#41

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 18:58
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Gert
... Wem nützte das alles ? Ich mein das hat ja auch eine Menge Geld gekostet, ...



Bitte, lies dir noch mal durch, wen es betraf.
Es nützte der Sicherheit des Landes durch den sicheren Transport empfindlicher Informationen, es nützte durch das diplomatische Umgehen öffentlicher Fallstricke auch dem friedlichen Zusammenleben der Menschen an einer Trennlinie der Systeme, die sich offiziell durchaus sehr feindlich gegenüberstanden. Trotzdem aber miteinander redeten.
Und "Bond"!!! Bitte, "da" passiert dauernd etwas. In der Realität passierte nichts, gar nichts oder doch fast nichts. Das ist ein Riesenunterschied.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


nach oben springen

#42

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 19:28
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Tönt schon oft sehr abenteuerlich. Wieso konnte man den Leuten nicht einfach gut gefälschte Dokumente mit den richtigen DDR Visa auszustellen und sie in Friedrichstrasse in einen Zug in die BRD zu setzen?
Theo


nach oben springen

#43

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 19:35
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Tönt schon oft sehr abenteuerlich. Wieso konnte man den Leuten nicht einfach gut gefälschte Dokumente mit den richtigen DDR Visa auszustellen und sie in Friedrichstrasse in einen Zug in die BRD zu setzen?
Theo



Schon mal von den Reisewegsuchmaßnahmen "Krokus" und "Wacholder" des BfV gehört ?



nach oben springen

#44

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 19:55
von Chaymos | 314 Beiträge

