#21

RE: BRD- Grenzkontrolle von DDR - Bürgern

in Bundesgrenzschutz BGS 21.11.2010 22:45
von Eumel | 139 Beiträge

Nein, dass stimmt so nicht. Es gab immer 2 Karten. In diesem Fall Aus- und Einreisekarte. Einbehalten wurde bei der Ausreise natürlich die Ausreisekarte (Zählkarte) und im Pass lag dann die Einreisekarte. Die wurde dann bei der Einreise gestempelt und einbehalten.

Also eine hatten die ausreisenden DDR Bürger noch

Das die natürlich vor der Ausreise ausgefüllt werden mussten ist klar.


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#22

RE: BRD- Grenzkontrolle von DDR - Bürgern

in Bundesgrenzschutz BGS 21.11.2010 22:47
von eisenringtheo | 9.168 Beiträge

Zitat von SanGefr
Hallo eisenringtheo!
(betr. Züge entgleisen lassen...)Oh ja! Das hätten die DDR-Behörden darauf ankommen lassen. Davon bin ich felsenfest überzeugt, selbst auf die Gefahr,....


Es gibt doch die Stellwerkstechnik. Die Weiche war ganz bestimmt in diese eingebunden. Wenn der DHO die Weiche nicht mit seinem (Schlüssel?)schalter bedient, kann keine Fahrstrasse eingestellt, nicht mechanisch verschlossen, nicht elektrisch festgelegt und das Signal nicht geöffnet werden. Ein unerlaubtes Abfahren endet mit Zwangsbremsung (2000 Hz) am Hp0 oder an der Entgleisungsweiche und der Tf im Gefängnis. Ist jedoch alles eingestellt und der Zug fährt korrekt ab, dann sind nachweispflichtige Hilfshandlungen des Stellwerkpersonals nötig, damit der DHO seine Weiche stellen kann. Und da habe ich Zweifel, dass man das machen würde. Wahrscheinlich würde man den Zug mit einem "SHx" Signal stoppen. Interessant wäre die Frage, ob die Türme und die Soldaten mit diesen Signalen ausgerüstet waren.
http://www.stellwerke.de/signal/deutsch/sh.html#sh3
Theo


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#23

RE: BRD- Grenzkontrolle von DDR - Bürgern

in Bundesgrenzschutz BGS 21.11.2010 23:11
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von Eumel
Nein, dass stimmt so nicht. Es gab immer 2 Karten. In diesem Fall Aus- und Einreisekarte. Einbehalten wurde bei der Ausreise natürlich die Ausreisekarte (Zählkarte) und im Pass lag dann die Einreisekarte. Die wurde dann bei der Einreise gestempelt und einbehalten.

Also eine hatten die ausreisenden DDR Bürger noch

Das die natürlich vor der Ausreise ausgefüllt werden mussten ist klar.




Welche Karte ist dann diese hier?
http://www.ddr-militaria-onlineshop.keepfree.de/24.jpg

Oder ist diese hier gemeint?
http://www.ddr-militaria-onlineshop.keepfree.de/29.jpg
http://www.ddr-militaria-onlineshop.keepfree.de/29a.jpg


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#24

RE: BRD- Grenzkontrolle von DDR - Bürgern

in Bundesgrenzschutz BGS 22.11.2010 10:42
von Rabe (gelöscht)
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@ in Beantwortung mir aufgefallender Beiträge zum Thema

