#221

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2011 19:54
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Zitat von Gert
(...)Das ist eine gute Frage . ich habe mich über die Jahre immer gewundert, das z.B. Kühlschränke oder Fernseher, gar nicht zu reden von Autos, Kleidung usw. zu teilweise Apothekerpreisen verkauft wurden im Vergleich zu unseren Preisen( bei diesen Preisen habe ich mir immer gewünscht Unternehmer in der DDR zu sein, war natürlich 'ne Utopie) während man Brot zu einem extrem niedrigen Preis anbot. Die Menschen in der DDR wären locker in der Lage und bereit gewesen, einen höheren Brotpreis zu zahlen, wenn die anderen Preise mal auf einem bezahlbaren Niveau angekommen wären.( Denke ich mir so, wenn nicht Widerspruch)

Gruß Gert


Die stabilen Preise und die sicheren Arbeitsstellen wurde in den Medien immer in den Vordergrund gerückt, wenn es um Vergleiche mit der BRD ging. Davon konnte die Politik nicht abrücken, sonst hätte man das Gesicht verloren. Allerdings hat man mit den billigen Preisen auch die westlichen Besucher und Touristen mitsubventioniert und ...indirekt das NSW unterstützt. Dieser Umstand war auch ein offizieller Grund für den Mauerbau ("Ausplünderung" der DDR durch westliche Besucher bei offener Grenze) und für den Mindestumtausch.
Theo


zuletzt bearbeitet 14.04.2011 19:54 | nach oben springen

#222

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2011 20:04
von werner | 1.591 Beiträge

Gert, die oberste Prämisse im Bereich des Konsums war, die Grundbedürfnisse Wohnraum (nicht Wohnung!), Essen und Trinken, Beschäftigung und Kleidung in jedem Fall zu befriedigen und sicherzustellen, dass keiner hungern muss, arbeitslos ist oder obdachlos ist. Dem wurde die Preisbildung untergeordnet und alle Güter, die nicht unmittelbar diese Grundbedürfnisse bedienten sollten über deren Verkauf die Preise der Grundnahrungsmittel, Kleidung, Wohnung subventionieren. Auch Bildung und Kultur gehörten mit zu den hoch subventionierten Leistungen gehörten - die Liste ist nicht abschließend. Daraus resultierten die für Marktedingungen nicht nachvollziehbare Preise. Fernseher z.B. galten z.B. nicht als Grundbedarf, waren demzufolge entsprechend teuer, Importgeräte (Sharp) nochmal mit extra Aufschlag.

Volkswirtschaftlich gesehen galt z.B. der Individualverkehr (damit ist die Autofahrerei gemeint - nicht dass jemand komisch nachfragt ) als Verschwendung von Ressourcen - ist es auch. Folglich wurde der ÖPNV subventioniert, meiner Ansicht nach unnötig hoch. Eine S-Bahnfahrt quer durch Berlin kostete, glaube ich 70Pfennig. Die hohe Auslastung der Tram, Busse und der S-Bahnen waren nicht nur dem Mangel an Autos geschuldet, sondern auch den attraktiven Fahrpreisen.

Der kostengünstigste Transport von GÜtern war und ist nicht der LKW, sondern Schiff und Bahn. Folglich wurden LKW nur dort eingesetzt, wo es nicht anders ging oder auf Grund der Transportzeiten die anderen Wege unwirtschaftlich wurden.

Das ließe sich fortsetzen, aber so war es . . .

Und @theo, in der Tat, es war der große Stolz der DDR, dass die Preise für Grundnahrungsmittel über Jahrzehnte stabil blieben. Sinnhaft oder nicht . . .


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#223

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2011 20:06
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Die Preispolitik in der DDR wäre wohl ein eigenes umfangreiches Thema.
In den 50/60er Jahren war sie richtig, ab den 70/80er Jahren hätte sie geändert werden müssen.

