#61

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.02.2011 23:38
von wosch (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo
Das hier?
http://www.lovelybooks.de/suche/Bosse,%2...geldj%C3%A4ger/
Theo




..................................Genau dieses Buch, mich interessiert nur die von @Rabe angesprochene Seite 90.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#62

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.02.2011 23:42
von UNGEDIENTER (gelöscht)
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Wie war das am 13.August 1961?

So heißt doch das Thema und nicht was wäre wenn. Ich würde gerne mehr über die Fakten/Tatsachen erfahren.
Außer Thesen nichts gewesen lenkt nur davon ab, oder ist das gar beabsichtigt?


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#63

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 00:03
von wosch (gelöscht)
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"In der gegenwärtigen harten Klassenauseinandersetzung mit dem Imperialismus, in der es um Sein oder Nichtsein der Menschheit geht, sind uns die im August 1961 gewonnenen Erfahrungen von großem Nutzen. Sie stärken unsere Zuversicht, daß es möglich ist, die Agressoren bereits im Frieden zu schlagen und den Krieg zu besiegen, bevor er ausbricht.
Mit den Maßnahmen vom 13. August 1961 bewährte sich die Deutsche Demokratische Republik als erster deutscher Friedensstaat und bewies nachdrücklich, daß sie die geschichtliche Aufgabe, alles zu tun, daß von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgeht, jederzeit äusserst ernst nimmt. Die DDR erfüllte mit Unterstützung des gesamten sozialistischen Bruderbundes ihre internationale Pflicht und half durch die Sicherung der Staatsgrenze zu Westberlin und durch den verstärkten Schutz der Grenze zur BRD, den Frieden in Europa zu retten. Der präzise und ruhige Verlauf der gesamten Aktion legte Zeugnis ab von dem Vertrauen der werktätigen Bevölkerung zur Partei der Arbeiterklasse und zu ihrem sozialistischen Staat und zugleich von der Entschlossenheit und den organisatorischen Fähigkeiten der Waffenträger des Sozialismus.
Der 13. August 1961 wurde zur schwersten Niederlage des deutschen Imperialismus seit der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik"

Ohne Kommentar , hundertprozentig wörtlich zitiert aus einem weiteren Sonderheft von "WACHSAM UND ENTSCHLOSSEN" dem "Kampfblatt "Für die politische Schulung der Grenztruppen"aus dem Jahre 1986.


zuletzt bearbeitet 03.02.2011 00:04 | nach oben springen

#64

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 08:24
von eisenringtheo | 9.175 Beiträge

Zitat von wosch
"In der gegenwärtigen harten Klassenauseinandersetzung mit dem Imperialismus, in der es um Sein oder Nichtsein der Menschheit geht, sind uns die im August 1961 gewonnenen Erfahrungen von großem Nutzen. Sie stärken unsere Zuversicht, daß es möglich ist, die Agressoren bereits im Frieden zu schlagen und den Krieg zu besiegen, bevor er ausbricht.
Mit den Maßnahmen vom 13. August 1961 bewährte sich die Deutsche Demokratische Republik als erster deutscher Friedensstaat und bewies nachdrücklich, daß sie die geschichtliche Aufgabe, alles zu tun, daß von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgeht, jederzeit äusserst ernst nimmt. Die DDR erfüllte mit Unterstützung des gesamten sozialistischen Bruderbundes ihre internationale Pflicht und half durch die Sicherung der Staatsgrenze zu Westberlin und durch den verstärkten Schutz der Grenze zur BRD, den Frieden in Europa zu retten. Der präzise und ruhige Verlauf der gesamten Aktion legte Zeugnis ab von dem Vertrauen der werktätigen Bevölkerung zur Partei der Arbeiterklasse und zu ihrem sozialistischen Staat und zugleich von der Entschlossenheit und den organisatorischen Fähigkeiten der Waffenträger des Sozialismus.
Der 13. August 1961 wurde zur schwersten Niederlage des deutschen Imperialismus seit der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik"

Ohne Kommentar , hundertprozentig wörtlich zitiert aus einem weiteren Sonderheft von "WACHSAM UND ENTSCHLOSSEN" dem "Kampfblatt "Für die politische Schulung der Grenztruppen"aus dem Jahre 1986.



Der hohe Preis dafür: das Einsperren der Bevölkerung und die gigantischen Kosten für die Volkswirtschaft durch die Befestigung der Grenzen wird im Osten immer verschwiegen.
Theo


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#65

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 11:55
von Rabe (gelöscht)
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@ Theo

Einschränkung/Einsperren der Bevolkerung ist mir schon klar. Interessant wären natürlich die Kosten für die Volkswirtschaft. Hast
Du eventuell Zahlen?

Rabe


In meiner Erinnerung sind z.B. 16 Milliarden Mark Schaden für die DDR, die allein durch die Flucht von Fachkräften entstanden. Ein großer Posten dürften ebenfalls die über 50 000 Grenzgänger gewesen sein. In Ostberlin wohnen und leben - in Westberlin arbeiten.
Beim Austauschkurs von 1 Westmark in 6 Ostmark haben sie in Anspruch genommen, was ihnen nicht zustand: subventionierte
Preise für Mieten, Energie, Lebensmittel, Nahverkehr, u.a.m. Dies Monat für Monat und Jahr für Jahr.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß diese Leute den Bau der Mauer begrüßt haben


zuletzt bearbeitet 03.02.2011 12:22 | nach oben springen

#66

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 12:32
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rabe
@ Theo

Einschränkung/Einsperren der Bevolkerung ist mir schon klar. Interessant wären natürlich die Kosten für die Volkswirtschaft. Hast
Du eventuell Zahlen?

Rabe




In meiner Erinnerung sind z.B. 16 Milliarden Mark Schaden für die DDR, die allein durch die Flucht von Fachkräften entstanden. Ein großer Posten dürften ebenfalls die über 50 000 Grenzgänger gewesen sein. In Ostberlin wohnen und leben - in Westberlin arbeiten.
Beim Austauschkurs von 1 Westmark in 6 Ostmark haben sie in Anspruch genommen, was ihnen nicht zustand: subventionierte
Preise für Mieten, Energie, Lebensmittel, Nahverkehr, u.a.m. Dies Monat für Monat und Jahr für Jahr.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß diese Leute den Bau der Mauer begrüßt haben



@Rabe eine ander Alternative wäre aber auch gewesen, diese Politik so zu verändern dass die Leute bleiben und keiner abhaut, also eine attraktive Wirtschaftspolitik und Gesellschaftspolitik anbieten. Dann wäre die Mauer obsolet gewesen. Ich denke so wird ein Schuh daraus, Rabe, oder ?

Viele Grüße aus dem Rheinland


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#67

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 12:49
von Rabe (gelöscht)
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@ Gert,

ernsthaft, wer hätte die Politik denn ändern sollen oder können? Ich war doch erst 14 Jahre alt!

Rabe


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#68

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 12:56
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Gert
@Rabe eine ander Alternative wäre aber auch gewesen, diese Politik so zu verändern dass die Leute bleiben und keiner abhaut, also eine attraktive Wirtschaftspolitik und Gesellschaftspolitik anbieten. Dann wäre die Mauer obsolet gewesen. Ich denke so wird ein Schuh daraus, Rabe, oder ?



Ich denke dies war durchaus auch das Ziel und die Mauer war sicher bei ihrem Bau nicht für die ewigkeit geplant. Das es letztendlich so kam ist beschämend genug. Aber gab es nicht auch äußere Einflüsse und Kräfte die, neben den eigenen Unvermögen und Unzulänglichkeiten, aktiv darauf hinwirkten eben solche Erfolge der sozialistischen Staaten zu verhindern?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#69

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 13:11
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Rabe
@ Theo

Einschränkung/Einsperren der Bevolkerung ist mir schon klar. Interessant wären natürlich die Kosten für die Volkswirtschaft. Hast
Du eventuell Zahlen?

Rabe


In meiner Erinnerung sind z.B. 16 Milliarden Mark Schaden für die DDR, die allein durch die Flucht von Fachkräften entstanden. Ein großer Posten dürften ebenfalls die über 50 000 Grenzgänger gewesen sein. In Ostberlin wohnen und leben - in Westberlin arbeiten.
Beim Austauschkurs von 1 Westmark in 6 Ostmark haben sie in Anspruch genommen, was ihnen nicht zustand: subventionierte
Preise für Mieten, Energie, Lebensmittel, Nahverkehr, u.a.m. Dies Monat für Monat und Jahr für Jahr.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß diese Leute den Bau der Mauer begrüßt haben




.............................................Hallo Rabe, läßt der Wunsch zum Umtauschen der DDR-Währung in "harte" DM nicht auch darauf schließen, wie es in der DDR wirklich mit den wirtschaftlichen Verhältnissen aussah? Bestimmte Sachen des täglichen Bedarf´s gab es doch so gut wie nicht in der DDR und wer sich ein paar schöne Schuhe, ´ne Fahrradkette, ´ne Cordhose oder sonst was kaufen wollte, fuhr doch als Ostberliner gleich nach "Gesundbrunnen" um sich Enttäuschungen zu ersparen und dafür tauschte er eben seine Mark in DM um.
Warum sorgte die DDR eigentlich nicht dafür, daß ihre Währung international gesehen,einen besseren "Stellenwert" erhielt und eine MDN dem Wert einer DM entsprach? War sie nicht nach eigenen Angaben der Staat der wirtschaftlich gesehen, den Anspruch erhob, sich an oder unter den 10 stärksten Staaten der Welt zu befinden?! Viele Derer, die sich heute noch über den sogenannten "Schwindelkurs" mokieren, haben seinerzeit nach jeder Möglichkeit gegriffen um in den Besitz der "zweiten" DDR-Währung zu kommen, mich hatte man sogar im Jahre 1984 mit einem, mit zwei NVA-Soldaten besetzten, NVA-Barkas in Ermangelung eines Taxis, für einen 50,-DM Schein mit meinem nicht mehr gehfähigen "Saufkumpel zu ihm nach Hause gefahren. Der zweite Barkas fuhr zur "Absicherung" der Transaktion hinterher!. Ich bin mir jetzt nicht sicher, aber es konnten sogar Angehörige der grünen Waffenfarbe gewesen sein, Ludwigslust war ja ein "Grenzkreis". Obwohl es nicht direkt mit dem 13. August zu tun hat, glaube ich aber es könnte eine Antwort auf "Rabe´s" Ausführung zum Thema "Geldumtausch" sein.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#70

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 13:44
von eisenringtheo | 9.175 Beiträge

Ein freier Wechselkurs setzt voraus, dass es nur wenig staatlich festgesetzte Preise gibt und vor allem die Preise der beweglichen Konsumgüter durch Angebot und Nachfrage gebildet werden. Wenn das nicht der Fall ist, verschwinden die nach Marktpreisen zu billigen Güter vom Markt und die zu teuren verstopfen die Regale. Im Falle offener Grenzen wandert deshalb das volkswirtschaftliche Vermögen ab, weil die Touristen dort einkaufen, wo es am billigsten ist, bis 1961 die Westberliner in Ostberlin. Der für die DDR Bürger sehr ungünstige Schwarzmarktkurs DM-MDN ergab sich aus dem Umstand, dass Ein- und Ausfuhr sowie das Umtauschen von MDN (ausg. bei den Banken der DDR) verboten war.
Theo


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#71

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 13:51
von Alfred | 6.849 Beiträge

Wosch,

bis wann gab es in Ost und West die identische Währung und wer führte denn als erstes eine neue Währung ein ?


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#72

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 13:56
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred
Wosch,

bis wann gab es in Ost und West die identische Währung und wer führte denn als erstes eine neue Währung ein ?





.....................................Schönen Gruß aus Kassel.


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#73

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 14:06
von Alfred | 6.849 Beiträge

Wosch,

ich helf doch gern.

Zum 21.Juni 1948 wurde die DM in den Westzonen als Zahlungsmittel eingeführt.

Bis dahin gab es eine Währung, dem damals Osten in der Beziehung etwas vorzuhalten ist wohl nicht korrekt-


zuletzt bearbeitet 03.02.2011 14:06 | nach oben springen

#74

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 14:12
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von eisenringtheo
Ein freier Wechselkurs setzt voraus, dass es nur wenig staatlich festgesetzte Preise gibt und vor allem die Preise der beweglichen Konsumgüter durch Angebot und Nachfrage gebildet werden. Wenn das nicht der Fall ist, verschwinden die nach Marktpreisen zu billigen Güter vom Markt und die zu teuren verstopfen die Regale. Im Falle offener Grenzen wandert deshalb das volkswirtschaftliche Vermögen ab, weil die Touristen dort einkaufen, wo es am billigsten ist, bis 1961 die Westberliner in Ostberlin. Der für die DDR Bürger sehr ungünstige Schwarzmarktkurs DM-MDN ergab sich aus dem Umstand, dass Ein- und Ausfuhr sowie das Umtauschen von MDN (ausg. bei den Banken der DDR) verboten war.
Theo




.................................Nun Eisenringtheo, an "vollgestopfte" Regale hätte sich der DDR-Bürger erst mal gewöhnen müsen, für höherwertige teure Waren hatte man bis dahin ja teilweise Wartezeiten von mehreren Jahren in Kauf nehmen müssen. Ich denke nicht daß das Problem einfach zu lösen gewesen wäre ohne aus der Umklammerung der gegenseitigen "Wirtschaftshilfe" der sozialistischen Bruderstaaten auszubrechen.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#75

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 14:36
von eisenringtheo | 9.175 Beiträge

Zitat von wosch
(..)Nun Eisenringtheo, an "vollgestopfte" Regale hätte sich der DDR-Bürger erst mal gewöhnen müsen, (...)


In den achtziger Jahren gab es überall riesige Warenhäuser mit endlos vielen Ladenhüter. RFT Abteilungen mit vielen,vielen Farbfernsehern für 5000 M. Die Leute kauften Junost Schwarzweiss, wenn es mal welche gab. Aber nicht etwa weil die Farbfernseher zu teuer waren, nein für die grossen Möbel war zuhause angeblich zuwenig Platz.
Vollgestopfte Regale gab es auch im Konsum: ungewaschene Kartoffeln bis zum Abwinken und Konservendosenstapel bis zwei Meter Höhe. Wenn ein Kunde beim Vorbeigehen versehentlich anstiess, musste das Personal eine Stunde lang neu stapeln.
Theo


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#76

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 14:57
von Gert | 12.354 Beiträge

Ein Grundvorwurf, der hier immer wieder anklingt, ist der , dass die 3 Westzonen im Juni 48 die DM einführten. Soweit so gut. Das war aber zunächst nur bedrucktes Papier. Daraus resultiert noch nicht der Wert der Währung, also der Kaufkraft. Diese Kaufkraft wird erst durch ein entsprechendes Warenangebot geschaffen, mit dem die Währung hinterlegt ist. Das ist das wichtigste an der Währung.
Kurz nach der Einführung der DM hat die DDR dann die MDN eingeführt. Ofensichtlich ist aber das"Wirtschaftswunder", das der DM erst ihre Attraktivität verlieh, in der DDR nicht nicht eingetroffen. Das bedeutet, dass die DDR eigentlich nicht die Einführung der DM geisselt sondern den Westzonen vorwirft, das bessere und leistungsfähigere Wirtschaftssystem zu haben. Das kann aber so nicht angehen. Man hätte sich anstrengen sollen und ein ähnliches effektives Wirtschaftssystem schaffen müssen, dann wäre auch die MDN eine gefragte Währung geworden. Die Politiker haben es aber anders gewollt, und so blieb es eine wenig oder gar nicht gefragte Währung, z.B auch mit Wechselkursen bis 1 : 10. Dieser Kurs ist der Ausdruck in Zahlen für den realen Wert der Währung.

Viele Grüße aus dem Rheinland


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
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#77

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 15:06
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von eisenringtheo

Zitat von wosch
(..)Nun Eisenringtheo, an "vollgestopfte" Regale hätte sich der DDR-Bürger erst mal gewöhnen müsen, (...)


