#41

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.06.2011 19:37
von eisenringtheo | 9.185 Beiträge

Zitat von Tobeck
Weiß hier zufällig jemand, ob Wagen der Deutschen Reichsbahn nicht nur für die Interzonenzüge eingesetzt wurden, sondern hin und wieder auch in regulären Bundesbahnzügen? Ich kann mich erinnern, einmal bis Göttingen in einem solchen Wagen gefahren zu sein. Und über Göttingen fuhren doch keine Interzonenzüge? Woher kam eigentlich in den Reichsbahnwagen im Sommer dieser merkwürdige "chemische" Geruch? Waren das die Kunstlederbezüge oder bestimmte Reinigungsmittel?


Das ist schon möglich. Beide deutschen Staaten waren Mitglied des UIC
http://de.wikipedia.org/wiki/Union_inter..._chemins_de_fer
und führten den internationalen Reiseverkehr nach dessen Regeln durch. Diese betrafen die Fahrkarteneinnahmen als auch die Abrechnung der jeweilgen "Waggonkilometer" im Ausland, die man addierte. Der Saldo musste in Devisen ausgeglichen werden. Die DDR mit ihrer nichtkonvertiblen Währung hatte alles Interesse daran, einen Saldo zu ihren Gunsten zu erzielen, um keinen Devisenverlust zu erzielen. Einen richtigen Devisengewinn konnte die DR nur im Verkehr BRD/Westberlin erzielen, da dieses DM Währungsgebiet und die Fahrkarten somit in beiden Richtungen mit DM bezahlt wurden. Allerdings waren die Fahrzeiten viel zu lang, um mit dem Flugverkehr konkurrenzfähig sein zu können.
Theo


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#42

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.06.2011 19:44
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von Boelleronkel

..in Richtung Eisenach "pendelte"die Trapo "ganz gern"zwischen Gotha und Eisenach,die I Züge hielten ja nicht in jedem Nest.
Zumal in Richtung Gerstungen für die meissten AGT in Eisenach spätestens umsteigen in" Normale-Regionalzüge"angesagt war.
Wenn nicht in Gerstungen gabs so etwas wie "Aufenthaltsräume"für vom Weg verwirrte"Reisende.
Wie Mike schon schrieb,man wurde dann "ausgelöst"
In den Regiozügen nach Gerstungen pendelten die Kontrollen Förtha-Gerstungen,dort allerdings auch in Zivil...
"Vermisste"gabs ja immer mal...



Ist olle Janke wirklich in Zivil durch ( der Vater von nem ehemaligen Schulkameraden - TraPo )?
Boah, Schei.... Gedächtnis. Aber ich kann mich wirklich nicht erinnern, ob die in Uniform oder Zivil kontrolliert haben.

Was das "Auslösen" in Gerstungen beim PKE anbelangt, einem Bekannten ( diente zur gleichen Zeit wie ich, aber als Maat ), hat nur sein Regimenter seinen vKU in ESA "gerettet". Telefonisch. Zumal er "furztrocken" in Gerstungen ankam. Aber nach 8h Dienst und 14h Bahnfahrt durch die komplette DDR darf man schon mal einkulpen, oder?


Zitat von Boelleronkel

Zu Fuss vom Gebiet Böller zum SchlagbaumOberellen,dann per Anhalter mit dem Milchlaster nach Eisenach(hier sei nochmals ein wirklicher Dank an dieLKW Fahrer,die einen am Bahnhof Eisenach abgesetzt haben)
Dann Zug nach Berlin über die wirklich "schönen "Bahnhöfe Gotha,Erfurt,Weimar,Apolda,Naumburg,Bitterfeld,Wittenberg,irgendwann Berlin Ostbahnhof oder Lichtenberg,bisschen S- Bahn fahren und wer Glück hatte, dessen Freunde hatten Zeit und Auto,dann war man mal "recht früh"zu Hause...muss man wirklich nicht all zu oft haben!