wie S51 hier schon geschrieben hat und auch weitgehend erklärt hat wie es mit Schleusungen geht ,möchte ich hier mal ein Erlebnis anführen das nicht unmittelbar mit einer Schleusung zu tun hat, aber mit unseren Informanten(Agenten)wie immer sie auch genannt wurden, auf dem Gebiet der BRD.
Ich wurde damals als Fotodokumentationsposten und gleichzeitiger Sicherungsposten der Holzfällarbeiten direkt an der Grenzlinie eingesetzt.Diese Forstarbeiten standen unter ständiger Beobachtung aller Grenzüberwachungsorgane,so das der BGS eine streife ständig vor Ort hatte.An diesem Tag war es sehr Nebelig und nieselregen machte seine runde,aus irgendeinem Grund wurden die Arbeiten für diesen Tag abgesagt und ich als Posten sollte auf dem Kolonnenweg handeln unter berücksichtigung der weiteren Aufklärung von Handlungen auf dem Gebiet der BRD.Vom Kolonnenweg konnte man gerade so die Grenzlinie erkennen und Menschen nur schenemhaft warnehmen ,mein Antrag bei der Führungsstelle vor dem zaun zu handeln wurde abgelehnt ,also liefen wir zwischen dem Dreieckigen Pfahl und der großen Gasse die man für die Forstfahrzeuge angelegt hatte ,hin und her.Nach etwa 3 stunden suchten wir einen bequemen Beobachtungsplatz im gelände wo wir alles einsehen konnten und fanden einen auch .Da es lange ruhig war, werder BGS noch Urlauber in diesem sonst so frequentierten Bereich war ,dachten wir es wird eine müde schicht ,denkste .Der Nebel riss auf die sonne kam plötzlich durch und das wetter besserte sich .Kaum war das geschehen sahen wir eine einzelne Person die Grenzlinie langkommen ,es war kurz vor 10.00 uhr ,diese person lief sehr schnell und hastig immer die grenzlinie lang ,was unsere neugier weckte was er wohl vor hat.Er lief ein oder 2 mal bis an den grenzzaun und dann wieder zurück ,da mussten wir handeln da man das hoheitsgebiet verletzt hatte .Der mann wiegte sich scheinbar noch in sicherheit da er niemanden von den Gt gesehen hatte ,bis eine fußstreife des BGS auftauchte ,was ihn sehr nervös zu machen schien .Er versuchte zu verschwinden und es gelang ihm auch .Meine anfrage wieder auf das vorgelagerte gebiet zu gehen wurde nach schilderung meiner beobachtuing abgelehnt .Mein befehl hieß "weiter beobachten und KEINE fotos machen "Jedenfalls verzeichnetten wir eine erhöhte aktivität des BGS und auch unsere organe reagierten .Mir Befahl man dann auf einmal den gesamten bereich zuverlassen ,denn "schneewittchen kommt und kümmert sich ".Ich war noch nichtmal richtig unterwegs hörte ich über das Grenzmeldenetz das schneewittchen in den abschnitt eingefahren ist.Also schaute ich mal mit dem fernglas wo sie hinwollten ,obwohl ich eigentlich nix beobachten sollte. Leider sah ich niemanden nur einen uaz auf der Bahnlinie halten und da zu diesem zeitpunkt wieder nebel aufzog ,konnte ich nicht mehr sehen wa sgenau passierte.Jedenfalls war dieser bereich auf einmal übersäht mit Angehörigen des BGS und es gab dannach auch eine Luftaufklärung mit einer aluette 2.Also war irgendetwas im Busch.Was zwischen zeitlich in diesem bereich passierte entzieht sich meiner kenntniss.Nach sage und schreibe langen 4 stunden ,waren dann auch die Forstarbeiter vorort und meine eigentliche Sicherungsaufgabe begann unter "Aufsicht "des BGS und GZD.Ich beobachtete einen VW Bus der sich der Barriere näherte da er auf einem provisorisch befesttigten schotterweg fuhr und alles durch den regen aufgeweicht war ,rutschte er in einen graben und kam nicht mehr von der stelle ,auch die anderen BGS angehörige konnten dieses Fahrzeug nicht auf den weg zurückbringen .Jetzt bot mir einer der Forstarbeiter an das Fahrzeug rauszuholen ,ja fein dachte ich dazu müsste er auf das Gebiet der BRD fahren und somit die Grenze verletzen ,hmmm da war guter rat teuer,ich weiß das es gesetzes regelungen gab die das erlaubten ,so schnell konnte ich nicht schauen da war er mit seinem LKT los seilwinde rann an den Bus und ab gings und er kam schnell wieder zurück ,ich dachte jetzt hast du ein arges Problem ,da es für diese handlung des zivilisten eigentlich keine genehmigung gab .Der Fahrer sagte mir dann ,mann der Oberst war aber nett ,da fragte ich genauer nach welcher Oberst ,da meinte er na der mit den breiten goldenen Schulterstücken und den Sternen drauf .Au backe dachte ich ein Kommandeur des BGS vor Ort und keiner hats gemerkt nicht mal ich als Fotoposten und keine Fotos davon ,das gibt ärger und so war es auch .

was ich sagen will mit diesem erlebniss das es scheinbar bei uns im Abschnitt regelmäßig zum Austausch von Informationen durch ablegen im sogenannten "toten Briefkasten" und vielleicht auch Leuten gab wovon wir nix wissen sollten


02.11.1982-22.04.83 US6 Perleberg
22.04.1983-02.09.83 US6 Perleberg (Meisterlehrg.-GAK Ausbildg.)
02.09.1983-30.09.85 GR.20/2.GB/7.GK Schierke
01.10.1985-29.08.86 OHS Suhl Fähnrichlehrgang
30.08.1986-26.08.89 GR.20/2GB/7.GK Schierke
26.08.1989-11.09.89 GR.20/Stab 2.GB Stellv.GAK
11.09.1989-30.09.90 GR.20/2GB/7.GK Schierke


IM Kressin und MHL-er haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.01.2011 20:06 | nach oben springen

#45

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 20:31
von Chaymos | 314 Beiträge

Zitat von S51

Es nützte der Sicherheit des Landes durch den sicheren Transport empfindlicher Informationen, es nützte durch das diplomatische Umgehen öffentlicher Fallstricke auch dem friedlichen Zusammenleben der Menschen an einer Trennlinie der Systeme, die sich offiziell durchaus sehr feindlich gegenüberstanden. Trotzdem aber miteinander redeten.
.


