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#61

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 12.05.2016 16:30
von Krepp | 548 Beiträge | 31 Punkte
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Zitat von werner im Beitrag #48


Beim Handwerker brauchte man vor allem die richtige Währung, wenn man was wollte. Über diese Korruption sollte man mal reden.



Aber nicht doch!
Das hatten wir hier schon mal diskutiert.

[Ironie/On]
Da war doch immer nur das böse System Schuld, wie sollte (Handwerker)-man sonst die Mangelwirtschaft Überstehen
[Ironie/Off]
Ja wie? Natürlich aus Nächstenliebe und nicht zur persönlichen Bereicherung

Und ich erweitere die hier schon genannten Branchen um den Bereich Kfz-Werkstätten.

P.S. Und das hier nicht unbedingt verallgemeinern, es gab auch Handwerker die das Überhaupt gar nicht gemacht haben.
Ich kenne leider keine.



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
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#62

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 12.05.2016 18:15
von Heckenhaus | 5.824 Beiträge | 1698 Punkte
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Zitat von Krepp im Beitrag #61


P.S. Und das hier nicht unbedingt verallgemeinern, es gab auch Handwerker die das Überhaupt gar nicht gemacht haben.
Ich kenne leider keine.

Du konntest nicht überall sein.

Frage ist, haben einige Handwerkermeister tatsächlich DM verlangt während der offiziellen Tätigkeit oder waren das
eher "Forderungen" der Schwarzarbeiter oder auch Feierabendkolonnen ?
Wenn das in einigen Regionen wirklich gefordert wurde zeigt das, wie verkommen die Moral war.

Wenn das vorher angeboten wurde, wer sagt dann NEIN ?

Übrigens habe ich meinen Trabant und danach auch meine Wartburg-Fahrzeuge immer in Ostmark repariert bekommen.
Die Trabbi-Werkstatt (PGH) befand sich in Berlin, Wiesenweg (nahe Frankfurter Allee, die Wartburgwerkstatt (privat) am Containerbahnhof
Berlin Frankfurter Allee.
In den letzten Jahren dann war eine PGH in Letschin (Oderbruch) für meinen Wartburg zuständig, auch gegen Ostmark.

Gehört habe ich damals auch von DM-Geschäften, die beschränkten sich jedoch allgemein auf wenige "Spezialdinge" wie z.Bsp. Fliesen,
Badewanne, Bauholz oder andere sehr knappe Baumaterialien.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#63

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 12.05.2016 18:27
von Rainer-Maria Rohloff | 1.874 Beiträge | 1225 Punkte
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Gefordert in West also DM wurde gar nichts, so kenne ich es aus meiner Feierabendarbeitszeit beim Kunden(Fleischer, Gärtner, Gemüsemänner, Künstler...Musiker, Schauspieler, sonstige Eigenheimfritzen). Am Ende kam mancher Kunde und meinte sinngemäß..."wollen Sie es in West(logisch, bestimmter Satz umgetauscht)oder normal in Ost?"

Und Fliesenleger die ich kannte arbeiteten nach festem Stundenlohn, egal ob du Freund(Kollege) oder fremder Kunde warst.

Rainer-Maria



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#64

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 12.05.2016 18:53
von linamax | 2.170 Beiträge | 256 Punkte
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Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #63
Gefordert in West also DM wurde gar nichts, so kenne ich es aus meiner Feierabendarbeitszeit beim Kunden(Fleischer, Gärtner, Gemüsemänner, Künstler...Musiker, Schauspieler, sonstige Eigenheimfritzen). Am Ende kam mancher Kunde und meinte sinngemäß..."wollen Sie es in West(logisch, bestimmter Satz umgetauscht)oder normal in Ost?"

Und Fliesenleger die ich kannte arbeiteten nach festem Stundenlohn, egal ob du Freund(Kollege) oder fremder Kunde warst.

Rainer-Maria

Wer es glaubt wird selig .


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#65

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 12.05.2016 18:53
von werner | 1.591 Beiträge | 3 Punkte
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Zitat von Heckenhaus im Beitrag #62
Zitat von Krepp im Beitrag #61


P.S. Und das hier nicht unbedingt verallgemeinern, es gab auch Handwerker die das Überhaupt gar nicht gemacht haben.
Ich kenne leider keine.

