#1

Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 31.03.2009 21:36
von Skifahrer (gelöscht)
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Mir kommt als Harzbewohner aus dem Osten noch imer die Galle hoch, wenn die ehemaligen Grenzoffiziere reden, wir schützten ja die DDr vor dem BBKF (bitter böser Klaasenfeind.

- wieso waren alle Anlagen so aufgebaut, dass sie nur gegen Angreifer von innen gerichtet waren??
( Kfz-Sperrgraben, Signaldrähte am Zaun und Selbstschussanlagen waren af der Ostseite angebracht)

- wie wurde diese Bauweise den Wehrpflichtigen erklärt?

Jeder, ich betone jeder Offizier und Längerdienende wußte, wozu die Grenzsicherung da war,
er hat sich ganz b e w u ß t in den Dienst diese Verbrechersystems gestellt.
Ausreden kann es nicht geben.
Daß die Leute vielfach ohne Strafe davongekome sind, ist sehr schade. KZ-Wächter nach 1945 bekamen harte Strafen....

Aber die Grenzoffiziere haben ihren Klassenkampf verloren !! und das beruhigt imerhin die früheren Opfer.

Gruss vom Skifahrer der den Winter am Wurmberlft auch 2009 genossen hat, ohne Grenze...


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#2

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 31.03.2009 21:56
von bruno | 598 Beiträge

bei uns kam einmal im politunterricht die frage hoch,
ob denn die gesamte grenzsicherung ausversehen falsch rum
gebaut wurde, weil ja sogar die abweiser gen osten zeigten.
unser polit wurde ganz rot und fragte uns, ob wir wirklich der
meinung wären das der zaun falsch gebaut wäre.
eine antwort haben wir nicht bekommen...


nichts auf der welt ist so gerecht verteilt wie der verstand.
denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
rené descartes
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#3

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 31.03.2009 22:21
von Rainman2 | 5.762 Beiträge
Hallo Skifahrer,

zunächst einmal von mir ein herzliches Willkommen in diesem Forum. Ich war Politstellvertreter einer Grenzkompanie, zumindest für knapp 1 1/2 Jahr. Danach war ich in der Stabskompanie des Grenzregiments 3. Meine Dienstzeit endete im Dezember 1990 im Rang eines Hauptmanns.

Auf die Vielzahl der Fragen gibt keine einfache Antwort. Das ist nicht der Eröffner einer Ausrede. Ich habe ein Leben in der DDR gelebt, dass mich mit 15 Jahren freiwillig zu der Entscheidung brachte, Offizier bei den Grenztruppen zu werden. Da war keine ideologische Tretmühle, durch die ich ging, es war meine Familie, vor allem meine Großmutter, die viel Leid in zwei Weltkriegen erlebt hatte, für die in der DDR ihre Träume in Erfüllung gingen. Ihre Töchter und Enkel konnten studieren, obwohl sie selbst aus einfachsten Verhältnissen kam und selbst gern hätte mehr lernen wollen. In so einem Umfeld wächst man nicht im Konflikt mit einem System auf, man wird dazu konform. Genau das war ich und somit konnte ich schon zu frühen Zeiten als "Alien" gelten, denn ich war ein wirklich 100-prozentiger. Ich würde mich nicht als fanatisch bezeichnen, eher als "streng gläubig". Meine Entscheidung, Offizier zu werden, überraschte alle in Schule und in meiner Familie. Niemand hatte mich in diese Richtung gedrängt, eine Werbung für diese Berufe gab es damals an unserer Schule kaum, in unserer Klasse garnicht. Meine Mutter fiel aus allen Wolken, denn mein Berufswunsch vorher war: Tänzer. Ich musste also niemandem etwas beweisen, außer vielleicht mir selbst. Ich habe es mir später mal eingestanden, dass ich schüchternes, verträumtes Bengelchen irgendwie die Idee hatte, man werde durch die Armee zu einem ganzen Kerl. Warum dannn aber die Grenze? Mein Cousin hatte sich auch dahin verpflichtet. Ich sagte mir: Warum nicht?!

Soweit im äußersten Telegrammstil, wie ich mich entschieden habe, mit ein paar von sicherlich viel mehr Gründen drin. Von da an war vieles sehr einfach. Man brauchte nur in der Spur zu bleiben. Besondere Anerkennung fand ich für diese Entscheidung übrigens nicht. Alles was geschah, mir lagen auf diesem Weg kaum, und wenn, dann nur kleine Steine im Weg. Ich fing mit 16 Jahren an, Gitarre zu spielen. Ich machte in der Singebewegung der FDJ relativ viel mit. Dort gab es eine Reihe von Auseinandersetzungen mit meiner Entscheidung. Sie haben mich aber nicht davon abgebracht. Ich war überzeugt, ich tue das Richtige und "kämpfe an vorderster Front gegen den BBKF". Das klingt simpel und naiv, und genau das war es auch. Ich ging nicht davon aus, dass ich in den Dienst eines Verbrechersystems gehe. Ich stand nach meiner Überzeugung auf der richtigen Seite, auf der Seite des Friedens.

