#1

Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 14:47
von Angelo | 12.396 Beiträge

Sigrid und Hubert Lustinetz und Elly Lange: Drei DDR-Bürger, die niemals damit gerechnet hatten, gerieten in Konflikt mit dem Staat. Dabei wollten sie einfach nur anständig bleiben, ohne Konfrontation mit dem Staat leben und arbeiten. Trotzdem gerieten sie ins Visier der Funktionäre.

Die Protestantin und Lehrerin, Elly Lange, wird 1946 - noch vor Gründung der DDR - angehalten, einer "antifaschistischen" Partei beizutreten. Die 19-Jährige wird Mitglied der SPD und nach der Zwangsvereinigung bleibt sie in der SED. Doch dann gerät sie in Konflikt mit dem System, weil sie nicht bereit ist, ihre Schüler politisch unter Druck zu setzen: Sie weigert sich, Unangepasste zu maßregeln, steht ihnen sogar bei. Für sie ist ein Miteinander von Christen und Atheisten beim Aufbau des Sozialismus ganz selbstverständlich.

Ab Mitte der 50er-Jahre verschärft das SED-Regime seinen Kurs gegenüber den Kirchen. Die christliche Schulleiterin ist für die DDR-Volksbildung nicht mehr tragbar. Vor die Wahl gestellt, gibt sie das Parteibuch ab und darf bald danach nicht mehr als Lehrerin arbeiten. Doch das hindert sie nicht, sich weiterhin für jene einzusetzen, die an den Rand gedrängt werden. Als Elly Lange in einem Altenpflegeheim anfängt, ist sie über die Zustände schockiert und protestiert dagegen, wie mit hilflosen alten Menschen umgegangen wird. Manchmal hat sie Erfolg und erreicht Verbesserungen. Wieder wird Elly Lange gekündigt, doch sie lässt sich nicht entmutigen. Nun wird die ausgebildete Lehrerin Fußpflegerin und als solche geht sie wieder in die Altenheime, um sich für die Bewohner einzusetzen. In der ganzen Zeit ist sie sich sicher, dass sie das Ende des SED-Staats erleben wird, wie sie 1967 in einem Gedicht schreibt.

Er gehörte zu den selbstständigen Handwerkern in der DDR: Hubert Lustinetz. Der Heizungsbauer schloss mit Erfindungsgeist die Versorgungslücken der Planwirtschaft, konnte Privathaushalte und Betriebe mit Heizungskesseln versorgen, die sie in der Zuteilungswirtschaft nicht bekamen. Sein Idealbild ist der redliche Handwerker, der sich um seine Kunden kümmert. Als ausgerechnet die Mitverantwortlichen der Misere, die Funktionäre, von ihm bedient werden wollten, bekam er genug. Er plante seine Flucht. Seine Frau Sigrid wollte die DDR nicht verlassen, zeigte aber die Fluchtpläne des Mannes nicht an. Die Folge: Beide wurden verhaftet. Sigrid wegen "Nichtanzeige einer Straftat", Hubert wegen seines Fluchtversuchs. Außerdem hängte die Stasi ihm noch eine fingierte Steuerhinterziehung an, um ihn zu kriminalisieren und die Haftstrafe zu erhöhen.

Die meisten Menschen wollten sich ihr Leben in der DDR möglichst unbehelligt von der Partei und deren Institutionen einrichten, auch wenn diese danach trachteten, möglichst in alle Lebensbereiche einzugreifen. Die meisten wollten sich nicht offen gegen das Regime stellen, sondern soweit wie nötig mitmachen und trotzdem anständig bleiben. Aber auch das konnte unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen. Quelle MDR


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#2

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 15:28
von Gert | 12.354 Beiträge

Diese Video zeigt deutlich wie krank dieses SED-System war. Es zeigt weiterhin welch schmutzigen Charakter dieses sogenannte Mfs hatte. Palermo lässt grüßen.