Von mir auch noch herzlichen Dank an dieser Stelle an "Rudi" und Kollegen ( Schlagbaumwächter in Oberellen ).
Die haben den Schlagbaum schon aufgemacht, wenn sie den kaputten Auspuff von meinem Star auf der Trasse nur schon hörten.
Außer einem "wann willste denn mal deinen Krümmer machen, Langer"? - Ruf kam nie was.



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#43

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.06.2011 19:45
von Oberkellner | 36 Beiträge

aus der Erinnerung würde ich sagen,das häufiger DB Wagen im Einsatz waren,es fuhren natürlich auch Reichsbahnwagen auf versch. Relationen z.B. Berlin-H.v.Holland,es gab Züge z.B. Berlin-München,da bestand der gesamte Zug aus DB Wagen bis auf den Speisewagen,vereinzelt gab es da auch Ausnahmen.
Die Frage nach dem besonderen Geruch,ist für mich schwer zu beantworten,habe ich offen gesagt nie so empfunden,mir ist nur in Erinnerung,das der Speisewagen einen spez. Geruch hatte,nachdem mal wieder eine penible Reinigung gemacht wurde(Ungezieferbekämpfung etc.)!
Wie schon mal erwähnt,ist aber davon auszugehen,das jeder Wagen bevor er rüber fuhr,technisch u. optisch(Sauberkeit !)geprüft wurde,da konnte es vorkommen,das innerhalb von 30 Minuten Wagen fix getauscht wurden,weil man wohl Ärger im Westen befürchtete ,ja so war das damals !

Schöne Grüsse vom
Oberkellner


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#44

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.06.2011 21:07
von eisenringtheo | 9.185 Beiträge

Das muss ein bestimmtes Reinigungsmittel sein, den Geruch gab es auch in den Strassenbahnen und Omnibussen. Ein Busfahrer sagte mir, das sei "Wofasept Flächendesinfektion", daneben gäbe es noch Fesiaform, gut auch gegen Fusspilz...
Vielleicht wissen ehemalige DDR Bürger mehr.
Theo


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#45

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.06.2011 11:42
von Oberkellner | 36 Beiträge

Das gute alte Wofasept kenne ich,na klar,muß aber wie gesagt feststellen,das ich keinen spez. Geruch bei den Sitzwagen in Erinnerung habe,könnte freilich daran liege,das ich 90 Prozent der Zeit im Speisewagen rumlungerte(welch schönes Wort !!)
Es gab übrigens,genau wie bei den Menschen auch beim Material nur bestimmte Waggons(abhängig sicher von der Erhaltung),welche im Transitverkehr zum Einsatz gekommen sind,phasenweise bot nur der Vindobona Berlin-Wien noch mehr aufwand,weil die Freunde in Österreich sich im Ausleben von Problemen mit der DR übten,mir ist gut in Erinnerung,das die Spezies vom Zoll der Alpenrepublik durchaus für Theater gut waren,die Bestände an Zigaretten u. Alkohol,sorgten für Stress,zumindest manchmal !
Dort waren die DDR Wagen u. Mitarbeiter offenbar nicht so wahnsinnig gern gesehen,ach ja aber Wien ist trotzdem eine schöne Stadt !
Auch nach einer Tiefenprüfung


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#46

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.06.2011 13:26
von Gohrbi | 575 Beiträge

Meine erste Bekanntschaft mit den "Freunden" vom "KD" hatte ich in Oranienburg.
In Neubrandenburg als frisch-Uffz rein und wollte eigentlich bis Leipzig in dem Zug bleiben.
Der freundliche Schaffner belehrte mich eines besseren. Halt in Oranienburg und ich "durfte"
aussteigen. Der Zug hatte EINEN ! ! ! Kurswagen nach Nürnberg mit dran.
Auf dem Bahnsteig stand schon der freundliche "KD" Papiere zeigen, Belehrung
und weil ich sagte:" Genossen, es tut mir fürchterlich leid, ich hatte den Kurswagen übersehen und bin
gleich beim nächsten Halt (also hier) pflichtbewußt ausgestiegen"
durfte ich mit dem nächsten Bummelzug weiter fahren und kam dann mitten in der Nacht in ESA an.
Seitdem stand auf meinem Urlaubsschein IMMER "Benutzung von Interzonenzügen erlaubt"

