#41

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 03.12.2012 17:19
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Wir haben uns damals um eine einigermaßen bewohnbare Bleibe bemüht, aber Kleinstadt mit knapp 20 000 Einwohnern und junge Familie mit einem Kind, da gab es meist nur halb verfallene Höhlen.
Die "schönen" Neubauten entstanden in den Ballungsräumen.
So ab 86 wurde auch in unserer Kreisstadt mit paar Neubaublöcken begonnen, aber bei der Masse an Bedarf hieß es hinten anstellen.
Im Altbau war es ganz einfach beschissen zu wohnen, durch die verzogenen Holzfenster von Anno Domino pfiff der Wind, da konntest du abdichten wie du wolltest und mit Kohleschleppen und Asche fortschaffen bist du im Winter fast nicht nachgekommen, Glutos Dauerbrandofen im Wohn- u. Kinderzimmer, Beistellherd in der Küche.
Der Hit war die Zinkwanne
Nein du, wohnen kann man heute wirklich schöner.


zuletzt bearbeitet 03.12.2012 17:26 | nach oben springen

#42

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 04.12.2012 01:55
von StabsfeldKoenig | 2.644 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #25
Zitat von Eisenacher im Beitrag #22
(...)Hätte man einen freien Wohnungsmarkt mit freien Preisen z.B. für Privathäuser gestattet, wäre das Problem in kurzer Zeit erledigt gewesen und es hätte dem Staat nicht eine müde Mark gekostet. Es hätte in der DDR genug zahlungskräftige Bürger gegeben , die gerne für eine Wunschwohnung einen normalen Preis bezahlt hätten.
Aber man konnte ja seine "Religion" nicht verleugnen und eines der Gebote lautete: Stabile Preise, egal was es kostet.


In den achtziger Jahren hätte das nicht mehr funktioniert. Die DDR hatte zu diesem Zeitpunkt einen derartigen Geldmengenüberhang entwickelt, dass einige hohe Mieten locker bezahlt hätten und das Wohnungsproblem doch nicht befriedigend gelöst worden wäre. Ich erinnere daran, dass es regelmässige Lohnerhöhungen gab und dass die Sparguthaben dank Null Prozent Teuerung gute Erträge abwarfen.Zugleich nahm die Produktion des Konsumgütersektors nicht im gleichen Masse zu wie die Geldmengenerhöhung. Da man es bislang verpasst hatte, dieser Entwicklung genügend gegen zu steuern, hätten nur radikale Massnahmen zum Erfolg führen können: Lohnsenkung, Normenerhöhung, Streichung der Giesskannensubventionen und Einfrieren der Bankguthaben. Wäre einer mit einem solchen Vorschlag gekommen, dann hätte er sich eine Geschichtsstunde über ähnliche Massnahmen anhören müssen, welche im Jahre 1953 eingeleitet wurden und wie westliche Konterrevolutionäre diese Bestrebungen sabotiert und Unruhen angezettelt hätten... Eine Radikalkur hätte die DDR auch in den achtzigern in Unruhe versetzt.
Theo


Man hätte auch eine "sanfte Radikalkur" nach CSSR-Vorbild wählen können. Z.B. einen Teil der Neubauwohnungen als Eigentumswohnungen verkaufen, außerhalb der Zuweisungs-und Bewirtschaftungskriterien.



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#43

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 04.12.2012 07:28
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Man hätte auch ganz einfach nur Baumaterial in ausreichenden Mengen anbieten können, nichts außergewöhnliches, Zement, Sand, Fliesen, Fenster.
Ich glaube mit der berühmten Eigeninitiative des gelernten DDR-Bürgers wäre da eine ganze Menge außerhalb des bombastischen Wohnungsbauprogramms passiert.