Ich möchte mit der schilderung sagen das es gang und gebe war im Oberharz einfach wichtige informationen zutauschen auf die eine oder andere art ,aber auch agenten oder informanten .


02.11.1982-22.04.83 US6 Perleberg
22.04.1983-02.09.83 US6 Perleberg (Meisterlehrg.-GAK Ausbildg.)
02.09.1983-30.09.85 GR.20/2.GB/7.GK Schierke
01.10.1985-29.08.86 OHS Suhl Fähnrichlehrgang
30.08.1986-26.08.89 GR.20/2GB/7.GK Schierke
26.08.1989-11.09.89 GR.20/Stab 2.GB Stellv.GAK
11.09.1989-30.09.90 GR.20/2GB/7.GK Schierke


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#46

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 20.01.2011 21:58
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von Chaymos
Jedenfalls war dieser bereich auf einmal übersäht mit Angehörigen des BGS und es gab dannach auch eine Luftaufklärung mit einer aluette 2.Also war irgendetwas im Busch.Was zwischen zeitlich in diesem bereich passierte entzieht sich meiner kenntniss.Nach sage und schreibe langen 4 stunden ,waren dann auch die Forstarbeiter vorort und meine eigentliche Sicherungsaufgabe begann unter "Aufsicht "des BGS und GZD.Ich beobachtete einen VW Bus der sich der Barriere näherte da er auf einem provisorisch befesttigten schotterweg fuhr und alles durch den regen aufgeweicht war ,rutschte er in einen graben und kam nicht mehr von der stelle ,auch die anderen BGS angehörige konnten dieses Fahrzeug nicht auf den weg zurückbringen .Jetzt bot mir einer der Forstarbeiter an das Fahrzeug rauszuholen ,ja fein dachte ich dazu müsste er auf das Gebiet der BRD fahren und somit die Grenze verletzen ,hmmm da war guter rat teuer,ich weiß das es gesetzes regelungen gab die das erlaubten ,
Welche sollten dies gewesen sein?

so schnell konnte ich nicht schauen da war er mit seinem LKT los seilwinde rann an den Bus und ab gings und er kam schnell wieder zurück ,ich dachte jetzt hast du ein arges Problem ,da es für diese handlung des zivilisten eigentlich keine genehmigung gab .Der Fahrer sagte mir dann ,mann der Oberst war aber nett ,da fragte ich genauer nach welcher Oberst ,da meinte er na der mit den breiten goldenen Schulterstücken und den Sternen drauf
Ah Ja!
http://de.wikipedia.org/wiki/Amtsbezeich...esgrenzschutzes

.Au backe dachte ich ein Kommandeur des BGS vor Ort und keiner hats gemerkt nicht mal ich als Fotoposten und keine Fotos davon ,das gibt ärger und so war es auch .

was ich sagen will mit diesem erlebniss das es scheinbar bei uns im Abschnitt regelmäßig zum Austausch von Informationen durch ablegen im sogenannten "toten Briefkasten"
Auf welche Aussage im Beitrag bezieht sich diese Mitteilung?
und vielleicht auch Leuten gab wovon wir nix wissen sollten


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 20.01.2011 21:59 | nach oben springen

#47

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 21.01.2011 03:31
von dremi (gelöscht)
avatar

Hallo "chaymos"
Nach meiner jahrelangen Erfahrung, bin ich jetzt ganz unsicher ob ich wirklich an der GRENZE gedient habe.
Bei euch scheint alles anders gewesen zu sein als DV`s es im wagesten erlaubt hätten.
Kurze Frage: Wart ihr auch nach Dienstschluß, oder im Ausgang im " Westen " einkaufen?

Gruß dremi

PS: Vielleicht war oder ist Schirke so gefragt?


nach oben springen

#48

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 21.01.2011 03:58
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von dremi
....Wart ihr auch nach Dienstschluß, oder im Ausgang im " Westen " einkaufen?
...