Man muss das nicht verstehen. Man muss das nicht nachvollziehen können. Aber wenn die Frage gestellt wird, was dachte ich damals, dann kann ich nicht anders antworten. Es müsste jetzt weitergehen, wie ich einberufen wurde und wie es weiterging mit meinen Gedanken, aber gestatte mir, hier zunächst einmal zu unterbrechen.

Ich stehe Dir gern weiter Rede und Antwort, wenn Du das wünschst. Ich verweise auch auf andere Threads in diesem Forum, in denen ich mich zu meiner Vergangenheit geäußert habe. Vielleicht erspart das auch ein paar Zeilen an dieser Stelle. Aber die Frage an sich ist interessant: Was habe ich als Offizier damals gedacht? Das wird, denke ich, fortgesetzt.

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


vk1, Grenzkind1978, Klauspeter, der 39., ulei mendhausen, IM Kressin und Jawa 350 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.03.2009 22:22 | nach oben springen

#4

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 01.04.2009 09:16
von Skifahrer (gelöscht)
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Hallo rainman,

danke für den Versuch einer Erklärung.
Aber was dachtest du, als Du die Richtung sahst, gegen die die Grenze gebaut war?

Gab es nie Gespräche mit den Kollegen, daß komischerweise der Feind fast immer aus dem Osten kam und in Zivil war?

Skifahrer
p.s. beim Hochladen des ersten Beitrags sind Buchstaben verlorengegangen.
Es ist natürlich der Wurmberglift gemeint.


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#5

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 01.04.2009 11:21
von nightforce (gelöscht)
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Hallo Skifahrer,
ich wurde während meiner Wehrpflicht selbst zum Grenzer, aber ich war sicher nicht der naive eingeschüchterte Typ von Mensch, den sich unsere damalige Spitze an die Grenze gewünscht haben.
Ich versuch mal deine Fragen trotzdem zu beantworten, aus meiner Sicht natürlich.
zu deiner Ersten, die Grenzanlagen waren wirklich nach innen gerichtet, der Grund dazu war, sieht man auch heute noch in der Bunten Republik Deutschland, das Fachkräfte dringends gesucht werden, aber kaum ein Unternehmen der BRD welche großzügig ausbildet(e).
In der DDR konte jeder, unabhängig aus welchen Verhältnissen er stammte, ne richtig gute Ausbildung genießen, sofern er mit dem Staat DDR konform wurde.
Beispiel dazu war, wer nicht Mitglied der FDJ (Freie Deutsche Jugend) wurde, hatte keine Chance auf eine EOS (Erweiterte Oberschule) um seinen Schulabschluß mit Abitur abzulegen.
Für den Abiturienten kam dan auch nunmehr nur ein Beitritt zur SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) in Frage, um nach dem Abitur auch richtig studieren zu können.
Auch sonst wurde in jeden DDR-Bürger ne Menge Geld investiert, um ihn zu irgend einem Beruf auszubilden, das kostet alles mächtig Kohle.
Auch war der junge Dipl-Ing nicht verschuldet, wie heutzutage, sondern erreichte seinen Abschluß schuldenfrei, kein BaFög was zurückgezahlt werden muß, nichts dergleichen.
Für die ausgebildeten Fachkräfte der DDR kam nach ihrer Ausbildung der Weg in die Wirtschaft, und damit auch der Lockruf des Geldes.
Glaub mir, keiner wäre zum Grenzbrecher dieser Grenze geworden, wenn er sich nicht ein besseres Leben erhofft hätte.
Darum ging es der DDR im eigendlichen Sinne, darum die gut ausgebildeten Fachkräfte nach ihrer Ausbildung so einfach ziehen zu lassen.
Es ging der DDR um eine frühzeitige Bindung an den Staat, bevor in die einzelne Person investiert wurde, und trotzdem sind doch einige hochgeschulte Parteigenossen wortbrüchig geworden, und wollten dem Lockruf des Geldes folgen, dies galt es zu verhindern.
Auch im Handel (Schwarz/Schmuggel) spielten sich ähnliche Dinge ab, deshalb waren die Grenzanlagen nach innen gerichtet, hochwertige Produkte verließen den Osten gegen ein paar süße Früchte.
Später dazu mehr, mir rennt die Zeit davon.