Der schönste Urlaubsschein war mit folgenden Bemerkungen:
"Benutzung von Interzonenzügen erlaubt"
"Berechtigung zum Betreten des Grenzgebietes"
Als Urlaubsanschriften standen 2 Orte, mein Wohnort "Wolfsburg-Unkeroda" und Dankmarshausen.
Weil das aber zu lang war hatte der Spießschreiber das Unkeroda weggelassen.
Wäre ich doch eigentlich über die Grenze damit gekommen, oder?


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#47

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.06.2011 13:42
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von Gohrbi

Der schönste Urlaubsschein war mit folgenden Bemerkungen:
"Benutzung von Interzonenzügen erlaubt"
"Berechtigung zum Betreten des Grenzgebietes"
Als Urlaubsanschriften standen 2 Orte, mein Wohnort "Wolfsburg-Unkeroda" und Dankmarshausen.
Weil das aber zu lang war hatte der Spießschreiber das Unkeroda weggelassen.
Wäre ich doch eigentlich über die Grenze damit gekommen, oder?



Was wollteste denn dort? Da gibt´s nichtmal nen Eltegrund. OK, in Unkeroh auch nich mehr.........



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#48

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.06.2011 15:05
von eisenringtheo | 9.185 Beiträge

Zitat von Gohrbi
Meine erste Bekanntschaft mit den "Freunden" vom "KD" hatte ich in Oranienburg.
In Neubrandenburg als frisch-Uffz rein und wollte eigentlich bis Leipzig in dem Zug bleiben.
Der freundliche Schaffner belehrte mich eines besseren. Halt in Oranienburg und ich "durfte"
aussteigen. (...)


Ostsee Express?
http://www.ts-werkstatt.de/Screens_int_OE.htm
oder Sassnitz Express?
http://www.ts-werkstatt.de/Screens_int_SE.htm
Theo


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#49

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.06.2011 16:40
von Gohrbi | 575 Beiträge

Denke mal der kam aus Sassnitz. Die Stralsunder sind ja über Pasewalk gefahren.
Zum anderen wollte die Trapo IMMER meinen Ausweis sehen, ob zivil oder Uniform.
Ich hab irgend etwas falsch gemacht.

Ich weiß auch nicht, ob mir Wolfsburg gefallen hätte
In Wolferode - Unkenburg wars ja auch schön, helau.

Ja, der Eltegrund ist platt gemacht, schon min 5-6 Jahre?
Ich war immer im Waldfrieden, der war dichter am Elternhaus
und da konnte man sich mit dicken Kopf nicht verlaufen,
bin gleich hinten durch den Garten.


zuletzt bearbeitet 22.06.2011 16:44 | nach oben springen

#50

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.06.2011 19:36
von SanGefr | 218 Beiträge