Gruß Gert


.
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Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#3

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 16:22
von X-X-X (gelöscht)
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Ich finde es auch nicht richtig, aber die HVA hatte z.B. mit solchen Sachen gar nichts zu tun gehabt. Also bitte DAS MfS in dem Sinne gab es nicht. Muss man immer davon ausgehen, war man beim MfS, war man demzufolge mit allem verstanden? Wenn ich mit anderen in einen Haufen geworfen werde, ist die vorherrschendeTendenz mich sofort blind zu verteidigen. Der Umgang mit diesen zum Teil undurchdachten Beitraegen laesst viel zu wuenschen uebrig. Meinerseits kann ich nur sagen, dass das Mitschreiben im Forum kaum noch Sinn hat. Diese bekannte Grauzone, die es tatsaechlich gibt, gibt es in diesem Forum nicht. SCHWARZ/WEISS FORUM DDR GRENZE. Genau wie in der 'boesen' DDR wird jede Gegenstimme sofort niedergewaelzt. Schiesst los.

Jens


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#4

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 16:35
von Angelo | 12.396 Beiträge

Zitat von KID
Ich finde es auch nicht richtig, aber die HVA hatte z.B. mit solchen Sachen gar nichts zu tun gehabt. Also bitte DAS MfS in dem Sinne gab es nicht. Muss man immer davon ausgehen, war man beim MfS, war man demzufolge mit allem verstanden? Wenn ich mit anderen in einen Haufen geworfen werde, ist die vorherrschendeTendenz mich sofort blind zu verteidigen. Der Umgang mit diesen zum Teil undurchdachten Beitraegen laesst viel zu wuenschen uebrig. Meinerseits kann ich nur sagen, dass das Mitschreiben im Forum kaum noch Sinn hat. Diese bekannte Grauzone, die es tatsaechlich gibt, gibt es in diesem Forum nicht. SCHWARZ/WEISS FORUM DDR GRENZE. Genau wie in der 'boesen' DDR wird jede Gegenstimme sofort niedergewaelzt. Schiesst los.

Jens




Jens ärger dich nicht du weißt das diese Beiträge für Wosch und Gert das gefundene Fressen ist......da wird gleich alles pauschalisiert ich habe diesen Beitrag bewußt gewählt um noch mal zu versuchen eine Sachliche Diskussion über Pro und Contra zu führen


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#5

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 17:29
von YYYYYYYY (gelöscht)
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@ angelo

ich denke eine sachliche pro und contra diskussion ist nicht gewohlt von bestimmten kreisen.......das schwarz weiß sehn ist doch soviel einfacher.......hauptsache pauschalisieren


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#6

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 17:31
von Altermaulwurf (gelöscht)
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Zu aller erst einmal wurde hier eine Sicht der Dinge dieser Ereignisse vorgetragen, zu dessen Wahrheitsgehalt nur Spekulationen möglich sind.
Private Handwerker und Gewerbetreibende waren in der DDR grundsätzlich keine Armen oder Verfolgten, sondern lebten im Regelfall sehr priviligiert. Nichtlegale Geschäftspraktiken waren in diesen Bereich alltäglich und die Toleranz gegenüber solchen Verstößen meiner Ansicht sogar zu hoch.Es war keine Seltenheit das Mangelware statt an lange Wartende, gegen Devisen oder überhöhte Preise unter der Hand verscherbelt wurden. Der Reichtum einiger Handwerker gerade im Kfz Gewerbe, Baubereich oder Klempnerei stand schon oft deutlich sichtbar im Widerspruch zu real durch Arbeit zu erlandenden Wohlstand. Das gegen solche Verstöße mit den Mitteln der Justiz vorgegangen wird ist ja auch in Deiner so heilen bundesrepublikanisch heilen Welt der Fall, lieber Gert.
Frag mal kleine Gewerbetreibende wie sie vom Finanzamt getretzt und oft in der Existenz bedroht werden. Ich kannte da mal einen Vermessungsingenieur, dem das fast mal der Ruin bedeutete und der sich nur sehr schlecht gegen die Willkür des Finanzamtes wehren konnte. Im Endeffekt hatte er damals das Ergebnis jahrezehntelanger Arbeit verloren.

Deshalb bewerte ich Geschichten von armen verfolgten Privathandwerkern grundsätzlich erst einmal kritisch hinterfragend.
Um wie in dem Fall des Heizungsbauers eine Bewertung treffen zu können, gehört mehr dazu als nur 15 min Videoclip !

