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Der ehemalige Grenzstreifen an der B 208 bei Dechow darf bepflanzt werden.

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 17.11.2010 09:03
von Angelo | 12.396 Beiträge

DECHOW - Der ehemalige Grenzstreifen an der Bundesstraße 208 bei Dechow darf bepflanzt werden. Darauf haben sich Vertreter der Bildungs- und Landwirtschaftsministerien geeinigt. Drei Bedingungen gibt es: Ein etwa 300 Meter langer Grenzstreifen direkt an der Straße wird nicht mit Eichen, Ahorn und Buchen bepflanzt. Freigehalten werden soll außerdem ein zehn Meter breiter Grasstreifen entlang des alten Kolonnenweges. Und die Landeszentrale für Politische Bildung darf in Grenznähe einen Ort des Erinnerns einrichten.

Bei den Planungen zur Bepflanzung liegt vermutlich ein Verfahrensfehler staatlicher Ämter vor. Grund: Die ehemalige Grenze ist ein Bodendenkmal. Laut Denkmalschützer war nur abgesegnet, dass auf dem ehemaligen Grenzstreifen Gras wachsen darf - Bäume auf dem ehemaligen Todesstreifen allerdings nicht.

Doch zumindest zwischen Denkmalschützern und Landwirtschaftsministerium gibt es einen Kompromiss. Nicht die ganzen 800 Meter werden bepflanzt. Ein etwa 300 Meter langer Grenzstreifen direkt an der B 208 soll frei bleiben.

Gegen die Aufforstungspläne des Biospährenreservats hatten Anwohner und Denkmalpfleger des Landes protestiert (wir berichteten). Zu ihnen gehört Landwirt Peter Mohr. Er steht an der Bundesstraße 208 bei Mustin. Hier verlief einst die Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik. Heute wachsen hier Gras, Birken und Büsche. Spuren der alten Grenzanlagen sind noch zu erkennen. "Wir stehen hier auf dem Kolonnenweg. Vor uns der so genannte Kontrollstreifen. Der wurde schwarz gehalten und geeggt, damit man Fußspuren erkennen konnte. Dann kommt hier eine Senke, das ist der so genannte Kfz-Sperrgraben. Und dann kamen der Metallgitterzaun und der Todesstreifen."

Peter Mohr ist verärgert. Er hat deshalb sogar die Petitionsausschüsse der Landtage in Schwerin und Kiel eingeschaltet. Auch viele Kommunalpolitiker setzen sich für den Erhalt des Grenzstreifens ein. Unter anderem der Kreistagspräsident des Kreises Herzogtum Lauenburg, Meinhard Füllner: "Ich habe kein Verständnis dafür, dass diese Flächen unsichtbar werden. Wir müssen an einigen wirklich prominenten Stellen diese für Deutschland historische Grenze sichtbar lassen."

Der Leiter des Biosphärenreservartes Schaalsee, Klaus Jarmatz, widerspricht. Er sagt: "Die Grenze ist noch sichtbar. In Schlagsdorf. Hier gibt es nur wenige Kilometer entfernt vom Grenzstreifen ein Grenzmuseum mit einer original Grenzsperranlage der innerdeutschen Grenze."

Für Dechows Gemeindevertreterin Irmgard von Puttkamer ist das allerdings nicht vergleichbar mit dem echten

Grenzstreifen: "Wirklich eindrucksvoll ist, wenn man von Mustin kommend an die Grenze herantritt und den Kindern oder Gästen zeigt, wo die Grenze gewesen ist, weil die Landschaft das noch hergibt." SPD-Landwirtschaftsminister Till Backhaus unterstützt die Aufforstung der rund drei Hektar großen Fläche und kann die Aufregung nicht verstehen. Denn die Aktion sei rechtens.

Quelle: www.svz.de


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