#61

RE: Aschenbach: „Ich fühle mich nicht als Verräter“

in Themen vom Tage 23.01.2014 18:30
von Arnstädter | 266 Beiträge

Ob nun Wintersport,Leichtathletik,Turnen und die vielen andern Sportarten die es damals gab und heute gibt
ich als junger Knirps habe mir immer einen Sportler als Vorbild ausgesucht.
sportlich gesehen hats mir nicht geschadet.Enttäucht war ich trotsdem über den Lebenslauf einiger Sportler in den 80/90iger Jahren.


das System funktioniert weil du funktionierst
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#62

RE: Aschenbach: „Ich fühle mich nicht als Verräter“

in Themen vom Tage 23.01.2014 23:43
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Arnstädter im Beitrag #61
Ob nun Wintersport,Leichtathletik,Turnen und die vielen andern Sportarten die es damals gab und heute gibt
ich als junger Knirps habe mir immer einen Sportler als Vorbild ausgesucht.
sportlich gesehen hats mir nicht geschadet.Enttäucht war ich trotsdem über den Lebenslauf einiger Sportler in den 80/90iger Jahren.




Ich war Fan vom Hans-Georg, drum auch die etwas harte Ausdrucksweise, sorry H.G. falls du mitliest
Ehrenbürger, lass mal lieber, ist peinlich.


zuletzt bearbeitet 23.01.2014 23:44 | nach oben springen

#63

RE: Aschenbach: „Ich fühle mich nicht als Verräter“

in Themen vom Tage 24.01.2014 07:26
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Ich weiß nicht, ob man über Leuten, die sich dem System der DDR entzogen, einfach so den Stab brechen sollte. Gut, Enttäuschung mag sein, dass jemand wegging. Aber das ist die eigene Wahrnehmung. Gerade in der Kunst und im Sport konnte es stark zur Bevormundung kommen. Man mag einwenden, dass das heute nicht anders ist - damals regierte die Ideologie, heute das Geld. Aber damals gab es die scheinbare Alternative zur Bevormundung und das war der Schritt in den Westen. Auch das fiel vielen, die ihn gingen, nicht leicht und viele fanden eben besagte Freiheit in Kunst oder Sport auch nicht. Sei es.

Zu Hans-Georg Aschenbach kann ich mich nicht groß äußern. Er war auf der einen Seite eigentlich, nach meinem damaligen Empfinden, ein eher verschlossener Mensch. Es drängte ihn nicht in die Öffentlichkeit und vor einer Kamera, soweit ich mich erinnere, musste man ihm eher die Worte aus der Nase ziehen. Er geriet in den Sog einer Ausschlachtung seiner Siege und damit einer Vereinnahmung. Für einen Menschen, der nicht unbedingt an die Öffentlichkeit will, kann das durchaus zum gravierenden Problem werden. Andererseits hat er sich auch sehr weit mitziehen lassen - Mitglied des Friedensrates, Delegierter zum Parteitag der SED. Aber ich könnte hier auch nur spekulieren. Verräter? Nein das Wort kommt mir bei ihm nicht in den Sinn. Ein Verlassener und Verlassender zugleich ... hmm, aber kann man einen Menschen und sein Leben auf so wenig reduzieren?

ciao Rainman


EDIT: Korrektur sinnentstellender Fehler


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 24.01.2014 09:30 | nach oben springen

#64

RE: Aschenbach: „Ich fühle mich nicht als Verräter“

in Themen vom Tage 24.01.2014 07:56
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #43
Im Prinzip ist es doch egal wie dieser Mann sich fühlt/e.
Überall auf der Welt ist ein militärischer Uniformträger der die Seiten wechselt ugs. in erster Linie ein Verräter an dem Staat den er verlässt.Für die andere Seite zumindest ein medialer Held.
A. war ein erfolgreicher und vom Staat geförderter Sportler und hat ein kostenloses Studium in der DDR absolviert.Nun war seine aktive Sportlerlaufbahn zu Ende und er sollte etwas zurückgeben.Inzwischen hatte sich wohl aber sein Anspruch an die persönliche Bedürfnisbefriedigung etwas gewandelt und stieß im Staat DDR an materielle und realisierbare Grenzen(Eigenheim,Auto etc).
Er wechselte die Seiten im Kalten Krieg als einer der hochrangigsten NVA-Offiziere.Damit war er Verräter am Staat DDR nach damaliger Interpretation.
Wen hat er aber persönlich m.Mn.wirklich verraten?
Seine Fans,Familienangehörige, Leute aus dem Sportklub, die Trainer im Schulsport usw. die viel Zeit und Kraft aufgewandt haben, meist sogar ehrenamtlich, um solche Kader wie ihn zu finden und zu fördern.
Umso mehr tat es weh, daß da einer(aus ihrer Sicht) aus egoistischen Gründen die Seiten gewechselt hat, in den sie viel von ihrer eigenen Kraft jahrelang investiert haben,der dann letztendlich noch politischen Schaden anrichtete.