@Tobeck
Wagen der Deutschen Reichsbahn wurden nur in Zügen des internationalen Verkehrs (DB/DR) eingesetzt. Züge aus/in Richtung Bundesrepublik die in Berlin endeten oder eingesetzt wurden, bestanden aus arteinen Wagenparks der Deutschen Bundesbahn. Einzige Ausnahme war, wie bereits schon mal erwähnt, der Speisewagen der Mitropa, der von der DR gestellt wurde. Züge aus/in Richtung Bundesrepublik, die außerhalb Berlins endeten oder eingesetzt wurden, z. B. Leipzig, bestanden aus arteinen Wagenparks der Deutschen Reichsbahn. Es konnte schon mal vorkommen, dass ein DR-Reisezugwagen in Köln wegen technischem Mangel (Bremse, Heizung, Licht, Wasser etc. defekt) aus dem Wagenpark herausgenommen wurde und als Ersatz dafür ein DB-Wagen eingesetzt wurde. Ganz bestimmt wurden dafür keine hochwertigen, sondern alte und fast ausgediente Klappdeckelwagen eingestellt, die zum Reservebestand vom Bahnhof Köln-Deutzerfeld bzw. Köln-Betriebsbahnhof gehörten. Das ging aber nur mit Zustimmung der Deutschen Reichsbahn, welche auf dem "kurzen Dienstwege", problemlos eingeholt wurde. Es wurde aber auch peinlichst darauf geachtet, das der DB-Ersatzwagen möglichst schnell wieder zurückkam. Meines Wissens nach gab es dabei keine Probleme. Der defekte DR-Wagen wurde, wenn er noch für lauffähig erklärt wurde, meistens am Schluß des Interzonenzuges eingestellt, wobei er nicht mit Fahrgästen besetzt werden durfte. War der Wagen nicht mehr lauffähig, wurde er provisorisch instandgesetzt und mit einem Güterzug nach Seelze Rbf (bei Hannover) befördert und dort in einen Güterzug, der über Vorsfelde/Oebisfelde fuhr, der Deutschen Reichsbahn übergeben. In Bundesbahnzügen des Regionalverkehrs (Eilzüge, Nahverkehrszüge oder auch D-Züge innerhalb der Deutschen Bundesbahn wurden Reisezugwagen der Deutschen Reichsbahn niemals eingesetzt. Da mußt Du Dich täuschen. Für jeden Reisezug, das war auch bei der DR so, gab und gibt es einen Zugbildungsplan. Aus diesem ist für jeden Reisezug ersichtlich, welche Wagen für welchen Zug gebraucht werden, aus welchem Zug diese Wagen kommen, in welchem Zug diese Wagen wieder übergehen und wie lange der gesamte Umlauf dauert. Bis zur Wende habe ich keinen Zugbildungsplan gesehen, der es vorsieht, Wagen der DR für den regionalen Bedarf einzustellen. Abgesehen davon hatte die DB damals mehr als genug DB-Reisezugwagen in ihrem eigenen Bestand, was heute nicht mehr der Fall sein dürfte.
Beladene Güterwagen der DR, die einen Empfänger in der Bundesrepublik hatten, wurden beim Empfänger entladen und durften nicht wieder beladen werden, selbst wenn eine Ladung dafür vorhanden war und der neue Empfänger in der DDR war. Diese DR-Güterwagen wurden von der DB leer und schnellstens über dem nächstgelegenen Grenzübergang der DR übergeben. Im umgekehrten Fall handelte die DR dementsprechend wie die DB.


zuletzt bearbeitet 22.06.2011 19:43 | nach oben springen

#51

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.06.2011 20:23
von eisenringtheo | 9.185 Beiträge

@SanGfr
Da du FdL bist, nehme ich, dass das stimmt. Allerdings decken sich die Angaben nicht mit meinen persönlichen Erfahrungen. Die von mir benutzten Züge in den 80er Jahren enthielten Waggons mit internationaler RIC Zulassung der DB, der DR, der PKP, der SDZ, der SNCF, NS, je nach Laufweg der Züge und Kurswagen. Das galt sowohl für Züge mit Zugnummern 3xx (nach/via Berlin Stadtbahn, z.B "Transitzüge BRD/WB im vertragsgebundenen Transitverkehr) als auch für Züge mit Nummern 4xx (andere internationale Züge). Alle Waggons hatten automatische Türschliessung.
Der Webdesigner dieser Site hat sich die Mühe gemacht, die Züge und deren Zusammensetzung gemäss dem Buch „Internationale Schnellzüge in der DDR“ von Rico Bogula" im TrainSimulator nachzubilden.
http://www.ts-werkstatt.de/Screens_int.htm
Theo


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#52

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.06.2011 21:20
von Oberkellner | 36 Beiträge