Du konntest nicht überall sein.

Frage ist, haben einige Handwerkermeister tatsächlich DM verlangt während der offiziellen Tätigkeit oder waren das
eher "Forderungen" der Schwarzarbeiter oder auch Feierabendkolonnen ?
Wenn das in einigen Regionen wirklich gefordert wurde zeigt das, wie verkommen die Moral war.

. . . .
Gehört habe ich damals auch von DM-Geschäften, die beschränkten sich jedoch allgemein auf wenige "Spezialdinge" wie z.Bsp. Fliesen,
Badewanne, Bauholz oder andere sehr knappe Baumaterialien.




Die Frage ist bereits beantwortet: Selbstständigkeit in der DDR (3)


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
zuletzt bearbeitet 12.05.2016 18:53 | nach oben springen

#66

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 12.05.2016 18:59
von furry | 3.764 Beiträge | 337 Punkte
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Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #63
Am Ende kam mancher Kunde und meinte sinngemäß..."wollen Sie es in West(logisch, bestimmter Satz umgetauscht)oder normal in Ost?"
Rainer-Maria


Na, überlege noch mal. War es nicht doch am Anfang?


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
Krepp hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#67

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 12.05.2016 19:00
von Lutze | 8.211 Beiträge | 400 Punkte
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Zitat von Krepp im Beitrag #61
Zitat von werner im Beitrag #48


Beim Handwerker brauchte man vor allem die richtige Währung, wenn man was wollte. Über diese Korruption sollte man mal reden.



Aber nicht doch!
Das hatten wir hier schon mal diskutiert.

[Ironie/On]
Da war doch immer nur das böse System Schuld, wie sollte (Handwerker)-man sonst die Mangelwirtschaft Überstehen
[Ironie/Off]
Ja wie? Natürlich aus Nächstenliebe und nicht zur persönlichen Bereicherung

Und ich erweitere die hier schon genannten Branchen um den Bereich Kfz-Werkstätten.

P.S. Und das hier nicht unbedingt verallgemeinern, es gab auch Handwerker die das Überhaupt gar nicht gemacht haben.
Ich kenne leider keine.

Da warst du sicherlich immer nur zur falschen Zeit am falschen Ort
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#68

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 12.05.2016 19:11
von Rainer-Maria Rohloff | 1.874 Beiträge | 1225 Punkte
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Hast deine Torten beim Bäckermeister leider nicht in DM formen können, was linamax? Ja, hättste wohl besser mal ne anderen Beruf gelernt HAAAAAAAAAAAaaaaa

Aber ne, mal ne kleine Episode aus unserem "VEB Landesverteidigung und etwas besser verdienend" aus den Kasernen der GSSD. Irgendwann Anfang der 80er fing ein neuer Fliesenleger an. Der Junge war richtig gut, der schaffte in den modernisierten Soldatenküchen der Freunde Quadratmeter ohne Ende, der pfuschte(Feierabendtätigkeit) so wie wir bei X Kunden.

Ich stehe eines Morgen hinter ihm und schaue ihm beim fliesen zu. Also der Kerl wählte dermaßen breite Fugen und ich sprach ihn darauf an, da meint er so:" Du Rainer, das sind dann meine Fliesen" In dem Moment ging bei mir erst ein Licht auf...."mehr Fuge, mehr Fliesen auf den ganzen Raum gespart". Und ne, wenn ausgefugt war sah das sogar richtig gut aus...diese breite Fuge.

Rainer-Maria



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#69

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 12.05.2016 19:24
von linamax | 2.170 Beiträge | 256 Punkte
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Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #68
Hast deine Torten beim Bäckermeister leider nicht in DM formen können, was linamax? Ja, hättste wohl besser mal ne anderen Beruf gelernt HAAAAAAAAAAAaaaaa

Aber ne, mal ne kleine Episode aus unserem "VEB Landesverteidigung und etwas besser verdienend" aus den Kasernen der GSSD. Irgendwann Anfang der 80er fing ein neuer Fliesenleger an. Der Junge war richtig gut, der schaffte in den modernisierten Soldatenküchen der Freunde Quadratmeter ohne Ende, der pfuschte(Feierabendtätigkeit) so wie wir bei X Kunden.

Ich stehe eines Morgen hinter ihm und schaue ihm beim fliesen zu. Also der Kerl wählte dermaßen breite Fugen und ich sprach ihn darauf an, da meint er so:" Du Rainer, das sind dann meine Fliesen" In dem Moment ging bei mir erst ein Licht auf...."mehr Fuge, mehr Fliesen auf den ganzen Raum gespart". Und ne, wenn ausgefugt war sah das sogar richtig gut aus...diese breite Fuge.

Rainer-Maria

Du kannst dir gar nicht vor stellen was mir alles geformt haben .


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#70

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 12.05.2016 19:44
von Fritze (gelöscht)
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Wir hatten kein Westgeld und brauchten auch keine Handwerker !

Bei unserer Badewanne hat Vattern noch geübt, aber es sah passabel aus mit den Fliesen !

Selbst Waschmaschine (WM 66) wurde repariert . Dafür wurden extra Werkzeuge angefertigt !

Fällt mir gleich noch ein Witz ein .

Die Hausfrau ärgert sich über den Ehemann und sagt : "Sieh doch mal nach dem Wasserhahn, der tropft ! "
Der Kerl vom Sofa mit Bier :"Bin ick Klempner ?"
Nächsten Tag ,die Frau :"Sieh mal nach dem Lichtschalter im Flur ,der hat wohl nen Wackelkontakt ! "
Er vom Sofa : "Bin ick Elektriker ? !
Am nächsten Tag , kommt der Kerl von der Arbeit ,der Lichtschalter funktioniert, der Wasserhahn tropft nicht mehr .
Er sich wundernd : "Waren Handwerker heute hier ? "
Die Frau : "Nee ,das war der nette junge Mann von gegenüber ! Als Bezahlung wollte er entweder einen Kuchen oder ich sollte ihm zu Willen sein !"
Mann : "Und was für einen Kuchen hast du ihm gebacken ? "
Frau : "Bin ick Bäcker ? "


Rainer-Maria Rohloff, zweedi04, Lutze, werner, Niederlausitzer und Hackel39 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#71

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 12.05.2016 22:05
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KFZ Ersatzteile,wurden fast immer mit DDR M bezahlt:aber die kleine Zugabe in West gab es schon mal.


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#72

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 12.05.2016 22:27
von lhsecurity | 174 Beiträge | 73 Punkte
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Ich hatte Anfang der 90er Jahre einen Handwerker aus den neuen Bundesländern kennengelernt.
Der hatte zu DDR-Zeiten in seiner Freizeit dringend benötigte Güter wieder aufgebaut und verkauft.
Nach seinen Angaben war für ihn die DM schon immer in der DDR das alleinige Zahlungsmittel.
Seine Aussage: Ich habe in der DDR mit meinem Geld fast alles bekommen.
Ob er mich wohl richtig angeschwindelt hat?


Thinking is the hardest work there is, which is probably the reason why so few engage in it.
Henry Ford
zuletzt bearbeitet 12.05.2016 22:28 | nach oben springen

#73

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 12.05.2016 22:38
von Gert | 13.083 Beiträge | 1664 Punkte
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Zitat von lhsecurity im Beitrag #72
Ich hatte Anfang der 90er Jahre einen Handwerker aus den neuen Bundesländern kennengelernt.
Der hatte zu DDR-Zeiten in seiner Freizeit dringend benötigte Güter wieder aufgebaut und verkauft.
Nach seinen Angaben war für ihn die DM schon immer in der DDR das alleinige Zahlungsmittel.
Seine Aussage: Ich habe in der DDR mit meinem Geld fast alles bekommen.
Ob er mich wohl richtig angeschwindelt hat?

ja wenn er damit das Geld des Klassenfeindes , die DM -Deutsche Mark, meinte, hatte er recht. Ob er seinen Lebensunterhalt nur mit diesem Geld bestritt erscheint mir allerdings zweifelhaft. Ich kann es bestätigen, es war ein gutes Gefühl, eine Top Währung in der Tasche zu haben, das galt nicht nur für die DDR sondern in der ganzen Welt. Man hatte keine Sorgen auf Reisen, vor allem als dann das Eurocheckverfahren mit der Garantiesumme je Abhebung eingeführt wurde, muss so Anfang 70er Jahre gewesen sein, war man unterwegs immer flüssig. Wurde aber in der DDR nicht akzeptiert.Dort zählte nur Cash.