Allerdings hatte die politische Führung Angst vor negativen Reaktionen in der Bevölkerung, "Brotpreisrevolten" (franz. Revolution) wollte man nicht, man wollte Ruhe an der Front.
Ich erinnere an die Gerüchte, dass der Butterpreis erhöht werden sollte oder die Reaktionen bei der Preisnennung zum Wartburg 1,3


zuletzt bearbeitet 14.04.2011 20:15 | nach oben springen

#224

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2011 20:29
von Thomas-Porta | 55 Beiträge

Zitat von werner
Gert, die oberste Prämisse im Bereich des Konsums war, die Grundbedürfnisse Wohnraum (nicht Wohnung!), Essen und Trinken, Beschäftigung und Kleidung in jedem Fall zu befriedigen und sicherzustellen, dass keiner hungern muss, arbeitslos ist oder obdachlos ist. Dem wurde die Preisbildung untergeordnet und alle Güter, die nicht unmittelbar diese Grundbedürfnisse bedienten sollten über deren Verkauf die Preise der Grundnahrungsmittel, Kleidung, Wohnung subventionieren. Auch Bildung und Kultur gehörten mit zu den hoch subventionierten Leistungen gehörten - die Liste ist nicht abschließend. Daraus resultierten die für Marktedingungen nicht nachvollziehbare Preise. Fernseher z.B. galten z.B. nicht als Grundbedarf, waren demzufolge entsprechend teuer, Importgeräte (Sharp) nochmal mit extra Aufschlag.

Volkswirtschaftlich gesehen galt z.B. der Individualverkehr (damit ist die Autofahrerei gemeint - nicht dass jemand komisch nachfragt ) als Verschwendung von Ressourcen - ist es auch. Folglich wurde der ÖPNV subventioniert, meiner Ansicht nach unnötig hoch. Eine S-Bahnfahrt quer durch Berlin kostete, glaube ich 70Pfennig. Die hohe Auslastung der Tram, Busse und der S-Bahnen waren nicht nur dem Mangel an Autos geschuldet, sondern auch den attraktiven Fahrpreisen.

Der kostengünstigste Transport von GÜtern war und ist nicht der LKW, sondern Schiff und Bahn. Folglich wurden LKW nur dort eingesetzt, wo es nicht anders ging oder auf Grund der Transportzeiten die anderen Wege unwirtschaftlich wurden.

Das ließe sich fortsetzen, aber so war es . . .

Und @theo, in der Tat, es war der große Stolz der DDR, dass die Preise für Grundnahrungsmittel über Jahrzehnte stabil blieben. Sinnhaft oder nicht . . .


@werner
als Mitarbeiter Wonungsbau kenne ich noch den Slogen das Wohnungsproblem als soziales Problem bis 1990 lösen-junge Familien mußten warten und beziehungsträchtige Personen zogen ein, ha-ha Grundbedürfnisse-der Beziehung zur KWV hatte kriegte die wohnung und der keine hatte (wie ich) mußte eine Ausbauwohnung mit eigenen Kräften renovieren...
Kleidung-frag mal warum so viele ihre Jeans von den Vienamesen in Berlin nähen ließen und in Rostock die Kleidungsfirma "shanty" nicht modernes lieferte??
Jeder hat es wahrscheinlich anders erlebt, aber in den Jahren 1980-1989 -war der Sozialismus eine feine Sache-er reichte nur nicht für alle!!!

Gruß
Thomas


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#225

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2011 20:55
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Zitat von werner
(...) Folglich wurde der ÖPNV subventioniert, meiner Ansicht nach unnötig hoch. Eine S-Bahnfahrt quer durch Berlin kostete, glaube ich 70Pfennig. Die hohe Auslastung der Tram, Busse und der S-Bahnen waren nicht nur dem Mangel an Autos geschuldet, sondern auch den attraktiven Fahrpreisen.
(...)