Gruß nf


der 39. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#6

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 01.04.2009 11:31
von Transitfahrer (gelöscht)
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Hallo Skifahrer,

erstmal Herzlich Willkommen im Forum.
Ich habe diese Frage auch schon hier und in anderen Foren gestellt.
Eine wirkliche Antwort habe ich nicht bekommen. Statt dessen wurde betont, die GT haben einen Krieg in Europa verhindert.
Dabei müßte es doch jeden frei denkenden Menschen klar gewesen sein, daß die Grenzbefestigungen verkehrt herum gebaut wurden.
Und militärisch waren sie sowieso ein Witz. Aber zugeben tut das keiner.
Ich denke aber mal, daß dies den meisten klar gewesen ist.
Wenn es denn eine wirkliche Bedrohung vom Westen gab, dann hätte man doch die Bürger, die die DDR in Richtung Westen verlassen wollten, einfach gehen lassen sollen. Und die Grenzbefestigungen ganz anders bauen müssen.
Doch dann wäre die DDR schon viel früher untergegangen. Und das wollte wiederum im Westen keiner. Eins müsssen wir mal festhalten. Von den damaligen WP-Staaten war die DDR mit der UdSSR das stabilste Land. Und sicherte so auch den Frieden.

Gruß
Peter


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#7

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 01.04.2009 13:21
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo Nightforce,
Es ist richtig das die DDR viel in das Bildungswesen Ausbildung ,usw. investiert hat, Es ist auch eine Tatsache das vor dem Mauerbau viele mit Fachwissen, Studium ,usw. die DDR verlassen haben. Das dieser Aderlass die DDR schwächte ist ebenso unbestritten und war der Staatsführung ein Dorn im Auge . Aber die Notwendigkeit der Grenze in dieser Form damit zu rechtfertigen damit Fachkräfte im Land bleiben ist ein Witz! Dann hätte man das sozialistische Vaterland attraktiver machen müssen. Nur des Geldes wegen haben gewiss nicht alle die DDR verlassen. Wer nicht Linientreu war hatte doch trotz Studium später keine Chance seine Fähigkeiten zu nutzen. Viele haben sich genau wie ich unter Freiheit etwas anderes vorgestellt wie in der DDR praktiziert! Man kann doch zu keinen Menschen sagen: Du kannst kostenlos bei uns studieren , dafür musst Du aber immer hier bleiben“ Auch eine politische Überzeugung kann sich ändern. Den Schmuggel gab es zwischen der DDR und BRD natürlich auch. Da wäre es meiner Meinung besser gewesen mehr Kontrollen einzusetzen. Überlege einmal was diese Grenze mit allem drum und dran gekostet hat. Und das alles damit Fachkräfte im Land bleiben müssen oder Schmuggler keine Chance haben? Hätte man diese Grenzkosten für eine bessere .lebenswertere DDR eingesetzt wäre es bestimmt besser gewesen.
Das alles ist meine Einstellung und Meinung zu Deinen Beitrag, und ist bestimmt auch nicht repräsentativ .Wir Menschen denken nun einmal nicht alle gleich oder in einer vorgegebenen Schiene . Gruß Peter(Turtle)


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#8

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 01.04.2009 15:43
von Transitfahrer (gelöscht)
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Hallo Turtle,

Das wollte ich auch schreiben, war aber zu faul. Also volle zustimmung.

Grüße an alle
und endlich Frühling

Peter


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#9

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 01.04.2009 16:55
von nightforce (gelöscht)
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Hallo Peter,
es war das atraktivste Land im gesamten Ostblock.
Unser großer "Bruder" wollte auch gleich unsere inovativsten Ideen haben, euch haben sie die gelassen.
Gruß nf


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#10

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 01.04.2009 19:08
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo Skifahrer,

