#21

RE: Jahn will Denkmal für alle in der DDR Verfolgten

in Themen vom Tage 19.04.2011 10:50
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von Gert
Ich staune sehr, jemand der in der DDR zu denen gehörte, die das Sagen hatten, will den Vertriebenen ein Denkmal setzen? Als ihr noch die Macht hattet, durfte in der DDR das Wort Vertriebene überhaupt nicht in den Mund genommen werden. Da man sie nicht einfach wegdiskutieren konnte, wurde die Sprachschöpfung Umsiedler für diese armen Menschen kreiert(ich weiss wovon ich rede, habe sie nach dem Krieg zuhauf gesehen und ihr Elend). Die entsprechenden Verbände in Westdeutschland wurden als Revanchisten bezeichnet, also mit einem total negativ besetzten Begriff in der kommunistischen Sprachschöpfung. Also Gilbert ts ts ts,


Gruß Gert



Ich lernte damals einen VdN Rentner kennen, der einige Zeit im NaziKnast hockte. Der hatte eine hohe Rente und fast schon ein schlechtes Gewissen, weil es offenbar nicht wenige "Umgesiedelte" gab. Umgesiedelt aus den ehemaligen Ostgebieten, aber erst nach einigen Monaten oder Jahren Lager. Die kriegten gar keine Rente, denn sie waren entweder in einem Kriegsgefangenlager oder "Aussiedlerlager". Teilweise habe ich allerdings nur "Bahnhof" verstanden, was der Rentner mir zu erklären versuchte.
Theo


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#22

RE: Jahn will Denkmal für alle in der DDR Verfolgten

in Themen vom Tage 19.04.2011 11:11
von grenzergold | 187 Beiträge

Für die Heimatvertriebenen,Umsiedler und Übersiedler gab es das Lastenausgleichgesetz.

grenzergold


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#23

RE: Jahn will Denkmal für alle in der DDR Verfolgten

in Themen vom Tage 19.04.2011 11:20
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Zitat von Gert
Ich staune sehr, jemand der in der DDR zu denen gehörte, die das Sagen hatten, will den Vertriebenen ein Denkmal setzen? Als ihr noch die Macht hattet, durfte in der DDR das Wort Vertriebene überhaupt nicht in den Mund genommen werden. Da man sie nicht einfach wegdiskutieren konnte, wurde die Sprachschöpfung Umsiedler für diese armen Menschen kreiert(ich weiss wovon ich rede, habe sie nach dem Krieg zuhauf gesehen und ihr Elend). Die entsprechenden Verbände in Westdeutschland wurden als Revanchisten bezeichnet, also mit einem total negativ besetzten Begriff in der kommunistischen Sprachschöpfung. Also Gilbert ts ts ts,


Gruß Gert



Ich lernte damals einen VdN Rentner kennen, der einige Zeit im NaziKnast hockte. Der hatte eine hohe Rente und fast schon ein schlechtes Gewissen, weil es offenbar nicht wenige "Umgesiedelte" gab. Umgesiedelt aus den ehemaligen Ostgebieten, aber erst nach einigen Monaten oder Jahren Lager. Die kriegten gar keine Rente, denn sie waren entweder in einem Kriegsgefangenlager oder "Aussiedlerlager". Teilweise habe ich allerdings nur "Bahnhof" verstanden, was der Rentner mir zu erklären versuchte.
Theo




Theo, die DDR hat die Millionen Vertriebenen einfach ignoriert. Sie durften sich nicht als das benennen was sie waren, sie durften sich nicht in Verbänden organisieren, sie bekamen keine Schadenersatzzahlung und sie wurden zumindést nach dem Krieg von den Einheimischen als zusätzliche Esser und Konkurrenten um den knappen Wohnraum angesehen ( das letztere war aber auch in den Westzonen der Fall). Es waren wirklich arme Teufel. Sie haben die Zeche für die Naziverbrecher an der Spitze bezahlt und konnten froh sein, wenn sie das nackte Leben retten konnten. Ungezählte wurden während der legalen und illegalen Vertreibungsaktion auch umgebracht. Da die Mörder dieser Vertriebenen dann in den Regierungen der Volksdemokratien, z.B Polen, Tschechoslowakei, Ungarn sassen und als Kommunisten natürlich "Freundschaft" zu den damaligen Machthabern in Ostberlin sagten, wurde das Thema auch in der DDR totgeschwiegen.