Wie schon erwähnt,größtenteils waren DB Waggons in die Transitzüge eingereiht,je nach Kurs konnten es durchaus auch andere Bahnverwaltungen sein,die da fleißig sein durften,DR,PKP,SNCF u.a. ,Mensch das ist auch schon so lange her,habe gerade nochmal drüber nachgedacht,unser Kurs nach Hamburg,Abfahrt etwa 13.00 Uhr Berlin,führte auch DR Wagen,der Berolina,wenn ich mich nicht täusche B-Wagen(2.Klasse) der DR,die 2 Wagen,welche außer unserem WR bis Holland liefen,stammten auch aus dem schicken DR-Fundus,manch anderes kriege ich leider nicht mehr so genau zusammen,die Sitzwagen haben uns früher auch kaum interessiert,gab da andere Interessenlagen damals !

Die Schwedenzüge z.B. waren auch DR-Garnituren,im Nachtzug nach Basel,waren bunte Mixturen angesagt,DB(Schlafwagen),DR(Liegewagen) und dann noch einige Schlafkisten vom großen Bruder aus dem Osten !
Der Westerlandautozug(Ferien etc.) hatte auch einige DR-Wagen dabei,sah bestimmt eigenwillig aus,die Wagen,der Mitropa-Speisewagen und hinten dran jede Menge Westkisten,naja war auch beim legendären Spree-Alpen so,nur das da DR-Liegewagen und Mitropa-Schlafwagen durch die Lande fuhren,vor den Autos aus dem Westen.


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#53

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.06.2011 21:26
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Zitat von Oberkellner
Wie schon erwähnt,größtenteils waren DB Waggons in die Transitzüge eingereiht,je nach Kurs konnten es durchaus auch andere Bahnverwaltungen sein,die da fleißig sein durften,DR,PKP,SNCF u.a. ,Mensch das ist auch schon so lange her,habe gerade nochmal drüber nachgedacht,unser Kurs nach Hamburg,Abfahrt etwa 13.00 Uhr Berlin,führte auch DR Wagen,der Berolina,wenn ich mich nicht täusche B-Wagen(2.Klasse) der DR,die 2 Wagen,welche außer unserem WR bis Holland liefen,stammten auch aus dem schicken DR-Fundus,manch anderes kriege ich leider nicht mehr so genau zusammen,die Sitzwagen haben uns früher auch kaum interessiert,gab da andere Interessenlagen damals !

Die Schwedenzüge z.B. waren auch DR-Garnituren,im Nachtzug nach Basel,waren bunte Mixturen angesagt,DB(Schlafwagen),DR(Liegewagen) und dann noch einige Schlafkisten vom großen Bruder aus dem Osten !
Der Westerlandautozug(Ferien etc.) hatte auch einige DR-Wagen dabei,sah bestimmt eigenwillig aus,die Wagen,der Mitropa-Speisewagen und hinten dran jede Menge Westkisten,naja war auch beim legendären Spree-Alpen so,nur das da DR-Liegewagen und Mitropa-Schlafwagen durch die Lande fuhren,vor den Autos aus dem Westen.



---------------------------------
Hört sich an als ob die DR ein multinationales Unternehmen war. Die Mitropa lassen wir mal aussen vor. Haben die Bahner dazu ein paar Informationen?

Mike59


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#54

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.06.2011 21:38
von SanGefr | 218 Beiträge