Eine Fahrt durch die Haupstadt der DDR, Berlin, kostete 20 Pf.
http://www.eisenbahnwelt.com/Kursbuecher...n/html/008.html
Theo


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#226

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2011 21:11
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Zitat von werner
(...) Folglich wurde der ÖPNV subventioniert, meiner Ansicht nach unnötig hoch. Eine S-Bahnfahrt quer durch Berlin kostete, glaube ich 70Pfennig. Die hohe Auslastung der Tram, Busse und der S-Bahnen waren nicht nur dem Mangel an Autos geschuldet, sondern auch den attraktiven Fahrpreisen.
(...)


Eine Fahrt durch die Haupstadt der DDR, Berlin, kostete 20 Pf.
http://www.eisenbahnwelt.com/Kursbuecher...n/html/008.html
Theo




Richtig, innerhalb des S-Bahn Ringes. Besser ausgedrückt wäre gewesen: . . . innerhalb des elektrifizierten Bereiches höchstens 70Pfg. . . Edit: (Preisgruppe 4)


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
zuletzt bearbeitet 14.04.2011 21:12 | nach oben springen

#227

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2011 21:47
von wosch (gelöscht)
avatar

Manchmal könnte man denken es hätten zur gleichen Zeit zwei "Deutsche Demokratische Republiken" nebeneinander bestanden, denn so unterschiedliche Sichtweiten, wie sie hier aufeinander prallen müssen ja irgendwelche Gründe haben. Eigentlch dachte ich von mir, daß ich immer noch ein einigermaßen ungetrübtes Erinnerungsvermögen besitze, wenn ich allerdings lese wie schön es doch dem DDR-Bürger gegangen sein sollte, in Bezug auf seinen (von Keinem abgestrittenen) wohl verdienten Urlaub und daß "gewisse Einschränkungen" nur darin lagen, daß der "sozialistische" Klassenfreund, der DDR ein ungenügendes Reisekontigent bereitstellte, dann kann ich mich nur verwundert vor den Kopf fassen, ob dieser hier dargebotenen Erklärung. Diese "Einschränkungen" jetzt auch noch als Beweis für eine gewisse Reisefreiheit verkaufen zu vollen, ist an Ignoranz gegenüber den wahren Verhältnissen nicht mehr zu toppen. Mal davon abgesehen, daß einige DDR-Bürger in bestimmten "Härtefällen" auch in die BRD einreisen konnten, warum hatte ich nie einen Jüngeren zu Gesicht bekommen? Der größte Prozentsatz Derjenigen die diese Reisen antraten kamen erst in diesen Genuß als ein Angehöriger in der BRD einen hohen Geburtstag feierte, davor hatte man sich höchstens gesehen wenn dieser Angehörige seine Verwandtschaft in der DDR besuchte, Da ich in den 80er Jahren sehr viel mit der Bahn in die DDR ein- und ausgereist war ist mir übrigens noch etwas Anderes fest in Erinnerung geblieben: Bei einigen Rückfahrten meinerseíts in die BRD saßen des öfteren DDR-Bürger mit Trauergestecken mit im Abteil, Nachdem die Paß- und Zollkontrollen durchgeführt, die Hunde unter dem Zug durchgelaufen und die Grenze passiert war, wurden die Zungen mit einem Mal plötzlich locker und ich habe dann einige Male vernehmen können, daß Die DDR-Bürger zur Beerdigung eines nahen Verwandten fuhren. Ich erfuhr aber auch einige Male daß der Antrag zum Besuche des zu einem früheren Zeitpunkt Todkranken nicht genehmigt wurde. Ich kann mir nicht vorstellen daß die Ursachen bei den Behörden in der BRD lagen, denn hier wurde jeder Bürger so behandelt, wie es sich unter zivilisierten Menschen geziemt.
Und @turtle-Peter, mit dem "Spezialausweis" warst du mitnichten ganz alleine. Ich habe in meiner erweiterten Familie eine Person, die sich sogar bei der Polizei die Erlaubnis holen mußte, wenn sie ihre Mutter besuchen mußte. Außerdem wurde ihr in Mecklenburg ein Dorf als Wohnort zugewiesen und die Arbeit bei der dortigen LPG als Schweizer (Melker) hatte sie gleich mit anzunehmen. Natürlich, damit man gleich Bescheid weiß, hier versuchte man natürlich nur Einen, der versucht hatte dieses "Ferienparadies" zu verlassen, "anständige" Manieren beizubringen!
Eine Frage hätte ich dann doch noch Wieso nahm es der "reisefreudige" DDR-Bürger, wenn er es dann bis in die Urlaubsgebiete im eigenen Land (sprich Ostsee) geschafft hatte dann auf sich, ab einer bstimmten Uhrzeit den Strand meiden zu müssen, nicht im Strandkorb zu schlafen und vor allen Dingen nicht mehr ins Wasser zu gehen?
Ja ich weiß, es wird schon Ausnahmen gegeben haben, aber ich kenne genug Ecken, wo man das nicht durfte.
Soll erst mal genug sein und ich hoffe, daß ich Niemanden auf den "Schlips" getreten habe.
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 14.04.2011 21:55 | nach oben springen

