#1

So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 00:22
von im_k40 (gelöscht)
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Hallo,

es wird ja viel über Im`s gesprochen und geredet.
Wie es nun wirklich war, möchte ich euch hier mal preisgeben.

Ich bin in einem Dorf groß geworden, wohl behütet, mit allen Freiheiten die man in einem Dorf eben hat. Nach der Schule die Mappe in die Ecke und es ging raus zum Spielen und wir hatten immer etwas vor, es war eine, gegenüber der heutigen Zeit, sorglose Kindheit, die Eltern waren berufstätig, wie ja fast überall, die Schule lief gut, keine Probleme. Politisch Interessierte mich als Kind so gut wie gar nichts, das einzige was mich Interessierte war der Fußball, Bolzen war jeden Nachmittag angesagt. Dann kam Judo dazu, das war Interessant und herausfordernd. Wir hatten einen kleinen Judo Verein in unserem Dorf gegründet und trainierten fleißig. Hier gab es für mich eine schicksalhafte Begegnung, wir hatten natürlich Kämpfe mit anderen Vereinen unter anderem einem Dynamo Verein. Hier waren Leute von der Polizei und auch vom Mfs als Übungsleiter. Was das Mfs war wußte ich zur damaligen Zeit noch nicht. Die Bande zwischen unserem Verein und dem Dynamo Verein wurden enger geknüpft, es gab gemeinsame Fahrten und Trainingslager. Als 16 jähriger begann ich eine Lehre als Schlosser und machte mir dann Gedanken wie es nach der Lehre weitegehen könnte, mit 17 fragte ich den Übungsleiter von Dynamo ob es eine Möglichkeit geben würde, für mich in der Kriminalpolizei eine Ausbildung bzw. Studium zu machen, er meinte er würde das prüfen, damals wußte ich schon das der beim Mfs war, was für eine Rolle er dort spielte wußte ich nicht. Er lud mich zu einem Gespräch ein und sagte mir auf Grund meiner Westverwandschaft gebe es keine Möglichkeit bei der Kriminalpolizei einen Beruf zu erlernen. Ich wollte weg von zu Hause (mit 17 findet man die Eltern doof und das Dorf ebenfalls), man hat Lust auf Abenteuer. So kam es das ich ihn nach Alternativen fragte er sagte mir ich könne 3 Jahre zur Armee gehen und dort meinen Sport weitermachen und nach der Armeezeit eventuell doch bei der Kripo weitermachen. Ich verpflichtete mich zu 3 Jahren Armeezeit, kurz nach meinem 18. Geburtstag erhielt ich eine Einladung zum Wehrkreiskommando dort traf ich ihn wieder, er unterbreitete mir den Vorschlag als IM zu arbeiten, er erklärte mir was das ist und wie meine Aufgaben dort sein würden. Er diktierte mir die Verpflichtungserklärung und ich suchte mir einen Decknamen aus und unterschrieb.
Was bewog mich das Papier zu unterschreiben, in tiefsten meines Herzen wußte ich das das falsch war, Abenteuerlust, etwas besonderes zu sein, übersteigertes Geltungsbedürfniss, dem Staat etwas gutes zu tun, ich glaube von allem etwas. Ich muß dazu sagen er Zwang mich zu nichts, ich hätte bloß aufstehen müssen und sagen müssen ich mach das nicht und alles wäre beendet gewesen.
Nun nahm das alles seinen Lauf, ich kam zur Uffz Schule und einen Monat tat sich nichts, danach mußte ich zu einem Oberleutnant, dieser stellte sich als Mitarbeiter des Mfs vor und befragte mich nach den Uffz Schülern und meiner Kompanie. Es wurden regelmäßige Treffen vereinbart, mit konkreten Fragen zu bestimmten Uffz Schülern oder zur Kompanie, die ich regelmäßig und wahrheitsgemäß beantwortete bzw. niederschrieb. Ich glaube wegen mir sind zwei damalige Uffz Schüler nicht an die Grenze gekommen. Nach dem halben Jahr Uffz Schule wurde ich dann in meine Grenzeinheit versetzt, nach einem Monat mußte ich zur Abteilung 2000 zu einem Hauptmann der war ganz nett und sehr freundlich, ich sollte wieder die Ohren und Augen offenhalten und schauen was so in der Kompanie passierrt. So schrieb ich wieder Berichte und Einschätzungen über die Lage in der Kompanie, oder zu einzelnen in der Kompanie, die Treffen fanden 14tägig statt. Ich muß sagen ich schrieb wahrheitsgemäß, das was ich dachte und meine Meinung. Ich berichtete über alles und über jeden und war sehr gewissenhaft. Nach meiner Armeezeit arbeitete ich als Schlosser weiter, es wurde ebenfalls wieder Kontakt mit mir hergestellt und ich bekam einen neuen Führungsoffizier, mal trafen wir uns im Wald und redeten im Auto und mal in einer konspirativen Wohnung, je nach Gegebenheit. Es hatte sich bei meinen Berichten etwas geändert, ich war Älter und reifer geworden und ich berichtete in der Regel über Mißstände, eben über alles was mir nicht gefiel, ob darüber das es kein Beton im Baustoffmarkt gab, oder das der Bürgermeister wieder Wohnungen an seine nahe Verwandschaft vergeben hat. Es fand ein Prozess des Umdenkens bei mir statt, der aber nicht ausreichte um zu dem ganzen nein zu sagen.
Im nachhinein muss ich einfach zu mir sagen, ich war unglaublich feige und Gedanken- und Skruppellos, ich habe das Vetrauen anderer mißbraucht und war nicht in der Lage auch dann als über 20jähriger die Sache zu beenden. Ich kann nur sagen das mir das ganze sehr leid tut. Die ganze Sache ging zwar nur 4 Jahre, dann kam die Wende und ich habe zu vielen Kontakt aufgenommen, teilweise Verständniss aber auch Wut zu spüren bekommen, dass auch zurecht.
Ich muß dazu auch sagen, ich wurde nie gezwungen bzw. erpresst etwas zu tun, sonder habe alles freiwillig getan, mit einer gehörigen Portion Naivität.