Nein, die Seilbahn vom Wurmberg hatte sich mit unseren Busfahrkarten von Schierke so zickig. Wollten sie nicht akzeptieren und zu Fuß von Braunlage hoch, das ist in x+30 schlecht zu schaffen. Auch nicht mit 12 Briten plus Parker hinterdrein.
Und eh es einer glaubt, bitte, war nicht ernst gemeint.
Schierke war als GT inklusive Brocken (Scharfenstein auf der anderen Seite des Berges aber auch) etwas Besonderes. Andere Anzugsordnungen, anderes Wetter, anderer Dienst, irgendwie andere Leute und wenn du nach Wernigerode oder sonstwohin gefahren bist, war es, als kämst du aus einer anderen Welt. Manchmal schon komisch. Was da oben passiert ist, das gab es woanders in über 30 Jahren nicht mal ein bischen.
Zum Ende der Dienstzeit habe ich mir gesagt: Drei Jahre Schwein gehabt, immer wieder, man soll es nicht versuchen...


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.01.2011 04:00 | nach oben springen

#49

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 21.01.2011 04:23
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Thunderhorse
[quote="Chaymos"]...Jetzt bot mir einer der Forstarbeiter an das Fahrzeug rauszuholen ,ja fein dachte ich dazu müsste er auf das Gebiet der BRD fahren und somit die Grenze verletzen ,hmmm da war guter rat teuer,ich weiß das es gesetzes regelungen gab die das erlaubten ,
Welche sollten dies gewesen sein?

...



Die Regel des "Klappe haltens". Das hat hier aber bestimmt nicht funktioniert, sonst schon. Sollte mich wundern, wenn der Fahrer das für sich behalten konnte.
Während der Forstarbeiten war ich nicht mehr dort. Nur bei den Vorbereitungen, als die Bäume vermessen wurden. Da war ich mit dem Förster zwischen Sandbrinkstraße und Eckertal unterwegs. Ohne weitere Begleitung. Die ersten Vermessungen begannen schon im Sommer 1985. Im Nachhinein habe ich aber nicht nur von einem Fall gehört, wo man mal abgekürzt hat. Da die Bäume sowieso in die Bundesrepublik geliefert wurden, gab es tatsächlich begrenzte Sonderregelungen. Heute schwer vorstellbar. Und durchaus auch vorstellbar, das parallel noch andere Sachen gelaufen sind, um mal wieder zum Thema zu finden.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


nach oben springen

#50

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 21.01.2011 04:51
von dremi (gelöscht)
avatar

Wie im AVATAR von "S51" schon dargestellt ist, gab es bestimmt keinen Baum der gefällt werden müßte, zumindest nicht auf dem
"vorgelagerten Hoheitsgebiet". Das würde die "Grünen " erschrecken ,wenn das grüne Band plötzlich in Schirke gerissen wäre.
Oder es hatte einen Knoten?
Und "S51", du warst doch nicht allein mit dem Förster unterwegs.

Noch eine Frage nebenbei: Hattet ihr in Schirke so kleine Gassentore?

Gruß dremi


nach oben springen

#51

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 21.01.2011 05:22
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von dremi
Wie im AVATAR von "S51" schon dargestellt ist, gab es bestimmt keinen Baum der gefällt werden müßte, zumindest nicht auf dem
"vorgelagerten Hoheitsgebiet". ...Und "S51", du warst doch nicht allein mit dem Förster unterwegs.
...Noch eine Frage nebenbei: Hattet ihr in Schirke so kleine Gassentore?
...