danke für die Rückfragen. Ich habe heute leider nicht allzuviel Zeit und auch nicht ganz den Kopf frei, aber einen Ansatz möchte ich bieten. Der Schlüssel für unsere Motivation war nach meiner Meinung das Feindbild. Dass in der DDR alles toll und völlig in Ordnung war, bestimmte den offiziellen Tenor und wurde auch von mir als eigene Meinungsäußerung zurückgegeben. Dass dem nicht so war, war klar, wobei ich viele Probleme nicht beim System sondern bei den hinter den Problemen stehenden Menschen sah (könnte ich weiter ausholen, lasse ich jetzt). Das System erschien mir, dem Hundertprozentigen in Ordnung. Es gab eine Reihe von Axiomen, mit denen ich in die Diskussionen, auch in die kritischen, ging. Eines der festesten Axiome wurde erst kurz vor der Wende, in meinem Studium an der Miltärpolitischen Hochschule gekippt. Es lautete: Die Partei der Arbeiterklasse und ihre Führung kann und wird die Arbeiterklasse nicht verraten. Ein weiteres: Der Sozialismus ist die progressive Richtung der Entwicklung in der menschlichen Zivilisation, er wird sich also durchsetzen. Andere dieser Axiome betrafen Frieden, Freundschaft zur Sowjetunion, den Lebensstandard in der DDR vor allem im Vergleich zu den anderen sozialistischen Ländern u.ä.m. Wenn Du mit solchen ich nenne es Axiomen, andere können sagen Brettern vor dem Kopf in Diskussionen gehst, bist Du zwar zu verunsichern, aber nicht zu erschüttern. In Gedanken siegst Du ja doch. Und hier greift das Feindbild ein. Feinde des Sozialismus waren für mich alle, die diese Ideale angreifen wollten, oder von denen ich glaubte, dass sie das täten. Die Grenze war eine Trennlinie, an der über Krieg und Frieden entschieden werden konnte. Wir haben sie konsequent gesichert, also waren wird die Guten. Wer dies nicht wahrhaben wollte und die Grenze angriff, war ein Feind des Friedens und des Fortschritts.

Ausgangspunkt waren also die in den Axiomen genannten Grundüberzeugung, in die das Feindbild nur eingepasst werden musste. Die Entrüstung über die Straftäter wurde somit zum echt handlungsrelevanten Motiv. Diskutierst Du unter solchen Voraussetzungen, endet das immer mit einer festeren Haltung. War einer dafür, wurdest Du bestätigt, war einer dagegen, wurdest Du immer sturer. Das ist das typische Fundament des Betonkopfs. Der Staat, Deine Führung und in meinem Fall auch meine Familie haben mich aus unterschiedlichen eigenen Motivationen heraus in dieser Haltung bestätigt. Wenn der Feind dann nun aber auf beiden Seiten steht und mit etwas hörerer Wahrscheinlichkeit aus dem eigenen Hinterland kommt, dann werden wir in dieser Richtung sichern. Und damit nochmal einen wichtigen Gedanken der damaligen Zeit: Wer aus Richtung DDR kommt und die Grenze angreift, gefährdet den Frieden und den Sozialismus.

Interessanterweise erinnere ich mich eher an meine Gedanken, als an die Gespräche. Im Studium waren wir über beide Ohren eingespannt und wollten gut abschneiden, also handelten wir, wie man es von uns zu erwarten schien. Und im Dienst fragst Du nicht mehr nach dem Warum. Es geht fast nur noch darum, Wie der Dienst effizient versehen werden kann. Wer da kritisch deherkommt, stört und wird als Kommunikationpartner ausgeschlossen. Nachdenken war ein Luxus, der unseren Dienst eher behindert hätte.

Soviel erstmal für heute. Ich freue mich auf die Fortsetzung des Dialogs.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#11

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 02.04.2009 16:39
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Skifahrer eine kleine Denksportaufgabe als Willkommensgruß zum Anfang. Überlege bitte noch einmal in aller Ruhe, wo man die KZ- Wächter nach 1945 hart bestraft hatte? Könnte es nicht auch so gewesen sein , das Tausende von ihnen nach jahrzehntelangen üppigen Pensionsansprüchen friedlich in ihren Betten entschlafen sind. Hilf mir jetzt, hieß dieses Schlaraffenland nicht Bundesrepublik Deutschland? Aber Skifahrer, mein Humor und deine mangelhaften Geschichtskenntnisse ergeben eine herrliche Mischung, hast du dir auch einmal Gedanken darüber gemacht , warum diese innerdeutsche Grenze da stand , so in der Landschaft die heute und da gebe ich dir Recht ein bewahrenswertes Biotop ist. Nein, bei deiner einseitigen Sicht, die genauso angeordnet ist wie die Abweiser am alten Grenzsignalzaun, nämlich einseitig nach Osten glaube ich da nicht so richtig daran. Wenn ich Bruno seinen Text lese muss ich sagen genauso diskutierfreudig sind wir im Politunterricht herangegangen , ja, ja wir waren schon ein „ kritisches Völkchen, wir normale Wehrdienstleistenden, ich musste aber auch nicht alles bis zum abwinken hinterfragen sondern dachte mir meinen Teil und das wahr alle Male gesünder, als dann tot an diesem Zaun zu liegen oder 3 Jahre in Schwedt zu sitzen. Wenn du dir meinen letzten Satz so richtig verinnerlichst, denke ich , du weist von was ich spreche. Halt, noch zum Schluss: Was für ein Jahrgang bist du, eventuell so einer, wie Manudave dieser jugendliche Heißsporn?