Ich habe ja durchaus Verständnis für die BGS/Zoll - Beamten, wenn sich der Ton gegenüber Reisenden verändert. Es heißt doch: Wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück. Da durch den BGS/Zoll scheinbar weniger Reisende kontrolliert wurden, waren die Erlebnisse von Reisenden zum BGS/Zoll analog auch geringer. Aber was dem BGS/Zoll zugebilligt wird, möchte ich natürlich auch den ehemaligen DDR -
Kontrollen zubilligen. Für mich ist professionelles Verhalten aber anders , egal welcher Seite.
Stand/Kontrollzeiten der Züge in Oebisfelde. Diese Stand/Kontrollzeiten waren im Fahrplan der Züge festgelegt. Meines Wissens wurden die Fahrpläne abgestimmt untereinander/miteinander. Diese Standzeiten kann man nicht den Kontrollen anlasten. Wir waren durchaus in der Lage, dieses Problem z.B. durch fahrende Kontrollen zu lösen. Die Ausnutzung der Standzeiten zu r Kontrolle hatte ja auch was mit der Ausnutzung der Arbeitszeit zu tun.
Die geschilderten Kontrollabläufe des BGS/Zoll nach Bauchgefühl sind für mich sehr interessant. Ich kenne ja die entsprechen Bestimmungen
von BGS/Zoll nicht. Nun kann ich mir so manches erklären. In Oebisfelde " landeten " Leute, wie Reisende ohne Fahrkarten mit ganz anderen Reisezielen als die DDR, Reisende, die stark unter Alkoholeinfluß standen, auch Reisende die einfach nur mal den Bahnhof fotografieren wollten, Reisende mit seltsamen Verhaltensweisen auch. Da war die mehrfache Anreise einer Dame in Oebisfelde, die sich als Familienangehörige der russischen Zarenfamilie Romanow ausgab und ohne Personaldokumente war, eher amüsant.
Der Spaß hörte aber auf, wenn eine Leiche im Zug saß und die ärztliche Untersuchung ergab, daß der Tod schon vor Stunden eingetreten war. Nun, für Reisende war es schon spannend, wenn diese Leiche auf einer Trage aus dem Zug geschafft wurde und man den Abtransport durch Paßkontrolleure mitverfolgen konnte. Manchmal, bei Todesfällen mit Verdacht eines nicht natürlichen Todes, wurde der Reisewagen zur Untersuchung/Spurensicherung ausgesetzt.
Nicht nur im Personenverkehr gab es unschöne Erscheinungen am Grenzbahnhof. Im grenzüberschreitenden Güterverkehr BRD- DDR wurden sehr, sehr oft an den Güterwagen großflächige Schmierereien festgestellt. Losungen mit antisemitischen Inhalt, antipolnische
Ausfälle, faschistische Symbole u.a.m, die deren Anbringung in der BRD
sicher auch Straftatsbestand waren und verfolgt hätten werden müssen. Solche Angriffe waren nicht nur auf die Bahn beschränkt, es gab sie auch auf LKW aus der DDR, Polen und der UdSSR.
Unverständlich, warum die DDR - Propaganda dies Thema nicht aufgegriffen hat. Man war bestimmt auf Entspannungskurs und wollte nicht die Trittbrettfahrer auf den Plan rufen.
Zu den unterschiedlichen Zählkarten, die Anwendung waren. Nach der Grenzöffnung 1989 entstanden bekanntlich eine Vielzahl von neuen
Grenzübergangstellen. Es wurde von DDR - Seite krampfhaft versucht, ein Kontrollregime aufrecht zu erhalten. Dazu war eine bestimmte materielle Sicherstellung erforderlich und dadurch kamen u.a. verschiedene und unterschiedliche Ausführungen von Zählkarten zum Einsatz. Alte Bestände aufgebraucht und neue gleichzeitig eingeführt. Man hielt sich ja noch an das Prinzip der Sparsamkeit. Soviel zu meiner Verwirrtheit bei den Zählkarten.