Mein Avatar zeigt den Blick vom Sperrzonenschild auf den Ahrensklint und weiter über Schierke hinweg auf den Wurmberg und die Grenze. Das war also eigenes Hinterland.
Die Baumfällungen erstreckten sich später zwischen Sandbrinkstraße und Kolonnenweg auf dem Bereich des Schutzstreifens über etwa 100 Hektar und zwischen Zaun 1 und der Staatsgrenze westlich des Königsberges und des Brockens auf mehreren 100 Hektar. Kein Kahlschlag, sondern immer mal auf inselartigen Einschlägen.
Es wurden Sammelplätze für das Holz auf dem vorgelagerten Gebiet zwischen dem dreieckigen Pfahl und der Kaffeeklappe vorgesehen. Teilweise wurden, des Moores wegen, die Stämme mit dem Hubschrauber transportiert, teilweise mit Maschinen, teilweise mit Rückepferden. So weit 1985 die Planung. Nach der Wende bin ich ja noch mal dort lang und muss sagen, sie haben auch wirklich ordentlich böse zugelangt. Natürlich des Borkenkäfers wegen... (wer nicht an Geld glauben möchte).
Ja, ich war allein mit dem Förster unterwegs. Wir haben die Baumhöhen gemessen, die Bekronung mit einer Art Winkelmesser und die Bestockung. Außer mir, bewaffnet nur mit Pistole (und Messer für die Büchsen) gab es dafür keine Sicherung. Anfangs bin ich noch mit dem S 51 hinterher gefahren. Später haben wir den unpraktischen Blödsinn gelassen und sind mit dem GAZ des Staaatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Wernigerode in den Schutzstreifen gefahren und dann zu Fuß weiter. Auch durch die Tore zu Fuß. Es ging immer von 07:00 bis 17:00 Uhr. Pause an der Füst oder auch mal einfach im Busch.
Dieser Einsatz erstreckte sich über drei Wochen.
Im Bereich Schierke gab es zumindest zwischen 1983 und 1985 nur die kleinen Gassen im Zaun 1, die sonst im Normalfall wir GAK benutzt haben, um Feindwärts zu gehen. Größe ca. 60 x 60 cm. Wenn man größere Öffnungen brauchte, musste man den Zaun aufschrauben. Das habe ich nicht nur einmal aus diesen und jenen Gründen gemacht. Gassen für Fahrzeuge gab es erst (nördlich) bei der GK Scharfenstein und südlich im Abschnitt Elend am Parkplatz Wurmberg an der alten Straße.
Für die Arbeiten war zumindest geplant, den Zaun 1 stellenweise einfach umzulegen. Wie das aber dann gehandhabt wurde, können Chaymos oder Kirsche besser schreiben. Die waren da.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 21.01.2011 05:23 | nach oben springen

#52

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 21.01.2011 05:34
von S51 | 3.733 Beiträge

Und bitte, auch wenn du ungläubig lachst,
Schierke, das war (ist) eine kleine störrische Berggegend, die auf ihre dort Diensttuenden auf eine ganz eigene Art abgefärbt hat. Das war nicht wie überall und immer. Wenn man das nicht sah, war es auch nicht wie sonst am Kanten oder in der DDR.
Den Dienst in Schierke hätte ich in Ilsenburg, wo ich ja vorher war, nie und nimmer so für möglich gehalten.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


nach oben springen

#53

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 21.01.2011 10:00
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Chaymos
Au backe dachte ich ein Kommandeur des BGS vor Ort und keiner hats gemerkt nicht mal ich als Fotoposten und keine Fotos davon ,das gibt ärger und so war es auch.


[Ironie]Hmm, wäre das nicht eine Chance gewesen, TH mal persönlich kennenzulernen.[/Ironie]
@Chaymos, erzählste noch bissel über den 'Ärger' *neugierig_frag*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#54

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 21.01.2011 10:11
von Mike59 | 7.959 Beiträge

Zitat von dremi
Hallo "chaymos"
Nach meiner jahrelangen Erfahrung, bin ich jetzt ganz unsicher ob ich wirklich an der GRENZE gedient habe.
Bei euch scheint alles anders gewesen zu sein als DV`s es im wagesten erlaubt hätten.
Kurze Frage: Wart ihr auch nach Dienstschluß, oder im Ausgang im " Westen " einkaufen?

Gruß dremi

PS: Vielleicht war oder ist Schirke so gefragt?


-------------------
Endlich mal einer der dem das gleiche Gefühl beschleicht, @ dremi, ich war bei der Truppe die du auch kennst. Grüß dich Grenzer.