gruß IM


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#2

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 09:59
von Andi (gelöscht)
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Hallo, ganz schön „mutig“ von Dir diesen Bericht hier ins Forum zu stellen. Aber auch ehrlich und zugleich selbstkritisch. Es gab so einige nach der Wende die sich als IM oder Mitarbeiter zu erkennen gegeben haben. Mit mehr oder weniger mit Erfolg. Diese Gesellschaft wird diese Ereignisse erst dann verarbeitet haben wenn auch der letzte MfS Mitarbeiter gestorben ist. Auch ein guter Freund von mir hat sich nach der Wende als IM zu erkennen gegeben. Als er mir erklärt hatte warum er es tat habe ich es verstanden. Er wurde von der Stasi erpresst. Seine Eltern in der Partei und er bei den GT und danach zur Seefahrt. Zitat der Stasi: wir sind die, die Ihr Seefahrtsbuch verlängern.

p.s. diese Regierung Schaft künstlich kleine Probleme um von den eigentlichen Problemen abzulenken.

Warum händigt die Stasi-Unterlagen-Behörde den betroffenen nicht Ihre Unterlagen aus? Werden hier wieder die Bürger bespitzelt?
Warum wird an den Bürgern vorbei Regiert? Siehe Flughafen Schönefeld und Stuttgart 21.
Warum zahlen Arbeitslose Kirchensteuer ob wohl sie überhabt nicht in der Kirche sind?


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#3

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 11:49
von Harsberg | 3.247 Beiträge

Sehr erstaunlicher und ehrlicher Beitrag von dir Im_k40 , ich wünschte mir, es wären mehr von deiner Sorte.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#4

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 12:00
von Landeposten (gelöscht)
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Zitat von Harsberg
Sehr erstaunlicher und ehrlicher Beitrag von dir Im_k40 , ich wünschte mir, es wären mehr von deiner Sorte.



Wie jetzt ---noch mehr IM`s?


zuletzt bearbeitet 03.04.2011 12:00 | nach oben springen

#5

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 12:02
von Andi (gelöscht)
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Zitat von Landeposten

Zitat von Harsberg
Sehr erstaunlicher und ehrlicher Beitrag von dir Im_k40 , ich wünschte mir, es wären mehr von deiner Sorte.



Wie jetzt ---noch mehr IM`s?