In der Bundesrepublik gründeten sie Vertriebenenverbände ( später Hassobjekt aller kommunistischen Staaten) die ihre Interessen vertraten, sie bekamen Lastenausgleich für verlorenes Land und Häuser und Zuschüsse für den Bau neuer Häuser in der neuen Heimat.
Wenn auch diese Hilfsaktionen ihne ihre alte Heimat nicht wiedergab, ihnen das verlorene Hab und Gut nicht zu 100 % ersetzte, so war es doch ein solidarischer Akt des deutschen Volkes. Immerhin hatten sie den Krieg gemeinsam verloren.

Theo ich merke ich bin so was von OT ich höre auf.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#24

RE: Jahn will Denkmal für alle in der DDR Verfolgten

in Themen vom Tage 19.04.2011 11:28
von Tobeck | 488 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von GilbertWolzow
deutschland bekommt nicht mal ein denkmal für 12 millionen vertriebene des II. weltkrieges hin und da soll es für evtl. ein paar hundert echte mfs- opfer ein denkmal errichten können? ich glaub ja vieles....




Ich staune sehr, jemand der in der DDR zu denen gehörte, die das Sagen hatten, will den Vertriebenen ein Denkmal setzen? Als ihr noch die Macht hattet, durfte in der DDR das Wort Vertriebene überhaupt nicht in den Mund genommen werden. Da man sie nicht einfach wegdiskutieren konnte, wurde die Sprachschöpfung Umsiedler für diese armen Menschen kreiert(ich weiss wovon ich rede, habe sie nach dem Krieg zuhauf gesehen und ihr Elend). Die entsprechenden Verbände in Westdeutschland wurden als Revanchisten bezeichnet, also mit einem total negativ besetzten Begriff in der kommunistischen Sprachschöpfung. Also Gilbert ts ts ts,


Gruß Gert




Hallo Gert, ich weiß nicht, ob das hier im Forum schon einmal erwähnt wurde, aber 1985 wurde von der Bundespost eine Briefmarke zur Eingliederung Heimatvertriebener herausgegeben:


http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...r_Deutscher.jpg

Wenn man einen Brief mit dieser Briefmarke in die DDR schickte, wurde dieser Brief in der DDR nicht zugestellt, sondern kam umgehend an den Absender zurück - versehen mit einem Sonderstempel, der auf die Nichtzustellung verwies. Der Brief wurde deshalb nicht zugestellt, weil die Briefmarke die Wörter "heimatvertriebener Deutscher" enthielt. Die Sonderstempel waren bei Sammlern begehrt, so das manche dann nur aus diesem Grund entsprechende Briefe versendeten.


zuletzt bearbeitet 19.04.2011 11:31 | nach oben springen

#25

RE: Jahn will Denkmal für alle in der DDR Verfolgten

in Themen vom Tage 19.04.2011 12:19
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Tobeck

Zitat von Gert

Zitat von GilbertWolzow
deutschland bekommt nicht mal ein denkmal für 12 millionen vertriebene des II. weltkrieges hin und da soll es für evtl. ein paar hundert echte mfs- opfer ein denkmal errichten können? ich glaub ja vieles....