Gruß Rainer-Maria


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#12

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 02.04.2009 21:04
von Skifahrer (gelöscht)
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Hallo Rainer Maria,

zuerst mein Alter, 68 Jahre, fahre trotzdem gern Ski....

sicher sind zuwenig KZ-Wächter vor den Kadi gekommen, aber da geht es ums Prinzip,
wohl nur in wenigen Fällen wurde gegen ehem. Grenzoffiziere verhandelt, sie beriefen sich natürlich auf ihre Befehle,
aber das Argument kennt man ja von einigen Prozessen gegen die Nazirichter.
Natürlich erwarte ich von keinem Wehrpflichtigen "provokatorische Fragen", die ihm evt. Bau eigebracht hätten.

Die Ursache dieser Grenzbefestigung ist mir schon klar, aber die Tatsache, dass fast niemand einen Pass
für westliches Ausland bekam, , ist ja auch bekannt. Aber der normale Weg im souveränen Staat DDR, wie überall auf der Welt, war ja nicht möglich.

Die Hauptfrage wurde bisher von fast keinem beantwortet:
gab es nie Zweifel am Job wegen der Ausrichtung der Grenze nach Osten
wie hat man sich motiviert, wenn man schon erkannte, dass man eigentlich gegen die eigenen
Bürger auf Friedenswacht stand?

Ich finde es gut, dass sich auch eine ehem. Politoffizier gemeldet hat.

Wäre interessant, ob sich einfache Grenzer an entsprechende Fragen im Politunterricht
erinnern. wie der zweite, der auf meine Frage geantwortet hat.
Bin neugierig...

Gruss vom Skifahrer


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#13

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 02.04.2009 21:17
von manudave (gelöscht)
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@Rainer-Maria

Mit 30 noch Jungsporn...

Nur beiläufig zu deinen Nazi-Äußerungen:

Aber wo sind denn viele Nazis eigentlich noch gelandet? Genau - in deiner feinen DDR.

Wieviele hat man sofort in die östlichen Geheimdienste integriert und hat sich sehr über deren Fachwissen gefreut?

Wieviele sind sofort in diverse Ämter vorgedrungen, weil gar kein anderer da war ?

Wieviele NS-Verbrecher wurden zum Dienst bei der Stasi erpresst?

1965 waren noch 53 Alt-Nazis Abgeordnete der Volkskammer, 12 Mitglieder und Kandidaten des ZK der SED, 2 Mitglieder des Staatsrates der DDR und 5 besaßen Landesministerposten.

Also nicht nur auf dem Westen rumhacken, was die braune Vergangenheit angeht...


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#14

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 03.04.2009 09:10
von S51 | 3.733 Beiträge

Nun, Offizier war ich nicht. Aber ich denke schon, dass sich jeder dort über die eigentliche Zielrichtung klar war. Analog einer alten Soldatenregel flachsten wir manchmal, dass das alles ist, falls uns die britischen Aufklärer der BAOR (die haben sich ja auch ab und an "verirrt") demnächst auf ihrer Rückkehr aus dem Osten angreifen... Oder damit wir sie leichter kriegen...
Es ist wie eine abgelebte Ehe. Du weißt, dass die Dinge nicht gut laufen, dass es nicht um Liebe, sondern um Versorgtsein geht. Das gibt man vor sich selber jedoch nicht zu. So war es, wenn man die Zielrichtung der Sperranlagen nachdachte - falls man dies nicht doch besser vermied. Klar war der ganze Popanz gegen das eigene Volk gerichtet. Aber das hat man damit vor sich gerechtfertigt, dass der Erhalt der DDR den "Weltfrieden rettet". Denn ohne Grenze, das konnte man schon so sehen, war das Ländle gegen den Westen nicht konkurrenzfähig. Eine friedliche Lösung aber, wie sie dann kam, erschien zumindest mir unvorstellbar. Eher so etwas wie etwa zwischen Nord- und Südkorea, wo man sich gegenseitig belauert und der Krieg jederzeit wieder losgehen kann. Jedenfalls, was die große Politik betrifft. Wir begriffen uns als Puffer zwischen West und Ost, wo alles möglichst geräuschlos und zumindest scheinbar friedlich ablaufen musste. Provokationen, und dazu zählte, sorry, auch der Grenzverletzer, konnten eskalieren und mussten verhindert werden. Wohlgemerkt, dass sind Argumente, die man sich selber zimmert(e), um den Dienst dann doch mit relativ gutem Gewissen tun zu können. Das funktioniert(e) recht gut, wie in einer abgelebten Ehe eben. Oder, wie heutzutage in Afghanistan. Da ist es kein Krieg, nein. Rein humanitär ... Das Prinzip ist das Gleiche.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#15

