#101

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2011 17:57
von YYYYYYYY (gelöscht)
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Zitat von dremi
Hallo "HptGfr82"
Ich hatte nur die Frage gestellt,da mir dieses Buch während meines Studiums und danach nicht zu Verfügung stand.
Desweiteren habe ich auch in den Traditionen der GT, bis zu meinem Dienstende 1991, keinerlei Verweise darauf gefunden.

Vielleicht hast du selbst Erfahrungen über Parallälitäten . Würde mich interessieren. Auch ich kann noch was dazulernen.
Gruß dremi




@ dremi

kein wunder das du während deines studiums nichts gefunden hast ,das buch erschien erst im juni 2004 ,1 auflage beim LIT verlag.


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#102

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2011 12:57
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Landeposten
Diese beiden Einrichtungen zu vergleichen bietet,nein drängt sich geradezu an/auf.



Ich empfehle, die Ausstellung "Ordnung und Vernichtung - Die Polizei im NS-Staat" im Deutschen Historischen Museeum in Berlin zu besuchen.
Schaut Euch das Handwerk von Ordnungspolizei, Geheimer Staatspolizei, Sicherheitsdienst und Kriminalpolizei genau an. Lasst die Bilder von den Massakern der Einsatzgruppen in den besetzten Gebieten auf Euch wirken. Betrachtet die Arbeit der genannten Organisationen in den Ghettos und schaut Euch die Fotos von den Deportationen genau an. Vergesst auch nicht, über die Karrieren der vielen NS-Täter nachzudenken, die nach 1945 Karriere beim BND, beim Verfassungsschutz und der Polizei machten.
Viele der Beamten, die in der NS-Zeit als Verfechter der Kriminalbiologie und der Rassenhygiene (kriminelles und dauerhaft abweichendes Verhalten galt als vererbbar, die Kriminalpolizei sollte die Träger negativer Erbinformationen identifizieren, aus der Gesellschaft ausschließen und an der Fortpflanzung hindern) in Erscheinung traten, wurden nach 1945 in der Bundesrepublik tätig. Diese Seilschaften hielten z. T. bis in die 1970er Jahre hinein an kriminologischen Konzepten und kriminaltaktischen Maßnahmen aus der NS-Zeit fest.
Es hat schon seine Gründe, warum man erst jetzt mit der historischen Aufarbeitung dieser Behörden beginnt. Man kann keinem mehr weh tun und für seine Taten zur Verantwortung ziehen.
Wer nach der Betrachtung der Ausstellung immer noch ernsthaft SD, Gestapo, und NS-Kripo mit dem MfS gleichsetzen will, der hat m. E. die Geschichte nicht verstanden und ist zu einer differenzierten Betrachtungsweise nicht in der Lage.



zuletzt bearbeitet 09.04.2011 15:10 | nach oben springen

#103

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2011 13:24
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Nazis, die politisch nützlich waren, denen wurde verziehen und sie konnten noch was werden, sowohl in der BRD als auch in der DDR.
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_ehema...%C3%A4tig_waren
Es war eben kalter Krieg.
Theo


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#104

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2011 13:32
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Nazis, die politisch nützlich waren, denen wurde verziehen und sie konnten noch was werden, sowohl in der BRD als auch in der DDR.



Ich sehe keinen ehemaligen Gestapo, SD- und NS-Kripo Angehörigen im hauptamtlichen Apparat des MfS und der Volkspolizei. Dagegen gab es in bundesdeutschen Sicherheitsbehörden hunderte.
In der DDR erfolgte beim Aufbau des MfS und der VP eine radikale Säuberung von NS-belasteten Personen. Darüber sind sich selbst renomierte Fachhistoriker einig.



zuletzt bearbeitet 09.04.2011 13:35 | nach oben springen

#105

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2011 14:22
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Das hat wohl damit zu tun, dass die SU keine Angehörigen dieser Einheiten bei der Polizei und MfS duldete. Denn unter der NS Unrechts-Tätigkeit im Dritten Reich war hauptsächlich die SU betroffen. Nur marginal die westlichen Kriegsalliierten. Und die sahen es wohl nicht so eng, wenn es um die "Rehabilitierung" ging.
Theo


zuletzt bearbeitet 09.04.2011 15:49 | nach oben springen

#106

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2011 14:56
von Landeposten (gelöscht)
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Zitat von Merkur

Zitat von Landeposten
Diese beiden Einrichtungen zu vergleichen bietet,nein drängt sich geradezu an/auf.



