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Reisewege/Fluchtwege vom 12.April – 26.Mai 2009

in Das Ende der DDR 22.04.2009 18:00
von Angelo | 12.397 Beiträge

Im 20. Jahr des Mauerfalls machen sich die beiden Weimarer Autoren, Christian Stadali und Holger Schmalfuß, auf einen ungewöhnlichen Weg. Ab dem 12. April werden sie mit dem „Thüringen-Taxi“ in sechs Wochen sechs Länder in Ost- und Südosteuropa bereisen und dabei 6000 Kilometer zurücklegen. Das „Thüringen-Taxi“ ist ein historischer Wartburg 353 Tourist aus dem Jahr 1974. Das Projekt „Reisewege/Fluchtwege“ erinnert auch an die Menschen, die sich vor 1989 Jahr für Jahr aus der DDR mit dem Fahrzeug auf die Wege gemacht haben, die ihnen offen standen. Nicht selten wurden dabei aus Reisewegen Fluchtwege.

Vom Ostalgievirus sind Christian Stadali (38) und Holger Schmalfuß (36) nicht befallen. „Wir wollen Wege nachzeichnen. Wir wollen von den Menschen, denen wir begegnen wissen, wie sie auf die letzten 20 Jahre im eigenen Land blicken und welche Sicht sie auf das veränderte Deutschland haben, das einst in Ost und West geteilt war“, erläutert der in Nordrhein-West­falen aufgewachsene Journalist und Kommunikationsberater Christian Stadali. Die Reise geht nach Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Polen - allesamt EU-Mitglieder und allesamt einst Mitglieder der Warschauer Vertragsstaaten. Aus dem Blickwinkel der DDR-Bürger waren dies die Länder, in denen man mit dem eigenen Fahrzeug Urlaub machen durfte. „Wir haben uns deren Geschichten im Vorfeld erzählen lassen. Von rationiertem Benzin, über minimalen Geldumtausch, Tauschobjekten wie Bettwäsche gegen Lebensmittel, „Stasi-Bekanntschaften“ am Urlaubsstrand oder anrührenden ost-westdeutschen Familientreffen am bulgarischen Sonnenstrand. Hier wird Geschichte lebendig und auch mit diesen Geschichten im Hinterkopf machen wir uns am 12. April auf den Weg“, beschreibt der gebürtige Leipziger Holger Schmalfuß den Beginn der Projektrecherche.

Vor bald 20 Jahren haben sich Deutschland Ost und Deutschland West wiedervereinigt. Gleichzeitig teilte sich die CSSR in Tschechien und die Slowakei. Rumänien und Bulgarien gelten heute als Armenhäuser Europas, in Ungarn hat sich gerade die Regierung aufgelöst und Polen, seit Anfang der achtziger mit der unabhängigen Gewerkschaft Solidarnosc Motor der Veränderungen in Osteuropa, streitet sich mit der Bundesrepublik über die Besetzung im Stiftungsrat für das Zentrum gegen Vertreibung. „Das ist die Gegenwart und auch die wollen wir beleuchten. Deshalb freuen wir uns besonders, dass es gelungen ist, mit den Deutschen Botschaften, dem Goetheinstitut in Sofia und der Friedrich-Ebertstiftung in Bratislava Partner zu gewinnen, mit denen wir während unserer Fahrt öffentliche Gesprächsrunden, auch in Schulen, durchführen. Vorhandene Sichtweisen und Vorbehalte sollen diskutiert und abgegli­chen werden“, freut sich Christian Stadali auf spannende Begegnungen vor Ort. Immer dabei das Thüringen-Taxi, das auch, wie der Name es schon sagt, zu der ein oder anderen Mitfahrt einlädt.
Nach ihrer Rückkehr Ende Mai planen die beiden Taxifahrer eine Buchveröffentlichung und werden mit dem Oldtimer-Wartburg auf Veranstaltungen präsent sein.

Interview-/Buchungsanfragen:
03643/406769
+49 (0)171/5312317
Christian Stadali
Prellerstr.12
99423 Weimar

http://www.thueringen-taxi.de


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