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 03.04.2009 22:36
von Rainman2 | 5.762 Beiträge
Hallo Skifahrer,

ich hatte bereits über meine Wurzeln und über meine politischen Grundüberzeugungen etwas gesagt. Nun noch ein paar Sätze zu einer der wichtigsten Triebfedern für mich. Es waren meine Träume, Hoffnungen und Wünsche in Bezug auf eine "bessere Welt". Das auf einen Glauben zu reduzieren, wäre zu wenig. Es ging schon darum, dass die Konfrontationen beendet werden, die permanente Kriegsgefahr, die mit einer hundertprozentigen Lebensgefahr einherging. Es ging um die Kriege, den Hunger, das Elend, die koloniale Versklavung, die von der Welt verschwinden sollten. Die Ursachen dafür waren mir klar. Das Streben nach Maximalprofit. Die Ausbeutung des Menschen durch den Manschen. Das war bei uns überwunden. Aber es war nicht besiegt. Und es war nicht zu besiegen, indem man ein paar Kerzen anzündete. Wer auch immer sich von uns ab- und den anderen zuwendete, beging eine Art Fahnenflucht. Weshalb jemand in diese Länder reisen? Offizielle Gründe gut und schön. Familiäre Gründe, meinetwegen. Aber ansonsten? Zu den Feinden des Friedens und des Fortschritts? Und hier, Skifahrer, kommen wir zum eigentlichen Schlüssel der Sache.

Die Grenzbefestigungen waren nach dem eigenen Hinterland ausgerichtet. Aber für mich war das keine Drohung gegen die eigene Bevölkerung, sondern gegen die Verräter, die Feinde, die aus eigensüchtigen Motiven danach strebten, sich dem Feind anzubieten. Ich empfand diese Grenze nicht als ein Einsperren. Das "Völkergefängnis DDR" reichte nach meiner Wahrnehmung im Osten bis zum Pazifik, im Süden bis nach Afrika, im Westen bis in die Karibik. Ausgenommen die Staaten der Feinde von Frieden und Fortschritt und die Staaten der mit ihnen Verbündeten. Davon gab es leider viele, aber Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Nein, die Diskussion über die Richtung der Grenzanlagen war keine, die mir schlaflose Nächte bereitet hätte. In solchen Sachen kann man dann durchaus auch spitzfindig werden. Wenn ich den Aufbau der Staatsgrenze vergleiche mit dem Aufbau eines Munitionslagers, dann ist da schon die Frage, gegen wen richtet sich der Aufbau beim Muni-Lager? Gegen ein Eindringen von außen. Und da kommt genau wie an der Grenze zuerst das vordere Sperrelement, dann ein Kontrollstreifen, dann der Postenweg und dann erst das zu sichernde Gelände. Die Minen (SM70) - hätten wir sie westwärts anbringen sollen? In Richtung des Feindes, von wo aus sie zum einen problemlos hätte ausgelöst werden können, zum anderen wo sie eine Gefahr für Leute dargestellt hätten, die nicht gerade wissentlich in ein gesichertes Gebiet eingedrungen waren. Und der kfz.-Sperrgraben - für die meisten Fahrzeuge wäre auch in der Richtung West - Ost Schluss gewesen. Seine Form ergab sich nunmal aus der Kombination mit dem K6. Und der Signalzaun - der neue Signalzaun hatte die Abweiser in beide Richtungen.