@eisenringtheo
Hallo! Ich bin nicht nur jetzt Fdl, sondern war von 1983 bis 1992 auch als Zugführer beim Bahnhof Hannover Hbf und habe allerhand Züge des DB/DR-Verkehrs begleitet. Von Hannover nach Köln oder von Hannover nach Helmstedt ( z. B. D 346/347) bzw. Oebisfelde (z. B. D 440/441) und retour. Es gab definitiv keine Reisezüge des internen DB-Verkehrs mit DR-Reisezugwagen (z. B. ein Eilzug von Köln nach Frankfurt (Main) oder ein Eilzug von München nach Freilassing oder ein Zug von Göttingen nach Kassel). Warum sollte die DB der DR für die Benutzung der DR-Reisezugwagen bezahlen, wenn sie selbst genügend eigene Wagen in ihrem Bestand hatte? Das widerspräche jeder logischen Denkweise. Außerdem widerspräche das eindeutig den Zp AU bzw AR. (Zugbildungsplan A Umlaufplan bzw A Reihungsplan. Genauso wenig wurden Reisezugwagen der französichen, österreichischen, belgischen ....etc pp Bahnen in Züge des internen DB-Verkehrs eingesetzt. Hochwertige Reisezugwagen, dazu zählte ich seinerzeit IC-Wagen der Bauart Apmrz, Bpmrz oder Amrz, Bmrz, das sind Wagen die in Bremsstellung R+Mg fahren können und eine zentrale Energieversorgung hatten (Mg = Magnetschienenbremse) und durften keinesfalls die Grenze Richtung DDR passieren. Die wären unter Umständen nicht wieder aufgetaucht. Für den DB/DR-Verkehr waren seinerzeit auschließlich normale Am/ABm/Bm/BDm oder Dm verwendet worden. Selbstverständlich für den Berlin-Verkehr Wagen mit zentraler (Tür)-Schließeinrichtung mittels Druckluft aus der 10-bar Leitung. Für die Stellung eines Ersatzwagens, der nicht in Zügen nach Berlin eingesetzt wurde, wurden fast ausschließlich ältere "Klappdeckelwagen" in den DR-Wagenpark eingereiht. Sollte der mal in Verlust geraten, war das ärgerlich aber zu verschmerzen. Aber wie gesagt, ich habe nie gehört, das ein DB-Fahrzeug nicht mehr aus der DDR zurückgekommen ist. Neue DR-Wagen, soweit ich mich erinnern kann, waren das die Bauarten Avm/ABvm/Bvm hatten auch eine zentrale Schließeinrichtung mittels 10 bar-Leitung. Diese Schließeinrichtung war aber mehr wirkungslos als das sie funktionierten, was nicht heissen soll, dass bei der DB alles erste Sahne war. Auch da gab es Störungen an der Schließeinrichtung. Diese wurden aber im Heimatbahnhof Köln Betriebsbahnhof wieder repariert.
Besonders die PKP-Wagen hatten eine Besonderheit. Die PKP schickte gerne ihre alten Wagen nach Köln z. B. mit total abgefahrenen Bremssohlen. In Köln wurden die alten durch neue Bremssohlen ersetzt und abends wieder mit D 441 auf die Reise Richtung Krakau geschickt. Und welch Wunder: Ein paar Tage später kam der gleiche Wagen morgens mit D 440 in Köln an und hatte wieder abgefahrene Bremssohlen an den Rädern. Und das war kein Einzelfall! Man hat anhand der Wagenummer schnell herausgefunden, dass die PKP in Krakau die neuen Bremssohlen wieder entfernt und durch abgefahrene ersetzt. So kommt man billig an neue Ersatzteile. Irgendwann ist den Jecken in Köln dann wohl doch der Kragen geplatzt. Es wurde verfügt, dass die nicht mehr einwandfreien Wagen nur noch provisorisch instandgesetzt bzw. ganz aus dem Zug genommen wurden, manchmal sogar ohne Stellung eines Ersatzwagens; es sei denn, die PKP hat sich zur Zahlung der Reparatur und der Ersatzteile bereit erklärt.


zuletzt bearbeitet 22.06.2011 22:15 | nach oben springen

#55

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.06.2011 22:02
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Also, ich habe zumindest im Bahnhof Eisenach gesehen, das in manchen Zuegen durchaus auch mal DR-Wagen zwischen DB-Wagen eingereiht waren.