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#44

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 04.12.2012 07:47
von Pit 59 | 10.149 Beiträge

Ende der 70er wurde ich Mitglied in der AWG.Ich wollte eine Neubau Wohnung.Ich weiss nicht mehr wieviele hundert Stunden ich dafür buddeln musste.Jeden Sonnabend und Sonntag war Buddeln angesagt.Aber das hatte absolut nichts mit Wohnungen zu tun,für alles andere ja. manchmal habe ich meinen Vater und meinen Schwager Mitgenommen,damit die Stunden schneller Zusammen kamen.Dann war es Soweit Neubau Block fertig. Auslosung der Wohnungen,ich wollte 4.Stock,es war die ruhigste und sauberste Wohnung dachte ich mir.So war es auch,ich bekam die Wohnung. Mensch ,das war was ,Fernheizung ,Rund um die Uhr warmes Wasser (egal wieviel man am Tag laufen lies) 75qm , irgendeine Witzmiete,weiss nicht mehr genau.
Heute werden und wurden die Dinger Abgerissen.Es gibt wirklich besseres als diese Container.


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#45

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 04.12.2012 12:53
von ddr-bürger (gelöscht)
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ich habe Anfang der 80er Jahre ein altes Bauernhaus übernommen. alles mit Öfen, Fenster mit Haken zu verschließen und "Außenborder" übern Hof.

Bis zur Wende ohne Kredit teilsaniert, viele Eigenleistungen und auch einige Beziehungen. Damals war das noch überschaubar, heute steht man da manchmal mit dem Rücken an der Wand. Kanal, Straßenbeleuchtung, Straßen- und Gehwegsanierung das sind heute Kosten die einem ganz schön zu schaffen machen.

Der gegenzug, die Grundstückpreise sind hier total am Boden, die Jugend wandert ab. Kaum jemand hat mehr Interesse an Wohneigentum. Die sogenannte untere Mittelschicht (auch Facharbeiter) beziehen Niedriglöhne und müssen ja sooooo flexibel sein. Fazit kein Interesse.

Die Gutverdiener stellen sich eine Bude nach ihren Wünschen und Gedanken hin, Geld ist da oft keine Frage, da will keiner ein "altes Grundstück" in dörflicher Lage Ortsmitte.

Hier stehen einige Häuser leer und gehen den Bach runter...., kennen wir das nicht? Falsch, die Häuser standen nicht leer.

Ich bin mir bewußt, die Wohnungspolitik mit ihren Subventionen im staatl. Bereich war mies. ich hätte um haaresbreite eine wohnung vermieten müssen für ca. 40 DDR Mark im Monat.
Grundsteuer, Versicherung, Werterhalt (und Schmiergeld für Handwerker) alles bezahlen für andere sich krummlegen, das konnte auch nicht der Sinn sein.
Faire Mieten ohne Subventionen dafür die Konsumgüter auch zu fairen Preisen ohne Kaufkraftabschöpfung, das wäre gut gewesen!

Wohnraumlenkung und vermittlung, dazu möchte ich mich raus halten, kenne das nur von meiner Freundin. Allein ohne Kind = Ar....karte!


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#46

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 04.12.2012 13:18
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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So am Boden sind die Grundstückspreise im Osten auch nicht, hab vor kurzem schmerzliche 80 Euro erschlossen in Chemnitz bezahlt.
Das alle wegziehen glaub ich auch nicht, etliche kommen sogar wieder.
Den Osten prinzipiell schlecht reden, nun ja, auch hier arbeiten und leben Menschen ganz normal.


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#47

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 04.12.2012 13:34
von ddr-bürger (gelöscht)
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@grenzwolf

das ist regional bestimmt unterschiedlich, ich kann nur sagen wie es hier in der Region aussieht. Ich bin vor kurzen gedanklich nur mal die Gasse durchgegangen in der ich wohne. In den meisten Häusern sind die Jugendlichen gen Westen gegangen.
Das ist keine Erfindung von mir, in meiner Familie kenne ich einige Fälle. Die Zahl der "Rükkehrer" ist auch relativ. nur ein Gedanke, wenn 1998 - 5000 Einwohner "ausgewandert" sind und 1000 zurück sind, 2011 - 8000 raus sind und 2000 zurück sind, wo ist mehr Schwund trotz höherer Rückkehrerzahl? Die Zahlen sind rein fiktiv.