Natürlich war vieles in der Geschichte DDR kritikfähig und aus heutiger Sicht zu hinterfragen. Man hätte Kritik nicht immer pauschal als Angriff sondern auch als konstruktiven Beitrag sehen sollen. Das Nebeneinander des privaten Sektors und der überwiegend volkseigenen Produktion war in der vorgesehenen Auslegung zu problematisch. Durch Subventionswirtschaft und Versorgungsengpässe gab es hier zu viele neuralgische Schnittstellen die zu Verwerfungen führten.
Generell war es ein Fehler die subventionierten Preise auf so weite Bereiche der Volkswirtschaft aus zu weiten. Bei realen Preisgefüge hätte es weniger Missbrauch im privaten Sektor und weniger Misswirtschaft im volkseigenen Bereich gegeben. Durch eine angepaßte Steuerpolitik hätte man dann ein gesundes Verhältnis zwischen Leistungsbereitschaft und Gewinnabschöpfung finden können.

Kuba will ja derzeit einen so ähnlichen Weg gehen, ich hoffe mit Erfolg.


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#7

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 19:19
von Rabe (gelöscht)
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Hallo,

zum Thema MfS läßt sich ja trefflich streiten. Ob dieser Streit jemals sachlich wird, wage ich zu bezweifeln. Dieses Thema trifft die
Volksseele.
Mit einigen Gedanken dazu möchte ich äußern. Gewagte Gedanken, die einigen Leuten nicht gefallen werden, weil sie nicht zu
Ende gedacht sind? Also los:
- Das MfS stand unter direkter Kommandogewalt der SED. Die SED hatte kein Problem mit dem MFS umzugehen. So z.B.
wurde dem MfS die Schuld am Aufstand am 17.06.1953 zugewiesen. Es ist so, man mag lächeln und mich schelten, das MfS
war mit Problemen des Volkes besser vertraut als die verbohrte Staats- und Parteiführung. Die progressiven Positionen und
Vorschläge des MfS werden bis heute noch unterschätzt. Das MfS machte 1989 an das Politbüro Vorschläge, daß mit den oppositionellen
Gruppen geredet wird. Es fand nichts statt.
- Herr Honecker und Herr Kreuz haben mit ihren Äußerungen den Volkszorn auf das MfS gelenkt:
" Staat im Staat, keine Kenntnis über den Personalbestand des MfS, die erhalten Informationen nicht besonders gut, Honecker
fühlte sich durch die " Westpresse " besser informiert ( worüber eigentlich )? "
- Zwischen den Herren Gysi, Modrow und Wolf soll vereinbart worden sein, dem MfS alle Fehlleistungen in der DDR anzulasten.
Damit wurde die
SED-PDS aus dem Mittelpunkt gerückt und der Einstieg in die Parteienwelt in Deutschland gesichert.
Die Versuche des Herrn Wolf, Leiter der HVA und Steellv. des Minister ( - langjährig - ) seinen Arsch zu retten, hinterließen bei der
Volksseele auch Kerben. Sein " Dienst " war sauber, auf die anderen hatte er keinen Einfluß. Wenn sein " Dienst " sauber war, gibt es
auch eine schmutzigen.
Nach dem Wort: Der Erfolg hat viele Väter, der Mißerfolg ist ein Waisenknabe - wurde verfahren.
Ich persönlich denke, daß die DDR nicht durch die Schuld des MfS gestorben ist Das MfS wurde von den SED- Oberen genutzt, um
gesellschaftliche, wirtschaftliche und auch politische Probleme mit geheimdienstlichen Mittel zu lösen. Probleme, die unbedingt durch die
zuständigen staatlichen Stellen gelöst werden mußten ( Kultur, Wirtschaft, Ausreisepolitik u.a.m. ) Fatale Fehler mit fatalen Folgen.