#228

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2011 21:49
von Fritz (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo

Die stabilen Preise und die sicheren Arbeitsstellen wurde in den Medien immer in den Vordergrund gerückt, wenn es um Vergleiche mit der BRD ging.



Ja, die Preise für Lebensmittel waren stabil, dass sie manchmal teurer waren als im Westen wurde verschwiegen. In der DDR galt vieles als sicher. Dabei war die Sicherheit nur eine Illusion. Hat man wirklich noch 1988 fest geglaubt, dass es so immer weitergehen könnte? Eine Arbeitststelle konnte doch nicht sicher sein, wenn man für die Sicherheit weder eine wirtschaftliche noch finanzielle Basis hatte.
Einige wenige wussten wohl um den Zustand, taten aber nichts. Aus Resignation, aus Angst, oder warum nicht?
Fritz


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#229

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2011 21:54
von Thomas-Porta | 55 Beiträge

Hallo Wosch...Wolfgang sehe ich auch so, sah man mit 2 verschiedenen Blickwinkel...
In meiner Zeit in Rostock, wohnhaft in Toitenwinkel, war der Strand für manches tabu....in Markrafenheide immer Ausweis dabei haben, kein Feuer machen, nach 22.00 nicht mehr aufhalten...

Gruß
Thomas


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#230

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.04.2011 22:09
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Fritz
Einige wenige wussten wohl um den Zustand, taten aber nichts. Aus Resignation, aus Angst, oder warum nicht?

Schau Dir mal die Signatur von @Gert an *wink*

Übrigens, Sicherheit ist IMMER eine Fiktion! Es gibt sie eigentlich nur, wenn man ganz fest dran glaubt *wissend_grins*

P.S. mMn gab es mindesten 17 Mio verschiedene Blickwinkel, wobei Einige eben diesen Blickwinkel durch einen gefestigten Klassenstandpunkt schon etwas einschränkten.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 14.04.2011 22:21 | nach oben springen

#231

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 02:50
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von GilbertWolzow
gäääähn, @major tom, diese dümmliche aussage kommt regelmässig in diesen sog. opfer- foren , aber leider auch hier desöfteren.