Mike59


nach oben springen

#55

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 21.01.2011 11:21
von Chaymos | 314 Beiträge

wie gesagt es gab festlegungen im Grenzgesetz wobei es möglich ist Erste hilfe zu leisten wenn Personen verletzt oder andere Unfälle in Grenznähe passierten ,zumal ich zeuge dieser vorgänge bin .Also einkaufen oder so waren wir natürlich nicht ,ich selbst habe bei dieser Aktion nicht mitgeholfen nur der LKT Fahrer hat das erledigt,ich hatte zuviel respekt bei der menge an Angehörigen des BGS die vor Ort waren nur einen schritt aufs gebiet der Bundesrepublik zusetzen ,da hätte ich mein blaues wunder erlebt ,"Man wird festgenommen und es wird gesagt GAK beging Fahnenflucht und dann hätte ich ein problem zumahl der Posten der im Bereich BHF Goetheweg auch zu sicherungsarbeiten mit herangezogen wurde das sicher mitbeobachtet hat .
Welche konkrten dokumente es gab die im Falle eines Unfalls oder ereignisses an der staatsgrenze wo das leisten der 1.Hilfe notwendig ist ,kann ich nicht genau sagen,wir haben dies während meiner Fähnrich GAK ausbildung in Suhl behandelt.werde mich aber mal schlau machen .
Ich zählte nicht zu den Genossen die als IM oder ähnliches für besagte Organe arbeiteten und hatte keinerlei Privilegeien was Einsätze auf dem vorgelagerten betraf ,ich wurde eher selten dort Eingesetzt,aber wenn ich da war war nichts los .


02.11.1982-22.04.83 US6 Perleberg
22.04.1983-02.09.83 US6 Perleberg (Meisterlehrg.-GAK Ausbildg.)
02.09.1983-30.09.85 GR.20/2.GB/7.GK Schierke
01.10.1985-29.08.86 OHS Suhl Fähnrichlehrgang
30.08.1986-26.08.89 GR.20/2GB/7.GK Schierke
26.08.1989-11.09.89 GR.20/Stab 2.GB Stellv.GAK
11.09.1989-30.09.90 GR.20/2GB/7.GK Schierke


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#56

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 21.01.2011 11:25
von Chaymos | 314 Beiträge

Zu den Schulterstücken ,die Beschreibung kam von einem Zivilisten genauer dem LKT Fahrer der das Fahrzeug geborgen hatte und der hatte natürlich davon keine Ahnung was Schulterstücke betraf ,er erzählte mit nur das jemand darin saß und keinen finger rührte nicht mal ausgestiegen ist ,nur Anweisungen gab um schnell wieder weg zu kommen ,scheinbar unerkannt.
Das Fotot zeigt den Bereich der Holzfällarbeiten ,hinter dem Zaun abwärts auf der rechten Seite ,derPheil zeigt wo die Grenzlinie ungefähr verlief

Angefügte Bilder:
Goehteweg-1.jpg

02.11.1982-22.04.83 US6 Perleberg
22.04.1983-02.09.83 US6 Perleberg (Meisterlehrg.-GAK Ausbildg.)
02.09.1983-30.09.85 GR.20/2.GB/7.GK Schierke
01.10.1985-29.08.86 OHS Suhl Fähnrichlehrgang
30.08.1986-26.08.89 GR.20/2GB/7.GK Schierke
26.08.1989-11.09.89 GR.20/Stab 2.GB Stellv.GAK
11.09.1989-30.09.90 GR.20/2GB/7.GK Schierke


IM Kressin und MHL-er haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.01.2011 11:53 | nach oben springen

#57

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 21.01.2011 11:40
von Chaymos | 314 Beiträge