Rabe


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#8

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 19:31
von Gert | 12.354 Beiträge

Also AMW, wenn ich nicht selbst in der Verwandtschaft einen Fall gehabt hätte , wo der DDR Staat denjenigen mit konstruierten Steuerschulden etc. ( und in solchen Lügengebäuden waren sie Meister) in den Ruin, ins Gefängnis, hohe Geldstrafe, mit Berufsverbot und natürlich Vernichtung des Betriebes, bei dem auch noch ein Arbeitsplatz eines Gesellen als Kolateralschaden anfiel, wenn ich also nicht einen solchen Fall gekannt hätte, so würde ich deinen Ausführung vielleicht zum Teil glauben. Aber so nicht , die Erzählung in dem Video hat einige Parallelen zu der mir bekannten Geschichte. Da sie in der Verwandtschaft war, will ich hier nichts näheres schildern. Aber ein paar Bemerkungen noch zu den Bedingungen, die Handwerksbetriebe in der DDR hatten.
Frage : wer hat die Rohstoffe auf dem DDR Markt verknappt oder gar keine bereit gestellt ? Wer hat die Preise einschließlich der Lohnstückkosten bis in den kleinsten Handwerksbetrieb bestimmt ? Wer hat den Handwerkern erhöhte Steuern abverlangt ?
Wer hat die Gründung von Neubetrieben erst gar nicht erlaubt oder so behindert dass nur wenige sich gründen konnten ? Wer hat dadurch die Versorgungslage der Bevölkerung verschärft und wer hat durch diese Verknappung des Angebots an Waren und Dienstleistung erst die Bedingungen für einen grauen oder schwarzen Markt geschaffen ? Wer hat Menschen, die versucht haben, diese Misere zu umgehen und dabei auch schon mal halbseidene oder gar ungesetzliche Mittel angewandt haben, kriminalisiert und mit überharten Strafen bedroht, sie in der Öffentlichkeit als Volksschädlinge angeprangert ( hatten wir in der deutschen Geschichte auch schon mal, diese Begriffe) und letztlich wer hat das Ganze so eingemauert und vermint, damit diesen Zuständen bloss kein Mensch entrinnen konnte ?

Die Antwort : Die DDR und ihre Staatspartei SED

Da ist die Begründung für meine Wertung in dem vorigen Post. Das sind keine Spekulationen, sondern eine Beschreibung der realen Verhältnisse. Und deine neidvollen Äußerung über Handwerker, die kenne ich , aber dieses besondere Klima hab ich gerade beschrieben und vor allem die Verantwortlichen dafür genannt, die diese Voraussetzung mit ihrer Politik erst geschaffen haben, dass die Handwerksbetriebe in einem künstlich verknappten Markt ( ideologisch motiviert) so arbeiten konnten und mussten wie du es skizziert hast. Da konnte man schnell zu einem "Reichtum" ( lächerlich, unter reich verstehe ich etwas anderes) kommen in einer solchen Gleichmachergesellschaft.

Aus diesem Grund stehe ich zu meiner Bewertung und hab dem nichts hinzuzufügen aber auch nichts wegzulassen.
Ich weiss welche Repliken jetzt kommen, Schaum vorm Mund, keine Ahnung. Schreibt mal ruhig, es wird mich nicht von meiner Überzeugung, die ich hier dargelegt und auch wie ich meine gut begründet habe, abbringen.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Mahatma Gandhi
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#9

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 19:38
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Angelo

Zitat von KID
Ich finde es auch nicht richtig, aber die HVA hatte z.B. mit solchen Sachen gar nichts zu tun gehabt. Also bitte DAS MfS in dem Sinne gab es nicht. Muss man immer davon ausgehen, war man beim MfS, war man demzufolge mit allem verstanden? Wenn ich mit anderen in einen Haufen geworfen werde, ist die vorherrschendeTendenz mich sofort blind zu verteidigen. Der Umgang mit diesen zum Teil undurchdachten Beitraegen laesst viel zu wuenschen uebrig. Meinerseits kann ich nur sagen, dass das Mitschreiben im Forum kaum noch Sinn hat. Diese bekannte Grauzone, die es tatsaechlich gibt, gibt es in diesem Forum nicht. SCHWARZ/WEISS FORUM DDR GRENZE. Genau wie in der 'boesen' DDR wird jede Gegenstimme sofort niedergewaelzt. Schiesst los.

Jens




Jens ärger dich nicht du weißt das diese Beiträge für Wosch und Gert das gefundene Fressen ist......da wird gleich alles pauschalisiert ich habe diesen Beitrag bewußt gewählt um noch mal zu versuchen eine Sachliche Diskussion über Pro und Contra zu führen





Angelo es gibt überhaupt keinen Grund, sich bei dem Jens anuzbiedern. Ich habe meine Aussage von heute Nachmittag gerade ausführlich begründet. Vielleicht liest du das erst mal, bevor du solche Ergebenheitsadressen versendest.