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#56

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.06.2011 22:11
von SanGefr | 218 Beiträge

Dagegen ist auch nichts einzuwenden, solange es Züge des internationalen Verkehrs sind - also Züge des DB/DR-Verkehrs. Ich spreche hier von Zügen, die nur die Strecken der Deutschen Bundesbahn befuhren, sprich: die keine internationalen Züge sind. Und in diesen Zügen gab es logischerweise keine Reisezugwagen der Deutschen Reichsbahn.


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#57

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.06.2011 22:20
von eisenringtheo | 9.185 Beiträge

Sehr interessante Ausführungen! Dass kein DR Rollmaterial der DR im internen DB Verkehr eingesetzt wurde, ist klar und wurde weder von mir noch von anderen behauptet. Obschon Cottbus südöstlich von Berlin liegt, bin ich immer häufiger von Zürich via Helmstedt-Berlin nach Cottbus gefahren. Abgesehen von der Grenze bis nach Magdeburg war diese Strecke in einem einigermassen guten Zustand. Die Strecke über Bebra-Gerstungen-Förtha-Eisenach war in einem desolaten Zustand mit vielen Lfst. Da die Züge mit bis zu 18 Waggons an einer DR Lok Baureihe 130 hingen, führte jedes Bremsen und Beschleunigen zu einer enormen Verspätung trotz tiefer Reisegeschwindigkeit. Und wenn irgendwo andere Züge waren, hatten diese Vorfahrt, selbst Güterzüge. Fahrpläne wurden nie eingehalten. Die Züge via Marienborn-Griebnitzsee hingegen verkehrten fast auf die Minute genau und mussten nie für Überholungen durch andere Züge anhalten. Angeblich nannte man die "Zitteraale", für die Stellwerker war das offenbar Stress pur, relativ häufig sah man, dass sie mit Kellen winkten (Zs4/Zs5 bzw. Zp10/ZP11 - je nach Kelle vmax fahren oder etwa halbes Tempo fahren.)
Theo


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#58

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.06.2011 23:13
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von uffz_nachrichten

Zitat von Boelleronkel

..in Richtung Eisenach "pendelte"die Trapo "ganz gern"zwischen Gotha und Eisenach,die I Züge hielten ja nicht in jedem Nest.
Zumal in Richtung Gerstungen für die meissten AGT in Eisenach spätestens umsteigen in" Normale-Regionalzüge"angesagt war.
Wenn nicht in Gerstungen gabs so etwas wie "Aufenthaltsräume"für vom Weg verwirrte"Reisende.
Wie Mike schon schrieb,man wurde dann "ausgelöst"
In den Regiozügen nach Gerstungen pendelten die Kontrollen Förtha-Gerstungen,dort allerdings auch in Zivil...
"Vermisste"gabs ja immer mal...



Ist olle Janke wirklich in Zivil durch ( der Vater von nem ehemaligen Schulkameraden - TraPo )?
Boah, Schei.... Gedächtnis. Aber ich kann mich wirklich nicht erinnern, ob die in Uniform oder Zivil kontrolliert haben.

Was das "Auslösen" in Gerstungen beim PKE anbelangt, einem Bekannten ( diente zur gleichen Zeit wie ich, aber als Maat ), hat nur sein Regimenter seinen vKU in ESA "gerettet". Telefonisch. Zumal er "furztrocken" in Gerstungen ankam. Aber nach 8h Dienst und 14h Bahnfahrt durch die komplette DDR darf man schon mal einkulpen, oder?

Hei uffz Nachrichten,
Gemeint ist mit Trapo(Transportpolizei)..ganz in blau eben Trapo...meiner Erinnerung nach bis ESA vertreten und in den Regionalzügen
bis Gerstungen...in Uniform.
I.Züge waren wie schon erwähnt,für die AGTs in ESA aussteigen und weiter mit Regio-Zügen,hier gabs auch Zivilkontrollen.

