#21

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 22.03.2011 19:37
von 94 | 10.792 Beiträge

Ein olfaktorisches Erlebnis war jedesmal der Besuch eines Intershops. So also riecht der Westen, hmm? Nun, die Ent-Täuschung hielt sich nach dem Fall der Grenze in Grenzen. Auch ein Geruch, der sich in meinen Erinnerungen tief mit der DDR verbunden ist, der 'Duft' des gelb-weiße Qualms aus den Braunkohlekachelöffen bei nasskaltem Wetter.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#22

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 22.03.2011 19:42
von Backe | 480 Beiträge

der Duft der DDR war besonders aromatisch im Raum Halle,Merseburg,Bitterfeld
und in Einmachgläser des ...... zur Personenidentifizierung.
VG aus Brandenburg


"Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab" Gotthold E. Lessing
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#23

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 22.03.2011 19:53
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Backe
der Duft der DDR war besonders aromatisch im Raum Halle,Merseburg,Bitterfeld ...



Halle? Da fällt mir sofort Buna/Schkopau ein. Das war ein richtig beißender Geruch und Geschmack nach schmorendem Gummi.
Merseburg? Ging eigentlich. Verwandte von mir wohnen westwärts von Merseburg. Wir konnten nicht klagen. Nur den Lärm der Tagebaue konnte man halt zu fast jeder Zeit hören.
Bitterfeld? Das war eigentlich noch harmlos. Nur dieser merkwürdige Staub hatte etwas deprimierendes. Grauer als grau. Binnen kurzem sah alles gleich aus. Als ob die Welt mit einem Mal nur noch schwarz-weiß wäre. Pouch, ganz in der Nähe von Bitterfeld war geruchsmäßig viel schlimmer. Vor allem so undefinierbar, fast wie Entwicklerbad aber ungleich intensiver.
Den Braunkohlegeruch gibt es immer noch und auf dem Lande irgendwie immer mehr. Der ist nicht wegzukriegen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#24

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 22.03.2011 21:09
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Backe
... und in Einmachgläser des ...... zur Personenidentifizierung.

Macht man auch heute noch ... angeblich aber nur zum 'Spurenabgleich', soso?
http://www.mopo.de/news/geruchsproben--b...82/-/index.html

P.S. oder als Souvenir *grins* http://city-souvenir-shop.de/online/Shop...products_id=729


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 22.03.2011 21:12 | nach oben springen

#25

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 22.03.2011 22:24
von Gert | 12.356 Beiträge

also besonders im Winter fiel mir auf, wenn ich in Wartha die GüSt an der Autobahn passiert hatte, so etwa in Höhe der Wartburg auf der Autobahn hatte ich diesen unvergleichlichen Mix von 2-Takter Abgasen und Hausbrandabgasen aus den Braunkohlebriketts in der Nase.

Da wusste ich war drin, in der DDR, es war nicht zu überriechen.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#26

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 23.03.2011 13:07
von Pit 59 | 10.156 Beiträge

Gert das kann ich nur Bestätigen.Es war ja fast alles nur Kohleheizung,dann noch die Betriebe,da wurde alles raus geblasen.Filteranlagen war ein Fremdwort.Das wurde dann nach der Wende Schlagartig besser.


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#27

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 23.03.2011 18:24
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Zitat von Gert
also besonders im Winter fiel mir auf, wenn ich in Wartha die GüSt an der Autobahn passiert hatte, so etwa in Höhe der Wartburg auf der Autobahn hatte ich diesen unvergleichlichen Mix von 2-Takter Abgasen und Hausbrandabgasen aus den Braunkohlebriketts in der Nase.

Da wusste ich war drin, in der DDR, es war nicht zu überriechen.

Gruß Gert



ach und im Westen hat man das nicht gerochen?

war die Grenze sooo hoch ,das keine Düfte durchkamen?