Diesmal ohne Gruß aus dem Rheinland, weil verärgert


.
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Mahatma Gandhi
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#10

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 20:22
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Rabe
Hallo,

zum Thema MfS läßt sich ja trefflich streiten. Ob dieser Streit jemals sachlich wird, wage ich zu bezweifeln. Dieses Thema trifft die
Volksseele.
Mit einigen Gedanken dazu möchte ich äußern. Gewagte Gedanken, die einigen Leuten nicht gefallen werden, weil sie nicht zu
Ende gedacht sind? Also los:
- Das MfS stand unter direkter Kommandogewalt der SED. Die SED hatte kein Problem mit dem MFS umzugehen. So z.B.
wurde dem MfS die Schuld am Aufstand am 17.06.1953 zugewiesen. Es ist so, man mag lächeln und mich schelten, das MfS
war mit Problemen des Volkes besser vertraut als die verbohrte Staats- und Parteiführung. Die progressiven Positionen und
Vorschläge des MfS werden bis heute noch unterschätzt. Das MfS machte 1989 an das Politbüro Vorschläge, daß mit den oppositionellen
Gruppen geredet wird. Es fand nichts statt.
- Herr Honecker und Herr Kreuz haben mit ihren Äußerungen den Volkszorn auf das MfS gelenkt:
" Staat im Staat, keine Kenntnis über den Personalbestand des MfS, die erhalten Informationen nicht besonders gut, Honecker
fühlte sich durch die " Westpresse " besser informiert ( worüber eigentlich )? "
- Zwischen den Herren Gysi, Modrow und Wolf soll vereinbart worden sein, dem MfS alle Fehlleistungen in der DDR anzulasten.
Damit wurde die
SED-PDS aus dem Mittelpunkt gerückt und der Einstieg in die Parteienwelt in Deutschland gesichert.
Die Versuche des Herrn Wolf, Leiter der HVA und Steellv. des Minister ( - langjährig - ) seinen Arsch zu retten, hinterließen bei der
Volksseele auch Kerben. Sein " Dienst " war sauber, auf die anderen hatte er keinen Einfluß. Wenn sein " Dienst " sauber war, gibt es
auch eine schmutzigen.
Nach dem Wort: Der Erfolg hat viele Väter, der Mißerfolg ist ein Waisenknabe - wurde verfahren.
Ich persönlich denke, daß die DDR nicht durch die Schuld des MfS gestorben ist Das MfS wurde von den SED- Oberen genutzt, um
gesellschaftliche, wirtschaftliche und auch politische Probleme mit geheimdienstlichen Mittel zu lösen. Probleme, die unbedingt durch die
zuständigen staatlichen Stellen gelöst werden mußten ( Kultur, Wirtschaft, Ausreisepolitik u.a.m. ) Fatale Fehler mit fatalen Folgen.

Rabe



hallo rabe.
irgend wo habe ich das alles schon oft gehört.besonders die ersten sätze das das MFS bescheid wuste über das volksbegehren und versuchte dies oben anzubringen.schon weit vor der wende.aber wie du so richtig schreibst,solange man einen schuldigen anprangern kann wenn alles schief geht nutzt man die alte schiene.das mfs hatte nie die chance als sieger durch hinweise zur verbesserung hervor zu gehen,es war mittel zum zweck wie überall auf der welt es solche fälle gibt.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 19.11.2010 20:22 | nach oben springen