Ich staune sehr, jemand der in der DDR zu denen gehörte, die das Sagen hatten, will den Vertriebenen ein Denkmal setzen? Als ihr noch die Macht hattet, durfte in der DDR das Wort Vertriebene überhaupt nicht in den Mund genommen werden. Da man sie nicht einfach wegdiskutieren konnte, wurde die Sprachschöpfung Umsiedler für diese armen Menschen kreiert(ich weiss wovon ich rede, habe sie nach dem Krieg zuhauf gesehen und ihr Elend). Die entsprechenden Verbände in Westdeutschland wurden als Revanchisten bezeichnet, also mit einem total negativ besetzten Begriff in der kommunistischen Sprachschöpfung. Also Gilbert ts ts ts,


Gruß Gert




Hallo Gert, ich weiß nicht, ob das hier im Forum schon einmal erwähnt wurde, aber 1985 wurde von der Bundespost eine Briefmarke zur Eingliederung Heimatvertriebener herausgegeben:


http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...r_Deutscher.jpg

Wenn man einen Brief mit dieser Briefmarke in die DDR schickte, wurde dieser Brief in der DDR nicht zugestellt, sondern kam umgehend an den Absender zurück - versehen mit einem Sonderstempel, der auf die Nichtzustellung verwies. Der Brief wurde deshalb nicht zugestellt, weil die Briefmarke die Wörter "heimatvertriebener Deutscher" enthielt. Die Sonderstempel waren bei Sammlern begehrt, so das manche dann nur aus diesem Grund entsprechende Briefe versendeten.





@Tobeck davon höre ich zum ersten mal. Macht aber Sinn aus der Sicht der SED Führung und passt nahtlos auf den Text in meinem vorigen Beitrag über Vertriebene. Man sollte diesen Menschen auch ein Denkmal setzen, wenn es das nicht schon irgendwo gibt. Weiss jemand etwas darüber ?

Gruß Gert


.
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#26

RE: Jahn will Denkmal für alle in der DDR Verfolgten

in Themen vom Tage 19.04.2011 12:25
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Ich hätte nichts dagegen auch ihnen zu Gedenken, zusammen mit den Millionen anderen Unschuldigen, die Opfer in diesem Krieg wurden.
Allerdings habe ich was gegen Politiker, welche durch unsinnige Forderungen nach den alten Grenzen von 1937 u.ä., die Trauerarbeit der Betroffenen und auch die damaligen Geschehnisse in das falsche Licht rücken.


zuletzt bearbeitet 19.04.2011 12:35 | nach oben springen

#27

RE: Jahn will Denkmal für alle in der DDR Verfolgten

in Themen vom Tage 19.04.2011 12:29
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von GZB1
Ich hätte nichts dagegen auch ihnen zu Gedenken, zusammen mit den Millionen anderen Unschuldigen, die Opfer in diesem Krieg wurden.
Allerdings habe ich was gegen Politiker, welche durch unsinnige Forderungen nach den alten Grenzen von 1937 u.ä., die Trauerabeit der Betroffenen und auch die damaligen Geschehnisse in das falsche Licht rücken.



GZB 1 das ist doch schon wieder ein ganz andere Baustelle !

Gruß Gert


.
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#28

RE: Jahn will Denkmal für alle in der DDR Verfolgten

in Themen vom Tage 19.04.2011 12:36
von bendix | 2.642 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von GZB1
Ich hätte nichts dagegen auch ihnen zu Gedenken, zusammen mit den Millionen anderen Unschuldigen, die Opfer in diesem Krieg wurden.
Allerdings habe ich was gegen Politiker, welche durch unsinnige Forderungen nach den alten Grenzen von 1937 u.ä., die Trauerabeit der Betroffenen und auch die damaligen Geschehnisse in das falsche Licht rücken.



GZB 1 das ist doch schon wieder eine ganz andere Baustelle !

Gruß Gert



Genau @Gert,so wie die "Baustelle" mit den Vetriebenen.