Augenzeugen/Zeitzeugen Gruppe


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#6

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 12:48
von praeceptor507 | 233 Beiträge

Ehrlich währt am längsten.
Was ich aber noch wissen möchte: Hast du es nur aus Überzeugung getan, oder gab es auch Vorteile?


Komm'se mal zurück Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?
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#7

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 13:06
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von im_k40
Es wurden regelmäßige Treffen vereinbart, mit konkreten Fragen zu bestimmten Uffz Schülern oder zur Kompanie, die ich regelmäßig und wahrheitsgemäß beantwortete bzw. niederschrieb.
.
ich berichtete in der Regel über Mißstände, eben über alles was mir nicht gefiel, ob darüber das es kein Beton im Baustoffmarkt gab, oder das der Bürgermeister wieder Wohnungen an seine nahe Verwandschaft vergeben hat.
.
Im nachhinein muss ich einfach zu mir sagen, ich war unglaublich feige und Gedanken- und Skruppellos,


Warum? Ich lese Du hast nur die Wahrheit geantwortet und Dir nichts ausgedacht, somit kann ich da nichts falsches entdecken. Wenn über mich wahrheitsgemäß berichtet wird dann kann ich damit kein Problem haben, denn für mein Verhalten bin ich selbst verantwortlich. Bekomme ich wegen diesem Verhalten dann Probleme ist es nicht die Schuld der Person die darüber berichtet, sonst ganz allein meine eigene. Von daher kann ich deine Schlussfolgerung nach Jahren hier nicht verstehen!

Zitat von im_k40
Ich glaube wegen mir sind zwei damalige Uffz Schüler nicht an die Grenze gekommen.


Was dann sicher gute Gründe hatte! Schon mal daran gedacht, dass dadurch eventuell 2 Fahnenfluchten in die BRD und mögliche damit verbundene feige Morde an Kameraden verhindert wurden?

Zitat von im_k40
ich bekam einen neuen Führungsoffizier, mal trafen wir uns im Wald und redeten im Auto und mal in einer konspirativen Wohnung, je nach Gegebenheit.


Das mit dem Wald lese ich immer wieder und habe es so auch schon von vielen ehem. MA gehört, erstaunlich wie hier gegen Vorschriften verstoßen wurde. Gerade die MA einer KD waren der Bevölkerung oft bekannt, was wenn euch nun beim Joggen im Wald zufällig jemand gesehen hätte? Den Treffbericht und die Erklärungen zum Vorgang der Dekonspiration hätte ich gerne gelesen.

Soviel auf die Schnelle dazu...


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 03.04.2011 13:14 | nach oben springen

#8

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 13:40
von Thomas-Porta | 55 Beiträge

Beitrag ist offen und ehrlich...aber was ist mit Unrechtbewußtsein???
Ich wurde als Maurer 24h von der Stasi verhört, weil ein Kumpel in der Berufschulzeit ne Stickbombe gezündet hat und wir alsTerroristen
angesehen worden sin. Oder als ich zum GAR 40 in Falkensee kam (Pionier 1978-80) solllte ich Schreiber werden , aber ich hatte ne Freundin, die war wegen versuchter Republikflucht 1,5 Jahre im Knast und ich bekam nur schlechte Beurteilungen und der Schreiberposten war natürlich weg.
Ich hatte ein einfaches Studium (und freute mich es zu kriegen), weil ich mich naiv in der Schule zum Berufsoffizier für Militärbauwesen mit Zivilstudium in Cottbus verpflichtet hatte und dann mich auf 18 Monate entschied... Hätte auch das generelle Studieren kosten können.
Also will sagen Möglichkeiten nein zu sagen gab es und man konnnte trotzdem Ziele erreichen ohne anderen Schaden zuzufügen.

P.S. Gibt es Mitglieder die in Falkensee waren (zur GÜST hatten wir kaum Kontakt als Pionierkompanie)??

Gruß
aus Porta Westfalica-früher Thüringen


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#9

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 13:52
von im_k40 (gelöscht)
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@Andi
leider ist es bei ganz vielen Leuten, die dabei gewesen sind und sich erklärten bzw. erklären mußten, gängig das Notlügen über Erpressung durch die Stasi als Grund für die Mitarbeit angegeben wurden.

@praeceptor507
Am Anfang war es auch eine gehörige Portion Überzeugung, es gab dann ab und an mal 50 Mark als Aufwandsentschädigung, das war in meinem Fall in den vier Jahren max. 200 Mark. Ansonsten gab es keine Vorteile ich habe auch für mich keine Vorteile gefordert.

@Feliks D.
auch wenn ich die Wahrheit geschrieben habe, hatte ich nicht das Recht über andere Menschen etwas zu berichten und damit Einfluss auf ihr Leben zu nehmen, hätte ich über Sachen berichtet wäre das was anderes gewesen.

gruß Im


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#10

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 14:36
von VNRut | 1.485 Beiträge

Viele IM werden diese Bespitzelung aus tiefster Überzeugung und Vaterlandsliebe gemacht haben. Ich möchte hier Keinen unterstellen, dass Sie es nur wegen der Kohle gemacht haben. Wer den Unterricht in den Schulen der DDR kannte, wusste dass man von der 1.Klasse an auf die großen Ideale der Freiheit, des Völkerfriedens, der Völkerfreundschaft, der Solidarität und Vaterlandsliebe eingestellt wurde. Dieser Erziehungsweg verlief vom Pioniersein bis zur FDJ-Mitgliedschaft in Betrieben und Armeen. In vielen Betrieben wurde mit der aktiven Teilnahme aller Jugendlichen beim Wiederaufbau des Vaterlandes beworben z.B. FDJ-Aufbauinitiative Berlin, KKW Stendal bis hin zu internationalen Projekten wie die Erdgasleitung „Drushba“, die Eisenbahnstrecke Baikal-Amur-Magistrale (BAM) sowie als Entwicklungshelfer in Angola, Mosambik und Nicaragua.

Gruß VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#11

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 15:48
von im_k40 (gelöscht)
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Natürlich wurde man durch das politische System geprägt und sicher haben, denke ich mal über 90% freiwillig und aus Überzeugung mitgemacht. Auch die die in Westdeutschland spioniert haben, haben das aus innerer Überzeugung gemacht, weil sie eben glaubten, das das sozialistische System das bessere ist. Jeder Geheimdienst wäre froh, wenn er diesen Informationsfluss gehabt hätte, so wie er in der DDR war. Ein Geheimdienst lebt von seinen Zuträgern, sofern diese das nicht aus reiner Geldgier machen, sind das in der Regel die besten Leute.

Ich habe diesen Beitrag eröffnet, erstens weil ich das Forum erst Gestern gesehen habe und zweitens um auch eine realistische Darstellung zu betreiben, es ranken sich immer viele Dinge um Geheimdienstsachen. Gerade bei den Grenztruppen waren sehr viele Im's.

Um das auch nochmal von anderer Seite zu beleuchten. Eine Spion im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik "Lilli Pöttrich" die aus ideologischer Überzeugung handelte war 14 Jahre für das Mfs tätig, wurde dafür zu zwei Jahren Bewährung und einem siebenjährigen Berufsverbot verurteilt und arbeitet heute wieder als Rechtsanwältin.


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#12

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 19:49
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Thomas-Porta
Ich wurde als Maurer 24h von der Stasi verhört, weil ein Kumpel in der Berufschulzeit ne Stickbombe gezündet hat und wir alsTerroristen angesehen worden sin.



Na ja, ich würde mal sagen hier bedienst Du Dich nicht ganz der richtigen Begriffe, denn es dürfte sich eher um eine Befragung gemäß §95 StPO gehandelt haben und nicht um eine Vernehmung! Ein gewichtiger Unterschied.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 03.04.2011 19:51 | nach oben springen

#13

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 20:04
von wosch (gelöscht)
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Hallo IM -...!
Ich finde Deine Einlassung zu diesem Thema, zu Deiner Vergangenheit und zu Deiner "Selbstkritik" einfach Spitze! Über, aus welchen Gründen auch immer, gemachte "Fehlentscheidungen" in außergewöhnlichen Umständen, offen zu reden und ehrlicher Weise die damaligen Beweggründe darzulegen, nötigt mir Respekt ab und ich binn mal sehr gespannt, was es hier für ein Echo geben wird.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#14

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 20:08
von Thomas-Porta | 55 Beiträge

@Feliks D

Na gut, ob Verhör oder Befragung, Drohungen wie "sie haben doch Abitur und möchten doch studieren"...und Fingerabdrücke und der Wolllappen auf den Bauch (für das Einweckglas für den Geruch) war schon für einen jungen Maurer äußerst skuril
Wo ist den der gewichtige Unterschied???


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#15

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 20:27
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

In der Befragung wurdest Du zum Sachverhalt befragt und auf dieser Grundlage erfolgte die Entscheidung ob ein EV gegen Dich eröffnet wird. Erst in diesem wärst Du als Beschuldigter vernommen worden und hättest alle weiteren, mit dem EV zusammenhängenden, Maßnahmen erleben dürfen.

Von daher schon ein gewichtiger Unterschied!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#16

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 20:33
von Thomas-Porta | 55 Beiträge

Zitat von Feliks D.
In der Befragung wurdest Du zum Sachverhalt befragt und auf dieser Grundlage erfolgte die Entscheidung ob ein EV gegen Dich eröffnet wird. Erst in diesem wärst Du als Beschuldigter vernommen worden und hättest alle weiteren, mit dem EV zusammenhängenden, Maßnahmen erleben dürfen.

Von daher schon ein gewichtiger Unterschied!



Dankefür die Info...also wurde aus der Befragung doch ein Verhör-oder sind zusammenhängende Naßnahmen dann fingerabdrücke und Wolllappen...???


zuletzt bearbeitet 03.04.2011 20:40 | nach oben springen

#17

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.04.2011 20:34
von Andi (gelöscht)
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Ich glaube wer von anfang an dabei war, war wohl aus Überzeugung dabei.



http://www.rbb-online.de/doku/dokumentar...e_zum_volk.html

Aus Liebe zum Volk
Deutschland/ Frankreich 2004
Eindringliche Darstellung des Stasi-Alltags und seiner Überwindung


Im Februar 1990, kurz nach dem Fall der Berliner Mauer, wird das Ministerium für Staatssicherheit aufgelöst. Das Ende der Stasi ist gekommen.

Major B. ist einer ihrer Offiziere. 20 Jahre diente er dem sozialistischen deutschen Staat. Aus Liebe. Aus einer bedingungslosen, absoluten Liebe für sein Volk. Einer misstrauischen und blinden, einer zerstörerischen Liebe. Jetzt dreht der Wind.

Vom RBB
Do 03.02.11 23:30
Der DokumentarFilm
Aus Liebe zum Volk


zuletzt bearbeitet 03.04.2011 20:40 | nach oben springen

#18

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.04.2011 08:55
von Gert | 12.354 Beiträge

Warum wird man IM ? Es gibt viele Motive Ich sah im TV eine Sendung über Spione und darin hat der frühere stellvertretende Chef des KGB in feinstem Englisch mal aufgelistet, aus welchen Motiven man Spion wird:

Das sind z.B.

Geltungsbedürfnis
Erpressung
Geldgier
Ideologische Überzeugung
Versprechen von Vorteilen
negative Lebenseinstellung
Liebe zu einerFrau/Mann
Diese Aufstellung ist sicher nicht vollständig ( aus dem Gedächtnis protokolliert ) aber sie umschreibt dieses Geschäft ganz gut.

Seine Abschlussbemerkung zu diesem Thema fand ich besonders interessant : glückliche Menschen werden niemals Spione!

Ich denke man kann diese Einstufung auch für die IM's übernehmen, denn von der Struktur seiner Aufgabenstellung her ist der IM ein Spion.


Viele Grüße aus dem Rheinland


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#19

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.04.2011 09:12
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Deiner Aufzählung könnte man im Grunde genommen schon zustimmen, wobei die Reihenfolge sicher nicht der Wertigkeit der einzelnen Punkte entspricht.

Zitat
glückliche Menschen werden niemals Spione!


Dem würde ich jedoch aus der Erfahrung heraus widersprechen! Es gab sehr wohl viele die eine glückliche Familie und Erfolg im Beruf hatten, die im privaten Umfeld geachtet und anerkannt waren und sich für eine inoffizielle Zusammenarbeit bereit erklärten. Diese Menschen waren einfach glücklich so wie sie lebten und wollten helfen diesen Zustand zu bewahren. Von daher halte ich diese Aussage für nicht haltbar!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#20

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.04.2011 11:43
von Alfred | 6.841 Beiträge

Der Herr geht vielleicht von russischen Verhältnissen aus.


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