Ich empfehle, die Ausstellung "Ordnung und Vernichtung - Die Polizei im NS-Staat" im Deutschen Historischen Museeum in Berlin zu besuchen.
Schaut Euch das Handwerk von Ordnungspolizei, Geheimer Staatspolizei, Sicherheitsdienst und Kriminalpolizei genau an. Lasst die Bilder von den Massakern der Einsatzgruppen in den besetzten Gebieten auf Euch wirken. Betrachtet die Arbeit der genannten Organisationen in den Ghettos und schaut Euch die Fotos von den Deportationen genau an. Vergesst auch nicht, über die Karrieren der vielen NS-Täter nachzudenken, die nach 1945 Karriere beim BND, beim Verfassungsschutz und der Polizei machten.
Viele der Beamten, die in der NS-Zeit als Verfechter der Kriminalbiologie und der Rassenhygiene (kriminelles und dauerhaft abweichendes Verhalten galt als vererbbar, die Kriminalpolizei sollte die Träger negativer Erbinformationen identifizieren, aus der Gesellschaft ausschließen und an der Fortpflanzung hindern) in Erscheinung traten, wurden nach 1945 in der Bundesrepublik tätig. Diese Seilschaften hielten z. T. bis in die 1970er Jahre hinein an kriminologischen Konzepten und kriminaltaktischen Maßnahmen aus der NS-Zeit fest.
Es hat schon seine Gründe, warum man erst jetzt mit der historischen Aufarbeitung dieser Behörden beginnt. Man kann keinem mehr weh tun und für seine Taten zur Verantwotung ziehen.
Wer nach der Betrachtung der Ausstellung immer noch ernsthaft SD, Gestapo, und NS-Kripo mit dem MfS gleichsetzen will, der hat m. E. die Geschichte nicht verstanden und ist zu einer differenzierten Betrachtungsweise nicht in der Lage.





Hallo,ich sehe gerade ich wurde etwas sinnentstellt zitiert.
Merkur ich bitte dich in Zukunft bei solchen Gelegenheiten nicht nur die Textpassagen herauszupicken die dir passend erscheinen um mich in ein falsches Licht zu setzen.Zu deiner Entschuldigung muß ich sagen um meinen Text richtig einordnen zu können hätte ich für Leute wie dich ein passendes Smily anhängen,oder das Wort "Sarkasmus" anfügen müssen.Ich dachte aber ein heutzutage normal denkender Mensch erkennt dieses und weitere Erklärungen sind nicht nötig.Falsch gedacht!
Ich bin sehr wohl in der Lage die Geschichte und deren Zusammenhänge richtig einzuschätzen.Deshalb verbitte ich mir von dir hier versuchsweise irgendwie in eine rechte Ecke gestellt zu werden.Danke!


zuletzt bearbeitet 09.04.2011 15:02 | nach oben springen

#107

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2011 15:32
von Landeposten (gelöscht)
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In anbetracht dessen,daß es einigen hier verkehrenden User genügt den jeweils letzten Beitrag vom thread zu lesen ,um eine umfassende Antwort auf die zubehandelnde Problematik zu geben, bitte ich dich @merkur meinen gesamten Beitrag vom 12.12.2010 ,20Uhr31 zu zitieren.
Daraufhin ist dein Oberlehrerhafter Beitrag mir gegenüber hinfällig.


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#108

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.04.2011 09:40
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Merkur

Zitat von eisenringtheo
Nazis, die politisch nützlich waren, denen wurde verziehen und sie konnten noch was werden, sowohl in der BRD als auch in der DDR.