Wie erwähnt der Ärger ließ nicht lange auf sich warten ,die zivilisten die dort gearbeitet hatten ,prahlten natürlich das sie den leuten vom BGS geholfen haben und wie man kennt ist der Buschfunk ja der Beste den es gab .
Man fasste mich samt Posten ab noch bevor ich richtig die waffenkammer erreichte um meine Bewaffnung loszuwerden .Ab zum KC ,da wartete bereits alles was Rang und Namen (KC ,Polit,GAK ZF,Stellv.des Battalionskammandeurs,die Firma 2000,und der Batt.Polit)hatte und wollte wissen was wohl passiert ist .WOW dachte ich das muss ja jetzt wichtig sein und ich habe was verbrochen und bin mir keiner schuld bewusst.Also Rapport gemacht mit meinem Posten ,als wir fertig waren sollten wir das Vorkommnis schriftlich darlegen und uns beim Batt-Kommandeur melden .Au backe dachte ich .Zwischenzeitlich kam auch der Posten vom Goethebahnhof zurück und auch der wurde zum Rapport bestellt ,alle Anwesenden wurden getrennt zum Vorfall befragt.Nach dem Rapport beim kommandeur wurde ich und der Posten zum stillschweigen verdonnert ,kein wort nach draußen und kein wort zu anderen angehörigen bis auf weiteres.Dafür durfte ich die nächsten wochen Dienst im Hinterland schieben .
was mit dem LKT Fahrer passierte keine Ahnung gedenfalls machte seine aktion die runde im Orf und wurde als das ereignis betrachtet ,die sensation schlecht hin .


02.11.1982-22.04.83 US6 Perleberg
22.04.1983-02.09.83 US6 Perleberg (Meisterlehrg.-GAK Ausbildg.)
02.09.1983-30.09.85 GR.20/2.GB/7.GK Schierke
01.10.1985-29.08.86 OHS Suhl Fähnrichlehrgang
30.08.1986-26.08.89 GR.20/2GB/7.GK Schierke
26.08.1989-11.09.89 GR.20/Stab 2.GB Stellv.GAK
11.09.1989-30.09.90 GR.20/2GB/7.GK Schierke


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#58

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 21.01.2011 13:28
von Greso | 2.377 Beiträge

Zitat von S51
Um Personen über die Grenze zu bringen, die jene offiziell nie betreten haben oder zu dieser Zeit jedenfalls gar "nicht dort" waren. Nicht nur Agenten sondern auch Personen, die direkt oder indirekt damit zu tun hatten oder aus irgendwelchen politischen Gründen offiziell diese Linie nicht passieren konnten. Verwandte von solchen Personen beispielsweise auch.
Geschleust wurde nicht nur drunter durch. Wobei das am einfachsten war. Es wurde auch mal einfach nur der Zaun aufgeschraubt, wenn die betreffende Person zwar diesen Weg nehmen mußte aber von der Sache an sich oder den Besonderheiten gar nichts wissen durfte.
Beteiligte hatten keine Ahnung (so weit ich weiß jedenfalls), um wen es sich handelte oder warum. Nur, dass man zu einer bestimmten Zeit da und dort sein musste, jemanden traf und ihn oder sie von A nach B zu bringen hatte. Da alle FDU trugen und meist auch noch den Regenumhang und oft keine Schulterstücke zu erkennen waren, offensichtlich auch Perücken getragen wurden, konnte man sich hin und wieder sein Teil denken, Wissen jedoch ist etwas grundsätzlich anderes. Fragen hat man sich verkniffen.
Mitunter hat man dann nach einiger Zeit die FDU und den Umhang oder sonstige Sachen wieder eingesammelt und zurück genommen.
Man selbst war offiziell, damit meine ich den Dienstplan, auch gar nicht in dieser Gegend. So hat man offiziell zum Beispiel im Eckerloch oder auf dem Königsberg Posten in der Nacht geschoben, während tatsächlich jemand von Schneewittchen für einen dort geblockt und auch Meldungen abgesetzt hat.
Es handelte sich auch nicht immer um Personen. Manchmal wurden Gegenstände feindwärts aufgenommen (Dosen, Streichholzschachteln, Zigarettenschachteln), die an einem vereinbarten Ort gelegen hatten. Dann nach freundwärts mitgenommen und an einem wieder vereinbarten Ort hinterlegt. Manchmal auch umgekehrt. Keine Ahnung, was darin war. Nachschauen war verboten und so dumm, nicht mit Tests zu rechnen, war man nicht.