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#28

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 23.03.2011 21:30
von VNRut | 1.486 Beiträge

Kann mich noch an die Brom- und Chlorgase im VEB Orbita Westeregeln erinnern. Schon morgens beim Betreten der Firma kam einen das große K...n. Gefolgt von den Zwei-Takt-Motoren im Straßenverkehr und den Verbrennungsgasen der Braunkohlen-Schlote, die großen Rieselfelder und privaten Klärgruben/anlagen soweit es schon welche gab. Der Schafstall und die Rinderzucht-anlagen die Mitten in Ort standen, sowie der morgendliche Duft der Kartoffel-Schnapsbrennerei und im Hintergrund dröhnten die Motoren der Jagdflieger-Einheit der GSSD in Cochstedt.

VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#29

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 23.03.2011 21:33
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

ist ja grad wieder die Zeit,wo die Bauern die Gülle auf die Feldern "rieseln"

dolle Düfte


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#30

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 24.03.2011 11:10
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von Pitti53
ach und im Westen hat man das nicht gerochen?

war die Grenze sooo hoch ,das keine Düfte durchkamen?



Wie denn bei vorwiegend Westwind.....???? Ihr anner Grenze hab das doch sicher gemerkt woher der Wind weht.....ich war jedenfalls froh tief im Westen der DDR aufgewachsen zu sein.....unsere Luft war sauberer als im Schatten von Bitterfeld & Co. ......

groetjes uit Pistoia

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#31

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 24.03.2011 19:52
von wosch (gelöscht)
avatar

In Neustadt-Glewe gab es ein Lederwerk und der ganze verflüssigte Abfall wurde auf riesige Wiesenteich-Anlagen entsorgt. Speziell im Sommer bei entsprechender Windrichtung hatte man den Gestank noch im 10 km entfernten Ludwigslust in der Nase und man hielt dann besser alle Fenster geschlossen. Aber ihre Pläne sollten sie angeblich immer übererfüllt haben, der Stolz von Neustadt-Glewe und der Partei hatte der Gestank scheinbar nichts ausgemacht. Ich möchte nicht wissen wieviel von der "Brühe" ins Grundwasser gelangte, bzw. in die in unmittelbarer Nähe dahinfließende Elde.
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 24.03.2011 19:53 | nach oben springen

#32

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 24.03.2011 20:06
von glasi | 2.815 Beiträge

1
 

 

Zitat von Gert
also besonders im Winter fiel mir auf, wenn ich in Wartha die GüSt an der Autobahn passiert hatte, so etwa in Höhe der Wartburg auf der Autobahn hatte ich diesen unvergleichlichen Mix von 2-Takter Abgasen und Hausbrandabgasen aus den Braunkohlebriketts in der Nase.

Da wusste ich war drin, in der DDR, es war nicht zu überriechen.

Gruß Gert[hallo]


du sagst es gert. an jeder stadt an der a4 konnte mann das gut riechen und sehen. am besten war das in gera. aber keine angst das war nicht nur im osten so. auch der westen hatte seine schlotte. lg glasi



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#33

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 24.03.2011 20:06
von Pit 59 | 10.156 Beiträge

So ist es Wosch,wen hat das schon Interessiert.Ich habe 10 Jahre lang gesehen wie vergammelte Bohroel Emulsion auf eine Wiese im Betriebsgelände gekippt wurde.Eine Werkhalle mit ca.100 Werkzeugmaschinen ,also unter Freunden in der Woche 2000-3000 Liter.
Ich weiss es deshalb so genau,weil ich meins auch mit ausgekippt habe.Der DDR wars Egal,Die Partei hats geduldet,und das MFS wusste nicht was wir da machen.


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#34

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 24.03.2011 20:09
von glasi | 2.815 Beiträge

1
 

 

Zitat von Pit 59
So ist es Wosch,wen hat das schon Interessiert.Ich habe 10 Jahre lang gesehen wie vergammelte Bohroel Emulsion auf eine Wiese im Betriebsgelände gekippt wurde.Eine Werkhalle mit ca.100 Werkzeugmaschinen ,also unter Freunden in der Woche 2000-3000 Liter.
Ich weiss es deshalb so genau,weil ich meins auch mit ausgekippt habe.Der DDR wars Egal,Die Partei hats geduldet,und das MFS wusste nicht was wir da machen.


heftig pit 59. jetzt stelle mann sich das vor das wäre immer so weitergegangen.