Ich sehe keinen ehemaligen Gestapo, SD- und NS-Kripo Angehörigen im hauptamtlichen Apparat des MfS und der Volkspolizei. Dagegen gab es in bundesdeutschen Sicherheitsbehörden hunderte.
In der DDR erfolgte beim Aufbau des MfS und der VP eine radikale Säuberung von NS-belasteten Personen. Darüber sind sich selbst renomierte Fachhistoriker einig.




http://www.n-tv.de/politik/Silberbauer-s...cle3064821.html
Das war keine Zusammenarbeit ohne Kenntnis des Hintergrundes oder eine Ausnnahme, sondern die Regel!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#109

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 08:35
von Tobeck | 488 Beiträge

Zitat von Merkur

Zitat von eisenringtheo
Nazis, die politisch nützlich waren, denen wurde verziehen und sie konnten noch was werden, sowohl in der BRD als auch in der DDR.


In der DDR erfolgte beim Aufbau des MfS und der VP eine radikale Säuberung von NS-belasteten Personen. Darüber sind sich selbst renomierte Fachhistoriker einig.




Und was ist mit Wilhelm Adam? So radikal kann die Säuberung nicht gewesen sein, wenn er sogar Oberst bzw. Generalmajor werden konnte. Wieso konnte so jemand eine solche Karriere machen? Vielleicht lag es daran, dass sich in manchen Punkten die roten und braunen "Sozialisten" gar nicht so fern waren, wenn man z.B. an Röhm, Adams ehemaligen "Chef", denkt:

Zitat
(...)Seine politische Einstellung blieb radikal antikapitalistisch und revolutionär. Für ihn gab es kein Arrangement mit für seine Begriffe korrupten Mächten wie der Großindustrie oder der Reichswehr.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_R%C3%B6hm



Unter diesen Prämissen war es für Adam gar nicht so schwer umzudenken. Man sollte nicht vergessen - erst durch den Röhm-Putsch war der Weg endgültig entschieden, den die NSDAP nehmen sollte. Bis dahin war die Ausrichtung nicht eindeutig. Und man sollte auch nicht vergessen: Die Nazis haben Kommunisten verfolgt, aber die Kommunisten selbst haben auch Kommunisten verfolgt:

Zitat
Im Rahmen des Großen Terrors zwischen 1936 und 1938 wurden zahlreiche Funktionäre als angebliche Gegner Stalins festgenommen, verhört, in den Gulag deportiert oder hingerichtet. Bei diesen „Säuberungen“ starben unter Stalin mehr deutsche kommunistische Spitzenfunktionäre als unter Hitler.
http://www.spielfilm.de/kino/2986491/hotel-lux.html


zuletzt bearbeitet 11.04.2011 08:40 | nach oben springen

#110

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 09:08
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Tobeck

Zitat von Merkur

Zitat von eisenringtheo
Nazis, die politisch nützlich waren, denen wurde verziehen und sie konnten noch was werden, sowohl in der BRD als auch in der DDR.


In der DDR erfolgte beim Aufbau des MfS und der VP eine radikale Säuberung von NS-belasteten Personen. Darüber sind sich selbst renomierte Fachhistoriker einig.




Und was ist mit Wilhelm Adam? So radikal kann die Säuberung nicht gewesen sein, wenn er sogar Oberst bzw. Generalmajor werden konnte. Wieso konnte so jemand eine solche Karriere machen? Vielleicht lag es daran, dass sich in manchen Punkten die roten und braunen "Sozialisten" gar nicht so fern waren, wenn man z.B. an Röhm, Adams ehemaligen "Chef", denkt:

Zitat
(...)Seine politische Einstellung blieb radikal antikapitalistisch und revolutionär. Für ihn gab es kein Arrangement mit für seine Begriffe korrupten Mächten wie der Großindustrie oder der Reichswehr.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_R%C3%B6hm



Unter diesen Prämissen war es für Adam gar nicht so schwer umzudenken. Man sollte nicht vergessen - erst durch den Röhm-Putsch war der Weg endgültig entschieden, den die NSDAP nehmen sollte. Bis dahin war die Ausrichtung nicht eindeutig. Und man sollte auch nicht vergessen: Die Nazis haben Kommunisten verfolgt, aber die Kommunisten selbst haben auch Kommunisten verfolgt:

Zitat
Im Rahmen des Großen Terrors zwischen 1936 und 1938 wurden zahlreiche Funktionäre als angebliche Gegner Stalins festgenommen, verhört, in den Gulag deportiert oder hingerichtet. Bei diesen „Säuberungen“ starben unter Stalin mehr deutsche kommunistische Spitzenfunktionäre als unter Hitler.
http://www.spielfilm.de/kino/2986491/hotel-lux.html






Tobeck,
ich wusste nicht, dass Adam Angehöriger des MfS war ?
Du solltest aber auch schreiben, dass Adam 1943 in sow. Kriegsgefangenschaft kam und Mitglied des BDO und NKFD sowie der Zentrale der Antifa- Schule war. In Abwesenheit wurde Adam von einen deutschen Gericht zum Tode verurteilt. 1958 schied er dann schon aus der NVA aus.


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#111

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 09:34
von Tobeck | 488 Beiträge

Zitat von Alfred

Tobeck,
ich wusste nicht, dass Adam Angehöriger des MfS war ?
Du solltest aber auch schreiben, dass Adam 1943 in sow. Kriegsgefangenschaft kam und Mitglied des BDO und NKFD sowie der Zentrale der Antifa- Schule war. In Abwesenheit wurde Adam von einen deutschen Gericht zum Tode verurteilt. 1958 schied er dann schon aus der NVA aus.



Noch einmal, @Merkur schrieb:

Zitat
In der DDR erfolgte beim Aufbau des MfS und der VP eine radikale Säuberung von NS-belasteten Personen. Darüber sind sich selbst renomierte Fachhistoriker einig.



Und ich habe dann das Gegenbeispiel Adam genannt, ich habe nicht behauptet, dass er MfS-Angehöriger war. Er ist ja nur ein Beispiel von vielen, die trotz NS-Vergangenheit Karriere in verschiedenen Organisationen im Osten bis zum Minister machen konnten. Die Aussage von @eisenringtheo war ja, dass Nazis, die nützlich waren, auf beiden Seiten Karriere machen konnten. Sich nur auf das MfS zu beschränken, ist da wenig hilfreich, wenn man sogar in der übergeordneten SED solche Karrieren machen konnte.


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#112

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 09:42
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Zitat von Alfred
1958 schied er dann schon aus der NVA aus.


Er war zu diesem Zeitpunkt 65. Das offzielle Rentenalter für Männer.. Es wurde hier die Frage gestellt, ob stark NS belastete Personen in wichtigen Positionen bei MfS und politischer Polizei tätig wurden. Ein ehemaliger Nazi mit sehr gutem kaufmännischen Hintergrund als Leiter der Inspektion für die Verwaltungsschulen der Armee und später als Kommandeur an einer Offziershochschule scheint unproblematisch, sofern er dort vor allem seine kaufmännischen Kenntnisse einbringt und vermittelt.
Theo


zuletzt bearbeitet 11.04.2011 09:44 | nach oben springen

#113

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 10:00
von Alfred | 6.841 Beiträge

Tobeck,

es ging hier wie bereits geschrieben nicht um die NVA oder ähnlich.
Es ging hier um die von Merkur genannten Bereiche.

Und sonst müsste man immer den konkreten Fall sehen.


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#114

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 12:20
von Tobeck | 488 Beiträge

Ich weiß nicht, ob hier im Thread schon der Autor Henry Leide genannt wurde. Dieser kommt in seinem Buch "NS-Verbrecher und Staatssicherheit - Die geheime Vergangenheitspolitik der DDR" zu der Aussage, dass auch ehemalige RSHA- und Gestapo-Leute als Inoffizielle Mitarbeiter und West-Agenten im Dienst des MfS genutzt wurden, ohne dass gegen diese ermittelt wurde. Die frühere RSHA- und Gestapo-Vergangenheit war dabei bekannt und es wurde sogar auf eine weitergehende Überprüfung der Vergangenheit verzichtet - wenn diejenigen offensichtlich ihre Vergangenheit herunterspielten wollten - mit der Begründung "auf andere Art und Weise das damalige Verbechen wieder gut zu machen". Ab der Seite 195 werden in Fallstudien zahlreiche Beispiele von Anwerbungen und Anwerbeversuchen genannt.

http://books.google.de/books?id=lK9z4zov...epage&q&f=false

Man sollte sich nichts vormachen, alle Seiten - die USA, die Sowjetunion, die BRD und DDR - haben ehemalige Beamte und auch Wissenschaftler des Dritten Reiches eingestellt oder zu ihren Zwecken benutzt, wenn es Ihnen nützlich erschien. "Moralisch" saubere Staaten und staatliche Geheimdienste gab es in der Geschichte nie - diese müssen erst noch erfunden werden.


zuletzt bearbeitet 11.04.2011 12:30 | nach oben springen

#115

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2011 21:01
von Alfred | 6.841 Beiträge

Tobeck,

ich habe den Eindruck Du schreibst hier nach der Devise, etwas muss ich doch finden.

Es ging hier um hauptamtliche MA und nicht um IM

Im wesentlichen gab es 2 Gründe , wenn es von Seiten des MfS eine zusammenarbeit mit Personen von Gestapo und Co gab.
Das war u.a. der Fall, wenn bekannt war, dass sie bereits mit Diensten West eine zusammenarbeit pflegten bzw. wenn man auf diesen Weg Nazi und Kriegsverbrechen aufklären konnte.
Dann ist es auch ein Unterschied ob Herr XY "nur" Mitglied einer Partei war oder ob es Beweise für Verbrechen gab.

Die HV A des MfS nutze bekanntlich die Quelle Weirauch der im Bundesministerium für Verteidigung tätig war. Durch Quellen wurde bekannt, dass L. Weirauch u.a. an der Deportation von Juden beidligt war. Darauf wurde die Verbindung abgebrochen.

Oberst a.D. Eichner kam zu der Einschätzung:"Das MfS hat nicht unter ehemaligen SD-undGestapoleuten geworben, weil diese nazis waren.sondern weil diese nazis-neben anderen Personenkatgorien-bevorzugte Zielpersonen der westlichen Geheimdienste waren. Außerdem hat das MfS bei IM unter diesen Personen auch im Verlauf der Zusammenarbeit mit ihnen, jedes Verdachtsmoment auf frührere Straftaten untersucht".


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#116

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2011 19:26
von Gert | 12.354 Beiträge

"Wer Nazi war, bestimmen wir!" so sagte es das MfS

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaf...,397473,00.html

so lief das ab beim MfS. Den vermeintlichen Mörder von Thälmann liess man in der Bundesrepublik unbehelligt, da er zu Propagandazwecken besser in Freiheit war, als im Gefängnis. Die Volkskammer in den 50er war zur Hälfte mit NSDAP Mitgliedern besetzt, natürlich unter neuer Flagge SED und "Blockflöten". Ausführlicher im Link des Spiegel. Und IMs gab es etliche Nazis, sogar einen der an der Rampe in Auschwitz mitgearbeitet hat.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#117

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2011 20:03
von Alfred | 6.841 Beiträge

Gert,

einfach mal lesen, den kompletten Text findet man in der Ducksache 16/7919 des BT.

Antwort der Bundesregierung

auf eine kleine Anfrage von Abgeordneten der FDP „zur Aufarbeitung der Gründungsgeschichte des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR“

(Bundestags-Drucksache 16/7919 vom 29.01.2008)



Auszüge:



„… Nach den Einstellungsrichtlinien der Volkspolizei und des MfS war die Einstellung von NSDAP-Mitgliedern nicht gestattet. Nach einer Stichprobenanalyse für den Mitarbeiterbestand des Jahres 1953 konnten keine NSDAP-Mitglieder festgestellt werden. Eine generelle Abweichung von diesen Dienstvorschriften ist nicht bekannt…

… Eine Ausnahme stellt lediglich eine geringe Zahl von Fällen dar, in denen MfS-Mitarbeiter eine derartige Vorgeschichte bei der Einstellung verschwiegen hatte. Der Staatssekretär für Staatssicherheit, Ernst Wollweber , nannte 1955 vier solcher Fälle. Sofern die Belastung nicht nur geringfügig (z.B. wegen lediglich einfacher Zugehörigkeit zur Waffen-SS) eingestuft wurde, wurden die Mitarbeiter entlassen und ggf. strafrechtlich belangt...

… Aus der Gründungsleitung des MfS (Abteilungsleiter und höher) war etwa ein Drittel in der Sowjetunion militärisch und/oder geheimdienstlich ausgebildet. 1962 waren im MfS 14 ehemalige Kämpfer der Interbrigaden im spanischen Bürgerkrieg und 28 frühere Angehörige von sowjetischen Partisaneneinheiten tätig (Doppelnennungen waren möglich)…

… Ähnlichkeiten der DDR-Staatssicherheit mit vergleichbaren Institutionen des NS-Staates beruhen nicht auf historischen Kontinuitäten. Diese waren aufgrund des erfolgten institutionellen Umbruchs in der SBZ/DDR sowie des Selbstverständnisses des MfS als „antifaschistisch“ ausgeschlossen. Bei der Gründung legte die MfS-Führung zum Beispiel Wert auf eine möglichst starke begriffliche Lösung vom Vokabular der deutschen Polizei. So wurde z.B. die Bezeichnung V-Mann für einen Informanten zugunsten der aus dem russischen entlehnten Begriffe „Geheimer Informator“ und „Geheimer Mitarbeiter“ (später Inoffizieller Mitarbeiter) abgelöst…“


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#118

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2011 20:16
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Gert
Und IMs gab es etliche Nazis, sogar einen der an der Rampe in Auschwitz mitgearbeitet hat.

Gruß Gert



Gert, stell Dir mal vor:
In der Bundesrepublik gab es sogar einen Chef des Landeskriminalamtes, der Beihilfe zu 11.000 Morden geleistet hat. So ein richtiger Beamter, ganz offiziell in Amt und Würden.



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#119

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2011 09:41
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Merkur

Zitat von Gert
Und IMs gab es etliche Nazis, sogar einen der an der Rampe in Auschwitz mitgearbeitet hat.

Gruß Gert



Gert, stell Dir mal vor:
In der Bundesrepublik gab es sogar einen Chef des Landeskriminalamtes, der Beihilfe zu 11.000 Morden geleistet hat. So ein richtiger Beamter, ganz offiziell in Amt und Würden.






Ist ja richtig Merkur, aber bitte nicht immer die moralische Keule schwingen nach dem Motto : bäääh die Wessis haben Nazis beschäftigt.
Die Ossis taten es auch, bitte nimm das mal zur Kenntnis. In welchem Grade der Einzelne in den Naziapparat verstrickt war, ist doch in diesem Zusammenhang nicht von Bedeutung. Wichtig ist, das jeder einzelne ein funktionierendes "Rädchen" in dem System war, das ohne die "Rädchen" nicht gelaufen wäre. Gehst du da mit mir einig ?

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#120

RE: Gestapo/RSHA --------Ministerium für Staatssicherheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2011 11:04
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Gert
Ist ja richtig Merkur, aber bitte nicht immer die moralische Keule schwingen nach dem Motto : bäääh die Wessis haben Nazis beschäftigt.
Die Ossis taten es auch, bitte nimm das mal zur Kenntnis. In welchem Grade der Einzelne in den Naziapparat verstrickt war, ist doch in diesem Zusammenhang nicht von Bedeutung. Wichtig ist, das jeder einzelne ein funktionierendes "Rädchen" in dem System war, das ohne die "Rädchen" nicht gelaufen wäre. Gehst du da mit mir einig ?
]



Gert,
natürlich musste auch die DDR mit den ehemaligen Nazis irgendwie umgehen. Aber in der DDR wäre der Kommentator der Nürnberger Rassengesetze kein Staatssekretär geworden, ein Marinekriegsrichter, der Todesurteile fällte, nicht Ministerpräsident und ein Verantwortlicher der NS-Polizei, der für die Deportation tausender Juden sorgte, wäre nicht Chef eines Landeskriminalamts geworden. Ich sehe auch einen Unterschied darin, ob jemand noch im April 45 fanatisch für den Endsieg kämpfte oder sich beispielsweise in der UdSSR dem NKFD anschloss.
Ich gehe mit Dir überein, dass viele "Rädchen" zum funktionieren des Systems beitrugen. Dennoch differenziere ich zwischen den Schreibtischtätern und Praktikern des Genozids und dem Gefreiten der Wehrmacht.



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