Jo, regelmaessig . Nun, halten wir es doch wie die Dachdecker....von beiden Seiten gehts: Fuer Kapitalisten und anderen Konsortien ein feines Exil um der wirtschaftlichen Situation des edlen Westens zu entkommen:
Da kommen natuerlich solche Phrasen einfach, denn:
1 US Dollar = 505.100 Costa Rican Colon
1 Costa Rican Colon (CRC) = 0.001980 US Dollar (USD)
1 Euro = 730.218 Costa Rican Colon
1 Costa Rican Colon (CRC) = 0.001369 Euro (EUR)
WOW WOW, da muessen sich Euro und Dollar in die Ecke stellen und schaemen sich gewaltig! Nun ja, jedem das Seine, nur sollte man es nicht anderen anheim stellen auszuwandern, weil sie standhaft und aufrichtig an etwas anderes glauben.
dieser Wertevergleich heisst namlich:
Nehmen Sie es wahr, greifen Sie zu, zögern Sie nicht! Hier können Sie zwar nicht wie ein König in Frankreich aber wie ein König in Costa Rica leben! Costa Rica ist ein sicherer Hafen für die, die mit ihren Dollars, Pfund oder Euros angenehm und gut leben möchten.
Es gibt nur noch wenige Plätze in unserer heutigen Welt, die Ihnen einen solch angenehmen Lebensstandard und ein so sicheres Umfeld bieten wie in Costa Rica. Wenn Sie erst Ihr neues Heim, Ihre Eigentumswohnung, Ihr Strandhaus oder Ihre weitläufige Farm erworben haben, werden sich für Sie ganz neue Perespektiven für ein inhaltsreiches und friedliches Leben eröffnen.
Ihre Ersparnisse nehmen hier einfach nicht ab. Stecken Sie sich fünf Euro für einen Einkauf auf dem nächsten Strassen- oder Wochenmarkt ein und Sie kehren mit saftigen Früchten, frischem Gemüse und duftenden Gewürzen heim, die allemal für eine ganze Woche reichen werden. Fleisch, Geflügel und Fisch sind ebenfalls deutlich billiger als bei uns.

Und die Armenhuetten kann man ueberall kostenlos bewundern, wenn man sich mal ins Land hinein wagt, dort wo die Menschen keine Euro oder Dollars haben, sondern nur CRC.

Komme auf das eigentlicheThema hier zurueck. Natuerlich war es 'anders' Wosch. Man muss relativieren oefter einmal anstatt nur zu vergleichen alle 'Vorkommen' und das Leben der Menschen auf beiden Seiten des Iron Curtains. Wenn man das nicht schafft, vergleichen wir Apfel mit Coconuts. Es ist doch sinnlos diese beiden Staaten, in welcher Angelegenheit auch immer, zu vergleichen. Wir hatten dies, wir hatten das, das war besser, das Klopapier war im Westen besser, die Bratwurst im Osten! Es ist so, dass scheinbar alle auf ihren Standpunkt stehen und nicht einen cm abgeben wollen. Burgerkrieg. Als wenn diese Grenze noch besteht. So sehe ich heute als Britin die Deutsche Einigkeit. Die DDR war nur offen zum Osten. Und die Reiselander waren offener und zugaengiger fuer bestimmte Menschen, mit Sicherheit war das so. Auch wenn die Statistiken laengst bestaetigen, dass, wie auch beschrieben hier, die Plaetze einfach nicht ausreichten - damit kann es nicht abgetan werden. Waere es nicht sinnvoller zu schreiben, wie man Urlaub machte in der DDR, wohin es ging, wenn man es doch mal schaffte ins Ausland zu kommen endlich. An meiner Ideologie lasse ich nichts kommen, es war aber falsch, die Menschen einzusperren, auch in Bezug auf Urlaub. Paradoxe Situation, die Menschen hatten das Geld, nicht die Moglichkeit. Von westdeutscher Seite sah es so aus, dass viele viele Menschen, die zwar die Freiheit hatten ueberall auf der Welt hinzureisen, bis heute nicht im Ausland gewesen sind, weil sie es sich nicht leisten konnten. Eine Tour ins benachbarte Holland war Endziel fuer viele. Sicherlich war die Freiheit da zu fahren, klappte es immer? Beileibe nicht. Heute ist es doch genau so. Auch die verschiedenen Zeiten wurden angesprochen. Reisen waren ein Spektakel in der DDR. Ich kann verstehen, dass einiges schief gelaufen ist waehrend der 'Vereinigung' dass viele Menschen unzufrieden sind ob der Art und Weise. Nur, sich in die eigene Tasche zu luegen, das bringt nix, dann kommen eben abgedrosche Phrasen wie oben. Zwei Deutsche Landen, unterschiedlicher konnten diese doch nicht sein. Deutschland Ost und West, beide Staaten ein Puffer in der grossen Weltpolitik. Wie kann man da ueberhaupt den Reiseverkehr, den Urlaubsverkehr miteinander vergleichen. Es war doch schon eine Weltreise fuer ein Kind von Berlin West in die BRD zu reisen damals. Und die DDR Buerger mussten eine Weltreise unternehmen um Berlin West herum! Ehrlicher und der Nachwelt wertvoller waere es, genau zu beschreiben wie es aussah, auf beiden Seiten und wie die Menschen auf beiden Seiten damit klarkamen. Wie man von Berlin West aus reiste, wie und wo man in der DDR das Beste aus dem Urlaub machte. Die DDR Buerger machten es sich gemuetlich und hatten ihren Frust aber auch ihr kaltes Bier im Spreewald und woanders. Aufbauen im Westen, da erinnere ich mich. Nicht ein Kind in meiner deutschen Klasse fuhr nach Spanien, in die Tuerkei. Amerika lag in einer anderen Welt fuer uns damals im Westen, unerreichbar, 6000 DM damals nach Florida. Wer konnte sich das leisten? Spaeter mehr Reisefreudigkeit, aber auch nicht fuer alle und heute erst Recht nicht! Die Kinder und Nachkommen werden wissen wollen wie es war, was passierte in der DDR und der BRD und wie die einfachen Menschen lebten. Und die Menschen die diese Zeiten gelebt haben koennten so viel dazu beitragen, wenn sie nur wollten. Versteht man was ich sagen will uberhaupt einer? (ich habe schon Fort Schritte gemacht, ich spreche mehr Deutsch, bin bald in der alten Heimat hoffe ich und lerne Euch kennen in Domitz).
Gruss, Larissa


zuletzt bearbeitet 15.04.2011 03:49 | nach oben springen

#232

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 08:39
von Fritz (gelöscht)
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Zitat von 94

Zitat von Fritz
Einige wenige wussten wohl um den Zustand, taten aber nichts. Aus Resignation, aus Angst, oder warum nicht?

Schau Dir mal die Signatur von @Gert an *wink*

Übrigens, Sicherheit ist IMMER eine Fiktion! Es gibt sie eigentlich nur, wenn man ganz fest dran glaubt *wissend_grins*

P.S. mMn gab es mindesten 17 Mio verschiedene Blickwinkel, wobei Einige eben diesen Blickwinkel durch einen gefestigten Klassenstandpunkt schon etwas einschränkten.




Hallo 94,

deine Antworten sind wie immer sehr erfrischend und witzig. Und immer mit dem erforderlichen Schuss Wahrheit gespickt.
Danke. Find ich gut. Fritz


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#233

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 09:12
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Mit der Berufung auf seinen "gefestigten Klassenstandpunkt" und anderen Leerformeln ("Der Sozialismus in seinem Lauf......) konnte man jeder Diskussion aus dem Weg gehen: Nicht damit wie das Leben war, wurde argumentiert, sondern wie es in Zukunft in der DDR sein wird - und schwupps war keine Rede mehr von den wirklichen Problemen.
Die Werbestrategie: "So wie das Leben sein sollte" ist also nicht von Coca Cola erfunden ("Coke Zero"), sondern stammt wohl aus dem Sozialismus....
Theo


zuletzt bearbeitet 15.04.2011 09:13 | nach oben springen

#234

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 10:32
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Mit der Berufung auf seinen "gefestigten Klassenstandpunkt" und anderen Leerformeln ("Der Sozialismus in seinem Lauf......) konnte man jeder Diskussion aus dem Weg gehen: Nicht damit wie das Leben war, wurde argumentiert, sondern wie es in Zukunft in der DDR sein wird - und schwupps war keine Rede mehr von den wirklichen Problemen.
Die Werbestrategie: "So wie das Leben sein sollte" ist also nicht von Coca Cola erfunden ("Coke Zero"), sondern stammt wohl aus dem Sozialismus....
Theo



Theo,

Du wirst dies schon einschätzen können.
An wie vielen Diskussionen hast Du denn teilgenommen ?