Rabe


zuletzt bearbeitet 22.11.2010 10:49 | nach oben springen

#25

RE: BRD- Grenzkontrolle von DDR - Bürgern

in Bundesgrenzschutz BGS 22.11.2010 11:46
von SanGefr | 218 Beiträge

Hallo eisenringtheo!
Das Vorbeifahren an Halt-zeigenden Hauptsignalen wird durch die Indusi mit dem 2000 Hz-Magnet wirksam, wenn ein Indusi 2000 Hz-Magnet vorhanden ist. Im Bahnhof Oebisfelde war an den Ausfahrsignalen keine Gleismagnete vorhanden - also gab es auch keine Indusi-Einrichtung. Selbst wenn, wäre es für dem Lokführer ein Leichtes, mittels seiner Indusi-Befehlstaste die Indusi-Einrichtung der Lok unwirksam zu machen. Es gibt auch Situationen, bei denen der Lokführer an Halt-zeigenden Signalen vorbeifahren muß, so etwa bei Signalstörungen, Rangierarbeiten, Vorbeifahrt auf Ersatzsignal etc. pp. Da wäre jedesmal ein Zwangsbremsung hinderlich und kostet viel Zeit. Ich glaube schon, dass diese betreffende Weiche mit im Verschluß der Fahrstraße des Fahrdienstleiters lag. Es gab aber mit Sicherheit eine Technik, bedient von wem auch immer, die diese Weiche aus dem Verschluß brechen konnte um sie, wenn nötig vor oder sogar unter dem Zug umzulegen. Damit fuhr der Zug bzw. Teile des Zuges regelrecht in den "Dreck". Da der Zug bei Erreichen dieser Weiche höchstens 40 km/h drauf hatte, wäre er also bei einer Entgleisung nicht weit gekommen. Verletzte hätte es keine gegeben. Wenn aber die letzte Achse des Zuges diese Weiche befahren hätte, gäbe es keine Möglichkeit mehr, den Zug auf Gebiet der DDR zu stoppen. Zwar waren noch Grenzposten auf der Strecke, aber vor Maschinenpistolensalven brauchte sich die Lok (Baureihe 218) nicht fürchten, wenn der Lokführer sich ducken würde oder sich im Maschinenraum in Sicherheit bringt. Das evtl. geschlossene Gleistor als letztes Hindernis stellte für keinen Zug ein ernst zu nehmendes Hindernis dar.


zuletzt bearbeitet 22.11.2010 11:54 | nach oben springen

#26

RE: BRD- Grenzkontrolle von DDR - Bürgern

in Bundesgrenzschutz BGS 22.11.2010 13:32
von eisenringtheo | 9.168 Beiträge

Zitat von SanGefr
Hallo eisenringtheo!
Das Vorbeifahren an Halt-zeigenden Hauptsignalen wird durch die Indusi mit dem 2000 Hz-Magnet wirksam, wenn ein Indusi 2000 Hz-Magnet vorhanden ist. Im Bahnhof Oebisfelde war an den Ausfahrsignalen keine Gleismagnete vorhanden - also gab es auch keine Indusi-Einrichtung. Selbst wenn, wäre es für dem Lokführer ...


Das ist alles richtig. In diesem Zeitpunkt (vom Abfahrtsbefehl bis zum Überfahren der Grenze) ist vom Lokführer keinerlei Verhalten gegen die Dienstvorschriften zu erwarten: selbst wenn er fluchtwillig wäre, würde er ganz normal abfahren. Denkbar wäre, dass jemand aufzuspringen versuchen würde. Sofern er überhaupt zur Trasse käme, müsste er die Lok stürmen und den Lokführer bedrohen. Sehr unwahrscheinlich.
Diese Schutzweichen wurden nach der Flucht von Harry Deterling eingebaut.
http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...ember/year/1961
Der einzige (ins Internet gelangte) Fall einer Entgleisung an einer Schutzweiche:
http://passkontrolle.thomschke.org/griebnitz4.html
war wahrscheinlich ein Versehen. Für die Alliierten sind Handlungen von DDR Funktionären ohne Bedeutung. Die Schutzweiche wusste das aber nicht.
Theo


zuletzt bearbeitet 22.11.2010 13:33 | nach oben springen

#27

RE: BRD- Grenzkontrolle von DDR - Bürgern

in Bundesgrenzschutz BGS 22.11.2010 14:05
von Amelie (gelöscht)
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Ich und meine Geschwister, hatte auch mal das Glück in den golden Westen zu reisen. Und zwar genau gesagt am Morgen des 19 August 1987 für 10 Tage, in den frühen Morgenstunden mit dem ersten Zug. Den wir hatten alle Angst, das uns doch noch die Papiere weggenommen wurden.
In Eisenach sind wir eingesteigen. Über ein Zählkarte kann ich heute nix mehr berichten, weiß ich nicht mehr, ob ich eine hatte oder ob nicht.
Aber kontrolliert wurden wir, aber nur die Reisedokumente /Passkontrolle wurde auch über Lautsprecher bekannt gegeben.
Und ich saß da, im Abteil, sehe ich noch heute hatte eine Tasche voll mit selbst geschlachter Wurst. Was wolte man auch mit nehmen ? außer Wurst und Rhöntropfen. Die Sofakissen die wir nach dem Westen geschickt haben, hatten die als Fußabtretter vor den Türen liegen, das haben wir gesehen.
Aber nochmal auf die Einreise zukommen. Wir sind nicht kontrolliert worden, also keine Taschenkontrolle, weder bei der Ausreise in den Westen noch bei der Einreise in die DDR. Und mein Bruder hatte sogar ein Fernseher in der Tasche.Was haben wir gezittert.
Aber andere Leute aus dem Abteil, wurden kontrolliert mußten die Taschen aufmachen, wurde alles durchwühlt.
Bei der Einreise, im Zug dann in Richtung Eisenach, wurde im Zug nicht mehr gesprochen.
In Eisenach, durch den Lautsprecher hörten wir,"Werte Reisende! Wir begrüßen Sie in der Deutschen Demokratischen Republik auf dem Grenzübergangsbahnhof Eisenach / Bebra.
Aber wo wir, oder ich damals in Frankfurt / Main, am Bahnhof angekommen bin, ich sehe es heute noch. Wie das Obst die Bananen und alles andere in Hülle und Fülle da war.