Unter solchen Voraussetzungen bist Du aus einer rein technischen Sicht nicht zu erschüttern. Man sollte niemals die Macht der Verdrängung unterschätzen. Die einzige Diskussion die wir gegen ein Element der Grenzsicherung an der Offiziershochschule bereits intern geführt haben, war gegen die Minenanlagen SM70. Aus Sicht der Entspannungspolitik, des Ringens der DDR um diplomatische Anerkennung, waren diese Anlagen eher kontraproduktiv. Aus militärischer Sicht standen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis. Im Falle eines Angriffs von West nach Ost stellten sie kein wesentliches Hindernis dar, da sie bereits langfristig aufgeklärt waren. Für Grenzverletzer von Ost nach West wurden sie deshalb weniger gefährlich, da sie auch in dieser Richtung leicht aufzuklären und in ihrer Funktion weitestgehend als bekannt vorauszusetzen waren. Sie konnten, bei allem damit verbundenen Risiko, leicht überwunden werden. Das in diesen Diskussionen humanitäre Fragen keine Rolle spielten, zeigt heute für mich, wie stark bei uns damals schon die Fokussierung unserer Gedanken auf die reine Erfüllung des Auftrags ausgeprägt war. Wer dorthin kam, war in jedem Fall ein Feind und setzte sich, nach unserer Auffassung, zurecht der Lebensgefahr aus, vor der er lang und breit gewanrt worden war. Für uns galt: In unser Haus geht's durch die Tür und nicht durch die Wand.

Im übrigen: Wenn man erkannt hätte, dass man gegen die eigenen Bürger (also im Sinne einer Mehrheit dieser Bürger) auf Wacht stand, dann hätte man diesen Beruf nicht weiter ausübern können. Generell schließen sich der Offiziersberuf, vor allem in Einheiten diensthabender Systeme, und Zweifel an diesem Dienst unbedingt gegenseitig aus. Es gab eine Reihe von Entpflichtungen, auch einige Fahnenfluchten aus solchen Gründen heraus. Aber: Wer diente, konnte diese Zweifel nicht haben.

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
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Grenzkind1978 und der 39. haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 03.04.2009 22:41 | nach oben springen

#16

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 04.04.2009 20:26
von Skifahrer (gelöscht)
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Hallo Rainman,

das war ja eine sehr lange Erklärung,die schon etwas zur Motivation der Offiziere klarstellte.
Trotzdem gruselig, dieser Kontrast zum täglichen Leben in der DDR, Informationspolitik, Versorgung usw.

Es wird wohl bei den meisten Offizieren so gewesen sein....

Widerspruch zu "wer in unser Haus kommen will, muß durch die Tür kommen, nicht durch die Wand."
Und wer mal aus dem Haus in die freie Natur wollte, den haben die Landesväter im Auftrag der Arbeiterklasse nicht gelassen, und ihr erst recht nicht.

" es wurde ja lang und breit vor den Gefahren an der Grenze gewarnt.."

Ja wo denn ??? Ich kenne keinen Bericht der DDR-Zeitungen zu SM70, Minen, Hundelauflanlagaen, Signalzaun.
Auch der Hetzer Schnitzler vom DDR-Fernsehen verlor natürlich kein Wort darüber.

Eventuell waren vor dem Signalzaun Schilder aufgestellt, bei Dunkelheit sogar beleuchtet.... ?

Trotzdem Dank für die ausführliche Antwort, und dass es Entpfichtungen gab und Desertationen rechne ich den
Beteiligten genau so hoch an wie den Offizieren den Widerstand vom 20. Juli 1944.

Gruss von Skifahrer


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#17

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 04.04.2009 22:46
von tiroler (gelöscht)
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Hallo Skifahrer!
Dir wollte ich noch schreiben. Wird ein Volk nur mit Stacheldraht und MPi zusammengehalten,
Dann muss jeder vernünftig denkende Offizier sagen, hier ist etwas faul. Handelt er nicht, macht er sich zum Erfüllungsgehilfen von Lumpen. Die Offiziere um Stauffenberg sind auch sehr spät zur Einsicht gekommen. Sie haben aber etwas unternommen. Wo waren die Offiziere der DDR im Herbst 89? Die Revolution ging vom Volk aus! Wär damals alles schief gegangen, wäre Reimann
heute eventuell Oberst und hätte vielleicht an zeinem Messtisch rumprobiert wie er seinen
Verantwortungsbereich noch dichter macht. Geschossen hätten sie vielleicht nicht soviel.
Ihre Wirtschaftsspionage hätte ihnen zu einer hoch modernen Grenzsicherung verholfen. Ein
ehemaliges ZK Mitglied, dessen Namen ich vergessen hab, wär heute eventuell Innenminister.
Er hätte heute nicht seinen Auftritt in ARD oder ZDF. An Reiman finde ich gut, dass er sich heute vor seine ehemaligen Genossen stellt. Geht ja heute auch einfach.