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#235

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 11:04
von Fritz (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred

Zitat von eisenringtheo
Mit der Berufung auf seinen "gefestigten Klassenstandpunkt" und anderen Leerformeln ("Der Sozialismus in seinem Lauf......) konnte man jeder Diskussion aus dem Weg gehen: Nicht damit wie das Leben war, wurde argumentiert, sondern wie es in Zukunft in der DDR sein wird - und schwupps war keine Rede mehr von den wirklichen Problemen.
Die Werbestrategie: "So wie das Leben sein sollte" ist also nicht von Coca Cola erfunden ("Coke Zero"), sondern stammt wohl aus dem Sozialismus....
Theo



Theo,

Du wirst dies schon einschätzen können.
An wie vielen Diskussionen hast Du denn teilgenommen ?




Theo, du hast das sehr treffend formuliert. @Alfred: Man muss nicht daran teilgenommen haben um die Aussenwirkung einschätzen zu können. Das die Teilnehmenden die Meinung des Volkes nicht einschätzen konnten, wurde oft eindrucksvoll bewiesen. Fritz


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#236

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 11:13
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Mit der Berufung auf seinen "gefestigten Klassenstandpunkt" und anderen Leerformeln ("Der Sozialismus in seinem Lauf......) konnte man jeder Diskussion aus dem Weg gehen: Nicht damit wie das Leben war, wurde argumentiert, sondern wie es in Zukunft in der DDR sein wird - und schwupps war keine Rede mehr von den wirklichen Problemen.
Die Werbestrategie: "So wie das Leben sein sollte" ist also nicht von Coca Cola erfunden ("Coke Zero"), sondern stammt wohl aus dem Sozialismus....
Theo




Theo , ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, die Kirche hast du vergessen. Das sind auch solche Heilsbringer wie die Kommunisten, sie versprechen dir ebenso das große Glück, im Gegensatz zu den erstgenannten aber noch später, im Jenseits. Und weil sie ein ähnliches Versprechen abgaben, waren die Kommunisten als Konkurrenz nicht gut Freund mit der Kirche.


Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#237

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 11:42
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Fritz

Zitat von Alfred

Zitat von eisenringtheo
Mit der Berufung auf seinen "gefestigten Klassenstandpunkt" und anderen Leerformeln ("Der Sozialismus in seinem Lauf......) konnte man jeder Diskussion aus dem Weg gehen: Nicht damit wie das Leben war, wurde argumentiert, sondern wie es in Zukunft in der DDR sein wird - und schwupps war keine Rede mehr von den wirklichen Problemen.
Die Werbestrategie: "So wie das Leben sein sollte" ist also nicht von Coca Cola erfunden ("Coke Zero"), sondern stammt wohl aus dem Sozialismus....
Theo



Theo,

Du wirst dies schon einschätzen können.
An wie vielen Diskussionen hast Du denn teilgenommen ?




Theo, du hast das sehr treffend formuliert. @Alfred: Man muss nicht daran teilgenommen haben um die Aussenwirkung einschätzen zu können. Das die Teilnehmenden die Meinung des Volkes nicht einschätzen konnten, wurde oft eindrucksvoll bewiesen. Fritz





Fritz,

Du wirst dies schon 100 % richtig einschätzen können.