.🇩🇪
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
lhsecurity hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.05.2016 22:39 | nach oben springen

#74

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 12.05.2016 22:46
von lhsecurity | 174 Beiträge | 73 Punkte
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Zitat von Gert im Beitrag #73
Zitat von lhsecurity im Beitrag #72
Ich hatte Anfang der 90er Jahre einen Handwerker aus den neuen Bundesländern kennengelernt.
Der hatte zu DDR-Zeiten in seiner Freizeit dringend benötigte Güter wieder aufgebaut und verkauft.
Nach seinen Angaben war für ihn die DM schon immer in der DDR das alleinige Zahlungsmittel.
Seine Aussage: Ich habe in der DDR mit meinem Geld fast alles bekommen.
Ob er mich wohl richtig angeschwindelt hat?

ja wenn er damit das Geld des Klassenfeindes , die DM -Deutsche Mark, meinte, hatte er recht. Ob er seinen Lebensunterhalt nur mit diesem Geld bestritt erscheint mir allerdings zweifelhaft. Ich kann es bestätigen, es war ein gutes Gefühl, eine Top Währung in der Tasche zu haben, das galt nicht nur für die DDR sondern in der ganzen Welt. Man hatte keine Sorgen auf Reisen, vor allem als dann das Eurocheckverfahren mit der Garantiesumme je Abhebung eingeführt wurde, muss so Anfang 70er Jahre gewesen sein, war man unterwegs immer flüssig. Wurde aber in der DDR nicht akzeptiert.Dort zählte nur Cash.

er hatte damit scheinbar nicht seinen normalen Lebensunterhalt bestritten, sondern er verwendete es um sich "Luxusgüter" zu leisten. Außerdem war nach seinen Angaben vom Sack Zement bis zu jedem Autoersatzteil alles für ihn mit der fremden Währung zu erhalten. Er besorgte alles für einen Blauen


Thinking is the hardest work there is, which is probably the reason why so few engage in it.
Henry Ford
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#75

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 13.05.2016 08:07
von Rainer-Maria Rohloff | 1.874 Beiträge | 1225 Punkte
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Säckeweise Zement gab es auch so, in Leipzig zum Beispiel. Du musstest nur wissen, wo, und wann(Zementankstelle Schomburgkstrasse/ welcher Wochentag). Und verstärkte Papiersäcke musstest du mitbringen.Dann konntest du soviel wegschleppen, was PKW und Hänger einmalig tragen konnten.Bezahlt wurde ganz normal an der Kasse.

Mal noch ne schöne Geschichte. Ein Stück hin in der Strasse war ein alter Krauter, der reparierte alle Typen Baufahrzeuge. Dessen Geselle hatte am Wochenende stets freie Hand und die ganze Werkstatt zur Verfügung, weil alter Meister stets im Sommer Freitag Abend mit Frau ins Wochenendgrundstück in die Dahlener Heide fuhr. Dann rückten "alle Bedürftigen" mit PKW egal welchem Typ an und Geselle schraubte bis weit in die Nächte.

Der hatte auch keine Freundin, siezte den Meister und der den mitteljungen Kerl zurück.Das war immer ein richtig guter Umgang..."Äh Meister, hätten Sie mal kurz Zeit, der defekte Motor hier muss in die Ablage" Und Meister sattelte den Gabelstapler.

Rainer-Maria



Hackel39 und Niederlausitzer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#76

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 13.05.2016 09:00
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Zitat von werner im Beitrag #65
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #62
Zitat von Krepp im Beitrag #61


P.S. Und das hier nicht unbedingt verallgemeinern, es gab auch Handwerker die das Überhaupt gar nicht gemacht haben.
Ich kenne leider keine.