Damit muss A. aber selber klar kommen und da kann ihm keiner helfen.
Das Problem haben/hatten auch viele andere R-Flüchtige.

seaman




Das ist der Klang der DDR !
Für die DDR Herrscher war jeder internationale sportliche Wettkampf ein Krieg gegen den imperialistischen Klassenfeind und die eigenen Sportler waren die Krieger.
Wenn man so denkt wundert es nicht wenn Aschenbach als Verräter bezeichnet wird, der aus nur niederen Beweggründen die DDR verlassen hat.
Aschenbach hat während seiner sportlichen Laufbahn genug für die DDR getan. Er hat das Ansehen der DDR im Ausland aufpoliert.
Das war sein Auftrag und den hat er ausgeführt.Er war ein Werkzeug, ein Werbeartikel der DDR.
Sportnation DDR , von wegen. Millionen wurden verbraten um die DDR mit Medaillen zu schmücken und in den Läden gab es nicht mal ein paar vernünftige Laufschuhe.
All diese Aschenbachs hat die DDR mit ihrer Politik selbst produziert und immer andere dafür verantwortlich machen wollen.


80er hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#65

RE: Aschenbach: „Ich fühle mich nicht als Verräter“

in Themen vom Tage 24.01.2014 11:51
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #64
Zitat von seaman im Beitrag #43
Im Prinzip ist es doch egal wie dieser Mann sich fühlt/e.
Überall auf der Welt ist ein militärischer Uniformträger der die Seiten wechselt ugs. in erster Linie ein Verräter an dem Staat den er verlässt.Für die andere Seite zumindest ein medialer Held.
A. war ein erfolgreicher und vom Staat geförderter Sportler und hat ein kostenloses Studium in der DDR absolviert.Nun war seine aktive Sportlerlaufbahn zu Ende und er sollte etwas zurückgeben.Inzwischen hatte sich wohl aber sein Anspruch an die persönliche Bedürfnisbefriedigung etwas gewandelt und stieß im Staat DDR an materielle und realisierbare Grenzen(Eigenheim,Auto etc).
Er wechselte die Seiten im Kalten Krieg als einer der hochrangigsten NVA-Offiziere.Damit war er Verräter am Staat DDR nach damaliger Interpretation.
Wen hat er aber persönlich m.Mn.wirklich verraten?
Seine Fans,Familienangehörige, Leute aus dem Sportklub, die Trainer im Schulsport usw. die viel Zeit und Kraft aufgewandt haben, meist sogar ehrenamtlich, um solche Kader wie ihn zu finden und zu fördern.
Umso mehr tat es weh, daß da einer(aus ihrer Sicht) aus egoistischen Gründen die Seiten gewechselt hat, in den sie viel von ihrer eigenen Kraft jahrelang investiert haben,der dann letztendlich noch politischen Schaden anrichtete.

Damit muss A. aber selber klar kommen und da kann ihm keiner helfen.
Das Problem haben/hatten auch viele andere R-Flüchtige.

seaman




Das ist der Klang der DDR !
Für die DDR Herrscher war jeder internationale sportliche Wettkampf ein Krieg gegen den imperialistischen Klassenfeind und die eigenen Sportler waren die Krieger.
Wenn man so denkt wundert es nicht wenn Aschenbach als Verräter bezeichnet wird, der aus nur niederen Beweggründen die DDR verlassen hat.
Aschenbach hat während seiner sportlichen Laufbahn genug für die DDR getan. Er hat das Ansehen der DDR im Ausland aufpoliert.
Das war sein Auftrag und den hat er ausgeführt.Er war ein Werkzeug, ein Werbeartikel der DDR.
Sportnation DDR , von wegen. Millionen wurden verbraten um die DDR mit Medaillen zu schmücken und in den Läden gab es nicht mal ein paar vernünftige Laufschuhe.
All diese Aschenbachs hat die DDR mit ihrer Politik selbst produziert und immer andere dafür verantwortlich machen wollen.