Mit Statistiken kennen wir uns ja im Osten aus....

ich gestehe ich kenne die Relation der Statistiken nicht, es ist nur ein Gedanke von mir, da mein Alltagserleben nicht mit den "Erfolgsmeldungen" übereinstimmt.

Und Manipulationen sind doch an der Tagesordnung, "wem nützt es?"

Die Grundstückspreise sind hier wirklich im Keller, ein bekannter hat sein Wohngrundstück verkauft. ein Lacher.

Aber ich glaube jetzt komme ich vom Thema ab- Wohnung in der DDR.


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#48

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 04.12.2012 16:02
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #47
@grenzwolf

das ist regional bestimmt unterschiedlich, ich kann nur sagen wie es hier in der Region aussieht. Ich bin vor kurzen gedanklich nur mal die Gasse durchgegangen in der ich wohne. In den meisten Häusern sind die Jugendlichen gen Westen gegangen.
Das ist keine Erfindung von mir, in meiner Familie kenne ich einige Fälle. Die Zahl der "Rükkehrer" ist auch relativ. nur ein Gedanke, wenn 1998 - 5000 Einwohner "ausgewandert" sind und 1000 zurück sind, 2011 - 8000 raus sind und 2000 zurück sind, wo ist mehr Schwund trotz höherer Rückkehrerzahl? Die Zahlen sind rein fiktiv.

Mit Statistiken kennen wir uns ja im Osten aus....

ich gestehe ich kenne die Relation der Statistiken nicht, es ist nur ein Gedanke von mir, da mein Alltagserleben nicht mit den "Erfolgsmeldungen" übereinstimmt.

Und Manipulationen sind doch an der Tagesordnung, "wem nützt es?"

Die Grundstückspreise sind hier wirklich im Keller, ein bekannter hat sein Wohngrundstück verkauft. ein Lacher.


Aber ich glaube jetzt komme ich vom Thema ab- Wohnung in der DDR.


Wie singen die Ärtzte?
Manchmal, aber nur manchmal...
Manchmal kann die Lage des Grundstückes schlecht sein, an einer viel befahrenen Straße oder ähnliches, oder die Substanz des Hauses war nicht die beste.
Das kann dir überall auf der Welt passieren, die Vorstellung avisierter Erlös und der tatsächlich erzielte klafft.
Die typisch deutsche und vor allem ostdeutsche Heulmentalität nervt schon ein wenig.
Über uns ist das ultimative Böse gekommen und das in jeder Form, klar doch.
Mein Gott, Millionen haben jeden Tag auf der Welt nichts zu essen und verhungern.
Hört doch mal mit dem ewigen Gejammere auf, muss man sich doch als Ostdeutscher schämen was wir hier "manchmal" für ein Bild abgeben.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.12.2012 16:14 | nach oben springen

#49

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 04.12.2012 17:37
von ddr-bürger (gelöscht)
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@grenzwolf,

hübsch langsam, ich habe in Deinem Profil gelesen "selbst. Immobilienmakler". Ich habe bewußt versucht sachlich die Grundstückssituation hier zu erläutern.
Ich kenne das Haus sehr gut, es gehörte einem Freund von mir! Ich habe auch die Lage beschrieben, aber egal und ich kenne auch den erzielten Preis, auch habe ich noch einen gesundes "Preisgefühl".

Nur Deine anmaßende Äußerung über das ewige gejammer der Ostdeutschen, lass es einfach stecken! Das ist pure Überheblichkeit.

Ich verallgemeinere auch nicht manche Makler Methoden, das wäre unsauber.

Unterschiedliches Erleben schaft auch unterschiedliche Ansichten und in diesem schönen Land gibt es auch genug Menschen die ein Recht auf "jammern" haben.


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#50

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 04.12.2012 18:19
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #49
@grenzwolf,

hübsch langsam, ich habe in Deinem Profil gelesen "selbst. Immobilienmakler". Ich habe bewußt versucht sachlich die Grundstückssituation hier zu erläutern.
Ich kenne das Haus sehr gut, es gehörte einem Freund von mir! Ich habe auch die Lage beschrieben, aber egal und ich kenne auch den erzielten Preis, auch habe ich noch einen gesundes "Preisgefühl".