Also zurück zum Thema "Jahn will Denkmal für alle in der DDR Verfolgten"

Gruß bendix


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
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#29

RE: Jahn will Denkmal für alle in der DDR Verfolgten

in Themen vom Tage 19.04.2011 13:19
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von Gert

Hallo Gert, ich weiß nicht, ob das hier im Forum schon einmal erwähnt wurde, aber 1985 wurde von der Bundespost eine Briefmarke zur Eingliederung Heimatvertriebener herausgegeben:


http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...r_Deutscher.jpg

Wenn man einen Brief mit dieser Briefmarke in die DDR schickte, wurde dieser Brief in der DDR nicht zugestellt, sondern kam umgehend an den Absender zurück - versehen mit einem Sonderstempel, der auf die Nichtzustellung verwies. Der Brief wurde deshalb nicht zugestellt, weil die Briefmarke die Wörter "heimatvertriebener Deutscher" enthielt. Die Sonderstempel waren bei Sammlern begehrt, so das manche dann nur aus diesem Grund entsprechende Briefe versendeten.




@Tobeck davon höre ich zum ersten mal. Macht aber Sinn aus der Sicht der SED Führung und passt nahtlos auf den Text in meinem vorigen Beitrag über Vertriebene. Man sollte diesen Menschen auch ein Denkmal setzen, wenn es das nicht schon irgendwo gibt. Weiss jemand etwas darüber ?

Gruß Gert[/quote]
Dann sammelst du keine Briefmarken. Das nennt sich Postkrieg. Und ist ein beliebtes Sammelgebiet mit zum Teil exorbitanten Sammlerpreisen:
http://home.pages.at/dietbeck/postkrieg/postkrieg1.htm
Beispiel: "Bundespräsident Heinemann" auf einer Westberliner Briefmarke und gross auf dem Ersttagsbrief in die DDR senden,
http://home.pages.at/dietbeck/postkrieg/postkrieg45.htm
freut den Philatelisten und sein Portemonnaie - sofern die Deutsche Post der DDR nicht schlampt und den Brief durchlässt. Aber die Genossen waren sehr zuverlässig. Der Sinn und Zweck solcher Sendungen wurde dann später in der DDR erkannt und man hat die Marke geschwärzt oder ganz entfernt.
Umgekehrtes Beispiel: Einen Brief "Unbesiegbares Vietnam" aus der DDR in die BRD schicken, geht gar nicht. Man woll doch nicht die Moral der US Freunde schwächen:
http://home.pages.at/dietbeck/postkrieg/postkrieg10.htm#ED
Theo


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#30

RE: Jahn will Denkmal für alle in der DDR Verfolgten

in Themen vom Tage 19.04.2011 13:38
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zurück zum Thema. Denkmal. Ich persönlich würde Denkmale nur sparsam aufstellen. Sie werden oft aus rein politischen Überlegungen aufgestellt, wenn es gerade ins Konzept passt. Das hier beabsichtigte finde ich aber richtig und es hat auch Chance, mehr als 100 Jahre stehen zu bleiben: Ich könnte jetzt gerade einige Denkmale auflisten, die wieder abgebaut worden sind, weil die Regierung oder das System wechselte.
Theo


zuletzt bearbeitet 19.04.2011 13:38 | nach oben springen

#31

RE: Jahn will Denkmal für alle in der DDR Verfolgten

in Themen vom Tage 19.04.2011 18:31
von PF75 | 3.294 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von PF75
und wer darf das bezahlen?,Herr Jahn sicherlich nicht




Die Frage ist ja wohl nicht ernst gemeint ?

Gruß Gert




natürlich ist die ernst gemeint,witze sind in einem anderen fred


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#32

RE: Jahn will Denkmal für alle in der DDR Verfolgten

in Themen vom Tage 19.04.2011 18:38
von 94 | 10.792 Beiträge

Nochmal schnell zu den Briefmarken, sind ja och irgendwie Denkmäler, halt nur in ganz klein *grins*

Billig zu haben auf dem Markt sind die Retourer aus Polen ...
http://www.hood.de/auction/40188662/brie...vertriebene.htm

Ein sehr schönes Exponat (philatelistisch für ausgestellte Sammlung) dazu hat der BDPh online ...
http://www.bdph.de/index.php?id=1002


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 19.04.2011 19:09 | nach oben springen



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