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#18

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 05.04.2009 21:50
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo tiroler,

in dem Moment, wo der Offizier merkt, dass das Volk nur durch Stacheldraht und MPi zusammengehalten wird, sollte er merken, dass etwas faul ist. Das sehe ich genauso. Habe ich es so gesehen? Nein. Es gab genügend Leute, die in der Wirtschaft eher merken konnten und mussten, dass etwas, oder viel faul war. Diese Informationen drangen entweder zu uns nicht durch oder wurden uns von Unterstellten übermittelt, was wiederum aufgrund unserer Doktrin für die politische Arbeit als Mängeldiskussion zurückgewiesen wurde. Wir waren genau in dieser Richtung extrem blind. Ansonsten hatte ich ich nicht den Eindruck gehabt, dass mein Volk nur mit Stacheldraht und MPi zusammengehalten wurde. Viele waren mit dem, was da geschah, nicht einverstanden. Aber wollten sie deshalb das Land verlassen? Wer selbständig dachte, wer selbständig handelte, kam sehr schnell in Konflikte mit dem Staat. Der Staat erklärte und machte solche Leute wiederum zu Feinden. Diese Differenzierung habe ich damals nicht gesehen. Für mich war ein Feind des Staates wie der andere. In meinem politischen Glauben hatte der Staat recht und war im Recht.

Wer aber sein Leben einfach nur lebte, aus welchen Gründen auch immer nicht sonderlich politisch auftrat, vielleicht höchstens mal davon träumte, an Orte zu reisen, die er gerade nicht erreichen konnte, dessen Lebensinhalt aber nicht davon abhing, der kam eher nur versehentlich in Konflikt mit dem Staat. Solche Leute werden heute gern als Mitläufer angesehen. Für mich war diese Mehrheit damals aber so etwas wie ein Minimalkonsens zu unserer Gesellschaft. Man mag das heute werten, wie man will. Ich nehme hier zunächst zu dem Stellung, was meine Geschichte damals war, was mein Denken damals ausmachte. Viele wollten einfach ihre Ruhe haben, über die Runden kommen und wenn sie das Land verließen, wie nach der Grenzöffnung von vielen geäußert, wollten sie sogar wieder zurück - zu ihrer Familie, zu ihren Freunden, zu ihrer Arbeit.

Soviel zu dem, was ich damals dachte, oder zumindest wie ich heute mich daran erinnern kann. Da die Frage aber noch geäußert wurde, wo wir im Herbst 89 waren, soviel dazu: Ich wurde aus dem Studium heraus über den 07. Oktober an die tschechische Grenze geschickt zur Unterstützung der politischen Arbeit für die dort hektisch zusammengewürfelten Einheiten. Am 04. November waren wir, die Offiziere meiner Studiengruppe, auf dem Alex bei der Demo dabei, nicht zur Beobachtung sondern aus freien Stücken und in Übereinstimmung mit den Zielen dieser Demonstration. Das galt auch für den Grundsatz "Keine Gewalt". Insofern hätte ich nach dieser Demo kein Oberst mehr werden können. Dies wurde aber nicht mehr erprobt. Der "09. November" kam schneller als gedacht.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#19

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 06.04.2009 19:23
von tiroler (gelöscht)
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Hallo Raimann,

Viele Deiner Beiträge lese ich nun schon. Ich wünsche mir, dass viel mehr ehemalige Offiziere eine solche Ansicht wie Du vertreten. Der Versöhnung zwischen Ost
und West tät es sehr gut . Leider denken nur wenige so wie Du. Die Demo am 4.November
habe ich vor dem Fernseher erlebt. Meine Freunde und Bekannten sagen von mir, ich sei ein harter Knochen. An diesem Tag war absolute Ruhe im Wohnzimmer , nur meine Tochter
sagte plötzlich : „Vati weint“. Ich selber habe es nicht gemerkt. Ich frage mich oft
weshalb hatte ich Tränen in den Augen. War es der Mut der Menschen ? So könnte ich
manchen Grund nennen. Ich denke oft an diese Zeit. Leider ist es so, dass solche Staatsfeinde wie ich war, heute noch von ehemaligen SED-Bonzen gehasst werden. Leider geht ein solcher Streit oftmals durch die Familien.

Gruß Tiroler


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#20

RE: Was dachten die Offiziere??

in Grenztruppen der DDR 07.04.2009 00:11
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo Tiroler,
Als die Mauer fiel habe ich auch geweint,und daran gedacht niemand muss mehr sein Leben riskieren um illegal eine derartige Grenze zu überwinden. Kein Unrechtssystem hält sich ewig!
Doch ein Volk sind wir immer noch nicht! Es gibt immer noch Vorurteile und Barrieren in den Köpfen.Ich habe das Gefühl das Ex-Flüchtlinge wie wir heute noch von einigen gemieden werden.
Selbst hier im Forum habe ich manchmal dieses Gefühl. Gruß Peter(Turtle)


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