Nur Deine anmaßende Äußerung über das ewige gejammer der Ostdeutschen, lass es einfach stecken! Das ist pure Überheblichkeit.

Ich verallgemeinere auch nicht manche Makler Methoden, das wäre unsauber.

Unterschiedliches Erleben schaft auch unterschiedliche Ansichten und in diesem schönen Land gibt es auch genug Menschen die ein Recht auf "jammern" haben.





Kann da keine Überheblichkeit entdecken, wenn ich aus den alten Ländern wäre, dann ja.
Da ich auch DDR-Bürger war und immer noch in Ostdeutschland lebe habe ich nur meine peinliche Berührtheit zum Ausdruck gebracht und ich denke das steht mir durchaus frei.
Was ich wo und wann stecken lasse entscheide ich übrigens auch noch selbst.
So, gut nun, es darf weiter gejammert werden.


zuletzt bearbeitet 04.12.2012 18:21 | nach oben springen

#51

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 04.12.2012 18:45
von PF75 | 3.294 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #44
Ende der 70er wurde ich Mitglied in der AWG.Ich wollte eine Neubau Wohnung.Ich weiss nicht mehr wieviele hundert Stunden ich dafür buddeln musste.Jeden Sonnabend und Sonntag war Buddeln angesagt.Aber das hatte absolut nichts mit Wohnungen zu tun,für alles andere ja. manchmal habe ich meinen Vater und meinen Schwager Mitgenommen,damit die Stunden schneller Zusammen kamen.Dann war es Soweit Neubau Block fertig. Auslosung der Wohnungen,ich wollte 4.Stock,es war die ruhigste und sauberste Wohnung dachte ich mir.So war es auch,ich bekam die Wohnung. Mensch ,das war was ,Fernheizung ,Rund um die Uhr warmes Wasser (egal wieviel man am Tag laufen lies) 75qm , irgendeine Witzmiete,weiss nicht mehr genau.
Heute werden und wurden die Dinger Abgerissen.Es gibt wirklich besseres als diese Container.


Was heute als Neubau für viel Geld angeboten wird ist teilweise aber auch ein Witz,da biste mit einer sanierten WBS 70-Wohnung aber besser dran.


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#52

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 04.12.2012 19:12
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #44
Ende der 70er wurde ich Mitglied in der AWG.Ich wollte eine Neubau Wohnung.Ich weiss nicht mehr wieviele hundert Stunden ich dafür buddeln musste.Jeden Sonnabend und Sonntag war Buddeln angesagt.Aber das hatte absolut nichts mit Wohnungen zu tun,für alles andere ja. manchmal habe ich meinen Vater und meinen Schwager Mitgenommen,damit die Stunden schneller Zusammen kamen.Dann war es Soweit Neubau Block fertig. Auslosung der Wohnungen,ich wollte 4.Stock,es war die ruhigste und sauberste Wohnung dachte ich mir.So war es auch,ich bekam die Wohnung. Mensch ,das war was ,Fernheizung ,Rund um die Uhr warmes Wasser (egal wieviel man am Tag laufen lies) 75qm , irgendeine Witzmiete,weiss nicht mehr genau.
Heute werden und wurden die Dinger Abgerissen.Es gibt wirklich besseres als diese Container.
Mein lieber Pit 59,

eine solche Wohnung hatte ich auch. Sechsundachzig DDR-Mark und Fuffzig DDR-Pfennige pro Monat. Heizungskosten und Wasser inbegriffen, so warm man wollte.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#53

RE: Wie lief das mit Wohnungen?

in Leben in der DDR 04.12.2012 21:58
von ddr-bürger (gelöscht)
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Das Traurige waren die Auswahlbedingungen für die Wohnungen. Ledig und ohne Betiehungen war es fast unmöglich an eine Neubauwohnung zu kommen. Einzige Chance der Betrieb hat Einfluß genommen.


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