Hallo allerseits! Ich bin nicht sicher, ob meine Antworten zu 13/81 und zu den Blutgruppen einer objektiven Prüfung standhalten können, da sie lediglich auf praktischen Erfahrungen beruhen.
13/81 war eine Dienstvorschrift, beruhend auf einem Befehl, über den Einsatz auf dem vorgelagerten Bereich. Also zwischen Sperranlagen und Grenzsteinen. Nach ihr wurden zumindest in unserer Kompanie die entsprechenden Einsätze benannt. Geregelt war in dieser Vorschrift, wie man nach vorne gelangte (durch gesicherte Tore oder auch nur Luken im Zaun, manchmal, indem der Zaun am Durchgang schlicht aufgeschraubt wurde), Wie ein Einsatztrupp aufgestellt war (am Anfang immer drei Mann, davon einer Offizier oder Berufs-GAK, einer konnte wie ich UaZ-GAK sein und der dritte Mann war immer ein Soldat/Gefreiter aus Kompanie oder Bataillion). Später, so ab Frühjahr 1985 waren wir mitunter auch nur zu Zweit (Zwei GAK oder ein GAK und ein Soldat). Wie die Ausrüstung auzusehen hatte (Anzugsordnung, keine Personalpapiere mitführen außer Parteibuch und Hundemarke, MPi, Pistole, Munition, Fototasche, Fotoausrüstung, Funkgerät, Schlüsselbuch, ggf. Ski oder Motorschlitten), was man zu tun hatte (Präsenz zeigen oder gedeckt Informationen beschaffen, Sonderaufgaben, wie sichere Begleitung von Personen nach hüben und drüben und anderen Püsterkram), dass man lediglich den militärischen Gruß erwidern durfte, "sogar" sollte, ansonsten aber keinerlei "Kontaktaufnahmen" durchführen durfte. Da gab es freilich Ausnahmen beim Einsatz mit der Grenzkommision oder bei Katastrophenfällen. Und manchmal, ganz, ganz selten, wenn man sich sehr sicher war auch zu anderen Gelegenheiten (die man besser für sich behielt). Wie was an wen zu melden war. Und wo Filme, Notizen oder Einsatzbücher abzuliefern waren. Dass der Einsatz der Schußwaffe außer in Notwehr möglichst zu unterlassen war, da bin ich mir nicht sicher, ob das auch dort stand. Aber es war Usus.
Einsätze 13/81 kamen etwa ein bis zweimal pro Woche vor. Mitunter auch längere Zeit nicht (siehe "Blutgruppen"), was dann ein sicheres Zeichen war, dass es irgendwo Probleme gab. Wir waren meistens gerne vorne, weil es abwechslungsreich war und zumindest im Sommer aus getarnten Stellungen (zum Beispiel am dreieckigen Pfahl) schöne Aussichten (im wahrsten Sinne des Wortes) möglich waren.
Dabei bin ich mir im Klaren, die oft typische Harzwetterlage (kalter Niesel) in meiner Erinnerung größtmöglich weggeblendet zu haben.
Blutgruppen - Es war ein offenes Geheimnis, dass nicht jeder mit jedem überall und zu jeder Zeit hinkonnte. Die entsprechende Einstufung (A, B, C) nannten wir eben "Blutgruppen". Da gab es auch noch feine Unterabstufungen, wie AA, A, AB. Wir kannten unsere Blutgruppen nicht, genauso wenig, wie die unserer begleitenden Offiziere oder Soldaten. Die Einstufungen wurden durch die Kompanieführung und die 2000 vorgenommen. Woran aber sicher auch unsere Einsatzberichte ihren Anteil hatten. Das will ich gar nicht beschönigen. Welche Blutgruppe gerade für uns galt, das merkten wir an den Einsatzorten. War man im Sperrgebiet als Einzelstreife eingesetzt, war das schon ziemlich hoch. Denn nur Gevatter Zufall hätte so einen wie uns gegebenenfalls noch aufhalten können. Besser war nur noch 13/81. Weniger gut war es, wenn man am Kolonnenweg als normaler Postenführer (nur eben zusätzlich mit Fotoausrüstung) als Dokumentationsposten tätig war. Dann war klar, auch ohne Post von zu Hause, dass da irgendwas nicht in Ordnung war. Mit der Familie, mit der Freundin oder so.