Du konntest nicht überall sein.

Frage ist, haben einige Handwerkermeister tatsächlich DM verlangt während der offiziellen Tätigkeit oder waren das
eher "Forderungen" der Schwarzarbeiter oder auch Feierabendkolonnen ?
Wenn das in einigen Regionen wirklich gefordert wurde zeigt das, wie verkommen die Moral war.




Die Frage ist bereits beantwortet: Selbstständigkeit in der DDR (3)

Schön, das du für ALLE sprichst. Etwas anmaßend, oder ?

Aber wenn "Bild" das vermeldet, dann wird es wohl stimmen (müssen).


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
zuletzt bearbeitet 13.05.2016 09:04 | nach oben springen

#77

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 13.05.2016 09:07
von Hanum83 | 5.688 Beiträge | 1657 Punkte
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Wir hatten eine offizielle Feierabendbrigade, war ja in der DDR gerne gesehen, ein Dienstleistungs-Land war sie ja nun nicht.
Unser Stundensatz in der tiefen Provinz war 15 Mark Ost, da wir schnell und ordentlich gebaut haben was sich rumsprach, war die Warteliste lang.
Wenn da jemand mit schlagenden Argumenten kam um eher bedient zu werden haben wir natürlich auch zugegriffen, konnten knappe Dinge sein, oder halt auch die Kohle des Klassenfeindes.
War doch damals ganz normal im allgemeinen Mangel und schließlich sollte sich ja auch die abendliche und Wochenendbuckellei lohnen.
Bei der PGH Aufbau hätten die Leute 5 Jahre auf einen Anbau warten müssen, wenn überhaupt, bei uns so 1 Jahr.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
lhsecurity, Rainer-Maria Rohloff und Niederlausitzer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.05.2016 09:11 | nach oben springen

#78

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 13.05.2016 09:13
von Fritze (gelöscht)
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Habe Anfang der 80er Jahre viel bei Eigenheimbauern mitgearbeitet ! Kann auch bestätigen ,daß Zement nicht das Problem war !
Kam fast wöchentlich bei der BHG oder der Baustoffversorgung an . Man musste nur wissen, wann !
Teilweise waren wir sogar erstaunt ,wie oft , Portlandzement (höherwertiger als Hüttenzement) ankam !
Also ,das war auch allgemein bekannt ,daß "Westgeld" viele Tore öffnete ,aber die Regel als Bezahlung war es nicht !
Naturalien waren auch saisonal begehrt und als Tauschmittel eingesetzt ! Da nennt der Insider Spargel , Aal und Wildfleisch .

Die viel beschriebene "Mangelwirtschaft" sorgte allerdings in der Ehemaligen für gewisse Beziehungs und Interessengemeinschaften .
Was ich persönlich interessant fand !
Lebensmittel habe ich bekommen ,auch in der Grillsaison ! Aber wie gesagt man hatte Beziehungen !


Heckenhaus, Rainer-Maria Rohloff und Niederlausitzer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#79

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 13.05.2016 20:13
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Um das mal von Hanum in #77 fortzusetzen. Der Onkel meiner Frau...Feuerwehrmann war in so einer Maurer-Feierabendbrigade, Ich kannte das später auch in meinem Beruf. Ihm verdankte meine Frau ihre Lehrstelle, denn genau in der Akademie, wo seine Truppe gewerkelt hatte bekam sie später ihre Lehrstelle als Laborantin.

Wir später Rohrtrassen in Kombinaten gelegt, die brauchten nur die Anzahl der Leute, ne ungefähre Zeitspanne für das Objekt, dann das was du zum werkeln brauchtest(das lag dann Abends da), du brachtest den Kleinkram mit und am Ende wurde auf ner Liste unterschrieben, das Geld ausbezahlt.

Sicherheit so Arbeitsschutz war logischerweise ..."das lag in deiner Verantwortung, denn Abends war ja sonst Keiner mehr da".

Und nicht ein Finanzamt fragte nach "Nebeneinkünften". Das war sowas von....in dieser DDR, das war deine Kohle, bar auf die Hand.