Sicher wird man schon einen Regimenter "gebraucht"haben um "ausgelöst"zu werden,aber wie Du schon schreibst,nach einer Tagesfahrt
kann man schon mal einschlafen.
Allerdings dürfte das "Durchrutschen" eines "Verirrten"in einem I Zug bis auf den Übergangsbahnhof für die jeweiligen Kontollen von der Strecke ein ernstes Nachspiel gehabt haben!

Die "Schlagbaumgesellschaft"von Oberellen hatte ja Volkspolizeiuniform...kontrolliert wurden wir immer.
Besonders zu Kirmis Zeiten
Gruss BO






Zitat von Boelleronkel

Zu Fuss vom Gebiet Böller zum SchlagbaumOberellen,dann per Anhalter mit dem Milchlaster nach Eisenach(hier sei nochmals ein wirklicher Dank an dieLKW Fahrer,die einen am Bahnhof Eisenach abgesetzt haben)
Dann Zug nach Berlin über die wirklich "schönen "Bahnhöfe Gotha,Erfurt,Weimar,Apolda,Naumburg,Bitterfeld,Wittenberg,irgendwann Berlin Ostbahnhof oder Lichtenberg,bisschen S- Bahn fahren und wer Glück hatte, dessen Freunde hatten Zeit und Auto,dann war man mal "recht früh"zu Hause...muss man wirklich nicht all zu oft haben!



Von mir auch noch herzlichen Dank an dieser Stelle an "Rudi" und Kollegen ( Schlagbaumwächter in Oberellen ).
Die haben den Schlagbaum schon aufgemacht, wenn sie den kaputten Auspuff von meinem Star auf der Trasse nur schon hörten.
Außer einem "wann willste denn mal deinen Krümmer machen, Langer"? - Ruf kam nie was.



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#59

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 23.06.2011 13:38
von Gohrbi | 575 Beiträge

Ich kenne die Trapo auch nur in blau, bei ihren Kontrollen.
In DR - Zügen nach ESA ab Fröttstedt mit Kontrolle.
In ESA an der Treppe zu den Bahnsteigen und in der Bahnhofshalle.
Im Zug nach Gerstungen wurde ab Förha durchgegangen und kontrolliert.
In Gerstungen auf dem Weg zur Bahnhofshalle sowieso.


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#60

RE: Urlaubsheimfahrt im Interzonenzug

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 24.06.2011 14:43
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat von Oberkellner
Wie schon erwähnt,größtenteils waren DB Waggons in die Transitzüge eingereiht,je nach Kurs konnten es durchaus auch andere Bahnverwaltungen sein,die da fleißig sein durften,DR,PKP,SNCF u.a. ,Mensch das ist auch schon so lange her,habe gerade nochmal drüber nachgedacht,unser Kurs nach Hamburg,Abfahrt etwa 13.00 Uhr Berlin,führte auch DR Wagen,der Berolina,wenn ich mich nicht täusche B-Wagen(2.Klasse) der DR,die 2 Wagen,welche außer unserem WR bis Holland liefen,stammten auch aus dem schicken DR-Fundus,manch anderes kriege ich leider nicht mehr so genau zusammen,die Sitzwagen haben uns früher auch kaum interessiert,gab da andere Interessenlagen damals !

Die Schwedenzüge z.B. waren auch DR-Garnituren,im Nachtzug nach Basel,waren bunte Mixturen angesagt,DB(Schlafwagen),DR(Liegewagen) und dann noch einige Schlafkisten vom großen Bruder aus dem Osten !
Der Westerlandautozug(Ferien etc.) hatte auch einige DR-Wagen dabei,sah bestimmt eigenwillig aus,die Wagen,der Mitropa-Speisewagen und hinten dran jede Menge Westkisten,naja war auch beim legendären Spree-Alpen so,nur das da DR-Liegewagen und Mitropa-Schlafwagen durch die Lande fuhren,vor den Autos aus dem Westen.




Kann ich nur bestätigen, Kurswagen gehörten meist zu den Bahngesellschaften, wo sie hinfuhren


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