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#238

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 12:39
von Fritz (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred

Zitat von Fritz

Zitat von Alfred

Zitat von eisenringtheo
Mit der Berufung auf seinen "gefestigten Klassenstandpunkt" und anderen Leerformeln ("Der Sozialismus in seinem Lauf......) konnte man jeder Diskussion aus dem Weg gehen: Nicht damit wie das Leben war, wurde argumentiert, sondern wie es in Zukunft in der DDR sein wird - und schwupps war keine Rede mehr von den wirklichen Problemen.
Die Werbestrategie: "So wie das Leben sein sollte" ist also nicht von Coca Cola erfunden ("Coke Zero"), sondern stammt wohl aus dem Sozialismus....
Theo



Theo,

Du wirst dies schon einschätzen können.
An wie vielen Diskussionen hast Du denn teilgenommen ?




Theo, du hast das sehr treffend formuliert. @Alfred: Man muss nicht daran teilgenommen haben um die Aussenwirkung einschätzen zu können. Das die Teilnehmenden die Meinung des Volkes nicht einschätzen konnten, wurde oft eindrucksvoll bewiesen. Fritz





Fritz,

Du wirst dies schon 100 % richtig einschätzen können.




Ich kann es mit Sicherheit. Ob du es einschätzen kannst, was ich einschätzen kann? Fritz


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#239

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 12:54
von Alfred | 6.841 Beiträge

Fritz,

ich würde mir eben nicht zutrauen einschätzen zu können, dass man mit einigen Äußerungen wie z.B. "JEDER Diskussion aus dem Weg gehen konnte". Ich kenne dies anders und auch Du wirst nicht an jeder Diskussion teilgenommen haben.


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#240

RE: So war es wirklich

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.04.2011 14:46
von Tobeck | 484 Beiträge

Zitat von Fritz

Zitat von eisenringtheo

Die stabilen Preise und die sicheren Arbeitsstellen wurde in den Medien immer in den Vordergrund gerückt, wenn es um Vergleiche mit der BRD ging.



Ja, die Preise für Lebensmittel waren stabil, dass sie manchmal teurer waren als im Westen wurde verschwiegen. In der DDR galt vieles als sicher. Dabei war die Sicherheit nur eine Illusion. Hat man wirklich noch 1988 fest geglaubt, dass es so immer weitergehen könnte? Eine Arbeitststelle konnte doch nicht sicher sein, wenn man für die Sicherheit weder eine wirtschaftliche noch finanzielle Basis hatte.
Einige wenige wussten wohl um den Zustand, taten aber nichts. Aus Resignation, aus Angst, oder warum nicht?
Fritz




Ja, der Eindruck, dass die Lebensmittel alle billiger waren, täuscht. Wenn man die Preise vergleichen will, geht das nicht über irgendwelche Umrechnungskurse - egal ob offiziell oder am Schwarzmarkt - sondern nur über die zum Kauf erforderliche Arbeitszeit, gerechnet mit Durchschnittslöhnen. Denn so wird tatsächlich die Kaufkraft ersichtlich.

Bei Lebensmitteln waren Anfang der achtziger Jahre - andere Daten habe ich im Moment nicht - Brot (halb so teuer) und Kartoffeln die einzigen Lebensmittel, die im Osten günstiger waren als im Westen. Besonders teuer waren im Osten Eier (5 mal), warum auch immer. Und besonders groß war der Unterschied natürlich bei Genußmitteln - Schokolade (11 mal), Kaffee (12 mal so teuer).

Eisenbahnfahrten, Omnibus- und Straßenbahnfahrten waren, da diese hier schon angesprochen wurden, nur ein Drittel bis ein Halb mal so teuer wie im Westen. Ein Farbfernseher wiederum war etwa zehn mal so teuer wie im Westen - immer in benötigter Arbeitszeit berechnet.

Die Durchschnittsmiete war im Westen etwa 4,5 mal so teuer. Dagegen war im Osten Kleidung (4 - 6 mal), und Haushaltsgeräte, wie Staubsauer (5 mal), Kühlschränke (10 mal) und Waschmaschinen (10 mal) besonders teuer.


zuletzt bearbeitet 15.04.2011 15:02 | nach oben springen



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