Rainer-Maria oh Mann, das war die DDR, so wunderbar unkompliziert



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#80

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 21.01.2017 04:12
von Stefan 14 | 526 Beiträge | 1031 Punkte
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Generell wurde ab 1947 fast jede Form von Selbstständigkeit bekämpft , nicht nur Betriebe, auch Pensionen ,Hotels , besonders in beliebten Ferienregionen , und dann der große Knaller die Gründung der LPG . ( Zwangskollektivierung der Bauern ).Auch ganz kleine Handwerker wurden nicht neu zugelassen. 1972 die letzten KG , Betriebe mit staatlicher Beteiligung faktisch enteignet. Es wurde meist ein Grund wie etwa Steuerhinterziehung gefunden um die Inhaber hinter Gitter zu bringen. Bei uns im Ort, Kleinstadt waren es 5.
Ab Anfang / Mitte der 80 er , als die Mängel im Handwerk und der Konsumgüterproduktion immer offensichtlicher wurden besann man sich der Privatinitiative. Mein Ziel war es von Anfang an , in meinem Beruf nur selbstständig zu arbeiten.
Ich hatte schon vorher den Meisterbrief . Sonst musste man sich verpflichten diesen in einer gewissen Zeit zu machen. Man musste beim Rat des Bezirkes einen Antrag stellen . Konzept des Gewerbes , Nachweiß entsprechender Gewerberäume ( was zu der Zeit schon ein Problem war , genau wie Wohnungen ), Qualifikation und eine Freistellung des bisherigen Betriebes.
Danach wurde geprüft, ob für das beantragte Gewerbe ein Bedarf besteht. Bedarf für Blumengeschäft bestand natürlich . ABER : Es gab nicht ein mal für die schon bestehenden Blumengeschäfte genug Blumen / Topfpflanzen. Da ich auch Gartenbauingenieur bin, machte man mir den Vorschlag , ich soll einen " Gartenbaubetrieb für Bindereierzeugnisse" gründen ( so die wörtliche Bezeichnung.). Das machte sich gut für die Meldungen nach Oben , da ich nach Erhalt der Gewerbeerlaubnis nun so und soviel Köpfe Salat , kg Tomaten , Radieschen produzierte . Alles nur auf dem Papier ! Trug aber zur Planübererfüllung bei . Diese wurden stets übererfüllt. Genau wie siegreiche " Ernteschlachten " geschlagen . Heroische Taten am Kampfplatz ( Arbeitsplatz ) vollbracht. Diese Siege konnten wir natürlich nur erringen , weil wir von der ruhmreichen Sowjetunion gelernt haben.
Ich habe mich dann so über Wasser gehalten , in dem ich für die Kunstblume Sebnitz Dinge produzierte und auch für den Großhandel der damaligen GPG Karl-Marx-Stadt. Im Tausch erhielt ich ein paar Schnittblumen , Topfpflanzen und alles Andere was es nicht oder nie genügend gab und das betraf fast Alles. Ich weiß noch , wie ich die erste Zeit im Westen dachte als ich im Gartencenter arbeitete : Das , was hier im Container landet müßte man in der DDR haben , da hätte man Millionär werden können. Dies war noch vor der "Wende".
Die Preise für individuelle Produkte musste man sich auch beim Rat des Bezirkes genehmigen lassen. Für die üblichen Dinge gab es die "Bezirkspreisregelung , korrekt : Gesetzblatt der DDR ......Nr.... weiss ich nicht mehr , aber eine Menge Preise habe ich noch im Kopf.
DM habe ich nie verlangt , wäre mir nicht in den Sinn gekommen. Aber Tauschgeschäfte wurden getätigt. Mit Gemüseläden , Handwerkern , Buchhandlung , Schallplattenladen , Fleischer ......einfach mit Allen die etwas hatten. War aber im privaten Bereich genauso.


Hallo , Grüß Gott , Glück Auf ! Möge von deutschem Boden nie mehr ein Krieg ausgehen !


Hanum83 und 1941ziger haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.01.2017 04:51 | nach oben springen


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