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#35

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 24.03.2011 20:54
von SEG15D | 1.121 Beiträge

Na dann bring ich mal ein anderes Beispiel: Die verdreckte Luft in der DDR hat mir damals mit fünf Jahren eine Mandelresektion eingebracht wegen Anginaerkrankungen ohne Ende.Soweit sogut...Heute, mit dem Ende der Braunkohleheizungsanlagen im Privatbereich wächst Gerätze ohne Ende in der Natur, befällt Dächer, Bäume un freistehendes Holz wie Zaunanlagen oder Obstbäume. Das ist kein Moos, eher eine Sorte Flechte ähnlicher Art. Die ist in der Lage sogar die Borke von Obstbäumen irreparabel zu schädigen! Ich sag Euch, da möcht ich die Braunkohle aber zurück mit ihrem geringen Prozentsatz an schwefelsaurem Regen. Und die Befürworter der Abschaffung derselben zu mir, vier hohe Bäume nenn ich noch mein eigen!
Gruß SEG15D



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#36

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 24.03.2011 21:12
von Huf (gelöscht)
avatar

@wosch, genau, und das Lederwerk in Neustadt/Glewe hieß "August Apfelbaum".

VG Huf


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#37

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 24.03.2011 21:22
von Carolus (gelöscht)
avatar

Also ich habe den "Duft der DDR" ganz anders in Erinnerung. Im Winter der beißende Schwefelgeruch der Braunkohlen-Heizungen, auf der Straße Zweitaktergestank, in der S-Bahn den penetranten Körpergeruch des Nachbarn weil Plastikklamotten, in Kneipen der teilweise widerliche Geruch nach "Küche", im Interhotel stickige Luft in den Zimmern weil Klimaanlage aus etc.


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#38

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 24.03.2011 21:28
von SEG15D | 1.121 Beiträge

@Carolus
Also, wenn Du ein "Stadtmensch" warst, versteh ich Dich was die Heizungsgerüche betrifft. In den Großstädten war die Konzentration viel höher als auf dem Land, wo ich herkomme. Zweitaktergestank....mhhm, relativ. Wahrscheinlich auch eine Frage Stadt-Land.
Wo ich Dir uneingeschränkt folge: der Körpergeruch auf Arbeit durch die schicken Dederonkittel....igittigitt...Wir haben deswegen damals nur Leinenkittel getragen. Die Erfahrung mit Interhotels konte ich damals nicht machen...

Gruß SEG15D



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#39

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 24.03.2011 21:45
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Alles richtig, deshalb hatten ja alle DDR-Bürger den gleichen Gesichtsausdruck.

Wegen der Gasmaske auf dem Gesicht!

(Vorsicht Ironie )


zuletzt bearbeitet 24.03.2011 21:46 | nach oben springen

#40

RE: Der Duft der DDR

in Leben in der DDR 24.03.2011 21:57
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Pitti53

Zitat von Gert
also besonders im Winter fiel mir auf, wenn ich in Wartha die GüSt an der Autobahn passiert hatte, so etwa in Höhe der Wartburg auf der Autobahn hatte ich diesen unvergleichlichen Mix von 2-Takter Abgasen und Hausbrandabgasen aus den Braunkohlebriketts in der Nase.

Da wusste ich war drin, in der DDR, es war nicht zu überriechen.

Gruß Gert[hallo]



ach und im Westen hat man das nicht gerochen?[denken]

war die Grenze sooo hoch ,das keine Düfte durchkamen?





Entschuldige Pitti, aber in dieser Beziehung hast du wirklich keinen blassen Schimmer. Erstens hatten wir keine Zweitakterfahrzeuge von ein paar Mofas und Rasenmähern abgesehen und die liefen im Winter bekanntlich nicht.
Zweitens hat kein Mensch im Westen mit diesen minderwertigen Braunkohlenbriketts geheizt. Große Wohnblöcke waren an Fernheizwerke angeschlossen, Einfamilienhäuser wie meines heizten mit z.B russischen Erdgas. Das ist die sauberste Verbrennung die man sich vorstellen kann, keinerlei Geruchsbelästigung. So war das. Deswegen roch es auch nicht in der Atemluft bei uns im Winter so grässlich.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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