Das nenne ich einen richtigen Beitrag
Greso


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#59

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 21.01.2011 14:27
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Zitat von Chaymos
wie gesagt es gab festlegungen im Grenzgesetz wobei es möglich ist Erste hilfe zu leisten wenn Personen verletzt oder andere Unfälle in Grenznähe passierten ,zumal ich zeuge dieser vorgänge bin .Also einkaufen oder so waren wir natürlich nicht ,ich selbst habe bei dieser Aktion nicht mitgeholfen (..).


Angefügte Bilder:
http://files.homepagemodules.de/b150225/...61p129283n1.jpg
Angenommen, der Grenzer kommt an die Stelle, wo das Bild aufgenommen wird und sieht dort, wo der Pfeil ist (auf der Grenze) einen offensichtlich Verletzten liegen. Sonst niemand weit und breit zu sehen. Was sieht die Dienstvorschrift vor? Das genaue Vorgehen?
Theo


zuletzt bearbeitet 21.01.2011 14:34 | nach oben springen

#60

RE: Agentenschleusen

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 21.01.2011 15:30
von Chaymos | 314 Beiträge

wie gesagt für uns militärs gab es vorschriften ,1.Meldung machen ,was ,wer ,wie, wo, und abwarten was man für einen Befehl erhält.
in meinem geschilderten Fall ist ein zivilist über die grenzlinie und hat geholfen und hindern konnte ich ihn nicht daran da er mit einem KFZ noch unterwegs war ,schlecht für mich in jeder hinsicht ,mein Auftrag bestand darin die zivilisten hier also Forstarbeiter zu sichern ,was in dem Falle nicht erfolgt ist und ich mit konseuenzen rechnen musste ,da der Forstarbeiter eine Grenzverletzung begangen hatte und wieder zurück auf unser gebiet kam


02.11.1982-22.04.83 US6 Perleberg
22.04.1983-02.09.83 US6 Perleberg (Meisterlehrg.-GAK Ausbildg.)
02.09.1983-30.09.85 GR.20/2.GB/7.GK Schierke
01.10.1985-29.08.86 OHS Suhl Fähnrichlehrgang
30.08.1986-26.08.89 GR.20/2GB/7.GK Schierke
26.08.1989-11.09.89 GR.20/Stab 2.GB Stellv.GAK
11.09.1989-30.09.90 GR.20/2GB/7.GK Schierke


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Agentenschleuse bei Asbach-Sickenberg
Erstellt im Forum Spionage Spione DDR und BRD von Fall 80
72 11.10.2015 22:46goto
von Kalubke • Zugriffe: 8799
Legendierte Fahnenfluchten
Erstellt im Forum Spionage Spione DDR und BRD von Grenzerei
20 05.04.2013 08:40goto
von 94 • Zugriffe: 3960
"Grenzerlebnisse eines Uleu´s"
Erstellt im Forum Grenztruppen der DDR von 94
66 14.07.2013 14:16goto
von Fritze • Zugriffe: 8397
1979 lief Stasi-Oberleutnant Werner Stiller über. Jetzt packt er aus
Erstellt im Forum Spionage Spione DDR und BRD von Angelo
407 08.01.2016 22:33goto
von Pitti53 • Zugriffe: 36945
Agentenschleuse II
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Freedom
2 20.06.2010 14:19goto
von willie • Zugriffe: 1236
Agentenschleuse im Eichsfeld
Erstellt im Forum Grenzbilder innerdeutsche Grenze von rustenfelde
63 11.08.2013 17:54goto
von seaman • Zugriffe: 14774
Der Sinn des Schleusen?
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Freedom
128 06.05.2010 23:48goto
von VNRut • Zugriffe: 9494
Beschaffenheit der "Mauer"
Erstellt im Forum Fragen und Antworten zur Berliner Mauer von Interessierter
18 14.09.2009 08:02goto
von S51 • Zugriffe: 1441

Besucher
6 Mitglieder und 42 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 649 Gäste und 41 Mitglieder, gestern 3611 Gäste und 206 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14366 Themen und 557718 Beiträge.

Heute waren 41 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen