#161

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 28.04.2016 14:23
von Josef | 631 Beiträge

Hallo zusammen,

wenn man alte DDR-Serien schaut (die Johanna von der Berliner Straßenbahn) oder diese Schrebergartenserie mit dem alten Köfer oder Zur See oder diese Interflugserie oder auch den Polizeiruf, dann merke ich als Nachgeborener, dass es - mal angerechnet, dass das natürlich Serien waren, die das Politbüro wahrscheinlich so sehen wollte -, also ich merke: Die Betriebskultur war eine andere. Es wurde viel mehr im Kollektiv entschieden.

Es gab natürlich auch Weisungen von oben, aber die Umsetzung zog dann offenbar Diskussionen nach sich. Wie diese tatsächlich geführt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber interessant ist das schon. So viel diskutiert wird heute nicht, da wird gemacht, was der Chef sagt und basta, sonst kannst Du gehen und Deine Brötchen woanders suchen.

Vielleicht ist dieses Entscheiden im Kollektiv von Betrieben vielleicht das Demokratischste an der DDR?

Gruß, Josef


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#162

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 28.04.2016 14:44
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
für alle Staaten gilt wohl mehr oder weniger, wenn es an das "Eingemachte" geht, dann ist Ende mit Demokratie und lustig, manchmal entscheidet das "Papa"!

Ob Polen, Soldarnosc und Jaruselski, Griechenlands Obristen, Italien Strategie der Spannung, 17.06.1953 in der DDR, US-Intervention in Grenada, Prager Frühling usw.

Der Untergang des Warschauer Pakt, Gorbatschow, 9.11.1989 usw. ist eher die historische Ausnahme.



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#163

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 28.04.2016 23:12
von Kalubke | 2.294 Beiträge

Zitat von Josef im Beitrag #161
Hallo zusammen,

wenn man alte DDR-Serien schaut (die Johanna von der Berliner Straßenbahn) oder diese Schrebergartenserie mit dem alten Köfer oder Zur See oder diese Interflugserie oder auch den Polizeiruf, dann merke ich als Nachgeborener, dass es - mal angerechnet, dass das natürlich Serien waren, die das Politbüro wahrscheinlich so sehen wollte -, also ich merke: Die Betriebskultur war eine andere. Es wurde viel mehr im Kollektiv entschieden.

Es gab natürlich auch Weisungen von oben, aber die Umsetzung zog dann offenbar Diskussionen nach sich. Wie diese tatsächlich geführt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber interessant ist das schon. So viel diskutiert wird heute nicht, da wird gemacht, was der Chef sagt und basta, sonst kannst Du gehen und Deine Brötchen woanders suchen.

Vielleicht ist dieses Entscheiden im Kollektiv von Betrieben vielleicht das Demokratischste an der DDR?

Gruß, Josef


Das haste gut beschrieben. Früher in der DDR durfteste zum Betriebsdirektor "A...loch" sagen, da ist Dir nicht allzuviel passiert. Aber wehe wenn Du das zur obersten Führungsriege gesagt hat, da warste gleich der Feind. Heute ist das genau umgekehrt. Da gibt es in den Firmen viele kleine kleinbürgerliche Könige, die Dich gleich in Deiner Existenz bedrohen, wenn Du die in Frage stellst oder ihre sich meistens selbst zuerkannten Autoritäten anzweifelst.

Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 28.04.2016 23:14 | nach oben springen

#164

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 29.04.2016 09:13
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

In großen Unternehmen kann das auch anders gehen. Dort kommt es z. B. bei Firmenumbauten vor, daß die Manager ausgepfiffen werden, daß Einzelne sich in der Art zu Wort melden. Organisiert wird das vom Betriebsrat.

Daß sich die Manager herauswinden und meist doch machen, was sie wollen, das steht auf einem anderen Blatt.
Aber harte Kritik ist möglich.

Andererseits ändert sich das mit den straflosen verbalen Angriffen auf die Politkaste gerade.

zur DDR:
Wie heute die Nazi-Keule wurde damals bei betrieblichen Problemen gern von Oben die Politkeule geschwungen.
D.h., Beschwerden über Betriebszustände wurden zur "Klassenfrage" stlilisiert, um Kritik abzuwürgen.
Das sollte man beim Gesamtbild nicht vergessen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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zuletzt bearbeitet 29.04.2016 09:18 | nach oben springen

#165

RE: Wie rechtfertigte die DDR ihren Anspruch, eine Demokratie zu sein?

in DDR Politik Presse 29.04.2016 19:06
von Kalubke | 2.294 Beiträge

Beim Sinnieren über das Thema ist mir ein alter DDR-Witz eingefallen mit der damals typischen doppelbödigen Ironie:

"Warum ist das Klo-Papier in der DDR so rauh? Damit auch das letzte Arschloch rot wird!"

Gruß Kalubke



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