In den achtziger Jahren gab es überall riesige Warenhäuser mit endlos vielen Ladenhüter. RFT Abteilungen mit vielen,vielen Farbfernsehern für 5000 M. Die Leute kauften Junost Schwarzweiss, wenn es mal welche gab. Aber nicht etwa weil die Farbfernseher zu teuer waren, nein für die grossen Möbel war zuhause angeblich zuwenig Platz.
Vollgestopfte Regale gab es auch im Konsum: ungewaschene Kartoffeln bis zum Abwinken und Konservendosenstapel bis zwei Meter Höhe. Wenn ein Kunde beim Vorbeigehen versehentlich anstiess, musste das Personal eine Stunde lang neu stapeln.
Theo





..................................Nun, ich kannte diese "riesigen" Warenhäuser in den 80ern nur aus den Großstädten. Auf meinen Besuchen in den mecklenburger Kreisstädten "Parchim" und "Ludwigslust" sind diese mir nicht begegnet. Farbfernseher zu einem Preis von 5000/6000 Mark wurden wahrhaftig nicht alle paar Jahre neu angeschafft und man konnte sie bei Bedarf gleich mitnehmen, bei ,ner Waschmaschine konnte man aber auch schon mal ´ne Wartezeit von 1/2 Jahren auf sich nehmen. Dein Hinweis auf die Kartoffeln in allen Ehren, aber wie sah es zum Beispiel mit (nein, keine Angst, ich komme jetzt nicht mit Bananen) mit ´ner einfachenen Birne aus, gab es die auch stapelweise in den Geschäften? Wenn meine Schwester dienstlich nach Berlin mußte, hatte sie auch immer einen Wunschzettel von Kollegen mit, auf dem stand, nach was sie die Augen aufhalten sollte, Ich war ein paar Mal mit und konnte mich von den "reichhaltigen" Angeboten überzeugen, In der Markthalle unter der S-Bahn kaufte Sie Bohnenkonserven im Glas, deren Inhalt eigentlich nicht mehr zum Verzehr geeignet schien, in der BRD hätte die man nicht mehr angeboten, sondern weggeschmissen. Von diesen Bohnen standen allerdings jede Menge herum.Damit es nicht weiter OT wird, soll es genug sein, aber auch das gehört zu den Errungenschaften nach dem Bau der Mauer.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#78

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 16:20
von Sonne | 510 Beiträge

Zitat von wosch
[quote="Major Tom"]Allgemein ist ja bekannt dass die Sektorengrenzen zu West-Berlin in den Morgenstunden des 13.August 1961 durch Grenzsoldaten gesperrt und Grenzanlagen gebaut wurden. Wie hat sich das nun an der Grenze DDR-BRD abgespielt, davon hört und liest man sehr wenig. Ging man da genauso vor wie in Berlin oder gab es dort noch eine Zeitlang eine grüne Grenze und nach und nach erst wurde mit dem Bau der Grenzanlagen begonnen?




..........................................Die sogenannte "Grüne Grenze" war auch schon vor dem Bau der Berliner Mauer so gut wie dicht. Sperrgebiet und Sperrzone bestanden, ebenso wie Kontrollstreifen, Stacheldraht und Wachtürme. Berlin war bis zum 13. August im Grunde genommen das einzige Schlupfloch und wurde auch vom größten Teil der Republikflüchtlinge als solches bevorzugt angenomment. Nach der Sicherung der Grenze in Berlin wurden die alternativen Fluchtwege über die Grüne Grenze durch die verschiedensten Maßnahmen immer mehr beschnitten, so daß für eine Flucht über diese Grenze schon eine ganz gehörige Portion Verzweifelung, Mut und Abgeklärtheit vonnöten war. Alles Andere bei der Ausführung war Adrenalin pur.


Grüne grenze ab 1961 wie war denn da die Sicherung????? Ich hatte immer gedacht das man unmittelbar danach noch bequem abhauen konnte????
Ich selbst war ab September 1966 an der Grenze von da an weiß ich wie es lief-aber vorher ???
Wer war 1961-bis 66 an der grünen Grenze ???


Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.
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#79

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 17:15
von Rabe (gelöscht)
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Hallo,

nach meiner unmaßgeblichen Meinung verfehlen wir mit den letzten Beiträgen leicht das Thema: Wie war das am 13.08.1961?
Wäre es nicht günstiger, zu diesen Problemen ein neues Thema aufzumachen, wenn es nicht schon eins gibt?

Ich möchte zurück auf meine These kommen, daß zum damaligen Zeitpunkt a u c h eine militärische Bedrohung durch den " Westen " von der DDR - Führung empfunden werden konnte. Ich hatte meine These versucht, mit Äußerungen von F.J. Strauß
zu untermauern. Die von mir genannte Quelle fand jedoch keine Akzeptanz.
( @ Wosch - die Seite 90 kann ich nicht hier einstellen, habe technische Anwendungsmängel. Meine Versuche den Computer in
der letzten Woche zu überlisten, haben mich insgesamt 250 Euronen gekostet. Nun bin ich sehr vorsichtig. )
Nun versuche ich meine These weiter zu stützen und hoffe, daß die nächsten zwei Quellen mehr Glaubwürdigkeit rüberbringen.
In der Zeitung " Neue Züricher Zeitung " vom 30.06.1961 teilt General Heusinger mit, daß sieben Divisionen bereit sein, gegenüber der DDR "... unvorzüglich jede Mission auszuführern...".
In der " Bonner Rundschau " vom 09.07.1961 stand die Meldung, daß man im Stande sei "... alle Mittel des Krieges, des Nervenkrieges und des Schießkrieges anzuwenden. Dazu gehören nicht nur herkömmliche Streitkräfte und Rüstungen, sondern auch die Unterwühlung, und das Anheizen des inneren Widerstandes, die Arbeit im Untergrund, die Zersetzung der Ordnung, die
Sabotage, die Störung von Verkehr und Wirtschaft, der Ungehorsam, der Aufruhr...".
Alles sehr zeitnah zum 13.08.1961.

Wie verbrachten aber die mächtigsten Herren des Westens ihre Tage, als die DDR ihre Maßnahmen am 13.08.1961 durchführte?
Wenn ich mich erinnere, war Präsident Kennedy segeln, Premierminister Mc Millen jagte Tage Moor - Enten, De Gaulle erholte sich
auf seinem Sommersitz und Adenauer setzte seine Wahlkampfreise fort.

Zum Abschluß meiner Beiträge zu diesem Thema, kann ich es mir nicht verkneifen noch eine Quelle ( die sicherlich wieder nicht
allen Ansprüchen gerecht sein soll ) zu zitieren. In: Ich war Mitarbeiter von Wilhelm Pieck schreibt Kurt Andrä ( ISSN 1433-6375
PPI/ Eigenverlag und Vertrieb " Wilhelm Pieck " 2003 ):

Der Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses des USA - Senats, Fulbrigth, erklärte: "... die Ostdeutschen haben das Recht,
ihre Grenzen zu Westberlin zu schließen..."

Rabe


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#80

RE: Wie war das am 13.August 1961?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.02.2011 19:14
von eisenringtheo | 9.175 Beiträge

Zitat von Rabe
Hallo,(...)

Der Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses des USA - Senats, Fulbrigth, erklärte: "... die Ostdeutschen haben das Recht,
ihre Grenzen zu Westberlin zu schließen..."

Rabe




http://en.wikipedia.org/wiki/J._William_Fulbright

"On 30 July 1961, two weeks before the erection of the Berlin Wall, Fulbright said in a television interview, "I don't understand why the East Germans don't just close their border, because I think they have the right to close it." [8]. It has been suggested that President Kennedy asked Fulbright to make this statement as a way of signaling to Soviet leader Nikita Khrushchev that the building of a wall would be viewed by the United States as an acceptable way of defusing the Berlin Crisis."

Diese Aussage war das "grüne Licht" an die DDR und Moskau für den Mauerbau. Nachher ging es dann ziemlich rasch.
Theo


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