Grün: M.E. wären sportliche Erfolge gar nicht so sehr in den Mittelpunkt der Propaganda gerückt, wenn von der konservativen BRD-Regierung insbes. in den 50er und frühen 60er Jahre nicht alles auf politischer, diplomatischer und wirtschaftlicher Ebene getan wurde, im die DDR irgendwie klein zu halten und international zu isolieren. Ich würde die Förderung des Sports vorrangig zur Erreichung internationaler Aufmerksamkeit und Anerkennung in diesem Sinne eher als eine Art Trotzreaktion betrachten.



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#66

RE: Aschenbach: „Ich fühle mich nicht als Verräter“

in Themen vom Tage 24.01.2014 11:57
von Moskwitschka (gelöscht)
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OT

Man @DoreHolm , dann hat wohl die Bundesrepublik den Trotz der Ostdeutschen übernommen? Besonders im Fußball

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 24.01.2014 11:57 | nach oben springen

#67

RE: Aschenbach: „Ich fühle mich nicht als Verräter“

in Themen vom Tage 24.01.2014 12:04
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #66
OT

Man @DoreHolm , dann hat wohl die Bundesrepublik den Trotz der Ostdeutschen übernommen? Besonders im Fußball

LG von der Moskwitschka


Grün: Ja, hat sie. Insbesondere in den Jahren nach der Wende profitierte der nunmehr gesamtdeutsche Sport von den Trainingsmethoden und den noch zu DDR-Zeiten entdeckten und geförderten sportlichen Talenten. Mittlerweile schein das Reservoir allerdings langsam erschöpft zu sein. Denke da vor allem an die Skispringer. Vom Fußball will ich nicht reden. Auch nicht von einigen anderen Disziplinen, die schon immer die Domänen der westeuropäischen Staaten waren, wie Tennis, Reitsport o.ä.



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#68

RE: Aschenbach: „Ich fühle mich nicht als Verräter“

in Themen vom Tage 24.01.2014 16:32
von Moskwitschka (gelöscht)
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Na dann doch noch mal OT

Tennis? In der DDR mehr oder weniger verpönt. Und trozdem wurden jedes Jahr DDR Meister/innen ermittelt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_D...is-Herreneinzel
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_D...is_%28Herren%29

Oder Reitsport - es soll sogar mal Pferde bei den Grenztruppen gegeben haben

Bei den Spielen 1964 in Tokio holte er zusammen mit seinen westdeutschen Mannschaftskameraden Fritz Ligges und Horst Karsten die Bronzemedaille für die Military-Equipe. Es war das letzte Mal, dass die beiden deutschen Staaten ein gemeinsames Olympia-Team aufstellten.

Der 1931 in Hartensdorf/Brandenburg geborene Schulz kam über den Dienst bei den berittenen Grenztruppen der DDR zum Reitsport. Für den Berliner Sportclub Dynamo in Hoppegarten startete er zunächst im Springsattel, bevor er zur Military wechselte.

Schulz war mehrfacher DDR-Meister. Nach dem Rückzug der DDR aus dem internationalen Reitsport 1973 arbeitete Schult als Brigadier in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Wartenberg in Berlin, blieb seinem Sport jedoch als Trainer treu.

Zu den von ihm betreuten Reitern gehören unter anderem die späteren DDR-Meister Norbert Köpke und Wolfgang Bartelt.


http://www.cavallo.de/news/ddr-military-...3978.233219.htm

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 24.01.2014 16:35 | nach oben springen

#69

RE: Aschenbach: „Ich fühle mich nicht als Verräter“

in Themen vom Tage 24.01.2014 18:06
von Mike59 | 7.942 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #68
Na dann doch noch mal OT

Tennis? In der DDR mehr oder weniger verpönt. Und trozdem wurden jedes Jahr DDR Meister/innen ermittelt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_D...is-Herreneinzel
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_D...is_%28Herren%29

Oder Reitsport - es soll sogar mal Pferde bei den Grenztruppen gegeben haben
LG von der Moskwitschka

Stimmt, war aber eher die Grenzpolizei.

Angefügte Bilder:
Pferde.jpeg

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#70

RE: Aschenbach: „Ich fühle mich nicht als Verräter“

in Themen vom Tage 24.01.2014 18:36
von Moskwitschka (gelöscht)
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Danke @Mike59 Und wie ich gerade sehe, hatten wir auch schon das Thema hier im Forum. Für Interessierte Pferde bei der Grenzpolizei ?

Und wir können wieder zu Aschenbach zurück kehren.

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 24.01.2014 18:55 | nach oben springen



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