Morgen Siggi,
ich weiß, dass bei uns in Dreilinden schöne Broschüren auslagen, welche an starken Verkehrstagen ( Ferienreiseverkehr etc) auch an die Reisenden verteilt wurden. Auch waren im Bereich unserer GKSt große Hinweistafeln an den Parkbuchten angebracht, wo die wichtigsten Hinweise für Transitreisende angeschrieben waren.
Wichtigste Punkte: Mitnahme jeglicher Personen während der Fahrt ist streng verboten. Kontaktaufnahme/Austausch von Gegenständen mit Verwandten auf Parkplätzen/Raststätten hat auf jeden Fall zu unterbleiben.
Mir ist weiter bekannt, dass viele Transitreisende, welche sich nicht an diese Vorgaben gehalten haben ,mit massiven Strafen belegt wurden. Bei Wiederholung drohte sogar Transitsperre und Zurückweisung durch PKE.
ALLE diese Vorkommnisse wurden in der Transitkommision vorgetragen und besprochen.
Dazu noch eine kleine Geschichte:
Etwa so im Jahre 1973 fuhren meine Eltern und ich Transit in den Urlaub Richtung Süden. Genau auf der Elbbrücke (kurz hinter der dem weltberühmten Werbeturm "Plaste und Elaste aus Schkopau" streikte das Auto und wir blieben mitten auf der Brücke liegen. Vater stieg aus öffnete die Motorhaube und versuchte den Schaden zu finden. Da hielt hinter uns ein Ostauto (weiß nicht mehr welche Marke) eine Mann stieg aus und fragte, ob er helfen kann. Zuerst schleppte er uns dann von der Brücke zu einer Nothaltebucht. Dann sah er kurz in den Motorraum, schraubte etwas rum, pustete irgendwas frei und schon lief die Karre wieder. Mein Vater und auch Mutter und ich waren natürlich sehr erfreut über die schnelle Hilfe. Dann übergab mein Vater hoch konspirativ eine 20,-DM Schein in der Hand versteckt an den netten Helfer, bedankte sich nochmal, dann fuhren wir alle weiter.
Die Geschichte ist mir deshalb noch in Erinnerung, weil ich als Kind nicht verstanden habe, warum die Geldübergabe so geheim stattgefunden hat. Später wurde mir die Gefährlichkeit dieses Tuns verständlicher.
Du siehst, Benutzung der Transitwege war auch für Westler nicht einfach. Besonders Bundesbürger auf der ersten Fahrt nach Berlin (West) hatten da so ihre Probleme.Überall lauerte eine Falle, wenn man sich nicht über die sehr strengen Vorschriften informiert hat.
War halt alles nicht so einfach. Fahre ich heute diese Strecken, muß ich oft an die damalige Zeit denken. Vieles mutet dann fast grotesk an. Damals war alles "blutiger" Ernst.
Gruß Frank