVA üblich regelmäßig fern der Heimatstadt, also nicht in Berlin. Wäre wieder die Frage, ob es im Laufe der Jahre Änderungen gab. . .


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#15

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.06.2011 08:51
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von werner
(...)
Ist es möglich, dass die Proteste eher formaler Natur waren, um den Bündnispartner nicht zu vergrätzen? ...


Nein: In der Diplomatie gibt es den Begriff der "stillschweigenden Duldung". Man sagt nichts, enthält sich an Abstimmungen der Stimme usw. Damit signalisiert man sein Desinteresse. Man ist von einer Situation zwar nicht begeistert, akzeptiert sie aber, so wie sie ist. Deshalb ist es wichtig, immer wieder seine Position klarzustellen, wenn man nicht einverstanden ist: Die Westallierten wollten die Berlin- und die Deutschlandfrage offenhalten, um eine für sie gute Lösung zu erzielen: Ein freiheitliches (=kapitalistisches) vereinigtes Deutschland. Der "Osten" wollte die Deutschlandfrage auch offenhalten und hat inbezug auf Westberlin immer protestiert. Der "Osten" wollte ein demokratisches (=sozialistisches) vereinigtes Deutschland:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistische_Demokratie
Theo


zuletzt bearbeitet 08.06.2011 08:52 | nach oben springen

#16

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.06.2011 10:42
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Thunderhorse
NVA und GSSD-Kräfte standen in der zweiten Linie.


Ist jetzt zwar bissel oT, aber in 'erster' Reihe standen Angehörige der Kampfgruppen der Arbeiterklasse.


Quelle: Bundesarchiv


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#17

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.06.2011 10:59
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Thunderhorse
NVA und GSSD-Kräfte standen in der zweiten Linie.


Zitat von 94
Ist jetzt zwar bissel oT, aber in 'erster' Reihe standen Angehörige der Kampfgruppen der Arbeiterklasse.


Quelle: Bundesarchiv



ja, aber offensichtlich nur im berliner zentrum


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#18

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.06.2011 17:04
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Mehls Hartmut: 13. August, Berlin, 3. Aufl. 1979, Seite 33
"Gegen 2 Uhr sperren das Sicherungskommando Berlin und Volkspolizeibereitschaften das Brandenburger Tor und nehmen erste Schwerpunkte der Grenze zu Westberlin unter Kontrolle. Ab 3 Uhr wird die gesamte Grenze zwischen der Hauptstadt der DDR und Westberlin befestigt. Volkspolizei Bereitschaften, Kampfgruppen und Angehörige des Wachregiments des Ministeriums für Staatssicherheit werfen Erdwälle auf, legen Stacheldraht aus, rammen Betonpfähle in die Erde und setzen spanische Reiter....Um 6 Uhr ist die Grenze zu Westberlin gesperrt, um 15 Uhr ist sie gesichert."
offtopic: Das berühmte Foto, das oben abgebildet ist, gibt die publikumswirksame Schliessung des Brandenburger Tores wieder, die erst am 14. August erfolgte. Somit war zeitlich sichergestellt, dass genügend westliche Presse anwesend war.
Theo


zuletzt bearbeitet 08.06.2011 17:06 | nach oben springen

#19

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.06.2011 09:46
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von werner
[

Ok, vielleicht sollten wir mal bei der Frage auch die Zeitschiene betrachten?
Ist es möglich, dass die Proteste eher formaler Natur waren, um den Bündnispartner nicht zu vergrätzen? Das ist mit "Duldung" gemeint.
Wie sahen diese Proteste nach Inkrafttreten des Grundlagenvertrages aus?

Selbst im Gebäude des ZK, also im Zentrum, waren mindestens bis in die 70er Jahre Angehörige der NVA beschäftigt, nicht viele, aber immerhin.

Was meinst Du mit "Wehrpflicht: nicht korrekt?
Nach meiner Kenntnis wurden durchaus Berliner aus den Stadtbezirken des Ostens der Stadt zur Wehrpflicht herangezogen, wie in der NVA üblich regelmäßig fern der Heimatstadt, also nicht in Berlin. Wäre wieder die Frage, ob es im Laufe der Jahre Änderungen gab. . .




Im November 1969 erfolgte z.B. ein gemeinsamer Protest der alliierten Kommandanten gegen Anordnung des NVR der DDR über die Erfassung, Musterung und Einberufung von Wehrpflichtigen sowie die 2. Anordnung über den Wehrdienst der Reservisten.

Z.B.: 1. März 1973, 1. Mai 1976, Proteste gegen die Militärparaden der NVA, am 13. April 1976 Proteste seitens der westalliierten Stadtkommandanten gegen die erneuerung der Mauer im Bereich Brandenburger Tor.
Weiterhin Proteste im Bezug auf Schüsse an der Mauer.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#20

RE: (Ost-)Berliner und Wehrdienst?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.06.2011 11:18
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von Thunderhorse
Im November 1969 erfolgte z.B. ein gemeinsamer Protest der alliierten Kommandanten gegen Anordnung des NVR der DDR über die Erfassung, Musterung und Einberufung von Wehrpflichtigen sowie die 2. Anordnung über den Wehrdienst der Reservisten.

Z.B.: 1. März 1973, 1. Mai 1976, Proteste gegen die Militärparaden der NVA, am 13. April 1976 Proteste seitens der westalliierten Stadtkommandanten gegen die erneuerung der Mauer im Bereich Brandenburger Tor.
Weiterhin Proteste im Bezug auf Schüsse an der Mauer.

TH



Im Jahre 1986 schien es so, als hätte die DDR die Westalliierten und die BRD ausgepokert. Da Westberlin keine Bestandteil der BRD ist und nicht von ihr reagiert werden darf, stellte die DDR allen Reisewilligen nach Westberlin ein Transitvisum aus. Sie stellte sich auf den Standpunkt, dass dieses nach internationalen Gepflogenheiten üblich ausgestellt werden muss, wenn das Einreiseland kein Einreisevisum verlangt. Aus naheliegenden Gründen wollte die BRD und die Westalliierten nicht , dass Westberlin selbständig Visa ausstellen konnte. So kamen viele Tamilen via Schönefeld nach Westberlin.
Theo


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