#11

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 20:30
von Altermaulwurf (gelöscht)
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Also Gert, mit soch einer Antwort, garniert mit persönlichen Unterstellungen und mit Einzelfällen verallgemeinernde Aussagen treffen, habe ich schon gerechnet.
Wo äußert sich in meinen Ausführungen Neid ? Ich habe konkret Möglichkeiten angesprochen wie man den privaten Sektor besser hätte integrieren können und mich für ein leistungs- und anreizbezogenes Steuerrecht ausgesprochen.
Natürlich war der Privatsektor in das System der Planwirtschaft eingebunden und das dieses mehr oder weniger stabil funktionierte, galt es Regeln einzuhalten - auch für Privatbetriebe. Verstosse ich in Deiner heissgeliebten BRD gegen irgendwelche Auflagen und sei es aus Unkenntnis, habe ich auch entsprechende Konsequenzen zu tragen.
Missbrauch der Positionen beim Umgang mit raren Gütern wie Fliesen, Kfz Ersatzteilen, Installations oder Baumaterial waren keine Seltenheit. Im allgemeinen war der Privathandwerker sicher sozial und materiell gesehen in einer guten Position und Benachteiligungen wie Du sie siehst, sind durch die Strukturen vorgegeben gewesen. Auch in der Marktwirtschaft gibt es eine Vielzahl von Regularien, Zugangsbeschränkungen und Auflagen.
Deshalb wiederhole ich meine Auffassung, ohne genaue Kenntnis der Einzelheiten, kann man keine abschließende Bewertung des im Video gezeigten Falles treffen.

Gruß AMW


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#12

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 20:35
von ABV | 4.202 Beiträge

Ich kenne das auch so, dass private Betriebe der SED "ein Dorn im Auge" war. Vor allem wenn sie besser und effektiver arbeiteten als das "volkseigene" Gegenüber. Einige konnten aber ihre Betriebe über die Zeit der DDR retten. Bei uns gab es einen privaten Fleischer, bei dem musste ich als Bengel Freitags immer einkaufen. Weil es bei dem aber mehr gab als in der HO-Fleischerei, mussten Wartezeiten bis zu vier Stunden eingeplant werden. So unglaublich es klingt, aber die Leute kamen aus einem Umkreis von über sechzig Kilometern zu diesem Fleischer.
Zum Thema MfS: Ich sehe das auch so, dass man sich von Anfang an bei der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit zu sehr auf das MfS konzentriert hatte. Die DDR besaß noch mehr Staatsorgane, die alle ihren Anteil an dem hatten, was damals geschah. Das klingt jetzt zwar aus dem Munde eines ehemaligen VP-Angehörigen etwas eigenartig, ist aber so. Die Hauptverantwortung in der DDR hatte ohnhin in erster Linie die Führung der SED. Und der ist es meisterhaft gelungen, sich aus der Affäre zu ziehen. Hat da nicht unlängst ein Günther Schabowski davon gefaselt, " mal einen Blick in seine Stasi-Akte werfen zu wollen?" Schabowski der Widerstandskämpfer, ein Opfer der Staatssicherheit??? Mir wird schlecht, wenn ich davon lese. Aber so war das schon 1989 im Herbst. So sagte beispielsweise ein 1. Kreissekretär der SED vor der versammelten Bevölkerung: " Sie können mir ruhig glauben. Auch ich war weder über die konkrete Anzahl der MfS-Mitarbeiter im Landkreis, noch über deren Aktionen informiert..." Die Leute haben es schön "geschluckt", die Köpfe geschüttelt und gesagt: " So schlimm war also die Stasi. Sogar die SED-Kreisleitung haben sie hintergangen."
Dabei hatten die SED-Führung genau gewusst, was das MfS so trieb. Es geschah ja auf ihren Wunsch und Veranlassung. Die Kreisleitung hätte allerdings die Stimmungsberichte des MfS lesen sollen, ehe die Papiere in den Schredder wanderten.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#13

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 20:46
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von ABV
Aber so war das schon 1989 im Herbst. So sagte beispielsweise ein 1. Kreissekretär der SED vor der versammelten Bevölkerung: " Sie können mir ruhig glauben. Auch ich war weder über die konkrete Anzahl der MfS-Mitarbeiter im Landkreis, noch über deren Aktionen informiert..." Die Leute haben es schön "geschluckt", die Köpfe geschüttelt und gesagt: " So schlimm war also die Stasi. Sogar die SED-Kreisleitung haben sie hintergangen."

Gruß an alle
Uwe



ABV,

dass würde ich den 1. Sekretär der KL sogar abnehmen.

Selbst im NVR der DDR spielte die Stärke des MfS keine Rolle.