Man muß es erlebt haben, um es erzählen zu können. Und ich hab es erlebt, und ich bin froh dadrüber. Einmal in den westen zufahren, zur Hochzeit meiner Couisne.

lg


zuletzt bearbeitet 22.11.2010 14:31 | nach oben springen

#28

RE: BRD- Grenzkontrolle von DDR - Bürgern

in Bundesgrenzschutz BGS 22.11.2010 14:30
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Rabe
Die Dokumente wurden durch eine Beschau kontrolliert. Mein
Verwandter wurde nach Reiseziel, Reisezweck und Dauer der Reise befragt. Dabei verhielten sich die Beamten wie Menschen halt sind: freundlich-neugierig, korrekt - ernst, aber auch mißlaunig. Nach der Befragung wurden die Dokumente durch den Beamten einbehalten und mitgenommen. Wohin ? Warum ? Nach einer gewissen Zeit wurden die Dokumente zurückgegeben. Der Paß war nicht gestempelt.
Zollkontrolle erfolgte nicht. Die Kontrollen an anderen Kontrollstellen verliefen ebenso.
Bei der Rückreise sei nie eine Kontrolle erfolgt.



@rabe, der bgs nahm wirklich nur stichproben vor. insbesondere jüngere personen und geschäftsreisende wurden per funk im register des bgs abgefragt.
war diese person im mfs aktiv für eine diensteinheit erfasst, wurde die anfrage des bgs an sein register durch die ha III der zuständigen diensteinheit mitgeteilt.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#29

RE: BRD- Grenzkontrolle von DDR - Bürgern

in Bundesgrenzschutz BGS 22.11.2010 14:56
von SanGefr | 218 Beiträge

Hallo Amelie!
Jawohl! Das mit der Ruhe im Zuge kann ich 100 %ig bestätigen. Bei Abfahrt in Hannover Hbf waren noch allgemeine Gespräche zu vernehmen, die, je näher man Richtung Osten fuhr, immer weiter abnahmen. Nach Abfahrt Wolfsburg tendierten die Gespräche der Fahrgäste gegen null. Absolute Ruhe herrschte jedoch, wenn der Zug durch das Grenztor fuhr und die Grenzanlagen in Sicht kamen. Ab dem Zeitpunkt hörte man nur die Gespräche von uns Zugbegleitern, die das Dienstabteil verließen und sich auf den Ausstieg und die Übergabe des Zuges vorbereiteten. Im Gang öffneten wir das Fenster und schauten uns die Grenzanlagen und die Grenzposten an und unterhielten uns darüber, für andere gut hörbar. Manchmal winkten wir auch, bei Lust und Laune, den Grenzposten auf der Brücke zu, bekamen aber verständlicherweise nie einen Gruß zurück.
Bei der Rückfahrt aus Oebisfelde ging es genau anders herum: Bei der Abfahrt herrschte totale "Funkstille". Aber sobald man durch das Gleistor Richtung Vorsfelde/Wolfsburg fuhr und der Grenzpfahl zur Bundesrepublik passiert wurde, war es, als würde man die Radiolautsärke langsam von ganz leise bis Zimmerlaustärke aufdrehen. Manchmal hatte ich das Gefühl, es wurde sogar richtig kräftig durchgeatmet.


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