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#14

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 20:54
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Angelo

Zitat von KID
Ich finde es auch nicht richtig, aber die HVA hatte z.B. mit solchen Sachen gar nichts zu tun gehabt. Also bitte DAS MfS in dem Sinne gab es nicht. Muss man immer davon ausgehen, war man beim MfS, war man demzufolge mit allem verstanden? Wenn ich mit anderen in einen Haufen geworfen werde, ist die vorherrschendeTendenz mich sofort blind zu verteidigen. Der Umgang mit diesen zum Teil undurchdachten Beitraegen laesst viel zu wuenschen uebrig. Meinerseits kann ich nur sagen, dass das Mitschreiben im Forum kaum noch Sinn hat. Diese bekannte Grauzone, die es tatsaechlich gibt, gibt es in diesem Forum nicht. SCHWARZ/WEISS FORUM DDR GRENZE. Genau wie in der 'boesen' DDR wird jede Gegenstimme sofort niedergewaelzt. Schiesst los.

Jens




Jens ärger dich nicht du weißt das diese Beiträge für Wosch und Gert das gefundene Fressen ist......da wird gleich alles pauschalisiert ich habe diesen Beitrag bewußt gewählt um noch mal zu versuchen eine Sachliche Diskussion über Pro und Contra zu führen





Ich kann nicht erkennen, was die Nennung meines Namens in Deiner Antwort an@Jens mit einer sachlichen Diskussion zu tun haben sollte. Angelo, Du solltest nicht vergessen, bei Allem was Du schreibst, daß ich zumindestens von dem was ich über die DDR schreibe zu einem großen Teil aus meiner eigenen Erfahrung schreibe, denn ich bin im Gegensatz zu Dir in der DDR groß geworden, also bitte etwas mehr Respekt!!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#15

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 20:55
von ABV | 4.202 Beiträge

Ja Alfred. Aber die Grundaussage lautete doch, dass das MfS quasi ein unabhängiger "Staat im Staate" war. Das MfS hat ja, auch auf Kreisebene, nach den Gesetzen der DDR gehandelt hat. Und wer hat diese Gesetze beschlossen? Doch nicht das Mfs selbst! Die SED-Führung hat von Anfang an so getan, als ob sich mit dem MfS quasi eine Paralellwelt gebildet hat. Und auf diesen Zug sind dann nach und nach die anderen staatlichen Organe aufgesprungen. Die beste Ausrede war und ist doch der Satz: " Ich konnte nicht anders entscheiden. Das hat die Stasi angewiesen." Das ein SED-Kreissekretär nicht im Detail die Personalstärke der Kreisdienststelle wusste, ist da ziemlich unerheblich.

Schönen Gruß von der Oder
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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#16

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 20:56
von Zermatt | 5.293 Beiträge

[."
Dabei hatten die SED-Führung genau gewusst, was das MfS so trieb. Es geschah ja auf ihren Wunsch und Veranlassung. Die Kreisleitung hätte allerdings die Stimmungsberichte des MfS lesen sollen, ehe die Papiere in den Schredder wanderten.

Gruß an alle
Uwe[/quote]
So ist es auch nicht untertrieben zu sagen,das der eigentliche Chef des MFS nicht Mielke,sondern Honecker war.Er hatte das letzte Wort.



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#17

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 21:01
von ABV | 4.202 Beiträge

Eben, eben. Ich hatte mal einen Erinnerungsbericht von Mielkes Sekretärin gelesen. Laut dieser Dame, soll Mielke beim Telefonieren mit Honecker sogar stramm gestanden haben

Schönen Gruß von der Oder an den Rhein
Uwe


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http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#18

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 21:10
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zermatt,

in der DDR war es so wie auch heute üblich.

Wenn es ganz scharf kommt entscheidet Frau Merkel und nicht der BND - Boss.

Denn auch dem Bundessicherheitsrat sitzt Frau Merkel vor.


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#19

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 21:16
von ABV | 4.202 Beiträge

Ist ja richtig Alfred. Mir will nur nicht in den Kopf, warum du die Führung der SED anscheinend noch immer so verteidigst? Die haben dich und deine Genossen wie "heisse Kartoffeln" fallen gelassen. Das verstehe ich nicht.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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#20

RE: Der Mut der Anständigen

in Leben in der DDR 19.11.2010 21:28
von Alfred | 6.841 Beiträge

ABV,

es geht um die Wahrheit.

Und dabei sollte man bleiben.

Wenn Kritik angebracht íst dann soll man diese äußern aber man sollte bei der Wahrheit bleiben.


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